Entscheidungsfindung: 6 Formen, wie du mit deinem Team entscheiden kannst

Shownotes

Disagree and Commit verwandelt Entscheidungsrunden: Echte Beteiligung entsteht dort, wo Zweifel ihren Raum behalten und Stimmen Widerspruch wagen. Judith Andresen öffnet den Blick für sechs Entscheidungsformate zwischen Hierarchie, Konsens, Konsent und Widerstandsabfrage – und zeigt, warum Organisationen mehr als eine Art zu entscheiden brauchen. Was fehlt, wenn alle gehört werden, aber niemand Verantwortung übernimmt? Ein Erfahrungsraum für alle, die Gruppenprozesse mutiger und menschlicher gestalten wollen.

Du erfährst…

…wie "Disagree and Commit" Teams zu besseren Entscheidungen führt

…welche 6 Entscheidungsformen Judith Andresen empfiehlt

…wie die Widerstandsabfrage komplexe Entscheidungen erleichtert


||||| PERSONEN |||||

👤 Joël Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt

👤 Judith Andresen, Agile Organisationsentwicklerin, BERATUNG JUDITH ANDRESEN


||||| SPONSOREN |||||

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💪 Diese Folge entstand in Partnerschaft mit BJA – Beratung Judith Andresen


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||||| LEXIKON |||||

Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen:

🔹 **Disagree and Commit** - Eine Entscheidungskultur, bei der Einwände erlaubt sind, aber nach der Entscheidung alle Beteiligten diese unterstützen.

🔹 **Verkündung** - Entscheidungsform, bei der eine Person (meist Führung) die Entscheidung trifft und bekanntgibt.

🔹 **Konsens** - Übereinstimmende Zustimmung aller Beteiligten zu einer Handlung oder Entscheidung.

🔹 **Konsent** - Entscheidungsprinzip (aus der Soziokratie), bei dem Vorschläge akzeptiert werden, solange kein schwerwiegender Einwand (Recht auf Widerstand) vorliegt.

🔹 **Konsultative Entscheidung** - Führungsperson holt gezielt Rückmeldungen und Empfehlungen von anderen ein, trifft dann aber selbst die finale Entscheidung.


||||| KAPITEL |||||

(00:00:00) Vorstellung & Einführung ins Thema

(00:00:39) Disagree and Commit als Grundhaltung

(00:03:09) Verkündung als erste Entscheidungsform

(00:05:59) Konsens und seine Tücken

(00:09:20) Konsent und begründete Ablehnung

(00:14:17) Konsultative Entscheidungen

(00:18:13) Mehrheitsentscheidungen

(00:23:29) Widerstandsabfrage


||||| WIR |||||

🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun.

👉 Mit meinem Podcast digital kompakt zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe

👉 Mit meinem Podcast 5 Dinge mit 20 zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten

👉 In meinem Newsletter fasse ich dir Jeden Freitag die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten.

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👥 Wir streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

Transkript anzeigen

00:00:00: Los geht's!

00:00:14: Hallo Leute, hier ist Joel und ich sitze wieder mit Judith Andresen zusammen.

00:00:17: Ihr erinnert euch vielleicht dieses Organisationsentwicklerin mit der BJA, der Beratung Judith Andresen.

00:00:23: Und beim letzten Mal haben wir uns unterhalten, sagt mal, hey, wie funktionieren eigentlich so Führungsformen?

00:00:26: Welche gibt es davon?

00:00:27: Wende ich die an?

00:00:28: Und sind dann so im Laufe des Gesprächs an den Punkt gekommen, dass wir gemerkt haben, oha, Entscheidungen sind ja bei Führungen ein wichtiges Thema.

00:00:34: Welche Entscheidungsformen gibt es denn eigentlich?

00:00:36: Also natürlich hat Judith die ja kennt, die in der Folge schon genannt, aber dann haben wir beschlossen, wir machen eine eigene.

00:00:41: Das heißt, ihr nehmt heute sechs unterschiedliche Artens Entscheidungen mit und vorne weg einer Haltung, die ganz wichtig ist.

00:00:47: Dazu kommen wir gleich.

00:00:48: Vorher sage ich erst mal schön, dass du wieder da bist, liebe Ibole.

00:00:50: Hallo.

00:00:50: Ja, moituell.

00:00:51: Ich freue mich auch, da zu sein.

00:00:53: Genau, genau.

00:00:53: Ich darf eigentlich bei dir sein.

00:00:54: Ich bin hier im schönen Hamburg auf dem Wasser.

00:00:57: Und ja, auch in der Schiffert ist es ja so, Entscheidungen treffen, links rum, rechts rum geradeaus, vor zurück.

00:01:02: Und du hast mir so mitgegeben, das Erste, wenn wir über das Thema Entscheidungen reden, dann sollten wir erst mal über eine Grundhaltung sprechen.

00:01:09: Und diese Grundhaltung hast du genannt Disagree und Commit.

00:01:12: Also es sind jetzt zwei Englischsprache geworden, auf guterisch nicht mitstimmen, also nicht dafür sein und trotzdem engagiert sein höre ich raus.

00:01:18: Also das, was man in vielen Organisationen braucht, ist, dass Leute nicht alles bis ins Klein-Klein austragen und alle einer Meinung sind, sondern was man braucht, ist ein, ich bin gehört worden.

00:01:32: Ich weiß, dass es Alternativen gegeben hätte und ich bin einverstanden damit, dass wir den Weg so gehen, auch wenn ich den persönlich anders gehen würde.

00:01:40: Das ist Disagreement.

00:01:42: Und damit kann man richtig, richtig Bewegung in der Organisation erzeugen, ohne dass man mit dem oder der Letzten alles bis ins Kleinstdurchdiskutieren muss.

00:01:51: Ich habe gerade diese.

00:01:52: auf Englisch, sagt man, immer watercooler Gespräche, also so am Wasserloch, wenn du quasi in der Kaffeemaschine stehst, dich mit KollegInnen unterhältst und es klingt immer nach so einer krassen Sprengkraft, wenn jemand sagt, ja, ich hätte es ja anders gemacht, aber ich trage es mit.

00:02:05: Also du sagst, es ist vollkommen in Ordnung, solange quasi die Person, wenn das

00:02:09: ehrlich ist.

00:02:10: in ganz vielen Organisationen sagen, Leute, ja, dann macht das so, es ist schon okay so, aber da ist schon so ein Unterton drinne und dann, wenn es dann schief geht, sagen, hab ich dir gleich gesagt.

00:02:21: So, und dann hat man erstmal Punk, warum, also darüber, dass es jemand gesagt hat oder nicht gesagt hat und dann werden da vielleicht verletzte Gefühle verhandelt und oder verletzte, also Eitelkeiten, was auch ein Gefühl wäre.

00:02:35: Also, da wird irgendwas verhandelt, aber nicht die Sache als solches.

00:02:38: Wenn es ein Disagreeting kommt, gewesen wäre, passierte an der Stelle Folgendes, dann sagt jemand Mist, so wie wir es gerade gemacht haben, so funktioniert das nicht.

00:02:46: Und Paul oder die Maria, die hatten ja eine geile Idee dazu, die haben das schon kommen sehen, vielleicht fragen wir die nochmal.

00:02:52: Und das macht ein ganz anderes Gespräch auf.

00:02:55: Gut, komm, gehen wir mal die sechs unterschiedlichen Entscheidungsformen durch.

00:02:59: Also die erste, die scheint mir relativ plain Vanilla, um nämlich zu sagen, ich bestimme das einfach von oben.

00:03:04: Du hast es so liebevoll Verkündung genannt.

00:03:06: Vielleicht sprechen wir bei allen immer durch, was macht die aus und wann blutet sie sich an?

00:03:10: Also, wenn jemand alleine ein Unternehmen führt und dem das gehört oder der, dann kann der die bestimmte normative und strategische Ansagen machen und die verkünden, das sollte er oder sie auch tun.

00:03:23: Da macht es total Sinn zu sagen, das ist meine Entscheidung.

00:03:26: Ich erkläre sie euch nochmal, das ist meine.

00:03:28: Wenn wir in einer Organisation in Unsicherheit sind und Leute wissen nicht so, das fühlt sich irgendwie so morassig an und so, dann sind wir auch ziemlich schnell dabei zu sagen, ja das muss auch XYZ entscheiden.

00:03:40: Also weil das so eine Entlastung ist zu sagen, also für mich fühlt sich die Entscheidung so schwierig an, dann mach du die mal so.

00:03:45: Das heißt wir rufen auch indirekt häufig nach Verkündung.

00:03:49: Und eine gute Verkündung macht dann Sinn.

00:03:52: wenn da eine normative oder eine strategische Kraft drin liegt, die tatsächlich durch diese Person alleine getragen werden soll.

00:04:00: So, da macht das total Sinn, das zu tun.

00:04:03: Es gibt Situationen, in denen schnelle Entscheidungen getroffen werden sollen, in denen das total Sinn macht.

00:04:09: Ich hatte vor kurzem das zweifelhafte Vergnügen, nochmal zu erleben, wie das ist, wenn man in eine Notaufnahme kommt.

00:04:17: Und ehrlich gesagt finde ich ganz gut, dass die da nicht basisdemokratisch im Konsens irgendwie ausdiskutiert haben, so.

00:04:23: Sondern ich habe da meine lustige Nummer gekriegt, die dann nicht so schlimm war.

00:04:26: Ausdabe ich geschlossen, ich habe jetzt ein bisschen Wartezeit, aber da hat ein Mensch

00:04:30: gecheckt.

00:04:31: So.

00:04:32: Und hat halt beschlossen, ich bin keine Eins, sondern eine Drei.

00:04:34: Und dann wusste ich halt, okay, dauert jetzt hier ein bisschen, weil es gibt Leute, die gehen vor und es wären nicht alle Ärzte und Ärztinnen und alle Flieger und Fliegerinnen gefragt, ob die das auch so sehen, sondern ein Mensch macht eine Einschätzung.

00:04:49: Punkt.

00:04:50: Das macht in dem Sinn, also in dem Kontext total Sinn.

00:04:55: Er wird auch in den letzten Folgen gerade gesagt, dass gerade in Krisenzeiten, wenn sozusagen unter Unsicherheit entschieden werden muss, dass sowas dann quasi auch effizienter und schneller sein kann.

00:05:03: Okay,

00:05:04: genau.

00:05:04: Es sei denn, ich habe ein total erwachsenes Team von mir, die sind in Krisensituationen zum Teil bombe, in selbst organisiert und da noch mal effektiver, aber dafür muss, da muss ich hingekommen sein.

00:05:15: Okay, gibt es sozusagen also Voraussetzungen das.

00:05:19: Gut.

00:05:20: Da sind wir aber schon bei einem spannenden Thema.

00:05:21: Unser letzten Folge, als du ja gesagt hast, naja, wenn ich selbst organisiert bin, da ist man eine gewisse Verführung da, in die zweite Entscheidungsform zu fallen, nämlich Konsens.

00:05:30: Genau.

00:05:30: Wir haben uns alle lieb.

00:05:32: Wir sind alle einer Meinung.

00:05:33: Wir haben keine Konflikte.

00:05:35: Also da gibt es so eine ganze verbrähmte Welt.

00:05:38: Wir sagen uns auch nicht Dinge, die jemandem wehtun könnten.

00:05:41: Das alles kann in Konsens drin erstecken.

00:05:45: Von der Definition hier tut es das nicht.

00:05:47: Konsens heißt erstmal, wir sind uns einig.

00:05:51: Also alle tragen diese Entscheidung mit und alle sind der Meinung, dass das die beste Entscheidung ist.

00:06:00: Das ist ein Konsens.

00:06:03: Und der ist halt schwer zu erreichen, wenn es unsicher, chaotisch, unklar, komplex beweglich ist.

00:06:11: Wann würdest du sagen, jetzt an dein Notaufnahmebeispiel gedacht, da es exakt zu mir Verkündung liebt?

00:06:16: Wann findest du angebracht, dass man in Konsens-Tinge entscheidet?

00:06:20: Wenn Leute die Zeit dafür haben, die einzelnen Disziplinen zu hören.

00:06:24: Also ich habe einmal in meinem Leben, um jetzt in diesem Krankenhausbeispiel zu bleiben, ich war mal in einer Klinik mit einer Depression und hab da erlebt, dass die Ärzte das Pflegepersonal... Und das Hauspersonal, also die, die dafür gesorgt haben, dass irgendwie die Betten gemacht sind, total gut miteinander gesprochen haben.

00:06:47: Und die haben Dinge im Konsens geregelt.

00:06:49: Die hatten eine gemeinsame Haltung dazu, die Leute, die da waren, durch diese schwere Zeit dieser Depression zu begleiten, und haben sich total ernst und wahrgenommen.

00:06:59: Und es war krass zu erleben, was das ausmacht, wenn es nicht den einen Arzt gibt, der sagt, hier geht es lang.

00:07:06: dass so Therapeute in den Randen da ja auch noch umgeht.

00:07:08: Also die gehönten auch zu dieser Truppe.

00:07:10: Die haben jeden Morgen eine Morgenbesprechung und haben da alles Wesenliche geklärt für sich.

00:07:16: Und das fand ich sehr, sehr beeindruckend.

00:07:18: Denkt gerade an diese Geschichte von Jeff Bezos, der mal gesagt hat, ich habe mir angeguckt, ob eine Entscheidung eine One-Way-Door-Decision oder eine Two-Way-Door-Decision ist.

00:07:26: Also damit meint er, wie reversibel sind Entscheidungen, die wir treffen.

00:07:29: Wenn sie mit hohen Kosten verbunden sind oder hoher Infrastruktur oder strategisch, dann kann ich sie nur sehr schwer zurückdrehen.

00:07:35: Würdest du sagen, dass jetzt Verkündung oder Konsens sich für eins der beiden besonders eigenen, also wird zum Beispiel eine Sache, die einseitig ist, also die schwer reversibel ist etwas, was man eher konsensuell entscheiden sollte?

00:07:46: Oder kommst du vielleicht auch zu den Punkten und sagst nie, das ist immer eine Situationsfrage?

00:07:51: Das ist immer eine Situationsfrage, weil es kann sein, dass Leute sich so erschlagen fühlen von dem Gefühl, dass das eine One-Way-Entscheidung ist.

00:08:00: Und dann fällt es ihnen total schwer, zu etwas Ja zu sagen.

00:08:04: Und dann würde das endlos dauern.

00:08:07: Und andererseits, wenn diese Gruppe es schafft, ein Konsens zu finden, dann bist sie ja wahrscheinlich auch relativ safe, dass der gut ist.

00:08:17: Also insofern, ne, ist eine Führungsentscheidung, welche Entscheidungsform dran ist, die und dann, also das würde ich nicht am Typus festmachen.

00:08:26: Okay, so,

00:08:27: jetzt haben wir schon mal zwei von sechs durch.

00:08:30: Und heute ist beim letzten Mal, weiß ich noch, ein Wort gesagt, das ganz so ähnlich klingt wie Konsens, nämlich Konsent.

00:08:35: Was versteckt sich denn dahinter?

00:08:36: Also eine Konsententscheidung, da wird eine Entscheidung dann angenommen, wenn es kein offenes Veto gibt.

00:08:43: Und ein Veto ist eine begründete Ablehnung.

00:08:46: Also, wir wollen ABC machen und dann wäre kein Veto zu sagen, das finde ich doof, aber aus den Gründen von mhm und mhm befürchte ich, dass Lala passiert und deswegen können wir das nicht machen.

00:08:59: Das ist ein Veto.

00:09:01: Okay, also muss es begründen, faktisch.

00:09:03: Genau, eine begründete Ablehnung.

00:09:06: Das ist eine Konsensentscheidung.

00:09:10: Die kann total tragfähig sein, weil man da im Sinne von Disagree and Commit ja wirklich, wirklich so die Ecken von Widerspruch oder völlig anderen Lösungen sehr gut beleuchten kann, weil Leute müssen sich überlegen.

00:09:25: Widerspreche ich und blockiere damit diese Lösung.

00:09:30: Also sind meine Argumente so gewichtig.

00:09:34: Das kann auch sein, dass Leute das nochmal durchdiskutieren und sagen, ich habe den und den Punkt und dann können alle darüber nachdenken, ob sie das für ein Veto halten oder nicht.

00:09:42: Aber das ist total stark, bedingt aber, dass man an der entscheidenden Stelle aufsteht und sagt, ich habe ein Veto.

00:09:52: Das muss man wirklich trainieren.

00:09:54: Und ich kenne Organisationen, die sich im Konsent total verstrickt haben, weil die Wahlweise lauter Dinge, von denen ich sagen würde, bei aller Liebe, das war das keine begründete Ablehnung, sondern das ist ein blödes Gefühl.

00:10:17: Also ein blödes Bauchgefühl, damit möchte ich das nicht abwerden, aber da ist halt keine Begründung drinne.

00:10:22: Also da ist halt keine Begründung drinne, das heißt, das Veto ist nicht ausgesprochen, aber die sich trotzdem dem ergeben haben.

00:10:30: Und dann sind die nicht weitergekommen, weil sie doch nach dem Konsens gesucht haben, weil das ist das, was dann passiert.

00:10:35: Und ich kenne Organisationen, bei denen immer der oder die Vortragende quasi gewonnen hat, weil keiner sich getraut hat, ein Veto auszusprechen.

00:10:45: Du musst ja den Konflikt gehen können.

00:10:47: Du musst dann sagen können, nee, also bei aller Liebe nein, weil das ist ein Veto.

00:10:53: So, und sowohl das eine, nämlich... eigentlich so doch heimlich nach dem Konsens, weil sie den Konsent nicht aushalten ist ein Problem, als auch ein Leute widersprechen nicht kann ein Problem sein.

00:11:07: Also man muss alle Entscheidungsformen trainieren und beim Konsent sind das die beiden großen Dinge, nämlich wirklich eine Begründung, also eine begründete Ablehnung zu formulieren und dieses Aufstehen üben.

00:11:23: Das gehört dazu, wenn man Konsent lernt.

00:11:26: Es hat ziemlich viele Voraussetzungen.

00:11:27: Du brauchst also eine gewisse psychologische Sicherheit im Team.

00:11:30: Du brauchst die Konfliktfähigkeit.

00:11:32: Du brauchst irgendwie eine Klarheit.

00:11:34: Auf der anderen Seite fand ich ganz spannend.

00:11:37: Ich kenne auch diese Poesiealbumen.

00:11:39: Da hat meine Lehre mir damals von Molière so ein Zitat reingeschrieben.

00:11:42: Man ist nicht nur für das verantwortlich, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.

00:11:46: Und in so eine Richtung geht es ja ein bisschen, dass es eine Form ist, wo ich quasi Verantwortung nehme, egal was ich tue.

00:11:53: Es ist dadurch auch, sag ich mal, sehr effizient, also fühlen sich Leute, wenn wir jetzt mal diese Voraussetzung, die du gerade genannt hast, als gegeben hinnehmen, fühlen die sich dann als Teil dieser Entscheidung?

00:12:03: Naja, das ist ja ein Disagree and Commit, weil ich habe sehr gut gewogen, habe ich eine begründete Ablehnung oder nicht und kann für mich sortieren, möchte ich das zu Gehör bringen oder nicht und wenn ich das... Erwachsen entschieden habe, dann funktioniert es halt gut.

00:12:26: Also ich halte das für eine gute Entscheidungsraum, in die man sich hintrainieren muss, weil für viele Leute gilt, dass die in Organisationen eher in so einer, in Hierarchien oder vermeintlichen Hierarchien oder in stillen Hierarchien, also in irgendwas mit Hierarchie, in so eine Eltern-Kind-Kommunikation wechseln.

00:12:46: Also nicht auf Augenhöhe sind.

00:12:48: Und für den Konsent brauche ich auf jeden Fall Augenhöhe.

00:12:52: Aber ich verstehe auch so langsam, was du mit dem Disregreen-Commitment meinst, weil wenn ich da natürlich hinterher hingehe und sage, ja, ich fand das ja eh nicht gut.

00:12:57: Ich wollte ja nur nichts sagen, weil kann ich mir leber vorstellen, dass es sozusagen so diese Reifen...

00:13:00: Ja, dann sagen Leute, was hatte ich davon abgehalten, das zu einem Veto zu machen?

00:13:04: Und kannst du mir das nochmal erklären?

00:13:06: Und ich wünsche mir beim nächsten Mal, dass du das zu Gehör bringst, weil wir sind hier gerade an einem Punkt, da wäre es schlau gewesen, wenn wir es gehört hätten.

00:13:18: Also, wir hatten Verkündung, wir hatten Konsens und Konsent.

00:13:21: Die vierte Formel, die ich mit dir reden möchte, ist die konsultative Entscheidung.

00:13:25: Klingt ein bisschen wie verkünden und ich frage dich vorher.

00:13:30: Mir erwarte, es ist verkünden und ich lass mich vorher von dir beraten.

00:13:37: Also, konsultative Entscheidung geht so, ein Mensch oder eine Personengruppe, die entscheiden soll, macht einen Vorschlag.

00:13:43: Und trägt es einem anderen Menschen oder einer anderen Personengruppe vor und sagt, so würde ich das machen.

00:13:49: Bist du damit einverstanden?

00:13:51: Oder was würdest du anders machen?

00:13:54: Und dann kriegt man einen konstruktiven Vorschlag, wie es besser ging.

00:13:59: Den bekommt man dann und dann entscheidet der oder diejenige, muss das begründen.

00:14:06: Und im Normalfall kommt da weder die Lösung A noch die Lösung B raus, also nicht das A, was man sich ursprünglich ausgedacht hat.

00:14:12: Und es kommt auch im Normalfall nicht B raus, das, was die anderen sich ausgedacht haben, sondern es kommt irgendwas dazwischen raus.

00:14:20: Und es ist meistens hocheffizient und ziemlich schlau.

00:14:24: Und ich habe gleich Disagreement commit eingesammelt, weil dadurch, dass der konstruktive Gegenvorschlag da war.

00:14:32: Und jemand begründet, warum er jetzt so entscheidet oder sie so entscheidet, wie er sie gerade entscheidet, kann alle sagen, wir sind gehört worden, das ist einkalkuliert und das findet sich an der Stelle wieder.

00:14:45: Hat es dadurch immer trotzdem Strengkraft, weil wenn ich jetzt der Meinung bin, ich habe ein gutes Veto, also Veto ist ja gar nicht, ich habe mich sozusagen gutes Argument geliefert in der Konsultation, warum ich mit dieser Entscheidung nicht einverstanden bin und es wird nicht aufgegriffen.

00:14:58: Ist das Frustpotenzial dadurch wesentlich höher?

00:15:02: Meine Erfahrung ist, dass Leute zum Teil mit Tränchen in den Augen da sitzen und sagen, zum ersten Mal in meinem Leben bin ich gehört worden.

00:15:09: Also das Überhören kenne ich nicht, sondern also was ich oft erlebt habe, dass Leute gesagt haben, das ist krass.

00:15:16: Und ich habe es mehrfach auch bis da ein sehr hierarchisch agierenden System erlebt, das eine sehr hohe Führungskraft einen Vorschlag gemacht hat.

00:15:28: Und die Mitarbeitenden haben etwas gebaut, was ambitionierter war, weil die sich und ihre Kompetenzen viel besser kannten oder kennen als die jeweiligen Führungskräfte und sich dann aber in der letztendlichen Beratung nicht richtig daraus getraut haben.

00:15:48: So.

00:15:49: Und dann haben die gesagt, na ja, also du hast das so formuliert oder ihr habt das so formuliert, eigentlich reicht das nicht, das müsste so sein und dann schwangen im Raum.

00:15:57: dass da mehr drin ist, habe ich mehrfach erlebt.

00:16:00: Und das ist zum Beispiel was, das sind Führungskräfte auch mit einem, oh krass, das wusste ich gar nicht, das geht hier.

00:16:06: Und wenn die dann sagen, ich glaube, wir können da sogar noch eine Schritte drauflegen, und der ganze Laden sagt so, ja, können wir.

00:16:11: Und das ist nicht eine Überforderung, sondern das ist ein Erkennen von Stärken.

00:16:18: Dann finde ich, ist das was ganz Großartiges.

00:16:21: Wann eignet sich denn diese konsultative Entscheidung, also in welcher Situation ist die besonders gut?

00:16:27: Ich finde das strategische Entscheidung, also wenn man so, was wollen wir auf die nächsten ein, zwei Jahre erreichen?

00:16:33: Wo soll es eigentlich hingehen?

00:16:36: In welcher Wertewelt wollen wir hier arbeiten?

00:16:38: Das wäre eher normativ.

00:16:40: Also immer dann, wenn ich bei sowas unterwegs bin, dann ist es gut, wenn die eigentliche Entscheidungsgruppe nicht so groß ist.

00:16:47: Und gleichzeitig ist es gut, wenn viele gehört sind.

00:16:50: Und für diesen Fall, also ich brauche wenige, die dann zum Konsens zum Beispiel kommen.

00:16:57: Aber ich möchte viele gehört haben.

00:17:00: Oder es macht mehr Sinn, viele zu hören, weil ich viele Perspektiven einsamle.

00:17:03: Dann ist die konsultative Entscheidung unglaublich stark.

00:17:09: So, die fünfte Form über die wir reden, ist die Mehrheitsaufstimmung.

00:17:13: Die kennt, glaube ich, jeder von uns.

00:17:14: Von entweder der Politik oder aus der Schule oder vielleicht auch manchmal im Familienrat.

00:17:20: Eigentlich ja so ein Klassik.

00:17:22: Was macht die denn im beruflichen Kontext aus?

00:17:24: Die macht im beruflichen aus, dass die meisten Leute, die eine Mehrheitsentscheidung gehen, das interpretieren mit Gewinnen und Verlieren und das macht disagreeing und kommit so schwer.

00:17:38: Also ich glaube, dass eine gelungene Mehrheitsentscheidung darin liegt, dass Leute ihre unterschiedlichen Perspektiven darstellen, ihre Handlungsalternativen ausbauen und dann wird das zur Entscheidung gegeben.

00:17:52: In der beruflichen Wirklichkeit gibt es ganz oft ein, stimmt dir diesem einen Vorgehen zu, also ohne Alternative.

00:18:01: Und wo es eher davon geht, darum geht dich, also ich überzeuge dich von meiner Position und nicht ein.

00:18:10: ich höre mir an was in deiner Position liegt.

00:18:14: So und wenn Organisationen das gelingen, dass die den sich gegenseitig in ihren Perspektiven zuhören können, dass die März-Entscheidung total schnell und flott.

00:18:23: Blöd ist, halt, wenn sich jemand überhört, fühlt.

00:18:26: Oder wenn es gibt ja so ein Spruch, den man Frau Merkel zuschreibt, mit dem, das ist alternativlos.

00:18:33: Also das ist halt keine Entscheidung.

00:18:34: Und wenn ich jetzt eine alternativlose Entscheidung in die März-Entscheidung gebe, dann sind halt im Zweifelsfall in forty-neinen Prozent ziemlich maulig.

00:18:43: weil sie das eigentlich für falsch halten, aber nichts anderes zur Verfügung haben.

00:18:49: Und die sind nicht gehört worden.

00:18:51: Und das ist halt Sprengkraft.

00:18:53: So.

00:18:55: Und ich meine, du hast ja gerade was Interessantes durchklingen lassen.

00:18:57: Das kann ja einen Unterschied machen, wenn ich eine Mehrheitsabstimmung durchführe zwischen Ja oder Nein.

00:19:03: Also Serbinär versus A, B oder C. So.

00:19:08: Würdest du sagen, also... Ich war jetzt gerade begrifflich zu fragen, wann würdest du denn eher auf eine Mehrheitsabstimmung sitzen in dem einen oder dem anderen Fall?

00:19:16: Wahrscheinlich ist es relativ ähnlich.

00:19:17: Aber vielleicht können wir das nochmal so ein bisschen aufdrösen, was das ausmacht, wenn ich mehrere Alternativen habe, versus wenn ich eigentlich nur zustimmen oder ablehnen kann.

00:19:25: Also wenn ich nur zustimmen oder ablehnen kann, ist halt Top oder Top.

00:19:29: Und ich krieg nicht ausdifferenziert, was ich da noch so anseiten Aspekten und Themen habe.

00:19:35: Wenn ich Alternativen habe, kann ich halt darüber sprechen.

00:19:38: Also ich kann sagen, guck mal hier, also wir haben hier irgendwie Ziel, eins, zwei, drei zu erfüllen.

00:19:45: Ich finde hier Lösung eins, macht hier Bombe auf eins und drei, aber zwei kommt eigentlich zu kurz.

00:19:49: Das sieht man da hinten eigentlich besser.

00:19:53: Und ich wünschte mir, wir könnten das irgendwie kombinieren.

00:19:55: Das macht halt ein ganz anderes Gespräch auf, als wenn ich sage, Das jetzt die Lösung und da ist ein, zwei, drei drinne, willst du das so?

00:20:03: Wie würdest du sowas eigentlich durchführen in einem Unternehmenskontext?

00:20:06: Also ist das dann immer, sollte das immer visibel sein, dass man genau sieht, wer wofür abstimmt, sollte es um Gottes Willen nicht sein, sollte es geheim sein, macht es keinen Unterschied?

00:20:15: Also ich wünschte mir, dass alle Entscheidungen offen getroffen werden können und soweit das Personalrechtlich und Datenschutzrechtlich funktioniert, würde ich das... immer bevorzugten.

00:20:28: Es sei denn, psychologische Sicherheit ist noch nicht vollständig hergestellt, wenn da so unklare Sanktionen drinnen stecken können, wenn Leute vor was auch immer historisch bedingt oder konkret Angst haben, dann würde ich halt nach einer Form suchen, die vielleicht, man sagt dazu, halb anonymen.

00:20:54: Also da würde ich nach so einer Form suchen.

00:20:57: Schwierig finde ich zum Beispiel, es gibt immer mal so Unternehmen, die sagen, ja, wir machen hier so einen dreihundertsechzig Grad Feedback und die Leute können hier irgendwie Feedback gegenüber den Fürstkräften formulieren und dann steht da aber nicht drin, wer das war.

00:21:10: Das ist ja kein Feedback, das ist kein Lerngeschenk, sondern so, das finde ich irgendwie schwierig.

00:21:17: Ich glaube, man muss nach einer Form suchen, die den Einzelnen schützt und ... Zumutbar macht, sich zu zeigen.

00:21:26: und dann kann man zum Beispiel so mit, also halb anonymen heißt halt Leute, also man sagt zum Beispiel halb anonyme, ein Punkt Frage in der Moderationstechnik.

00:21:36: Ja, so alle sitzen an einem Pin-Mann, jeder kriegt einen Klebepunkt.

00:21:40: So rein theoretisch könntest du sehen, wer was klebt, de facto kriegst du es nicht so richtig mit.

00:21:46: Aber du kriegst die drei um dich herum mit.

00:21:51: Das wäre so ein Weg, das kann man halt genauso remote machen.

00:21:54: So de facto, wenn du sehr genau hingucken würdest, würdest du sehen, wer was hin pölar hat.

00:22:02: Und gleichzeitig ist es halt nicht vollständig anonym.

00:22:07: Und ich würde immer nach einem Weg suchen, dass es zumindest hyperanonym ist.

00:22:11: Ja, ganz schönes Bild.

00:22:11: Ich mag das auch mal, wenn man sieht dann immer so diese Punktwolken, da kann man dann auch so schön mehr halt einander sehen, als wenn die jetzt so grobende Stimmen sind und so.

00:22:18: Fühlig.

00:22:19: Gut, also wir hatten die Verkündung, wir hatten Konsens, wir hatten Konsent, konsultative Entscheidung, die Mehrheitsabstimmung und die letzte Form der Entscheidung.

00:22:27: Die erinnert mich ja so ein bisschen an Konsent, das ist die Widerstandsabfrage.

00:22:31: Ja, die ist noch krasser als Konsent.

00:22:33: Also da gab es hier jemanden, so mit so einem oder jemandem, jemandem, der die begründetes Veto hat.

00:22:42: Jetzt gibt's aber manchmal Sachen, die sind so vertragt, die sind so unsicher, die sind so komplex, die sind so unbekannt, die sind so innovativ.

00:22:49: Da hast du keine Begründung, da hast du nur noch ein Baugefühl.

00:22:52: Wenn ich mich jetzt da zu einem Konsens hin diskutieren sollte, würde ich ja ewig diskutieren, weil ich weiß nicht, ob das stimmt oder... Ich weiß nicht, wie groß das Problem wird, wenn es schiefläuft, ist jetzt irgendwie was, was man schwer in den Konsens kriegt oder in irgendeiner anderen der Entscheidungen kommt.

00:23:13: Und dann gilt Widerstandseinfrage.

00:23:16: Im Raum, also wenn wir im Präsenz sind, ganz einfach, hoffentlich haben alle in dem Raum fünf Finger an der Hand.

00:23:23: Und da kann man sagen, Ihr zeigt jetzt auf ein, zwei, drei alle euren Widerstand.

00:23:28: und dann ist die geschlossene Faust, das ist null, das ist kein Widerstand.

00:23:31: Und die offene Hand sind fünf Finger, sind fünf, ist ein großer Widerstand.

00:23:35: Und was man dann macht ist, man zählt die Anzahl der Finger durch, die in dem Raum erscheinen.

00:23:41: Und wenn ich da dann fünf Leute stehen habe, dann kann das faximal vormundzwanzig Widerstandstimmen sein.

00:23:48: Und dann kann man halt sagen, eine Lösung, bei der insgesamt einen Widerstand von fünf oder zehn entsteht, kann ich sagen, kann ich machen.

00:23:55: Wenn da steht eine zwanzig, wenn da eine zwanzig erst steht, dann weiß ich, wow, hier habe ich aber ganz schön Bauchgefühlen im Raum.

00:24:01: Können wir da nochmal darauf gucken, ob es das wirklich ist und was könnten wir machen?

00:24:05: Und da kommen so die klassischen Coaches gefragt, was müsste eigentlich passieren, damit du nicht fünf Widerstand zeigst, sondern vier.

00:24:14: So.

00:24:15: Von da kann jeder sich dazu äußern und dann kann man nochmal eine Runde gucken, gibt es noch einen besseren Vorschlag, der weniger Widerstand erzeugt?

00:24:23: oder die Gruppe sagt, das ist das Beste, was uns einfällt.

00:24:29: Wir brauchen aber einen schnellen Lernzyklus, weil alle haben hier ein ungutes Gefühl.

00:24:34: Das heißt, wir müssen schnell gucken, ob es stimmt.

00:24:36: Das heißt, ich kann die Kontrollmechanismen entsprechend der Abstimmung anpassen.

00:24:42: Und ich meine, wir hätten ja eben das Thema Anonymen, was ist nicht Anonymen, bei Widerstand wird es, also muss es dann quasi immer so sein, dass man es bei allen mitkriegt.

00:24:49: Ja, würde ich immer so machen.

00:24:52: So, weil wenn ich das nicht öffentlich mache, dann kriege ich ja auch die Gründe nicht mit.

00:24:58: Und da wird es echt kompliziert.

00:25:00: So, Widerstandsabfrage ist auch wieder was, es braucht dafür bräuchte Erwachsene Teams, also man muss sich ja an alle Entscheidungsformen ran trainieren.

00:25:08: Und da ist ja auch ein, ich zeige mich und Achtung, nicht nur mit einem begründeten Veto, was für manche schon hammer ist, sondern nur ein Anvogsstrichen mit meinem Gefühl.

00:25:20: Weil der Widerstand ist ganz oft dicht begründbar, sondern das ist nur so ein Wow.

00:25:27: So, und jetzt ist es so, wenn man jetzt da durchgeht, angenommen von den fünf Leuten und dann habe ich zwanzig Widerstandsfinger, dann kann ich halt nochmal abfragen, hier was genau macht denn Widerstand aus?

00:25:38: und wenn dann zwei zum Beispiel sagen, so haben wir noch nie gehandelt, so das macht mir Angst, das ist mir zu groß.

00:25:47: Da kann man halt sagen, okay, wir machen kurze Löhrenzüge lernen und packen das ein, aber dann weißt du halt, dass der Widerstand daraus entsteht, dass das halt sehr unbekanntes Land ist.

00:25:56: Darauf kannst du reagieren und damit umgehen, aber es wird dich nicht davon abhalten, es zu tun.

00:26:02: Können wir die letzten beiden Entscheidungsformen dann auch mal so im Verbund sozusagen einordnen, wann sie sich besonders eignen?

00:26:08: Also wann ist es schlau, dass ich eine Mehrheitsabstimmung mache?

00:26:11: Also Abfrage, wer ist dafür?

00:26:12: Und wann bietet es sich besonders an, dass ich eher eine Widerstandsabfrage mache?

00:26:16: Also sage, was habt ihr für ein Gefühl, dass jeder sagt, das steht mit null oder fünf Fingern dagegen?

00:26:21: Also ich finde, dass eine Mehrheitsabfrage so für Aufgaben, die relativ gut vorhersehbar sind, in denen... Einigermaßen klare Ursachen Wirkungsbeziehung da sind, wo man fachliche Gründe und Vergleiche herbeiziehen kann, wo man mit Benchmarks arbeiten kann.

00:26:39: Das ist ein alles so Thema, wo ich sagen würde, um Himmels willen macht es nicht kompliziert, geht nicht mehr als die Entscheidung.

00:26:45: Und bei der Widerstandsabfrage immer dann, wenn es alles.

00:26:50: Unbekannt, innovativ, neu, komplex oder chaotisch.

00:26:55: Also, wo viele Faktoren es einem schwer machen zu sagen, über was genau stimme ich hier eigentlich gerade ab oder was gehört eigentlich noch alles dazu.

00:27:05: Also, wenn da an der Stelle Unklarheit hörst, dann ist es leichter in die Widerstandsabfrage.

00:27:09: Also, macht die Widerstandsabfrage aus meiner Warte mehr Sinn.

00:27:13: Jetzt haben wir uns ja auf sechs Entscheidungsformen fokussiert.

00:27:15: Also nochmal zur Erinnerung, Verkündung, Konsens, Konsent, konsultative Entscheidung, Mehrheitsabstimmung und Widerstandsabfrage.

00:27:22: Was würdest du sagen aus deiner Erfahrung heraus?

00:27:25: Wie viele von diesen Entscheidungsformen trifft man in Unternehmen typischerweise an?

00:27:29: Also haben die immer mal so situativ drei davon oder auch alle.

00:27:33: bietet sich es vielleicht auch an, drei oder mehr zu haben oder schießen sich die meisten auf eher wenige davon ein?

00:27:39: Ich habe viele Organisationen kennengelernt, die Wahl, was Verkündung oder Konsens oder und konnten.

00:27:45: Und in Organisationen, die sehr bewusst und sehr jung sind, habe ich auch ganz oft erlebt, dass die nur versucht haben, im Konsens alles zu regeln.

00:27:55: Was ist denn deine Empfehlung?

00:27:57: Wie kann ich denn diese anderen Formen lernen?

00:27:59: Weil du hast ja bei vielen von denen gesagt, da braucht es ein sehr reifes Team.

00:28:03: Mhm.

00:28:04: Ja, ausprobieren, ne?

00:28:04: Echt?

00:28:05: So simpel?

00:28:06: Ja, so simpel.

00:28:08: Plan zücklos drauf.

00:28:09: Ausprobieren.

00:28:10: Also, heute werden wir Diese Entscheidung treffen wir im Hum-Hum-Hum und beim nächsten Mal gucken wir uns an, was daraus geworden ist.

00:28:18: Und da versuchen wir rauszukriegen, welche Art von Entscheidung dahin hören.

00:28:21: Und das ist nicht verkopfen, nicht schwierig machen.

00:28:24: So, ich hab schon Leute erlebt, die wollten dann ein halbes Betriebshandbuch dafür schreiben.

00:28:28: Nein, hörte auf damit.

00:28:29: Sondern guckt euch an, wie es bei euch faktisch geht.

00:28:33: Und dann kriegt ihr auch raus, so ein, naja, michner und Ernehmung.

00:28:37: So, dann haben die Kontern geübt und dann ... Passierte irgendwas fachlich, was nicht erwartet war.

00:28:42: Und dann sagte jemand, das habe ich doch, so, das habe ich schon gedacht.

00:28:48: So, das kam dann im Lernzyklus raus.

00:28:50: Und dann war so ein, du hast ja hilfreich gewesen, wenn du das formuliert hattest.

00:28:53: Ja, aber ich konnte es nicht begründen.

00:28:56: Vielleicht war dann die Entscheidungsform falsch, die jetzt ja auch sagen können, bisher war es, ich habe ja so ein Ding, ich tritt das nicht zu einem Veto formuliert, aber ich würde es gerne vortragen.

00:29:05: So, und das ist ja ein wahnsinnig gutes Ding.

00:29:09: Weil dann kann der oder diejenige oder diejenigen, die über die Entscheidungsform entscheiden, sagen, oh wow, hier ist eine Dimension drinne.

00:29:20: Wir wechseln jetzt die Entscheidungsform.

00:29:22: Und das hier erwachsen.

00:29:23: Braucht es denn Vorbedingungen, damit ich mich durch diese Entscheidungsform durchprobiert kann?

00:29:27: Also was in die psychologische Sicherheit entscheiden auf Augenhöhe, you name it?

00:29:31: Also in diesen Punkten steht ja überall quasi drinne, dass Leute in der Lage sind.

00:29:37: sich frei zu äußern, dass die in der Lage sind Konflikte zu gehen, das wird es alles leichter machen.

00:29:44: Wenn ich sage, wir brauchen das erst, bevor wir das machen, dann kommen wir nicht an, sondern es ist viel einfacher, wenn ich in psychologischer Sicherheit sagen kann, was ich fühle und denke gleichzeitig, wenn ich mich als Individuum einbringen kann und als Individuum gesehen werden kann und gemeinsam Blick auf die Organisation entwickeln kann.

00:30:08: Das ist einfacher.

00:30:08: Wenn ich mich mit dem Beteiligten auf Augenhöhe befinde, dann ist es einfacher.

00:30:14: Also wenn ich in der Lage sagen kann, du Chef oder du Chefin, aus denen und den Gründen halte ich das für falsch.

00:30:21: Wenn ich mir also selbst die Erlaubnis gebe, an der Stelle trotz einer womöglich existierenden Hierarchie in den Widerspruch zu gehen.

00:30:31: Also, dass wir ja arbeiten auf Augenhöhe.

00:30:33: Alles das macht es leichter.

00:30:36: Aber genau das Arbeiten entsteht ja während ich es tue.

00:30:41: Also auch dieser Haltung und dieser Umgang miteinander.

00:30:46: Das heißt, ich würde sagen, das ist eher der Zielzustand.

00:30:51: Und egal wo Leute sind, kann man anfangen und dann, glaube ich, kann man individuell für so eine Organisation gucken, welcher Weg wir dann am einfachsten.

00:31:01: Also,

00:31:01: welche Entscheidungsvormehausgefühl, das ist noch nah genug dran an dem, was wir können, das probieren wir mal aus und dann reinlernen.

00:31:10: Immer reinlernen.

00:31:11: Okay, doch gut.

00:31:12: Na schön, also dann hoffe ich, dass wir hier eine Konsensentscheidung haben und dass das heute ein sehr spaßiger Podcast war.

00:31:18: Ich habe viel über Entscheidungen gelernt und ja, freue mich noch nächstes Mal mit dir.

00:31:21: Vielen Dank.

00:31:22: Okay, bis zum nächsten Mal.

00:31:23: Tschüss.

00:31:25: Danke fürs Zuhören beim Digital-Kompakt-Podcast.

00:31:29: Du merkst, hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen heraus.

00:31:34: Wenn du mit uns noch erfolgreicher werden möchtest, abonniere uns auf den gängigen Podcast-Plattformen.

00:31:39: und hey, je größer wir werden, desto mehr Menschen können wir helfen.

00:31:44: Also, erzähl doch auch deinen Kolleginnen und Kollegen von uns.

00:31:48: Bis zum nächsten Mal.

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