Poker-Champion: Was Business vom Gambling lernen kann ♠️
Shownotes
Zwei Buben in der Hand, tausend Fragen im Kopf: Fedor Holz‘ Pokerwelt zeigt, warum gute Entscheidungen kein Schutz vor Scheitern sind und wie mentale Widerstandsfähigkeit entsteht, wenn Verluste Alltag werden. Im Gespräch ergründet er, was Bankroll-Management mit Investor:innen-Alltag verbindet, wie Mustererkennung zur Unternehmer:innen-Superkraft wächst und warum echtes Verhandeln auf Vertrauen baut – weit jenseits kalter Ratio. Ein Hinhören für alle, die Chancen mutig spielen, obwohl Unsicherheit bleibt.
Du erfährst…
…wie Fedor Holz Pokerstrategien auf Business überträgt und Risikomanagement meistert
…welche Rolle Mindset und Resilienz in Fedors Erfolgsgeschichte spielen
…wie man Menschen lesen lernt und dies in Verhandlungen anwendet
…warum Mustererkennung ein Schlüssel zum Erfolg in Poker und Business darstellt
…wie Vertrauen und Beziehungen Fedors unternehmerischen Ansatz prägen
||||| PERSONEN |||||
👤 Joel Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt
👤 Fedor Holz, #1 Pokerspieler weltweit, Autor & Founder von Pokercode
||||| SPONSOREN |||||
🔥 Übersicht aller Sponsoren
||||| LINKS |||||
🚨 Fedor Holz' Buch "All in"
||||| LEXIKON |||||
Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen:
🔹 **Risikomanagement** - Die Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Risiken sowie die Anwendung von Ressourcen zur Minimierung und Steuerung von Wahrscheinlichkeiten und Auswirkungen unerwünschter Ereignisse.
🔹 **Flop** - Die ersten drei Gemeinschaftskarten, die nach der Eröffnung von einem Pokertisch im Texas Hold'em ausgeteilt werden.
🔹 **Bankroll Management** - Die Verwaltung des verfügbaren Geldes für Pokerspielen oder Investitionen, um das Risiko von Verlusten zu minimieren.
🔹 **Kelly-Kriterium** - Eine mathematische Formel zur Bestimmung der optimalen Setzgröße, um langfristig den Kapitalzuwachs zu maximieren.
🔹 **Tilt** - Ein Zustand emotionaler Frustration oder Aufregung im Poker, der zu irrationalem Spielen führt.
||||| KAPITEL |||||
(00:00:00) Vorstellung & Einführung ins Thema
(00:03:57) Risikomanagement beim Poker und im Business
(00:24:18) Mindset und mentales Training
(00:31:51) Die Kunst des "Tell"-Lesens
(00:40:00) Verhandlungsstrategien aus dem Poker
(00:50:05) Mustererkennung als Schlüsselkompetenz
||||| WIR |||||
🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun.
👉 Mit meinem Podcast digital kompakt zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe
👉 Mit meinem Podcast 5 Dinge mit 20 zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten
👉 In meinem Newsletter fasse ich dir Jeden Freitag die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Digital Kompakt.
00:00:01: Heute aus dem Bereich Digitales Unternehmertum mit deinem Moderator Joel Kaczmarek.
00:00:06: Los
00:00:07: geht's!
00:00:15: Hallo Leute, hier ist Joel und heute mal eine ganz besondere Lernfolge, denn wir lernen heute vom besten Pokerspieler der Welt.
00:00:21: Wer ist das?
00:00:21: Für mich ist das Fedor Holz.
00:00:22: Es kann ja jeder ein bisschen eigen sehen.
00:00:24: Vielleicht hat er andere Leute, die er selbst die besten Pokerspieler der Welt findet.
00:00:27: Warum sage ich das?
00:00:28: Weil er sowohl online als auch im Turnierbetrieb auf Platz eins war, mehrere von diesen schönen Bracelets hat.
00:00:33: Also von Fedor sage ich euch, kann man sich in Sachen Poker echt was abgucken.
00:00:36: Man sollte nicht gegen ihn spielen, weil da wird man wahrscheinlich viel Geld.
00:00:38: Der liebe Fedor hat auch gerade ein Buch geschrieben, All In.
00:00:41: Das heißt vieles von dem, was wir heute so bequatschen, Kann ich mir vorstellen, könnt ihr dann auch noch mal nachlesen?
00:00:45: Weil ich hab's schon angefangen zu lesen, ich bin in den Genuss eines Vorexemplars gekommen, es ist wirklich fesselnd, sag ich nicht nur so, sondern es ließ sich wirklich sehr, sehr interessant, weil man einfach mal in den Kopf von einem Menschen reinguckt, der in einer Sache Weltspitze war und wahrscheinlich immer noch ist.
00:00:57: Kann so es ja wie im Sport auch, es ist hart, da vorne dran zu bleiben, aber das macht er.
00:01:00: So, und da hab ich mir gedacht, cool, ich hab mit Fedor schon mal drüber geredet, was die fünf Dinge sind, die er gerne wird, zwanzig Busszette, das verlinke ich euch natürlich in den Show-Notes.
00:01:07: Aber vor allem hab ich gedacht, ja okay, warte mal, was kann ich denn eigentlich von jemandem der Poker spielt über Business-Learn?
00:01:12: Weil
00:01:13: vielleicht kenn...
00:01:13: es gibt im Business, alleine aus der Pokerwelt, ganz viele Begriffe, so was wie All-In-Gehen, Blöffen und und und.
00:01:18: Das heißt, heute werden wir mal über so was reden wie Risikomanagement, Menschenlesen, Verhandlungen führen und einiges andere mehr.
00:01:24: und lieber Fedor, da freu ich mich total.
00:01:26: Schön, dass du da bist, moin moin.
00:01:27: Danke für das tolle Intro, ich freu mich, dass ich hier sein kann.
00:01:29: Ja, sag mal, bist du denn der beste Pokerspieler der Welt oder ist das für dich jemand anders?
00:01:32: Wahrscheinlich hast du so einen Fan-Moment mit irgend jemandem auch, oder?
00:01:35: Hast du gut gelesen, also ich habe ein paar Leute, die ich sehr... Fanboy, wo ich wirklich sehr begeistert bin, wie sie spielen.
00:01:43: Und ich würde sehr klar sagen, nein, ich bin nicht mehr der beste Poker-Spieler der Welt.
00:01:46: Aber zu deiner Prime-Versus.
00:01:48: Ja, ich habe lustigerweise mein Lügen-Detektor-Test dazu gemacht.
00:01:52: Und da war meine Antwort, Frage war, bin ich der beste oder war ich mal zu einem Zeitpunkt der Weste?
00:01:58: Meine Antwort war Ja.
00:01:59: Und das hat gesagt, ich habe gelogen.
00:02:01: Dann wurde gefragt, ob ich mal Top-Fünf war.
00:02:04: Da habe ich Ja gesagt.
00:02:05: Und da war es dann die Wahrheit.
00:02:06: Also anscheinend glaube ich immer nicht irgendwie, dass ich zwischen den besten und den besten fünf der Welt war.
00:02:12: Na gut, so.
00:02:12: Und ich hab das ja eben schon so anmoderiert, dass es alleine so in der Sprache ganz viele Ähnlichkeiten gibt zwischen dem.
00:02:18: Also man hat ein gutes Blatt auf der Hand, weiß ich nicht, da hast du ne Ass gezogen und der Art gibt's ja auch was, sondern Ass im Ärmel gibt es.
00:02:24: Also da gibt's so viele Worte, die aus dem Poker kommen.
00:02:27: Du bist ja selbst auch als Investor aktiv, bist unternehmerisch tätig.
00:02:30: Geht dir das so, dass du viele Parallelen selbst entdeckst zwischen Pokern und Business?
00:02:33: Viele
00:02:34: Parallelen.
00:02:35: Auch in der Politik hat es ein neues High erlebt, also Donald Trump verwendet die ganze Zeit irgendwelche pokernahen Sprichwörter.
00:02:42: Und im Business sehe ich vor allem weniger jetzt die Sprache, sondern mehr die Fähigkeiten oder die Charaktere.
00:02:48: Da es schon zwischen guten Unternehmern und guten Pokerspielern gibt es recht viele Überschneidungen.
00:02:52: Kommen wir fangen mit einer Sache an, die du mir auch angeregt hast, weil das finde ich total veritable und ist das Thema Risikomanagement.
00:02:59: Weil unternehmerisch tätig sein heißt ja Risiken abwägen und in der Regel unter hoher Unklarheit Entscheidungen treffen.
00:03:05: Und das mittlerweile auch immer schneller und immer schneller.
00:03:07: Also ich würde sagen, die Haltbarkeit von Entscheidungen hat sich halt massiv verkürzt.
00:03:11: So.
00:03:11: Und es ist ja bei dir ganz ähnlich.
00:03:13: Also du musst ja teilweise schon Einsätze platzieren, bevor auch nur aufgedeckt ist, was beim Pokern liegt.
00:03:17: Also vielleicht machen wir auch mal kurz eine Nomenklatur.
00:03:19: So wie du spielst, es wird wahrscheinlich Texas Hole, ist es, glaube ich, ne?
00:03:23: Ich habe
00:03:23: zwei Karten auf der Hand, die sehen nur ich, die sehen die anderen nicht.
00:03:26: Und dann gibt es quasi insgesamt fünf Karten, glaube ich, die aufgelegt werden.
00:03:29: Die ersten drei sind der Flop.
00:03:31: Mal gucken, was wir zusammenkriegen.
00:03:32: Der vierte ist River, oder?
00:03:33: Was ist der fünfte?
00:03:34: Törn ist der vierte.
00:03:35: Törn ist der vierte und der fünfte heißt River.
00:03:37: So, das heißt, ich hab zwei Karten auf der Hand, mach Einsätze, leg Einsätze hin, dann werden die ersten drei aufgelegt.
00:03:42: Einsätze kommen vierte, Einsätze kommen fünfte und dann wird offengelegt.
00:03:46: So, könnte ich mal vereinfacht wiedergeben.
00:03:47: Aber das heißt,
00:03:48: du machst sozusagen, da bist gewohnt, mit völliger Unklarheit am Anfang und dann auch um ja, sagen wir mal, steigender, zunehmender Klarheit, aber Entscheidungen zu treffen und Risiken einzugehen.
00:03:57: Was hast du dabei gelernt über Risikomanagement?
00:03:59: Was ist dabei wichtig?
00:04:01: Diese Entwicklung, das ist, finde ich, das Interessante.
00:04:03: Also jetzt mit fünfzehn bis zwanzigtausend Spielstunden ist natürlich in jedem Moment habe ich in dem Moment gesteckt und wusste es da nicht besser.
00:04:11: Aber jetzt habe ich viel Zeit und viele Stunden sind reingeflossen.
00:04:15: Und jetzt habe ich natürlich in diesem Blick auf, wie ich zu einem vergangenen Zeitpunkt irgendwie war.
00:04:20: Und es ist ganz spannend, wie ich angefangen habe.
00:04:22: habe ich mich so richtig drin gefühlt.
00:04:24: Also ich hab da drin gesteckt, ich wusste nicht so ganz, okay, Karten, ein Ass, ganz gut irgendwie.
00:04:29: Dann hat man so gar keine Anhaltspunkte.
00:04:30: Man fängt irgendwie an, man spielt.
00:04:32: Und bei mir war es am Anfang so, ich spiele und ich verliere.
00:04:35: Also ich weiß nicht so, dass ich direkt super gute Strategien entwickelt hab.
00:04:38: Und ich beschreib's immer so, das ist wie so ein Bewusstseinsentwicklung.
00:04:43: Von am Anfang, wenn du anfängst, Poker zu spielen, schaust du nur auf deine eigenen Karten.
00:04:47: Also du realisierst gar nichts anderes, du guckst auf deine zwei Karten, bist du, ja, gefällt mir die Hand jetzt oder nicht, und dann kommt andere, kannst du vergleichst ein bisschen.
00:04:54: Und ich würde sagen, die nächste Entwicklungsstufe ist, du fängst an, über die Karten eines Gegners nachzudenken.
00:04:59: Und da merkst du, wenn du da langsam hinkommst, darfst du dann anfangen, Geld zu gewinnen.
00:05:05: Das ist, würde ich sagen, diese Stufe.
00:05:07: Und so dieser riesige Schritt, den du machst, wenn du Progest, würde ich sagen, das kann man da gut verorten ist, du fängst an über deine Range, nennen wir das, nachzudenken.
00:05:17: Also alle Karten, die du haben kannst in dieser Situation.
00:05:22: Und so wie sich dann da das Bewusstsein irgendwie verändert, ist für mich in der Retrospective wahnsinnig spannend, weil du da so richtig verorten kannst, okay, so wenn du so denkst, dann kannst du langfristig gegen andere gewinnen.
00:05:35: Und im Business, Wenn ich versuche, parallel zu ziehen, würde ich sagen, hab ich genau die gleiche Erfahrung gemacht.
00:05:40: Also, als ich angefangen hab, ich war absolut verloren.
00:05:44: Also, seinlos überfordert jede Aufgabe, ich würd sagen, ninety-fünf Prozent aller Aufgaben haben mich überfordert.
00:05:50: Ich hatte keine Anhaltspunkte, keine Erfahrungen.
00:05:52: Es war halt immer so, okay, ich mach das zum ersten Mal, ich versuch irgendwie, dieses Problem zu lösen.
00:05:57: Aber eigentlich weiß ich nicht ganz, ob ich das gut mache, wo ich anfangen soll und so weiter.
00:06:02: Und so ... diese stufenartige entwicklung.
00:06:04: irgendwann kam so eine stuf wo ich das gefühlt habe.
00:06:06: okay mehr wachen kenn ich jetzt schon als mich zu kennen und was das auch emotional mit meinem selbstbewusstsein.
00:06:13: und dann eine firma ranzugehen oder ein unternehmen oder ein projekt so ich würde sagen der sweet spot jetzt bei mir ist irgendwie wenn ich so siebzig bis achtzig prozent der sachen irgendwie ein hartes gutes gefühl ab und kenne und zwanzig prozent der sachen mich noch nicht so wohl fühle.
00:06:25: ich würde sagen das ist so jetzt langsam eine gute quote für mich in dem unternehmen aber ich bin ein bisschen abgeschweift.
00:06:31: eine frage war glaube ich im kern ein bisschen andere.
00:06:33: Ja, wir gehen dann noch mal tiefer rein.
00:06:34: Also, was ich ja das erste was, wenn man lernen ist, dass, wenn man sozusagen das häufiger macht, das dann zum einen so Pattern Recognition einsetzt und zum anderen so eine Art Muscle Memory, ne?
00:06:43: Also, dass du weißt, alles klar, mit der Situation war ich schon mal konfrontiert.
00:06:46: Ich habe jetzt hier irgendwie zwei Buben auf der Hand und weiß jetzt ungefähr, was die anderen haben könnten und so weiter und so fort, so.
00:06:52: Und jetzt möchte ich mal ganz kurz eine Sache noch mal ganz besser verstehen mit der Range, was du gerade beschrieben hast.
00:06:56: Also, was ich gesagt, Phase eins ist, ich mache mir mal meine Karten Gedanken.
00:06:59: Kartenphase zwei ist über die der Gegner, des Gegners.
00:07:02: Phase drei, was meinst du mit dieser Range?
00:07:04: Also stell dir so vor, wenn du jetzt erhöhst zum Beispiel, du bist jetzt in der ersten Setzrunde und du erhöhst jetzt, da kann man recht genau festlegen, zum Beispiel ich würde jetzt sagen, ich weiß in meinem Kopf wirklich jede Position, jede Situation weiß ich die exakte Prozentzahl an Händen.
00:07:20: Also ich, das ist jetzt nicht plus minus A, ich überlege jedes mal neu, sondern ich habe eine visualisierte Matrix in meinem Kopf, dass ich genau weiß, welche Hände, exakt welche Hände ich von welcher Position erhöhe.
00:07:31: Und das wäre jetzt meine Range.
00:07:32: Also wenn ich jetzt sage, siebenundzwanzig Prozent aller Hände erhöhe ich jetzt von dieser Position auf diese Anzahl an Chips, dann sagt man quasi, meine Range ist siebenundzwanzig Prozent.
00:07:42: Und da fängst du an.
00:07:44: Also auf diesem Konstrukt denkst du natürlich dann schon ganz anders, weil du dann nicht mehr denkst, ich habe jetzt diese Hand, sondern du denkst erstmal, ich habe diesen Block an allen möglichen Händen, die ich da haben kann.
00:07:54: Okay, und man sieht ja ganz oft, wenn man ein Poker im Fernsehen schaut, also die legen ja immer auf so Glasscheiben, dann werden die von unten gefilmt, das Publikum kann sie sehen, und dann werden ja immer Wahrscheinlichkeiten eingezeichnet, also in Prozenten.
00:08:05: Ist das auch, wie du um Entscheidungen getroffen hast, also ist das streng Zahlen getrieben, oder ist es mehr, dass man sich das gegenüber anguckt und liest?
00:08:11: Hast du mehr gelesen oder hast du mehr Zahlen basiert oder eine Mischung aus beidem?
00:08:14: Würde
00:08:14: ich auch sagen, dass es ein reiche Prozess ist, also am Anfang ist es mehr so... Man fühlt so ein bisschen, okay, das vielleicht, mal das vielleicht, das ist nicht so Konsistenz, es hat auch nicht so eine starke Grundlage.
00:08:27: Und jetzt auf dem höchsten Niveau, gerade auch in den letzten acht Jahren, würde ich sagen, hat sich wahnsinnig viel verändert mit Programmen, mit den Grundlagen, auf denen man basierende Entscheidungen trifft.
00:08:38: Und damals, was wirklich so die Grundlage war, enttäuscht sich aus und hat irgendwie ein Gefühl, was funktionierte, was nicht funktioniert.
00:08:44: Und heute ist wirklich harte Simulationen, also es ist einfach Millionen an Simulationen gegrindet.
00:08:50: die in der Vorbereitung aufbereitet werden von Teams teilweise.
00:08:53: Also wir haben Leute, die für uns arbeiten, die die aufbereiten, die die dann visuell greifbar machen, die Daten aufbereiten und da geht gar kein Weg mehr dran vorbei.
00:09:02: Also heute ist es sehr, sehr, sehr mathematisch.
00:09:05: Damals war es sehr viel einfach so.
00:09:07: So, jetzt möchte ich ja gerne nochmal mehr deinen Risikomanagement verstehen, weil ich habe ja eben so dieses Beispiel genannt, zwei Buben.
00:09:12: Weil das war in deinem Buch zum Beispiel auch genannt.
00:09:14: Du hast so zwei Buchen auf der Hand.
00:09:15: Weißt du noch nicht, was jetzt mit dem Flop kommt?
00:09:17: Ja, wo ich dachte, okay, für mich hätte das jetzt schon mal ganz solide geklungen.
00:09:21: Also ein Pärchen relativ hoch angesiedelt.
00:09:23: Gehst du so durch, ja, jetzt können ja andere zwei Damen, zwei Könige, zwei Asse haben oder Königas und das und das und das.
00:09:28: Also ist das die Art, wie du denkst, dieses Relationale, wenn du Risiken abwechst?
00:09:32: Ja, schon.
00:09:34: Also in dem Fall ist es so, in der Situation habe ich spezifisch auch ein Fehler gemacht.
00:09:38: Also dass es gerade... Vielleicht ein bisschen Hintergrund dazu.
00:09:42: Ich hab immer Turniere gespielt.
00:09:44: Also es gibt so jetzt in dem Texas Hold'em, kann man so sagen, du gehst entweder so ein bisschen in den Cash Game Weg oder den Turnier Weg.
00:09:50: Und ich war der Turnierspieler, also Turnier ist, du zahlst einen Einsatz, kriegst Chips dafür und spielst bis das Ding vorbei ist und teilweise spielen da tausende Leute mit.
00:09:59: Und Cash Game ist, du setzt dich an einen Tisch mit sieben, acht, neun Spielern und... setzt dich mit dem Betrag hin, mit dem du dann auch spielst und kannst jederzeit aufstehen.
00:10:07: Also du kannst fünfzehn Minuten spielen und wieder aufstehen.
00:10:10: Und das sind per se ganz unterschiedliche Spiele.
00:10:12: Und natürlich ist es irgendwie das gleiche Spiel, aber die Strategie ist sehr, sehr anders.
00:10:16: Und ich habe immer Turniere gespielt.
00:10:18: immer wieder mal Cash Game gespielt, weil ich ein guter Poker-Spieler bin.
00:10:22: Aber jetzt, der Mann sagt dann so ein bisschen, du bist halt Expertin im einen Format, über dem anderen bist du okay, vielleicht so vergleichbar, wie wenn jetzt ein guter Tennis-Spieler doppelspielt, wo dann auch die besten Doppelspieler sind, trotzdem irgendwie ein ganz anderes Niveau, aber man kann doch irgendwie so ein bisschen mitspielen.
00:10:36: So vielleicht ein ganz guter Vergleich.
00:10:38: Und in dem Cash Game habe ich halt einen relationalen Fehler gemacht, dass ich die Handstärke, die in dem Turnieren generell eine sehr gute Hand, weil du nicht so viele Chips ... hast meistens.
00:10:49: Und im Cash Game hast du aber meistens viel mehr Chips.
00:10:52: Und da habe ich einfach diese Hand überspielt quasi.
00:10:54: Also ich bin zu viel Risiko gegangen mit der Hand in der Situation, wo der schon recht viel blassen muss, damit das jetzt sinnvoll ist, was ich da gemacht habe.
00:11:02: Und das war dann so ein Moment, wo ich dann so fünf Minuten danach war oder zwei Minuten so, oh mein Gott, was habe ich da gerade gemacht.
00:11:06: Und es ging halt um sehr viel Geld.
00:11:08: Deswegen war das eine kostspielige Angelegenheit.
00:11:11: So, zurück zur Frage Risikomanagement.
00:11:12: Also wie gehst du vor?
00:11:13: Was, wie wächst du ab?
00:11:14: Im Pokern oder im Business?
00:11:16: Vielleicht fangen wir mit dem Pokern an und übertragen es dann.
00:11:18: Also ich fange mal mit dem Teil an, den ich am Wannsten finde.
00:11:21: Und zwar eine Sache, die ich meinen Schülern, ich habe so ein paar Pokerschüler, mit denen ich sehr intensiv arbeite, sehr stark einbläue, ist die Art und Weise, wie du deine Bankroll managest.
00:11:30: Also wir nennen das den Pokern Bankroll Management.
00:11:32: Und da geht es sehr viel darum, wenn du jetzt schaust, wie viel Geld du hast, deine Bankroll, wie viel Risiko geh ich in einem Turnier.
00:11:39: Und da, glaube ich, gibt es schon sehr viele Parallelen zum Business.
00:11:43: Also es gibt einmal jetzt... würde ich sagen, so das Verwalten deines eigenen Geldes im Vergleich zu Investment jetzt als Investor beispielsweise.
00:11:50: Wie viel investiere ich jetzt in Starter, wie viel investiere ich in Aktien, in Immobilien, was auch immer.
00:11:55: Und da arbeiten wir beim Pokern.
00:11:57: Und das wundert mich sehr, dass es das woanders nicht so stark gibt mit dem Kelly Criterion.
00:12:01: Und das Kelly Criterion ist eine mathematische Lösung für die Fragestellung, wenn ich X Geld habe, also sagen wir mal, tausend Euro.
00:12:09: Und Joel jetzt zu mir kommt und sagt Herr Feder, ich biete dir ein Coinflip an, aber jedes mal wenn du gewinnst, kriegst du einen Prozent extra.
00:12:17: Was ist die richtige Setzgröße?
00:12:20: Und das ist ja ein mathematisches Problem, was man einfach konkret lösen kann, wenn man sagen kann, so muss jetzt zwischen Risiko, dass dein ganzes Geld weg ist quasi und Erwartungswert Maximierung gibt es jetzt eine Zahl, die halt die richtige Zahl dafür ist.
00:12:32: Und in diesem Beispiel bei einem Coinflip ist es deine Edge sozusagen, also der prozentuale Vorteil, den du hast, ist gleichzeitig deine Setzgröße.
00:12:40: Das ist jetzt nur so, weil es fifty-fifty ist.
00:12:42: Aber in dem Fall wäre das dann wirklich, du müsstest ein Prozent deiner Bankroll auf dieses Event setzen.
00:12:48: Also zehn Euro müsstest du dann in dem Fall auf diesen Coinflip setzen und nicht mehr und nicht weniger.
00:12:54: Und das ist zum Beispiel so eine jetzt ganz mathematische Sache, wo ich das Gefühl habe, ganz viele haben Schwierig jetzt ein Anhaltspunkt, okay, wie viel Geld soll ich denn jetzt in den Start-up investieren und wie viel Geld soll ich denn dort investieren und lustigerweise im Start-up sehr, sehr ähnlich zu turnieren, weil die Auszahlungsstruktur recht ähnlich ist.
00:13:12: Also du hast acht Stück, wo du kein Geld gewinnst, dann eins wo du vielleicht dann Geld zurückbekommst und dann eins, wo du sehr viel Geld gewinnst.
00:13:19: Und lustigerweise ist das extrem, gibt's da sehr viele Parallelen.
00:13:22: Also da war es zum Beispiel jetzt ein ganz, ganz konkretes Beispiel, wo ich als Start-up Investor sehr viele Parallelen rausziehen könnte.
00:13:27: Okay, auch so ein Outlier-Business also.
00:13:30: Kannst du es noch mal erklären für die Mathematik langsam?
00:13:32: Also du wirfst eine Münze, wir wetten drauf, du hast die Fifty-Fifty-Chance, weil entweder kommt Kopf oder Zahl.
00:13:37: Wie bist du jetzt zu den zehn Euro gekommen nach diesem Kelli-Criterium?
00:13:40: Der wichtige Teil von Kelly ist natürlich, das bringt nur was für Situationen, wo du einen positiven Erwartungswert hast.
00:13:47: Also du musst, es geht natürlich nur, weil.
00:13:49: ansonsten würde ich sagen, du musst gar nichts setzen, weil wenn es jetzt neutral ist, macht es natürlich keinen Sinn auf irgendwas zu setzen.
00:13:55: Also es geht nur bei Sachen, wo du sagst, okay, ich kriege langfristig mehr Geld raus, als ich reinstecke.
00:14:00: und dieser Return on Invest oder Erwartungswert, den kann man in der Zahl ausdrücken.
00:14:06: Also wenn du jetzt zum Beispiel mir sagst, okay, wir schmeißen eine Münze und ich darf jetzt Kopf auswählen und wenn Kopf kommt, kriege ich, kriege ich einundfünfzig Prozent und nicht fünfzig Prozent, oder?
00:14:16: Dann hätte ich quasi in dem Fall, glaube ich, dann zweiprozentigen Vorteil, weil, weil zwei Prozent auf die fünfzig Prozent, aber sagen wir mal fünfzig, ich kriege fünfzig, fünf Prozent und du kriegst neunvierzig, fünf Prozent.
00:14:29: wenn wenn zahl kommt das wäre dann jetzt ein.
00:14:32: ich hoffe das jetzt nicht zu kompliziert erklärt aber das wäre jetzt ein beispiel wo es ist eine fünftig fünftig ausgangssituation.
00:14:38: aber ich kriege ein bisschen mehr geld wenn ich gewinne und dementsprechend habe ich natürlich einen positiven erwartungswert und dann ist die frage ja gut ok aber setz ich da jetzt hundert euro drauf?
00:14:47: oder setz ich das ein euro drauf?
00:14:48: und in dem fall ist quasi die richtige antwort die mathematisch richtige antwort ein prozent deines geltes zu setzen?
00:14:54: Herr Spand, weil du hast, glaube ich, komplett recht, genauso wie du sagst, auch wenn du eine Firma fühlst, dass du sagst, okay, ich habe vier Wetten, die ich irgendwie eingehen möchte, im Sinne von meiner Produktroadmap.
00:15:02: Wie viel Geld sollte ich worauf setzen?
00:15:04: Das ist ja genau der Gedanke.
00:15:05: Und jetzt gibt es ja sowohl im Pokern als auch in der Wirtschaft noch diesen schönen Begriff des Hatchings.
00:15:10: Also, ich kann sozusagen meinen Risiko abfedern, indem ich mich absicherer und auch in andere Dinge investiere.
00:15:15: Ist das eine Komponente, in der du auch viel gedacht hast beim Pokern?
00:15:18: Das spielt leider bei uns nicht so sehr eine Rolle und ich sage deswegen leider, weil wir nichts haben, mit dem wir so richtig hedgen können.
00:15:24: Also ich kann natürlich Risiko reduzieren.
00:15:27: Also wenn ich jetzt zum Beispiel sage, okay, ich möchte jetzt bestimmte Dinge absichern, ja, ich möchte nicht mehr unter eine bestimmte Summe fallen oder das und das möchte ich nicht riskieren.
00:15:35: Das mache ich dann aber am ehesten dadurch, indem ich das Geld aus der Gleichung rausnehme.
00:15:38: Also indem ich jetzt sage, Ich habe jetzt vielleicht eine Million und ich rechne aber jetzt nicht mit einer Million, sondern ich rechne so, als hätte ich siebenhunderttausend, damit ich dreihunderttausend quasi einfach, da kaufe ich mir eine Wohnung, das fasse ich nicht mehr an.
00:15:50: Und dann adjustiere ich quasi meine Berechnungen auf die siebenhunderttausend und nicht auf die Millionen.
00:15:54: Das mache ich zum Beispiel auch.
00:15:55: Also ich habe Geld, was ich nicht anfasse.
00:15:57: Wenn man sprechen, rechne ich, wenn es jetzt um Investments geht, rechne ich dann mit... dem Betrag, der im Spiel ist sozusagen und nicht mit dem, was ich zu sein gelegt habe.
00:16:05: Was mich ja nochmal als Parallele interessieren würde, ich habe gelesen, dass ihr auch viel arbeitet damit, dass auch andere Pokerspieler dich mit Geld versehen.
00:16:11: Also du spielst ja gar nicht nur mit deinem Geld, sondern man legt quasi zusammen.
00:16:15: Das erfasst du, als hätte man Investoren.
00:16:17: Hat man da so eine Art Rechenschaftspflicht beim Pokern auch?
00:16:20: Oder hauen die dir auf die Schnauze und dann daneben liegst?
00:16:22: Oder wie läuft es da?
00:16:23: Es ist sehr sophisticated, würde ich sagen.
00:16:25: Also liegt glaube ich auch daran, dass es nicht funktioniert, wenn es nicht sophisticated ist, weil die Variante so riesig ist.
00:16:31: Also du kannst wirklich, du kannst tausendmal investieren, weil... Wenn du also beim Pokern bist du so ca.
00:16:37: bei eighty-fünf Prozent Geld verlieren.
00:16:40: Wenn ich jetzt ein Turnierspiele, verlierst du eighty-fünf Prozent der Zeit Geld.
00:16:43: Also es ist so eine kurvige Auszahlung, eighty-fünf Prozent null.
00:16:46: Und dann geht es halt hinten quasi bei den großen Platzierungen, also bei den guten Platzierungen kriegt man dann richtig payoff.
00:16:51: Und da sieht es wirklich, manchmal kannst du halt echt tausende Spiele dann Geld verlieren.
00:16:55: Das ist natürlich was, wo man das richtige Mindset für braucht.
00:16:59: Und das zum Beispiel funktioniert nicht mit.
00:17:00: Leuten, die nichts mit Pokern zu tun haben.
00:17:02: Also da ist ganz oft fehlt das Verständnis dafür, wie das jetzt ist.
00:17:05: Okay, ich kann da sechshundert mal investieren und kann trotzdem im Minus landen, auch bei einem guten Spieler.
00:17:11: Also das ist ganz wichtig und es ist halt ganz essentiell, dass man sich sehr gut auskennt.
00:17:17: Also du musst den Spieler gut kennen, du musst ihn gut einschätzen, du musst wissen, du musst das Turnier, dass er spielt, gut einschätzen.
00:17:22: Wie ranked er da quasi, ist er jetzt eher so ein Top-Spieler da drin oder ist das eher ein mittelmäßiger Spieler da drin?
00:17:28: Das erfordert unfassbar viel Erfahrung, das einzuschätzen, weil wir da wirklich von ganz kleinen... Vorteilen sprechen, dass jetzt nicht einfach so, ah, der ist so zehnmal besser, sondern ist dann mehr, ist der so ein bisschen besser als der Rest.
00:17:39: Und das sind dann die, die Unterschiede und, und ich hab recht viele Spieler, in die ich investiere und auch immer wieder Spieler, die in die allergrößten Turniere, wenn ich jetzt, ich nehme so meistens bis zu hunderttausend, nämlich Anteile selbst und dann, wenn ich ein hunderttausend Euro oder höherer Turnier spiele, dann verkaufe ich Anteile.
00:17:59: Und was sind aus Neugier daraus?
00:18:00: Was sind so Tickets, die du dann positionierst?
00:18:02: Also wenn du in andere Spiele investierst, sind das dann so zehntausend Euro, fünftausend, viel mehr?
00:18:06: Ist so ein bisschen, wir haben dann, sagen wir mal, wie so eine kleine Gruppe, wo wir gemeinsam investieren.
00:18:12: Also ich habe zwei Leute, mit denen ich das schon ein bisschen länger mache und genau, also das heißt, ich habe so ganz unterschiedlich.
00:18:19: Mal zehntausend, mal fünftausend, mal mehrere zehntausend, also so ein bisschen eine Bandbreite an Investmentgröße.
00:18:27: Spannend,
00:18:27: das hast du ja schon beim nächsten Fragebereich angedeutet, nämlich den Faktor Mindset, weil der mir eben auch über die zwei Buben gesprochen hast.
00:18:34: du gesagt, die passt mal auf, im Turniergame wäre das was anderes gegeben als in so einem Cash Game, weil da ist die Podgröße eine andere, da habe ich halt einen Fehler gemacht.
00:18:40: Jetzt gibt es ja zwei Situationen.
00:18:42: Situation eins ist, dir passiert sowas wie bei diesem Cash Game, keine so gute Entscheidung.
00:18:46: kein guter Outcome.
00:18:47: Das wäre so eine Fira Matrix.
00:18:49: Du kannst ja aber auch sagen, ich habe eine gute Entscheidung getroffen und trotzdem schlechtes Ergebnis erzielt oder umgekehrt, ich habe eine schlechte Entscheidung getroffen und trotzdem gutes und so weiter.
00:18:56: Also das wäre so diese Fira Matrix.
00:18:58: Und jetzt frage ich mich ja, wenn du in einem Sport arbeitest und es ist ja in der Startupwelt ähnlich, wo ich eine gute Entscheidung treffen kann und trotzdem verliere, wie fängt man sowas ab?
00:19:08: Das ist eine
00:19:09: sehr gute Frage.
00:19:09: Ich habe auch gerade drüber nachgedacht, wie stark die Parallele im Startupbereich dann wirklich ist.
00:19:15: Also wie oft, so was du die konkreten Beispiele sind, wo man jetzt sehr gute Entscheidungen trifft und aber ein richtig negatives Ergebnis bekommt.
00:19:23: Im Pokern ist das ganz häufig.
00:19:24: Also wirklich ein ganz, ganz frequentiertes, frequentierte Situation, dass du ganz klar gut positive Entscheidungen triffst und einfach negatives Ergebnis bekommst.
00:19:33: Und die einzige Art und Weise ist, dich auf den Prozess zu fokussieren.
00:19:38: Es gibt, glaube ich, keinen anderen Umgangsweise.
00:19:42: Wenn du schlecht drauf bist, wenn du verlierst, ist es ein ganz miserables Leben.
00:19:47: Also ich hab mal letztens nachgeschaut, ich hab seventy- acht Prozent Losing-Tage gehabt in meiner Karriere.
00:19:53: Tage.
00:19:54: Also, wo ich Sessions, ich spiele dann zwanzig, dreißig, vierzig Turniere an einem Tag.
00:19:57: Wenn ich online spiele und seventy- acht Prozent aller Tage, wo ich angefangen hab, Poker zu spielen, hab ich am Ende des Tages Geld verloren.
00:20:03: Wenn ich da jetzt jedes Mal mit einem negativen Gefühl rausgehen würde, wär das absolut keine schöne Reise gewesen.
00:20:09: Und ich glaub, die Entwicklung ist dann so ein bisschen, am Anfang ist das so, dann realisiert man, okay, das muss sich irgendwie ändern, weil ansonsten geht das nicht.
00:20:16: Und dann fängt man an, teilweise verlorene, also Tage, wo man verloren hat, in irgendwie positive Tage umzuwandeln von, hey, aber ich hab vielleicht was gelernt oder ich hab gute Entscheidungen getroffen und so weiter.
00:20:27: So sucht man so diese Anzahl an guten Tagen irgendwie zu steigern, so gut wie möglich.
00:20:32: Und das geht halt nur darüber, indem man sich sagt, hey, ich habe heute irgendwie, ich habe eine gute Leistung gebracht.
00:20:36: Das ist, glaube ich, der einzige Weg, wie man da durchkommt.
00:20:38: Aber
00:20:39: warum ist denn das eigentlich so, dass du im Pokern trotz einer guten Entscheidung ein schlechtes Ergebnis haben kannst?
00:20:44: Also, ich meine, klar, es ist ein interaktiver Sport.
00:20:46: Das ging über, kann ja auch gut Entscheidungen treffen.
00:20:48: Vielleicht sind die noch besser.
00:20:49: Aber woran liegt das?
00:20:50: Es ist wirklich der Varianzteil.
00:20:52: Also es ist einfach so, dass du musst dir so vorstellen, ja.
00:20:55: Was wir da buschen, ist einen drei Prozent Vorteil, einen ein Prozent Vorteil.
00:21:00: Das heißt, in der Fifty-Fifty-Situation, das, was ich da versuche, ist, dass ich zweiundfünfzig hab und du, achtundvierzig.
00:21:07: Und das sind diese zwei Prozent, die mir langfristig einen Vorteil verschaffen.
00:21:10: Aber das heißt halt, manchmal hab ich einen zwei Prozent Vorteil geschaffen und die achtundvierzig Prozent kommen vielleicht zehnmal hintereinander.
00:21:16: Kann sein, dass man immer einen leichten Vorteil geschaffen hat und trotzdem immer die andere Seite des Coins kommt.
00:21:22: Da muss man halt vervorbereitet sein, weil so das allerbeste, also dass du es mit hundert Prozent in die Mitte bekommst, das passiert ganz selten.
00:21:30: Meistens in den besten Fällen hast du irgendwie neunzig Prozent, fünfmal neunzig Prozent, ganz oft hast du aber fünfzig Prozent und manchmal ist du treffst eine gute Entscheidung und du hast zehn Prozent oder zwanzig Prozent.
00:21:40: Also es ist ganz ganz vieles.
00:21:41: dann auch so die Konstellation.
00:21:43: Also du kannst ne Hand ganz ganz normal ganz standard spielen und der andere hat einfach gerade so die ein bisschen bessere Hand.
00:21:49: Du hast gar keine Chance, also es ist manchmal auch ein extremes Andereinanderrein von Zufällen, Glück, Pech, wie auch immer.
00:21:56: Ich bin da, schließe hier eine andere interessante Frage an.
00:21:58: Ich hab grad drüber nachgedacht, so mein Lieblings-Poker-Film war Maverick mit Mel Gibson.
00:22:03: Kennst du den?
00:22:03: Ich kenne ihn, aber es ist ewig her, dass ich ihn gesehen hab.
00:22:06: Naja, und in solchen Filmen ist natürlich Hollywood-esque immer so, dass alles ja gefühlt so auf so ein Big Bang kumuliert.
00:22:13: Also so das eine Blatt.
00:22:15: Fuck, hat der jetzt wirklich den Rollflasch oder ist das hier nur irgendwie,
00:22:18: ne?
00:22:18: So.
00:22:19: Und ich hab bei dir eher so im Lesen rausgehört und das ist ja eine interessante Frage, die man sich dann auch aufs Business übertragen stellen kann, dass das Gewinn mit dem Pokern, so wie du es erlebt hast, eher aus vielen kleinen Siegen kamen, anstatt aus einem großen Big Bang.
00:22:33: Hab ich das richtig gedeutet?
00:22:35: Und wenn ja, was machten das mit dir als Überlegung, wenn du so ein Spiel betreibst?
00:22:40: Ja, hast du auf jeden Fall richtig gedeutet.
00:22:41: Ich glaube, es ist so ein Zusammenkommen von den zwei Sachen.
00:22:45: Also wenn ich jetzt mit meinen Schülern arbeite, dann kann ich zum Beispiel ganz klar sagen, wer da langfristig erfolgreich wird.
00:22:52: Also das siehst du wirklich, ich sag jetzt mal über ein zwei, drei Jahreshorizons und diese Akkumulation von guter Entscheidung, zielzeit investiert, wirklich irgendwie mit einem gesunden Kopf, auch das ganz wichtig.
00:23:04: Also wirklich mit so einem, wo du das Gefühl hast, hey, Das ist gesund, irgendwie aber die sind trotzdem sehr drin und sehr all in, also irgendwie sehr committed dieser Sache gegenüber.
00:23:13: Da weißt du zum Beispiel, das wird immer ein gutes Outcome.
00:23:17: Das ist dann quasi eher wie so, du machst so ein Kanal auf, du weißt dann irgendwie so okay, das wird entweder halt fein oder es wird insane.
00:23:24: Aber es wird nie katastrophal.
00:23:26: Dann ist so dieses, den Punkt, den du angesprochen hast, mit diesem einen großen Blatt oder diesem einen, das ist dann eher so dieses Ding, was dann die Nadel so nach oben ausschlagen lässt.
00:23:35: Also bei mir würde ich sagen, war das genauso.
00:23:37: Also meine Karriere hätte auch sein können.
00:23:39: Ich mache ein, zwei Millionen.
00:23:41: Ich bin ziemlich gut, aber ich habe jetzt nicht so den großen Bang irgendwie und es kommt jetzt nicht so der Riesengewinn, sondern ich gewinne halt hier und da mal ein Turnier und... Hab eine gute Karriere.
00:23:51: das hätte auch mein Verlauf sein können.
00:23:52: ich glaube es wäre sehr unwahrscheinlich gewesen.
00:23:54: so von wegen es läuft überhaupt nicht und es läuft fünf Jahre schlecht, aber das ist dann so.
00:23:58: kommt von wegen ich gewinne das große turnieren das große turnieren das große turnier das ist dann wirklich ob sich glück was damit rein spielt und deswegen ist es so dieses das eine ist irgendwie so die basis und das stellt dann so sicher das überhaupt in diese situation kommt und das andere ist dann einfach nicht in deiner hand und du kannst nur zuschauen und.
00:24:13: Manchmal ergibt sich dann das Leben einfach auf eine verrückte Art und Weise.
00:24:16: Und jetzt war mir beim Thema Mindset.
00:24:18: Ich hab in deinem Buch, das darf ich dir jetzt erzählen, weil es ist ganz am Anfang, also spoiler ich jetzt nicht so viel, verlierst du eine Million und holst dich am nächsten Tag wieder zurück.
00:24:25: Und dann beschreibst du, wie du durch diese Hotelgänge gehst.
00:24:28: und es ist ja auch ganz lustig, weil da ist irgendwie so eine Fischstatue, wo du am Ende am Anfang sagst so, was ist das für eine bekackte Fischstatue in diesem Hotel?
00:24:34: Was soll das hier?
00:24:34: Es ist überhaupt keinen Sinn.
00:24:36: Und als du dann damit positiv im Auto bist, oh, die ist aber schön.
00:24:38: Also die Message war so ein bisschen, die Welt sieht auch anders aus.
00:24:41: Absolut.
00:24:41: When you're winning or when you're losing.
00:24:43: Und da hast du auch von einer Methodik geschrieben, ich habe es so verstanden, dass du dich in so einer Art programmierst, also dass du dich sozusagen mit innerem Monolog wieder nach vorne redest.
00:24:52: Das Thema ein bisschen mehr davon.
00:24:54: Ja, das ist ganz viel Arbeit, auch die ich mit meinem Coach gemacht habe.
00:24:57: Ich würde sagen, es ist schon so, dass, also bei mir zumindest war es so, dass ich schon recht klar dann auch bestimmte wiederkehrende Themen erkennen konnte.
00:25:06: Also es gab dann Situationen, wo ich gemerkt habe, okay, das macht jetzt nicht so viel mit mir.
00:25:10: Und dann gab es Situationen, wo ich gemerkt habe, oh, das macht viel zu viel mit mir.
00:25:13: Und zum Beispiel jetzt eine Sache, die sehr viel mit mir gemacht hat, ist, Ende gegen Leute zu verlieren, die ich als overrated ansehe.
00:25:22: Also, so welche, die irgendwie so voll den krassen Status haben und ich denke mir so, boah, also was machen die denn?
00:25:28: Und wenn der dann in der Hand gegen mich gewinnt, wo ich denke, der hat da jetzt kompletten Murks gemacht und er hat jetzt aber gewonnen und sitzt da selbst gerecht und denkt sich so, oh, geil, da hab ich das gerade gemacht.
00:25:38: Das ist für mich unerträglich gewesen, aber wirklich, das hat mich innerlich aufgefressen.
00:25:42: Also auch mein größter Tiltmoment war so eine Situation.
00:25:46: Wo ich gegen einen der absoluter Topspieler war und Baller dann wirklich, also wirklich ich hab die Hand verloren oder ich denke ich hab die Hand verloren und Baller wirklich mit meiner Hand so in die Chips und die Chips fliegen über den ganzen Tisch.
00:25:58: Und alle schauen wirklich so völlig entgeistert mich an, weil ich normal so ein recht ruhiger, zurückhaltender Typ am Tisch war.
00:26:05: Und da habe ich so richtig gemerkt, okay, da scheint was zu sein.
00:26:09: Und so diese Sachen zu identifizieren, okay, was sind diese drei, vier Situationen, wo ich merke, da brauche ich irgendwie eine Regulation oder Regulierung.
00:26:19: Und da habe ich angefangen, mir dann so Brücken zu bauen.
00:26:22: Das ist das irgendwie recht früh einfangen.
00:26:24: Das merke, okay.
00:26:26: Ich hab angefangen das aufzuschreiben.
00:26:27: Ich hab so einen Journal und hab so, ah, okay, das gerade, diese Situation ist gerade passiert.
00:26:31: Das hat mich irgendwie so und so fühlen lassen.
00:26:34: Also hab ich mich, merk ich, okay, jetzt kommt Tilt auf oder ich bin irgendwie ein bisschen wütend oder enttäuscht oder frustriert.
00:26:39: Und hab dann angefangen mir für diese Situation ... Einfach so ein bisschen so einen inneren Monologue aufzubauen, sodass ich halt so einen Ort habe oder irgendeine Art von Richtung, wo wenn das aufkommt, erstmal zu spüren, so, ah, das kommt gerade auf und okay, ich bin ein Profi.
00:26:52: Das sind genau diese Situationen, wo ich jetzt versuche, mich wieder irgendwie zurückzuholen und das ist, also so ein ganz großes Ding für mich ist, das ist der Unterschied.
00:26:59: Das ist das, wo ich mich von anderen unterscheiden kann.
00:27:02: Das ist das, wo ich jetzt zeigen kann, ich bin auf einem anderen Level als die.
00:27:06: Das war zum Beispiel so Self-Talk, der mir ja crazy geholfen hat, also dieses so, alle haben das.
00:27:11: Und jetzt kann ich zeigen, dass ich einer der besten bin.
00:27:15: Diese innere Stimme hat mir extrem geholfen, ruhig zu bleiben.
00:27:18: Ja, ich hab das die Tage von jemandem, der sich sehr stark auseinandersetzt gelernt, das Erfolg, die das Produkt ist aus Talent, mal Training, mal Mindset.
00:27:26: Und hat ja gesagt, eigentlich ist Mindset das einzige, was du so richtig befördern kannst, weil Talent hast du, da hast du nicht.
00:27:31: Training kann am Ende des Tages, haben wir alle vierundzwanzig Stunden, kann jeder gleich viel trainieren.
00:27:35: Aber Mindset ist so das Ding.
00:27:36: Okay, also ich sag mal, D-Railer identifiziert und dann quasi Strategien entwickelt, wie du dich selber dann mit so Self-Talk quasi wieder nach vorne gebracht hast.
00:27:46: Das hat sehr geholfen, ja.
00:27:48: Und jetzt hast du ja schon mit ein paar mal erzählt, dass du so ein Mindset Coach richtig hast.
00:27:53: Was
00:27:54: coacht der?
00:27:55: Wie lernt man Mindset?
00:27:56: Wie lernt man Mindset?
00:27:57: Das ist eine gute Frage.
00:27:58: Also, ich würde sagen, seine krasse Fähigkeit liegt darin, auf eine sehr casual Art und Weise, so die Sache zu identifizieren, im Gespräch zu identifizieren oder hinzulenken, wo du dann irgendwie selbst merkst, ah, okay, da scheint was zu sein.
00:28:12: Also, Beispiel, eine der größten Themen, die mir nicht bewusst war, war, dass... Wir recht schnell draufgekommen sind, dass ich nicht hundert Prozent gebe.
00:28:21: Was für mich ein sehr komisches Paradoxon erstmal war, weil ich dachte so, ey, ich mache nichts anderes.
00:28:27: Ich mache nichts anderes als Poker.
00:28:30: Wie kann ich denn hier nicht hundert Prozent geben?
00:28:32: Aber als wir da so draufgekommen sind, war es nicht so, es klang für mich nicht abstrus.
00:28:38: sondern es war so.
00:28:39: den moment wo er das gesagt hat war so ja er hat absolut recht.
00:28:43: also ein ganz weirdes ding.
00:28:44: so zwischen so auf der einen seite mein kopf war so keine ahnung wie soll ich den jetzt noch mehr als das machen was ich schon mache?
00:28:50: und auf der anderen seite war aber auch so ja der also das stimmt zu hundert prozent weil ich habe das gefühlt ich gebe nicht hundert prozent und.
00:28:58: Das kommt im Gespräch.
00:28:59: also es war wirklich dann.
00:29:00: wir haben einmal pro Woche ein sechzigminütige Session und ich rede einfach erstellt mir fragen ich erzählen bisschen und dann fragt er irgendwas mehr rein und dann so warum das und wie fühlst du dich da und wie ist das?
00:29:10: und dann war eben recht schnell so ja also warum?
00:29:13: warum vertraust du dem nicht?
00:29:14: warum?
00:29:14: warum vertraust du diese inneren gefühl nicht?
00:29:16: was hält ich davon ab?
00:29:17: und da sind wir eben sehr schnell darauf gekommen dass dann doch.
00:29:20: dass viel in mir ist, dem ich nicht so ganz vertraue, viele, viele Gefühle oder Stimmen oder Gefühle sich instimmen, vielleicht auch verwandeln und ich dann aber irgendwie sage, nee, lass das mal.
00:29:32: Und er hat mir halt geholfen dabei, okay, wie sieht das denn aus, wenn du dem vertraust?
00:29:37: Und das hab ich dann ausprobiert und hab so crazy Ergebnisse damit erzielt, dass ich dann mal so, dann hab ich ein richtig starkes Selbstbewusstsein und so, warte mal, weil das halt auch nach außen sollig unnachvollziehbar ist.
00:29:48: Also dann schauen Leute, und das Erste, was passiert, alle Judgens, alle sind so der Typ ist, what the fuck, was macht der da, der ist crazy, der, weil das in einem sehr aggressiven Spielstil geendet hat.
00:29:59: Also es war dann wirklich, ich hab ganz viele Situationen, wo ich verrückte Sachen, also damals verrückte Sachen machen, was macht der da, und da dreht er durch, und da dreht er durch, aber es war halt in dem Moment, wo ich dachte, so, hey, ich glaube, das ist die beste Art und Weise, diese Hand zu spielen, aber ich hab's mich halt nicht ganz getraut, und das hat funktioniert.
00:30:16: Aber dann lerne ich von dir, dass mein Zitwas ist, was du sozusagen ongoing trainierst.
00:30:20: Also du warst jetzt nie fertig, sondern du machst es immer noch so.
00:30:22: Wir feiern jetzt gerade zehntes, also zehnjähriges Jubiläum.
00:30:26: Also es sitzt... Okay.
00:30:28: ...fünfhundert Wochen jede Woche.
00:30:30: Das
00:30:30: sagen.
00:30:31: Fünfhundertzwanzig Stunden später.
00:30:33: Es ist wirklich, und das ist wirklich, also das Spannende darin ist auch diese Reflektion von seiner Perspektive.
00:30:39: Also der führte bei jede Session Journal und für mich nochmal so zurückzugehen.
00:30:42: Wir machen das immer wieder mal, das Frage so, wie war das?
00:30:45: Da und wie war das da und wie war das da und.
00:30:48: So eine der ganz großen Feedbacks ist für mich dieses ich bin signifikant resilienter geworden es fühlt sich für mich nicht so an aber das ist so.
00:30:55: da wo ich merke erst so hey damals war das voll negativ und das hat dich aus der Bahn gebracht und das hat und da warst du dann.
00:31:02: ist er so okay, Sachen passieren und beschäftigen mich schon, aber es ist nicht vergleichbar, dieses auf und ab, wie es damals war.
00:31:08: und dann kann ich dann in dem Moment, kann ich mir das nicht so vorstellen, aber er kann mir dann halt auch dabei helfen, so dass nochmal diesen Weg, den ich zurückgelegt hab, dann auch zu reflektieren und ein besseres Gefühl dafür zu bekommen.
00:31:18: Ja,
00:31:18: Resilienz ist lustige Weise.
00:31:19: der nächste Punkt, zu dem ich dich mal befragen wollte, weil ich fand ja auch so krass, ich hab gedacht so, okay.
00:31:26: Ich glaube, Zahlen liegen mir.
00:31:28: Ich glaube, so Leute lesen kann ich auch.
00:31:30: Ich mag spielen und so weiter, wo ich so ein bisschen stutzig wurde, weil ich dachte, was mich beim Pokern wahrscheinlich killen würde, wäre, wenn ich bei dir gelesen habe, dass du da teilweise bei so einem Turnier saß in diesem Casino oder Hotel Casino und dann spielst du da irgendwie sechzehn Stunden am Tag, drei Tage hintereinander.
00:31:46: Da hab ich so gedacht, da gehst du doch kaputt, ey.
00:31:48: Und da bin ich mal neugierig.
00:31:49: Wie hast du diese Resilienz auch körperlich entwickelt?
00:31:52: Weil da hätte ich ja durch Blutungsstörung, wenn ich ja sechszehn Stunden sitze, darf ich auf Klo gehen, so ungefähr, essen, trinken, Pipapo.
00:31:59: Also, voll taft klingt das.
00:32:00: Wie hast du das geschafft?
00:32:01: Also, das klingt jetzt vielleicht weird, aber das war schon immer so ein bisschen meine Veranlagung.
00:32:05: Also... Ich konnte schon immer sehr gut, sehr lange auf einem Ort, an einem Ort sitzen und mich mit dem Problem vor mir beschäftigen.
00:32:12: Und ich muss sagen, ich ziehe da auch recht viel Identität und Stolz draus, glaube ich.
00:32:18: Für mich war immer das Geilste.
00:32:19: Die letzten paar Stunden war für mich immer das Geilste.
00:32:21: So, dieses alle anderen fangen so an, links und rechts irgendwie zusammen zu brechen.
00:32:26: Und auch Pros, weil das ja auch ein Teil, ne?
00:32:28: So, das ist einfach anstrengend.
00:32:29: Das ist brutal anstrengend.
00:32:30: Du sitzt da in der dreizehnten Stunde und spielst deine große Hand und musst deine große Entscheidung treffen.
00:32:35: Und ich habe irgendwie immer sehr viel so, nee, ich will der Spieler sein, der auch in der dreizehnten Stunde noch alles rausholt.
00:32:40: Und ich glaube, das war so diese Mischung.
00:32:42: Aus einerseits habe ich das irgendwie schon viel gemacht.
00:32:44: Also ich habe schon immer da auch irgendwie recht Spaß dran gehabt.
00:32:47: Auch so beim Computerspielen war das schon eher immer so ein Eintauchen für mich, irgendwie viele Stunden lange mich auf eine Sache fokussiert.
00:32:54: Und dann kam noch so dieser kompetitive Aspekt dazu.
00:32:56: Und da war ich schon, das war schon eher so diese Wandsitzmentalität.
00:32:59: Also es war eher so dieses Ich gehe, ich gehe nicht zu Boden, bevor du nicht... Also so, das war schon immer bei mir mit ganz, ganz stark drin.
00:33:06: So Staring Contest, Chicken Game.
00:33:08: Wer spricht zuerst aus dem Auto?
00:33:09: Okay.
00:33:10: Ich meine, jetzt ist ja das nächste.
00:33:12: Ich hätte gedacht, dass du der primärste Faktor, den man beim Poker mitnehmen kann, Menschen lesen ist.
00:33:17: Also, dass du in Verhandlungen sehr gut funktionieren musst.
00:33:20: Beschreibt es mal, ist es so, dass man von so einem grünen Tisch aufsteht und ist hinterher in der Lage, Menschen zu lesen wie in einem Buch?
00:33:26: Also, ich würde schon sagen, dass ich eine sehr gute Menschenkenntnis habe.
00:33:29: Ich glaube, ein ganz großer Teil war das Selbstvertrauen.
00:33:32: Also ich glaube zum Beispiel, dass ich als Kind oder Jugendlicher auch schon ein recht gutes Gefühl für Menschen hatte, aber sehr viel gezweifelt habe, auch sehr viel an mir und was ich da aufnehme und wie ich damit umgehe und wie ich kommuniziere und mich abgrenze und so.
00:33:44: Also ich habe das Gefühl, es war mehr dieses, wie gehe ich mit der Welt um und weniger dieses, da kam schon irgendwie ganz viel auf.
00:33:50: Ich habe auch generell das Gefühl, ganz viele Menschen, die ich kennenlerne, nehmen ganz viel auf und es ist eher dieses, wie gehe ich damit um und weniger dieses ... dass ich das nicht spüre oder dass ich da nichts spüren kann.
00:33:59: Und das würde ich sagen, hat mir Poker sehr viel gelehrt, dem zu vertrauen, dass da irgendwie ein Raum ist, ein riesiger Raum ist, wo diese Fähigkeit mir wahnsinnig viel nützen kann.
00:34:10: Und das ist aber nur funktioniert.
00:34:12: Wenn ich dem auch, wenn ich das schärfe und wenn ich da draufhöre und wenn ich dann auch in bestimmten Situationen, wenn ich wirklich ein gutes Gefühl habe, dann auch draufhöre.
00:34:19: Und das für tausende Stunden.
00:34:21: Also das ist, glaube ich, auch ein großer Teil.
00:34:23: Das war nicht so von Anfang an direkt und auch heute.
00:34:25: Also ich sitze teilweise in meiner gefühlt achtausendsten Live-Poker-Stunde da, wo ich wieder dann irgendwie kommt Zweifel auf und habe ich das interpretiere ich da jetzt irgendwas.
00:34:32: Also es ist so eine Reise, die nie, die nie aufhört und nie zu Ende ist.
00:34:36: Und aber ja, also das Fühlen von Emotionen gegenüber oder auch cues und tells und das umwandeln in was bedeutet das Das habe ich beim Pokern, würde ich sagen, also sicher eine meiner größten Stärken im Live Poker.
00:34:52: Und dann gibt es natürlich ganz viele Parallelen zur echten Welt, zum Business oder wenn du dich mit jemandem unterhältst.
00:34:58: Und was ich aber noch dazu sagen will zum Verhandeln jetzt, weil du das angesprochen hast, das ist natürlich auch nur eine Komponente vom Verhandeln, weil es bringt ja jetzt nicht einfach nur den Gegner gut zu lesen oder das Gegenüber gut zu lesen, sondern es geht ja auch irgendwie darum.
00:35:11: Manchmal zum Beispiel beim Verhandeln ist auch die Frage, auf was optimierst du.
00:35:14: Und das ist beim Pokern war das für mich ganz klar, ich optimiere darauf so viele Chips zu gewinnen wie möglich.
00:35:19: Aber beim Verhandeln ist das ja oft gar nicht so leicht.
00:35:22: Also willst du immer darauf optimieren, dass... auf Geld optimieren oder gibt es dann vielleicht auch andere Komponenten, auf die man irgendwie achten möchte, weil der dann doch irgendwie auch ein Mensch einem gegenüber sitzt.
00:35:32: Also das würde ich sagen, das finde ich eigentlich so eine der größten Herausforderungen für mich, weil ich zum Beispiel merke, ich möchte mich in jeder Verhandlung gucken, dass ich den aller allerbesten Preis bekomme, Koste was wolle.
00:35:42: Deswegen will ich gar nicht mit diesem super hart kompetitiven Mindset in so eine Verhandlung reingehen.
00:35:46: Also das würde ich sagen, so die größte Herausforderung für mich, was so zu vertragen.
00:35:51: Jetzt hast du eben tells und cues gesagt.
00:35:53: also tell ist glaube ich eine verräterische geste.
00:35:55: ich mache etwas was ich was zeigt wie es um mich steht.
00:35:58: was hat mit so einem cue auf sich?
00:36:01: Ja das war jetzt eher so ein das wäre eher so dahin gesagt.
00:36:03: also ich würde sagen ein tell ist vielleicht ein bisschen.
00:36:07: Ein bisschen stärker oder ein bisschen offensichtlicher und ein Q ist vielleicht mehr so ein kleines Anzeichen, vielleicht zu den relevantesten, weil das finde ich immer sehr spannend, auch so für Leute, die das noch nicht gehört haben, so.
00:36:18: Puls ist ein Riesenthema beim Pokern, also den Puls lesen zu können, auch zu erkennen, wie der Puls sich entwickelt, ist so einer der größten Tells amateurbereich.
00:36:26: Also wenn ich jetzt gegen den Amateurspieler ist, das so einer der leichtesten Tells, das so ganz simpel gesagt, wenn ... Du jetzt all in gehst und ich dich beobachte, dann ist es in den allermeisten Fällen so, mit guten und mit schlechten Händen geht oft der Puls am Anfang hoch.
00:36:42: Und dann mit guten Händen fängt der an, ein bisschen sich zu regulieren.
00:36:47: Weil du natürlich dann so ein bisschen entspannst.
00:36:49: So, hey, ich habe eine gute Hand.
00:36:51: Was soll schon passieren?
00:36:52: Mit schlechten Händen ist es meistens so, dass der Puls gleich bleibt, hoch bleibt.
00:36:56: Und das siehst du über ein Zeitraum von sechzig bis hundertzwanzig Sekunden.
00:36:59: Also in ein, zwei Minuten kannst du das gut identifizieren.
00:37:01: Das ist ein ganz starker Darker-Tel zum Amateurbereich.
00:37:04: Und dann gibt's Blick.
00:37:05: Blick zum Beispiel, Augen ist so einer der relevantesten Tales für mich im Pro-Bereich.
00:37:09: Weil so Puls ist was, das ist sehr offensichtlich.
00:37:12: Da wissen die Leute Bescheid, sie verdecken ihren Hals oder sie werden besser da drin, das zu regulieren.
00:37:17: Aber Augen ist was, das ist, Augen sind so schwierig zu trainieren, dass du ... Wie du blinzelst, wohin du schaust, wie angestrengt du schaust, das ist was, das kannst du kaum trainieren.
00:37:29: Und das ist zum Beispiel eine der Sachen, wo ich so ein Pro-Bereich die meisten Sachen rausziehe.
00:37:32: Also das wären jetzt ein paar Beispiele von Sonntails, die aufkommen.
00:37:36: Aber du siehst im Hals der Leute den Puls, also wie die A dann sozusagen pulsieren oder was?
00:37:41: Ja, also es ist ein bisschen Übung.
00:37:44: Bei manchen siehst du es ganz offensichtlich, also da würde es jeder erkennen und bei anderen musst du so ein bisschen, das ist oft dann wie so eine leichte Vibration, ist gar nicht jetzt so warm, sondern du siehst dann eher so leicht den Hals vibrieren.
00:37:54: Und irgendwann, wenn du tausende Leute angeguckt hast, dann weißt du circa was.
00:37:58: so ein Puls von hundert, hundertzehn, so.
00:38:01: da würde ich sagen fängst du an, so ab hundert, circa, das ist ganz grob gesagt, fängst du an, so den Puls zu sehen würde ich sagen.
00:38:07: Bitzig.
00:38:09: Also du hast dann einfach am Tisch immer geübt quasi über die Jahre, dass die Leute noch einen Hals geguckt hast.
00:38:13: Ja, die ganze Zeit.
00:38:14: Und wie ist es mit den Augen?
00:38:16: Also, das ist eben gesagt, Blickrichtung zusammen, es gibt so Klassiker, die man macht, wenn man am Arsch ist.
00:38:19: Es ist immer so, Tels sind so ein bisschen wie in so Levels.
00:38:23: Also, wenn einer anfängt und so gar keine Ahnung hat, dann kommen so die ganz ure Instinkte irgendwie raus.
00:38:28: Der ure Instinkt bei Augen ist starren, wenn du eine schlechte Hand hast und blind sind, wenn du eine starke Hand hast.
00:38:35: Der Grund ist einfach Anspannung.
00:38:37: Also, wenn du angespannt bist, geht deine... Blinzelfrequenz signifikant runter, am meisten schauen die Leute auf einen Punkt, so ein bisschen freeze verhalten, der guckt dann irgendwie so, okay, so ein bisschen so, und wenn du Leute siehst und sie blinzen, so ganz entspannt, also man spürt es auch ganz gut, wenn du ganz entspannt bist, ist deine Blinzelfrequenz crazy hoch, also du blinzt jetzt die ganze Zeit, tak, tak, tak, tak, so.
00:38:58: und wenn du merkst, so ein bisschen Anspannung kommt rein, geht dir direkt massiv runter, also da blinzt du zu platzieren nur noch alle zehn Sekunden oder so.
00:39:05: Und das zum Beispiel ist so eine der Sachen, das ist ganz schwer zu trainieren, weil du kannst es halt nicht so richtig faken.
00:39:10: Du kannst natürlich fake blinzeln, aber das sieht man auch so ein bisschen.
00:39:13: Also das ist so eine der Sachen.
00:39:15: Und zum Beispiel, da kann ich jetzt drüber reden, weil das war so eine der Sachen, mit denen ich am meisten Geld gemacht habe.
00:39:20: Es gibt, also ich kann Leuten ansehen, Pokerspielern, wenn sie nachdenken.
00:39:25: Also du siehst das so ein bisschen am Blick, das ist jetzt auch gar nicht so, dass man das so arg.
00:39:29: Das ist nicht eine krasse Fähigkeit von mir, sondern wenn du öfter Leute anschaust, dann merkst du irgendwann, jetzt schaut der, jetzt überlegt er und jetzt überlegt er nicht.
00:39:38: Und das ist ein Pokern, das klingt jetzt so trivial, aber das ist ein Pokern auf dem höchsten Niveau so wichtig, weil ich ja weiß, in welcher Situation der ist.
00:39:46: Und wenn der jetzt in einer komplizierten Situation ist und nicht nachdenkt, dann kann ich ganz anders einschätzen, was für Hände der hat.
00:39:53: Weil wenn er eine schwierige Entscheidung hat, dann wird er nachdenken.
00:39:55: Das heißt, er hat keine schwierige Entscheidung.
00:39:57: Wenn er keine schwierige Entscheidung hat, hat er eine sehr gute oder schlechte Hand.
00:40:00: Weil mit einer sehr guten Hand weißt du, was du zu tun hast.
00:40:02: Mit einer sehr schlechten Hand weißt du meistens auch, was du zu tun hast.
00:40:05: Es sind so diese Hände zwischendrin, die schwierig sind.
00:40:07: Und da gibt's zwei, drei Spieler, wo's wirklich absolut crazy war, weil ich so viel Geld gegen die gewonnen hab, zu wissen, wann die jetzt... Weil du fängst an, das auszugleichen, also du wartest dann quasi.
00:40:20: Es wäre zu einfach, wenn du eine gute Hand hast.
00:40:22: Wenn du weißt, was du tust, machst du in zwei Sekunden.
00:40:25: Wenn du nicht weißt, überlegst du zwanzig Sekunden.
00:40:27: Manche Spieler überlegen immer zwanzig Sekunden.
00:40:30: Aber dann weiß ich, mit dem Gesichtsausdruck überlegte er gerade.
00:40:33: Mit dem Gesichtsausdruck hat er eine klare Entscheidung.
00:40:36: Das ist jetzt vielleicht nicht so gut nachvollziehbar.
00:40:38: Aber wenn du das weißt, als guter Pokerspieler, kannst du ihre Strategie ableiten.
00:40:43: Von der abgeleiteten Strategie konnte ich ... eine sehr lukrative Gegenstrategie entwickeln.
00:40:48: Und das war zum Beispiel so eine der Sachen.
00:40:49: Ich glaube, das weiß der das heute nicht, dass ich das bei ihm so gesehen habe.
00:40:54: Ja,
00:40:54: ich habe immer gedacht, ich bringe es mal mal durcheinander mit den Augen.
00:40:57: Wenn man was erzählt und dann nach oben guckt Richtung Stirn, ist ja immer das eine ist, glaube ich, das Gedächtnis abrufen.
00:41:03: Und wenn man ausdenkt, glaube ich, guckt man nach unten.
00:41:05: Also solche Späßchen gibt es ja da irgendwie.
00:41:08: Aber ich weiß total, was du meinst.
00:41:09: Ich kann mich super vorstellen.
00:41:10: Wenn du natürlich eine komplexe Situation hast und du denkst nicht nach, dann ist ja klar, wenn ich nicht nachdenken muss, dann ist hier nichts komplex.
00:41:16: Also macht total Sinn.
00:41:17: Aber lustig, witzig.
00:41:18: Also Blick, wie ist es mit so Poppeln und Atem und so?
00:41:21: Ist das auch so ein Klassik?
00:41:22: Also das Ding ist ja auch so ein bisschen, das sind alles Fels.
00:41:26: Aber so ein großes Thema ist ja auch, du brauchst irgendeine Art von Ableitung.
00:41:31: Du brauchst irgendwie von, okay, gut, der Atem geht jetzt hoch, aber ich kann das wahrnehmen, aber was heißt das jetzt?
00:41:36: Und das ist, glaube ich, die schwierigste, also das ist so ein bisschen die Königsdisziplin.
00:41:39: Ich kann all diese Sachen wahrnehmen.
00:41:40: Ich sehe die Rötung, ich sehe den Schweiß an der Haut, ich sehe den schnelleren Atem, ich sehe die Bearbeitung der Puppeln, was auch immer.
00:41:47: Aber dann ist so, okay, heißt das jetzt eine gute Hand, eine schlechte Hand, was auch immer.
00:41:51: Also, das ist der schwierigste Teil.
00:41:53: Dass du halt bei manchen Sachen einfach keine Ableite oder ich habe keine Ableitung.
00:41:57: Deswegen nenn ich es nicht als Teil, weil es hat mir nicht viel gebracht.
00:42:01: Ja, also ich meine, weil in den Filmen ist es ja gefühlt immer so, dass die Leute irgendwas mit den Händen machen.
00:42:04: Also das ist ja den Eindruck, die reiben sich dann die Oberschenkel oder spielen mit den Fingern oder so.
00:42:10: Also ist das auf dem Niveau?
00:42:11: Weil da würde ich ja fast vermuten, das haben die Leute im Griff.
00:42:13: Ja, auf dem Top Niveau sind die meisten schon wirklich.
00:42:15: Machen die auch, ja?
00:42:16: Natürlich.
00:42:17: Also die Leute sind schon, das ist jetzt nicht einfach so Pillepalle, ne?
00:42:20: Die Leute sind schon tief, die schauen sich Videofotage an, die tauschen sich aus.
00:42:24: Also ja, da ist das volle Programm.
00:42:26: Also es ist jetzt nicht so, dass ich da der Einzige bin, der sich damit beschäftigt.
00:42:29: Ich war sicher einer der Ersten, der ... Du bist sehr intensiv.
00:42:33: Da gab es ein paar, würde ich sagen, die da sehr tief drin waren.
00:42:35: Am Anfang war es die Minderheit.
00:42:37: Jetzt ist es von den Top Pros die Mehrheit.
00:42:39: Also die meisten beschäftigen sich mehr oder weniger intensiv damit.
00:42:44: Und das ist volles Thema.
00:42:45: Und Fake-Tales ist auch ein großes Thema.
00:42:48: Weil ich hab dich das mal gefragt.
00:42:49: Und meintest du, das machen gar nicht so viele?
00:42:50: Hat das zugenommen?
00:42:51: Ja, manchmal ist es ja auch so, eine kleine Gruppe protected die größere Gruppe.
00:42:56: Also, wenn das nie jemand macht ... Es ist halt voll chillig.
00:42:59: Aber wenn jetzt so ein Viertel der Leute das machen, du weißt ja auch nicht, du bist ja auch nicht in den Köpfen drin, du weißt ja auch nicht deren Vorbereitung.
00:43:04: Wenn da jetzt ein paar Leute das nur machen... muss ich auch immer auf der Hut sein, dass es andere auch machen.
00:43:10: Und du bist dann immer so zwischen, wer macht das?
00:43:12: Weil du weißt ja auch nicht, war das jetzt echt oder war das vorgetäucht?
00:43:15: Ich kann ja dann auch nur raten.
00:43:17: Ich denke dann auch, das sieht ein bisschen zugestellt aus.
00:43:20: Das heißt, mit dem Noise, der dann da reinkommt, wird dieses Ding so viel komplexer.
00:43:27: Vorher war es einfach nur so, du hast Informationen und du weißt, die Information ist echt, aber du weißt nicht, was sie bedeutet.
00:43:32: Und jetzt ist so, ja, du weißt nicht mehr, ob die Information echt ist.
00:43:35: Und wenn das jetzt auch nur zwanzig, dreißig Prozent der Zeit der Fall ist, dass sie falsch ist, das macht schon das ganze Ding so zerschießt schon dieses komplette Ding, dass einfach nur ein paar Leute, die das anfangen zu machen, schon das ganze System instabiler machen.
00:43:49: Hattest
00:43:50: du dann auch so eine Mannschaft um dich herum, die sich Videos von dir angeguckt haben und dir gesagt haben, Fedor hier, du guck mal, du bohst immer in der Nase, wenn du einen Ass hast, lass das mal sein.
00:43:57: Ja, wir waren immer in eine Gruppe von Leuten, wir haben das auch immer wieder mal gemacht, am meisten hat es mir geholfen, es bei mir selbst.
00:44:03: Also das hilft dann schon, natürlich hilft es immer wieder, auch so anderes Feedback zu bekommen, aber mir hat sehr viel geholfen, einfach mir selbst meine eigene Videofotage anzuschauen und zu gucken.
00:44:11: Weil ich kann vergleichen, wie ich mich gefühlt hab zu, das ist nochmal anders.
00:44:14: Also ich hab dann wirklich manchmal so, okay, ich weiß, aber ich halte dieses Gefühl jetzt fest, weil ich war voll nervös, ich hatte das Gefühl.
00:44:18: Und dann schau ich mir das mal auf Video an und ich war oft... Da merke ich auch meinen Perfektionismus und wie hart ich in den Situationen bin, weil ich mir oft dachte, wow, crazy.
00:44:26: Ich hab mich so nervös gefühlt, ich dachte, ey, es springt gleich aus dem Hals.
00:44:32: Und dann schau ich so und denk, krass, ich seh's gar nicht richtig.
00:44:35: Manchmal ist es spannend, wie die Eigenwahrnehmung und die Video-Footage ist.
00:44:39: Manchmal fällt mir gar nix auf, ich schau plötzlich footage und bin so, wow, da ist voll die Sache, da muss ich aufpassen.
00:44:45: Und wenn wir jetzt mal übertragen final was konntest du vom poker tisch mitnehmen in dein unternehmer karriere wenn es um verhandlung geht?
00:44:50: also ich hab schon verstanden nicht die leute ausreizen bis zum letzten aber war noch was dabei.
00:44:55: Was ganz lustig ist es hat es hat gar nicht so direkt was mit poker zu tun.
00:44:59: aber ich würde trotzdem auf meine erlebnisse in der poker welt zurückführen.
00:45:03: meine journey in der poker welt ist eine.
00:45:05: ich bin sehr sehr.
00:45:08: Also mein ganzes business ist extrem relationship basiert extrem.
00:45:12: also ich mach.
00:45:13: Das Allermeiste ohne Verträge, riesige Beträge.
00:45:17: Ich hab fünf Leute, mit denen ich alles teile.
00:45:21: Wir uns sehr, sehr oft mitnehmen.
00:45:23: Sehr, sehr, sehr viel Vertrauen da ist.
00:45:25: Und ich glaube, das hat sich aus dieser Pokerwelt entwickelt.
00:45:27: Das ist einfach dieses Verständnis von dieser Win-Win-Situation, die da entsteht, wenn du ... über zehn, fünfzehn Jahre lang mit Leuten andingend Arbeit ist, was da auch entsteht.
00:45:36: Also irgendwie so, wo ich jetzt sagen würde, keine Ahnung, ich hab zwölf Jahre mit einem zusammengearbeitet und im dreizehnten Jahr ist die craziest Opportunity entstanden, weil wir so ein starkes Vertrauensverhältnis haben.
00:45:47: Das hat mein komplettes Bild auf Beziehung, Business, Zusammenarbeit, Vertrauen, Loyalität geändert, weil ich früher schon viel transaktionaler gedacht hab.
00:45:55: Also früher war viel mehr dieses, okay, ohne dass ich da jetzt so ... krass mir das vorgenommen hat, was mir so okay, bloß nicht den Kürzeren ziehen.
00:46:03: Das war so ein ganz starkes Mindset, was ich in mir hatte.
00:46:06: Das war auch so mein Umfeld.
00:46:07: Es war so sehr viel so, okay, wir müssen alle gucken, dass wir irgendwo verarscht werden, dass uns niemand blinkt, so, dass man nie auf der kürzeren Seite steht.
00:46:13: Und da, zum Beispiel, bin ich jetzt gar nicht mehr so.
00:46:15: Da ist für mich so die Leute, mit denen ich wirklich eng bin, auch wenn man da mal unterschiedliche Sichtweisen hat, bin ich eher im Gegenteil so, bin ich eher so, hey.
00:46:21: Da, wo ich wirklich Vertrauen hab, lass uns schauen, dass das für alle fein ist.
00:46:25: Und auch wenn ich dann mal den kürzeren ziehe, geht das an eine Person, wo ich das wertschätze oder wo ich mich freue, dass die davon profitiert.
00:46:33: Das ist ganz anders geworden.
00:46:35: Und dadurch ist auch, wenn es jetzt um Verhandlungen geht, ich hab schon sehr klar quantifizierte Vorstellungen von ganz vielen Sachen.
00:46:41: Aber ich versuche in erster Linie erstmal mit Leuten zusammenzuarbeiten, wo ich dem gegenüber das gönne.
00:46:45: Und das ist wirklich, das schiftet alles komplett.
00:46:48: Also es ist halt oft so gewesen, dass okay, vielleicht lukrative Situationen, aber eigentlich kein so großes Vertrauensverhältnis zur gegenüberseite, das mache ich kaum noch.
00:46:56: Also es ist kaum noch, dass ich jetzt irgendwie eine Business oder einen, zum Beispiel Recurring Business oder eine Partnerschaft oder was, wo ich sage, ich habe eigentlich, eigentlich gönn ich's dem nicht so, eigentlich keinen so richtig Lust darauf.
00:47:07: Weil ich dann auch merke, ich bin viel Großzüge, mit Leuten, wo ich sage, so, ey.
00:47:11: Ganz ehrlich, der hat es verdient.
00:47:13: Der hat hart für gearbeitet und wenn das fünf Prozent mehr sind, als jetzt vielleicht so.
00:47:17: Also das ist zum Beispiel ein ganz großes Ding.
00:47:19: Und dann, wenn es um Verhandlungen geht, eine ganz große Sache, wo mir jemand einen Tipp gegeben hat, war so, schau, dass du so eintrittst oder so sprichst, dass du in zehn Jahren ein gutes Bild auf dich selbst hast.
00:47:33: Und das war krasser, als ich gedacht hätte.
00:47:37: Weil es dann schon Situationen gibt, wo man gänzlich unterschiedlicher Meinung ist.
00:47:41: Und dann wirklich auch so gerade in diesen Situationen, wo man merkt, man kommt nicht zusammen, dann dieses okay, ich will jetzt aber auch nicht drauftrampeln.
00:47:48: Ich will jetzt auch nicht absichtlich irgendwie da nahe, dann mach ich das nicht.
00:47:51: Oder man versucht dann, nässt die so mehr dieses hey, da kann ich dahinter stehen.
00:47:55: Auch wenn wir uns jetzt streiten oder ganz unterschiedliche Sichtweisen haben oder nicht auf einen Nenner kommen, ich zahl dir das, also ich werde jetzt nicht sagen, nee, das zahl ich dir nicht, sondern das ist das, was ich denke, was aus meiner Sicht das Richtige ist.
00:48:07: So Situationen zum Beispiel.
00:48:08: Und wenn es an konkrete Verhandlungen geht, ich würde sagen, ich bin sehr unorthodoxer Verhandler in ganz vielen Bereichen.
00:48:14: Also, ich denke mir sehr oft, ich versuch mir vorher ganz konkret zu denken, was möchte ich zahlen oder was möchte ich haben oder was, wie kann ich mir das vorstellen?
00:48:22: Und kaum so Situationen zu squeeze.
00:48:25: Beispielsweise, jetzt war irgendwie, ich wollte ein Haus kaufen und fand das Haus richtig nice.
00:48:31: Und hab mich, weil wir immer wieder Immobilien machen, hab ich zwei Berater von mir, Freunde, die sich sehr gut damit auskehren, mitgehalten.
00:48:38: Ich hab gesagt, hey, ich schätze, das ist so drei Millionen wert.
00:48:41: Hab ich gesagt, okay, hab ich überlegt, was ist mir wert?
00:48:43: Wo würd ich sagen, das ist mein persönlicher Aufschlag quasi.
00:48:46: Und hab dann gesagt, mit drei, sechs Millionen würd ich zahlen.
00:48:49: Das hab ich mir wirklich gut überlegt.
00:48:51: Und mein Gegenüber war so irritiert von seinem Bild von Pokerspieler, glaub ich.
00:48:57: So, ah, der zockt jetzt hier, der versucht mich hier irgendwie so ... Der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, der wird wahrscheinlich, Vier und halb geht.
00:49:29: Ich hab dir schon gesagt, das ist das, was ich sage.
00:49:31: Manchmal merke ich, ich profitiere gar nicht davon, dass mein Image Pokerspieler ist.
00:49:36: Weil ganz viele Gedanken haben, ich muss dann voll der Linke ... Ich versuch, die Leute abzuzocken und einen Riesenvorteil daraus zu gewinnen.
00:49:45: Meine Verhandlungstaktik ist oft, ich überleg mir, es gibt ein Spielraum.
00:49:50: Und es ist auch nicht so, dass ich immer komplett her schenke.
00:49:53: Aber ich versuch jetzt auch nicht Sachen so krass.
00:49:56: Und das weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob das so stark typisch Pokerspieler ist.
00:50:01: Aber das ist meine, das war meine Reise.
00:50:03: Und sag mal, der letzte Punkt, der mir noch eingefallen ist, der wahrscheinlich bei dir ganz stark aufsteht, ist Mustererkennung.
00:50:08: Und ich überlege, ob man das aufs Business übertragen kann.
00:50:11: Ich glaube, in jedem der Bereiche fast schon.
00:50:12: Also Risikomanagement ist das ehrliche ein Faktor.
00:50:14: Beim Verhandeln ist es ein Faktor.
00:50:16: Mustererkennung auch bei sich selbst, wenn es jetzt um mentales geht.
00:50:20: Aber... Was ist denn das eigentlich?
00:50:21: Was ist denn da so dran?
00:50:22: Also, es ist so ein bisschen wie Fahrradfahren.
00:50:24: Du sagst, alles kann ich einfach, kann ich dir nicht erklären, wenn ein Fahrradfahren lernt man fairerweise.
00:50:28: Aber weißt du, was ich meine?
00:50:29: Ist das so eine völlige Intuition oder hast du dir das über die Jahre angeeignet?
00:50:33: Also ich glaube sicher ein großer Teil ist, dass es bei mir schon sehr sehr früh angefangen hat.
00:50:37: Also dass ich mich sehr früh schon in Situationen wiedergefunden habe, wo ich diesen Skill trainiert habe.
00:50:42: Aber ich glaube, das ist schon der wichtige Teil, das irgendwie als Skill zu sehen.
00:50:44: Weil es ist irgendwie so, es schwebt so zwischen allem.
00:50:47: Es ist irgendwie so nicht so greifbar.
00:50:48: Was ist das genau?
00:50:49: Weil du machst jetzt nicht ein Training zur Mustererkennung.
00:50:52: Aber das ist glaube ich schon das, um was es irgendwie geht.
00:50:54: So wie trainierst du jetzt in irgendwas einen Zusammenhang zu erkennen?
00:50:58: Und ich merke das ganz viel bei Pokerspielern.
00:51:01: zeigt denen jetzt eine große Datenmenge und du hast jetzt zwanzig Minuten Zeit, find die beste Strategie, find den Zusammenhang, find den Fehler.
00:51:10: Und da hab ich schon das Gefühl, dass viele Unternehmer sich davor so ein bisschen, dass sie diese Situation vermeiden.
00:51:16: Also, schau dir dein Business an, ganz konkret in-depth mit allen Zahlen und ich finde zum Beispiel beim Unternehmen finde ich es andersrum am interessantesten.
00:51:25: Also, wo ist die größte Opportunity?
00:51:26: Wo siehst du jetzt einen... Sein Metrisch gesehen den größten Hebe zum Beispiel von eingesetztem Kapital zu return?
00:51:34: und diese Frage ist eine Frage die mit denen sich Ganz viele Unternehmer nicht wirklich konkret, also so, ich mach jetzt nichts anderes als das, ich setz mich jetzt dahin, ich schau mir das alles an und ich gucke jetzt wirklich, okay, ich rechne vielleicht auch mal, ich mich rechne super gerne, ich bin dann auch gerne mal okay, also, tausend Euro bring mir das und mach mal ein paar Beispiele und so, ah, und wie bringt mir das?
00:51:51: und was für eine Opportunity sehe ich da und so weiter und ich glaub, das ist so dieses, das ist natürlich, dass ich es irgendwie mehr gemacht hab und vielleicht auch eine natürliche Veranlagung dazu hab, aber ich glaub, es ist auch, ich liebe diese Situation und ich suche diese Situation und ich merke dann oft, Ich glaube, viele suchen die nicht so.
00:52:04: Ich glaube, viele setzen sich nicht hin und denken sich so, lass mich mal durchrechnen, was so die Opportunities in meiner Firma sind.
00:52:11: Also, es ist gar nicht nur Talent, sondern schon auch Handwerk.
00:52:13: Also, du musst dich sozusagen da auch so ein bisschen zu disziplinieren, dass du das immer machst, dass du nach diesem Worst dann suchst.
00:52:18: Würde ich schon sagen, ja.
00:52:19: Also, ich glaube, es ist so, am ehesten fällt es mir, aber im Business ist es so, es ist so schwer zu greifen irgendwie.
00:52:27: Ich finde es am schönsten oder am leichtesten in den Bereichen, wo es nur darum geht.
00:52:32: also wenn du jetzt in sowas bist wie eight marketing beispielsweise da kann man jetzt mit brand noch kommen so subjektive aspekte aber am ende geht ja für.
00:52:41: also der allergrößte teimte marketing ist ja okay was geht rein was kommt raus und da finde ich es immer wieder sehr faszinierend so dieser teil von.
00:52:48: also wenn man da dann mehr draus macht ich denke so da ist nicht mehr das einfach wie viel kostet das und wie viel bringt das und so dieses wie viel raum dann da drin teilweise noch gelassen wird für irgendwie ja aber dies und jenes und das ist halt Glaub ich.
00:53:00: jetzt so ein Beispiel, wo ich denke, nee, diesen Raum gibt's nicht.
00:53:07: Ja.
00:53:08: Fedor, ja, Mensch, guck mal.
00:53:09: Also, Risikomanagement, Mindset, Resilienz, Verhandlungen, Mustererkennung.
00:53:13: Also, es gibt ganz schön viele Parallelen zwischen deinem alten und deinem neuen Beruf.
00:53:17: Ob wir den alten das ja auch nicht völlig abgestreift.
00:53:19: Von daher ganz, ganz herzlichen Dank für diese schöne bunte Reise.
00:53:21: Noch mal seit dem Buch hier auch empfohlen.
00:53:23: Ich werde es mal auch in die Show-Notes packen.
00:53:25: Und ja, seh ich dich hoffentlich bald mal wieder hier.
00:53:26: Also, ich glaube, das schreit nach Fortsetzung.
00:53:28: Vielen, vielen Dank.
00:53:29: Danke dir.
00:53:29: Danke
00:53:32: fürs Zuhören beim Digital-Kompakt-Podcast.
00:53:36: Du merkst,
00:53:36: hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen heraus.
00:53:39: Wenn du mit uns noch erfolgreicher werden möchtest, abonniere uns auf den gängigen Podcast-Plattformen.
00:53:45: und hey, je größer wir werden, desto mehr Menschen können wir helfen.
00:53:50: Also, erzähl doch auch deinen Kolleginnen und Kollegen von uns.
00:53:54: Bis zum nächsten Mal.
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