Karriereplanung 🎯: Wie gestalte ich die Karriere, die mich glücklich macht?

Shownotes

Jede Karriereentscheidung trägt mehr als Chancen und Risiken. Wer nur Zahlen sortiert, übersieht das zentrale Dilemma: Als Mensch wählst du nicht zwischen Optionen, sondern zwischen Identitäten. Externe Anreize locken, Strukturen drängen zur Sprint-Logik, doch echte Entwicklung fordert Kontakt zur eigenen inneren Landkarte. Tiefe entsteht erst, wenn emotionale Bedürfnisse und Wachstumsfelder ehrlich sichtbar werden. Ein Teaser für alle, die mehr wollen als nur den nächsten Schritt.

Du erfährst…

…wie innere Werte und Prioritäten Karriereentscheidungen beeinflussen.

…warum emotionale Intuition oft rationalen Analysen überlegen ist.

…wie man Karriereentscheidungen proaktiv und nicht reaktiv gestaltet.


||||| PERSONEN |||||

👤 Joël Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt

👤 Vanessa Laszlo, Leadership & Performance Consulting


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||||| LEXIKON |||||

Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen:

🔹 **Nordstern** - Ein übergeordnetes Ziel oder ein Leitbild für ein Unternehmen.

🔹 **Alignment** - Die Ausrichtung von Zielen, Strategien und Prozessen innerhalb eines Teams oder einer Organisation.

🔹 **Konsolidierung** - Eine Phase, in der man vorhandene Positionen, Ressourcen oder Identität stabilisiert und festigt.

🔹 **Risikomanagement** - Die Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Risiken sowie die Anwendung von Ressourcen zur Minimierung und Steuerung von Wahrscheinlichkeiten und Auswirkungen unerwünschter Ereignisse.

🔹 **SWOT‑Analyse** - Ein Tool zur Analyse von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken einer Option oder Strategie.


||||| KAPITEL |||||

(00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema

(00:02:50) Risiko-Management

(00:06:47) Warum sind karrieristische Entscheidungen oft falsch?

(00:09:27) Aktive vs. reaktive Entscheidungen


||||| WIR |||||

🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun.

👉 Mit meinem Podcast digital kompakt zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe

👉 Mit meinem Podcast 5 Dinge mit 20 zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten

👉 In meinem Newsletter fasse ich dir Jeden Freitag die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten.

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👥 Wir streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

Transkript anzeigen

00:00:00: Digital Kompakt.

00:00:01: Heute aus dem Bereich Führung.

00:00:03: Mit deinem Moderator Joel Kaczmarek.

00:00:06: Los geht's!

00:00:15: Hallo Leute, hier ist Joel und ich sitze wieder mit der wunderbaren Vanessa Laszlo zusammen.

00:00:18: Ihr wisst, das ist die Person, die euch dabei hilft, wenn ihr so richtig effektiv und schlagkräftig kommunizieren wollt.

00:00:24: Und wir nehmen uns ja immer schöne kleine Bits vor aus der Führungspraxis, sprechen die durch, schön kompakt mit konkreten Anleitungen.

00:00:31: So, und heute hat uns der gute Stefano geschrieben.

00:00:33: Stefano haben wir natürlich auch wieder von der Redaktion ändern lassen, den Namen.

00:00:36: Und Stefano fragt, wie treffe ich gute Karriereentscheidungen, wenn alle Optionen gleichzeitig Chancen und Risiken bergen?

00:00:44: So, dann haben wir einen spannenden kleine Knus hier vor uns, lieber Vanessa, aber erst mal schön, dass du da bist.

00:00:48: Ja, vielen Dank, hi Joel, hallo alle.

00:00:50: Ich

00:00:50: würd ja mal, ehrlich gesagt, mit so einer ganz dekonstruktivistischen Art starten.

00:00:55: Er fragt, wie treffe ich gute Karriereentscheidungen?

00:00:58: Was ist denn eigentlich eine gute Karriereentscheidung?

00:01:00: Das war die erste Frage, die mir kam.

00:01:02: Was ist so deine Antwort darauf?

00:01:03: Meine Antwort ist, die Frage ist eigentlich, wie treffe ich Entscheidungen in Unsicherheit?

00:01:08: Und eine gute Entscheidung, um jetzt deine Frage zu beantworten, ist eine, die nicht nur nach äußeren Faktoren eine Antwort findet, sondern die erst mal einen guten Kontakt zu der eigenen inneren Landkarte.

00:01:17: hat.

00:01:18: Was ist mir eigentlich wichtig in diesem Entscheidungsdilemma und was sind dabei eigentlich meine Nordsterne?

00:01:24: Also welche Filtervariablen will ich denn jetzt setzen, anhand dessen ich jetzt so ein Entscheidungsparadigma durchgehe?

00:01:30: Weil das Dilemma und deswegen finde ich die Frage gut, das kriegst du ja nicht durch eine Pro-Con-Liste.

00:01:35: Das ist ja der Klassiker, auch bei den Kunden, die ich immer habe, die setzen sich ganz fleißig hin, weil das alles kluge, gebildete und trainierte Menschen.

00:01:42: Die machen dann Pro und Konn-Listen und realisieren dann nach drei, die nach vier Seiten, dass man das so nicht entscheiden kann.

00:01:49: Warum?

00:01:49: Weil was eigentlich fehlt, ist die persönliche Gewichtung.

00:01:53: Was ist dir denn wichtig?

00:01:54: Wenn du eh remote arbeitest, dann ist die Distanz zum Arbeitsplatz irrelevant.

00:01:59: Wenn du aber gerade noch andere Lebensthemen auf dem Schirm hast, die genauso viel Gestaltungskraft wie deine Karriere brauchen, ist vielleicht jetzt der Mega-Move, der dir eine Rampe gibt bis zum Mond, vielleicht auch nicht so relevant.

00:02:10: Also es braucht einfach dieses Alignment mit deinen subjektiven Kriterien der Bedeutsamkeit.

00:02:15: Was ist gerade für dich wichtig?

00:02:16: Ist jetzt gerade wichtig, Karriere?

00:02:19: oder Family, um jetzt mal so ein Klassiker zu bedienen.

00:02:21: Ist gerade wichtig, zu wachsen oder sich zu stabilisieren.

00:02:25: Ist auch für mich so ein Klassiker.

00:02:26: Ich kenne so viele Leute, die sich scheuen.

00:02:28: einen Side Step zu machen, weil sie in sich so die lineare Logik von der Krebszelle haben.

00:02:33: Es muss immer nur nach oben gehen.

00:02:34: Es muss nur besser werden.

00:02:35: Ich brauche mehr People Verantwortung.

00:02:37: Ich brauche mehr Budget.

00:02:38: Mehr sonst wars ja.

00:02:40: Und es ist so schwer zu sagen, okay, und ich mache jetzt einen Side Step ganz bewusst und ich konsolidier erstmal, wer ich bin und was ich habe.

00:02:47: Und das ist ganz oft aber im zweiten Schritt voll die Rakete.

00:02:50: Okay, also welche Entscheidung nähert mich mehr und mal so zurück übersetzt, welche Entscheidung kostet mich mehr?

00:02:55: Also wenn ich sozusagen so Gesamtkosten mal ausmache, ne?

00:02:58: Ja.

00:02:58: Ich meine, da steckt ja jetzt auch ein anderer Faktor drin.

00:03:01: Das hast du ja ein bisschen schon mit deinen Excel-Sheet-Listen, machenden Klientinnen beschrieben, nämlich Risikomanagement.

00:03:07: Also, weil was der Stefanoja hier schreibt, ist ja, es hat beides Chancen und Risiken.

00:03:12: So, und der Mensch schneigt ja gerne mal auf die Risiken zu schauen.

00:03:15: Wie kann ich quasi bei Karriereentscheidungen meinen Risikomanagement optimieren?

00:03:19: Ja, und es wird nicht durch so eine klassische Sword-Analyse passieren, weil du brauchst eben A. Diese innere Anbindung und B. Du hast es eben gerade schon genannt.

00:03:27: Also unser Gehirn sucht Sicherheit.

00:03:29: Aber echte Entwicklung braucht halt Kontakt mit Unsicherheit.

00:03:33: Und deswegen wäre das schon mal ein ganz, ganz wichtiger Schritt für dazu überlegen, was will ich eigentlich mit diesem nächsten Schritt erreichen?

00:03:40: Ist es ein Wachstum-Schritt oder ein Konsolidierungsschritt?

00:03:43: Das ist, finde ich, eine ganz, ganz wichtige Entscheidung, die ich erst mal treffen muss.

00:03:47: Mein Wachsen bedeutet Unsicherheit, Wachsen bedeutet außerhalb von Komfortzone, Wachsen bedeutet Labilisierung.

00:03:53: Ich meine, worauf ja die Frage war, abzielt ist, kann ich bei Karriereentscheidungen Risiko managen und wenn ja, wie?

00:03:59: Ich kann

00:03:59: Risiko nicht vermeiden, ich kann Risiko verteilen, aber ich kann es nur tun, wenn ich einen inneren Standpunkt habe, weil Risikofaktoren sind individuelle Faktoren.

00:04:09: Ich meine, ansonsten ist ja so das Ding, wenn ich jetzt wieder, ich hab mal seine Klienten jetzt vor Augen, wie die so da sitzen, wollen eine Swat-Analyse machen, wollen irgendwie Pros und Kontra und was ja ganz oft so drinsteckt in dieser Denke ist ja Datengetriebenheit.

00:04:22: Ich brauche nur mehr Daten, dann kann ich es besser entscheiden.

00:04:25: Ist das so ein Faktor, dass wenn sich jetzt der Stefano der mehr Daten holt, dass er dann mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bessere Karriereentscheidungen trifft?

00:04:31: Nein, ich vermute, dass der Klassiker mit mehr Daten wirst du immer unsicherer, weil du eigentlich denkst, deine Ratio sagt, guck mal, du hast jetzt hier alles schwarz auf weiß, du hast es sogar schon sortiert, du hast es sogar schon commotiert in plus und minus, in Entwicklungsfelder, in Risiken, in Challenges, in weißter Geier, was, warum kannst du dich nicht entscheiden, weil letztendlich eine Entscheidung ein emotionaler Akt ist.

00:04:51: Und deswegen ist diese innere Verbindung zu deiner Landkarte und zu dem, was für dich jetzt wichtig ist und welche große Wette du auf dein zukünftiges Ich abschließt.

00:05:00: Das ist eigentlich der zentrale Filter.

00:05:01: Wer willst du sein?

00:05:02: Wer wirst du mit dieser Entscheidung?

00:05:04: Ist aus meiner Sicht eine ganz, ganz zentrale Frage.

00:05:07: Weil jede gute Entscheidung, alles was wirkt, wirkt ja neben dem beabsichtigten Haupteffekt auch auf Nebenwirkungen.

00:05:14: Also wenn wir nur lapidare Babyentscheidung treffen, dann sind wir nebenwirkungsfrei, aber wir sind auch wirkungsfrei.

00:05:21: Also das heißt, diese Frage, so spezifisch sie daherkommt, berührt ja in Grundrauschen.

00:05:25: Eines Dilemmas, in dem wir alle stehen.

00:05:27: Wenn wir entscheiden, substanziell mitzuspielen, dann haben wir halt leider Nebenwirkungen.

00:05:32: Und eine gute Entscheidung, um jetzt deine initiale Frage endlich mal komplett zu beantworten, ist natürlich... wo der Haupteffekt nicht von den Nebenwirkungen übertönt wird.

00:05:41: Und das ist gerade bei Karriere ganz häufig nicht der Fall, weil Leute nach externen Kriterien wählen.

00:05:47: Die wählen letztendlich auch fassadäre Gründe und sagen, ich habe jetzt so eine schnelle Karriere gemacht, ich kann auf keinen Fall verlangsamen, weil das bedeutet ja ein Magel.

00:05:55: Ja, damit werde ich ja weniger erfolgreich.

00:05:57: Oder ich habe jetzt schon bei jedem Schriftsohn so viel mehr Geld verdient, also auf keinen Fall, also ich wechseln, ich bin zwar totunglücklich und auch schon halb krank deswegen, aber ich wechseln nur, wenn ich viel mehr Geld verdiene als jetzt.

00:06:09: Das sind so ganz Klassiker, die ich fast jeden Tag höre.

00:06:13: Und die aus psychologischer Sicht falsch sind, weil sie die eigene innere Bedürfnislage gar nicht mitoperieren.

00:06:19: Die Nebenwirkungen sind viel zu hoch von diesen Entscheidungen.

00:06:22: Das wird halt irgendwann laut.

00:06:23: Du bist kreuzunglücklich, weil du deine Kinder zu selten siehst.

00:06:26: Du merkst, du bist ja voll in so einem Querset an Management-Themen.

00:06:30: Dabei wolltest du eigentlich nur die Organisation vorantreiben und bist jetzt hier nur noch in Reporting-Flichten und Save My Ass-Meetings.

00:06:36: Alle diese Dinge musst du vorher ins Rampen nicht stellen.

00:06:40: Wer willst du eigentlich sein?

00:06:42: Und wer willst du werden?

00:06:43: und passt diese nächste Karriereentscheidung eigentlich zu deinem Plan?

00:06:47: Das andere ist, glaube ich, dass so diese Retrospective natürlich da ist.

00:06:51: Ich habe für meine Karriere jetzt schon so viel investiert.

00:06:54: Wenn ich da jetzt Fehler mache, komme dann so.

00:06:56: Was antwortest du denn so jemanden, der vor dir sitzt und sagt so, nein, auf keinen Fall würde ich einen Karrierestritt annehmen, der nicht mindestens mehr X oder mehr Y bietet?

00:07:04: Ich sage, ein Denkfehler wird nicht besser, wenn man den perpetuiert.

00:07:07: Ja, das ist natürlich eine Falle.

00:07:08: Ein total klassischer, gut erforschter Denkfehler.

00:07:11: Je mehr ich investiere, desto weniger bin ich bereit, mich zu entfernen.

00:07:15: Ist ja klar, das ist nicht nur ein Dilemma in Beziehung.

00:07:18: Das ist ein Dilemma beim Lotto-Spielen.

00:07:20: Und das ist ein Riesenkarriere-Dilemma.

00:07:22: Du kannst ja einfach nicht vorstellen, loszulassen.

00:07:24: Weil, verdammt, du hast jetzt so viel investiert und da hängt schon so viel Unglück dran, dass du nicht loslassen kannst.

00:07:31: Und es ist schlichtweg falsch, nachweislich falsch.

00:07:34: Was passiert in so einer Situation, wenn du im Prinzip zu jemandem sagst, du machst mal auf, du machst gerade einen Denkfehler, du nimmst sozusagen deine Reise bisher und schaust das Ressourcenbasiert an und denkst, du machst einen Rückschritt wenn, mach mal lieber so, also was setzt dann ein bei den Menschen?

00:07:47: Die emotionale Reaktion ist natürlich persönlich abhängig, von leichtem Ärger bis großem Erstaunen, aber es setzt natürlich ein Prozess ein, den ich dann gut begleite, nämlich zu sagen, bevor wir jetzt den Kopf zuschalten, wo es wieder um Strategie geht, um Positionierungsfragen und Verhandeln, schauen wir mal Herz und Bauch an.

00:08:03: Also Bauch ganz wichtig als metaphorischer Sitz der Intuition.

00:08:07: Was ist denn dann eine intuitive Positionierung dazu?

00:08:10: Ohne Zensur, ohne zu rationalisieren?

00:08:14: Da kommt echt auch Content Gold raus.

00:08:16: auf ganz, ganz treffsichere Positionen, die sich später auch rational noch mal validieren lassen.

00:08:23: und Herz als Metapher für alles Gefühlte.

00:08:26: Was ist ein Emotionalgrad in deinem Leben wichtig und bietet diese Entscheidung ausreichend Raum und Fülle für diese Wichtigkeiten?

00:08:34: So, und wenn wir diese Grundlage haben, Dann gehen wir auf die Ebene von Kopf, auf die Ebene von Strategie und überlegen nochmal, was heißt das jetzt im Gesamtportfolio deiner bisherigen Karriere?

00:08:45: Was heißt das im gesamten Spektrum deiner Karriere bezogenen Ziele?

00:08:50: Und wie übersetzen wir das jetzt in eine gute Positionierungskommunikation?

00:08:54: Gibt es eine gute Übung, die der Stefano machen könnte, um zu sowas zu kommen oder braucht es dafür immer das Barring mit einer zweiten Person?

00:09:00: Ich glaube, bei so Dingen ist es gut, nicht allein zu sein, weil ein blinder Fleck wandert mit, den kriegst du nicht, wenn du dich umdrehst.

00:09:06: Und es gibt aber trotzdem nur wundervolle Übungen, nämlich Dinge zu tun, die scheinbar keinen Effekt haben, wie Spazier gehen, wie Zeit für sich nehmen, wie in diesem gruseligen und skalierbaren Bereich zu treten, der für Menschen, die so auf Verwertbarkeit getrimmt sind, einfach scary ist.

00:09:21: Dinge tun, die dich in Kontakt mit ihr bringen und die deinem Gehirn in ein neues Muster erzwingen.

00:09:27: Wenn man über Entscheidungen spricht, gibt es ja zwei Arten von Entscheidungen.

00:09:30: Die einen sind reaktiv und die anderen sind aktiv oder man könnte es auch sagen gestaltend.

00:09:35: Ja, es gibt Reaktionsentscheidungen und sogenannte Gestaltungsentscheidungen.

00:09:39: Es gibt natürlich noch jede Menge mehr, aber diese natürlich gerade im Bezug auf Karriere wichtig.

00:09:43: Also so eine klassische Reaktionsentscheidung ist, ich finde keine persönliche Antwort, sondern ich reagiere auf.

00:09:49: Begebenheiten.

00:09:50: Jetzt bin ich schon so weit gekommen, da ist jetzt der zwangsläufig nächste Schritt.

00:09:54: Jetzt bin ich in dem Gehaltsbahn, da muss ich natürlich beim nächsten Schritt auf jeden Fall weiter.

00:09:58: Ach, guck mal, jetzt bin ich zwei Jahre schon in der Position.

00:10:01: Der durchschnittliche Wert der Verweildauer hier in diesem Kontext ist zwei Jahre, dann muss ich jetzt wohl weiter.

00:10:06: Und Gestaltungsentscheidungen sind halt von innen.

00:10:09: Wer möchtest du denn werden mit dieser Entscheidung?

00:10:12: Und welche Aspekte deines Lebens sollen denn überhaupt davon in Mitleidenschaft gezogen werden?

00:10:16: Und hast du da einen guten Gartenzaun etabliert oder hast du den noch nicht?

00:10:20: Also Gestaltungsentscheidungen haben dieses Maß an Proaktivität, was ich ja Liedership unterstelle, wo einfach noch viel mehr von dir drin ist.

00:10:28: Du bist ja Teil der Gleichung mit deinem Leben, mit deiner Lebenszeit, mit deiner Lebensenergie.

00:10:32: Und was soll denn hier passieren, außer dass du mehr Gehalt hast, mehr Einfluss und vielleicht einen noch geileren Titel?

00:10:38: Das reicht ja nicht.

00:10:40: Sondern was passiert denn inzwischen den Zeilen?

00:10:42: Was soll denn noch passieren?

00:10:44: und das zu verhandeln.

00:10:45: Wie viel Freiraum will ich?

00:10:46: Wie viel Gestaltungsraum brauche ich?

00:10:48: Wie viel Eigensinn kann mir der neue Job bieten?

00:10:50: Habe ich überhaupt die Möglichkeit, den Eigensinn nicht zu kreieren?

00:10:54: Oder komme ich in so ein Korsett, wie man das häufig zum Beispiel in Konzernen hat, wo alles gießkannenmäßig von oben nach unten durchdekliniert hat?

00:11:02: All diese Entscheidungen inneren Landkarten sind super, super wichtig, um auf die Frage zurückzukommen, um eine gute Entscheidung zu treffen, wenn alle Optionen gleichzeitig Chancen und Risiken.

00:11:14: weil das ist natürlich rational richtig.

00:11:16: Wenn alle Optionen gleichzeitig Chancen und Risiken bergen, ist das ein eindeutiges Symptom, dass du diese Entscheidung nicht individualisiert hast.

00:11:24: Du guckst da drauf mit der Distanz eines Maßmenschen auf dein eigenes Leben und versuchst hier gerade, was rational abzuarbeiten, was aber ein emotionaler Prozess ist.

00:11:33: Und deswegen funktionieren im ersten Schritt keine Wortanalyse oder eine Plus-Minus-Liste oder sonstige Tools, weil es keine rationale Entscheidung ist.

00:11:43: sondern diese Entscheidung muss emotional grundiert sein und dann kannst du sicher sein, dass du deine eigenen individuellen Shitfilter aktiviert hast, die dir eine Gewichtung geben.

00:11:54: Du kannst ja, was weiß ich, sieben Punkte bei plus haben und zwei bei minus, aber die sind so relevant, dass die sieben Punkte bei plus einfach gar nicht mehr ins Gewicht zählen und das ist wichtig.

00:12:05: subjektive, persönliche, individuelle Gewichtung in den Entscheidungsprozess zu bekommen.

00:12:10: Und keine Angst davor zu haben, weil die meisten Leute haben riesen Schiss davor, weil sie genau wissen, shit, das zerschlägt mir, nämlich jetzt meine rationalistische, lineare Karrierelogik.

00:12:19: Das ist schmerzhaft, aber das sind die richtigen Filter, mit denen man an so eine Frage herangeht, mit denen man auch an potenziellen, neue Arbeitgeber herangeht.

00:12:26: Ich bin die Person, die hier relevant mitgestalten will, aber nicht in der fichten Monokultur lebt.

00:12:31: Ist das hier möglich?

00:12:32: Ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine Karriereentscheidung, die eine Reaktionsentscheidung ist, schlecht ist, sehr hoch in der Regel?

00:12:38: Also kann man das sagen, die Wahrscheinlichkeit von Reaktionsentscheidung schlecht zu sein für das wohlbefindende Person ist hoch?

00:12:43: Ja, wir sind sehr gut für die Karriere.

00:12:45: Good in Paper.

00:12:47: Aber die sind auf jeden Fall schlecht für das persönliche Wohlbefinden, weil ich das ja ausgeklammert habe, um eine smoother Entscheidung zu treffen.

00:12:53: Und warum ist es so, obwohl man ja eigentlich sagt, Man kann Menschen nicht von außen incentivieren, sondern man kann sich eigentlich nur selbst von innen motivieren und incentivieren, dass trotzdem so viele Menschen diesen Karotten nachlaufen und sogar schlimmer noch die Karotten der anderen mit im Blick haben und die eigene Karotte, die sie nachrennen sozusagen daran auch noch ausrichten.

00:13:12: weil sie A. eine Hardcore-Sozialisation im Möhren suchen haben und glauben, das wäre eine freiwillige Entscheidung.

00:13:19: Dieses Maß an Kontrolle und Sanktionierung, die damit vereingeht, ist internalisiert und ich entscheide quasi frei.

00:13:26: Ich entscheide mich frei dafür.

00:13:27: Ja, Eselmöhre bin ich dabei.

00:13:29: Und das Zweite ist, man kann Menschen äußerlich incentivieren, aber nur kurzfristig.

00:13:34: Und das ist genau das, was Karrieren auch oft ermöglichen, die ermöglichen dir so Mega-Sprints.

00:13:39: Und erst, keine Ahnung, in der Regel so Mitte-Fünfzig, wenn so die in Ruhr tickt und du merkst so, scheiße, ich bin hier auf dem Rückweg.

00:13:46: Ich brauche jetzt hier mal ein anderes Bewertungsschema.

00:13:48: und wie war das?

00:13:48: Eigentlich merkst du so, scheiße, das sind hier keine An-einander-Reihung an Sprints.

00:13:53: Das ist hier mein ganzer Lebensroman und es war ein Marathon.

00:13:56: Mit jeder Speedkomponente kriegst du vielleicht mehr Leistung, aber weniger Reflexion.

00:14:00: Das ist wichtig.

00:14:01: Je schneller und scheinbar effizienter und erfolgreicher du in dieser linearen Karriere logisch bist, desto weniger bist du an dir dran und desto weniger reflektierst du.

00:14:12: Du gewinnst an Metern, aber du verlierst an Tiefe.

00:14:15: Ja, und wenn die Leute dann aufwachen, dann haben sie wahrscheinlich schon so viel wirtschaftliche Liabilities, Haus, zwei Autos, Kinder auf der Privatschule, dass du dann nicht mehr so richtig aus dem Käfig rauskommst, ne?

00:14:25: Ja, schwierig.

00:14:26: Und vor allen Dingen hast du halt eine Identität, die dagegen spricht, aus dem Käfig rauszukommen, ne?

00:14:30: Du erlebst das dann als totalen Verlust.

00:14:32: Und du hast natürlich auch Referenzen nach außen, weil andere dich so sehen, die willst ja nicht enttäuschen, ne?

00:14:38: Das macht es ja auch so schwer, sich neu zu erfinden, weil du einfach in einem riesigen Netz an Beziehungen und ... und Standpunkten und Resonanzfeldern und sonst was, bis die es ja auch schwer machen, sich komplett neu zu erfinden.

00:14:51: Weil man möchte ja auch verbindlich auftreten und ein verlässliches Gegenüber für ganz viele andere Leute sein.

00:14:57: Spannend.

00:14:58: Also ich glaube, Stefano hat einige Anregungen mitgenommen.

00:15:00: Es wird ja auch noch mal richtig emotional deep hier auf einer Art, also spannend, was da eigentlich so drin steckt.

00:15:06: Und ich freue mich schon aufs nächste Mal mit dir.

00:15:08: Ich

00:15:08: mich auch.

00:15:08: Vielen Dank, Noel.

00:15:10: Ciao.

00:15:12: Danke fürs Zuhören beim Digital-Kompakt-Podcast.

00:15:16: Du merkst, hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen heraus.

00:15:20: Wenn du mit uns noch erfolgreicher werden möchtest, abonniere uns auf den gängigen Podcast-Plattformen und hey, je größer wir werden, desto mehr Menschen können wir helfen.

00:15:31: Also, erzähl doch auch deinen Kolleginnen und Kollegen von uns.

00:15:35: Bis zum nächsten Mal.

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