Führung kompakt: Micromanagement – wie komme ich da raus?
Shownotes
Micromanagement wurzelt selten im Unvermögen des Teams, sondern in alten Mustern, verletzten Anteilen und der Angst, Kontrolle zu verlieren. Vanessa Laszlo zeigt, warum viele Führungskräfte sich zwischen Überverantwortung und Schmerzvermeidung verlieren und wie Überleistung als Schutzmechanismus wirkt. Einstieg in Delegation verlangt mehr als neue Tools – erst die Auseinandersetzung mit eigenen Grenzen und Wunden macht nachhaltigen Wandel möglich. Für alle, die Leistung neu deuten möchten. Du erfährst... ...wie Vanessa Laszlo emotionale Wunden als Karriere-Chance sieht. ...warum Micromanagement oft aus Angst vor Kontrollverlust entsteht. ...wie du durch Delegation Raum für strategisches Denken schaffst. ...warum Overachieving nicht gleich Peak Performance bedeutet. ...wie du mit der Skill-Will-Hill-Matrix Aufgaben effektiv delegierst. __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Joel Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt 👤 Vanessa Laszlo, Leadership & Performance Consulting __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 Übersicht aller Sponsoren __________________________ ||||| PLAYLISTS ||||| Lust auf mehr? Entdecke unsere Playlists mit weiteren spannenden Episoden zum Thema: 🎧 Leadership & Change 🎧 Leadership 🎧 Klar führen – Führung auf den Punkt gebracht __________________________ ||||| LEXIKON ||||| Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen: 🔹 Führung - Leitung und Steuerung von Teams oder Organisationen zur Erreichung von Zielen. 🔹 Skalierung - Der Prozess, ein Unternehmen zu erweitern, um mehr Kunden oder ein größeres Marktsegment zu bedienen. 🔹 Delegation - Übertragung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf andere Personen oder Abteilungen. 🔹 Entwicklungspsychologie - Ein Bereich der Psychologie, der sich mit den Veränderungen des Verhaltens und Erlebens im Laufe des Lebens befasst. 🔹 Overachieving - Ein Verhalten, bei dem eine Person überdurchschnittlich hohe Leistungen erbringt, oft getrieben von inneren Zwängen oder Ängsten. __________________________ ||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema (00:05:05) Overachiever vs. Peak Performer (00:09:45) Wie lerne ich zu delegieren? (00:15:40) Welche Aufgaben sollte man delegieren? __________________________ ||||| WIR ||||| 🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun. 👉 Mit meinem Podcast digital kompakt zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe 👉 Mit meinem Podcast 5 Dinge mit 20 zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten 👉 In meinem Newsletter fasse ich dir Jeden Freitag die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten. 💛 Abonniere „digital kompakt“ auf Apple Podcasts, Spotify & Co. Wenn dir die Folge gefallen hat, hinterlasse uns bitte eine Fünf-Sterne-Bewertung! 👥 Wir streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.Transkript anzeigen
00:00:00: Digital Kompakt.
00:00:01: Heute aus dem Bereich Führung.
00:00:03: Mit deinem Moderator Joel Kaczmarek.
00:00:06: Los geht's!
00:00:15: Hallo Leute, wir machen heute wieder Führung im Expressformat, denn ich habe wieder die gute Vanessa Laszlo zu Gast.
00:00:20: Ihr wisst, die liebe Vanessa hat seit über twenty-fünf Jahren.
00:00:23: Ey, das kann man gar nicht glauben bei ihrem guten Aussehen.
00:00:25: Eigentlich alles gelernt, was man in Sachen Führung lernen kann von irgendwie Psychologie.
00:00:28: Ach, tausend Sachen, ich seh sie gar nicht alle auf.
00:00:30: Aber falls ihr das Thema habt, das ihr als Führungskrifft sagt, ich hätte gern jemanden, der mich hier vollumfänglich psychologisch begleitet oder auch noch einiges mehr, dann ist Vanessa eure Frau.
00:00:38: Und wir nehmen uns ja immer echte Fragen aus der Praxis vor und machen hier im Expressformat.
00:00:42: Also wir reden wirklich von rund über zwanzig Minuten.
00:00:45: dass wir das mal durchtexten.
00:00:46: So und heute haben wir eine ganz spannende Frage.
00:00:49: Ich fühle mich leider adept, ehrlich gesagt, denn es geht um Micro-Management.
00:00:53: Und da es eine ganz simple Frage, die reingekommen ist und zwar...
00:00:56: Was tue ich, wenn ich ständig das Gefühl habe, es
00:00:59: selbst machen zu müssen?
00:01:00: Ich kenne, glaube ich, ganz viele von uns, die Vanessa, nämlich, dass man so geneigt ist, durch die Aufgaben auf den eigenen Schreibtisch zu ziehen.
00:01:07: So, und wir können natürlich gleich mal über so Themen wie Skalierung reden und Delegation, weil, wenn du wachsen willst, dann musst du natürlich Sachen abgeben.
00:01:15: Aber vielleicht fangen wir mal an, eher mit dem Motiv, was dahinter steckt, weil ich kenne dich ja ein bisschen.
00:01:19: Ich glaube, wenn ich dich jetzt frage, warum machen Menschen das, dass sie alles so micromanaged, dass sie alles lieber selbst machen.
00:01:24: Ich hab, wenn ich gesagt, in der Kindheit auch mal dieses Zitat bekommen, verlass dich auf andere, dann bist du verlassen.
00:01:29: Sind das schlechte Erfahrungen oder steckt ein bestimmter Typ Mensch dahinter?
00:01:33: Was würdest du sagen, was ist die Ursache, dass Menschen das machen?
00:01:35: Also erstmal verweist das Dilemma auf etwas, was ganz normal ist, wenn du karrieremäßig voranschreitest.
00:01:42: Du hast halt ein Dilemma.
00:01:43: Und das Dilemma ist das, wenn du in der Rolle vorher bist, in der du alles machst.
00:01:48: Dann hast du sozusagen dein Gehirn so trainiert und du hast genau diesen Wunsch, es auch weiterhin zu machen.
00:01:54: Wenn du jetzt auf einmal Führungskraft bist, kannst du nicht mehr alles machen, weil dann machst du denn eigentlich einen Job nicht.
00:02:00: Und das ist quasi erstmal was völlig Normales, was eben eine Nebenwirkung ist von Karriere, dass man seine Persönlichkeit dabei entwickeln darf.
00:02:08: Und an der Stelle ist dann halt dieser Entwicklungsschritt hinzu, wow, ich ertappe mich dabei, ich mache viel zu viel selbst.
00:02:15: Wie komme ich jetzt eigentlich von innen nach außen?
00:02:17: immer von innen nach außen dahin, das nicht mehr zu tun.
00:02:20: So, das ist jetzt erstmal eine ganz pragmatische Antwort.
00:02:23: Also es ist jetzt hier kein pathologischer Mechanismus, gar nicht.
00:02:25: Das ist völlig normal, dass man, wenn man zum Beispiel einen Rollenwechsel hat, dass man natürlich immer noch ganz viele Verhaltensmuster und Logiken hat aus der Rolle davor.
00:02:35: oder wenn man seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, aus der davor und der davor und der davor.
00:02:40: Das ist jetzt mal die erste Antwort.
00:02:41: Und jetzt würde ich gerne ein bisschen eskalieren.
00:02:43: Wenn jemand wirklich ganz, ganz hartnäckig immer wieder erlebt, ich mache Dinge selbst, es fällt mir extrem schwer, nicht nur Aufgaben, sondern auch Verantwortung zu delegieren, was dann nochmal was ganz anderes ist, ja.
00:02:55: Und wenn ich das tue, dann ertappe ich mich dabei, dass ich wirklich alles minutios überprüfe, den Leuten eigentlich hinterherrenne in meinem Coachingbedürfnis.
00:03:02: Ja, wenn irgendwas ist, melde ich und ich bin da und da.
00:03:05: kann und kann nicht loslassen, dann würde ich sagen, ist das auch ein Hinweis dazu, dass es vermutlich ein wesentlich größeres Motiv von dir befriedigt als Getting Things Done.
00:03:15: Da vermute ich jetzt therapeutisch, dass es sich um das Thema handelt, dass du entweder die Erfahrung gemacht hast, wenn ich es nicht mache, dann wird es nicht gemacht.
00:03:25: Also eine Einsamkeitserfahrung, die du ganz tapfer mit Leistung eben kompensierst.
00:03:30: Du löst es eben nicht durch, dann mache ich halt nichts, oder ich kack ab oder versage, sondern du löst es halt ganz tapfer mit Ärmeln hochkrempeln und machen.
00:03:37: Das heißt, dein Tunmuskel ist extremst asymetrisch ausgeprägt.
00:03:42: dass andere vielleicht gar keinen Raum kriegen, sich mal danebenzustellen, sagen, komm, gib mir mal was ab, ist doch viel zu schwer für dich, und guck mal, jetzt hast du Raum, was viel Geileres zu machen.
00:03:51: Und das andere ist, vielleicht hast du noch eine andere emotionale Wunde, welche auch immer.
00:03:55: Und nein, ich rede jetzt nicht von einem krassen Trauma, sondern ich rede wirklich von Dingen, die uns allen in unserem Leben passieren, nämlich, dass wir uns nicht genügend fühlen.
00:04:03: Und das kann im Kern eigentlich nur zwei Ausprägungen haben, entweder bis zu viel oder zu wenig.
00:04:08: Du bist nicht mal ein bisschen so wie dein Bruder, der kriegt das auch gebacken, ja.
00:04:11: oder was soll denn die Leute denken?
00:04:13: und nein, was sprechen wir hier nicht.
00:04:15: Das können kleine Irritationen sein, die aber in dem Moment einfach eine Wunde geschlagen haben.
00:04:20: Und dann läuft das so, wir können die Wunde nicht heilen, wir können nur den Schmerz mindern.
00:04:24: Und Menschen haben eine bunte Palette, you name it, wie man Schmerzen mindern kann.
00:04:29: Im Worst Case mit Drogen, mit sonstigen exzessiven Verhaltensweisen, mit Fluchtbiografien, mit sonst was.
00:04:36: In dem Case vielleicht mit Leistung.
00:04:38: Und für mich steckt, indem nicht delegieren können, eben auch so ein Overachieving Moment, so ein Overgiving Moment.
00:04:45: Ich will für alles und jeden da sein.
00:04:47: Ich will auf jeden Fall die allerhöchste Qualität nach den höchsten Gesichtspunkten liefern.
00:04:51: Und ich kann nicht loslassen, weil es sozusagen ganz stark mit einer Schmerzvermeidung für mich verbunden ist.
00:04:57: Das ist der eine Aspekt.
00:04:58: Und der andere ist natürlich diese Erfahrung, dass ich mich nicht auf Beziehung verlassen kann, sondern Kontrolle brauche.
00:05:05: Es liegt mir die ganze Zeit auf der Zunge, weil ich verlinke mal hier in den Schonennots von der Podcastfolge die Playlist mit allen Folgen von dir.
00:05:11: Und ich glaube, es war die erste.
00:05:13: Da haben wir genau über dieses Thema geredet, nämlich Peak Performance versus Overachieving.
00:05:18: Also das geht ja genau in dieses Muster und wir können ja nochmal ganz kurz recapitulieren.
00:05:21: Also das ist genau das, was du gerade beschrieben hast, dass Menschen dann versuchen und irgendwann knallt man halt aber gegen die Decke, das immer durch Überleistung zu kompensieren.
00:05:29: Je weiter sie hochkommen, was aber irgendwann als Pattern nicht mehr funktioniert und dann krachen sie halt gegen so eine Art Decke.
00:05:34: Aber das kannst du vielleicht selber besser wiedergeben.
00:05:36: Mark, mach doch noch mal einen kurzen Expose dahin.
00:05:38: Also erstens mir fällt ein, wo wir darüber gesprochen haben, weil das war in fünf Dinge mit zwanzig, nur um die Quelle zu nennen, da haben wir das erste Mal darüber gesprochen.
00:05:45: Und das Ding ist das Overachieving.
00:05:47: kommt daher, dass du den Nullwert kontakarierst.
00:05:51: Ja, du machst deine eigene Skala auf und denkst ja, okay, egal in welchen Maßstäben ihr mest, ich mach einfach dreimal so viel, dann bin ich safe.
00:05:57: Aus welchen Gründen auch immer.
00:05:59: Und jetzt musst du dir vorstellen, das ist natürlich ein mega geiles Muster.
00:06:03: um erkannt und entdeckt zu werden.
00:06:06: Gerade in so einer typischen Karriere, wie sie Organisationen so profitputzen, halt im Anbieten ist das eine super, super Muster, weil du bist natürlich einfach bedingungsfrei gut.
00:06:16: Und das kann man nicht über jeden sagen.
00:06:18: Und wenn du bedingungsfrei gut bist und bedingungsfrei verträglicher, egal welchen Shit dir dahin gekart wird, du machst es, bist kein ninth of five Worker, du setzt sich da auch nach zum elf noch dran und am Wochenende und machst und trost.
00:06:28: Und wenn ihr jemand eine Gelegenheit gibt, dich zu beweisen, dann machst du das so, wirst du natürlich entdeckt als vielversprechendes Talent.
00:06:36: Und jetzt gehts die Treppe nach oben.
00:06:38: Und es funktioniert halt ungefähr im Mittel.
00:06:41: Im Mittel funktioniert das bis ans Ende des mittleren Managements.
00:06:45: Wenn du einfach immer noch die bedingungsfreiser Arbeitsarmeise bist oder der Lonesome Wolf, der das halt alles komplett selber rockt, ohne Anschlussfähigkeit an irgendwen und so, dann fehlt dir komplett das Set der Anschlussfähigkeit für oben.
00:06:59: Ein Overachie war... tut es aus einer Vermeidungshaltung heraus, dass du rausfällst, du vermeidest kritische Bemerkung, du vermeidest Schmerz letztendlich.
00:07:09: Du handelst letztendlich, selbst wenn du noch so gut bist, nicht vor dem Hintergrund deiner Stärken, sondern vor dem Hintergrund deiner Ängste.
00:07:16: Und wenn du in den Peak Performing Mode bist, dann ist das eine genau andere innere Positionierung.
00:07:21: Du vermeidest nicht, du gestaltest, du agierst absolut vor dem Hintergrund eines realistischen Selbstbildes.
00:07:27: Du weißt, wo du exzellent bist, du weißt, wo du mittelmäßig bist, du weißt, wo du vielleicht schlecht bist und du sorgst dafür, dass du die Bedingungen herstellst, um exzellent zu sein.
00:07:36: Das ist genau das Gegenteil.
00:07:37: Du bist eben nicht mehr bedingungsfrei gut, sondern du bist bedingungsvoll.
00:07:42: Super, super, super, super gut.
00:07:44: Jetzt vielleicht meine erste Frage vorne weg.
00:07:46: Hast du ja den Praxisblick.
00:07:47: Wie viele Menschen ist denn eigentlich klar, was ihre emotionale Wunde ist und dass sie eine Ha hapen?
00:07:52: oder ist das so komplett auf dem weißen Landteil der Karte?
00:07:56: Das ist schwierig zu sagen.
00:07:57: Ich glaube, leider nicht ist im Großteil der Menschen.
00:07:59: Also erst mal jeder Mensch hat emotionale Wunden.
00:08:02: Jeder.
00:08:02: Also selbst mit den liebevollsten Eltern, die wirklich auch aus einem erwachsenen Ich dieses Familien-Schiff gesteuert haben und nicht aus Kindanteilen, wo sie selbst verwundet waren,
00:08:12: etc.,
00:08:13: wirst du verwundet?
00:08:14: Weil es Missverständnisse gibt oder eine Situation Schnelligkeit erfordert, wo du vielleicht Ruhe und Achtsamkeit gebraucht hättest.
00:08:21: oder du kommst in die Schule und erlebst halt irgendeinen Shit.
00:08:25: total berührt, obwohl es niemand böse gemeint hat, wird bloß gestellt vom Lehrer, der vielleicht einfach nur pädagogisch besonders schlau sein wollte.
00:08:32: Oder weiß der Geier?
00:08:33: Also nochmal, wir reden hier nicht immer nur über das, was so Publikums wirksam gleich ein Trauma ist.
00:08:38: Wir reden über scheinbare Belanglosigkeiten, die aber in dem Moment für die betroffene Person eine ganz, ganz zentrale Bedeutung hatten.
00:08:47: Ja, ich würde lieber auch gerne normalisieren, wie wir damit umgehen und dass wir uns da heilen können.
00:08:52: Und dass wir da nicht stehen bleiben müssen.
00:08:54: Also zurück zu deiner Frage.
00:08:55: Was mache ich, wenn ich das bemerke?
00:08:57: Also erst mal Glückwunsch.
00:08:59: Damit bist du schon mal in einem Mega-Perzentil, weil das geht nicht jedem so.
00:09:03: Und dann kannst du dich a, darum kümmern, dass du an einem bestimmten Punkt heilst, wenn du das möchtest.
00:09:08: Und wenn du sagst, Nö, muss auch ohne Heilung gehen.
00:09:10: Ja, geht.
00:09:10: Das ist nicht ganz so schön, aber geht.
00:09:12: Dann kannst du b, dich pragmatisch krummitten.
00:09:15: eine klare Verhaltensänderung zu vollziehen, also gegen Training.
00:09:19: Und ich wirklich hinsetze und sage okay.
00:09:22: Das hier ist das Setup von allem, was ich tun muss.
00:09:24: Und jetzt überlege ich mal, habe ich meine Verantwortlichkeiten gut delegiert?
00:09:28: oder habe ich vielleicht den Kardinalfehler Nummer eins gemacht, dass ich meinen Leuten nur Aufgaben gegeben habe, die ich tracken muss und korrigieren muss und verbessern muss und weiß gar ja, was machen muss.
00:09:36: Und dann wirklich einfach in Gegentraining starten.
00:09:40: Man kann sich überlegen, ist entweder obszön einfach oder obszön schwer, wie alles essentiell im Leben.
00:09:45: Dann fangen wir mit dem zweiten Faulen an, weil du hast den grad schon so angerissen.
00:09:48: Wie mach ich denn das, sozusagen da in einen anderen Modus zu kommen, dass ich auf einmal fähig zur Delegation bin, dass ich nicht mehr in diese Falle tappe, wenn ich eigentlich so einen inneren Motor habe, der mich da hinbringt.
00:09:58: Also was würdest du sagen, wie gehe ich davor?
00:10:00: Indem du dir bewusst machst, dass du erstmal nur ein scheiß Gefühl hast, weil du was Neues machst.
00:10:04: Ja, du übergibst nicht eine Aufgabe, du übergibst Verantwortung und damit verlässt du Kontrolle, etwas, womit du bisher gut klarkamst, so.
00:10:11: Das ist alles und alles Dinge, die unser Synapsenkino null mag, ja, weil Ergebnisoffenheit, signalisiert Gefahr, schickt uns sofort ein negatives Gefühl.
00:10:20: Ist aber okay.
00:10:21: Es ist erst mal ein negatives Gefühl, heißt nicht, das ist ganz schlimm und werden alle sterben, das heißt erst mal hoch, das neu kenne ich nicht, ist irgendwie amor auf Scheiße.
00:10:28: Dann machst du einen Maßnahmenplan und setzt ihn um.
00:10:31: Dazu gehört zum Beispiel, sich eine Auskunft zu geben.
00:10:33: Wer sind meine Key People?
00:10:35: Wer ist dieser Kreis?
00:10:36: Und ja, ich weiß, ich unterstelle damit, dass es nicht alle sind.
00:10:38: Aber es sind leider fast nie alle.
00:10:40: Ja, du hast immer so eine gausche, normal verteilte Ausprägung, eben normal.
00:10:45: Überlegt ihr, wer sind die Leute, die aus meiner Sicht wirklich am besten, am vernünftigsten performen?
00:10:52: Und mit denen fängst du an.
00:10:53: brauchst du für so was, was du gerade beschrieben hast, eigentlich so eine Art Time-Boxing, weil, wie du es gerade beschrieben hast, wie wenn ich einen neuen Muskel trainiere, das tut ja erst mal weh, Muskelkater, Haltungsschmerzen, was so ever.
00:11:04: So, dann ist es ja immer eine Verführung, wieder ins alte Muster zurückzuspringen.
00:11:09: So, wie kriege ich denn das hin, dass ich diesen Schmerzpunkt überkomme, dass ich sozusagen nicht der Verführung an Heimfalle, okay, komm, ich mach's doch lieber, wieder gibt mir wieder mein Schreibtisch voll?
00:11:18: Also das Beste ist, ein Gefühl richtig wahrzunehmen.
00:11:21: Dann A, verkürzt sich die Leidensdauer und B, kommst du schneller drüber hinweg.
00:11:25: Macht ihr nicht noch den Druck, dass sich das jetzt geil oder normal anfüllen muss?
00:11:28: Nein, es fühlt sich scheiße an.
00:11:30: Und es fühlt sich übrigens auch scheiße an, eine Arbeit zurückzubekommen, die nach formellen Kriterien in Ordnung ist, aber nach individuellen Kriterien nicht.
00:11:38: Ja, weil du weißt, fuck, hätte ich besser machen können.
00:11:41: Ist auch irgendwie klar, weil ich hab viel mehr Erfahrung.
00:11:43: Ich hab das ganze Ding schon hundertmal gemacht.
00:11:46: Die Person, die es jetzt macht, macht es irgendwie zum ersten, zweiten, dritten Mal.
00:11:49: Natürlich ist das nicht smooth.
00:11:50: Aber, und da brauchst du eben eine Liedershipperspektive, eine langfristige Perspektive auch drauf.
00:11:56: Wenn du den Leuten nicht ermöglicht zu wachsen, ist das halt echt ein einsames Vergnügen der Beste zu sein.
00:12:01: Es ist viel cooler, in einem Raum zu sein, wo alle großartig sind, weil ihr das viel mehr Freiheit und ein Möglichkeitenraum zur Gestaltung gibt und die Dinge machen zu können, die du eigentlich machen sollst.
00:12:10: Was ja viele Führungskräfte kommen ja nie hin, irgendwie wirklich mal strategisch proaktiv zu sein, mal ganz abgesehen von ihren persönlichen Wichtigkeiten.
00:12:17: Es kann natürlich sein, dass diese Person de facto nicht dazu in der Lage ist.
00:12:22: Also ich habe immer so ein Trias als Diagnostik, die kommt eigentlich aus der Entwicklungspsychologie übrigens.
00:12:28: Sie hat gar nichts mit Business zu tun, aber man kann sie wunderbar benutzen, um Folgendes zu überprüfen, ist eine geile Filtervariable.
00:12:35: Also kannst du ja immer überlegen, Skill, Will oder Hill.
00:12:39: Also bei der Entwicklungspsychologie guckt man sich so Entwicklungen oder potenzielle Entwicklungsschäden bei Kindern an, fragt sich, ist das jetzt ein Fähigkeitsthema?
00:12:46: Kein Grund zur Panik, weil Fähigkeiten kann ich trainieren.
00:12:50: Oder nächste Stufe ist leider schon schwieriger zu beeinflussen.
00:12:53: Ist das vielleicht ein motivationales Thema, ein Haltungsthema?
00:12:57: Immer noch kein Grund zur Panik kann ich auch beeinflussen.
00:13:00: Es ist zwar schwieriger als rein Fähigkeiten zu trainieren, aber geht.
00:13:03: Oder aber Hill ist der Berg einfach zu hoch.
00:13:06: Und dann haben wir hier eine Entwicklungskrenzel an Entwicklungsschaden.
00:13:09: Da komme aber gleich zu, nämlich auch mal zu checken, welche Aufgaben delegiere ich denn eigentlich und was muss dafür gegeben sein.
00:13:14: Aber bevor wir das tun, geben wir jetzt natürlich auf die nachhaltige Lösung.
00:13:16: Also das Bessere wäre natürlich, dass ich meine emotionale Wunde geschlossen kriege, dass ich die verarztet bekomme.
00:13:22: Das klingt jetzt aber nicht so trivial einfach.
00:13:24: Vielleicht hast du ja aber Impulse.
00:13:26: Nee, das ist nicht so trivial.
00:13:27: einfach und das ist ja etwas, was ich immer in der Begleitung mit den Menschen mache, die mir ihr Vertrauen schenken, dass wir uns anschauen unter hohen Schutzbedingungen, aus einem kollektiven Commitment daraus.
00:13:39: Wo stehst du dir selbst im Weg?
00:13:40: Und warum machst du das?
00:13:42: Das hat ja einen wichtigen Grund.
00:13:43: Also, wo blockierst du quasi aus einem ganz wichtigen, noch nicht geborgenen Grund eine andere Entwicklung, die dir aber auch total wichtig ist.
00:13:50: Und das ist ja etwas, was mein Job zölligstverschleißfrei macht, finde ich, dass Karrieren wirklich letztendlich heilungsreisend sind.
00:13:58: Das ist auch wirklich meine absolute Überzeugung, also eine Karriere, die ist dir nicht ermöglicht, dich zu entwickeln, hin in dein... Bestmöglich ist selbst eine Karriere, die ist dir nicht ermöglicht zu heilen an den Punkten, wo du einfach wirklich Heilung brauchst, Trost, Schmerz.
00:14:13: Sonst was, es ist kein Cent wert, egal wie viel Kohle sind dir dafür geben.
00:14:17: Das gehört für mich und Trennmar zusammen.
00:14:19: Und wirklich substanzieller Erfolg, der was mit dir als Mensch zu tun hat, ist immer Persönlichkeitsgebunden.
00:14:26: Du kannst langfristig nicht erfolgreicher sein, als es deine Persönlichkeit hergibt.
00:14:30: Aber heißt es in der Konsequenz, wenn ich meinen inneren Kontrolletti loslassen will, dann muss ich eigentlich zum Therapeuten gehen und ein ganz anderes Thema lösen.
00:14:37: Also ist dann wirklich von Therapie, Psychologie in dem Eck was?
00:14:40: Also das mag jetzt komisch klingen, weil ich ja auch Therapeuten bin.
00:14:43: Ich finde jetzt nicht, dass jeder in Therapie rennen muss, weil es gibt sowieso schon zu wenig Plätze und wirklich Menschen mit kapitalen Leidensformen kriegen keinen Platz.
00:14:51: Das ist nicht die Lösung.
00:14:53: Es reicht oft, die Taschenlampe nach innen zu drehen.
00:14:56: Und mal zu überlegen, warum ist das so ein hartnäckiges Muster in mir?
00:15:00: Und ich kann nur empfehlen, es nicht alleine zu tun, weil man seinen blinden Fleck nicht sieht.
00:15:04: Den kriegst du halt nicht, auch wenn du dich umdrehst.
00:15:07: Und dafür ist es halt einfach sinnvoll, für die Dinge, die so blinde Fleckanzhällig sind, eine Begleitung zu haben, die nicht die selben Limitation hat wie du.
00:15:15: Einfach nur, weil sie ein anderer Mensch ist und hoffentlich intäger und gut ausgebildet.
00:15:20: Also, da macht es, finde ich, absolut Sinn, mal die Taschenlampe nach innen zu drehen und zu gucken.
00:15:25: Vor welchem Schmerz laufe ich eigentlich davon, in einem Routineverhaltensmuster, was aber inzwischen mich mehr limitiert, als es mir nutzt.
00:15:33: Und ich finde, dass man diese Waldensmuster auch anerkennen muss, weil die bringen weit.
00:15:37: Also es ist hoch anerkennenswert, überzuperformen.
00:15:40: So, und jetzt hab ich natürlich noch paar Abschlusssachen, und zwar zum einen.
00:15:43: Woran kenne ich denn eigentlich gut, wann ich delegieren sollte und wann nicht?
00:15:46: Also es ist ja nicht so, dass jeder Aufgabe delegiert gehört.
00:15:48: Manchmal macht es ja auch Sinn, weil man vielleicht eine gewisse Genialität hat bei Dingen, wo das Effizienter macht.
00:15:53: Hast du für dich so ein Entscheidungsmatrix, wonach du delegierst und wonach nicht?
00:15:56: Ich versuche, all das nicht zu machen, worin ich nicht exzellent bin, was leider eine Riesenmenge ist.
00:16:03: Jetzt sprichte mich natürlich eher auf meine Unternehmer-Journey an als Solopreneur.
00:16:08: Das ist natürlich auch so ein totaler Anfängerfehler, den man auch chronifiziert durchziehen kann, alles selber zu machen, weil gerade am Anfang hast du vielleicht auch nicht die Kohle oder checks es noch nicht ganz, wie es läuft und so.
00:16:19: Natürlich gewöhnt es dir dann, alles selbst zu machen, aber ich delege ja ganz, ganz viel, worin ich nicht gut bin.
00:16:25: Das finde ich ist aber auch für eine Führungskraft in einem Konzern eine wichtige Unterscheidung, wobei da natürlich viel leichter ist zu delegieren, weil es formelle Kriterien gibt natürlich.
00:16:35: Da hast du natürlich nicht nur selber eine Jobbeschreibung, eine Arbeitsanweisung, sondern jeder Mitarbeiter hat die auch in der Klarumrissen ist, was er machen soll.
00:16:42: Aber ist ganz lustig, weil das war die zweite Frage, die mir so im Kopf rumschwirte.
00:16:47: Was mache ich denn, wenn ich unter Ressourcenknappheit agiere?
00:16:49: Weil wenn du so ein Startup zum Beispiel hast, dann machst du halt ganz viel selber, weil du dir einfach nicht leisten kannst.
00:16:54: Zehn Leute zu heiern oder Dienstleister zu besorgen, die das machen.
00:16:57: Das ist die Realität.
00:16:59: und dann machst du was getan werden musst, aber mit dem Bewusstsein bitte, dass das eine Phase ist.
00:17:04: Und das ist die Schwierigkeit, ne?
00:17:05: Wenn du erst mal was richtig trainiert hast, klebt das an dir wie Pech und Schwefel.
00:17:10: Und das ist die Schwierigkeit, diese, in diesem Phasenmodell immer wieder mitzukriegen, Moment, wo stehen wir jetzt?
00:17:15: Und sind die Routinen, die wir uns individuell und kollektiv aufgelegt haben, überhaupt noch sinnvoll für unsere gegenwärtige und zukunftsorientierte Phase oder nicht?
00:17:25: Wenn wir also in dem Sinne ab und zu aufräumen würden, weißt du, so wie jede Küche, jeder Kleiderschrank davon profitiert, ab und zu mal wieder alles rauszukriegen.
00:17:33: zu nehmen und neu einzusortieren, ein paar Sachen wegzulegen und so weiter.
00:17:37: Und diese Arbeit machen viele Leute nicht, weswegen die wirklich beschwert mit Altlasten von manchmal Jahrzehnten durch sie gegengelaufen.
00:17:46: Also ich habe hier einiges gelernt, werde jetzt wohl auch mal hier auf meine inneren Konflikte gucken und mein Micromanagement loslassen.
00:17:52: Liebe Vanessa, vielen, vielen Dank.
00:17:54: Ich freue mich schon sehr aufs nächste Mal mit dir und für heute ganz herzlichen Dank.
00:17:57: Ich auch, vielen Dank, Joel.
00:18:00: Danke fürs Zuhören beim Digital-Kompakt-Podcast.
00:18:04: Du merkst, hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen heraus.
00:18:09: Wenn du mit uns noch erfolgreicher werden möchtest, abonniere uns auf den gängigen Podcast-Plattformen und hey, je größer wir werden, desto mehr Menschen können wir helfen.
00:18:19: Also, erzähl doch auch deinen Kolleginnen und Kollegen von uns.
00:18:22: Bis zum nächsten Mal.
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