10 Jahre digital kompakt: Wenn die Frau fragt, lässt Joel tief blicken

Shownotes

Zehn Jahre digital kompakt bedeuten nicht nur Mikrofon-Magie, sondern auch Momente voller Zweifel, Müdigkeit und Mut. Joël Kaczmarek blickt zurück: Auf Nächte mit billigem Equipment, auf Versagen, Stolz, Grenzerfahrungen, verlorene Weggefährt*innen, tiefe Erschöpfung und überraschendes Wachstum. Macht und Ohnmacht, Partnerschaft und Selbstzweifel kreuzen sich in Erinnerungen, die berühren und wehtun. Was nach Erfolg aussieht, bleibt eine Geschichte von Lernen, Scheitern und immer neuer Neugier.

Du erfährst…

…wie Spontanität und Mut Joëls Erfolgsgeheimnisse prägen.

…welche Herausforderungen und Erfolge die letzten zehn Jahre brachten.

…warum Neugierde und Empathie Joëls unternehmerische Reise leiten.


||||| PERSONEN |||||

👤 Joël Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt

👤 Mareike Kaczmarek, Podcast Host UND JETZT!


||||| SPONSOREN |||||

🔥 Übersicht aller Sponsoren


||||| LEXIKON |||||

Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen:

🔹 **Podcast** - Digitales Audioformat, das über das Internet abgerufen werden kann, oft in Serienform.

🔹 **Auftaktfolge** - Die erste Folge einer neuen Serie oder eines Jahres, die den Start markiert.

🔹 **Jubiläumsfolge** - Eine spezielle Folge, die ein Jubiläum feiert.

🔹 **Sparring-Partnerin** - Jemand, der als Sparringspartner fungiert, um Ideen zu diskutieren und zu entwickeln.

🔹 **Vertriebsperson** - Eine Person, die für den Verkauf und die Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen zuständig ist.


||||| KAPITEL |||||

(00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema

(00:06:25) Der Anfang von digital kompakt

(00:13:29) Joels MERKwürdige digital kompakt-Folgen

(00:19:14) Wie hat sich Joel verändert?

(00:22:12) Verehelichte Arbeitskollegen

(00:28:53) Joels Vision für die nächsten 10 Jahre


||||| WIR |||||

🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun.

👉 Mit meinem Podcast digital kompakt zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe

👉 Mit meinem Podcast 5 Dinge mit 20 zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten

👉 In meinem Newsletter fasse ich dir Jeden Freitag die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten.

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👥 Wir streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:16: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Podcast von Digital Compact.

00:00:20: Mein Name ist Mareke Kaczmarek.

00:00:22: Hallo!

00:00:24: Ihr Lieben, ihr werdet euch wundern.

00:00:26: Das ist ja gar nicht der Joel, der da am Mikrofon sitzt.

00:00:29: Ja, weil heute nämlich eine Auftaktfolge ist für eine ganz besondere Woche.

00:00:34: nämlich digital kompakt wird ganze zehn

00:00:36: Jahre alt.

00:00:38: Wow,

00:00:38: da muss ich aber auch mal durchatmen, weil, auch wenn ich nicht von Anfang an dabei war, zumindest nicht aktiv, stand ich die ganze Zeit an der Seitenlinie.

00:00:47: Für mich ist das auch was ganz ganz Besonderes und als Jubiläumsfolge haben wir uns nämlich Folgendes überlegt.

00:00:53: Jetzt werden wir fünf Tage hintereinander Joel grillen.

00:00:56: Die Woche beginnt heute mit mir, die Frau an Joel's Seite, die Sparing-Partnerin, die Mitdenkerin, die

00:01:03: Mitstreiterin,

00:01:04: die Mitleidende.

00:01:05: Und ich glaube, die größte Kritikerin und, glaube ich, der größte Fan überhaupt.

00:01:09: Lieber Joel, ich freue mich, dass ich dich heute interviewen darf.

00:01:12: Herzlich willkommen!

00:01:13: Ja, mir würde etwas sagen, so ein Banger, aber danke schön!

00:01:16: Die wird nur

00:01:16: angst, ein Banger, weil du mich auf meinen Zettel geschmumelt hast.

00:01:18: Denn anders als Joelle bin ich nämlich eine Podcasterin, die sich immer tatsächlich

00:01:22: vorbereitet und einfach fragt.

00:01:24: Er arbeitet im Vorfeld und das machst du ja tatsächlich nicht.

00:01:28: Nein, ohne Proben, ganz nach oben ist mein Motto.

00:01:30: Hat ja auch funktioniert.

00:01:31: Machst das ganze Jahr schon seit zehn

00:01:33: Jahren.

00:01:33: Ich wurde wirklich hart bearbeitet von meinem Team irgendwann mal.

00:01:35: Die gesagt haben, ey, bereite ich mal besser vor und mach mal.

00:01:37: Und ich weiß noch, ich hab mit meinem Gesangstierer Christian immer drüber geredet.

00:01:41: Wahrscheinlich haben die recht, ich sollte mehr machen.

00:01:44: Das gilt für jeden, aber nicht für dich.

00:01:46: Deine Superpower ist Spontanität und dass du so schnell bist und dass du aus dem Gespräch raus, wenn es entsteht, die spannendsten Ansätze findest.

00:01:54: Ich hab mich dabei, wenn ich mich zu gut vorbereite, keine Lust mehr, die Fragen zu stellen, weil dann weiß ich schon, was die Leute sagen.

00:02:01: Wenn ich weiß, der Typ hat keine Ahnung, fünf Jahre im Knast gesessen, sich neu erfunden, jetzt ist einer der erfolgreichsten Gründer, dann interessiert mich das ja nur noch so, was im Knast passiert ist.

00:02:10: ganz viel rauszuholen.

00:02:11: Aber weißt du vielleicht, was ich meine, wenn ich die Fakten schon kenne, es ist ja irgendwie so, dann geht ein bisschen Magie verloren.

00:02:17: Während, wenn ich das so kennenlerne beim Erzählen, dann ist so natürlich eine Neugierde da.

00:02:21: Ja, aber ein Stück weit kannst du aber auch Dinge übersehen, die du vielleicht nicht wusstest, die dir vielleicht gar nicht unbedingt sagen wollte, weil er dachte, das ist nicht relevant.

00:02:28: Aber wenn du weißt, okay, da war ein Gefängnis, das war so spannend, dann versuche ich da mal das Gespräch in diese Richtung auch zu leiten, dass alles sozusagen beleuchtet wird.

00:02:36: kann dir vielleicht auch einiges verloren gehen, wenn du das nicht tust.

00:02:38: Aber wie dem auch sei, passiert uns heute nicht.

00:02:40: Das ist mein Überlebensfall, du darfst dir keine Kritik an mir äußern.

00:02:43: Ich werd zehn, du musst voll nett zu mir sein.

00:02:45: Mein lieber, ich habe mir folgende Fragen überlegt.

00:02:48: Also zum einen interessiert es mich natürlich aus persönlicher Sicht, weil ich ja damit gehang mit Gefangen bin seit zehn Jahren.

00:02:54: Und zum anderen ist es halt einfach so, ich hab dich ja hier wirklich von Anfang an begleitet und hab das immer wieder bewundert, wie du es immer wieder geschafft hast, morgens, somit mal Begeisterung aufzustehen, ja auch mal zu sagen, ach Mensch, ich hab heut ne Folge, ich hab mich gar nicht vorbereitet, ich mach das jetzt einmal und es hat halt immer wieder geklappt.

00:03:08: Gab es denn bei dir irgendwas, wo du sagst, das hättest du gerne da am Anfang schon gewusst?

00:03:12: Anders formuliert.

00:03:14: Fünf Dinge, die du gerne vor zehn Jahren gewusst hättest.

00:03:18: Ich hätte gerne verstanden, also noch besser verstanden, das Verhältnis von Mut zum Risiko zu Erfolg.

00:03:25: Also ich glaube, an einigen Stellen war ich zu konservativ.

00:03:28: Und ich weiß nicht, es ist aber auch auf wiederum ein zweischneidiges Schwert, weil ich meine, uns gibt es nach zehn Jahren noch, es hätte doch sein können, wenn man Mutiger gewesen wäre, ganz auch mal in beide Richtungen gehen, dass es dann nach sechs Jahren Schluss gewesen wäre, geht ja auch.

00:03:38: Aber ganz konkret war es zum Beispiel bei uns so, ich habe eine Vertriebsperson immer gebraucht und brauchte eigentlich auch heute noch und war aber immer nicht mutig genug am Anfang, als die Preise alle noch viel weiter oben waren, zu sagen, alles klar, wir nehmen jetzt mal richtig Geld in die Hand und holen das eine professionelle Salesperson.

00:03:51: Was ich daran anschließ, ist glaube ich auch das zweite, noch besser zu lernen, aus der Hand zu geben.

00:03:55: Du sagst ja immer, du bist wie ein Teebeutel, du hängst dich überall rein.

00:03:58: Also, dass ich so ein Micro-Manager wäre.

00:03:59: Ich glaube, das stimmt nur bedingt.

00:04:01: Also, es kommt immer so ein bisschen aufs Feld an.

00:04:02: Ich hatte auch Kollegen wie zum Beispiel den Jan, der bei uns den gesamten, ich weiß gar nicht, was für einen Bereich der genau gemacht hatte damals, von dem er mir das erzählt hatte.

00:04:09: Da kam er auf jeden Fall zu mir und meinte, ey krass, du hast mich das da aufbauen, hast du nicht einmal nachgefragt, wie ich es mache.

00:04:13: Ja, kann sein.

00:04:14: Ich hab die ganze Zeit über der Podcasting.

00:04:16: Also die ganze Nachbearbeitung.

00:04:18: Du kannst doch am besten, was soll ich mich da einbischen, wenn du eine Frage hast, wo's schon kommen soll.

00:04:21: Also es geht schon, ich glaub, Schlimmes, wenn ich tiefe Expertise drin habe, dann bin ich manchmal, wenn es an Texten zum Beispiel geht oder an Struktur, da fällt's mir manchmal schwierig.

00:04:30: Aber das ist das zweite Ding.

00:04:31: Also weniger Micromanagement.

00:04:32: Und das Dritte ist, glaube ich, alles so artverwandt, das Thema Personal.

00:04:35: Ich war jetzt leider gezwungen, Menschen zu entlassen, was jetzt nicht schön war.

00:04:39: hab aber auch gemerkt, ich schaff's irgendwie auch alleine und durfte mir von meinem Vater an anderen anderen sagen, ich hätt nie so viele Leute eingestellt, warum machst du das?

00:04:44: Ich durfte mir auch anderen, warum ich mir so ein teures Büro geholt hab und so weiter.

00:04:47: Und da hab ich noch mal ein anderes Verhältnis zu gewonnen, gar nicht jetzt in Richtung, sondern mehr das zu reflektieren.

00:04:53: Also, wenn du Personal hast, kannst du natürlich mehr wachsen, kannst du mehr skalieren.

00:04:57: Deswegen bin ich damit meinem Vater nicht auf einer Wellenlänge, weil er, glaub ich, nicht den Anspruch hat, Dinge kategorisch groß zu machen, ich schon.

00:05:03: Auf der anderen Seite wiederum ist immer so die Frage, wenn du Leute holst, heißt das nicht, dass du weniger Arbeit hast, sondern ... Du hast dann andere Arbeit und ich hab halt festgestellt, das hat mich ein bisschen gewohnt, aber da hat Markus Diegmann mal zu mir gesagt, dann wirklich recht behalten, dass ich ein Künstler bin.

00:05:15: Das wäre vielleicht das vierte Ding.

00:05:16: Also mal verstanden zu haben, ich bin gerne an der Sache dran, also ich erzeuge gerne und ich will wachsen.

00:05:22: Und das verträgt sich manchmal aber nur so ganz komisch, weil wenn du wachsen willst, musst du mehr managen.

00:05:26: Managen heißt, bis er enabler für andere, dann machen andere die Arbeit, weil sie vielleicht im Zweifelsweise auch besser können als du.

00:05:31: Da hab ich, glaub ich, noch nichts zu Ende gelernt, aber das ist was, wo ich auf jeden Fall viel mitgenommen hab, für mich, mir hier zu überlegen, okay, Wo willst du selber in der Büt?

00:05:37: Also wo hast du Superpowers und bist sozusagen der Handwerker?

00:05:41: Und wo holst du vielleicht eher den Handwerks-Trupp und Bisten oder Bauleiter?

00:05:44: Und wahrscheinlich bin ich dann mehr so das freie Radikal.

00:05:47: Ich habe ja jetzt auch eine tolle zweite Frau sozusagen neben dir an meiner Seite, die Maria, die jetzt meine späte Mitgeründerin wird.

00:05:52: Ich freue mich voll in den Loch im Bauch.

00:05:53: Wie ein Schneekönig.

00:05:54: Ich bringe sie mir nur nach Honigkuchenpferd und Schneekönig.

00:05:56: Da freue ich mich beides so doll.

00:05:57: Maria ist zum Beispiel immer, die kann halt richtig gut People Management.

00:05:59: Und ich glaube, wir so zusammen, das gibt halt eine coole Mischung, weil dann kann ich Handwerker sein an den Stellen, die ich gut kann.

00:06:04: Und Maria hat den Blick dafür, dass wir ein Team bauen, wo dann sozusagen Skalierung möglich wird, weil wir halt auch die Leute mal den Satz wollte ich in der Logik noch zu Ende bringen.

00:06:13: Wenn ich skalieren will mit Personal, dann müssen wir halt eins klar sein.

00:06:15: Erstens gucken, dass die Arbeitspakete groß genug sind.

00:06:17: Zweitens, dass es jemand betrachtet, also der dabei hilft und unterstützt.

00:06:20: Das ist auch alles glattläuft in eine Richtung.

00:06:23: Und drittens natürlich die besten Leute finden.

00:06:25: Lass uns doch mal auf die Zeit vor zehn Jahren springen.

00:06:29: Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen mit Digitarkompakter?

00:06:31: Als ich bei Grund, dass ich raus bin, habe ich einen Job angenommen, habe gemerkt, ich bin nicht so führungsfähig, weil es war ein sehr dominanter Umgang da.

00:06:36: und ich habe gemerkt, ich kann gut, also ich lasse mich schon führen, wenn ich verstehe, dass die Leute wissen, was sie tun und wenn es nicht nur so reine Bossien ist oder reinen Prinzip.

00:06:44: Und dann habe ich eine eigene Firma gegründet und in der Firma ging es um Online-Meetings.

00:06:48: Heute versteht das jeder, damals, was waren das so ungefähr, zwei Fünfzehn, glaube ich, in dem Dreh, da war das vielen Leuten so ungeläufig.

00:06:54: Da gab es Webex und da gab es Goto-Meeting.

00:06:56: von denen heutzutage gefühlt keiner mehr so richtig redet.

00:06:59: Als Anna sagt, komm mal zum Webex-Meeting, kann mich nicht daran erinnern, aber die beiden gab's.

00:07:02: Und die Idee war, so eine Verbindung zu schaffen aus Google Docs, also du konntest so Dokumente pflegen, und einem Meeting-Tool, wo du heute sagen würdest, Zoom.

00:07:10: Also eigentlich haben wir Zoom angedacht im Jahr zwei Tausend Fünfzehn.

00:07:14: Mega-Thema heute, oder durch Corona ja krass explodiert.

00:07:17: Wahrscheinlich gab's Zoom auch damals schon, aber ich meine, es war nicht so groß auf dem Radar.

00:07:21: Nun ja, auf jeden Fall haben wir festgestellt, war so erklärungsbedürftig das Produkt.

00:07:24: Also selbst die einfachsten Sachen haben die Leute nicht verstanden.

00:07:27: Da lernt man ja einiges über UX und so weiter, also auch Usability, weil wir hatten so ein Feature, du konntest ein Meeting entweder starten oder planen.

00:07:36: Und für mich war ganz klar, okay starten heißt, ich mache es jetzt, planen heißt, ich will es nächste Woche machen.

00:07:40: Und dann kann man Leute haben gesagt so, hey.

00:07:41: Wenn ich ein Meeting starten will, muss ich es dafür erst planen.

00:07:44: Also muss ich ein Meeting planen, damit ich es starten kann.

00:07:45: So, nee, natürlich nicht.

00:07:46: Kannst gleich starten.

00:07:48: Und das war der Punkt, wo ich dann zum Team gesagt habe, ey, Leute, wir müssen das irgendwie besser erklären.

00:07:51: Lass mal Videos produzieren.

00:07:52: Lass uns mal geile Videos machen, wo wir das erklären, wie das funktioniert.

00:07:56: So, wir hatten halt aber keinerlei Kohle.

00:07:58: Also hab ich gedacht, kacke, wie kannst du so ein Videotypen irgendwie refinanzieren?

00:08:01: Und dann bin ich zum Manager-Magazin gegangen, hab gesagt, ey, Leute, sag mal, wie sieht's denn aus?

00:08:06: Ich hätte Bock, Interviews mit spannenden Gründerinnen zu führen.

00:08:10: Wir machen es mit Video und mein einziger Take ist, ich will das mir in den Videotypen bezahlt und ich kann ihn auch privat nutzen.

00:08:16: So war der Grundgedanke, mit dem ich da reingegangen bin.

00:08:18: Das erste Video, das wir gemacht haben, war meines Wissens Research Gate mit Irad Malisch und war auch cool.

00:08:22: Es ist ein ganz cooles Interview geworden.

00:08:24: Lustigerweise der erste Deep Dive, weil es, glaub ich, die allererste Folge Digital Compact haben wir dann daraus gemacht.

00:08:28: Und dann war aber so ein bisschen das Dilemma, dass das Manager-Magazin gesagt hat, so ja, du, wir würden es mal im Spiegel zusammen machen, wenn die da den Business-Teil dazu nehmen, dann kriegen wir genug Reichweite drauf und können was machen.

00:08:37: Der Spiegel war keine Lust drauf.

00:08:38: So ist irgendein Grund.

00:08:39: Damit war nicht genug Reichweite drauf, damit hat es sich für die nicht gelohnt.

00:08:43: So, dann habe ich gesagt, ja okay, dann guckst du immer weiter.

00:08:45: Wer hat denn noch vielleicht so etwas nach Brandeins angesprochen?

00:08:47: Dann hat Brandeins ein Video gemacht.

00:08:48: Das war das zweite.

00:08:49: Und es war auch cool, aber dann kam halt irgendwann so, ey du, ich glaube Movinga war dann das dritte Video, was wir gemacht haben.

00:08:53: Und dann kam halt so das Feedback, du, wir schaffen das einfach nicht, neben der Heftproduktion so ein Ding zu machen.

00:08:57: Ich dachte, okay, das Start-up hat irgendwie nicht so funktioniert, weil ich habe gemerkt, es wurde zu viel.

00:09:02: Ich hatte einen Nebenjob, mit dem ich mich finanziert habe, bei meinem exer Arbeitgeber, weil ich ihn auch echt gerne mochte und parallel sozusagen Video gezeugt und dann halt die Start-up-Firma.

00:09:10: Und das mit dem Start-up war einfach, wir waren einfach nicht reif genug, ganz einfach, fertig aus.

00:09:14: Und ich bedenke mal, du bist zum ersten Mal Vater geworden.

00:09:16: Ja, genau.

00:09:17: Es war einfach ein bisschen zu viel, dann haben wir halt gesagt, okay, das Start-up funktioniert leider nicht, haben wir dicht gemacht.

00:09:21: und dann habe ich ja gedacht, so, ah, ah, diese Interviews zu finden, es hat echt wieder Spaß gemacht.

00:09:25: Da hab ich wieder Blut geleckt.

00:09:26: Dann hab ich gedacht, fuck it, wenn die's nicht machen, mach ich's eben selbst.

00:09:29: Und dann dachte ich mir, okay, hast du nicht so viel Kohle für so ein Thema?

00:09:32: Machst doch das Video weg.

00:09:33: Machst doch einfach nur Audio.

00:09:35: Man konnte auch schon sehen, ich fand dich deutlich, dass Podcasts abheben würden.

00:09:39: UMR war schon irgendwie am Aufstieg und USA hob das ab.

00:09:43: Dann hab ich angefangen.

00:09:44: Du hast ja anfangs auch noch im Wohnzimmer gesessen.

00:09:47: Man hast von dort ausgearbeitet, bist dann irgendwann mal in den Co-Working-Space gegangen.

00:09:52: Ja, wir haben uns so hochgehangelt, also wir haben die, ich weiß nur, das erste Equipment gekauft.

00:09:56: Je T-Mikrofon weiß ich noch, war colossal kacke.

00:09:59: Kann man für manche Sachen schon benutzen, aber wenn du, wie ich, damals zu den Leuten hingefahren bist, ich war halt jedes Mal in einem anderen Glasvitrienraum.

00:10:05: Also kannst du dir mal vorstellen, so ein Meetingraum mit Glaswänden dazwischen, dann stellst du so ein Ding hin und der nimmt dreihundertsechzig grad halt alles auf.

00:10:10: Da hörst du jedes Echo, jedes Rascheln, jedes Geräusch.

00:10:13: Hat halt nicht funktioniert.

00:10:14: Und was soll man für ein Odyssey, als ich jetzt unser Büro irgendwie umgezogen hab, wie viele Mikrofon ich noch gefunden hab, was wir alles hatten.

00:10:20: Weil wir haben dann gemerkt, okay, kacke, das muss halt irgendwie eine Richtcharakteristik haben.

00:10:24: Dann hab ich angefangen, haben wir Headsets gekauft.

00:10:27: So, die man eigentlich im Fitnessstudio benutzt, wenn die man so vorne so Drill-Inst-Director bei der Aerobik ist, so, ja, fühl's an hier dann.

00:10:34: Knie hoch.

00:10:35: So, so ein Ding.

00:10:36: Und es war ganz lustig, mal zu sehen, weil es hat's jetzt so hinter dem Kopf.

00:10:38: Und das Erste, was passiert ist, wenn ich auf Stopp gedrückt hab, weil die Aufnahme vorbei, haben die sich immer eine Ding vom Kopf gerissen.

00:10:42: Weil's so eng war, so hart am Kopf.

00:10:45: Anstecken, Mikros versucht.

00:10:46: Und irgendwann hat sich's professionalisiert, dann kam halt Studio.

00:10:48: Hast du eigentlich die am Anfang selber geschnitten?

00:10:50: immer, die

00:10:51: Podcasts?

00:10:51: Ja, die ersten Dinge habe ich selber geschnitten.

00:10:53: Wie

00:10:53: lange hast du das gemacht?

00:10:54: Halbis Jahr gefühlt.

00:10:55: Und dann habe ich angefangen, es gibt so ein Newsletter, WOLOHO heißt der.

00:10:59: Da kannst du als Sachen ausschreiben, wenn du jemanden, irgendwie weiß ich, einen Handwerksjob hast oder eine Kleinerzeige, wenn du dich verlieben willst, was weiß ich.

00:11:05: Und da habe ich ausgeschrieben, hey, ich suche Leute, die mit...

00:11:06: Eine Handwerks... Anzeige, wo du dich verlieben kannst.

00:11:09: Na, work, love, home.

00:11:10: Das heißt, du konntest immer in so Spaten, könntest du Sachen sagen.

00:11:13: Wer dich der Handwerker

00:11:14: verlieben möchtest, alles.

00:11:15: Am besten alles drei zusammen.

00:11:16: Ich hab hier zu Hause eine Aufgabe für einen Handwerker, den ich gerne in... Lieben möchtest.

00:11:19: Da hab ich halt ausgeschrieben, ich such irgendwie Producer, die mir einen Podcast schneiden, Freelancer-Bars, hatte keine Ahnung, was das kostet.

00:11:26: Natürlich zahlt sie dann erst mal zu wenig.

00:11:28: Und was da für Lebenskünste dabei waren.

00:11:30: Ich hatte ganz oft so Leute, die, also ja, ich bin Techno DJ, das ist eigentlich meine Passion, aber weil ich davon nicht leben kann, mach ich halt sowas.

00:11:36: Ja.

00:11:36: Okay, hier hast du ein Podcast, so schneid mal.

00:11:39: Und dann hat sich es irgendwann rauskristallisiert werden.

00:11:40: Wenn man so zehn Leute, die das von uns geschnitten haben, dann hab ich das immer per E-Mail verteilt hier, du das, du das, du das, musst du dann mal die Werbung reinschneiden.

00:11:48: Jetzt mal den Aufruf.

00:11:49: Falls einer von euch zuhört, der ganz, ganz am Anfang mit dabei war, der da wirklich die ersten Folgen geschnitten hat.

00:11:55: Schreibt doch einfach mal eine E-Mail an joella-digital-compact.de.

00:11:58: Einfach mal ein Hallo, würden wir uns echt mal freuen, wenn wir wieder wissen, wie es euch geht, ob wir die letzten zehn Jahre uns verfolgt haben.

00:12:05: Das war wirklich eine ruhige Zeit, weil am Anfang haben wir Erwerbung im Podcast immer so geschnitten, dass der Indie-Folge musste.

00:12:11: So, das hieß also, ich musste immer schon eine Woche vorher wissen, welche Werbespots laufen.

00:12:15: Und manchmal hat sich natürlich auf den letzten Drucker erst geklost bekommen.

00:12:17: Und das war dann natürlich immer schön spaßig, wenn die Leute sagen, hier, schneiden wir den Werbepartner doch noch da rein.

00:12:22: Oder da kommt noch jemand.

00:12:23: Oder der raus, der weiter.

00:12:25: Wenn man unseren Google-Kländer gepflegt, da hast du den einen Eintrag gehabt für den Podcast und dann immer drei Stück für die Werbung.

00:12:30: Also es war noch richtig so Oldschool.

00:12:32: Wolltest du eigentlich sagen, dass wir in Deutschland mit einer der ersten waren?

00:12:34: Naja, das ist ein bisschen hochtrahmend.

00:12:36: Wir waren schon sehr früh dabei, im Business-Bereich glaube ich definitiv.

00:12:38: Und ganz ehrlich, das hat uns auch nach vorne gebracht.

00:12:41: Und insgesamt gab es aber viele ältere.

00:12:43: Also was wie Bits und so oder auch hier, Tim Pridlove macht der Ewigkeiten schon Podcasts.

00:12:47: Also ich würde sagen, in der zweiten Welle, die er dann irgendwann aufkam, gehörten wir zu den ersten.

00:12:51: Hättest

00:12:51: du gedacht damals, dass du in zehn Jahren noch existierst?

00:12:53: Na klar.

00:12:54: Ich habe gedacht, es wird noch viel größer.

00:12:56: und naja, auf jeden Fall.

00:12:58: Hattest du ganz am Anfang eine Vision gehabt?

00:13:00: Ich wollte zwei Dinge erreichen.

00:13:02: Ich wollte Community Owner sein und dann Services draufsetzen.

00:13:05: Das heißt, wenn man dieses Werbethema, habe ich immer nur so ein Zwischenfinanzierungsding gesehen, weil wer mag auch Werbung, wenn wir mal ehrlich sind.

00:13:11: Aber ich habe coole Leute, dadurch kenne ich dann wieder um auf der anderen Seite.

00:13:13: Also coole Firmen, coole Partner immer und haben sie noch.

00:13:17: Und das zweite Thema war, dass ich eine Wissensdatenbank in Audioformen herstellen wollte.

00:13:21: Das heißt, meine Idee war, man kann alles wissen, was man braucht, um ein Geschäft zu führen, daraus ziehen.

00:13:26: Habe ich aber auch schon fleißig Florian Heinemann und Giro Decker erzählt, darf man sich demnächst darauf freuen.

00:13:29: Ist dir eine Folge ganz besonders in Erinnerung geblieben?

00:13:32: Positiv oder negativ?

00:13:34: Einige.

00:13:35: Also, ich gab eine Folge.

00:13:37: Ich hatte einen Zeitlang habe ich mit Sebastian Krumbigel Podcast-Folgen gemacht.

00:13:40: Die Idee war, dass ich durch Prominente bei digital kompakt mehr Reichweite auf uns laden wollte.

00:13:44: Aber das hat so einen Spaß mit dem gemacht.

00:13:45: Das Ding haben wir nochmal einfach ausgelagert, jetzt eigentlich ein Podcast.

00:13:48: Hieß Kunst trifft digital.

00:13:50: Und da hatten wir eine Folge mit einem Rapper.

00:13:52: Ein ziemlich bekannter Hyperpall, den viele Leute kennen.

00:13:55: und da ging es irgendwann los, dass dann so die Fetzen flogen.

00:13:57: Das heißt, ich kannte seinen Werk jetzt nicht so gut, hab den dann irgendwie was gefragt.

00:14:02: Ich saß ja hier und so und da.

00:14:03: Und irgendwann so zehn Minuten down the road fing der an, mich anzupöbeln.

00:14:07: Was soll das ja eigentlich, wer bist denn überhaupt?

00:14:09: Ich weiß gar nicht, worum du überhaupt hier bist.

00:14:11: Also ich bin eigentlich nur wegen Sebastian hier, wenn du alleine hier wärst, dann wär das Interview schon vorbei.

00:14:16: Und ich hab nicht verstanden, warum der so abgeht, wie so ein Zäpfchen.

00:14:19: Deswegen mussten wir auch Berlin verlassen.

00:14:21: Genau.

00:14:24: Und ich weiß nicht, das war ganz ruhig.

00:14:25: Ich bin da so sehr ruhig geblieben.

00:14:26: Ich meine, da ist er gar nicht böse gemeint.

00:14:28: Ich kenne es einfach nicht.

00:14:29: Deswegen war ich mal neugierig.

00:14:30: Und irgendwann

00:14:31: hat er, glaube ich, gemerkt, dass ich es jetzt echt nicht böse meine und dass es gar kein persönlicher Angriff ist.

00:14:35: Und hat er so on, er hat sich wieder eingegreifen.

00:14:37: Ja, okay.

00:14:39: Ist ja doch ganz in Ordnung.

00:14:40: Nichts für ungut, ja.

00:14:42: Ja, ja, schon okay.

00:14:43: Und da blieb der noch irgendwie auch, also da sind wir vorbei, da blieb der noch eine halbe Stunde, stand dann vor unserer Tür, kiffte da erst mal ein, so, erzählte so ein bisschen so War Stories aus der Hip-Hop-Welt.

00:14:52: Und am nächsten Tag kam dann aber leider die WhatsApp-Nachricht so mit, er will nicht, dass das Ding und er geht.

00:14:57: Deswegen habe ich auch keinen Namen hier gesagt, hat also leider nie das Licht der Welt erblickt.

00:15:00: War aber irgendwie abenteuerlich.

00:15:01: So, also das war sicherlich so was Lustiges.

00:15:03: Dann gibt es natürlich ganz viele Sachen, wo du viel Wissen gesammelt hast, ja, mit Gero, zum Thema Sales, mit Florian, so bisschen Räumen.

00:15:10: Ich rede von einer, die dich berührt hat, wo du sagst, okay, Das war wirklich was, da hattest du dran zu knabbern oder die hat dich nachhaltig total geprägt.

00:15:18: Ich hatte eine Folge mit Sky Du Mont zusammen, auch mit Sebastian.

00:15:21: Da waren wir in Hamburg, im Hotel Atlantik, haben wir so unsere Atlantik-Sessions genannt, haben uns drei Tage im Atlantik eingemietet, haben das Suite gemietet und haben dann da Gäste eingeladen.

00:15:29: Da hatten wir irgendwie Johannes Erding, Sky Du Mont, also You Name It.

00:15:34: und mit Sky saßen wir da und der hat so von seiner Mutter erzählt und wie die dann gestorben ist und so und wieder daran zu knabbern hatte.

00:15:40: Und dann saß ich zu ihm so, hast du mir überlegt, oder welches Lieder auf der Beerdigung gespielt hat?

00:15:45: Und dann wollte ich, hab ich irgendwie erzählt, dass mein Vater auf der Beerdigung seines Vaters Groovy Kind of Love gespielt hat.

00:15:50: Weil die beide irgendwie so eine schwierige doch irgendwie herzliche Verbindung hatten.

00:15:54: Und ich konnte den Satz aber nicht richtig beenden, weil mir dann echt die Tränen kamen, so ich war so erstickt.

00:15:59: Und es hat er mitgekriegt.

00:16:00: Der guckte mich dann so an und nickte so ganz bedächtig.

00:16:03: Und als die Aufnahme vorbei war, kam er hinterher zu mir und hat gesagt, Joel, das war ein ganz besonderer Moment.

00:16:07: Da haben wir aber was geteilt.

00:16:08: Da sag ich dir aber, dass du das sozusagen mit mir so offen geteilt hast.

00:16:11: Und danach war mir ganz innig.

00:16:13: Und es ist so abgefahren, ja, weil, kann sich den sonst noch aus dem Fernsehen und Nummern ausgetauscht und immer hier und da geschrieben und so.

00:16:20: Das war was Bewegendes.

00:16:22: Und ich hatte so ein paar Unternehmer, wo ich halt auch sagen würde, wenn mir irgendwie an Bredakoneer erzählt, dass er überlebt hat, sich das Leben zu nehmen, weil er an seinem Konzern da irgendwie komplett seiner Bedeutung beraubt wurde und wie er dann sein Lebensdienst wiedergefunden hat.

00:16:34: Wenn mir Josef erzählt hat, wie sein Vater irgendwie pleitegegen und er gehänselt wurde und deswegen den Ehrgeiz entwickelt hat, ja, den Familienname reinzuwaschen, das war sozusagen inhaltlich sehr bewegend.

00:16:43: Und dann habe ich auch so ein bisschen gemerkt, dass diese Richtung eine ist, die mich mehr reizt.

00:16:47: Ich wollte es gerade sagen, das sind ja jetzt ... Die Folgen, die du mir jetzt gesagt hast, du wolltest jetzt noch Gero dazwischen schieben, erzählst Folgen, aber das ist mir zu verkopft.

00:16:54: Aber ich hab schon den Eindruck, dass, wenn was bei dir so intensiv hängen geblieben ist und aufgeschlagen ist, dann waren's jetzt nicht irgendwelche Folgstories von Technik und

00:17:02: Co.,

00:17:02: sondern schon diese menschlichen Geschichten.

00:17:05: Ja, wobei mir lustigerweise eine Gerofolge in der Endung geblieben ist, da war ich bei ihm im Büro, musste ich die Folge abbrechen, weil ich, wenn's mir so schlecht ging, ich war so überarbeitet, dass ich da irgendwie Zitter gekriegt hab und mir ging's aber wohl schlecht und so.

00:17:16: Das war ein ganz guter Wegruf.

00:17:18: Also, das sollte man der Ehrlichkeit aber vielleicht auch mal dazu sagen, wenn man solche intensiven Sachen macht, wie du, wie ich, wie Menschen, die unternehmerisch tätig sind.

00:17:24: Manchmal zahlt man auch einen Preis, muss man auch ein bisschen auf sich acht geben, ja.

00:17:27: So, aber um auf deinen Punkt zurückzukommen in der Tat, ich habe halt irgendwann gemerkt, nach so sieben Hundert Folgen die Gitarre kompakt, dass ich dachte, das fühlt sich so auserzählt an.

00:17:35: Dann habe ich halt gedacht, okay, was freizt dich denn?

00:17:37: Und dann habe ich ja diesen Ansatz entwickelt von den fünf Dingen, die ich gerne mit zwanzig gewusst hätte, weil ich einfach auch mal andere Leute hören wollte.

00:17:43: Und ich hab ganz ehrlich, ich war jetzt durch fünfzig Folgenrunde gebaut, so das Jahr, in dem ich das gemacht hab, da hab ich die spannendsten Leute kennengelernt, das meiste gelernt in so völlig unterschiedlichen Richtungen.

00:17:52: Ich meine, wer hatte ein Medium, ich hatte ne Hexe dabei, ich hatte ne Soldaten, ne Fotografin.

00:17:56: Also, wann redest du mit nem Berufssoldaten, der dir erzählt, wie er irgendwie im Hindukusch da, irgendwie bei zweihundertzwanzig Sachen aus dem Flieger da waren, rausgeschmissen hat, ja?

00:18:04: Du warst ja jetzt das schon ein bisschen so angedeutet auch, dass das alles so ein bisschen so seinen Preis hat.

00:18:08: Gab's bei dir so einen richtigen Tiefpunkt, wo du gesagt hast, wo ich ... Kann nicht mehr?

00:18:13: Also Erschöpfungszustände kommen immer in Wellen, finde ich, kommt immer wieder.

00:18:17: Wenn auf einmal dich deine Kraft verlässt und du gar nicht so richtig checkst, warum, weil so was ja in der Regel auch nachkommt, das kommt ja nicht unbedingt zum Zeitpunkt selber, sondern meintet wegen drei Wochen danach oder du hast schon so eine Welle von, was halt sicherlich mit meinem Ehrgeiz zu tun hat und meiner Ungeduld, dass ich auch mal zehn Sachen gleichzeitig mache.

00:18:31: Ich bin dafür gemacht, intensive Dinger auszuhören.

00:18:33: Ich glaube, ich hab große Stärke.

00:18:34: Gleichzeitig hab ich aber auch die eigene Art, mit zu viel abzuverlangen auf einmal.

00:18:38: Gab's jetzt einen konkreten Moment?

00:18:40: Ich sicherlich war es so, als diese ganze Multikrise zuschlug.

00:18:43: Corona war gar nicht so schlimm, da ging's uns eigentlich ziemlich gut.

00:18:46: Wir haben wirtschaftlich ganz gut performt, weil es viele Gewinner aus der Krise gab.

00:18:50: Ich fand's emotional angenehm, weil es war eine schöne, ruhige, entschleunigte Welt.

00:18:53: Aber als es dich dann türmte, als noch Ukrainekrieg dazukam, dann gab's irgendwelche Rohstoffkrisen oder Börsen beinahe.

00:19:00: Crash.

00:19:01: Da war dann so ein bisschen, hast du gemerkt, bekam er aus einem Urlaub wieder und in einem Bitten eines Monats haben wir, glaube ich, alle unsere Co-Produktion verloren.

00:19:09: Das Werbegeschäft sagte völlig ein, das war jetzt nicht so witzig.

00:19:12: Aber eigentlich glaube ich, ganz gut durchnavigiert.

00:19:14: Ich habe dich ja jetzt die letzten zehn Jahre auch beobachten können.

00:19:16: Wir sehen uns ja dann doch etwas öfter.

00:19:19: Also ich sehe ja, wie du dich verändert hast.

00:19:20: Wie würdest du dich... beschreiben im Verlauf der letzten zehn Jahre.

00:19:24: Wie hast du dich verändert?

00:19:25: Ich bin, glaube ich, deutlich empathischer und feinfühliger geworden, also rücksichtsvoller.

00:19:29: Normalerweise war ich immer eher so beste Lösung, nur metawatt.

00:19:32: Ehrlich nur metawatt.

00:19:34: Bei ehrlich bin ich auch immer noch, aber ich dosier es anders.

00:19:37: Und ich habe so einen feineren Eindruck über Menschen gewonnen.

00:19:39: Also ich kriege mehr mit, wie ich auf andere wirke, nehmt da auch mehr Rücksicht drauf.

00:19:44: Das heißt ja nicht, dass man sich verstellt, sondern es heißt nur, sich mal... Feinteiliger zu überlegen.

00:19:49: Da spielt ungeduld manchmal auch eine Rolle.

00:19:51: Wie kann ich das rüberbringen, was ich rüberbringen will, ohne demjenigen so Hardcore auf dem Schlips zu treten?

00:19:56: Also ich bin sicherlich immer noch der Mann in der offenen Worte.

00:19:59: Gestern war ich in der Meeting, da war ich zu spät.

00:20:02: Ich war ja gebadet, hatte oben T-Shirt und unten Handtuch.

00:20:04: Und dann habe ich gesagt, guck mal, Leute, wollt ihr mal was feinliches sehen?

00:20:07: Schaut mal, ich war in der Badewanne und hab mich rechtzeitig abzuzocken.

00:20:10: Guck mal, ich stehe unten noch mit dem Handtuch da.

00:20:11: Ich mach mal die Kamera aus und ihr macht mal die Vorstellungsrunde.

00:20:14: Da haben wir alle herzlich was zu lachen gehabt.

00:20:17: Diese Realness, die habe ich mir, glaube ich, bewahrt.

00:20:19: Aber ich war schon früher, glaube ich, ein bisschen, gerade nicht aus so einer Gründerszeiten zurückdenke, deutlich kompromissloser, Sachen mehr durchgezogen.

00:20:26: Ich merke manchmal auch echt, dass ich ein einzelnes Kind bin, ehrlich gesagt.

00:20:29: Also teilen ist nicht immer so meins gewesen.

00:20:31: Kann ich

00:20:31: bestätigen, wenn es ums Butterkrosson geht am Samstagmorgen?

00:20:35: Wer das größte kriegt, da müssen selbst die Kinder zurückstecken.

00:20:38: Ich finde, ich gehöre die Ehrlichkeit halber schon dazu.

00:20:40: Und ich habe halt lange gebraucht, bis ich verstanden habe, dass ich ein Künstler bin, der nicht so gerne andere Leute enable.

00:20:45: Ich bin gern handwerklich.

00:20:46: Ich stehe gern selber von der Leinenwand.

00:20:48: Und wenn andere, ich bin kein nicht unbedingt ein guter Lehrer.

00:20:50: Ja, also ich kann sicherlich dir ganz viele Sachen sagen, aber ich bin auch sehr schnell im Kopf.

00:20:53: Und wenn ich merke, du kommst nicht so mit, dann verdiene ich völlig auch schnell die Geduld.

00:20:57: Sind das schlimme Eigenschaften?

00:20:58: Nein, ich finde, da kann man ja auch mit arbeiten.

00:21:00: Also es gibt, das ist dann halt nicht meine Rolle, Leute anzuleiten, sondern da bräuchte halt Menschen wie Maria, die unfassbar empathisch ist und auch kompetent wie ich, also die steht mir nichts nach.

00:21:10: Aber hat einen anderen Angang an die Dinge.

00:21:12: Ich bin eher schnell und irgendwie mache gerne selbst.

00:21:15: Sie denkt eher langsam und nimmt Leute mehr mit und führt so.

00:21:19: Was hatte ich denn in den letzten zehn Jahren?

00:21:21: so richtig gestört an deiner Arbeit, an digital kompakt, an dem ganzen Unternehmertum.

00:21:25: Mein höchster Wert ist Freiheit.

00:21:27: Und manchmal ist mich genervt, wenn ich dann ... Weißt du, wenn du angestellt bist, hast du einen Chef, wenn du selbstständig bist, mit Werbung arbeitest, hast du viele Chefs.

00:21:33: So könnte man sagen.

00:21:34: Dass ich halt dauernd Leuten daher tingeln musste und was verkaufen.

00:21:37: So.

00:21:38: Ich glaub ja in unsere Sachen, wir machen ja cooles Zeug, ist ja nicht die Frage.

00:21:42: Aber dann manchmal abhängig sein von fremder Leute, Zuverlässigkeit und Co.

00:21:46: Das fand ich jetzt nicht immer so geil.

00:21:48: Hat mich das im Schlaf gebracht?

00:21:49: Nee.

00:21:50: Aber war so.

00:21:50: was, wo ich gemerkt hab, nervt manchmal.

00:21:54: Deswegen hab ich auch einen Business Club gestartet, weil ich wieder keine Einnahmen erzeugen wollte, ohne Zells machen zu müssen.

00:21:59: Dann saß ich da, hab mich selber gestapft, dachte, geil, du bist ja ein Depp, musst ja für den Business Club genauso Zells machen.

00:22:04: Nur nicht bei Käufern, sondern bei Mitgliedern, du bist ja ein Held.

00:22:07: Machen wir jetzt wieder, sehr geil.

00:22:08: Aber damals war das der Fahrt, der da hingeführt.

00:22:12: Hattest

00:22:12: du vor zehn Jahren dir auch schon gedacht, das wär cool, wenn Marike mitmacht?

00:22:17: Nicht inhaltlich.

00:22:18: Also die Bereitschaft, was zu teilen, ist immer da.

00:22:21: Ich habe lange mehr Florian Heinemann zum Vorbild genommen, der sich immer so zurückhielt, der anderen Leuten die Bühne gab, trotzdem sehr präsent war.

00:22:29: um dann aber irgendwann zu merken, ich bin nicht Florian, eine Mann.

00:22:31: Florian ist bodenständig, der ist auch nicht eine abgehobene Diva, will ich damit auch nicht sagen, aber ich bin schon lauter, ich bin schon intensiver, ich bin schon bunter, ich bin schon krasser, ich such mehr Bühne und habe auch mal das Feedback bekommen.

00:22:41: Wir scheinen den Podcast ja wegen dir ein, nicht wegen irgendwie.

00:22:43: Komoderator XYZ.

00:22:44: Das heißt, ich habe eine ganze Zeit lang versucht, ganz viele Komoderatoren aufzubauen und also einfach nicht funktioniert, was nicht angenommen wurde vom Publikum.

00:22:51: Was dich angeht, hatte ich nie den Eindruck, dass du meine Themenwelt gerne hast, ja.

00:22:55: Ich war immer bereit, man habe ich ja auch gemacht, die eine berufliche Heimat zu bieten, wo du dich, glaube ich, auch finden kannst, wo du, glaube ich, ich sage jetzt nicht gemachtes Nest, aber ich sage mal, wo es ein bisschen sicherer war und bequemer, als wenn man jetzt in der freien Wirtschaft irgendwie arbeiten musste, also kommen können, wann man will, von zu Hause aus arbeiten, sich dann Arbeitsfeld suchen, all solche Dinge.

00:23:13: Und irgendwann habe ich aber gemerkt, dass es so an Grenzen stößt, dass es irgendwie uns auch nicht gut tut, dass ich aber vor allem dich damit nicht glücklich mache.

00:23:19: Ich hatte den Eindruck, es war zu gut, um wegzugehen und so schlecht, um da zu bleiben.

00:23:24: Es war halt einfach auch nicht mein Feld.

00:23:26: Es war nichts, wo ich mich wohlgefühlt habe, wofür ich gebrannt habe, wo ich die Begeisterung hatte.

00:23:32: Ich habe mir gerne angehört, was du mit wem gerade gemacht hast und welche Aufnahme.

00:23:37: Aber bei mir fehlt diese Begeisterung.

00:23:39: Und das ist, glaube ich, das ganz Schwierige, wenn du in einem Job bist.

00:23:43: Egal, ob das jetzt im Unternehmen des Mannes ist oder Frau oder Familienfernenunternehmen.

00:23:49: Wenn da die Begeisterung nicht dabei ist, das ist echt ein Punkt, wo man wirklich ausbrennen kann.

00:23:53: Und ich habe das regelrecht auch gemerkt, dass das einfach nicht meins ist.

00:23:56: Gero sagte mal zu mir als einer seiner fünf Punkte mit zwanzig, wenn du nicht das machst, was du liebst, fühlt sich jeder Tag an wie Arbeit.

00:24:03: Was glaubst du denn, was dich als Unternehmer so ausmacht?

00:24:05: Ich glaube, ich bin ziemlich entscheidungsfreudig.

00:24:07: Also ich habe keine Angst vor Entscheidungen, relativ schnell.

00:24:10: Manchmal, wie gesagt, mit Ressourcen ein bisschen mutiger sein.

00:24:12: Da hat es vielleicht manchmal gemangelt, aber für sich entscheide ich gar nicht sehr bereitwillig.

00:24:16: Ich bin extrem offen für Neues und für Veränderungen.

00:24:19: Also ich durchgehe jetzt auch gerade eine Phase.

00:24:21: Ich habe es ja gesagt, wir mussten Leute entlassen.

00:24:24: Der Markt ist so schwer wie noch nie, weil es kommt mehr Vergleichbarkeit dran.

00:24:26: Es gibt immer mehr Angebot, KI setzt ein.

00:24:29: Es wird auch mehr komplexer.

00:24:30: Du musst jetzt eigentlich Video mitmachen.

00:24:31: Die Qualitätsansprüche sind gestiegen.

00:24:34: Die Werbepreise werden standardisierter.

00:24:36: Deine Vermarkter wollen mehr von dir.

00:24:37: Es gibt Zichtfaktoren, die das Geschäft gerade schwer machen.

00:24:40: Und ich habe gemerkt, wie ich das jetzt mit Maria alles aufgerollt habe.

00:24:43: Wir haben uns wirklich wochenlang eingeschlossen und da eine Stunde geredet und da zwei Stunden Workshop gemacht, so ungefähr.

00:24:49: Ich mag mich lieb das.

00:24:50: Ich mag das total gerne.

00:24:50: Ich finde es vollkommen in Ordnung, mich neu zu erfinden.

00:24:52: Die zentrale Aufgabe ist, nur die Leute mitzunehmen.

00:24:55: Und das war, glaube ich, in der Vergangenheit oft so ein Fehler, dass wir uns zu viel ist und die Leute es nicht mehr verstehen.

00:24:59: Dann hast du ein Problem, du brauchst ein Narrativ, was die Leute abholt.

00:25:01: Ich bin halt gewissermaßen aktionistisch und vielleicht auch opportunistisch.

00:25:04: Ich kriege halt, mein Mann darf er nicht vergessen, wir verkehren ja mit den erfolgreichsten Leuten unseres Landes.

00:25:10: Also ich hab immer so einen Einblick ins Fähren tagtäglich, die andere die nicht haben.

00:25:15: Dadurch krieg ich halt sehr frühen Radar, was so wichtige Themen sind, plus ich hab dafür auch einen Gespür.

00:25:21: Und wenn ich dann halt mitkriege das, und das wird ein Thema, dann baue ich das halt sehr schnell.

00:25:25: Und die Organisation aber mitzunehmen ist halt wichtig.

00:25:28: A, egal ob nach außen oder nach innen, egal ob frontend oder backend sozusagen, braucht es eine Story und eine Coherenz.

00:25:35: Es muss irgendwie zusammenhängen.

00:25:36: Und wenn du dann das nicht hast, wird es halt schwer, das sozusagen auf die Straße zu bringen.

00:25:41: Und du musst halt die Leute dafür abholen.

00:25:42: Und es braucht auch Zeit.

00:25:43: Also das ist so, ich sage, ich bin mal zu schnell und zu ungeduldig.

00:25:46: Das ist Fluch und Segen natürlich manchmal zugleich.

00:25:48: Ich sehe es mehr als Segen, dass ich sehr schnell bin.

00:25:51: Aber wenn du der erste bist, der irgendwo ist und es sofort verstanden hast und alle anderen brauchen halt viel, viel länger und du bist aber schon beim nächsten.

00:25:57: Und du hast die Ungeduld, Sachen zu bauen, weil es geht dir alles nicht schnell genug.

00:26:01: Das ist halt anstrengend.

00:26:02: Sowohl für mich als auch für andere.

00:26:03: Auf der anderen Seite bin ich auch sehr stolz drauf.

00:26:05: Ganz ehrlich, wir haben eigentlich immer über unsere Gewichtsklasse gebuckst.

00:26:08: Egal, weil es jetzt um Tools geht, um Gäste oder... Ne, wir können es eigentlich nicht, das ist angebracht.

00:26:13: Aber Tools war zum Beispiel, das ist mir aufgefallen.

00:26:15: Wir haben Sachen benutzt, die benutzen sonst Firmen, die viel größer sind, weil wir uns einfach so best in Klas Wissen abgeschaut haben.

00:26:21: Da hab ich nur immer noch gemerkt, okay, ist ja schön und gut, wenn du dir immer das Best-in-Klass-Wissen anguckst, aber du musst ja freiermaßen deine Bedürfnisse.

00:26:27: Das ist zum Beispiel das nächste.

00:26:28: Wenn du erkennst, was im Markt wichtig wird, trotzdem immer zu applizieren, was davon, was im Markt wichtig wird, ist für mich ganz konkret wichtig.

00:26:35: Was ist denn das kniffligste gewesen an der Zusammenarbeit mit mir?

00:26:39: Also, wenn du sagst, ich arbeite mit meiner Frau zusammen.

00:26:42: Auf Anrat meines Anwalts mache ich von meinem Zeugnisverweigerungsrecht gebraucht.

00:26:45: Funktioniert leider nicht, sorry.

00:26:48: Grundsätzlich haben mich immer viele Menschen dafür beneidet, du kannst mit deiner Frau zusammenzuarbeiten mit deinem Partner.

00:26:53: Das ist ja krass, das könnten wir nie.

00:26:55: Ist das nicht anstrengend, auch twenty-four-seven aufeinander rumzuklucken?

00:26:58: Fand ich nie.

00:26:58: Ich fand sehr dankbar, dass wir uns zum Beispiel mal als erzählen konnten oder du es miterlebt hast, dann brauchte ich nicht abends bis nachts um zwölf damit im Bett behellingen.

00:27:06: Was dich manchmal schwierig ist, würde ich mal sagen, ist jetzt vielleicht ein Character-Trade von dir.

00:27:10: Du lässt dir halt sehr ungern was sagen.

00:27:11: Du bist so wie ich, glaube ich, dass du es nicht magst.

00:27:13: Ich weiß

00:27:14: jetzt nicht, was du damit meinst, mein Lieber.

00:27:16: Ist du nicht jetzt nicht angebracht, ja?

00:27:19: Ich glaube, Bossiness ist auch nicht so deins.

00:27:21: Und ich erinnere mich an eine Situation, als wir in einer unserer Wohnung unsere Küchenplatte ausgesägt haben, in einer Stichsäge, wo wir sozusagen die Spüle ausgesägt haben.

00:27:28: Du hast noch nie in deinem Leben eine Stichsäge geblieben.

00:27:30: Ja, aber es ist perfekt geworden, dieses Loch.

00:27:32: Hör auf jetzt, lass uns hinzureden.

00:27:33: Und an einigen Stellen wollte ich dir Tipps geben.

00:27:37: Ich sag so, hier, du musst mehr Drehzahl, du musst schneller machen und du musst gerade halt mehr Druck.

00:27:40: Lass mich, ich kann das selber!

00:27:42: Und das fand ich halt, das ist so ein bisschen illustratorisch, dass du manchmal Sachen zwar gar nicht beruflich zu Hause bist, die aber auch nicht sagen lassen möchtest, wie es geht, sondern möchtest selbst den Schmerz erleben.

00:27:51: Aber du hast es ja einmal gezeigt und dann wollte ich selber machen, und dann vorwerktest du mir die ganze Zeit dazwischen.

00:27:56: Deswegen wollte ich von meinem Zeugnisverweigungsrecht gebrauchen machen, weil jetzt bin

00:27:58: ich dazwischen.

00:27:59: Ich weiß doch genau, wie diese Situation, ich weiß auch noch genau, in welcher Straße das war.

00:28:03: Gibt es noch irgendwas Positives, was du zu uns auch zusammenarbeit zu sagen hast?

00:28:07: Bei jemandem mitzuwirken, wo es nicht das eigene Thema ist und vielleicht, dass du das Gefühl hast, so haben, ausgehalten zu werden oder abgehängt zu werden, dieses gesehen werden, in dem was man tut, familiär.

00:28:16: Also ich glaube, da hast du viel erduldet und getragen und dafür danke ich dir auch irgendwie.

00:28:20: Übrigens ganz herzlich.

00:28:21: Dunkel.

00:28:22: Kannst du es empfehlen, würdest du das wieder so machen, wenn du nochmal zehn Jahre zurück und kannst deinem vor zehn Jahren Joel sagen, machst oder machst nicht, würdest du es wieder machen?

00:28:30: Ich habe es ja für dich gemacht, deswegen würde ich es auf jeden Fall wieder tun.

00:28:33: Weil ich glaube, es war für deine Entwicklung wertvoll und wichtig.

00:28:36: War es für dich manchmal schmerzvoll und für mich auch?

00:28:38: Ja, definitiv.

00:28:39: Aber natürlich würde ich es wieder machen.

00:28:41: Aber es muss nicht heißen, dass es jeder ist.

00:28:43: Wenn man mich nachfragt, dann erzähle ich meine Erfahrungen und meine Geschichte seit einem von tausenden, wusste ich jeder für sich selbst.

00:28:49: Ich finde, man kann wieder kategorisch ja noch kategorisch nein sagen.

00:28:51: Der Anwalt würde sagen, es kommt darauf an.

00:28:53: Wo siehst du dich in den nächsten zehn Jahren?

00:28:55: Ich glaube, ehrlich gesagt, dass was hinter mir liegt, war erst die Vorübung.

00:28:59: Jetzt wird es richtig groß.

00:29:00: Ich sehe Bühne, ich sehe auch Musik, ich sehe auch mehr Reichweite, ich sehe international.

00:29:05: Also, ich finde, alles klappt.

00:29:06: Bin ich ja Anfang des Jahres wieder in Vietnam bei meinem Freund Lars Jankowski.

00:29:09: Damals habe ich halt auch so einen gedacht, okay, warte mal, du frass immer nur Deutsche nach ihren fünf Dingen mit zwanzig.

00:29:13: Du fragst über die Rollen, aber was sagt denn jemand aus Namibia dazu?

00:29:16: Oder Südkorea?

00:29:17: Oder Saudi Arabien?

00:29:18: Oder Vietnam?

00:29:20: Also meine Wissensreise wird weitergehen und glaube ich globaler werden.

00:29:24: Ich habe für mich so festgestellt, mein Purpose ist halt neugierig, ich will Dinge lernen, aber mir ist noch keine Klarheit wozu.

00:29:31: In meinem Kopf werde ich eine der bekanntesten Personen dieses Planeten.

00:29:34: In aller Selbstüberschätzung und Verrücktheit wie das klingt, nur das fehlende Baustein oder Bauteil ist noch, ich weiß nicht warum oder wozu.

00:29:43: Und das glaube ich findet mich erst noch, weil für mich ist Bekanntheit jetzt kein Selbstzweck, sondern es verbindet sich mit einem Auftrag.

00:29:49: Also was machst du mit dieser Bekanntheit?

00:29:51: Wofür ist die da?

00:29:52: Und ob die durch Musik kommt oder durch die Gespräche oder was völlig anderes, was mich noch findet, weiß ich nicht genau.

00:29:59: Aber Maria und ich haben jetzt uns mal hier Pinky and the Brain.

00:30:03: Was machen wir denn heute Abend, Brain?

00:30:04: Das Gleiche, was wir jeden Abend machen, Pinky.

00:30:06: Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen.

00:30:08: Vielleicht klingt es bekloppt, aber ich denke mir halt auch so, muss Visionen, da muss ein kleines Ziel haben.

00:30:12: Mein Ziel ist das, warum es so ist, weiß ich noch nicht, aber ich spüre es, dass es so in mir gegeben ist und ich arbeite ja auch sehr stark spirituell mittlerweile.

00:30:20: Und es fächelt alles in diese Richtung, es kommt alles dahin.

00:30:23: Lustigerweise, die Hexe, mit der ich mich dann unterhalten habe, hat auch gesagt, Joelle, bisher war so nicht schon mal Becken, jetzt ist Ozean angesagt, wird jetzt viel größer, so traurig.

00:30:32: Gibt es noch jemanden, den du unbedingt für das Mikrofon ziehen

00:30:35: willst?

00:30:35: Ich würde unglaublich gerne mal Paul McCartney interviewen, ehrlich gesagt.

00:30:38: Es gibt so ein paar, die sind schon gestorben, die ich gerne da gehabt hätte, so MoMetAli, Robin Williams oder ich habe heute gerade mal wieder an Angela Lensbury gedacht, von Mordsy Hobby.

00:30:47: Also spannende Künstler gibt es, glaube ich, ganz, ganz viele.

00:30:49: Wenn ich jetzt unternehmerisch denke, ich würde gern mal Jack Ma interviewen von Alibaba den Gründer.

00:30:54: Ich fange auch super spannend.

00:30:55: Ich hätte auch mal Lust auf, verrückterweise auch ein bisschen auf die Arschloch-Fraktion, so Elon Musk, Donald Trump, finde ich auch mal neugierig.

00:31:01: Oder Obama, aber das ist ja jetzt alles so das Champions League-Finale-Regal.

00:31:06: Ansonsten mag ich einfach, ehrlich gesagt, immer so die Unternehmergeschichten.

00:31:08: Dann gibt es irgendwie spannende, tolle Leute.

00:31:10: Was war für dich so diese Hürde, diese Selbstständigkeit und gleichzeitig irgendwie Familie?

00:31:16: Wie hast du das hingekriegt?

00:31:17: Ich fand das gar keine Hürde.

00:31:19: Da bin ich, glaube ich, ein Exot.

00:31:20: Ganz viele haben ja immer diese Angst.

00:31:22: Die sind in der Sicherheit des behüteten Jobs, der sie eigentlich unglücklich macht und fragen sich, wie wär's denn, wenn ich mich selbstständig mache?

00:31:28: Man müsste mal, ach, könnte ich doch.

00:31:31: Habe ich nie gehabt, weil ich bin da halt reingefallen.

00:31:34: Mein erster Job war bei Gründerstein.

00:31:35: Das war ein Start-up.

00:31:36: Ich hab das lieben gelernt, hab dann irgendwann nach so ein paar Jahren gemerkt.

00:31:38: Ich sag so wie, das geht auch anders?

00:31:41: Ihr seht euch in eurer Firma.

00:31:43: Warum denn das?

00:31:44: Was ist das denn für ein Quatsch?

00:31:46: Wie?

00:31:46: Da kannst du nicht alles entscheiden.

00:31:48: Das sagt dein Chef, was du mal, hä?

00:31:50: So, und vor dem Hintergrund war für mich immer klar, ich will in einer gestaltenden Rolle sein.

00:31:54: Also entweder eine Führungsrolle in einer Organisation oder halt was Selbstständiges machen.

00:31:58: Und ich habe mir halt Banden gesetzt.

00:32:00: Für mich war halt immer klar, ich falle nicht in die Falle, mich tot zu arbeiten und die Familie zu vernachlässigen, dass ich dann irgendwann ein erfolgreiches Start-up habe und habe die dritte Ehe und die aus deiner ersten Ehe.

00:32:09: Die Kinder reden schon nicht mehr mit dir, ja?

00:32:11: Also das heißt, ich hab immer um achtzehn Uhr den Stift fallen lassen.

00:32:13: Hab aber natürlich dem Kopf trotzdem immer bei der Sache.

00:32:15: Manchmal haben wir um zwanzig Uhr hingesetzt und was gemacht.

00:32:18: Aber ich hab halt schon eine gewisse Disziplin gehabt, keine Schulaufführung zu verpassen, sage ich mal.

00:32:23: Präsenz zu sein, wenn Family da ist.

00:32:25: Nicht immer den Kup im Handy hecken haben und so weiter.

00:32:28: Gibt mal bessere, mal schlechtere Phasen, klar.

00:32:30: Und jetzt gerade hatte ich einen, da hab ich wieder viel am Telefon gehangen, weil ich halt auch irgendwie die Sicherheit von einem Unternehmen gewährleisten will.

00:32:36: Aber auch für sich war das sozusagen so eine Bande, die ich hatte.

00:32:38: Ja, und man muss auch dazu sagen, ich denke halt sehr schnell und ich prozessiere extrem schnell.

00:32:42: Eine Stunde Arbeit bei mir ist manchmal wahrscheinlich über anderen Leuten eine anderthalb zwei oder vielleicht auch mal vier.

00:32:47: Also ich glaube, wenn ich in der Behörde anfangen würde, die würden auch ihre Ure werden damit mit mir.

00:32:50: Die würden sagen, wir aufzuzuarbeiten, da sehe ich mal doof aus, so ungefähr.

00:32:53: Wenn du Dinge vom Geld her denkst, machst du sie immer schlechter.

00:32:56: Du musst sie eigentlich von der Problemlösung her denken.

00:32:59: Das heißt, was kann ich tun, um meinen Kunden glücklich zu machen?

00:33:03: Was kann ich tun, um mich glücklich zu machen?

00:33:05: And the money will follow.

00:33:07: Meinem Vater war das genau dasselbe.

00:33:08: Ich hätt nie so viele Hürden angestellt wie du.

00:33:09: Ich hätt mir nie so ein teures Büro geholt wie du.

00:33:11: Warum nicht?

00:33:12: Weil er nicht so viel Geld ausgeben wollte.

00:33:13: Aber warum hab ich viel Geld ausgeben, weil ich wachsen wollte?

00:33:16: Weil ich Impact erzeugen wollte.

00:33:17: Hast du die Denke schon immer gehabt?

00:33:19: Die kam auf, ich glaub nicht, dass ich so geboren bin.

00:33:21: Ich glaub, ich wurde so sozialisiert, dass mein Vater mir immer über Geld viel erzählt, da muss ich einen guten Job suchen.

00:33:26: Ohne Vorwurf, mein ich gar nicht böse.

00:33:28: Deswegen ist er auch kein schlechter Mensch und seine Sicht ist jetzt auch nicht falsch deswegen.

00:33:31: Aber es kann halt immer zwei Klassen müssen stimmen, die dreizehn oder die zehnte.

00:33:36: Dreizehnte, falls du studieren, damit du studieren kannst.

00:33:39: Zehnte, falls deine Abitur kacke wird, dass du auf einen guten Realschulabschluss zurückfällst.

00:33:43: Dann mach ein gutes Studio, dann geht's zu einer großen Firma.

00:33:45: So nach dem Motto.

00:33:46: Die ersten Bewerbungen, die ich ja nach der Schule geschrieben habe und am Studium war, Walt Disney, Coca Cola, dann denke ich, Höllennorte, da ist nichts für ungut.

00:33:55: Schöne Firmen, schöne Produkte und wenn man das mag, wenn man gerne, wenn man führungsfähig ist, wenn man dieses Enabling mag, was ich gerade beschrieben habe, also für mich ist das ein Höllennort, weil sie so durchstrukturiert sind und weil du so ein Rädchen im Getriebe bist und weil du gar nicht so viel machen kannst und weil du so ausgesetzt bist etc.

00:34:10: Ich hatte zum Beispiel immer gedacht, wie geht das denn zusammen?

00:34:13: Dass ich Freiheit als höchsten Wert habe, aber Sicherheit anstrebe.

00:34:17: Zum einen war ich schlechte Erfahrungen gemacht, damit fehlende Sicherheit und die dann deswegen begehre.

00:34:22: Zum anderen lässt es aber auch doch mehr vereinen, als man so denkt.

00:34:24: Wenn du aus einer Sicherheit heraus agierst, bist du natürlich viel freier, als wenn du nur im Luft lernen raumhängst, ist ja klar.

00:34:29: So,

00:34:30: lieber Joël, es gibt uns mal dein Geheimnis der letzten zehn Jahre.

00:34:34: Neugierde.

00:34:34: Ernstes Interesse an den Menschen.

00:34:36: Gepaart mit ein paar ganz coolen Fähigkeiten, schnell denken können, Zusammenhänge sehen, strukturiert denken und so weiter.

00:34:42: Aber es ist vor allem Neugierde, wenn du Menschen zeigst, dass du an ihnen ernsthaft interessiert bist, teilen sie auch ganz viel mit dir.

00:34:48: Ich hab nie Leute verarscht, ich hab mich immer an meine Zusagen gehalten.

00:34:51: Auch wenn sie sich nicht dran gehalten haben oder wenn es sich herausstellte, dass es irgendwie doch blöd ist, wie es gelaufen ist, so, ich hab immer zugesehen, dass ich das einhalte und dass die Leute sich verlassen können auf mich.

00:35:00: Das klingt so ein bisschen kitschig, aber bei den ganzen Spirituellen, was ich immer hab, kommt dann immer als Hinweis, es geht darum, Liebe in die Welt zu bringen.

00:35:07: Ich bin sehr gespannt, was kommt.

00:35:10: Auch wenn ich mich nach und nach rausziehen werde aus digital kompakt, bin ich ja trotzdem mitgehangelt gefangen und gucke immer von der Seitenlinie zu.

00:35:15: Also ich bin sehr gespannt, was so die nächsten zehn Jahre bringt.

00:35:19: Vielleicht machen wir in zehn Jahren dann wieder eine Jubiläumswoche, wo ich dann dabei sein darf.

00:35:23: Und an dieser Stelle ein ganz großes Danke, dass ich jetzt dank dir weiß, wie man mit einer Stichsäge arbeitet.

00:35:28: In diesem Sinne.

00:35:29: Auf die nächsten Szene.

00:35:29: Yay!

00:35:33: Danke fürs Zuhören beim Digital-Kompakt-Podcast.

00:35:37: Du merkst, hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen

00:35:41: heraus.

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00:35:49: mehr Menschen können wir helfen.

00:35:52: Also, erzähl

00:35:52: doch auch deinen Kolleginnen und Kollegen von

00:35:54: uns.

00:35:55: Bis zum nächsten Mal.

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