Hinter den Kulissen des Erfolgs von dm-Chef Christoph Werner | #Erfolgsstrategien 💪🏻

Shownotes

C-LEVEL INTERVIEW | So hast du Christoph Werner, den CEO von dm, noch nie erlebt: Unser Gespräch zu den Grundlagen und Learnings aus seinen Erfolgen beginnt mit einer krassen Offenheit zu traumatischen Ereignissen der Familie und wie diese ihn und sein Umfeld geprägt haben. Du erlebst eine philosophische, aber gut verdauliche Folge voller Lebensweisheiten von Purpose bis Glück und Zufriedenheit. Er gewährt uns Einblicke in seine Kindheit, als junger Vater und wie ihn dies alles zur Nachfolge als CEO von dm geführt hat. Du erfährst... …welche Schicksalsschläge es gab und was er daraus gelernt hat …wie er dm übernommen hat und warum der Weg dorthin anders war als man denkt …was er von seinem Vater gelernt hat und was er seinen Kindern weitergibt …wieso er Geld als nicht wichtig erachtet und was Erfolg stattdessen für ihn bedeutet …von wem und was er am meisten lernt ➡️ Du konntest dir keine Notizen machen? Unser [digital kompakt+ Newsletter](newsletter.digitalkompakt.de) fasst dir für jede Folge die wichtigsten Punkte zusammen Diese Episode dreht sich schwerpunktmäßig um Selbstoptimierung: Wie ihr Schatten verfolgt digital kompakt-Macher Joel Kaczmarek regelmäßig erfolgreiche Personen und versucht die Säulen ihres Erfolgs nachzuzeichnen. In Bereichen wie Lebensführung, Gesundheit oder Finanzen erhascht er ungewohnt tiefe und ehrliche Einblicke. __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Joel Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt 👤 Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung dm-drogerie markt __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 [Übersicht](https://www.digitalkompakt.de/sponsoren/) aller Sponsoren __________________________ ||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema (03:28:06) Kindheit und familiäre Herausforderungen (11:53:20) Charakterzüge (22:57:18) Was bedeutet Glück? (27:57:12) Welche Rolle spielt Geld? (32:56:23) Purpose und Vorbestimmung (40:48:03) You can judge a man by what upsets him   (44:25:16) Das Ansehen als der Sohn des Chefs  __________________________ ||||| WIR ||||| 💛 [Mehr](https://lnk.to/dkompakt) tolle Sachen von uns  👥 Wir von digital kompakt streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

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00:00:00: Ich

00:00:18: bin der Geschäftsführer von Digital Compact und heute habe ich wieder einen sehr erfolgreichen, und ich würde in seinem Fall auch sagen bekannten Menschen bei mir.

00:00:23: Wo ich total neugierig bin mal nachzuforschen was ihnen eigentlich so erfolgreich gemacht hat aber vor allem auch mit welchen Werten er durch das Leben geht wie er sich so organisiert und was für ihn eigentlich Glück und Zufriedenheit bedeutet.

00:00:34: Und unser heutiger Gast, der war schon mehrfach hier und deswegen sind wir schon fast alte Vertraute.

00:00:38: Ich weiß was kommt nämlich ich glaube ein bisschen philosophische Antworten.

00:00:41: Ich glaube sehr viel Intelligente!

00:00:43: Wir haben so viele Abzweige heute die wir nehmen können dass sich richtig lange überlegen werden müssen was wir alles thematisieren und zwar ist der liebe Christoph Werner nochmal hier.

00:00:51: Ich würde sagen, wir tauchen einfach mal direkt ein.

00:00:55: Lieber Christoph schön, dass du wieder da bist und ich beginne solche Gespräche immer sehr gerne mit so einer dualen Frage.

00:01:00: Und zwar beginn' ich immer damit die Leute zu fragen was für sie eigentlich Erfolg

00:01:04: bedeutet?

00:01:05: Ja zunächst einmal hallo Joel, schön wieder hier zu sein!

00:01:08: Was bedeutet Erfolg?

00:01:10: Also ich denke Erfolg bedeutet das die Dinge, die man macht wirklich Anklang finden und Resonanz erzeugen und zwar der positiven Art.

00:01:18: Das ist für mich Erfolg.

00:01:19: Was meinst du mit Anklang und Resonanz?

00:01:21: Wie Kunden kaufen was oder verändert was in der Gesellschaft.

00:01:24: Für

00:01:25: mich bedeutet es, dass wir Menschen sind soziale Wesen.

00:01:28: Wir sind auf Feedback angewiesen um uns selbst kennenzulernen.

00:01:33: Wenn das Resonance hat, kriegen wir eine Rückmeldung von den Menschen, mit denen wir zusammen sind.

00:01:37: Das ist dann Erfolg.

00:01:38: Ein

00:01:39: bisschen verstanden der Mensch als soziales Gruppentier.

00:01:42: Und das, was die Gruppe bewegt, ist auch als Erfolg zu verorten so in die Richtung ...

00:01:47: Das hab ich noch nicht drüber nachgedacht.

00:01:48: Zumindest meine Beobachtung, was führt dazu?

00:01:51: Dass die Augen im Anderen leuchten?

00:01:53: und da ist meine Beopachtung das ist es wenn sie ein positives Feedback bekommen aufgrund dessen was sie getan haben.

00:01:58: Ja stimmt du bist ja wahrscheinlich auch lange vorbereitet worden auf das was Du machst weil dein Vater hat ja DM gegründet können wir später noch zu?

00:02:04: hat er auch sozusagen riesige Strahlkraft?

00:02:06: hast Du dir für dich irgendwie mal so Leitplanken in deinem Leben gesetzt dass du gesagt hast Ich möchte dies das jenes erreichen oder bist du da relativ unvoreingenommen reingegangen?

00:02:14: Naja

00:02:15: zunächst einmal ist es so Vorbereitet wurde in dem Sinne das sozusagen ein Programm.

00:02:20: zusammen geschustert wurde, es dann besprochen wurde und ich bin da eingestiegen.

00:02:23: So war das nicht.

00:02:25: Ich bin halt ins Leben gestartet.

00:02:26: Dann hab ich versucht offen zu sein für die Chancen, die sich gegeben haben, die Gelegenheiten.

00:02:31: Und dann hatte ich das Glück, dass ich im richtigen Moment zugegriffen habe.

00:02:34: Also so spielt das Leben ... Ich glaub für jeden, ne?

00:02:36: Aber weil du nach Leitblanken fragst, was mein Leben geprägt hat ist, dass sie relativ früh Vater geworden sind mit ein, zwanzig, was heutzutage relativ früh ist.

00:02:44: Früher wär das nicht so früh gewesen aber grund der Art und Weise wie Zoom Biografien in unserem Kulturraum laufen ist es dann doch relativ früh.

00:02:50: Und dann Vater zu werden hat für mich bedeutet, dass ich dann auch tatsächlich in die Verantwortung gestellt wurde bzw sie angenommen habe – das nimmt auch nicht jeder an und es hat natürlich dazu gehört, dass sich dann sehr stringent die Dinge gemacht haben um auch wirklich unabhängig sein zu können und eben auch ganz bewusst nicht von meinem Vater abhängen zu müssen.

00:03:06: Nicht zuletzt was es finanziell auch anbelangt weil mit Vaterschaft kommen Unterhaltsverpflichtungen.

00:03:10: Ach wirklich?

00:03:11: So hast du damals gedacht zum jungen Alter schon?

00:03:13: Ja so hab ich gedacht

00:03:14: Warst du gewollt, dass du Vater wirst oder warst überraschend?

00:03:16: Ich

00:03:16: sag immer ein.

00:03:19: Zu meiner Frau ist das unser Meisterstück.

00:03:21: Aber es war schon eine Überraschung.

00:03:23: und zu unserem Sohn hab ich oft gesagt ... Du warst zwar nicht geplant aber dann doch gewollт!

00:03:28: Aber ich finde das faszinierend, hätte man ja gar nicht gedacht.

00:03:30: Ich hätte auch angenommen ... Bei Menschen in deinem Umfeld aufwachsen, da denkt man immer, die sind sehr sorglos, weil sie weich fallen, sagt der Volksmund so.

00:03:38: Aber ich erlebe dich jetzt ganz anders!

00:03:39: Du hast eher drüber nachgedacht.

00:03:41: wie kann ich früh eine Verantwortung gehen und mich in eine Eigenständigkeit bewegen?

00:03:44: Das machen viele Leute nicht so.

00:03:45: Wie kommt es, dass du das gemacht hast?

00:03:48: Hab ich nicht viel drüber Nachgedacht.

00:03:49: Ich hab's halt so gemacht.

00:03:50: Aber das hat wahrscheinlich was damit zu tun, was wir bis dahin schon erlebt haben.

00:03:55: Natürlich aufgewachsen zunächst mal in einem behüteten Elternhaus, wobei meine Mutter ist dann erkrankt als ich zehn Jahre alt war.

00:04:01: Sie hatte eine bipolarische Störung und damit habe ich im frühen Alter schon erleben können dass das scheinbare Glück relativ schnell zerbrechen kann.

00:04:09: Das hat mich als Rannwachsender sehr beschäftigt und damit hab' ich mir natürlich auch viel gefragt gestellt.

00:04:15: Was bedeutet Lebensglück?

00:04:16: Auf was kommt es an?

00:04:17: Und ich denke vor allem demut!

00:04:19: Wow, das ist ja superintensiv.

00:04:20: Einer meiner besten Freunde hat die Mutter auch.

00:04:23: Aufstieg zu Freni ist jetzt ein anderes Krankheitsbild aber ich weiß ziemlich genau was es mit so einer Familie macht.

00:04:27: Das ist sehr intensiv.

00:04:29: Ich weiß gar nicht wo ich bei dir zuerst fragen soll wie ist es denn bei euch aufgeschlagen und was hat's bedeutet für deine Familie als du ein Kind warst?

00:04:34: Also wurde es auch festgestellt und hat man irgendwie therapiert oder war das eine Begleiterscheinung die man mitnehmen muss?

00:04:39: Weil ich hab bei meinem Freund zum Beispiel bis heute nicht therapiert weil die Personen es als Betroffener auch gar nicht wahrnimmt.

00:04:44: Da machen sich da unglaublich komplexe Welten auf einmal auf.

00:04:47: Ja also Das ist natürlich eine Situation der Überforderung, ne?

00:04:50: Ich meine wir sprechen jetzt seit achtziger Jahre.

00:04:52: Ja, weiß ich.

00:04:52: Da hat sich sicherlich in der Therapie mittlerweile auch eine ganze Menge getan, wobei ich das jetzt nicht weiter verfolgt habe aber es war schon eine Situation die auch medizinisch sehr schwer einzufangen war.

00:05:02: Was hat das bedeutet für dich konkret?

00:05:04: Naja, ich würde sagen in frühen Jahren ist sicherlich ein riesig großen Schatten der auf das Familienglück gefallen ist.

00:05:09: Wie wart ihr denn eigentlich situiert?

00:05:10: hast du Geschwister?

00:05:11: Ja, ja, ja damals war die Familie noch ein bisschen kleiner, ne?

00:05:14: Eine ältere Schwester und eine wesentlich jüngere Schweste.

00:05:17: Also zehn Jahre jünger!

00:05:18: Und das war halt dann die Situation,

00:05:19: ne?!

00:05:20: Okay man sagt da bei Sandwich-Kindern immer, dass diese eigentlich die Ehrgeizigen sind.

00:05:23: ist es bei dir auch so?

00:05:24: Warst du der Elte sehr immer so der Außenminister oder in deinem Fall die Außenministerin?

00:05:27: Die Junge?

00:05:27: bist du das Nesthäkchen und warst du denjenige, der sich immer unter dem Druck gespürt hat, dass er sich beweisen muss?

00:05:32: Naja ich glaube das war bei uns anders.

00:05:34: Ich habe eine achtzehn Monate älteres Schwester also sehr nah vom Alter her und damit... viel gemeinsam erlebt und eine zehn Jahre jüngere Schwester zunächst, danach sind noch mehr Geschwister gekommen in der zweiten Ehe meines Vaters.

00:05:44: Aber das war natürlich dann eine Situation, dass es heranwachsend auch nicht mehr so war wie diesen vielen anderen Familien ist.

00:05:50: Da haben wir sozusagen die Strukturen plötzlich aufgebrochen.

00:05:53: waren hat natürlich auch bedürftig mein Vater damals auch extrem im Unternehmen noch einen gespannt.

00:05:58: Das war ja in einer intensiven Wachstumsphase noch nicht so groß wie heute.

00:06:01: also damit war er wirklich operativ sehr sehr tief drin sehr sehr viel unterwegs und meine Mutter war auf dem Krankenhaus und wir waren dann bei Freunden haben dort gewohnt oder wir waren zu Hause und die Haushälterin, die wir damals hatten, die fast Familienmitglied dann war, die war dann oft da an.

00:06:15: Das haben wir uns dann da arrangiert.

00:06:18: Aber damit ist es nicht mehr, glaube ich im Rückblick eine Situation gewesen, wo man als Kind einfach sozusagen in dem Rahmen dessen was die Eltern eingegeben haben fröhlich gelebt hat und oft dagegen rebelliert hat.

00:06:28: Fühlst

00:06:28: du dich wohl wenn wir darüber weiterreden?

00:06:29: Ich

00:06:30: glaub das ist ja kein Geheimnis also euches.

00:06:32: Und mal abgesehen davon Joel, wenn man bei Menschen reinguckt, da hat jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht, die nicht immer alle so lichtvoll sind.

00:06:39: Heute in der Zeit von Instagram neigen wir manchmal dazu zu glauben dass überall alles ganz easy und alles ganz toll läuft.

00:06:45: weil ich dich mal fragen wollte, wie macht sich eine bipolarische Störung eigentlich bemerkbar?

00:06:49: Also was ist das Krankheitsbild.

00:06:50: Ich kenne es nicht so gut!

00:06:51: Ja gut, das ist eine Abfolge von manischen und depressiven Phasen.

00:06:54: Also Depression im Sinne des Gefühl überhaupt nicht mehr zurechtzukommen mit den Anforderungen des Lebens also eine gänzliche Verzagtheit und einfach wie Regenwolken über einem sind die einem so ein bisschen die Luft zum Atmen nehmen.

00:07:06: So ist es beschrieben worden.

00:07:07: ich habe es zum Glück selbst nie erlebt aus eigener Erfahrung ja und dann war nie wir haben immer Schäumen genannt früher in Prinzip eine gängliche Selbstüberschätzung dass man glaubt alle um einen herum sind krank und man ist der einzige der den Durchblick noch hat und alles ist möglich.

00:07:20: was kostet die Welt, ich kauf sie mir.

00:07:21: Und das ist natürlich eine ganz schwierige Krankheit für die Betroffenen, weil sozusagen wenn man aus der Depression kommt endlich wieder der Aufbruch.

00:07:30: Man traut sich wieder die Sachen zu und macht dann auch Dinge, die man unter normalen Umständen nicht machen würde.

00:07:35: Danach fällt man in die Depressionen, es damit konfrontiert was man gemacht hat, was einen ja noch tiefer an die Depression hineindrückt.

00:07:41: Das ist also eine ganz... Ganz schwierige Situation.

00:07:45: Es gibt viele Menschen, die damit auch kämpfen müssen.

00:07:47: Wie

00:07:48: ist dein Vater damit umgegangen?

00:07:50: Wenn so eine Krankheit ausbricht, ist man nicht mal gänzlich überfordert.

00:07:53: Man kennt das ja gar nicht.

00:07:55: und dann ging es darum mit Ärzten zu schauen was da eine gute Therapie sein kann aber für das gesamte Umfeld eine unglaubliche Herausforderung und sicherlich auch Überforderungen.

00:08:04: Ich muss es mir in den Achtzigerjahren noch mal doppelt schlimm vorstellen.

00:08:07: Die Tage hab ich mal so ein Kurt Krömer-Video gesehen, da hat er sich mit diesem anderen Comedian unterhalten und die beiden unter Depressionen leiden wo er meinte der schlimmste Satz für ihn war immer ja du und deine schlechte Laune fang doch mal an glücklich zu sein!

00:08:17: Und die Leute verstehen ja nicht dass man's nicht sein kann sondern das ist ein Krankheitsbild.

00:08:21: In den Aachtziger Jahren wo ja noch weniger geredet wurde da gab sie auch kein Social Media nicht diese breite Aufklärung übers Digitale plus irgendwie die Forschung war noch nicht soweit.

00:08:29: also Wenn ich manchmal so eine Rückschau höre, ich hör manchmal einen Psychologie-Podcast.

00:08:33: Wie teilweise siebziger, achtziger Jahre noch behandelt wurde ... Da krieg ich mal schon ein bisschen Schreck, ja?

00:08:37: Von daher kann ich mir das sehr lebhaft vorstellen und muss aber für euch als Kinder auch schlimm gewesen sein wenn der Vater eigentlich so eingebunden ist und wahrscheinlich oft nicht da die Mutter auch nicht.

00:08:45: Da fehlt auch irgendwie wahrscheinlich die Bindung oder die Erdung dass man sich so fallen lassen kann.

00:08:49: oder wie hat es sich angefühlt.

00:08:50: Vielleicht nochmal ein Einsatz zu dem was du gerade gesagt hast, dass das Problem bei psychischen Krankheiten ist halt für die Menschen die sozusagen das von außen sehen ist es oft schwer nachzuvollziehen, weil das eben nicht eine Krankheit jetzt mit den Augen sichtbar ist.

00:09:02: Wie sagen wir mal einen gebrochener Arm?

00:09:04: Da sagt man ja klar, dass gebrochene, das kann ich auf dem Röntgenbild sehen.

00:09:06: Kommt es ein Gips drum und deswegen gehen gewisse Dinge nicht.

00:09:09: Also das ist sozusagen sofort akzeptiert.

00:09:11: Das Problem bei den psychischen Krankheiten ist, dass sich von außen wenn ich auf den Mensch schaue sicher zunächst einmal keine Veränderung, weil es ja ganz inwendig passiert.

00:09:17: Und deswegen ist es so schwer nachzuvollziehen und auch einzuordnen, weil ich natürlich immer dazu neige den Maßstab des Normalen anzulegen.

00:09:24: Das macht's dann oft so schwer für das Umfeld verfolgen zu können.

00:09:27: Aber noch mal was war deine Frage?

00:09:28: Was es mit euch jetzt Kindern gemacht hat wenn der Vater dauernd nicht dasein konnte, weil er eine große Verantwortung trug und die Mutter weiß sie keine Verantwortung tragen konnte in Behandlung waren.

00:09:35: ihr wart alleine?

00:09:36: Naja also es war ja schon so dass mein Vater dann und das war eine große Veränderung auch im Verhältnis was wir zu ihm hatten, dass er sich wirklich intensiv auch Zeit für uns genommen hatte.

00:09:43: Das heißt er hätte gar nichts anderes mehr dann gemacht.

00:09:45: sonst außerdem was er beruflich machen muss als Zeit mit uns zu verbringen, also gerade an Wochenenden und den Ferien.

00:09:50: Da haben wir dann eine wirklich schöne Zeit mit ihm auch gemeinsam verbracht was vielleicht auch grade in dem Kontrast zwischen den Schwierigkeiten die es gab und gleichzeitig die enge Beziehung die dadurch auch entstanden ist denke ich uns auch sehr geprägt hat.

00:10:03: mich auf jeden Fall kann ich sagen Ich fraue mich

00:10:04: das öfters manchmal.

00:10:05: ich habe Menschen erlebt die sind sehr harmonisch groß geworden aber sind instabil während ich manche andere Menschen gesehen hab die sind in einer sehr schwierigen Situation groß geworden und sind dadurch aber total gewachsen.

00:10:14: Also da geht's ja so ein bisschen umgehend Ja,

00:10:16: schwer zu sagen.

00:10:17: Ich glaube

00:10:18: es kommt letzten Endes darauf an ob man das Glück hat auch in so einer Situation Menschen zu haben die einem helfen das irgendwie zu verarbeiten und ich hatte das große Glück, dass ich zum einen ein Jugendfreund hatte, den ich im Kindergarten schon kennengelernt habe.

00:10:30: In dessen Familie ich so quasi integriert war und wo ich dann noch viel gelebt habe, wenn eben meine Mutter im Krankenhaus war.

00:10:35: Und da hatte ich sehr gute Gespräche sowohl mit meinem Freund als auch mit den Eltern meines Freundes.

00:10:40: Das hat mir eigentlich immer geholfen die Dinge denke ich in dem Alter zu verarbeiten das es sozusagen nicht mehr gegärt hat.

00:10:46: Ich glaube das ist insgesamt sicher eine Lebenslektion gewesen also dass die Dinge die einem geschehen, dass man da mit großer Achtsamkeit drauf und immer schaut, dass man das auch verarbeitet.

00:10:57: Und es geht nicht immer alleine!

00:10:59: Man braucht da Resonanz, man braucht jemanden mit dem an drüber sprechen kann weil dann indem ich's ausdrücke, indem mich auch Briefe schreibe beispielsweise oder indem ich Tagebuch schreiber helfe ich die Dinge mir selbst zu sortieren.

00:11:10: und da hatte ich das Glück und vielleicht war das auch der Grund also ich glaube im Rückblick ganz gut durchgekommen zu sein.

00:11:16: Ich nenn so was therapeutisches Schreiben.

00:11:18: Manchmal muss ich Sachen aufschreiben, damit sie aus meinem Kopf kommen.

00:11:21: Aber wenn man sie einmal rausgeschrieben hat, macht ja was mit einem?

00:11:25: Absolut!

00:11:25: Das ist ein Ratschlag, den mein Vater mir mal gegeben hat und gesagt, jetzt ruft er nicht immer gleich an, schreibt einfach mal einen Brief.

00:11:31: Kannst du noch mal drüberlesen danach?

00:11:33: Echt?!

00:11:33: Ja, ja... Also ich hab grad in jüngeren Jahren oft Briefer auch geschrieben.

00:11:38: Das war damals auch zum Teil an mich selbst.

00:11:40: Hat wahnsinnig geholfen.

00:11:41: Was war dein Vater für'n Typ?

00:11:43: Was war mein Vater für ein Typ?

00:11:44: Wenn man ihn mal unter den Temperamenten sieht, würd ich sagen er war einen cholerischer Phlegmatiker.

00:11:50: Echt?!

00:11:53: Ich hab grad gedacht dass so Firmenpatriarche eigentlich oft sozusagen sowas sind.

00:11:56: aber okay, wie kommt diese Mühe auf das Mainz wieder mit?

00:11:58: beschreiben wir!

00:11:58: Naja

00:11:59: also es gibt ja so diese Lehre von den vier Temperamentn.

00:12:02: Ich weiß nicht viel vertraut das ist.

00:12:03: da

00:12:04: gibt's auf der einen Seite den Choläriker dann gibts den Melancholiker, den Phlegmatiker und den St.

00:12:08: Was ist denn in St.

00:12:09: Quynica?

00:12:09: St.Quynica sind Menschen, die extrem vielseitig sind... Also ich will mal so sagen, diese Temperamente haben immer sozusagen Licht und Schattenseiten.

00:12:17: Beim St.Quenica ist es zum Beispiel, der ist extrem kontaktfreudig, extrem offen, lässt sich auf die Dinge gleich ein.

00:12:23: Gefahr ist, die Oberflächlichkeit nie in die Tiefe zu gehen Sachen nie fertigzumachen alles immer nur anzufangen.

00:12:29: Ja also am Ende sind wir alle eine Mischung aus allem.

00:12:32: aber die Frage ist wohl liegen die Schwerpunkte?

00:12:35: und jetzt um zum Kulärischen St.Gweniger zurückzugehen.

00:12:37: Nee, Fleckmatiker?

00:12:39: Ja, ja, Kulärischen-Fleckmatik, danke!

00:12:41: Also der Kuleriker hat auf der einen Seite diese Kraft dieses Zupackende, dieses Dinge wirklich dann auch gegen Widerstände durchzusetzen.

00:12:48: Die Schattenseite ist natürlich Rücksichtslossigkeit auch die Gefahr zu verletzen, sich nicht im Zaum zu haben.

00:12:54: Man kennt das aber in so die Wut in einem Hochkocht.

00:12:56: Das ist eskulärik und der Phlegmatiker hat als positive Seite dass er nicht locker lässt, dass er mit Beharrlichkeit an den Dingen dran bleibt.

00:13:04: Und die Schattenseite also in der Vereinseitigung natürlich immer da sind dann... Da ist es so.

00:13:09: diese Ja, diese Pomatigkeit.

00:13:12: So ein Bild von dem Phlegmatiker, das mir mal jemand gezeichnet hat ist wie jemand der mit der Zigarette in der Fresse im Auto sitzt und um abzuarschen über den Bordstein fährt.

00:13:22: Das

00:13:22: ist das Urbild der negativen Seite des Phlegmatikers.

00:13:29: Großartig!

00:13:30: Was ist eine herausfordernde Persönlichkeit deinen Vater?

00:13:32: Weil nahbar ...

00:13:33: Ja also klar, im Vater ist so ein Verhältnis auf jeden Fall.

00:13:37: Vielleicht auch durch die Zeit, wo ich natürlich noch immer viele Fragen gestellt habe.

00:13:41: Ich wollte mal wissen ja was ist denn und warum ist denn das so?

00:13:44: Und so hatte ich das Glück dass er jemand war der sich den fragen nicht entzogen hat also er da in dieser zeit wirklich dann viel mit mir gesprochen.

00:13:51: wir haben eben urlaube wirklich zusammen verbracht wo auch wirklich ich meine es waren doch die zeit vor smartphones und diesen ganzen permanenten kommunikationsmitteln diese heutzutage gibt.

00:13:59: da haben wir wirklich zeit miteinander verbracht und wir beide sind passionierte saunagänger immer gewesen Und das war etwas, was meine Geschwister nicht so für sich entdeckt hatten.

00:14:09: Da hatte ich immer Zeit mit meinem Vater und so ein Saunagang, ne?

00:14:12: Fünfzehn Minuten drei an der Zahl,

00:14:14: ne?!

00:14:14: Also hat man schon Method-Zeit.

00:14:16: Fünfvierzig Minuten!

00:14:17: Da haben wir uns wirklich intensiv unterhalten.

00:14:19: Ja, ich

00:14:19: würde grad sagen, in der Sauna macht man Deep Talk da geht es anders zu.

00:14:23: Schweißtreibend,

00:14:24: ja... Da kommt alles raus sozusagen um was wenn's

00:14:27: raus ist.

00:14:28: Und was würdest du sagen, wenn du an die vier Persönlichkeitstypen denkst?

00:14:30: Wo bist du?

00:14:31: Hab mich da auch ein bisschen gewandelt.

00:14:32: Aber diesen pfligmatischen Choläriker den hab ich auch in mir.

00:14:35: Den habe ich auch im Jahr vielleicht ein bisschen mehr Melancholie auch.

00:14:38: Ich

00:14:38: hätt auch gedacht, in St.

00:14:39: Queenica bist du nicht ... Nein,

00:14:40: ich bin weniger.

00:14:41: Aber entscheidend ist es, so ein bisschen im Auge zu haben und sich immer zu fragen, was brauchst denn jetzt?

00:14:46: Wenn's extrem in die Melancholie geht, melancholin hat eine gewisse Schwere.

00:14:51: Im negativen, positiven aber Gründlichkeit, tief bohren.

00:14:54: Ist wirklich wissen wollen, dass sie sich viel Gedanken machen.

00:14:57: Das ist ja auch ne Qualität.

00:14:58: Da

00:14:58: hätte ich dich verortet als ich meine Melankole klingt immer so negativ weil das klingt wie Trauerkloß.

00:15:02: Das fand ich nicht, ich hätt eher den nachdenklichen ... Novembertag,

00:15:05: Novembernebeltag.

00:15:06: Typ, das hätte ich auch gesagt.

00:15:08: Ein bisschen abfahren und konzentrierend.

00:15:10: Gut aber dann lern nicht.

00:15:11: du hast ja also gar keine Erfolgsmaß, die in deinem Leben setzen können weil wir eigentlich... Also es ist ja fast so wie reingestoßen ein bisschen.

00:15:17: Du bist in so eine Situation rein geworfen und musst eigentlich reagieren und kannst vielleicht manchmal gar nicht agieren?

00:15:21: Ist das richtig wiedergegeben?

00:15:22: Ja ich glaube da unterscheide ich mich wahrscheinlich nicht.

00:15:24: ne.

00:15:24: Das ist ja bei ganz vielen Menschen so.

00:15:26: Aber ich glaub von Leonhard Cohen gibt's ja so'n Lied mit der Zeile That's where the light shines in.

00:15:33: Und ich habe das erst später entdeckt als Satz und das hat mich echt berührt, weil da hatte ich so eine Art Heureka-Moment, dass ich gedacht habe, in meiner Kindheit es war schon so.

00:15:42: In diesen schwierigen Zeiten hab' ich aber auch immer Zuneigungen erlebt für mich interessiert haben und sich um mich gekümmert haben, sich für mich Zeit genommen haben.

00:15:50: Und der ist ein Crack in everything, das mit der Leitschein sind.

00:15:53: Also selbst in diesen Zeiten wenn man da aufmerksam ist und sozusagen nicht zu sehr an sich zurückzieht und die Kommunikation abricht dann gibt es auch diese lichten Momente.

00:16:03: Das ist letztendlich das was ich wirklich prägt und vielleicht auch eine Lebenszuversicht gibt.

00:16:08: Ich glaube insgesamt bin ich ein zuversichtlicher Mensch.

00:16:10: Ja, ich glaub auch wenn man ganz unten war.

00:16:12: Emotional wirtschaftlich was auch immer dann schockt einem ja nicht mehr so viel weil man weiß sich war ja schon mal da wo soll's noch mal hingehen während Leute die immer nur oben waren ist ein bisschen wie wenn Kinder in die Schule gehen und schreiben immer nur einzeln.

00:16:22: wenn sie dann im Leben den Gegenwind haben so dann passiert etwas sehr merkwürdiges mit denen nämlich dass die gerne ganz oft so in sich zusammenbrechen drohen.

00:16:28: also

00:16:28: ich will mal sagen die Menschen die einzeln schreiben ohne dafür lernen zu müssen das ist die Gefahr.

00:16:34: Dann lerne ich das Lernen nicht an der Schule Das sollte man in der Schule eigentlich lernen.

00:16:38: Aber

00:16:38: ich mein, wie faszinierend auch das du vorhin gesagt hast?

00:16:40: Dass du von de facto einem wahrscheinlich zehn, zwölf, vierzehnjährigen nämlich deinem Freund eine Impulse bekommen hast.

00:16:45: Das finde ich auch mal so faszinernd.

00:16:46: Diese Weisheit der Jugend ... Man hat ja manchmal das Gefühl die Kinder kommen richtig auf die Welt und hier einzige Aufgabe, die man hat ist sie nicht kaputt zu machen.

00:16:54: Man vergesellschaftet die dann so.

00:16:55: Ich hab darüber nachgedacht als du das erzählt hast, wie kam es eigentlich zustande, dass du z.B.

00:16:59: oft bei deinen Freunden warst?

00:17:00: Weil den Vater scheint da extrem progressiv gewesen zu sein.

00:17:05: Umzugehen.

00:17:06: Hat sich diese befreundete Familie angeboten oder habt ihr die gefragt?

00:17:09: Nee, das ist im Kindergarten entstanden.

00:17:12: Ich war in einem Waldorf-Kindergarten und mein Freund war in der Parallelgruppe weil seine Tante war die Kindergartenerin in der Gruppe wo ich war.

00:17:19: Und in diesen Waldorfkindergaten bin ich mit sich glaube vier Jahren gekommen und... ...ich bin immer recht früh in den Kindergärten abgeliefert worden Weil meine Vater dann meine Schwester in die Schule noch gefahren hat und deswegen habe ich da immer schon gespielt.

00:17:30: und ein Freund der kam eben auch immer frühen und dann kam er immer rüber in die Gruppe um noch sozusagen mit mir zu spielen während seiner Kindergärtnerin war ich noch nicht da war und die kam dann immer irgendwann, hat ihn dann geschnappt und rausgeschleppt.

00:17:42: Da haben wir uns einfach angefreundet, immer zusammengespielt und bin ich da oft bei denen zu Hause gewesen und so entstand es dann also das Leben spielt und dabei auch gut sind wir mal in Urlaub gefahren.

00:17:55: Er war bei uns dabei noch bevor die schwierigen Zeiten anbrachen und ich war auf bei ihm und er hat's denn die schwierige Zeiten anprachen und ist dann manchmal zwei, drei Wochen darum ging wo zu wohnen.

00:18:05: war das jetzt so wie es erlebt hat?

00:18:06: ich weiß nicht was für Gespräche zwischen meinen Eltern und seinen Eltern gab.

00:18:09: Aber es wirkte auf mich sehr selbstverständlich und überhaupt nicht ungewöhnlich.

00:18:14: Das ist aber toll!

00:18:14: Wie ist denn die Geschichte deiner Mutter ausgegangen?

00:18:16: Ja

00:18:16: schwer schwer also.

00:18:18: meine Mutter hat das leider nie nie geschafft mit dieser Krankheit dann auch wirklich zurechtzukommen und sie hat letzten Endes den Freitod gewählt.

00:18:25: Oh wirklich?

00:18:26: Ja viel warst

00:18:26: du da?

00:18:27: Da war ich dann

00:18:31: Eine zwanzig Jahre hatte euch diese Krankheit dann begleitet.

00:18:34: Ja, aber trotzdem habe ich von ihr unheimlich viel gelernt natürlich und zwar Tapferkeit.

00:18:39: Wie war sie denn als Mensch so gemeint?

00:18:40: Wenn man mal die Krankheit abzieht wie war sie da so?

00:18:43: Sie war vom Wesen her ein unheimliches Sonnigeswesen.

00:18:45: also ich hab noch viele Erinnerungen bevor das losging mit der Krankheit.

00:18:49: Meine Mutter war eine sehr sonnige Person, unheimlich unkompliziert.

00:18:52: War sehr beliebt auch schon als Kind, sehr offene Dinge auszuprobieren.

00:18:56: War auch sehr sportlich und viel Skigelaufen.

00:18:58: Das waren immer tolle Urlauber, die wir miteinander hatten extrem kontaktfreudig.

00:19:02: Also, wenn ich mit der auch unterwegs war in einem Restaurant die hat die Leute einfach angequatscht also in der Art es hat mich manchmal schon irritiert.

00:19:10: sie war da extrem offen und naja jetzt ist es so gewesen dass natürlich in der Krankheit das gab immer auch die Zwischenphasen.

00:19:16: deswegen ist es nicht nur immer nur die tiefe Depression gewesen oder die extremen ausbüchsende Manie sondern es gab auch die zwischenfasen wo ich sie auch wieder so erleben konnte, wie sie früher war.

00:19:26: Und die Tapfigkeit mit der sich dieser Krankheit dann gestellt hat auch wenn es das Ende genommen hat was ich vorhin kurz angesprochen habe ist etwas gewesen was für mich wirklich beispielhaft war.

00:19:36: Sie hat sich auch uns kindern gegenüber nie beklagt.

00:19:38: Ich hab später den Tagebüchern, die ich im Nachlass gefunden haben habe ein bisschen einen Blick bekommen wie sie Situationen, die ihr gemeinsam erlebt habt in ihrem Tagebuch versucht dazu verarbeiten und habe ich auch eine andere Welt gesehen bei ihr, aber dieses als Mutter vorbildlich sein ist etwas glaube ich was mir ohne mich viel geschenkt hat.

00:19:55: Es gibt ja auch Stimmen die sagen naja die Eltern sollten so natürlich wie möglich sein, sollten sich ihren Kindern öffnen Und da ist zum Teil was dran.

00:20:02: Aber ich glaube schon dass man als Eltern nochmal ne andere Verantwortung hat Auch für das Seelenwohl der Kinder und es bedeutet dann manchmal Dass ich nicht alles mitteile sondern dass Ich auch vor allem schau was brauchten des Kind jetzt?

00:20:12: und es Bedeutet Nicht dass ich meinem kind gegenüber Alles äußere was mich gerade umtreibt aber da gibt's auch andere Meinungen zu.

00:20:18: Ja, ist eine ganz schwierige Balance.

00:20:20: Manches kann überfordern und man ist mal so geneigt, dass man sich bei seinen Kindern auch selber auffangen lassen will.

00:20:24: Das ist aber irgendwie nicht ihre Aufgabe oder ihre

00:20:25: Rolle?

00:20:26: Überhaupt nicht!

00:20:26: Wobei es kommt doch immer aufs Alter der Kinder an natürlich, das ist noch nicht vergessen.

00:20:29: Ja ja, stimmt.

00:20:30: Hatte deine Mutter denn eine Berufung?

00:20:31: Also war sie zum Beispiel berufstätig oder hat sie sich um die Familie gekümmert?

00:20:34: was war sonst zu ihr...

00:20:35: Zunächst mal hatte sie eine Berufsausbildung gemacht.

00:20:37: Sie war Fremdsprachen-Korrespondentin.

00:20:39: Das gibt's heute sogar nicht mehr in einem verlagwissenschaftlichen Verlagerarbeit.

00:20:42: Und dann hat sie dich um die meine Schwester nicht relativ dicht beieinander waren.

00:20:47: Und dann kam schließlich meine Schweste auf die Welt, meine Jüngere und kurz danach ging das mit der Krankheit los.

00:20:52: Sie hat ehrenamtliche Tätigkeiten noch gemacht.

00:20:55: Ich hab diese sogenannte grünen Damen, ich weiß nicht ob ihr das kennst?

00:20:59: Nee!

00:20:59: Ich weiß noch nicht, ob es heute noch so bezeichnet wird.

00:21:01: Das war ein Ehrenamtlicher in der Regel Frauen im Krankenhaus sich um die Patienten gekümmert haben.

00:21:07: Wahnsinn!

00:21:07: Also gibt ja viele Menschen den Krankenhäusern, die wären auch nicht besucht

00:21:11: ne?!

00:21:11: Ja.

00:21:11: Welchen Gründen auch immer und das sind dann ehrenamtliche, wie gesagt oft Frauen oder Menschen die dann eben diese Patienten besuchen mit den entsprechenden Besorgungen für sie machen also ganz wichtig oder essen auf Rädern hat sich ein Weichen gemacht.

00:21:24: Aber das klingt total toll!

00:21:25: Also ich hoffe dass es sowas noch gibt weil ich finde in Deutschland wird's ja nicht krank sein wenn im Krankenhaus.

00:21:30: bisher furchtbar

00:21:31: Umso wichtiger, dass da Menschen den Unterschied machen.

00:21:33: Wie habt

00:21:33: ihr darauf reagiert als diese Zäsur kam?

00:21:36: Wie ist dein Vater damit umgegangen?

00:21:37: oder seid ihr damit um gegangen?

00:21:38: Viele gehen in die Arbeit und stürzen sich etwas rein.

00:21:41: Oder wart ihr mehr dieses progressive wieder, das ihr euch damit auseinandergesetzt habt?

00:21:46: Die eher meiner Eltern zerbrach ja dann auch.

00:21:48: Ach

00:21:48: so, die waren schon nicht mehr zusammen?

00:21:49: Also nach ein paar Jahren dieser Krankheit kam es zu einer Zerrüttung auch.

00:21:55: Aber als deine Mutter sich das Leben genommen hat, war sie mit dem Vater gar nicht mehr verankert?

00:21:57: Nein, nein!

00:21:59: Einige Jahre alleinstehend gewesen.

00:22:01: Ja gut, mein Vater hat dann meine zweite Mutter gefunden ne?

00:22:04: Also eine neue Lebenspartnerin und dann auch Ehefrau Und da sind ja noch viele Kinder auf die Welt gekommen und das ist eine neue Familie gegründet worden.

00:22:11: Ich weiß

00:22:11: es gar nicht wie viele Geschwister hast du denn insgesamt?

00:22:12: Nein

00:22:13: ich habe sechs Geschwisters noch zusätzlich

00:22:14: Noch unser Untopp also acht insgesamt

00:22:16: Sieben.

00:22:17: Okay krass,

00:22:18: das stimmt

00:22:18: mit dir Wahnsinn Wie ging's dir damit?

00:22:20: Also ich bin auch ein Scheidungskind Das kann man tausend Dinge zu erzählen.

00:22:23: Aber wie war's für dich?

00:22:24: Also

00:22:25: Spaß macht es nicht!

00:22:26: Es ist klar Es ist halt eine frühe Erfahrung, dass das Glück nicht ewig wehren muss und das Glück zerbrechlich ist.

00:22:33: Und ich glaube wenn es einem gelingt das so zu verarbeiten, dass man damit sorgsamer wird und es mehr zu schätzen weiß umsichtiger wird dann kann man auch aus so einer Erfahrung letzten Endes viele Erkenntnisse fürs Leben ziehen.

00:22:46: Wenn das nicht gelingt und man sozusagen das Zutrauen auch in das Gute in der Welt verliert, dann kann es sehr schwer sein.

00:22:52: Und deswegen nochmal das Umfeld ist so wichtig.

00:22:54: Gibt's jemanden den Menschen begleitet in dieser Situation?

00:22:57: Ich habe ja eigentlich das Gespräch eröffnet und gesagt die Dualität möchte ich dich fragen.

00:23:01: Ich hab aber nur einen Teil gefragt nämlich was bedeutet für dich Erfolg.

00:23:03: Der zweite Teil wäre dann der jetzt passend wäre glaube ich.

00:23:06: was bedeutet denn für dich Glück im Sinne von glücklich sein.

00:23:08: Im Sinne von Happiness!

00:23:09: Ja genau Na, ich würde mal sagen Glück.

00:23:11: Da gibt es den schönen Satz ne?

00:23:13: Also Lack ist when preparation meets opportunity.

00:23:17: Find' ich einen tollen Satz, weil so wie ich ihn interpretiere bedeutet das glücklich sein.

00:23:22: dann entsteht wenn das was einem widerfährt mit dem im Einklang ist was man wirklich möchte.

00:23:29: Wobei Lack ja eigentlich nicht Happiness ist.

00:23:30: aber die Brücke ist interessant.

00:23:32: also Dinge die dir dir wünscht und die dich erfüllen sozusagen wenn die dir passieren wenn das sozusagen in deinem Leben zusammenkommt bedeutet völlig Glück.

00:23:37: Ja

00:23:38: wenn du sagen voll dahinter stehst.

00:23:40: Also ein Begriff, den wir da oft verwenden.

00:23:42: Den Beruflichen ist das Authentifizieren.

00:23:44: Ich sagen kann ja also damit kann ich mich voll verbinden.

00:23:47: Kannst du denn Glück dann forcieren?

00:23:48: Kannst Du Glück für Dich erzeugen?

00:23:50: Naja insofern sind diesem Satz wieder indem ich mehr Preparation mache indem ich mich mit den Sachen wirklich beschäftige.

00:23:57: Das glaube ich schon, es gibt ja auch diesen Begriff der Serendipität.

00:24:00: Es geht in die gleiche Richtung, dass ich wirklich versuche, mich mit dem Ding zu beschäftigen und mich vorzubereiten um dann den Moment wo die Gelegenheit vorbeikommt diese auch am Schopfe packen zu können.

00:24:10: aber dafür muss ich sie erst mal wahrnehmen.

00:24:12: erstmal sehen meine Beobachtung ist das wenn ich mich damit beschäftige werde ich wahrnehmungsfähiger.

00:24:18: Wenn man das als Forcieren betrachten möchte könnte ich sagen in einer gewissen Weise Aber das ist eigentlich eher mehr ein Evozieren als ein Forzieren vielleicht.

00:24:25: Nein, ich habe gerade gedacht dann musst du ja eigentlich Neugierde und Offenheit zu deinen Eigenschaften zählen.

00:24:30: Das auf jeden Fall hilfreicher.

00:24:32: Bist

00:24:32: du das denn?

00:24:32: Ich glaube schon!

00:24:33: Also die Legende wurde in der Familie immer erzählt dass sich unheimlich viele Fragen gestellt hat als Kind.

00:24:40: Es gibt, glaub ich so Erhebungen.

00:24:41: Ich hab ne Freundin, die hat vier Kinder und die meinte, weißt du schon ein Kind stellt im Durchschnitt einen tausend Fragen am Tag?

00:24:45: Ja!

00:24:46: Ich habe also viertausend Frage jeden Tag zu machen.

00:24:50: Das ist auch wichtig als Eltern oder Vater, dass man auf die Fragen der Kinder eingeht.

00:24:55: Natürlich ist das manchmal nervig weil auch Fragen öfters gestellt werden nicht nur einmal aber ich kann mich relativ gut zurück erinnern bis zu ins Alter von drei Jahren.

00:25:07: viele erinnern an die vielen Fragen, die ich gestellt habe.

00:25:10: Das kam einfach so bei mir und mein Vater hat sich Zeit genommen auf meine Fragen einzugehen.

00:25:15: Manchmal ist ihm auch ein bisschen der Kragen geplatzt aber das war für mich unheimlich wichtig und ich glaube wenn man sich die Zeit nimmt für die Fragen der Kinder und darauf eingeht und zwar in eine Art und Weise dass Kinder das auch verarbeiten können Manchmal muss man die Antworten auch ein bisschen mit Fantasie noch anreichern, um das Kind abholen zu können.

00:25:33: Dann glaube ich, in meinem Bild zu sprechen nähert man die Seele des Kindes und nährt auch das Weltvertrauen, was dadurch entstehen kann – also Kohärenz letzten Endes, was im Kind entstehen könnte.

00:25:43: Und ich glaube es ist unheimlich wichtig!

00:25:44: Ich glaube auch dass manchmal in den Fragen viel spannenderes drinsteckt als in den Antworten?

00:25:48: Also geht mir ganz oft so.

00:25:49: Manche Fragen werden ja gestellt und dann fängst du erst mal an, Dinge zu hinterfragen.

00:25:53: Mein Sohn kam zum Beispiel immer zu mir und hat sich tierisch aufgeregt.

00:25:55: Meine Papa war so eine Frecherheit!

00:25:57: Das ist voll unfair!

00:25:58: Ich dachte, wieso was ist denn los?

00:25:59: Wie unfair ist es denn bitte dass ich fünf Tage arbeiten muss also in die Schule gehen und nur zwei Tage spielen darf und freier?

00:26:07: Dann sitzt du da und denkst Ja eigentlich hat er nicht ohne Rechte.

00:26:12: War dir eigentlich ein Haushalt, in dem wie Religion eine Rolle gespielt hat?

00:26:16: Ja, schon.

00:26:16: Also wir sind auch immer in die Kirche geschleift worden als Kind.

00:26:19: das war schon so ein Umstand gegen den ich rebelliert habe auch also sich ein bisschen älter wurde Den ich auch lange kritisiert habe den ich jetzt mit unseren Kindern so nicht gelebt habe.

00:26:29: Ich muss sagen in den letzten Jahren bin ich da ein bisschen nachdenklicher geworden weil ich mich Jetzt oft Frage, ob vielleicht die Dinge, die ich da gehört habe in den Gottesdiensten.

00:26:39: Ob mir das vielleicht doch mehr gegeben hat als ich realisierte zunächst?

00:26:44: Aber das ist für mich eine offene Frage.

00:26:46: Ich bin nicht mehr so hart in meinem Urteil, wie ich das lange war.

00:26:49: Also ich hab bei Religion immer gesagt, ich find den Glauben okay, ich finde das Bodenpersonal nicht so dem Knaller.

00:26:53: aber was ich feststelle ist ... Die Kirchen sind ja in Deutschland glaube ich am erodieren.

00:26:58: wenn sie jetzt selbst Weihnachten leer bleiben es schon etwas Komisches im Gange und ich hab den Eindruck dass der Gemeinschafts-Sinn fehlt.

00:27:04: Man kann vieles sagen, was die gut gewonnen haben mit Spenden und Leuten aus der Armut helfen

00:27:07: etc.,

00:27:08: aber alleine der Faktor, dass Menschen eine Gemeinsschaft haben in der sie sozusagen Zuflucht finden?

00:27:13: Ich glaub das fehlt!

00:27:14: Und wenn dann auch die Komponente Technologie dazu kommt, dass man dann irgendwie voneinander entfernt ist, selbst im körperlichen Sinne, dann wird's glaube ich ganz schwierig.

00:27:21: Das ist, was sich so beobachtet hat, dass viele Menschen das deutsche Wort für Struggle Probleme haben ...

00:27:27: Kämpfen mit.

00:27:29: für sich so eine Sinnstiftung durch andere auch in Relation zu finden.

00:27:32: Das ist so mein Eindruck!

00:27:34: Ich glaube, idealerweise ist Religion allerdings mehr als die Gemeinschaft der Gemeinde.

00:27:38: Weil diese Gemeinschachten kann ich ja auch woanders finden?

00:27:40: Eine

00:27:40: christliche Werte zum Beispiel sagt man ja immer so.

00:27:42: Also ganz viele mit denen ich solche Gespräche führe, dann sage ich mal warte in der Kirche.

00:27:45: nein also Ja wir haben christliche werte vorgelegt bekommen.

00:27:48: Wir mussten jetzt aber nicht jedes Mal pilgern zum Gottesdienst und das ist ja sowas was man beobachtet dass man manchmal gefühlt den Leuten gehen ein bisschen die Werte abhanden.

00:27:55: Aber gut!

00:27:55: Man soll gar nicht so gesellschaftskritisch werden.

00:27:57: Was mich in Bezug auf dich noch interessieren würde welche Rolle hat Geld in eurer Kindheit gespielt in einer Jugend oder überhaupt über dein Leben hinweg?

00:28:04: In meiner Kindheit hat es keine Rolle gespielt.

00:28:05: Darüber wurde nicht gesprochen, wir haben Taschengeld gekriegt, aber das war extrem überschaubar.

00:28:11: Da wurde nie groß drüber gesprochen.

00:28:13: Aber ihr habt keinen großen Mangel erlebt und keinen großen Überfluss?

00:28:16: Ja, richtig!

00:28:17: Ein Mangel haben wir nicht erlebt im Sinne von dass es Dinge nicht gab, weil gesagt wurde, das können wir uns nicht leisten.

00:28:23: Mein Vater hat mal gesagt wenn man nicht viel Geld hat dann muss man sich überlegen was man sich leisten kann.

00:28:29: Wenn man viel Geld Das macht einen riesen Unterschied natürlich.

00:28:35: Aber letzten Endes ist die Selbstbeschränkung nicht unbedingt etwas Schlechter, auch wenn ich damit nicht verharmlosen möchte – die wirtschaftliche Not, die viele Menschen erleiden muss wirklich nicht reichen.

00:28:47: Aber zu glauben dass man viel Geld hat und deswegen im Überfluss leben müsste führt zu einer grauenvollen Verwahrlosung.

00:28:53: glaube Gabst du dich irgendwann den Zeitpunkt, an dem du gemerkt hast das Thema Geld für euch eigentlich kein Thema mehr ist?

00:28:58: Dass so eine Schallmauer durchbrochen ist.

00:29:01: Dass das quasi keine Sorge mehr ist.

00:29:03: Weißt du was ich meine?

00:29:03: Es gibt doch nicht nur diesen Wegmoment.

00:29:06: Freilich ne also... Ich hab auch jetzt nie von den Ressourcen meines Vaters gelebt als ich ja angewachsen bin immer mein eigenes Geld verdient und hatte ja auch Unterhaltszahlungen zu leisten bevor wir dann meine Frau nicht zusammengekommen sind und sozusagen den gemeinsamen Hausstand gebildet haben.

00:29:20: auch insofern ging es immer drum zu überlegen was ist sinnvoll Und muss sagen, das war extrem gut.

00:29:25: Also haushalten können ist auch jetzt in meiner Tätigkeit bei dem Drogeriemarkt wichtig.

00:29:30: Auch wir müssen haushalten mit den Mitteln die wir haben.

00:29:33: Das ist also eine Eigenschaft, die auf jeden Fall gut ist und ich glaube die entscheidende Frage ist gar nicht so sehr wie viel der Mensch im Einzelnen verdient sondern was er damit macht?

00:29:42: Das ist die entscheide Frage!

00:29:44: Wir haben vorhin über Religion gesprochen.

00:29:45: wenn man mal davon ausgehen dass es vielleicht einen Schöpfer gibt Wir wissen es nicht, aber vielleicht ist hilfreich davon auszugehen, dass er es ihm geben könnte.

00:29:52: Es wäre blöd wenn's ihn gibt und wir haben das nicht berücksichtigt.

00:29:56: Wenn man dann vor ihnen tritt wird ihr ja nicht fragen welche Talente hast du gehabt?

00:29:59: sondern was hast du aus deinen Talenten gemacht?

00:30:01: Und letzten Endes sind finanzielle Ressourcen auch ermöglicher um etwas damit zu tun weil mit Geld selbst mache ich ja nichts.

00:30:08: Geld verwende ich immer um Dinge zu ermöglichen.

00:30:11: Das ist Schamante an deinem Zitat, das stammt aus der Bibel.

00:30:13: Und dass damals die Talente aber eine Währung war ne?

00:30:15: Also man denkt mal was hast du mit deinen Talenten gemacht?

00:30:18: Was meinen deine Fähigkeiten?

00:30:19: und was heißt in dem Fall was hast Du mit deinem Geld gemacht sogar wortwörtlich?

00:30:21: Ach ja, das wusste ich gar nicht

00:30:23: mehr!

00:30:23: Ja doch es gibt diese Geschichte von drei Menschen, die irgendwie ein Talent jeder kriegen... ...und was sie mit tun und der eine vergerippts in der Erde, der andere investiert's.. ..und der dritte verjubelt's glaube ich oder so.

00:30:34: Und derjenige, der dann am stärksten belohnt wird ist derjenig, der es halt investiert und was mit tut.

00:30:38: Der, der ja am stärkingsten eigentlich bestraft wird ist er vergräbt weil die Message sozusagen sein soll nutzt du deine Talent und tu was damit anstatt sich in Sicherheit zu wiegen?

00:30:45: Ja gut das ist auch gerade bei der BIME diese Bilder die da oft erzeugt werden.

00:30:50: Da führt sie dann oft auch in die Radikalität die Frage wie das ausgelegt wird.

00:30:54: Wird es sehr wörtlich ausgelegt oder wird das Bild verstanden?

00:30:57: und ich meine in der Vergangenheit.

00:31:00: Da kommen auch die ganzen Märchen her, diese Bilder.

00:31:03: Gerade die grimmischen Märchen sind da spannend und sozusagen diese Urbotschaften war das was den Menschen ausmacht.

00:31:10: Ich schrei mir jetzt ab aber kurz ein Satz dazu... Man schaut sich manchmal die Bibel an und merkt ja es ist zur Gesellschaftssteuerung eigentlich auch an vielen Stellen gedacht weil ich habe gerade gestern etwas über Alexander den Großen gelesen.

00:31:20: Das war mir gar nicht so klar dass der teilweise Währungsunion im Mittelmeerraum angestrebt hat oder sowas denkt.

00:31:24: Weißt du das ist so bisschen wie heute?

00:31:26: Die EZB haben dich schon damals.

00:31:28: Wie empfindest du denn großen Besitz eigentlich auch als Last?

00:31:32: Ich saß mal lustigerweise mit meiner Frau bei unseren Notaren und die meinte dann, Schwellen, Heike viel Geld zu haben ist eine Last.

00:31:38: Und meine Frau meinte einfach was?

00:31:39: Warum denn aber?

00:31:40: Dann kann man doch alles... Nein das ist eine last!

00:31:42: Das ist jetzt dann auch erklärt, aber mich würde mir interessieren ob du es auch so empfindest.

00:31:45: Ja ich mein wenn du jetzt bei dem Bild aus der Bibel bleibst von dem Du gerade gesprochen hast, wenn die Frage ist was machst du da mit?

00:31:50: ja dann stellst du dich schon die frage ne?

00:31:52: Was ist denn sinnvoll auf?

00:31:53: was kommst denn wirklich an.

00:31:55: Und so gesehen ist eine Verantwortung, man spricht auch von der Last der Verantwortung.

00:31:58: mag das von dem ein oder anderen auch so erlebt werden.

00:32:01: Vielleicht aber auch die große Sorge ist irgendwann hinter sich lassen zu müssen weil das Leben endlich ist gibt es ja auch.

00:32:06: also es gibt Menschen die sich extrem schwer tun aus dem leben zu scheiden Ja vielleicht all des.

00:32:11: ihnen schwer fällt er sich von Dingen auch wieder zu trennen.

00:32:14: Es gibt schöne Zitaten je mehr Dinge man hat umso mehr haben einen die Dinge.

00:32:17: vielleicht ist es damit gemeint.

00:32:19: Vielleicht ist es damit gemeint.

00:32:20: Aber ich denke nicht, dass das per se eine Last ist.

00:32:25: Wenn mal ein Unternehmen ... Ist aber auch ne große Verantwortung und der muss man sich stellen.

00:32:31: Das bedeutet natürlich auch, dass man sich sorgen muss um etwas, damit man keine Sorgen hat.

00:32:36: Machst du dir oft Sorgen?

00:32:37: Ich würde sagen, ich sorge mich viel.

00:32:40: Aber versuche zu vermeiden, mir Sorgen machen zu müssen.

00:32:43: Das gelingt umso besser, je mehr ich mich sorge!

00:32:46: Beobachtung zumindest.

00:32:47: Du bist so charmant, spitz finde ich bei den Worten.

00:32:49: Das gefällt mir gut weil das Lustige am Sorgen machen ist ja dass man sie aktiv herstellt.

00:32:53: Man sagt ja nicht habe sorgen sondern ich mache sie mir interessant.

00:32:56: Was ist denn so der große übergeordnete Zweck die nur eigentlich für dich empfinde was ist so deine berufung?

00:33:00: heute sagt man dein purpose

00:33:02: mein persönlicher purpose

00:33:03: Ja das gerade auch mit deiner unternehmung die dir ein bisschen in den schoß gefallen ist anführlich.

00:33:06: oder sagen wir mal du hast es ja angenommen aber sie wurde dir ein Stück weit schon vorgelegt.

00:33:10: weißt du ich meine so

00:33:12: naja ich würde mal sagen ich bin vom aufsichtsrat berufen worden.

00:33:14: also Das ist jetzt nicht so, dass da ein Automatismus ist.

00:33:18: Und nicht umsonst ist auch ein Unternehmen der Größe von DM Togarima keine One-Man-Show, sondern hat auch die entsprechenden Strukturen, Governance-Strukturen damit es geordnet funktioniert und eine gewisse Stabilität hat.

00:33:28: Deswegen gilt für mich genauso wie für Vorstandsvorsitzende oder vorzeitsehr Geschäftsführung von anderen Unternehmen das Menschen geben muss, die ihnen das wirklich zutrauen.

00:33:37: Es ist also eine Meritokratie und kein Nepotismus, der hier zum Tragen kommt und das ist auch gut so!

00:33:43: Also so viel zum Thema in den Schoß gefallen.

00:33:45: Ich wollte

00:33:45: nicht sagen, dass du es nicht verdient hast oder das man nicht glaubt.

00:33:48: Du weißt was ich meine?

00:33:48: Dass der Weg war gezeichnet und ob du ihn gehst liegt bei dir und viele haben aber noch keinen gezeichneten Weg.

00:33:54: Na ja, wenn ich das nicht gemacht hätte jetzt jemand anders gemacht.

00:33:58: Ja klar.

00:33:59: Vielleicht wär's sogar dann noch besser geworden ne?

00:34:02: Wissenwendig, wobei ich mich trotzdem anstrengen möchte.

00:34:05: zu allen Sagen, die das jetzt vielleicht hören.

00:34:08: Und nehmen wir das sehr ernst.

00:34:09: Okay, aber für ein Purpose?

00:34:10: Also mein persönlicher Purpose ist eine gute Frage.

00:34:13: Da kann ich dir nur sagen mal wie ich draufgucke und dass ich es dir benennen kann.

00:34:17: Aber meine ganz persönliche Sichtweise auf die Dinge ist also Ich glaube nicht, dass vor dem Leben ein großes schwarzes Loch ist und sich dann irgendwie etwas konfiguriert und wird dann plötzlich aufwachen hier auf dieser Welt oder aufwachen ist eigentlich schon falsch, dann hätte man geschlafen.

00:34:30: Also dass unser Bewusstsein plötzlich entsteht und wir am Ende des Lebens das sozusagen der große Stecker gezogen wird und alles in ein Nichtsfeld.

00:34:39: Das glaube ich persönlich nicht!

00:34:41: Und aus dieser Überlegung heraus glaube ich, dass wir auf diese Welt kommen aus gutem Grund weil wir uns was vorgenommen haben für dieses Leben und das wäre es allerdings vergessen wenn wir auf die Welt kommen Vielleicht als kleine Kinder noch eine gewisse Ahnung haben, vielleicht.

00:34:53: Aber da können wir uns ja nicht dran erinnern und unsere Erinnerung setzt in der Regel auch erst nach drei Jahren ein.

00:34:58: Das ist auch ein interessanter Umstand.

00:35:00: Und dass das dann im Leben ... Wir versuchen diese Ziele die wir uns gesetzt haben... letzten Endes zu erreichen und das Schicksal uns sozusagen die Bälle zuspielt.

00:35:08: Und jetzt gilt es diese Bälle eben zu fangen, und das ist sehr unterschiedlich von Mensch zum Mensch.

00:35:13: Manchen gelingt es die Bällen zu fachen und andere lassen die Bällel durchsaußen und dann kommen die Bellen immer wieder – und zwar wenn sie meistens ein bisschen größer sind und ein bisschen schwieriger zu fanken!

00:35:23: Insofern was ist die Antwort auf deine Frage?

00:35:24: Also ich glaube es gibt einen Purpose und wenn wir vorhin von Glück gesprochen haben... Ich glaub' wenn's glückt dass wir am Ende des Lebens zurückschauen Ist mal mein Leben, und es ist mir gelungen.

00:35:36: Dann haben wir unseren Purpose

00:35:37: gefunden.".

00:35:38: Aber ich bin zum Glück erst fünfzig Jahre alt, ne?

00:35:41: Hab noch ein paar Jährchen vor mir ... Und da ist noch viel möglich!

00:35:44: Ich glaub das auch, dass man mit so einer Art Lernziel in die Welt startet und dass man wahrscheinlich mehrere Leben lebt und immer so eine Art Lerntziel hat.

00:35:50: Glaubst du hast für dich schon deins identifiziert?

00:35:53: Auch wenn du's vergessen hast vor siebenundvierzig Jahren?

00:35:55: Ja also was ich zumindest erleben kann, wenn ich zurückblicke Leben wird nach vorne gelebt und nach hinten verstanden.

00:36:02: Das ist ja eine Beobachtung, die man machen kann, was ich zumindest sehen kann, dass ich in meinem Leben immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert war.

00:36:10: Wo es letzten Endes die Fähigkeit gebraucht hat, das Positive auch zu sehen und nicht lockerzulassen.

00:36:17: Ist jetzt ein Purpose?

00:36:19: Nicht unbedingt aber vielleicht ein Motiv.

00:36:20: Glaubst du an Karma?

00:36:21: Ja,

00:36:21: glaub ich.

00:36:22: Ich

00:36:22: auch!

00:36:22: Ich glaub immer, wenn man ein gutes tut, haben wir auch Gutes wie der Pferd.

00:36:26: Und ich glaube mittlerweile, was die Leute als Hölle betrachten ... Wenn man was Schlechtes tut und gefühlt in der Nachschau sagt, wenn hier der Vorhang fällt, kommst du dahin!

00:36:35: Ich glaub ehrlich gesagt, dass viele sich das schon im echten Leben zementieren.

00:36:39: Weißt du, was ich meine?

00:36:40: Ja, also alles was wir tun hat Folgen und das gilt natürlich in positiven wie im negativen.

00:36:44: Und ist zunächst mal ja auch mal wertfrei, ne?

00:36:47: Also wie wir in den Wald hineinrufen so schaltest zurück, ist ja so ein Sprichwort!

00:36:51: Ich glaube es kann auch helfen Situationen anzunehmen wenn man diesen Gesichtspunkt des Kamas hat dass man sich dann sagt naja ich kann es vielleicht im Moment nicht verstehen aber ich kann darauf vertrauen dass es irgendeinen Sinn hat und wir sprachen vorhin von meiner Mutter und den Weg den sie am Ende gewählt hat, natürlich in so einer Situation.

00:37:09: jetzt mal ganz konkret.

00:37:10: Wenn du da am offenen Sarg stehst... Da stellt sich ja schon ein paar Fragen.

00:37:14: Also da bleibt die Zeit mal kurz stille stehen und wie gehst du damit um?

00:37:19: Und ich kann jetzt nur sagen für mich hat letzten Endes auch das Vertrauen darauf gezählt dass die Dinge von einem Übergeordnete Gesichtspunkte schon ihre Bewandtnis haben und ich nicht glauben darf, dass sich alles gleich verstehen muss.

00:37:31: Und vielleicht ist es auch gut mit offenen Fragen im Leben weiterzuleben?

00:37:34: Was

00:37:34: waren denn die Fragen, die du dir gestellt hast, weißt du das noch?

00:37:36: Musste das sein!

00:37:37: Und was hätte ich selbst anders gemacht?

00:37:39: Wo war ein vielleicht Weichenstellungen?

00:37:41: Und was bedeutet das jetzt für mich?

00:37:43: Was bedeutet das für mich wenn ich eine Mutter habe, die diesen Weg gegangen isst?

00:37:46: Ja...gegangen ist.

00:37:48: Was bedeutet es im Umgang mit anderen Menschen?

00:37:50: Hat's dir Angst gemacht, dass dieses auch treffen könnte?

00:37:52: Nein eigentlich so.

00:37:54: Nee, so hab ich nie nachgedacht.

00:37:56: Ist Bipolar

00:37:56: vererblich?

00:37:57: Ich

00:37:57: hab mich nie recherchiert.

00:37:59: Ich könnt's mir vorstellen, aber ich weiß es auch nicht.

00:38:02: Wie gesagt, bin fünfzig Jahre alt

00:38:03: und hat mich

00:38:04: bisher ja nicht ereilt.

00:38:07: Wenn man eigentlich deiner und meiner Hypothese folgt, dass man ein Lernstil hat, war das Lernsteal der Mutter erreicht.

00:38:12: Vielleicht!

00:38:13: Es ist zumindest nicht ausgeschlossen.

00:38:15: Spürst du das manchmal noch um dich rum?

00:38:17: Ja, wir machen uns oft Vorstellungen wie die Dinge zu sein haben.

00:38:22: Und so geschiehts dann meistens nicht.

00:38:25: Aber ich glaube, wenn wir uns öffnen und einfach Dinge mal zulassen dann glaube ich schon dass wir ja gewisse Wahrnehmung haben kann.

00:38:31: Und ich will mir so sagen manchmal haben wir Einfälle ne?

00:38:34: in Situationen, wo man sagt, wir sind jetzt darauf gekommen.

00:38:37: Wo kommen diese Einfälle her?

00:38:39: Vielleicht kommen sie nicht immer aus uns selbst, sondern vielleicht gibt es wirklich, ich möchte mal ein Bild sprechen, helfende Geister um uns rum.

00:38:45: Wir sprechen auch von Schutzengeln, fahre nie schneller als dein Schutzengel fliegen kann.

00:38:49: Ich glaube, wir als Menschen erhalten viel mehr Hilfe als wir oft glauben und das erleben wir ja im Physischen mit Menschen, bei denen wir zusammen sind.

00:38:56: Und warum sollten wir denn ausschließen dass es auch darüber hinaus Kräfte gibt die uns tragen?

00:39:01: also wie von wunderbaren... von hohen Mächten wunderbar getragen.

00:39:06: Woher kommt eigentlich all diese Zitate, die du kennst?

00:39:08: Diese intellektuelle Schafsinn... Da bist du in der Nazi-Schüler, glaub ich,

00:39:11: oder?

00:39:11: Nein, Waldorfschüler!

00:39:12: Oh, woher kommt das bei dir?

00:39:16: Aber

00:39:16: liegt schon sehr lange zurück bei mir Waldorf-Schulenge.

00:39:18: Du, ich lese viel und mich dann immer interessiert warum, warum, Warum geschehende Dinge?

00:39:26: Was sind die Motive?

00:39:27: Also ich hab mal in einem Podcast einen sehr, sehr hilfreichen Hinweis gehört.

00:39:32: Und zwar war der Wenn du dich selbst beurteilst, ja?

00:39:35: Beurteile dich anhand deiner Taten.

00:39:37: Wenn du andere beurteilst, beurTeile sie anhand der Motive die Sie haben.

00:39:43: Ja und das hat bei mir echt resoniert weil ich habe gesagt ja genau das ist genau der Punkt nicht nur die Taten nicht nur das Gewordene sondern so dank des Wirkende dahinter ist es entscheidend Weil

00:39:52: es sehr, sehr schwer abzulesen ist.

00:39:55: Man sieht ja immer nur ... Das ist die Ursache hinter der Wirkung.

00:39:58: sozusagen erforschen?

00:39:59: Total,

00:39:59: klar!

00:40:00: Da musst du Fragen stellen und tiefer eintreten.

00:40:02: Der große Vorteil ist, dass du dich weniger provozieren lässt.

00:40:04: Wir reagieren in der Regel auf die Taten.

00:40:07: Auf die Vorderseite.

00:40:08: Ja, das stimmt.

00:40:09: Ich hab neulich gesagt bekommen von jemandem so leicht schnippisch.

00:40:12: Die Message entsteht beim Empfänger.

00:40:14: Hat die mir so zugeworfen.

00:40:15: Ist auch nicht falsch, aber ist nur ein Teil der Wahrheit.

00:40:18: Welchen zweiten Teil würdest du noch dichten?

00:40:19: Ich hab mich schwer getan ...

00:40:21: Wenn ich sage, die Message entsteht beim Empfänger, dann ist aus der Empfängersicht fehlt das, was ich brauchen und es ist das Wohlwollen auch.

00:40:29: Also wenn ich dem anderen nicht zubillige, dass ihr etwas anderes gemeint haben könnte als bei mir angekommen ist, wird Kommunikation schwierig.

00:40:36: Dann bin ich letztendlich aburteilen durch die Welt.

00:40:39: Gehst du viel mit Bewertung durch die world?

00:40:40: Natürlich auch, sonst kommst du nicht zur Entscheidung.

00:40:43: Aber wichtig ist das, glaube ich, dass es Urteil nicht sozusagen des Erste Glied in dieser Kette ist.

00:40:47: Die zur Entscheidung führen.

00:40:49: Ich habe neugierig den Satz gesagt bekommen.

00:40:50: wie war das?

00:40:51: Das war eine total skurrile Situation!

00:40:52: Ich bin mit dem Gründer von FlowKey.

00:40:54: Es ist so eine App wo man Piano lernt.

00:40:57: Bin ich Essen holen gegangen beim Teilender und dann waren nur noch zwei Plätze frei während wir darauf gewartet haben, dass das Essen gekocht wird.

00:41:02: Und wir setzten uns mit dem Rücken zu jemand anderem, der da saß.

00:41:05: Wir haben ihn vorher gefragt, ist es okay, wenn wir hier sitzen?

00:41:07: Wir wollen ein kurzes Essen ab und er grunzt uns irgendwas zu!

00:41:09: Und wie ich nach vorne gebe um das Essen zu holen war noch nicht fertig, gehe kurz auf Toilette komm wieder sehe ich wie die auf einmal eher und der sitzt nachbar so ganz... ... also in so einer Bubble waren.

00:41:19: Ich hab erst gedacht, der hätte den aus irgendeinem Grund erkannt oder kannte die App oder irgendwie sowas... Die waren so ganz intime.

00:41:23: und dann meinte ich hinterher so was war denn da gerade los?

00:41:25: Ich bin halt so dazugekommen und hatte nicht...ich konnte nicht ganz unterscheiden, haut ihr dir gleich auf die Fresse mal gelindet gesagt!

00:41:30: Oder ist das ein Bewunderer von

00:41:32: dir?!

00:41:32: Dann meinte er so Naja, ich habe mich dahingesetzt und irgendwann meinte zu mir Oh hast du aber einen schönen Rücken!

00:41:37: Ach is' das ein schöner

00:41:38: Rücken?!

00:41:38: Und dann habe ich mich umgedreht weil ich irritiert war, meint er des Ernsts oder nicht?

00:41:41: Da meintest du wirklich?

00:41:42: Ja natürlich, dass finde ich ganz toll einen Rücken anzugucken dass er sich offensichtlich provoziert fühlte da durch.

00:41:48: Dann hat er zu ihm gesagt, ärgert dich das jetzt wirklich?

00:41:51: Dass ich dir den Rücken zuwende?

00:41:52: Ja natürlich!

00:41:53: Was meinst du denn?

00:41:54: wie unhöflich ich das finde, dass mir jemand den rücken will?

00:41:56: Das wollte ich niemals tun mit in einem Restaurant.

00:41:58: und dann hab ich gedacht, das muss man erst mal bringen.

00:42:01: Dann guckt Jonas den Typen an ... Ich habe es aus der Retrospektive erzählt.

00:42:05: Du weißt ja, du gibst gerade ein ganz schön schlechtes Bild ab.

00:42:08: Es gibt diesen Satz You can judge a man by what upsets him Und du lässt dich hier grad von was ganz schön banalen aufregen.

00:42:16: In Berlin ist das nicht ungefährlich.

00:42:18: Das ist so ein Hop- oder Topmoment, entweder es knallt ... Oder es knallen nicht und es knalle nicht!

00:42:22: Der Typ ... Was war die Reaktion?

00:42:24: Entwaffnend.

00:42:24: Er guckte ihn an und meinte ... Ja, wirklich findest du.

00:42:27: Natürlich!

00:42:28: Ich hab mich hier einfach hingesetzt mit mir Rücken zu dir, weil ich dich nicht stören wollte.

00:42:31: Weil wenn ich mich umdrehe, stell ich zwischen uns einen Moment der Intimität her, den du vielleicht gar nicht willst?

00:42:36: Vielleicht störe ich dich?

00:42:37: Das war gar nicht böse gemeint.

00:42:38: Soll ich mich

00:42:38: omdrehen?!

00:42:39: Mach doch mal, dreh dich doch mal um!

00:42:40: Und dann kam ich dazu wie er sich umdrähte und auf einmal diese Bubble entstanden.

00:42:44: und die verabschiedeten sich per Handschlag unum Armung und wir gingen weiter und haben beide uns reingegrinzt und gedacht was für eine Skurrilisation.

00:42:50: Aber you can judge a man by what upset them.

00:42:52: An dem Tag hat ein Freund einen echten Unterschied für diesen Menschen gemacht.

00:42:55: Ja, krass, ne?

00:42:56: Find ich ganz besonders.

00:42:58: Na gut ... Du hast gesagt, dass in deinem Leben es oft wichtig war, dass du Menschen hattest, die dir eine Stütze waren mit denen du reden konntest, vielleicht sagt man heute sagen Sparringspartner auch Sagen, die dich aufgefangen haben.

00:43:09: Wie war das im beruflichen?

00:43:10: Hattest du dort auch Menschen, die wie so eine Art Mentoren oder vielleicht Spiegel für dich funktioniert haben?

00:43:15: Ja klar, auf jeden Fall.

00:43:17: Jede Kollegin, jeder Kollege.

00:43:19: Jeder Mitarbeiter von ... ja klar!

00:43:21: Ich glaub... Grundsätzlich lernen wir immer was, wenn wir uns öffnen dafür.

00:43:24: Schauen wo die Chancen liegen.

00:43:25: aber es waren natürlich schon Menschen, die mich geprägt haben.

00:43:29: Als ich mal so sage... Ich hatte immer das Glück dass sich Menschen für mich interessiert haben in den Unternehmen, wo ich gearbeitet habe.

00:43:33: Ich hab allerdings auch immer den Kontakt dann gesucht.

00:43:35: Ich habe viele Fragen gestellt und ich hatte jetzt gerade in dem Unternehmen, in dem ich geararbeitet habe bevor ich dann zu DM gewechselt bin.

00:43:41: da hatte ich einen Mentor gehabt von dem ich wirklich gelernt habe wie wichtig ist es gerade als Führungskraft immer eine großen Verantwortung steht?

00:43:48: Sich immer Zeit zu nehmen für die Fragen, die Menschen im Unternehmen haben und immer auch die Dinge zu begründen.

00:43:55: Und nicht einfach aus der Position heraus die Dinge machen oder anzuweisen.

00:43:59: Die Herausforderung als Führungskraft ist ja oft, dass man ein sehr großes Pensum hat.

00:44:04: Manchmal dazu neigt sich nicht die Zeit zu nehmen für die Frage, die gestellt werden, das also wegdelegiert oder einfach nicht darauf reagiert.

00:44:10: Das zu tun, letztendlich hilft es ja für die Menschen, die tätig sind den Purpose zu entdecken.

00:44:16: Das ist immer der Grund, warum?

00:44:18: Ja, nicht nur das Wie und das Was.

00:44:20: Das hab ich lernen können wie wertvoll das ist.

00:44:23: Also versuch zu beherzigen auch wenn's mir nicht immer gelingt?

00:44:25: Fass denn eigentlich so dass wenn du entweder durch dieses Unternehmen wo du vorher warst oder jetzt durch die M bewegt hast früher Dass du auf eine andere Art angesehen wurdest, dass du auf einer anderen Behandelt wurdest So der Sohn vom Chef Dieses Stärke und Schwäche zugleich Oder Schmerz und Leid zugleich

00:44:41: Im Unternehmen.

00:44:42: meinst du Naja.

00:44:43: also als ich in so ein Unternehmen eingetreten bin War mein Vater ja nicht mit operativen Verantwortung.

00:44:47: Es gab ja ein Geschäftsführer, der die Verantwortung übernommen hat für meinen Vater als mein Vater sich zurückgezogen hat.

00:44:51: Und von dem ich dann wiederum die Verantwortung übernommen habe und damit war dieser unmittelbare Vergleich gar nicht so intensiv erlebbar?

00:44:59: Ich meine, ich kenne eure Besitzverhältnisse bei DM jetzt nicht aber man könnte ja sagen du bist ja quasi der Erbe!

00:45:04: So würde ich dich wahrnehmen wenn ich jetzt da sage ich mal einen Rädchen im Getriebe wäre.

00:45:08: Also ich achte bei DM darauf dass wir uns immer an den Kunden orientieren und auf die Kunden achten Und dass die Frage der gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen, das die möglichst wenig im Mittelpunkt stehen ist auch die Aufgabe der Geschäftsführung muss ich ganz klar sagen.

00:45:22: Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen immer schaune was braucht der Kunde wie können wir unsere Leistung generieren und sich nicht Gedanken machen was könnte diesem oder jenem denn gefallen?

00:45:31: Der jetzt nicht derjenige letzten Endes unser Arbeitgeber ist, nämlich Arbeitgebers sind Kundinnen und Kunden für uns.

00:45:38: Aber hattest du trotzdem die Situation dass du gemerkt hast das Menschen dich anders behandeln in deiner Organisation weil Du halt eben quasi Erbe des Gründers bist?

00:45:45: Ach das weiß ich nicht!

00:45:47: Das

00:45:47: weiß man.

00:45:48: Da müsste ich ja beides erleben im Unternehmen.

00:45:50: Ich habe ja davor im Ausland gearbeitet da hat dem keine Rolle gespielt.

00:45:54: war kann ich bekannt.

00:45:55: da war ich sozusagen ein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft wie alle anderen auch Und bei DM war das sofort anders.

00:46:00: Ich war davor auch im Aufsichtsrat von DM gewesen, bevor ich operativ eingestiegen bin.

00:46:05: Da musste sich ja das Amt niederlegen, weil es in Deutschland nicht anders geht und damit klar war ich immer schon bekannt.

00:46:10: aber ich glaube das ganz Entscheidende ist dass die Menschen dann Zutrauen gewinnen auch und sagen gut der trägt hier was bein auf den kann ich setzen und wenn dir Beiträge bringt das lohnt sich auch anzuhören nicht nur weil er vielleicht das letzte Wort grundsätzlich hat sondern weil es uns auch tatsächlich weiterbringt.

00:46:24: darum sich zu bemühen gilt es.

00:46:26: meines Erachtens

00:46:27: Gab's eine Situation in deinem Leben einen Moment, wo du überlegt hast, DM den Rücken zu kehren?

00:46:32: Den Staffelstab nicht zu übernehmen.

00:46:34: Nicht diese Fußstapfen zu treten oder Verantwortung zu tragen?

00:46:38: Als Ausgangspunkt meiner beruflichen Karriere stand es nicht im Vordergrund.

00:46:42: Wirklich!

00:46:43: Jetzt mir auch nicht zugetraut damals.

00:46:44: Wirklich?!

00:46:45: Nee, dem war schon damals so groß.

00:46:47: Sehr erfolgreich und die Tatsache seit der Saison bist heißt ja nicht dass du das Hirn deines Vaters automatisch vererbt bekommen hast.

00:46:55: Leider denken das viele.

00:46:57: Das ist ihnen

00:46:57: so.

00:46:58: Es gibt ja von Goethe, was du erabbt von deinen Vätern hast, erwirb es um es zu besitzen.

00:47:03: Find ich auch einen ziemlich starken Satz.

00:47:07: Der hat's gekonnt, das stimmt!

00:47:08: Erwirb es, um es to besitze.

00:47:10: Du meinst man muss sich seine Talente auch ein bisschen erarbeiten?

00:47:12: Die

00:47:12: Erkenntnisse musst du dir arbeiten.

00:47:14: Erkenntnisse kannst du nicht übernehmen.

00:47:16: Also Wissen kannst du übernehmen aber eine Erkenntnis ist noch mal etwas anderes.

00:47:19: Ah, das ist interessant.

00:47:21: Was ist für dich der Unterschied?

00:47:22: oder was macht die Linie

00:47:23: aus?

00:47:24: Wissen kann transferiert werden.

00:47:25: Das kann ich lernen,

00:47:27: aber

00:47:27: die Erkenntnis zu haben und sagen genau das ist richtig.

00:47:30: Damit möchte ich mich verbinden.

00:47:32: Dafür möchte ich eintreten.

00:47:33: Wissen können wie an einem Fluss an dir vorbei fließen permanent.

00:47:36: Hundertmal kriegst du es selber gesagt und erst beim ersten Mal kommt die Erkennung.

00:47:40: Und das kannst du nicht übertragen gehen.

00:47:42: Das musst du dir erarbeiten!

00:47:44: Deswegen wirbt es, um es zu besitzen.

00:47:46: Ich könnte mit dir noch stundenlang weiter sprechen aber wie du gerade richtig gesagt hast eine Managementkraft hat viele Verantwortung und das ist auch irgendwie ein schöner Schlusssatz.

00:47:53: danke dass wir von dir so viel erwerben durften heute.

00:47:55: vielleicht machen wir noch ne Fortsetzung.

00:47:57: ich finde es würde sich anbieten

00:47:58: sind ja noch jung.

00:47:59: danke

00:48:00: dir auf jeden Fall vielen vielen Dank.

00:48:01: gerne bis dann Tschüss.

00:48:05: Danke fürs Zuhören beim digital kompakt Podcast.

00:48:09: Du merkst hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen heraus.

00:48:14: Wenn du mit uns noch erfolgreicher werden möchtest, abonniere uns auf den gängigen Podcast-Plattformen.

00:48:19: und hey!

00:48:19: Je größer wir werden desto mehr Menschen können wir helfen.

00:48:23: Also erzähl doch auch deinen Kolleginnen von uns.

00:48:27: Bis zum nächsten Mal.

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