Entscheidungsfindung: Wie entscheide ich am besten?
Shownotes
Nicht Logik, sondern persönliche Überzeugungen prägen, wie Entscheidungen entstehen – selbst Fakten führen kaum aus alten Denkmustern heraus. Julia Dorandt zeigt, wie individuelle Filter und emotionale Prägungen dabei die Richtung vorgeben, warum echtes Bewusstsein und das „Wozu“ weiterführen als reine Daten und wie Führung Raum für Zweifel, Trauer und Wandlung braucht. Jede bewusste Entscheidung bleibt ein individuelles Ringen – und birgt die Weisheit, mit Unvollkommenheit zu leben.
Du erfährst…
…wie du bewusste Entscheidungen triffst, die wirklich zählen.
…welche Rolle Überzeugungen bei der Entscheidungsfindung spielen.
…wie du im Business-Alltag Entscheidungen reflektierst und optimierst.
||||| PERSONEN |||||
👤 Joël Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt
👤 Julia Dorandt, Agile Coachin BJA
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💪 Diese Folge entstand in Partnerschaft mit BJA – Beratung Judith Andresen
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||||| LEXIKON |||||
Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen:
🔹 **Entscheidungsfindung** - Der Prozess, bei dem eine Auswahl aus verschiedenen Optionen getroffen wird.
🔹 **Überzeugung** - Eine subjektive, oft tief verankerte Auffassung oder Glaubenshaltung, die Entscheidungen beeinflusst.
🔹 **Mustererkennung** - Die Fähigkeit, wiederkehrende Strukturen oder Trends in Daten oder Verhalten zu identifizieren.
🔹 **Wahrnehmungsfilter** - Individuelle mentale Filter (Erfahrungen, Werte, Erwartungen), die beeinflussen, welche Informationen beachtet werden.
🔹 **Subjektivität** - Die persönliche Prägung der Sichtweise, die dazu führen kann, dass verschiedene Menschen bei gleichen Fakten unterschiedlich urteilen.
||||| KAPITEL |||||
(00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema
(00:02:20) Wie läuft Entscheidungsfindung ab?
(00:05:20) Was bedeutet eine Entscheidung für Führungskräfte?
(00:10:04) Gibt es Überprüfungsverfahren?
(00:13:39) Macht es einen Unterschied, ob Entscheidungen revidiert werden können?
(00:16:24) Welche Rolle spielt Druck?
(00:24:27) Können wir faktenbasiert entscheiden?
||||| WIR |||||
🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun.
👉 Mit meinem Podcast digital kompakt zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe
👉 Mit meinem Podcast 5 Dinge mit 20 zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten
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Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:15: Hallo Leute, hier ist Joel und ich habe wieder die liebe Julia Doran zu Besuch.
00:00:19: Ihr erinnert euch vielleicht, die ist Cochin bei BJA Beratung Judith Andresen und ich habe das letzte Mal mit ihr fleißig über Verhandeln geredet und habe dann da eine ganz entscheidende Geschichte gehabt, nämlich wenn wir über Entscheidungsfindungen geredet, habe ich gesagt, wait a minute, entscheid... Mh, das ist ja was, was Menschen im Business irgendwie öfters zu tun haben.
00:00:35: Lass uns da doch mal mehr darüber reden, also mal zu verstehen.
00:00:38: Wie trifft man eigentlich eine Entscheidung und was kommt da drumherum eigentlich so zum Tragen?
00:00:42: Das heißt, du wirst heute ganz viel mitnehmen.
00:00:44: Zum Beispiel ist das eigentlich logische Dinge, nach denen wir entscheiden oder sind es eher Überzeugungen.
00:00:49: Wie kann ich das beeinflussen?
00:00:50: Wann sollte ich eigentlich eine Entscheidung treffen und wann vielleicht eher nicht?
00:00:53: Also heute ein richtig buntes Bokeh und liebe Julia, ich freue mich, dass du wieder da bist.
00:00:56: Hallo.
00:00:56: Moin, ich mich auch.
00:00:57: Ja, Entscheidungsfindung.
00:00:58: Also starten wir mal rein.
00:00:59: Bist du gut darin, dich zu entscheiden?
00:01:01: Ich
00:01:01: bin total richtig gut darin, mich zu entscheiden.
00:01:03: Nicht?
00:01:04: Ja, ist ja Satz.
00:01:04: Also wäre ich ein japanischer Krieger, ich wäre ein Nunja.
00:01:09: Ich hatte immer einen Freund, der hat gesagt, ich habe keine Scheide, ich kann mich nicht entscheiden.
00:01:12: Ich bin mir leid.
00:01:15: Es stinkt heute für Sie das Niveau.
00:01:16: Entscheidungen treffen ist echt hart, aber notwendig.
00:01:19: Meine Vermutung ist, dass die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, muss ja jetzt gar nicht an eine Zeit geknüpft sein, möglichst schnell oder so.
00:01:26: Aber möglichst gut und möglichst bereitwillig, dass das was über Erfolg entscheidet, ist das so?
00:01:30: Ja, vor allen Dingen muss ich wissen, auch wenn ich mich nicht entscheide, entscheide ich mich ja.
00:01:33: Also etwas nicht zu tun ist ja auch eine Entscheidung oder etwas nicht zu entscheiden.
00:01:37: Meine großartige Großmutter hat immer gesagt, wer sich nicht sicher ist, ist sich sicher.
00:01:41: Ich habe ein großartiges Buch gelesen, da sagte sie immer, ich weiß nicht, heißt immer nein.
00:01:45: So, das geht auch in die Richtung.
00:01:46: Ja, wenn ich mir nicht sicher bin für das eine oder das andere, ist wahrscheinlich beides nicht.
00:01:50: Also solche Themen.
00:01:52: Ich bin großer Fan davon zu sagen, solange ich bewusst entscheide, weil ich werde immer gefragt, was denn eine gute Entscheidung ist.
00:01:57: Kann ich dir noch nicht sagen, gut, schlecht ist ja eine Bewertung.
00:01:59: Wichtig ist, dass sie bewusst getroffen ist.
00:02:01: Nicht im Sinne von, ich habe alle Informationen.
00:02:03: Das ist ein Riesenmythos.
00:02:05: Sondern im Sinne von, damit kann ich gut, zumindest für jetzt, mitgehen.
00:02:09: Aber vor dem Hintergrund finde ich unser Thema heute nochmal ganz relevant, weil ja die Geschwindigkeit mit der Entscheidungen heutzutage notwendig sind, zugenommen haben und auch die Komplexität, also die Fakten, die da sozusagen rein spielen.
00:02:20: Deswegen lass uns doch vielleicht mal einsteigen, was würdest du sagen, was ist ein typischer Vorgang, wenn ich so Informationsverarbeitung betreibe, wenn ich zu den Entscheidungen kommen will?
00:02:27: Was würdest du sagen, wie läuft das typischerweise ab?
00:02:29: Also
00:02:29: typischerweise läuft das schon unbewusst ab, bevor wir überhaupt einen Gedanken... gepasst haben, also einen, den wir irgendwie formuliert haben.
00:02:35: Alles, was wir erleben, was wir hören, sehen, wahrnehmen, geht erst mal durch unsere Filter.
00:02:40: Und die sind für dich so unterschiedlich wie für mich und für jeden anderen auch, weil die total davon geprägt sind, wie wir vorher geprägt sind.
00:02:46: Haben wir Erfahrungen gemacht, haben wir Meinungen zu etwas, haben andere Menschen in unserem Umfeld Meinungen und so weiter.
00:02:51: Und dann für allgemeinern wir.
00:02:52: Das macht unser Gehirn von ganz allein, weil wir Muster-Erkenner sind seit der Steinzeit im Übrigen.
00:02:56: Jetzt brauchen wir irgendeine Wahrheit, an der wir uns festhalten und irgendwann wird aus einer Erfahrung im Wahrnehmen ein... Ah, das ist also immer so.
00:03:02: Also eine Schlussfolgerung und eine Überzeugung.
00:03:05: Und daraus entwickel ich dann meine Entscheidungen.
00:03:08: Das heißt, ich muss immer wieder gucken, passt denn diese Überzeugung noch?
00:03:11: Und das ist im Komplexen unglaublich schwierig.
00:03:14: Okay,
00:03:14: aber wenn ich das jetzt nochmal übersetze, dann bedeutet das im Prinzip so eine Trias.
00:03:17: Ich betreibe Informationsverarbeitung, habe dann Mustererkennung, kommt für mich zu so einer allgemeinen Wahrheit, die aber gar nichts mit der Realität zu tun haben muss, sondern jeder so eine eigene und entwickelt daraus eine Überzeugung.
00:03:27: Ja, total.
00:03:28: Also ich glaube, jeder von uns kennt mindestens einen Menschen, wo man denkt, warum?
00:03:32: Hat der oder die jetzt das gemacht oder gesagt oder entschieden, das passt doch überhaupt nicht zur Wirklichkeit oder in die Realität.
00:03:39: Und das hat was damit zu tun, dass wir unsere eigene Realität bauen immer und immer wieder.
00:03:44: Und nicht immer in der Lage sind zu gucken, okay, passt das eigentlich.
00:03:47: Im Komplexen müssen wir das immer wieder tun, weil sich im Komplexen ja auch immer wieder Gegebenheiten, Umstände, die Welt um uns herum in irgendeiner Form verändert und wir müssen immer wieder gucken, ist meine Überzeugung eigentlich noch passend und stimmig.
00:03:58: mit den Informationen, die ich bekomme.
00:04:00: Und das ist ganz, ganz harte Arbeit.
00:04:02: Dann stecken aber eigentlich in dem, was du gerade gesagt hast, zwei Dinge drin.
00:04:05: Also das eine ist eine gewisse Subjektivität.
00:04:08: Also... Ich kann vielleicht mit den gleichen Fakten wie du zu einem anderen Ergebnis kommen, weil ich so einen anderen Rucksack betrage.
00:04:13: Und das Zweite, was ich jetzt rausgehört habe, ist, dass es nicht immer logisch
00:04:15: ist.
00:04:16: Genau.
00:04:16: Also die Idee von, oh, jemand hat jetzt die Überzeugung, das passt aber nicht mit der Realität.
00:04:20: Jetzt muss ich demjenigen nur noch mehr Fakten auf den Tisch knallen und dann wird er irgendwann sagen, geh jetzt das zu Recht.
00:04:25: Das ist ein Trugschluss, leider.
00:04:26: Es wäre schön, wenn es so funktionieren würde, aber nee.
00:04:29: Ja, weil ich meine, das ist ja eben auch so angedeutet, dass die Entscheidung eigentlich schon binnen Sekunden steht und dann post-rationalisiert man eigentlich nur so.
00:04:34: Dann heißt es ja eigentlich, dass wir unterbewusst oder emotional eher entscheiden, wenn wir Entscheidungen treffen.
00:04:39: Ja, und wir untermauern das.
00:04:40: Wir haben eine Überzeugung.
00:04:41: Ich weiß nicht, ob du in letzter Zeit mal ... wenn ich mit irgendwas stark beschäftigt hast, also wenn ich mir ein rotes Auto angucke, das ich vielleicht kaufen möchte, fahren überall rote Autos rum.
00:04:50: Wenn ich in irgendeiner Lebenssituation bin, dann plötzlich alle dieselbe Situation.
00:04:54: Das ist nicht so, dass es plötzlich überall rote Autos rumfahren, quantitativ, sondern mein Fokus liegt sich jetzt da drauf, meine Überzeugung zu stärken.
00:05:01: Sagen noch alle um mich rum.
00:05:03: Meine Kursine hat das auch gesagt und die sozialen Medien befeuern das Ganze noch, weil da bin ich dann in meinen Bubbles.
00:05:08: der Algorithmus sagt, offensichtlich magst du.
00:05:11: Rosa Schlüpfer, also zeige ich dir nur noch Menschen mit Rosa Schlüpfer und dann denke ich, die ganze Welt ist davon voll.
00:05:16: Was heißt?
00:05:16: Man
00:05:16: Rosa Schlüpfer sagen in einem Podcast.
00:05:18: Ich finde es schön Oldschool Schlüpfer.
00:05:20: Ich überlege jetzt gerade, wenn ich jetzt im Business wirklich professioneller Geschäftswobe bin, was das dann für mich bedeutet, weil eigentlich ist ja dann wichtig, sich dessen bewusst zu sein und zu sagen, jetzt muss ich ja irgendwie mal einen Punkt kommen, das zu reflektieren, was da passiert.
00:05:32: Weil wenn wir ehrlich sind, ich will es gar nicht sagen, es braucht immer Daten und Fakten, um eine gute Entscheidung zu treffen.
00:05:37: Vielleicht hast du was, was du mit der Bewusstsein gesagt hast.
00:05:39: Aber was würdest du denn jetzt für einen Anspruch stellen an jemanden, der, sag ich mal, Verantwortung trägt oder die?
00:05:44: Das Wissen, dass Entscheidungen oft nicht rational sind, dass das mit Überzeugung zu tun hat, dass das individuelle Subjektiv und so weiter und so fort.
00:05:50: Wie kann ich denn da auf einen Punkt kommen?
00:05:51: Das ist vielleicht die Frage, die da hintersteckt.
00:05:53: Dass ich das auf so einen Niveau bringe, dass andere das auch verstehen können und dass es trotzdem auch über mich hinaus, sag ich mal, eine Relevanz und Bedeutung hat.
00:06:00: Und da ist ganz viel drin.
00:06:01: Wenn es darum geht, dass eine Führungskraft oder ein Geschäftsführer eine strategische Entscheidung trifft, ist vorher erst mal die Überlegung... Wer trifft denn eigentlich diese Entscheidung?
00:06:10: Also welche Entscheidungsformen sozusagen?
00:06:11: Also ist das was, was auch mein Team vielleicht mitentscheiden kann, damit ich nicht alleine entscheide?
00:06:16: Oder ist das etwas, das ich wirklich für mich alleine entscheiden möchte?
00:06:20: Dann kann ich immer gucken, in welcher Form wollen wir das vielleicht auch einfach gemeinsam tun, weil auch andere Menschen nochmal andere Perspektiven mit reinbringen können.
00:06:27: Und dazu gehört, ja, sich von seiner Überzeugung zu verabschieden, dass nur ich gerade die richtige Entscheidung treffen kann und dass andere Perspektiven auch eine gute Sache sind.
00:06:35: Das ist schwer, gerade so in einem bestimmten Level von Führungskraft, der dann den Krüger-Effekt ist stark, zu denken, vielleicht gibt es noch jemand anderen mit einer guten Idee dazu und hat viel mit persönlicher Reife zu tun.
00:06:45: Dafür brauche ich manchmal jemand anderen, der mir Fragen stellt, der sagt, aber was ist denn so, die Information, worauf basierst du das?
00:06:51: Das geht nicht immer unbedingt von allein.
00:06:53: Und es ist Arbeit, damit werden wir auch nicht geboren.
00:06:55: Ich
00:06:55: habe gerade so eine Frage bauen wollen.
00:06:58: Wenn jetzt die Judith ans Telefon geht und sagt Hallo, BJA, dann sage ich Hallo Judith, kannst du bitte mal die Julia herum schicken?
00:07:03: Ich hab hier ein paar Entscheidungen zu treffen, wenn man's barrennt.
00:07:05: Dann kommst du, du, du,
00:07:06: du, du, du, du, du.
00:07:07: Stehst bei mir vor der Tür.
00:07:08: Was sind so die ersten Sachen, die du mich fragen würdest?
00:07:10: Oder vielleicht fragst du ja gar nicht, vielleicht sagst du ja auch eher.
00:07:12: Wenn ich sage, okay, pass mal auf, ich will eine Entscheidung treffen.
00:07:15: Wahrscheinlich, das werden manche Menschen vielleicht, die mich kennen, wiederfinden.
00:07:18: Sag ich erst mal, wozu?
00:07:20: Also wozu glaubst du, musst du diese Entscheidung treffen?
00:07:23: Nicht warum.
00:07:23: Also warum ist meistens nicht der Chef?
00:07:26: Sondern wozu?
00:07:27: Was wird dadurch besser?
00:07:28: Was wird dadurch anders?
00:07:29: Wenn wir unser Wozu wissen, was ich hier bezwecken möchte, was mein Zielraum sozusagen ist, dann gebe ich schon mal der Idee Raum, dass ich da auch anders hinkommen kann.
00:07:38: Also ich kann dann einen Ort kommen, in dem ich mich ins Auto setze, ich kann aber auch hinlaufen oder hinfahren oder mich da hinkatapultieren lassen.
00:07:44: Dann gebe ich manchmal von diesen Ideen weg, die nur ich erst mal in meinem Kopf habe und mir immer gegenseitig bestätigt habe.
00:07:49: Und dann frage ich, warum glaubst du, dass du das entscheiden musst?
00:07:52: Es gibt auch manchmal einen Fall von, du pass mal auf, das wird jetzt passieren.
00:07:56: Auch das tue ich als Beraterin.
00:07:58: Wenn jemand sagt, wir brauchen irgendwas, ich weiß aber noch gar nicht genau, wo wir hinkommen oder wie wir dahin kommen.
00:08:03: Stellst
00:08:03: du die Frage mit Betonungen auf dem Du oder mit Betonungen auf dem Entscheidem?
00:08:06: Warum Du das entscheiden musst oder warum Du das entscheiden musst?
00:08:09: Beides.
00:08:10: Also warum muss das jetzt entschieden sein und warum musst du?
00:08:13: Also warum glaubst du kannst nur du das entscheiden?
00:08:15: Das hören Führungskräfte relativ häufig von mir.
00:08:17: Ich hätte jetzt mal vermutet, wenn du dann mit dem wozu kommst und warum du und warum jetzt, gehst du dann auch hin und fragst sozusagen andere Wege abschätz ich mal, oder?
00:08:23: Das wäre dann die logische Konsequenz.
00:08:25: Also wenn du mich fragen würdest, wozu machst du das?
00:08:26: Dann wäre ja eigentlich anschließend das Bokeh aufzumachen.
00:08:29: Das für andere Pfade fühlen denn hier noch nach Rom.
00:08:31: Oder?
00:08:31: Ja.
00:08:31: Was macht das mit Menschen?
00:08:32: Also stellen die sich diese Frage nicht eigentlich selbst?
00:08:34: Erlebst du das nicht?
00:08:35: Das Führungskräfte sich selbst?
00:08:36: Also können die das genau beantworten, wenn du sagst, wozu?
00:08:38: Nee, also das wozu ist ganz häufig die schwierigste Kiste in der ganzen Sache, weil wir ganz häufig wissen, was wir tun und was wir tun sollten und ganz selten wozu.
00:08:46: Also stell dir mal die Frage, wozu du etwas machst.
00:08:49: Das ist ein völlig anderer Denkprozess.
00:08:51: Wo willst du damit hin?
00:08:52: Ist für viele ganz schön schwierig.
00:08:54: Also, da bin ich auch relativ penetrant und sage, nee, nee, du sagst mir gerade, was du tun musst.
00:08:58: Sag mir mal, wozu?
00:08:59: In meiner Erfahrung ist das meist echt der härteste Teil an sowas zu arbeiten mit Menschen.
00:09:03: Ich hätte nämlich gedacht, dass das wozu die erste Sache ist, die die beantworten.
00:09:06: Also, dass die sagen, na ja, ich will unser Time to Market halbieren oder... Ich will weniger Kosten im Produktionsprozess haben, oder was weiß ich?
00:09:14: Ja, wenn das so harte Ziele sind mit ihr, aber die Frage ist, ich will weniger Kosten haben, kann ja heißen, wir kaufen einfach weniger ein.
00:09:20: Ich möchte meinen Umsatz verdoppeln, kann ja heißen, wir kaufen weniger ein und machen mehr Werbung und verkaufen mehr.
00:09:26: Also es gibt tausend Wege dahin und die Frage ist auch, was gibt ihr das denn, den Umsatz zu verdoppeln?
00:09:30: Also warum ist es?
00:09:31: Manchmal kommen wir auch da an mit, ich will meine Rolle hier gerecht werden und ich möchte, dass es uns noch die nächsten zehn Jahre gibt.
00:09:37: Hatt ich gerade erst das Geschäftsführer zu mir sagt, na ja, ich möchte Ich möchte halt noch, also nach dem fünfzehnmal zufragen, wurde ja schon ein bisschen sauer und sagt dann, ja, ich will halt, dass es uns in zwanzig Jahren auch noch gibt.
00:09:47: Okay, jetzt sind wir an dem Punkt.
00:09:49: Du denkst in die Zukunft, du möchtest hier eine Sicherheit haben oder möchtest sichern, dass es hier allen noch gut geht in zwanzig Jahren, dass es Unternehmen noch gibt, dass ihr dann auch noch Umsätze macht.
00:09:58: Nicht morgen doppelt, sondern die nächsten zwanzig Jahre.
00:10:00: Und das ist manchmal ein Prozess, der oft mit viel Widerstand zu tun hat.
00:10:03: Das muss man mal aushalten können.
00:10:05: Gibt es ein Verfahren?
00:10:06: mit dem du dann in die Überprüfung gehst.
00:10:08: Also kannst du ja dann alles zur Disposition stimmen.
00:10:11: Sass ich sonst in fünfzehn Jahren noch geben, dann kannst du ja auch sagen, okay, du könntest dich jetzt auf ein Innovationspipeline konzentrieren, du könntest dich auf irgendwie den Gewinn innovativerer Führungskräfte konzentrieren, du könntest Zukäufe machen und so weiter und so.
00:10:22: Es gibt da unfassbar viele Wege dahin.
00:10:24: Was ist denn so ein guter Weg, um Entscheidungen hinterher, sage ich mal, nochmal abzufragen, genau auf das Ziel hin?
00:10:29: zahlen die aufs Wozu ein oder gibt es noch eine bessere?
00:10:31: Also
00:10:31: es gibt so Wahrheiten über ein Zielraum.
00:10:34: Wenn ich sage, ich habe einen Zielraum und jemand ist wirklich so langsam dahintergekommen, was ist das wozu?
00:10:38: Und dann ist immer die Frage, ist das Handlungsleiten, ist es attraktiv und ist es richtungsweisend?
00:10:42: Und die nächste Sache ist, ja, herzlich willkommen in der komplexen Welt.
00:10:46: Ich kann gar nichts, also wenn jemand von mir möchte und dann gucken wir hinterher drauf, ob die Entscheidungen richtig waren, dann sage ich, ja viel Spaß damit, bin ich nicht mehr dabei.
00:10:53: Weil darum geht es nicht.
00:10:55: Sondern.
00:10:55: es geht darum, gehen wir jetzt die ersten Schritt, haben wir eine Idee.
00:10:59: Womit wir jetzt anfangen, um in diese Richtung zu kommen, dann kann ich noch sagen, aber es gibt so Leitplanken.
00:11:04: Also, manche Menschen sagen, ich möchte auf jeden Fall profitabel arbeiten.
00:11:08: Ich möchte aber keine Menschen entlassen.
00:11:10: Das ist nicht in unserer DNA.
00:11:11: Sag ich, okay, fein, dann ist das die Leitplank in diese Richtung.
00:11:14: Was bist du gewillt zu tun?
00:11:15: Oder wir machen gerne Innovationen, aber wir verraten nicht unser, zumindest soweit es geht, unser Kerngeschäft.
00:11:21: Wir möchten noch weiter für unsere Bestandskunden da sein, aber wir möchten innovativ sein.
00:11:24: Also, das sind so Leitplanken und dann gucken wir einfach gemeinsam strategisch.
00:11:29: Wie komme ich jetzt innerhalb dieser Leitplanken zu meinem Zielraum?
00:11:32: Und das gibt manchmal Wahrheiten.
00:11:33: Manchmal gibt es auch einen, ich glaube, wir werden da nicht hinkommen.
00:11:36: Also manchmal gibt es wirklich Menschen, die vor einem sitzen und die Schultern hängen lassen, sagen, ich glaube, wir kommen da gar nicht hin.
00:11:41: Und dann sind wir an einem Punkt, den nennen wir Anerkennnis ist.
00:11:44: Und der ist auch hart, aber manchmal macht es auch ganz viel Erleichterung mit Menschen.
00:11:48: Also auch das ist eine Entscheidung, ich kann diese Entscheidung gar nicht treffen, ist auch manchmal eine Entscheidung.
00:11:53: Klingt fast wie so ein Verlust, wenn man dann de facto eine Entscheidung gar nicht treffen kann oder ein Ziel sozusagen nicht erreichen.
00:11:59: Ja.
00:11:59: Das ist wie Trauer.
00:12:00: Man sieht auch Menschen, die durch die fünf Fasen der Trauer gehen, aber hinterher rauskommen und sagen, jetzt hab ich's grad mal akzeptiert und jetzt kann ich lernen, damit umzugehen.
00:12:09: Hast
00:12:09: du Tipps, wie man diese Phase durchschreiten kann, wenn ich merke, die Entscheidung ist falsch oder ich soll sie so nicht treffen oder fühlt nicht dahin, wo sie soll, wie ich so was loslassen kann?
00:12:17: Ja, nicht einfach nur loslassen, das ist spannend.
00:12:21: Trauerarbeit ist Arbeit.
00:12:22: Ich muss anerkennen, dass ich diese Entscheidung jetzt treffe oder dass da etwas losgelassen werden muss.
00:12:28: Ich muss zulassen können.
00:12:29: dass ich durch die Wut gehe, durch die Traurigkeit, durch die Enttäuschung und das ist okay, solange ich nicht in irgendwas verharre.
00:12:34: Aber ich muss anerkennen, dass es diese Phasen gibt und dass das fein ist.
00:12:38: Also wir tendieren ja gerade in Deutschland dazu immer so Emotionen, irgendwie doof und negative Emotionen.
00:12:43: Wie heißt es so schön?
00:12:43: Wir haben ja nur zwei Gefühle, gut und schlecht.
00:12:45: Die schlechten mögen wir nicht.
00:12:46: Ich finde auch, die schlechten darf man aushalten.
00:12:48: Die gehören dazu.
00:12:49: Und hast du eigentlich eine Matrix, nach der du entscheidest oder bewertest, was eine gute und was eine schlechte Entscheidung ist?
00:12:54: Nein.
00:12:55: Nee, gar nicht.
00:12:57: Es sind Bewertungen.
00:12:58: Also, ich bewerte Entscheidungen nicht.
00:12:59: Ich kann sagen, das war keine zielführende Entscheidung.
00:13:02: Oder ich kann sagen, oh, hinterher drauf geguckt, hätte ich es vielleicht anders entschieden.
00:13:06: Die Idee ist, etwas bewusst zu entscheiden.
00:13:08: Also, wenn jemand sagt, ich muss das jetzt entscheiden, dann sage ich, okay, wie viel Zeit haben wir drauf zu gucken?
00:13:13: Und ich mache keine Fakten auf oder keinen.
00:13:15: Jetzt gehen wir alle Optionen, dann komme ich in dieses Überdenken und dann schaffe ich sie nicht, sondern in ein, was genau musst du wissen?
00:13:21: Was sind die zwei Kernpunkte?
00:13:23: Und dann gucken wir, und wie kann die Entscheidung jetzt gerade aussehen?
00:13:26: Wichtig ist auch immer zu sagen, gerade in einer komplexen Welt, eine Entscheidung jetzt ist eine Entscheidung jetzt.
00:13:31: Und die Entscheidung morgen ist die Entscheidung morgen.
00:13:33: Wir können Dinge nicht zurückdrehen, das müssen wir wissen, aber wir können immer noch sagen, jetzt brauchen wir, glaube ich, wieder was anderes.
00:13:39: Diese schöne Jeff Bezos Anekdote mit den One-Way-Door-Decisions und den Two-Way-Door-Decisions.
00:13:45: Also es gibt ja manchmal Entscheidungen, die sind reversibel, die kann ich wieder zurücknehmen oder verändern und manchmal nicht.
00:13:50: Macht das was mit deinem Umgang?
00:13:51: Also triffst du Entscheidungen anders oder?
00:13:54: Rätst du Führungskräften Entscheidungen anders zu treffen, wenn sie reversibel sind versus wenn sie das nicht sind?
00:13:59: Ehrlich gesagt... Kenne ich relativ wenig Situationen, von Dingen nicht reversibel werden, also nicht im Sinne von gehen in die Zeitmaschine und drehen das Ganze zurück, sondern wenn ich nicht gerade ein Leben beende, durch irgendwas, also so was, ich kann Dinge wieder revidieren, ich kann Dinge verändern, ich kann aus Dingen lernen und sagen, okay, das mache ich heute nicht mehr, aber trotzdem annehmen, dass ich es damals in bestem Wissen und Gewissen so entschieden habe.
00:14:20: Ich glaube, das ist wichtig.
00:14:22: Wir gehen ja ganz häufig mit uns selbst sehr viel schlechter um als mit anderen Menschen und wir schaffen das immer ganz gut, dass ich sie viel nicken und so.
00:14:29: Stimme, wenn ich sage, oberste Maxime ist, jeder handelt immer nach bestem Wissen und dem aktuellen Kenntnisstand und dann nicken alle und sage ich und ihr übrigens auch für euch selbst, also sich selber zu vergeben, dass eine Entscheidung nicht zielführend war, nicht gut.
00:14:42: Du bist mir ausgewichen, du hast nicht gesagt, ob du anders entscheidest, sondern du hast zum Zweifel gezogen, ob es das gibt.
00:14:46: Ich glaube schon, das ist One Way Door Decision.
00:14:48: Zumindest, dass der Preis für die Umkehr sehr hoch ist, wenn ich jetzt ein Lagerhaus im falschen Ort baue oder wenn ich jemand entlasse, den ich eigentlich gerne hätte und danach ist er weg.
00:14:55: Wie gesagt, machst du dann andere Dinge?
00:14:56: Oder ist es relativ gleich das Prozedere?
00:14:58: Naja, es ist ja eine Sache von Lernen, ne?
00:15:00: Also ich kann dann daraus ziehen, okay, wenn ich nochmal in ähnlicher Situation bin, würde ich dann wieder so entscheiden, was nehme ich daraus mit?
00:15:07: Wir sind ja Gott sei Dank lernende Wesen, die meisten von uns, auch wenn es manchmal ungewöhnlich klingt, wir das nicht immer so sehen, aber wir können Dinge lernen, ne?
00:15:15: Also dann sagen, okay, die Entscheidung war jetzt echt ätzend, würde ich so nicht wieder machen.
00:15:19: Damals habe ich gedacht, das ist eben die beste Entscheidung und das ist fein und nochmal würde ich es aber nicht machen.
00:15:25: Das kann ich immer tun.
00:15:25: Ich
00:15:26: hatte immer einen Spaß daran.
00:15:26: Ich habe öfters mal Führungskräfte, so Topmanager, innen gefragt.
00:15:29: Wie entscheidest du eigentlich?
00:15:30: Also, wie triffst du Entscheidungen?
00:15:31: Da kommen überraschende interessante Antworten raus.
00:15:33: Hast du so ein Prozedere, wenn du sagst, ich kann ja jetzt nicht jedes Mal eine Julia auf meiner Schulter sitzen, wenn eine Entscheidung getroffen wird oder nachträglich bewertet oder gespart oder whatever.
00:15:41: Was du empfiehlt, was ein guter Prozess ist, der Entscheidungsfindung?
00:15:44: der möglichst auch, sag ich mal, abgeschlossen und relativ schnell ist?
00:15:47: Ja, ich mache mir ganz lange Listen von Pro und Kontra und dann wege ich jeden ein.
00:15:51: Nein, auf keinen Fall.
00:15:53: Auf keinen Fall.
00:15:54: Ich glaube, es ist kurz ein, in einen Überblick bringen.
00:15:57: Wer oder was ist von meiner Entscheidung betroffen?
00:16:00: Was kann ich antizipieren?
00:16:01: Wo kann ich sagen, okay, das?
00:16:03: Aber das möchte ich nicht, wenn das passiert.
00:16:05: Also, wo habe ich dann eigentlich meine Linien?
00:16:07: Und zu schauen, okay, wenn das zu groß ist oder ich sage, das hat total viele Auswirkungen, dann kann ich gucken, kann ich vielleicht mich kleiner entscheiden?
00:16:15: Also, Dinge erst mal nur heute zu tun oder nicht gleich alle rauszuschmeißen oder keine Ahnung.
00:16:20: Also, kann ich die Entscheidung kleiner machen, sodass ich sie treffen kann?
00:16:24: Jetzt
00:16:24: können wir ja nochmal ein bisschen weiter spezifizieren.
00:16:26: Entscheidungen unter Druck versus Entscheidungen.
00:16:29: Nicht unter Druck.
00:16:30: Könnte auch noch mal zuspitzen.
00:16:31: Ich glaube, es hat Ähnlichkeit näher, aber es ist noch mal was anderes.
00:16:34: Entscheidungen unter Freiheit und Entscheidungen unter Nichtfreiheit.
00:16:36: Würdest du sagen, da kommen dann andere Gesetzmäßigkeiten zu tragen?
00:16:40: Absolut.
00:16:41: Allein schon, weil ich in einem ganz anderen kognitiven System in meinem Gehirn denke, wir haben unser Reptilien-Gehirn, das quasi im Hinterkopf.
00:16:49: Achtung, es wird jetzt sehr, sehr nicht fundiertes Dreiviertel wissen oder halb.
00:16:55: Trotzdem weiß ich, wir entscheiden Dinge aus einer Dringlichkeit heraus, nicht im Bewussten, also meist ohne Optionen abwägen zu können, Dinge in Überblick bringen zu können.
00:17:04: Das sind nicht immer Ziele in der Entscheidung, weil ich meistens möchte von irgendwas weg, es ist ein großer Druck da und ich möchte, dass der Druck aufhört oder mein Kopf möchte, dass der Druck aufhört, also machen wir meist irgendwas.
00:17:15: oder mehr vom selben, was schon mal eine ähnliche Situation geholfen hat.
00:17:18: Was machst du, wenn der Aufzug nicht kommt?
00:17:20: Erbeloff.
00:17:20: Das ist eine Entscheidung aus dem Überblick heraus.
00:17:22: Du hast deine Optionen abgewogen.
00:17:24: Was machen die meisten Menschen, wenn der Aufzug nicht kommt?
00:17:26: Warten.
00:17:26: Was noch?
00:17:27: Den Ausmeister rufen.
00:17:28: Nicht hochgehen.
00:17:30: Du bist so entspannt gerade.
00:17:31: Die meisten von uns drücken noch mal auf den ohnehin schon leuchtenen Knopf.
00:17:36: Das ist ein, ich mache mehr vom selben, also ich mache das einfach noch mal, was ich ohnehin schon getan habe.
00:17:41: Das ist eine nicht-radationale... Unbewusste Entscheidung, um irgendetwas zu tun, bringt gar nichts, ändert nichts an der Realität, dass der Aufzug einfach kommt, wann er kommt.
00:17:49: Ich hab mir mal von einer Aufzugswürmer versichern lassen, dass der Aufzug nicht schneller kommt, nur weil möglichst häufig auf die Klappe gedrückt wurde.
00:17:55: Ja, harte Wahrheiten werden hier auch mal vermittelt.
00:17:57: Und wir tun aber irgendetwas, weil unser Gehirn sagt, jetzt muss ich aber irgendwie in der Aktion bleiben und irgendetwas tun.
00:18:02: Das sind meist, wenn du so willst, könnte man sagen, keine... guten Entscheidungen oder keine Zielführenden.
00:18:08: Ich muss also einen Weg finden, in der Gelassenheit zu bleiben.
00:18:11: Dann öffnet sich für mich auch das kognitive System, das für einen Überblick zuständig ist, wo ich auch sagen kann und kreativ sein kann überhaupt mit.
00:18:18: Was könnte denn dann passieren?
00:18:20: Warum oder wozu treffe ich diese Entscheidung?
00:18:22: Das mache ich alles in einem ganz anderen Hirnbereich.
00:18:26: Also es ist ja ein bisschen ähnlich, zwanger könnte man ja sagen, es ist eine Form von Druck.
00:18:29: Aber würdest du sagen, dass das mit Menschen auch was macht?
00:18:31: Ist es genau das Gleiche, wo wir gerade schon geredet haben oder ist da nochmal ein anderer Aspekt drin?
00:18:34: Weil es kann ja zum Beispiel sein, die geht die Kohle aus.
00:18:36: Dann bist du gezwungen, Entscheidungen zu treffen.
00:18:38: Ja, dann ist es eine Sache von Retten.
00:18:40: Also natürlich gibt es mal Akutentscheidungen aus Angst heraus und das ist auch fein.
00:18:44: Ich darf da nicht erwarten, dass das eine zielführende, stimmige Entscheidung ist, sondern dass es jetzt eigentlich bewege mich jetzt aus einer Gefahrenzone.
00:18:52: Ich mache jetzt etwas, um einen Druck loszuwerden.
00:18:55: Das ist okay, also ich kann mir das vergeben, dass ich damals weilig unter Druckstand diese Entscheidung getroffen habe.
00:18:59: Was würdest du denn sagen, welche Rolle Daten beim Treffen von Entscheidungen spielen?
00:19:03: Weil ich kenne ja ganz viele so aus der Start-up-Branche, die halt sagen, ich treffe alles nur Datenbasiert.
00:19:07: Wir gucken an, wir vergleichen und Pipapo.
00:19:09: Ich weiß nicht, ob das unbedingt was Gutes ist.
00:19:11: Ich glaube, es ist was Schwaches Daten nicht einzubeziehen, aber ich glaube, es ist auch was Schwaches Entscheidungen alleine darauf zu basieren.
00:19:16: Welche Rolle haben wir dir Daten, wenn es um Entscheidungen geht?
00:19:18: Was würdest du empfehlen?
00:19:19: Also grundsätzlich ist es ein Mythos, dass wir... Faktenbasiert entscheiden, weil es dann dazu führt, dass wir sagen, ich muss dir nur noch mehr Fakten bieten und dann entscheidest du dich schon richtig.
00:19:28: Ich glaube schon, dass es etwas gibt, wie meine Benchmark ist zwei ist größer als eins und wenn es zwei ist, dann entscheide ich dafür.
00:19:34: Das ist okay.
00:19:35: Die Frage ist, was passiert, wenn es anderthalb ist oder wenn es drei ist und nicht zwei.
00:19:39: Also ich mache mir damit den Horizont relativ eng.
00:19:41: finde ich.
00:19:42: Ich bin aber auch jemanden, ich habe da, wo Daten im Gehirn verarbeitet werden.
00:19:45: So zahlen Datenfakten habe ich irgendwie so eine sparse Masse.
00:19:48: Ich bin für meine Umwelt häufig sehr viel zu impulsiv und muss dann manchmal mit Entscheidungen lernen, die ich mal getroffen habe.
00:19:55: Es hat so viel zum Thema gut schlecht.
00:19:56: Ich bin da versöhnt mit mir und ich kann nachvollziehen, dass Menschen sagen, ich mache das immer auf Daten.
00:20:00: Aber ich sollte mich dafür hüten, zu glauben, dass Menschen generell faktenbasiert entscheiden.
00:20:04: Menschen entscheiden immer aufgrund ihrer Erfahrungen, Werte, ihres Konstruks, dass sie irgendwie mitgebracht haben, ihrer Muster.
00:20:10: und unbewusst entscheiden wir so viel schneller als bewusst.
00:20:14: Und das passiert emotional.
00:20:15: Wollte
00:20:15: ich das gerade gefragt haben, ich habe eine Bekannte, die ist Coaching, die hatte dann immer als Technik vermittelt.
00:20:20: Halt die Luft an, stell dir die Frage, was du entscheiden willst.
00:20:23: Du darfst erst wieder anfangen zu atmen, wenn du die Antwort hast.
00:20:25: Und es ist natürlich so, nach forty-fünf Sekunden wird es schon langsam eng.
00:20:28: Wenn du jetzt hier vielleicht Perlentaucher vor Tahiti warst, dann schaffst du es vielleicht neun Minuten, aber ich sag mal so, nach dreißig, forty-fünf Sekunden wird es eng.
00:20:34: und dann hast du halt gesagt... Die meisten atmen aus und quälen dann halt das so und entscheiden was und das ist ganz oft was ist was dann so.
00:20:42: Relativ echt ist weil schaltest du Gehirnareale ab, wenn du Stoff mal gekriegst oder bei so Panik Modus einsetzt.
00:20:47: Wäre das dann eine gute Technik für Entscheidungen zu sagen, okay, ich folge einfach immer dem ersten Impuls?
00:20:51: Nee, nicht immer.
00:20:52: Aber für Menschen, die sich schnell in diesem Overthinking festhalten, die sagen, Moment, ich will noch mal kurz alle Eventualitäten.
00:20:59: Das passiert ja auch.
00:21:00: Wir kommen nicht ins Machen.
00:21:02: Eine Entscheidung ist auch in Handeln.
00:21:03: Ich muss noch mal alle Informationen haben.
00:21:05: Wenn das passiert, sage ich auch, erste Antwort jetzt, um so eine Dringlichkeit zu kreieren, ins Machen zu kommen und dann überhaupt den ersten Impuls wieder rauszukitzeln.
00:21:13: Wenn du dich jetzt entscheiden musstest, was ist es jetzt?
00:21:16: Es gibt auch so Negativ, dass ich sage, es geht nicht mehr und dann gucke ich, wie enttäuscht der andere ist.
00:21:20: Dann sage ich, geht doch wieder, aber jetzt habe ich gerade gesehen, ihr täuscht immer so groß, du wolltest es eigentlich doch.
00:21:24: Das sind aber Techniken auf dem Weg zu sagen, wie kommen Menschen dahin, Entscheidungen jetzt wirklich zu treffen.
00:21:29: Ich war
00:21:30: gerade im Begriff dich zu fragen, was sonst so Techniken sind, um aus dem Kopfkino da auszusteigen.
00:21:34: Gibt es noch welche?
00:21:35: Je nach Entscheidung.
00:21:36: Also es gibt einen so jetzt, also ich kann so Push und Pull machen.
00:21:39: Also du musst dich jetzt entscheiden, weil sonst entscheidest du dich nie und wir müssen jetzt hier irgendwie weiterkommen.
00:21:45: Das heißt so eine klassische Führungsstrategie.
00:21:47: Ich sage dir jetzt, dass du dich entscheidest.
00:21:49: Das kann mal richtig gut sein.
00:21:50: Und dann gibt es Entscheidungen, wo ich sage, ich brauche nicht den Überblick von allen Informationen, aber ich brauche einen Sitz in einem Podcast.
00:21:57: Ich will nicht mein Set sagen, ich brauche einen gewissen Geisteszustand, der mir eine Gelassenheit vermittelt.
00:22:03: Das können sogar Atemtechniken sein oder einen fühlt sich gerade wohl.
00:22:06: Im besten Fall können Coaches das und haben eine gute Ausbildung darin, anderen Menschen so eine Atmosphäre zu vermitteln, wenn du sitzt hier mit.
00:22:12: Ein Fan sagen wir auch, wenn er Coaching aus Bildung oder mit jemandem, der dich akzeptiert, so wie du bist.
00:22:18: Und das hilft schon dabei, Entscheidungen treffen zu können aus einer Art Überblick heraus und in der Gelassenheit.
00:22:23: Ich fand die andere Technik auch einfach gut.
00:22:24: Ich habe das schon öfters gemerkt, dass wenn man sagt, du guck mal A und B, links rum, rechts rum und dann sagt jemand, super cool, dann gehen wir jetzt rechts rum.
00:22:32: Ja.
00:22:32: Für dich entschieden.
00:22:33: und dann denkst du, ah, wenn man dem hinterher weint, ich finde es ist eine echt mächtige Technik.
00:22:37: Wenn ich so eine A oder B-Geschichte habe, liebe ich das Tetralemma.
00:22:41: Es ist A oder B, dann gibt es die Variante keines von beidem.
00:22:44: Und dann gibt es die Variante nichts von alledem, also gar nicht machen.
00:22:47: Und wenn man das einmal durchgeht, ist das total spannend.
00:22:50: Also wenn ich mich zwischen A und B nicht entscheiden kann, weil ich sage, okay, dann ist es vielleicht gar nichts von dem.
00:22:55: Gibt es dann irgendwas ganz anderes, was es sein kann?
00:22:57: Wenn ich sage, es geht um die Option, die ich habe.
00:23:00: Also ich möchte jemandem dazu bringen, sich für etwas zu entscheiden.
00:23:03: Ist das auch spannend, mal eine Option aufzumachen, die so ähnlich ist wie A oder B?
00:23:07: aber so ein kleines bisschen schlechter.
00:23:08: Also das geht schon in Richtung Marketing.
00:23:10: Also ich sage, es ist A oder B oder es ist A minus eins.
00:23:14: und dann entscheiden sich manchmal Menschen, weil wir im Komplexen total gerne erst mal vergleichen und ins komplizierte gehen.
00:23:20: Also sagen wir jetzt vergleich ich nicht mehr A und B, jetzt vergleich ich A und A minus eins, dann ist es A.
00:23:26: Oder wie meine Mutter sagen würde, ja dann kauf doch einfach beide.
00:23:29: Wenn ich mich nicht zwischen zwei Polo war, dann kommt doch einfach beide.
00:23:32: Weiß
00:23:32: nicht, ob das finanziell immer eine Zielführende Entscheidung ist, aber ich shopp so.
00:23:36: Hä, ist das doch normal?
00:23:37: Schön.
00:23:38: Also, liebe Judith, ich mach vielen Dank.
00:23:39: Hast du vielleicht so Fazit hinten raus, würdest du sagen, kleines einmal eins der Entscheidungsfindung, die top drei, was zählst du auf?
00:23:46: Jede Entscheidung, die du bewusst triffst, ist eine Entscheidung.
00:23:49: Ob sie gut oder schlecht ist, sagt die es erst hinterher.
00:23:51: Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.
00:23:54: Das ist ja hier, wir aus der Pistole geschossen.
00:23:56: Vielen Dank.
00:23:57: Bis zum nächsten Mal.
00:24:01: Danke fürs Zuhören beim Digital-Kompakt-Podcast.
00:24:05: Du merkst, hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen heraus.
00:24:09: Wenn du mit uns noch erfolgreicher werden möchtest, abonniere uns auf den gängigen Podcast-Plattformen.
00:24:15: Und hey, je größer wir werden, desto mehr Menschen können wir helfen.
00:24:19: Also, erzähl doch auch deinen Kolleginnen und Kollegen von uns.
00:24:23: Bis zum nächsten Mal.
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