Börsengang als Familienunternehmen 1: Struktur, Vor- und Vorurteile
Shownotes
Mythen rund um den Börsengang prägen den Mittelstand – doch die Praxis zeigt: Familienunternehmen bleiben am Steuer, gewinnen Sichtbarkeit und sichern Nachfolge. Die Stimmen von Deutscher-Börse-Consultant Michaela Daldrup, Wirtschaftsprüfer Jörg Wiegand und Chartered Financial Analyst Hendrik Rathje schaffen Klarheit. Sie zeichnen Chancen und Stolpersteine eines IPO aus nächster Nähe, geben Einblick in echte Herausforderungen und zeigen, wie Vertrauen den Wandel trägt.
Du erfährst…
…wie Familienunternehmen erfolgreich an die Börse gehen und welche Vorteile das bietet.
…welche Mythen über Börsengänge existieren und wie sie widerlegt werden.
…wie die Deutsche Börse Familienunternehmen bei der Börsennotierung unterstützt.
||||| PERSONEN |||||
👤 Joel Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt
👤 Michaela Daldrup-Arnold, Deutsche Börse AG
👤 Jörg Wiegand, Partner / Wirtschaftsprüfer bei Möhrle Happ Luther
👤 Hendrik Rathje, Partner bei Möhrle Happ Luther
||||| SPONSOREN |||||
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💪 Diese Folge entstand in Partnerschaft mit Deutsche Börse
||||| PLAYLISTS |||||
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🎧 Börsengang & Pre-IPO
||||| LEXIKON |||||
Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen:
🔹 **Prospektpflichten** - Gesetzliche Anforderungen, die vorschreiben, dass detaillierte Informationen in einem Prospekt offengelegt werden müssen.
🔹 **ESG-Berichterstattung** - Berichterstattung über Umwelt, Soziale und Governance-Kriterien, die zunehmend von Investoren gefordert wird.
🔹 **Reporting Standards** - Standards und Richtlinien für die Erstellung von Finanzberichten und Abschlüssen.
🔹 **Impairment-Test** - Eine Bewertung, um festzustellen, ob der Buchwert eines Vermögenswerts den erzielbaren Betrag übersteigt und somit eine Abschreibung erforderlich ist.
🔹 **Restatement** - Die Korrektur zuvor veröffentlichter Finanzberichte aufgrund von Fehlern oder Unstimmigkeiten.
||||| KAPITEL |||||
(00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema
(00:01:35) Warum der Börsengang von Familienunternehmen oft kritisch gesehen wird
(00:10:51) Gründe für die Zurückhaltung von Familienunternehmen beim IPO
(00:14:53) Strategien zur erfolgreichen Vorbereitung auf den Börsengang und typischer Ablauf eines IPOs
(00:27:09) Schlüsselfaktoren für Erfolg oder Misserfolg beim Börsengang
(00:30:05) Veränderungen und Herausforderungen nach dem IPO
(00:37:52) Auswirkungen des Börsengangs auf die Unternehmensstruktur
||||| WIR |||||
🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun.
👉 Mit meinem Podcast digital kompakt zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe
👉 Mit meinem Podcast 5 Dinge mit 20 zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten
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Transkript anzeigen
00:00:00: Digital Kompakt.
00:00:01: Heute
00:00:02: aus dem Bereich Börse.
00:00:03: Mit deinem Moderator
00:00:04: Joel Kaczmarek
00:00:05: und den Experten der Deutschen
00:00:07: Börse.
00:00:08: Los
00:00:08: geht's!
00:00:14: Hallo Leute, sag mal, habt ihr das auch mitgekriegt?
00:00:16: Da draußen wird ja fleißig gerade über Börsengange geredet, dass die irgendwie nicht stattfinden und dass gerade Familienunternehmen das doch mal kritisch sehen.
00:00:21: Da hab ich mir gedacht, hallo, das kann ja wohl gar nicht sein.
00:00:24: Seit Jahren arbeite ich schon mit der deutschen Börse zusammen über dieses Thema mal aufzuklären.
00:00:28: und sind wir mal ehrlich, Börsengange sind ja das, was unsere Rückschaft nach vorne bringt.
00:00:31: Und deswegen hab ich mir heute gesagt, da reden wir mal drüber und zwar als Mehrteiler.
00:00:35: Ich mach so ein Mehrteiler über das Thema Börsengange als Familienunternehmen.
00:00:38: Und in Teil eins fangen wir mal an, über Strukturen zu reden.
00:00:40: Also wir reden mal, was für Strategien stecken dahinter.
00:00:43: Wie läuft das so grob ab?
00:00:45: Und was ist dann eigentlich hinterher anders?
00:00:46: Das ist Teil eins.
00:00:47: Und in Teil zwei reden wir dann darüber, okay,
00:00:50: steuern,
00:00:50: rechtliche Aspekte, was kommt da eigentlich auf mich zu?
00:00:53: Weil, wie gesagt, ein superwettvolles Instrument, wo heute in der Kommunikation immer behauptet, wo du das mag, keiner machen, dabei ist doch da ganz viel dran.
00:01:00: So, und andere Leute, die das genauso sehen wie ich, sind nämlich gleich hier mit mir im Podcast.
00:01:04: Und zwar ist das zum einen die liebe Michaela Daldrup, die konsultet bei der deutschen Börse.
00:01:08: Also die weiß von Hause aus, wie das geht.
00:01:09: Die nimmt mich mit der Börsenperspektive mit hinter die Kulissen.
00:01:12: zwei aus der Anwaltswelt, und zwar von der Kanzlei Merle Hub Luther.
00:01:16: Genauer gesagt sind das zwei Partner, und zwar zum einen der liebe Henry Gratje, der ist dort in der Beratungsabteilung Partner und für Charter Financial Analysts Sachen zuständig, und der liebe Jörg Wiegand, der ist als Partner in der Wirtschaftsprücherungsgesellschaft.
00:01:28: Also ihr merkt, wir sind hier in besten Händen, wenn es um Börsinger geht, und that being said, hallo ihr drei, schön, dass ihr da seid.
00:01:33: Hallo.
00:01:34: Hallo,
00:01:34: schön.
00:01:34: Hallo.
00:01:35: So, und ich meine, vielleicht fahren wir mit dir mal an, Michaela, ich habe das ja, wie gesagt, gerade so anmoderiert, dass das häufig kritisch gesehen wird in letzter Zeit, also besonders für Familien geführte Unternehmen sei es vermeintlich schwierig so ein Börsengang zu starten.
00:01:45: So dieses Narrativ Börse und Familie passt nicht zusammen.
00:01:48: Ist das überhaupt so?
00:01:49: Nein, also tatsächlich ist es so, dass uns auch ganz oft dieser Mythos begegnete Börse und Familie oder Familienunternehmen sind eigentlich überhaupt nicht miteinander zu vereinen.
00:01:59: Und das ist tatsächlich ziemlich überraschend, denn die Realität ist eine ganz andere.
00:02:03: An der deutschen Börse sind beispielsweise vierzig Prozent aller gelisteten Unternehmen, Familienunternehmen.
00:02:07: Also entweder tatsächlich Familien geführt, aber zumindest noch mehrheitlich in der Hand einer Familie.
00:02:13: Und da gibt es diverse Erfolgsgeschichten, von denen wir berichten können.
00:02:17: Zum einen ist es zum Beispiel so, dass die Mehrheit der Unternehmen, die erfolgreich aus dem neuen Markt hervorgegangen sind, Familien geführt sind.
00:02:23: Wir haben auch immer wieder Börsenjubiläen, die wir im Rahmen von den sogenannten Bell-Ringings bei uns auf dem Börsenpaket feiern.
00:02:29: Und jetzt ganz aktuell zum Beispiel Nemechek oder die FuchsSI.
00:02:33: die jetzt ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum als gelistetes Familienunternehmen mit uns begangen haben.
00:02:39: Und das zeigt natürlich exemplarisch, dass so diese langfristige Vereinbarkeit von Familie und Kapitalmarkt durchaus gegeben ist.
00:02:46: Und auf der anderen Seite zeigt uns das aber auch, dass es eben nicht nur die großen Konzerne sind, wie im BMW Henkel oder Porsche beispielsweise, die einem ja wahrscheinlich direkt einfallen, wenn man über das Thema spricht, die gelistet sind, sondern eben wirklich auch klassische Mittelständler.
00:03:01: Und ich glaube, was hinter diesem Mythos so ein bisschen hintersteht, ist eigentlich der Gedanke, dass so die kurzfristigen Ziele der Börse mit den langfristigen Zielen von Familienunternehmen konkurrieren.
00:03:10: Also was uns so in der Realität ganz häufig begegnet, ist tatsächlich so die Aussage, na ja, die Börse denkt in Quartalszahlen und der Familienunternehmer denkt in Generationen.
00:03:19: Und das ist halt sehr, sehr kurz.
00:03:21: gedacht oder eigentlich sehr, sehr vereinfacht gesagt, denn wir glauben eben, dass es eigentlich eine ausgewogene Kombination beider Zielarten ist, die am Ende den Erfolg bringt.
00:03:29: Also, dass im Grunde die kurzfristigen Ziele der notwendige Baustellen sind, um langfristige Visionen umzusetzen, auch innerhalb des Familienunternehmens.
00:03:37: Und genau, es gibt ja im Grunde so zwei Problemstellungen, die ich da mal besonders herausheben würde.
00:03:42: die eigentlich mit einem Börsengang, ich möchte jetzt nicht sagen, gelöst werden können, aber die zumindest ein guter Ansatz sein können.
00:03:48: Ja, wie soll man sagen, um einmal das Thema Nachfolge und zum zweiten das Thema Mitarbeitergewinnung anzupacken.
00:03:54: Ich will das jetzt auch nicht zu sehr für allgemein an, aber ich glaube, wir wissen alle Thema Mitarbeitergewinnung, qualifizierte Mitarbeiter finden.
00:04:00: Das ist in Deutschland, in Europa ein Riesenthema.
00:04:02: Und das ist eben insbesondere für Mittelstände nochmal.
00:04:05: schwieriger, denn wie wir alle wissen, die kleineren Unternehmen, die Mittelstände, die sitzen nicht unbedingt in den großen Metropolen, die sind erländlich angesiedelt und da kann so ein Börsengang, so eine Börsenotiz natürlich wahnsinnig dazu beitragen, mehr Sichtbarkeit zu bekommen, attraktiver zu werden als Arbeitgeber.
00:04:20: Und auf der anderen Seite eben diese Nachfreuproblematik, auch ein Riesenthema aktuell, da muss man halt sagen, ein Börsengang erleichtert.
00:04:29: Die Nachfolge dahingehend, dass es einmal zu einer Professionalisierung führt.
00:04:32: Also man hat dadurch einfach die Möglichkeit, vielleicht auch einen externen Manager besser erst mal anzustellen, wenn noch kein Familieninterner Nachfolger da ist.
00:04:40: Und zum anderen ermöglicht es eben auch, den Familien, die dann verschiedene Rollen in einem Unternehmen einzunehmen.
00:04:45: Also es ist eben nicht nur noch die klassische Managementrolle da, sondern beispielsweise kann vielleicht der Sohn oder die Tochter sagen, ich möchte ein Kontrollgremium aktiv werden.
00:04:53: Oder ich möchte mich vielleicht ganz zurückziehen und bin nur noch ein passiver Teilhaber.
00:04:56: Und da gibt es ein schönes Beispiel.
00:04:58: Jetzt gerade im Jahr twenty-fünfzwanzig hatten wir einen ganz tollen Börsengang in unser Mittelstandssegment scale von der Pfisterer SI, die eben rund hundert Millionen Euro Kapital über die Börse aufgenommen haben, auch ein ganz klassisches Familienunternehmen und die einfach ganz klar zeigen, die Familie sitzt da immer noch im Driver Seat.
00:05:17: Also die sind immer noch Mehrheitseigentümer und die haben immer noch die Kontrolle und Es ist strategisch ein ganz wichtiger Schritt für die gewesen und überhaupt kein Nachteil diesen Börsengang durchzuführen.
00:05:26: Also
00:05:26: Jörg, habe ich gerade schon ganz bedächtig nicken sehen bei dem Thema.
00:05:29: Vielleicht kannst du uns ja auch mal mit deiner Perspektive abholen, wie die Leute sozusagen das wahrnehmen, warum die das tun, was so Motive sind als Familienunternehmen, die Börsen betracht zu ziehen.
00:05:36: Beistens
00:05:37: sind es... Finanzierungsaspekte dabei, weil die Unternehmen eigentlich ihr Eigen, sage ich mal schon, die Mittelstände, sage ich mal, viel Fremdkapital aufgenommen haben und ihr Geschäft zu entwickeln.
00:05:49: Und irgendwann müssen sie eben halt mehr Eigenkapital haben, um die Eigenkapitalquote auch auf zu bessern.
00:05:56: Und da ist eben halt so ein Börsengang, eben halt ein sehr hilfreiches Instrument.
00:06:02: nicht um eben halt zu sagen, okay, ich kann damit auch weiter hinwachsen und muss natürlich auch fairerweise sagen, wenn ich Eigenkapital aufnehme, ist es natürlich so, dass man auch eben halt eigentlich Mitunternehmer hat, nämlich Aktionäre.
00:06:14: Ja, und eine Bank muss ich eben halt eben halt mit bedienen und diese Aktionäre partizipieren eben halt dann auch an diesen wahnsinnig erfolgreichen Hitten-Champions, die wir hier mal in Deutschland haben.
00:06:24: Und das ganz klar ist, ist es natürlich auch das Thema Mitarbeitergewinnung, weil so ein Börsengrang, man ist eben halt sichtbar.
00:06:32: Also man ist eben halt nicht mehr, sag ich mal da, vielleicht in der Provinz und da, wo vielleicht die Leute nicht so gerne hingucken oder so.
00:06:40: Sondern man ist eben halt dann an der Börse.
00:06:43: Und dann muss man eben halt auch sichtbar werden.
00:06:45: Man muss natürlich auch über Dinge berichten, was so in seinem Unternehmen passiert.
00:06:50: Und am Ende des Tages, wir haben das ja alle mitbekommen, warum?
00:06:54: war beispielsweise auch die andere Alternative während Verkauf.
00:06:58: Also das haben wir ja nun gerade bei Fissmann gesehen.
00:07:00: Nicht weil man eben halt nicht dann sozusagen die Power hat, sage ich mal, wie ich gleich für so ganz große Unternehmen.
00:07:06: Und dafür wäre es ihm halt immer schade, wenn solche Unternehmen sich eben halt nicht entwickeln können.
00:07:11: Und das ist dann halt ein Instrumentarium letztendlich auch, um die langfristige, sage ich mal, Vision noch umzusetzen.
00:07:19: Wenn man es auf die Spitze treiben würde, müsste man ja sagen, auch Volkswagen ist ja ein Familienunternehmen, weil ein Großteil dieser Aktien sind eben halt immer noch in Familienhand und BMW ist ja auch, sage ich mal, eigentlich fast ein Familienunternehmen.
00:07:33: Aber diese Unternehmen sind diese Schritte gegangen und ganz klar.
00:07:36: muss ich auch dazu sagen, das führt zu einer Professionalisierung.
00:07:39: Ja.
00:07:40: Gut, okay.
00:07:40: Also ich habe schon mal gelernt, Employer Branding ist auch ein wesentliches Thema, Eigenkapitalquote in den Griff kriegen.
00:07:46: Und jetzt kann ja Michaela vielleicht uns auch nochmal ein paar Beispiele an die Hand nehmen.
00:07:49: Also das ist ja eben schon Pfisterer genannt.
00:07:50: Ich finde ein anderes schönes Beispiel, was ich eigentlich anbietet, ist Filmmann, habe ich spät erst realisiert.
00:07:54: Also da denkt man auch irgendwie immer, ach, okay, guck mal, Familienunternehmen, aber auch Börse notiert, aber mit einem ganz besonderen Dreh.
00:07:59: Genau, also die Filmmann, bei der Filmangruppe ist es im Grunde genommen so, dass Da immer noch ein Fünfzig Prozent in Familienhand legen, viel man ist schon ganz, ganz lange bei der deutschen Börse gelistet und hat das eben als strategischen Vorteil für sich eigentlich erkannt diesen IPO zu machen.
00:08:13: Und ich weiß nicht, Herr Wiegern würde vielleicht auch noch mal was zu dem Thema Stiftung und Börsennotiz sagen.
00:08:19: Mit der Stiftung hat man natürlich in Großteil seine Anteile erst einmal, ich würde nicht sagen den sicheren Hafen geschaffen, aber wenn es in einer Stiftung drin ist, dann ist es eben halt.
00:08:28: der Familie erst einmal zugedacht.
00:08:30: Wir kennen ja auch andere, die eben halt nicht an der Börse sind, beispielsweise der Orthophasand.
00:08:34: Das ist ja durch die Presse auch gegangen, dass dort eben halt auch alle Anteile in der Familie jetzt liegen und dann eben halt dann in einer Stiftung.
00:08:41: Das bietet sich immer dann natürlich an, wenn die Familienstämme immer größer werden und das immer weiter versplittert.
00:08:48: Und irgendwann steht man halt vor dem Problem, ja, jetzt muss ich den auszahlen oder ich muss den auszahlen.
00:08:53: Und dann sagt man eher, okay, man rettet das Familienunternehmen und briegt es in einen sicheren Hafen eben halt in eine Stiftung.
00:09:00: Das hat mich jetzt unbedingt immer was mit steuerlichen Themen zu tun, sondern ganz einfach, man möchte das, ja, wie sagt man so schön, das Erbe behalten.
00:09:09: Auch das, was man geschafft hat.
00:09:11: Also ein ganz großer, wenn ich das richtig in der Erinnerung habe, war, glaube ich, auch Tüssen Grub, der dann eben halt... seine berühmte Villa da gebaut hat, wo eben halt sozusagen die Anteile von diesen Gruppen drin sind.
00:09:22: Ja,
00:09:23: genau.
00:09:23: Und ich glaube bei Fiemann war es ja so, dass die Zwei-Tausend-Zwölf erst sozusagen der Großteil der Aktien in diese Fiemann-Stiftung übertragen worden ist, eben auch mit der Begründung, diese Wertorientierung des Unternehmens weiterzuerhaltene Übergenerationen.
00:09:34: Also, ich glaube, das ist eigentlich auch nochmal ein schönes Beispiel, um zu zeigen, familiäre Werte und Kapitalmarkt kann funktionieren und funktioniert in diesem Fall eigentlich ziemlich hervorragend.
00:09:44: Wenn ich das ergänzen darf, also ich kenne ein internationales Beispiel, was sehr gut ist, wenn man sich Amplifon beispielsweise anguckt.
00:09:52: Das ist der größte Hörgeräte, Headler der Welt.
00:09:56: Und da ist die Familie eben halt noch drin.
00:09:58: Und die nehmen eben halt eine ganz aktive Rolle ein und sagen beispielsweise so Themen wie... Werte, Visionen, wo wollen wir hin?
00:10:08: Was ist wichtig für uns?
00:10:09: Dem nehmen die sich eben halt an und sage ich mal so, kümmern sich halt nicht mehr so um das Tagesgeschäft, sondern eher um die Herzensthemen.
00:10:17: Und das ist ja auch eine ganz schöne Angelegenheit.
00:10:19: Ja, und ich glaube, das ist auch das, wo ja viele Familienunternehmer so ein bisschen Angst haben, dass genau das verloren geht.
00:10:26: Sobald man eigentlich die Investoren reinlässt, die Aktionäre reinlässt, und das ist eigentlich das, wo wir so ein bisschen auch als Deutsche Börse mit aufräumen wollen.
00:10:33: Da ist ganz viel, wie soll man sagen, ja, Mythen ist vielleicht gar nicht der Unwissenhalt vielleicht unterwegs, wo wir halt sagen, okay, da müssen wir ran und da müssen wir positive Beispiele bringen, die zeigen, es kann echt ganz anders sein.
00:10:43: Es kann sogar ein großer Mehrwert sein, auch für die Familie.
00:10:46: Hendrik, und wir können ja auch mal deine Perspektive dazu holen und nämlich mal der Frage nachgehen.
00:10:51: Warum ist es eigentlich trotzdem so, dass wir aktuell nur wenige Familienunternehmen sind, die so ein IPO umsetzen?
00:10:56: Also woran liegt das?
00:10:57: Was ist denn das so, was die eigentlich primär abschreckt?
00:10:59: Ja, das ist natürlich ganz viel das, was irgendwie die grundsätzlichen Mythen dazu sind, die Michael auch schon angesprochen hatte.
00:11:07: Also, dass man seine Kontrolle verliert.
00:11:09: Das ist, glaube ich, immer das Allererste, was gedacht wird.
00:11:12: Es wird halt immer gedacht, ich muss jetzt hundert Prozent meiner Anteile an die Börse bringen und hab dann komplett meinen... Meine Macht verloren, mein Mitspracherecht verloren.
00:11:22: Das ist, glaube ich, eines der allergrößten Themen, die es dort immer gibt.
00:11:26: Es ist natürlich auch so, dass so ein Börsengang nicht etwas ist, was man mal eben so macht.
00:11:31: Das erfordert viel Vorbereitung, das ist mit hohem Aufwand, hohen Kosten verbunden.
00:11:37: Man braucht verschiedenste Berater, man braucht einen Rechtsberater, man braucht eine Investmentbank, man braucht einen Wirtschaftsprüfer, der das Ganze begleitet.
00:11:45: Das kostet natürlich im ersten Schritt erstmal ein Riesenhaufen Geld.
00:11:49: Und man muss auch danach, selbst wenn man schon an der Börse ist, dann wesentlich größeren Transparenzpflichten nachgehen, weil natürlich die ganzen Anleger wissen wollen, wie steht das eigentlich um das Unternehmen?
00:11:59: Und man hat auch viele rechtliche Verpflichtungen, die man dann dort dann nachkommen muss.
00:12:05: Und ja, wenn man da auch, ich sage mal, im Hinblick dann auf zum Beispiel seine Kommunikation, das, was man dann auch veröffentlichen muss, vielleicht auch nicht so geschickt ist, vielleicht auch hier und da die falschen Berater an Bord hat oder ähnliches, dann kann das auch... Ganz schnell mal dazu kommen, dass der Börsenkurs dann nicht mehr so rosig aussieht oder dass die IPO schief geht.
00:12:24: Und auch das ist natürlich etwas, das ist ja nichts, was offenbar bedeutet, das Unternehmen ist jetzt etwas ganz schlechtes geworden.
00:12:30: Das ist ein Unternehmen, das hat keine Zukunft mehr, nur weil der Börsenkurs kurz abgerutscht ist.
00:12:35: Sondern das ist ja so Schwankung gehören an der Börse dazu und mit diesem Schmerz, den man dabei auch empfindet.
00:12:41: ist ja häufig das Lebenswerk, was da dann an die Börse gebracht wurde.
00:12:45: Damit muss man auch umgehen können.
00:12:46: Und das sind halt alles Themen, wo dann gesagt wird, ja, vielleicht dann doch lieber nicht, dann bleiben wir doch lieber eine Nummer klein da, versuchen uns anders zu finanzieren, vielleicht auch noch anders Eigenkapital einzusammeln.
00:12:57: Finanzinvestoren sind ja auch gerne genommen an der Stelle.
00:13:00: Aber das ist, was man da auch häufig dann sagen muss, gerade auf dem Hinblick auf Finanzinvestoren.
00:13:05: Wenn man die dann drin hat, ist es auch nicht unbedingt netter, als wenn man an der Börse ist.
00:13:09: Die sind teilweise sogar noch wesentlich anstrengender.
00:13:12: In der Hinsicht ja.
00:13:14: Und ich glaube auch gerade zu dem Thema Finanzinvestor.
00:13:17: Also ich komme selbst aus einem mittelständischen Unternehmen.
00:13:19: Wir sind auch gelistet in Scale.
00:13:21: Ich glaube, darf Prallen dann wirklich welten aufeinander?
00:13:23: Und das ist, also ich glaube, das wissen Sie dann auch noch mal besser als ich.
00:13:27: Aber das geht dann in der Realität dann doch auch häufig schief.
00:13:30: Und natürlich, also wir kommen da sicherlich auch gleich nochmal zu, zu den Vorteilen eines Börsengangs.
00:13:34: Natürlich ist Börsengang auch Börsengang auch Vorbereitung, ja, das bedeutet auch Arbeit, ja.
00:13:40: Aber man darf halt oder man muss an der Stelle auch sagen, also die Deutsche Börse hat ja mit dem Capital Market Partner Netzwerk da einfach wirklich ein Netzwerk von Experten, von Kapitalmarkt Experten, die das Ganze auch wirklich hoch professionell begleiten.
00:13:51: Und ich glaube wirklich, wenn man sich überlegt, was ist die Alternative?
00:13:54: Ich glaube, ein Finanzinvestor in einem Familienunternehmen stelle ich mir persönlich ganz, ganz... ganz grausam und schwierig vor.
00:14:00: Also kann man bestimmt auch nicht immer vor allgemein an, aber korrekt, gebe ich ihn hundertprozentig recht.
00:14:06: Und was wir halt auch mal festgestellt haben, ist Transparenz geht ja immer auch ein Herr mit Zinskosten.
00:14:13: Je transparenter sie sind, umso weniger müssen sie halt Zinsen zahlen.
00:14:16: Und ich glaube, wenn man das mal durchrechnen würde, würde man da relativ schnell zu einem guten Pay-off kommen.
00:14:24: Ja, und ich glaube halt gerade dieses Thema Transparenz, auch das hören wir immer wieder, eine so Angst vor dem gläsernden Unternehmen.
00:14:29: Man darf halt, man muss einfach sagen, Transparenz schafft Vertrauen.
00:14:32: Und das schafft, wie Sie schon gesagt haben, bei den Banken Vertrauen, weil man will ja dann vielleicht doch auch nochmal irgendwie eine Fremdfinanzierung haben.
00:14:38: Das eine schließt das andere ja nicht aus.
00:14:40: Es schafft aber auch Vertrauen bei Mitarbeitern, bei Geschäftspartnern, bei Investoren sowieso.
00:14:45: Deshalb auch das ist immer sehr negativ behaftet.
00:14:48: Ich glaube, da muss man auch ein bisschen von wegkommen.
00:14:50: Transparenz kann eine riesen Chance sein fürs Unternehmen.
00:14:53: Ich meine, Michaela, was ist denn sonst so eure Strategie, wie ihr mal Unternehmen von den Vorteilen überzeugt?
00:14:57: Also du hast ja schon ein paar angesprochen.
00:14:59: Aber wie kriegst du das denn so kommuniziert, dass man diese Ängste, über die wir jetzt schon viel geredet haben, quasi abfängt?
00:15:05: Klar, also wir versuchen natürlich ins Gespräch zu kommen mit den Mittelständern.
00:15:08: Man muss natürlich auch sagen, das ist eine ganz schwierige Zielgruppe.
00:15:10: Heute sind wir auch hier bei dir, um da ein bisschen drüber zu sprechen.
00:15:14: Das ist halt einfach so, was wir immer wieder ansprechen, das hat der Herr Wiegern gerade auch schon mal ins Gespräch gebracht, ist halt dieses Thema... Profisionalisierung als Gegenargument zu den Kosten und dem Aufwand.
00:15:25: Weil natürlich bedeutet ein IPO erst mal klar, ein IPO kostet Geld.
00:15:29: Überhaupt keine Frage.
00:15:30: Der Weltpapier Prospekt kostet Geld.
00:15:32: Wollen wir gar nicht irgendwie ungefähr zehn Prozent vom Emissionsvolumen sagen wir immer, um da jetzt auch nochmal vielleicht eine Zahl zu nennen.
00:15:38: Aber es bedeutet eben auch, dass der Unternehmer sich mit seinen Beratern, mit seinen Prozessen auseinandersetzen muss.
00:15:44: Und diese Prozesse werden im Rahmen dieser Vorbereitung in den allermeisten Fällen optimiert.
00:15:49: Es werden Strukturen geschaffen.
00:15:51: Und davon profitiert das Unternehmen eben langfristig.
00:15:54: Und ich glaube, das in Kombination mit dieser steigenden Bekanntheit, mit der Reputation, hat das am Ende so viele Vorteile.
00:16:00: Und das versuchen wir natürlich, den Unternehmen irgendwie klarzumachen.
00:16:04: Was wir aber auch sehen, ist, dass wir in der Öffentlichkeit ein bestimmtes Narrativ haben, was gerne bedient wird.
00:16:10: Und das führt so ein bisschen auch zu einem verzerrten Bild.
00:16:12: Also jetzt gerade vor ein paar Wochen stand wieder in der Börsenzeitung, glaube ich, irgendwie der Titel Börsengang bloß nicht.
00:16:18: Oder die Wirtschaftsworre hat irgendwie getitelt, Börsen sind nichts für deutsche Unternehmen.
00:16:22: Und das hilft uns natürlich auch nicht, weil ich glaube, das führt dann dazu, dass für ganz viele Unternehmer der IPO erst mal gar keine Option ist.
00:16:29: Und da müssen wir natürlich ran und diese Vorurteile müssen wir angehen.
00:16:32: Und da müssen wir wirklich anhand von Beispielen zeigen, die Realität ist einfach eine ganz andere.
00:16:38: Man muss auch sagen, es ist sicherlich auch kompliziert.
00:16:41: Ja, aber man muss vielleicht mal an der Stelle sagen, wenn man das mal bei Seite packt, ist es eben halt trotz aller Komplexität eben halt auch eine wahnsinnige Chance.
00:16:50: Man hat manchmal natürlich, das kann ich mir immer so bei den Unternehmern vorstellen, vielleicht das Gefühl, dass man mit den jetzigen Beratern oder mit dem jetzigen Netzwerk, mit dem man sich umgibt, eben halt vielleicht da nicht hinkommt, weil dieses Thema Börsengang, Börsengelistete Unternehmen zu betreuen, das ist eben halt ein sehr spezielles Feld.
00:17:11: Das machen eben halt auch nicht so viele Leute hier in Deutschland.
00:17:15: Und das kann man dann eben halt vielleicht nicht dann mit dem Steuerberater, mit dem man eben halt seit forty-fünf Jahren schon zusammenarbeitet.
00:17:22: Da wird es dann eben halt schwierig, denn der hat einfach andere Kompetenzen.
00:17:26: Aber es geht am Ende des Tages die Frage darum, wie will ich mein Unternehmen weiterentwickeln?
00:17:31: Lass uns doch mal eintauchen in den konkreten Ablauf.
00:17:33: Also wir haben ja schon viel über Ziele jetzt gesprochen.
00:17:35: Also wir haben über solche Geräte wie Kapitalbeschaffungen, wir haben über Employer-Branding geredet, Liquidität, über auch Systematisierung, also dass die ganzen Strukturen steigen.
00:17:44: Unternehmensnachfolge finde ich auch einen ganz spannenden Gedanken zu sagen.
00:17:46: Das könnte ja auch wirklich ein Werkzeug sein, um das zu regeln.
00:17:51: Hendrik, vielleicht können wir da mal ein Stück weit auf die Checkboxen eingeben, die ich abhaken muss, bevor ich so Börsen an gehen kann.
00:17:56: Also was würdest du sagen, was ist so im Rahmen der Vorbereitung des wichtigsten, worauf ich meinen Akzent setzen sollte?
00:18:02: Also es gibt natürlich ja verschiedenste Aspekte, die dort zu beachten sind.
00:18:07: Wenn man es mal zusammenfasst, ist das eine einmal die finanzielle Seite, dann ist das andere ja das rechtliche, zum Teil auch steuerliche und dann auch irgendwo noch das praktische, was dann irgendwo auch bedeutet, wo gehe ich zum Beispiel an die Börse.
00:18:22: Wenn wir mal, ich sag mal, beim finanziellen Aspekt beziehungsweise wirtschaftlichen Aspekt bleiben als erstes.
00:18:29: Es ist natürlich erstmal wichtig überhaupt einen Plan zu haben.
00:18:31: Also man muss sich darüber klaren sein, dass die Bewertung, die man dann das erste Mal bekommt, wenn man an die Börse geht, also wenn man die IPO gemacht hat, das dir auch, ja, also die hat man sich vorab einmal sozusagen selber gegeben.
00:18:46: Man hat sich selber einmal überlegt, ja, wie soll eigentlich meine Unternehmen nach vorne gehen?
00:18:51: Hat daraus einen Plan entwickelt, hat... sich nach Möglichkeit dann auch einen Bewertungsgutachten machen lassen oder ähnliches.
00:18:59: Und dafür muss man sich wirklich erst mal strategisch Gedanken machen, was ist eigentlich wichtig in meinem Unternehmen?
00:19:05: Was treibt den Wert meines Unternehmens?
00:19:08: Und das ist zum Beispiel etwas, das haben Unternehmer zwar irgendwie häufig sporadisch schon mal gemacht in ihrem Kopf, die sind ja häufig auch Leute, die sehr stark.
00:19:18: Ich sag mal, in ihrem Kopf sich strategisch fortentwickeln, das aber nie irgendwo zu Papier gebracht haben und das ist für viele dann häufig das erste Mal, wo sie so richtig sich darüber Gedanken gemacht haben und dann auch mal gesehen haben, wie übersetzt sich das dann eigentlich wirklich in Zahlen?
00:19:32: Das heißt, das ist schon mal so der erste Aspekt, mit dem man sich dann auseinandersetzen muss und sich dann auch mal wirklich die Frage stellen muss, gehen wir hier überhaupt den richtigen Weg oder tun wir das nicht?
00:19:43: Das heißt, da ist schon mal so ein erster Zwang, der wehtut, aber der auch wirklich weiter hilft.
00:19:48: Dann ist das nächste natürlich auch viele Unternehmen.
00:19:51: Das ist glaube ich auch etwas, was wir uns dann noch mal in einem anderen in der nächsten Folge dann angucken werden.
00:19:56: Ist dann die Frage, in welcher Rechtsform gehe ich an die Börse?
00:19:59: Da gibt es ja auch verschiedene Möglichkeiten.
00:20:01: Wer mir auch schon gehört, es gibt dann auch verschiedene Möglichkeiten, sich dann auch noch seine Mehrheit zu erhalten, also das oder seine Stimmrechte zum Teil auch zu erhalten.
00:20:08: Also da gibt es ganz viele rechtliche Strukturierungsmöglichkeiten.
00:20:12: Man muss auch mit einem ordentlichen Vorlauf Also mindestens eigentlich ein Jahr rechnen, um häufig die gesamte Finanzbuchhaltung, das ganze Reporting und so weiter, das ganze Wesen, dafür wirklich auf einen Stand zu bringen, dass es überhaupt erbörsen reif ist.
00:20:27: Weil wenn man erst mal an der Börse ist, dann muss man auch wirklich in der Lage sein, sofort zu performen.
00:20:32: Also dann muss das Reporting hat, z.B.
00:20:35: auch im April des Folgejahres dann immer für das, also muss der Jahresabschluss dann fertig sein.
00:20:40: Das ist ja... Wenn man sich das häufig so anguckt bei Unternehmen, gerade bei medizinischen Unternehmen, die veröffentlichen teilweise ja zwei Jahre später auf, wenn es nicht unbedingt erlaubt ist, aber machen die dann einfach.
00:20:51: In der Börse geht das nicht mehr.
00:20:52: Da kann man sich dann nicht einfach sagen, ich zeige jetzt eine Strafe und gut ist.
00:20:55: Das kommt halt nicht gut an.
00:20:56: Dann kann das auch mal auf ein Börsenkurs schlagen.
00:20:58: Ja, und dann ist natürlich auch noch dann die Frage, wo gehe ich überhaupt an die Börse?
00:21:04: In Deutschland möchte ich das woanders machen.
00:21:06: möchte ich vielleicht auch an verschiedenen Börsen gelistet sein.
00:21:09: Das ist ja auch immer eine Möglichkeit.
00:21:12: Ja, und dann nicht zuletzt, dass eigentlich, was man sich als Allererstes fragen sollte, ist dann, mit wem mache ich das Ganze?
00:21:18: Den vertraue ich.
00:21:19: Wer kann das?
00:21:19: Wer hat das schon häufiger mal gemacht?
00:21:21: Das heißt, ja, das sind eigentlich so die wesentlichen vorbereitenden Schritte, die man da einmal gehen muss.
00:21:27: Wenn man die gegangen ist, schon, ich glaube, von den verschiedenen Mandanten, die den Schritt schon mal gewagt haben, hat man dann doch immer viel gehört.
00:21:36: Dieser ganze Prozess, der hat mir dann doch sehr geholfen, mich mit meinem Unternehmen wieder auch neu vertraut zu machen, auch schon gehört, ich habe mich dann wieder neu in meinen Unternehmen verliebt.
00:21:47: Also das ist tatsächlich auch wirklich ein Feedback, was wir halt häufig kriegen.
00:21:50: Also man lernt das Unternehmen nochmal richtig kennen und ich möchte dazu also an der Stelle auch nochmal sagen, wir haben ja, also ich gebe Ihnen recht, natürlich ist das anfänglich mal ein Aufwand, wir müssen aber auch dazu sagen, Wir haben ja unser Einstiegssegment Scale, was ja wirklich maßgeschneidert ist für mittelständische Unternehmen, für Familienunternehmer, wo wir ja wirklich beispielsweise auch als Reporting-Standard nicht IFRS haben, sondern immer noch den deutschen Reporting-Standards ansetzen.
00:22:15: Wir haben auch keine Quartalsbericht, die da eben erforderlich sind.
00:22:19: Also das ist etwas, was sich für die Mittelstand natürlich sehr anbietet, um gewisse Themen, die sie gerade genannt haben, zumindest in Teilen auszuräumen.
00:22:26: Ja, man kann ja schon mal üben so ein bisschen.
00:22:28: Genau, genau, ja.
00:22:29: Komm Jörg, wenn wir schon hier so etikativ unterwegs sind, dann lass uns doch auch mal ganz kurz vielleicht nochmal die wichtigsten Schritte von so einem Börsengang zusammenfassen.
00:22:35: Also ich weiß, es ist undankbar.
00:22:36: Ich habe schon dreifach Episode aufgenommen, also drei Einzelne nur zu dem Abläufen.
00:22:40: Das heißt, du musst jetzt im Schweinsgalopp da mal drüber.
00:22:43: Aber das wenigstens mal so ein bisschen die Ohren, ich packe sie in die Show-Notes, da kann ich ja mal die Detailsachen verlinken, aber dass du uns mal oberflächlich mitnimmst.
00:22:49: Also wir haben das ja schon einmal angesprochen.
00:22:51: Es gibt natürlich so eine strategische Vorbereitung, die wir auf der einen Seite brauchen, wenn wir mal so die Headlines da nehmen wollen.
00:22:58: Ich muss natürlich einen Prospekt erstellen, ich muss einen Due Diligence erstellen und ich muss natürlich auch irgendwie, sage ich mal, andere draußen davon zu überzeugen, dass ich ein wahnsinnig interessantes Unternehmen bin.
00:23:10: Und dann sage ich mal so, schreibt man, ist man eigentlich schon fast an der Börse.
00:23:14: Aber im Rahmen der strategischen Vorbereitung ist es eben halt das auch, was Henrik sagte, nicht, dass man sich natürlich mal überlegt, wie viel möchte ich eigentlich abgeben.
00:23:23: Das ist natürlich alles ein bisschen Planspiel, was man da macht.
00:23:27: Wie viel brauche ich eigentlich?
00:23:28: Was ist eigentlich der Beweggrund, warum ich an die Börse gehe?
00:23:32: Natürlich sind ganz viele, die sagen, ich will es einfach, um auf zu wachsen.
00:23:36: auch letztendlich um mein Unternehmen mit Eigenkapital zu versorgen, um dann später sage ich mal auch noch mehr Freelight Fremdkapital aufzunehmen.
00:23:44: Das sind natürlich auch andere Sagen auch, naja, aber wir wollen eben halt auch als Familie mal so ein bisschen, das hat mir im Alltag gesagt, sowas hinter die Brandmauer bringen.
00:23:52: Das kann man natürlich auch, es ist auch eine legitime Geschichte zu sagen, also ich will was haben oder das sind so, sind die ersten Schritte.
00:24:00: Dann kommt eigentlich im nächsten Schritt immer so die Frage danach, was muss ich machen?
00:24:06: Brauche ich eigentlich ein Prospekt.
00:24:07: Und dieser Prospekt ist natürlich sehr dezidiert.
00:24:10: Im Wesentlichen geht es immer darum, dass die Risiken und auch die Chancen letztendlich richtig dargestellt worden sind.
00:24:15: Also schlimmste, was an einem Prospekt passieren kann, ist, dass da irgendwas fehlt.
00:24:19: Gut, aber dafür sind Anwälte da, das müssen die eben halt machen.
00:24:23: Man braucht natürlich dann auch einen Wirtschaftsprüfer dafür.
00:24:28: Man muss sich natürlich überlegen, ob bestimmte, wenn man einen regulierten Markt beispielsweise will oder sowas, ob man eben halt entsprechende IFRS-Konzernabschlüsse eben halt vorlegen kann.
00:24:36: Das ist dann gegebenenfalls auch noch ein bisschen Umstellungsarbeit, aber auch bestimmte.
00:24:41: Themen, due diligence Themen spielen hier auch immer wieder eine Rolle nicht, dass man natürlich auch und das für den Prospekt natürlich dann auch insbesondere wichtig, dass man natürlich guckt, wo sind meine recht, wo sind meine rechtlichen Probleme vielleicht in meiner Unternehmensgruppe drin?
00:24:54: oder habe ich das steuerliche Themen oder habe ich da kommerzielle Themen über die man sich dort eben halt Gedanken machen bis hin dann auch zu der Frage immer wieder ganz oft werden dann die auf die die Vermögenswerte auch neu sortiert ja und dafür müssen.
00:25:10: dann Gibt es ganz oft auch ein Verfahren, dass man sagt naja wir bringen einfach nicht jetzt sage ich mal Geld wird eingebracht, sondern es werden Sachwerte eingebracht nicht, dann muss man die bewerten, dann kommen Sacheinlagen halt hinzu.
00:25:23: So und wenn man das alles so zusammen hat, dann braucht man natürlich parallel dazu auch so ein paar Berater, die draußen mal schon mal den Markt sondieren, mit den Banken sprechen.
00:25:31: Und dann sozusagen so eine Equity Story letztendlich auch dort bilden.
00:25:36: Und dann gehört natürlich irgendwann auch das Research House dazu, wo man sagen muss, naja, was wäre das Ganze denn eben halt tatsächlich wert?
00:25:43: Und da kann das dann durchaus vorkommen, dass der Wert, den so ein Research House dann ausgerechnet hat, vielleicht auch nicht der ist, den sich ein Unternehmer eben halt vorstellt.
00:25:55: Aber dann muss man eben halt mit so einem Unternehmer halt auch ins Gespräch gehen und ihm sagen, naja, vielleicht hat er mehr an Preis im Kopf und keinen Wert.
00:26:05: und solche Geschichten.
00:26:07: Und dann laufen natürlich parallel dazu die klassischen Roadshows.
00:26:10: Da muss man eben halt, je nachdem wo man eben halt unterwegs ist, muss man eben halt einmal um den Globus rum oder man bleibt halt in Deutschland oder das muss man eben halt mit den entsprechenden Personen dann klären.
00:26:22: Und letztendlich, wenn dann auch das Verfahren bei der Barfin durch ist, dann gibt es ein Stempel.
00:26:27: Und dann darf man eben halt an die deutsche Börse schreiben und sagen, ich möchte gerne in den Freiverkehr, in den ich freie Scale, in dem Fall Freiverkehr, das aus den alten Zeiten, oder den regulierten Markt eben halt aufgenommen werden.
00:26:42: Und in dem Moment gilt man dann auch mit dieser Stellung des Antrages eben halt auch als sogenannte Kapitalmarkt orientierte Unternehmung in Deutschland und unterliegt eben halt auch diesen Pflichten.
00:26:52: Das würde ich sagen, ist so im Schweinsgalopp.
00:26:55: der Börsengang.
00:26:56: Und das, was Henrik eben halt sagte, dass ich würde immer Minimum halbes Jahr rechnen.
00:27:02: Und ich würde halt immer in dem Fall, also wenn man denn auch noch Geld einsammeln will, tendenziell eher, sag ich mal, mehr.
00:27:09: Ja, Henrik, komm, lass uns doch dann auch gleich nochmal tiefer eintauchen.
00:27:11: Was würdest du sagen?
00:27:12: Was sind so die Faktoren, die dann eigentlich über Erfolg oder Misserfolg von so einem Börsengang entscheiden?
00:27:17: Tja, das Wesentliche ist, glaube ich, dass man erst mal... eine vernünftige Equity Story hat, weil das was ja als erstes passiert bei einem Börsengang ist, dass man mal wirklich unter die Lupe genommen wird von den verschiedenen Investoren da draußen, die sich das Ganze mal genauer angucken.
00:27:33: Das bedeutet, man muss sich schon wirklich Gedanken darüber machen, wie die Unternehmensstrategie denn eigentlich aussieht und vielleicht auch aussehen sollte, vielleicht noch besser werden kann auch.
00:27:44: Wenn das eine schlüssige Story ist, Dann hat man auch dann später im Prozess keine Problematik mehr, so sehr viele Investoren zu finden und damit auch seinen Preis, den man gerne hätte, vielleicht auch zu bekommen.
00:27:56: Das heißt an der Stelle, das würde ich immer sagen, das ist auf jeden Fall das Allerwichtigste, um das als Erfolg für sich selber auch wahrzunehmen.
00:28:05: Dann gibt es natürlich noch verschiedene regulatorische.
00:28:08: Aspekte, auf die man achten sollte.
00:28:12: Dazu gehört natürlich, dass Björk das auch schon angesprochen hatte, dass die ganzen Prospektpflichten usw.
00:28:18: auch alle sauber durchgeführt wurden.
00:28:21: Dann ist das auch kein Problem.
00:28:24: Das ist halt wieder so ein Aspekt.
00:28:26: Wenn man diese regulatorischen Aspekte gerade rechtlicher und steuerlicher Natur nicht vernünftig handhabt und da vielleicht Fehler macht an der Stelle auch, dann kann das auch ganz schnell dazu führen, dass Egal, wie toll das Unternehmen ist, egal, wie toll die Story ist, der Börsen kann dann trotzdem zu misserfolgt wird, dass man ja teilweise sogar in rechtliche Schwierigkeiten reinlaufen kann.
00:28:46: Das heißt, dieses Fundament muss einfach vorhanden sein.
00:28:50: Dann gehört natürlich irgendwo auch noch dazu, dass man auch das Team bei sich intern dafür hat.
00:28:56: Also diese ganzen Anforderungen und so weiter, die muss man ja auch erfüllen können.
00:29:00: Und die muss man dann auch irgendwo mit Leuten erfüllen können, den man vertraut, die das auch selber können, die da auch vielleicht schon Erfahrung haben.
00:29:06: Das heißt, ein vernünftiges Management-Team zu haben, ist auf jeden Fall ein sehr, sehr wichtiger Aspekt.
00:29:13: Und dann zuletzt vielleicht noch das, was ich auch schon angesprochen hatte.
00:29:16: Man sollte sich auch entsprechend die Berater dafür suchen.
00:29:19: Man sollte einmal intern das Team haben, aber das externe Team, das muss genauso auch... die Erfahrung haben.
00:29:24: oder es müssen auch Leute sein, bei denen man wirklich Lust drauf hat, mit denen es zusammen zu machen, weil das ist dann doch ein Prozess, ja, wie wir schon gesagt haben.
00:29:31: Der dauert dann lange und dann muss man sich auch irgendwo verstehen.
00:29:35: Ja,
00:29:36: genau.
00:29:36: Und ich glaube, dieses Fundament, was Sie jetzt gerade da erläutert haben, da helfen wir eben mit diesem Netzwerk und da sind wir als Deutscherweise einfach auch sehr erfahren und wissen halt auch, was funktioniert für die Mittelständler.
00:29:49: Also da haben wir auch eine ganz... eine große Palette an Beratern und geben dann dem Unternehmen und auch dem Familienunternehmern die Leute an die Hand, wo das dann im Regelfall gut funktioniert und passt.
00:29:59: Also man steht nicht alleine da, sondern das ist natürlich ein begleiteter Prozess.
00:30:03: der dann hoffentlich in den meisten Fällen auch funktioniert.
00:30:05: So, und ich würde dir mal vermuten, dann kommt jetzt so die Paradedisziplin von Jörg, wenn wir nämlich mal auf nach dem IPO schauen und wir haben ja eben schon über die, also IFS viel schon mal als Schlagwort, also was mich interessieren wird, ist, was verändert sich denn eigentlich so bei Rechnungslegung, Finanzberichterstattung, Abschlussprüfung, also dieses ganze, mach's cool und entertain Jörg.
00:30:25: Ich will jetzt nicht sagen, danach ist es nicht mehr, wie es vorher war.
00:30:29: Aber wenn man eben halt in regulierten Markt geht, ist eben halt eines der Themen, dass man ganz klar eben halt auf IFS umstellen muss.
00:30:37: Und das hat dann im Grunde genommen, sag ich mal, wenn man jetzt, sag ich mal, je nachdem vom Geschäftsmodell hängt, das ab, kann das eben halt sehr immense Dinge eben halt bedeuten, Entveränderungen bedeuten oder es kann immer noch weniger bedeuten.
00:30:52: Also ich will mal so ein paar Stichworte geben.
00:30:56: Ich muss mich jährlich mit einem Impairment-Test auseinandersetzen für meine Goodwills.
00:31:05: Das ist eben halt verpflichtend, aber das sind, sag ich mal so, vielleicht so Themen, die eher, das ist alles händelbar.
00:31:11: Was man aber merkt, ist einfach, dass das Know-how dann ganz oftmals eben halt in den Unternehmen nicht vorhanden ist, so.
00:31:17: Und damit fährt man natürlich, ist man natürlich sehr gefährlich unterwegs, weil eben halt auch diese Abschlüsse.
00:31:23: Dann komme ich vielleicht auch gleich noch drauf, diese Abschlüsse eben halt dann einer besonderen Aufsicht unterliegen.
00:31:30: Also diese Abschlüsse werden dann eben halt auf der Unternehmensseite von der BAFEN überprüft und da sitzt eben halt eine Truppe, die ist eben halt für die Rechnungslegungsverantwortlich, Rechnungslegung eben halt verantwortlich und die überprüft eben halt die Konzernabschlüsse, ob das eben halt alles so richtig bilanziert worden ist.
00:31:47: Und man kennt das ja, wenn man jetzt sozusagen also die Gazetten eben halt liest, dass man eben halt sagt, da wurde eben halt ein Restatement rausgegeben.
00:31:56: Da muss denn Restatement rausgegeben werden.
00:31:58: Das ist nicht schön.
00:31:59: Das kann aber passieren so.
00:32:01: Und man muss eben halt auch lernen, diese diese Themen zu diskutieren.
00:32:05: Und dann müssen die Unternehmen eben halt hingehen und die diskutieren, dass dann eben halt nicht mit ihrem jetzigen Wirtschaftsprüfer und mit ihrem jetzigen Steuerberater, sondern die diskutieren das dann eben mit einer unabhängigen Fachstelle und.
00:32:17: Ich selber kenne ein paar Leute, die diesen Fachgremien eben halt sitzen, mit denen ich früher zusammengearbeitet habe und die wissen schon, was sie tun.
00:32:24: Und das ist eben halt etwas, was sich verändert.
00:32:26: Aber man hat auch neben dieser, sag ich mal, doch deutlich umfangreicheren Berichterstattung, insbesondere in den Anhängen, habe ich aber auch so andere Themen, wie ich muss ein Vergütungsbericht rausgeben, wo ich klar definiere, wer wie viel in meinem Unternehmen verdient, also der Vorstand und der Aufsichtsrat.
00:32:45: Das muss ich mir genehmigen lassen.
00:32:48: Die ESG-Berichterstattung ist jetzt so, sag ich mal, so ein bisschen in den Hintergrund wieder gerutscht.
00:32:53: Aber die meisten, sag ich mal, großen Unternehmen wie MDUX, SDAX oder auch der DAX selber, die sind ja schon mit dieser Berichterstattung eigentlich auch durch.
00:33:01: Das führt aber eben halt dazu, dass man etwas machen muss.
00:33:03: Und man hat eben halt dann auch den Punkt, dass man dann eine halbjährliche Finanzberichterstattung halt abgeben muss.
00:33:10: Gleichzeitig hat man eben halt, wenn auch irgendetwas Besonderes im Unternehmen passiert.
00:33:16: ist es eben so, dass man eine sogenannte Adhoc-Berichterstattung hat.
00:33:21: Da muss man sich auch beraten, dass wir uns dann wiederum Anwälte machen.
00:33:26: Bei der Abschlussprüfung wird es wahrscheinlich zu einer Veränderung kommen.
00:33:31: Man muss jetzt mal Folgendes sehen.
00:33:33: In Deutschland werden Abschlussprüfungen von kapitalmarktorientierten Unternehmen nur noch von knapp fifty Unternehmen durchgeführt.
00:33:45: Also, fünfundfünfzig wird das Prüfungsgesellschaften in Deutschland prüfen, nur börsennotierte Unternehmen.
00:33:50: Großteil dieser ganzen Dinge sind eben halt dann bei den Big Four, ob dann eben halt der Mittelstände dazu den Big Four wechselt.
00:33:58: Das muss er halt für sich selber rausfinden, aber eben halt zu denen passt.
00:34:01: Es gibt auch eine Reihe von mittelständischen Unternehmen, die das macht.
00:34:05: Aber in aller Regel ist sozusagen der langjährige Steuerberater und Abschlussprüfer, was war ja ist ja mal ganz oft in einer Person eben halt gewesen, dann kann es eben halt dazu kommen, dass man sich von dem dann auch trennen muss.
00:34:19: Das hat auch einen besonderen Grund, denn auch die Wirtschaftsprüfer unterliegen natürlich der sogenannten Aufsicht der Abpass und das ist eben halt auch eine... sage ich mal schon eine besondere Aufsicht, die sich eben halt nur um Kapitalmarkt orientierte Unternehmen kümmert und die eben halt auch sehr, sehr genau eben halt überall hingucken und ob denn der Abschlussprüfer das richtig eben halt gemacht hat.
00:34:42: und wenn sage mal so aus Gesprächen, wissen wir eben halt, dass dann manchmal der Unternehmer vielleicht so eine gewisse Konzillianz einfach dann von einem Wirtschaftsprüfer eben halt vermisst, so wo man eben halt sagen muss.
00:34:57: Da kommen natürlich dann vielleicht auch wieder die Vorurteile zum Tragen und sowas.
00:35:00: Auch wenn ich einer Börse bin, da ist ja alles viel schlimmer.
00:35:03: Ich kann mit dem ja gar nicht mehr reden.
00:35:05: Aber das ist eben halt einer der Punkte, wo man sagen muss, naja, es kommt jetzt hier nicht mehr auf Sichtweisen an, sondern es kommt darauf an, wie es eben halt zu bilanzieren ist.
00:35:13: Und das ist eine Frage eben halt von richtig und falsch.
00:35:17: Das sind so Themen, die man halt haben muss.
00:35:19: Man wird auch insofern, das darf man halt auch nicht vergessen, und das haben wir alle eben halt, hat sich durch den Wirecard-Skandal eben halt verändert, ist das die Wirtschaftsprüfer, die eben halt kapitalmark orientierte Unternehmen prüfen, eben halt auch nichts anderes mehr tun dürfen.
00:35:37: Das heißt, wie es früher war, mein Wirtschaftsprüfer macht das, mein Wirtschaftsprüfer macht das, und dafür nehme ich ihn, und dafür nehme ich ihn.
00:35:44: Das ist alles vorbei.
00:35:46: Der Wirtschaftsprüfer ist nur noch dafür da, um eben halt den Abschluss zu prüfen.
00:35:50: Das sind so Themen, sag ich mal so, die führen zu einer deutlichen Veränderung.
00:35:57: Ja, krass, krasse Komplexität.
00:36:00: Das andere, was ich im Unternehmen, das ist für sich das, was am spannendsten ist, was sich sozusagen verändern wird.
00:36:07: Die Finanzprozesse werden einfach schneller und die müssen transparenter werden.
00:36:11: Und wir kennen das als Wirtschaftsprüfer eben halt, wenn man sich beispielsweise mal fragt, warum kann, nehmen wir jetzt mal irgendwie ein Unternehmen General Electric Ende Januar schon sagen, wie die Zahlen sind.
00:36:23: Dann führt das dazu, dass man natürlich sagen muss, man hat viele Prozesse vorher oder viele rechnungsrelevante Fragen schon im Vorfeld geklärt und beschäftigt sich nicht eben halt, sage ich mal, ewige Zeit mit irgendeiner Rückstellung, ob die denn so sein könnte oder ob man die nicht doch vielleicht noch sage ich mal um.
00:36:39: einen Müll nach oben oder nach unten korrigieren müssen, sondern die Zahlen sind so wie die Zahlen sind und dadurch wären eben halt einfach diese Prozesse auch schneller.
00:36:46: Lapida würde ich immer dazu sagen, also Präzision drückt sich nicht in der Nachkommastelle aus und da müssen halt die Unternehmen halt hin.
00:36:54: So und man muss natürlich eben halt auch das Know-how in den Prozessen aufbauen und auch im Unternehmen, dass man eben halt dort mehr oder weniger auch unfallfrei über die Runden kommt.
00:37:04: Ich würde da vielleicht nochmal, ich will mich jetzt auch nicht wiederholen, aber ich gebe Ihnen recht, das ist natürlich eine komplexe Sache, was ist eben auch kein Hexenwerk.
00:37:11: Ich glaube, einfach aus dem Grund, weil wir Sie ja schon auch gesagt haben, es ist auch da für eine Digitalisierung starten.
00:37:17: Es gibt mittlerweile automatisierte irgendwie Reporting Tools, die da zum Einsatz kommen.
00:37:21: Und ich glaube halt schon, dass man das Ganze sehr ressourceneffizient erfüllen kann.
00:37:25: Also durch den Einsatz dieser neueren Tools, aber eben auch durch spezialisierte Dienstleister.
00:37:30: Und am Ende des Tages, und das haben sie auch gerade gesagt, führt es einfach an gewissen Stellen zu viel, viel mehr Effizienz und einfach insgesamt zu der Professionalisierung des Unternehmens.
00:37:39: Ich glaube, dabei bleibt es.
00:37:41: Ja,
00:37:41: man muss es auch nur andersrum betrachten.
00:37:44: Ich kann mich natürlich zwölf Wochen, sechzehn Wochen mit meinem Jahresabschluss beschäftigen.
00:37:49: Aber vielleicht reichen manchmal auch eben halt vier.
00:37:52: Genau.
00:37:52: Vielleicht kannst du ja nochmal vertiefen, Jörg.
00:37:54: Du hast jetzt gerade über die Finanzprozesse geredet.
00:37:56: Was macht das denn mit so einer Unternehmensstruktur?
00:37:58: Also wie vereignet sich denn so ein Unternehmen als Ganzes dadurch auch?
00:38:01: Naja, man wird natürlich neue Stellen auch schaffen.
00:38:05: Man braucht jemand, der Investor Relations macht.
00:38:07: Der muss auch ein bisschen Ahnung von Zahlen haben.
00:38:09: Man wird natürlich, sage ich mal, wird sich die Agenda auch eines CFOs verändern.
00:38:15: Weil der natürlich dann auch lernen muss und mit den Investoren zu sprechen.
00:38:20: sich dann vielleicht einmal im Jahr einen Konzernabschluss zu veröffentlichen und auf die Webseite zu stellen und sagen, Hurra, wir haben wieder ein Jahr geschafft, ist vielleicht die falsche Strategie.
00:38:30: Ja, weil eben halt das ist ein Marathon und es geht darum, Vertrauen zu schaffen.
00:38:35: Und Vertrauen, sage ich mal, kann ich eben halt nur dann schaffen, wenn ich mit den Menschen spreche.
00:38:40: Und dazu muss ich eben halt auch eine Unternehmenskommunikation nach außen hin aufbauen.
00:38:45: Und die Prozesse, sage ich mal so, es ist eben halt so.
00:38:49: Wie nennt man das so schön?
00:38:51: Es gibt auf der einen Seite eine Buchhaltung und es gibt auf der anderen Seite eine Rechnungslegung.
00:38:57: Und die Buchhaltung ist halt was eine Buchhaltung macht, die er fast einfach belege und bucht die weg.
00:39:02: Aber hier geht es um Rechnungslegung, hier geht es um Fragestellung, wie stelle ich mich da?
00:39:06: Also ganz einfaches Beispiel.
00:39:08: Sie kaufen als börsengelistetes Unternehmen ein anderes unternehmen und geben der von mir auf was ich fünfzig millionen für aus und dann würden sie ihr fest technisch erst mal danach fragen wofür hast du das denn überhaupt ausgegeben?
00:39:21: und dann kann man sagen ja der hat kundenbeziehung da war nur hau da war eine technologie der hat eine wahnsinnig bekannte mark und da war ein patent.
00:39:29: ja dann sind das alles themen die man beispielsweise einzeln bewerten muss und dann eben hat auch bilanzieren muss.
00:39:35: Wenn sie jetzt aber eben halt hinkriegen und kagen würden das ist jetzt bei uns alles gut will.
00:39:40: Ja, dann würde natürlich auch der geneichte Bilanzleser irgendwann vielleicht mal die Frage stellen.
00:39:45: Also, ihr gebt jetzt fünfzig Millionen dafür aus und ihr wisst eigentlich gar nicht, was ihr dafür gekauft habt.
00:39:51: Also, was tut ihr denn da jetzt eigentlich bitte?
00:39:53: Ja.
00:39:55: Und da muss man sich schon, sage ich mal, auch als Unternehmen eben halt manchmal fragen lassen, sind diese Entscheidungen, die ich da treffe, eben halt richtig.
00:40:03: Das kann natürlich immer richtig sein, so eine unternehmerische Entscheidung zu treffen, dass man irgendwann kauft und sagt, das ist eine für sich der Bringer und ich bin davon überzeugt, ja.
00:40:11: Aber in ganz vielen Fällen muss man eben halt, und ich habe das jetzt gerade in einem anderen Fall erlebt, wo es genau um diese Fragestellungen geht.
00:40:18: Aber warum habt ihr das denn ausgegeben?
00:40:20: Wofür habt ihr das Geld denn ausgegeben?
00:40:21: Und was war das Besondere denn an diesem Unternehmen?
00:40:24: Ja, so und da steht man natürlich dann, das muss man unumbunden zugeben, da muss man sich dann natürlich auch als Unternehmer fragen lassen.
00:40:32: Was machst du da jetzt eigentlich?
00:40:34: Also, wo gehst du mit dem Geld eben halt um?
00:40:37: Aber wenn man das als Bedrohung empfindet, dann ist das natürlich schlecht.
00:40:41: Man kann es aber auch eben halt letztendlich als Chance verstehen und sagen, naja, der Challenge mich dann eben halt noch ein paar Leute, ne?
00:40:48: Gut, also ich würde sagen, das war ein bunter Ritt von vorwährend bis nach dem Börsengang.
00:40:53: Teil zwei wird man uns dann wie gesagt den Steuern und den rechtlichen fragen.
00:40:57: Aber für den Moment, liebe Michaela, danke für die Aufklärung aus Börsensicht.
00:41:01: Lieber Hendrik, lieber Jörg, vielen, vielen Dank für die fachliche Einordnung.
00:41:04: Ja, und dann würde ich sagen, lasst euch gut gehen und mal schauen, dass wir ein paar mehr Familien unternehmen, die Börse kriegen.
00:41:08: Danke euch.
00:41:09: Vielen Dank.
00:41:10: Vielen Dank.
00:41:12: Danke fürs
00:41:13: Zuhören beim Digital-Kompakt-Podcast.
00:41:17: Du merkst, hier ziehst du massig Wissen
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00:41:35: Bis zum nächsten Mal.
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