Brennpunktschulleiter: Wie du mit schwierigen Menschen klar kommst
Shownotes
Vielleicht kennst du den Spruch „5 Things I Wish I knew when I was 20“? In einem persönlichen Talk erfährst du 5 große Learnings, die Engin Catik im Business, aber auch im Privatleben gemacht hat. Engin Catik berichtet von entscheidenden Stationen im Leben, wie z.B. dem Studium, dem Einstieg ins Berufsleben, aber auch von Erfahrungen aus seinem Privatleben, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist. Diese Episode gibt dir Anreize, Neues auszuprobieren und soll dir helfen erfolgreicher zu werden. Egal, ob du noch jünger als 20 Jahre bist oder älter.||||| DIE 5 DINGE ||||| 1) Andere Menschen kochen auch nur mit Wasser. 2) Die Schattenseiten des Lebens finden einen immer wieder. 3) Betrachte Verantwortung für Gemeinschaft als Motivation für individuellen Erfolg. 4) Lege Gelassenheit an den Tag. 5) Lasse keine Herausforderung aus.
||||| IN DIESER FOLGE ZU GAST ||||| 👤 [Joël Kaczmarek](https://www.linkedin.com/in/joelkaczmarek/), Geschäftsführer digital kompakt 👤 [Engin Catik](www.linkedin.com/in/engin-çatık-578887ab), Schulleiter der Friedrich-Bergius-Schule
||||| SPONSOREN ||||| 🔥 [Übersicht](https://www.digitalkompakt.de/sponsoren/) aller Sponsoren
||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Intro (00:00:48) Vorstellung und Einführung ins Thema (00:01:58) Einblicke in Engins Berufsalltag als Schulleiter (00:14:40) Punkt 1: Andere Menschen kochen auch nur mit Wasser (00:20:57) Punkt 2: Die Schattenseiten des Lebens finden einen immer wieder (00:25:57) Punkt 3: Verantwortung für Gemeinschaft als Motivation für individuellen Erfolg betrachten (00:30:29) Punkt 4: Gelassenheit an den Tag legen (00:40:27) Punkt 5: Keine Herausforderung auslassen
||||| WIR ||||| 🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin [ein Creator und Medienunternehmer](https://lnk.to/joyofjoel), der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun. 👉 Mit meinem Podcast [digital kompakt](https://digitalkompakt.de/) zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe 👉 Mit meinem Podcast [5 Dinge mit 20](https://lnk.to/5D20) zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten 👉 [In meinem Newsletter](https://newsletter.makersandshakers.club/) fasse ich dir Jeden Freitag die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten. 💛 Abonniere „5 Dinge mit 20“ auf Apple Podcasts, Spotify & Co. Wenn dir die Folge gefallen hat, hinterlasse uns bitte eine Fünf-Sterne-Bewertung! 👥 Wir streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.
Transkript anzeigen
00:00:04: Die erzählen mir natürlich, dass sich die Eltern gerade scheiden lassen oder was weiß ich?
00:00:10: Dass die Mutter an Krebs erkrankt ist und so weiter.
00:00:13: Da ist viel emotionaler Ballast dabei den die Jugendlichen auch mal rauslassen dürfen.
00:00:20: Mich beschäftigt natürlich auch das wir jedes Jahr Jugendliche ohne Schulabschluss entlassen.
00:00:24: Das macht etwas mit mir.
00:00:48: Hi-Five, Leute.
00:00:49: Hier ist Joel und heute habe ich jemanden zu Gast, der wirklich was zu sagen hat.
00:00:52: Und zwar zum einen weil er Schulleiter ist – da hören wir alle hin!
00:00:55: – und zum anderen auch, weil er weiß wie man aus schwierigen Situationen echte Chancen kreiert.
00:01:00: Und das ist der liebe Engin Schattig.
00:01:03: So ein Engin hat schon eine Berliner Schule aus der Krise geführt nämlich zuletzt die Johanna Eckschule und jetzt steht er an der Spitze einer neuen, nämlich Friedrich Bergiusschule.
00:01:11: Ich kenne vielleicht der eine oder andere von euch war ja groß in den Medien, weil es da einen Brandbrief gab.
00:01:15: Das Kollege hat gesagt hey hier muss nicht etwas tun Schlimme Zustände.
00:01:18: und er hat sich davon nicht abschrecken lassen, sondern hat gesagt komm da gehe ich hin und machs besser.
00:01:22: Und genau das tut er auch mit Klarheit Haltung echter Zugewandtheit.
00:01:25: also Ich bin immer neugierig dass er mich auch mal ein bisschen an die Hand nimmt wie man sowas wirklich in den Griff kriegt weil Die pressartikel kennen wir alle.
00:01:31: aber ich bin ja auch einmal wirklich interessiert daran Wie ist es in der praxis so was ihnen auszeichnet?
00:01:35: Ist das zum einen halt wirklich eine Führungskraft ist und zum anderen aber auch die Jugendlichen versteht?
00:01:39: Er hat auch selber migrationshintergrund hat mir schon gesagt dritte generationen Einwanderer türken türkischer herkunft.
00:01:44: er hat drei kinder er hat leistungssportfuß getrieben und will dieses Jahr den zehnten Berlin-Marathon laufen.
00:01:49: Also der hat sich was vorgenommen, der Mann!
00:01:50: Von daher freue mich total, dass du da bist und bin gespannt auf deine fünf Dinge eingehen.
00:01:54: Hallo!
00:01:55: Hey, vielen Dank für die Einladung.
00:01:56: ja ich freu' mich auch aufs Gespräch.
00:01:59: Ja und ich sag mal so rum.
00:02:00: also Du weißt wie man rennig tente Menschen in den Griff kriegt gibt immer ne keine Anleitung.
00:02:04: Ich frage für ein Freund
00:02:06: Ja erster Aspekt ist tatsächlich dem gegenüber Wertschätzung entgegenzubringen Und egal was für einen Mensch mir gegenüber sitzt erst mal zugewandt zu sein, zuzuhören und dem eine Chance zu geben sich zu erklären.
00:02:18: Ich glaube das ist so ein Grundbedürfnis von uns allen egal ob es renitente Jugendliche sind oder angenehme Erwachsene sind dass wir auf Augenhöhe miteinander kommunizieren obwohl wir nicht auf Augen höre sozusagen agieren.
00:02:31: ich als Schulleiter habe natürlich immer mehr Macht als die Schülerinnen und Schüler.
00:02:34: ich versuche sie nicht auszunutzen.
00:02:36: Das ist vielleicht noch ganz wichtig.
00:02:38: Ich stelle mir das gar nicht so einfach vor.
00:02:39: Also ich sag mal, du hast doch da wahrscheinlich so zwanzig Sekunden Zeit und dann sagt so ein Kitz zu dir, ey dicker!
00:02:46: Du bist irgendwie sass oder du bist irgendwie cringe verpiss dich keine Ahnung also... Das ist ja ne echt gnadenloses Game mit denen.
00:02:53: was ist nur so dein Trick?
00:02:55: Ist es so bisschen weil du einer von ihnen auf eine Art bist?
00:02:56: Weil du selbst sage ich mal, ich finde du hast was sehr Jugendliches in deiner Art oder woran liegt's?
00:03:01: Ja, ich glaube, ich spreche Ihre Sprache.
00:03:03: Das ist recht!
00:03:03: Also nicht nur die türkische Sprache beherrschlich oder ein paar arabische Begriffe oder auch sehr bokratisch... Ich bin halt Berliner Junge und leite eine Schule in Berlin.
00:03:14: Und ich komme durchaus auch wenn wir mal an Jugendsprache sprechen von der Straße.
00:03:18: D.h.,
00:03:19: ich glaube schon dass das hilft in der Kommunikation mit den Jugendlichen aber viel wichtiger ist andere Pädagogen und Pädagogen, die nicht in Anführungsstrichen von der Straße kommen ist die Haltung.
00:03:29: Und wenn man eben das an den Taktik was ich vorher gesagt habe dass man einfach offen ist zugewandt und fair dann geht es ganz egal ob man Mannes jung ist eine Frau ist usw.. Ich
00:03:41: hab so ein Video von dir gesehen, da läufst du durch eine Schule und guckst dir eine Schultoilette an.
00:03:46: Also irgendwie immer kaltes Wasser nur das einlagige Recycling-Toilettenpapier an der Decke hängen die Knöllchen.
00:03:53: Du gehst ja so durch und sagst, ey, das ist hier auch keine wertschätzten Umgebung, da sollt mir was dran tun?
00:03:58: Und ich habe mir das angeguckt und dachte geil!
00:04:00: Geiler Befund, so einen Detail ... Tagtäglich hältst du dich daran auf als jemand in so einer Schule.
00:04:06: Und gleichzeitig habe ich mich auch gefragt, was hast du eigentlich für den Bewegungsspielraum?
00:04:09: Weil irgendwie ist ja so keine Kohle da.
00:04:12: Alles ist so reglementiert... Was hast denn euch bewegungsfreiheit?
00:04:15: Du in Berlin sind Schulleitungen eigenverantwortlich aktiv.
00:04:18: das gibt uns einen großen Spielraum.
00:04:20: tatsächlich Wir leiten unsere Schulen ähnlich wie Unternehmen.
00:04:23: Wir haben verschiedene Budgets, wir haben Kennzahlen mit denen wir agieren und arbeiten.
00:04:27: Gewisse Dinge wie das Schulgebäude da hast du recht gehören aber zu dem Schulträger.
00:04:31: also bei uns ist es in Berlin der Bezirk der sich um dieses schulgebäudekümmern muss.
00:04:35: Aber man kann ja auch Schülerinnen und Schüler positionieren Anträge zu stellen in verschiedenen Ausschüssen und sie sozusagen gestalten lassen Und einem Jugendlichen etwas abzusprechen oder es abzulehnen In einem Ausschuss ist viel schwieriger als im nervigen Schulleiter.
00:04:50: Das heißt, ich hatte ganz viele aktive Eltern und auch Schülerinnen und Schüler die die Schulgemeinschaft dabei unterstützt haben besser zu werden.
00:04:59: Aber Spielraum gibt's!
00:05:01: Und... Ich bin nochmal neugierig weil ich habe einen Freund der ist auch Lehrer in einer Grundschule Der sucht sich gerne Problemschulen aus.
00:05:07: Ist jetzt gerade von Niedersachsen nach Berlin gewechselt Bisschen Kulturschalk?
00:05:11: Ja glaube ich.
00:05:14: Wir sind so zwei Sachen in Erinnerung geblieben, die der gesagt hat.
00:05:16: Das eine war, dass er gesagt hat ey, Joel das ist so krass mit den Schülerinnen heutzutage.
00:05:21: ich muss die teilweise wirklich anschreien weil sie haben nicht mehr die Aufmerksamkeitsspanne.
00:05:26: wenn ich den Namen sage vier mal fünfmal sechs Mal Sie reagieren gar nicht und ich finde es total traurig.
00:05:31: Ich möchte die Stimme nie anheben.
00:05:32: ich habe immer das als meine Anspruch gesehen Nicht zu schreien aber es funktioniert teilweise nicht mehr Weil die sozusagen so drüber sind So overpaste usw.
00:05:39: Und sofort Ist das wirklich so ein Realitätsbeispiel, was nah an dem ist?
00:05:43: Was du auch erlebst.
00:05:43: Auf jeden Fall!
00:05:44: Beste Frühjahr haben wir tatsächlich vor den Sommerferien... Ich als Lehrer zum Beispiel auch mal einen Film gezeigt.
00:05:49: Wenn Du heute ansagst Wir gucken Filme vor den Winterferien Sagen sie alle nirgends viel zu langweilig und dauert Zu lange.
00:05:54: Also die Aufmerksamkeitsspanne von der Sprichs, die ist definitiv spürbar weil sie eben nur noch nach oben scrollen und sich diese Shorts angucken auf welchem sozialem Medium auch immer.
00:06:04: Ich glaube schon dass wir da ganz viel Nachholbedarf haben.
00:06:07: es gibt nicht umsonst diese ganzen Tendenzen Handyverbote an Schulen durchzusetzen und Jugendlichen irgendwie bis zum sechzehn Lebensjahr auch soziale Medien zu verbieten.
00:06:16: dann kommt noch hinzu Die Heterogenität in den Klassen ist gerade im Berlin viel größer als noch vor einigen Jahrzehnten.
00:06:23: Und dem gerecht zu werden, als einzelne Person, ist nahezu unmöglich.
00:06:30: Was machst du dann?
00:06:32: Erst mal meinen Kollegen beruhigen und ihnen sagen dass sie gute Arbeit leisten und das eben die Heterogänität große Herausforderungen mit sich bringt.
00:06:42: Das führt erst mal dazu, dass sie sich entspannen und nicht die ganze Zeit beobachtet fühlen.
00:06:47: Und leisten müssen!
00:06:49: Sie leisten eh schon viel... Du kannst mir glauben, diejenigen, die diesen Lehrerberuf korrekt und wissenschaft ausführen, das ist ein Knochenjob.
00:06:58: Diejenigen, von denen man manchmal spricht haben ja nachmittags mal Freie und Ferien.
00:07:02: Davon gibt es sicher auch einige wie in jeder Berufsgruppe.
00:07:05: aber ansonsten müsste man echt meine Lanze brechen für die Lehrkräfte weil die ackern echt ohne Ende und gerade wie du schon ansprichst an so einer Großstadt und an so eine Herausforderung in Schule wie unserer.
00:07:16: Ich glaube ist eine der Burnoutgefährdetzen Berufssparten zusammen mit wahrscheinlich Pflegekräften und so.
00:07:21: Wir bleiben nochmal ganz kurz dabei also deine fünf Dinge machen wir natürlich gleich nicht vergessen.
00:07:25: Ich habe mir ganz einen Punkt gerade angesprochen, das Thema Smartphone auch.
00:07:30: Ich hab demnächst auch den Daniel Wolff hier zu Gast im Podcast der dieses Buch geschrieben hat allein mit dem Handy ich habe das gelesen bei seit, weiß nicht, so einheitsechsten siebzig oder sowas.
00:07:39: Das ist ja ein Horrorszenario, was der über Handynutzung schreibt.
00:07:41: Der nennt das digitale Verwahrlosung und ich finde es stimmt!
00:07:44: Er hat so beschrieben dass die Gen Z irgendwie so die Generation Angst ist weil wir da irgendwie dabei sind in der echten Welt dauernd zu pämpern, zur Helikoptern.
00:07:53: Die Eltern verliegen immer um die rum Und in der virtuellen Welt helfen wir ihnen aber überhaupt Und sie sind so völlig verloren.
00:07:58: Also wir reden da irgendwie von Handysucht, Videospielesucht Wir reden irgendwie von Leuten die den Nachstellen im Internet, wir reden von Mobbing und so weiter und sofort.
00:08:05: Man muss ja nicht immer das Glasheit leer sehen Ja gibt auch gute Seiten Aber was die armen Kids da aushalten ist glaube ich schon richtig richtig krass.
00:08:12: Deswegen bin ich mal neugierig Was so deine Haltung zum Thema Smartphone Digitalisierung und Co.
00:08:16: es wenn's um Kinder und Schüler geht?
00:08:21: einem gewissen Alter ermöglichen.
00:08:22: Ich bin eigentlich gar nicht so dafür, dass wir das Gerät verteufeln.
00:08:25: Darum geht es mir gar nicht!
00:08:27: Aber den Umgang in so einem großen System wie Schule zu finden der eben sinnvoll ist, der ist noch nicht möglich und Eltern sind ja auch schon längst überrannt oder überholt.
00:08:37: ich mache da mal ein Beispiel Wir haben hier dieses Handyverbot und wenn Schüler oder eine Schülerin das Handy benutzt dann muss es abgegeben werden Und die Eltern müssen uns hier in meinem Büro wieder abholen.
00:08:49: Lassen Sie das Handy gerne zwei Wochen im Safe, weil ich den Kampf zu Hause verloren habe.
00:08:55: Und dann sagen die Eltern sowas wie Ich kämpfe auf Ihrer Seite.
00:08:58: dabei denke ich Nee, nee!
00:08:59: Das ist Ihr Kampf und ich kämpf auf ihrer Seite.
00:09:01: also ich unterstütze sie.
00:09:02: Also ich bin schon dafür dass wir da noch ein bisschen mehr reglementieren.
00:09:06: Am liebsten wäre mir natürlich wenn mit dem Umgang damit lernen und aus dem Fach ITG heißt es in Berlin Informationstechnischer Grundkurs glaube ich Sowas wie Digitale Mündigkeit machen.
00:09:17: Also wir müssen ihn ja auch antrainieren, sie müssen ja auch lernen dürfen wie man damit umgeht.
00:09:21: Im Übrigen ja auch wir Erwachsenen.
00:09:23: also ich würde es auch nicht wie du sagst unbedingt verteufeln.
00:09:26: aber ich sehe aktuell eher Nachteile als Vorteile gerade in der Jugend.
00:09:30: So, und jetzt hatte ich ja eben meinen Freund schon angesprochen.
00:09:32: Und die zweite Sachen, die er mir mal erzählt hat... Es ist ein bisschen populäres Thema, aber ich finde sollten wir aufpassen weil so Islam-Feindlichkeit etwas groß ist.
00:09:39: Aber hat auch zu mir gesagt in seiner alten Schule war es so hättest du da die Lehrendenschaft gefragt?
00:09:44: Jede Person hätte gesagt dass der islamen Problem ist, sodass der eigentlich als Sektor eingestuft gehört.
00:09:48: solche Sachen höre ich dann da!
00:09:49: Und das nehme ich da ernst, weil das jetzt niemand ist der da munter AfD wählt sondern dass jemand ist der wirklich an der Front ist und Gutes leisten will und halt mir beschreibt was für Probleme er teilweise hat.
00:09:58: also hat ganz oft natürlich mit dem Schlechtern zu tun, dass die Mädchen da irgendwie so ein bisschen anders organisiert sind als die Männer.
00:10:04: Also klar ist das Beispiel, weil es immer der Ey ich lasse dann auch die Jungs bei mir halt mal den Schulaufräumdienst machen und die rebellieren am Anfang aber da gibt's kein Vorbeikommen.
00:10:11: Ich bin mal neugierig!
00:10:12: Ist ja auch deine Religion?
00:10:14: Wie erlebst du das?
00:10:15: Ist das so'n Problem wie es auch in den Medien gerne mal stylisiert wird?
00:10:18: Ja, ich würde da lieber als Ethik-Lehrer darauf antworten.
00:10:20: Ich habe Ethik und Philosophie studiert unter das Recht – ich bin selber im muslimischen Glaubens.
00:10:24: aber das könnte dann komisch rüberkommen weil ich sozusagen die Religion verteidige.
00:10:28: Darum geht es mir gar nicht.
00:10:29: Mir ist es nur wichtig dass wir keine pauschale Antworten finden, dass wir differenzieren, weil es in jeder Weltanschauung definitiv Dinge gibt, die wir als Gesellschaft nicht gut finden ja?
00:10:41: Und der Islam spielt eine Rolle weltweit und wird immer wenn er dann in der Berichterstattung genutzt wird schwarz hinter verlegt und dunkel dargestellt.
00:10:50: Und ich weiß nicht, ob du mich bedrohlich findest?
00:10:52: Ich würde mich nicht als bedrohlig oder aggressiv beschreiben.
00:10:55: Ich glaube vielmehr dass es eine differenzierte Debatte braucht.
00:10:59: ja und die Schülerinnen und Schülern die du angesprochen hast Die nehmen natürlich gewisse Strukturen und Werte von zu Hause aus mit.
00:11:07: Das heißt aber nicht, dass sie ausschließlich mit dem Islam verbunden sind.
00:11:10: Weil wenn wir in ärzkatholische Haushalte gehen da gibt es auch ein sehr strenges Rollenbild was uns aber aktuell auffällt weil's natürlich auch etwas Fremdes oder was anderes ist obwohl das nicht mehr sein dürfte nach sechzig Jahren Einwanderungsland uns immer wieder auffällt.
00:11:24: Aber auch da müssen wir differenzieren, weißt du?
00:11:26: Du hattest angesprochen ich bin dritte Generation türkischer Einwanderer aus den Sechzigern und das ist was anderes als wenn wir von jemandem sprechen der jetzt vor dem Bürgerkrieg in Syrien fliehen musste.
00:11:37: natürlich habe ich Werte verinnerlicht weil ich deutscher bin die mit unserer Grundordnung vereinbar sind und Jugendliche oder junge erwachsene männlich-oderweiblich Ländern groß geworden sind, wo andere Werte eine Rolle spielen.
00:11:50: Die muss man natürlich auch erst mal abholen und das dauert Generationen eher, wenn man das abgleicht.
00:11:55: Und deswegen würde ich sagen der Islam ist per se überhaupt keine bösartige Religion ganz und gar nicht sondern ich glaube wir müssen einfach Werte miteinander abgleichen.
00:12:03: Wie machst du das denn?
00:12:04: Also was siehst du dann als eure Chance in der Schule auch solche Werte zusammenzuführen und zu sagen du pass mal auf Cooler Typ, wo du herkommst.
00:12:11: Geil!
00:12:12: Feier ich.
00:12:13: aber hier gibt es auch noch ein paar andere Sachen.
00:12:14: die will ich dir jetzt mal erzählen.
00:12:15: Hör mal zu zack, zack und dann bring's dir mal... weißt du was?
00:12:17: Ich meine so dieses Metidieren von beiden Seiten.
00:12:19: Ja also zuallererst ist mir wichtig dass ich sie sozusagen nicht abwärte.
00:12:25: da mache ich auch gerne Beispiel.
00:12:26: weiß ja in meinem Büro hier liegt eine Geige Und ne Geige ist ein schönes Instrument.
00:12:31: wenn man das spielt und Jugendlicher hier ankommt und sagt ich will Geige oder Klavier ist unsere erste Reaktion toll super was du da spielst.
00:12:37: Und es gibt auch Instrumente aus sozusagen türkischen oder arabischsprachigen Raum, die SAS zum Beispiel.
00:12:43: So eine größere Bauchgitarre oder wie auch immer man dazu sagt und das eben dann nicht abzuwerten und zu sagen ey cool!
00:12:50: Das hat auch seinen Wert und dass du solch ein Instrument spielst ist toll.
00:12:55: ich glaube über diese Sprache und über dieser Aspekte kommen wir viel schneller zusammen als immer erst mal darüber sprechen was uns trennt.
00:13:03: Und dann können wir gerne aber auch darüber sprechen, was ich als Schulleiter – ich leite nur meine Behörde in Deutschland von Ihnen erwarte und da bin ich auch recht klar in meinen Ansagen.
00:13:12: Ich bin ja nicht als Privatpersonen, ich bin ja kein muslimischer Schulleitor sondern ich bin Schulleitern einer Berliner Schule in Deutschland.
00:13:20: Da ist erstmal mein Glaube spielt dabei gar keine Rolle so wie bei anderen Kolleginnen und Kollegen die eben christlichen Glaubens sind oder ateistisch sind, da spielt es ja auch keine Rolle.
00:13:29: Aber mir ist einfach wichtig dass wir die Jugendlichen wie auch immer sie geartet sind groß klein dick dünn muslimisch jüdisch christlich trans heterosexual homosexuell einfach so annehmen wie Sie sind.
00:13:42: Was heißt das wenn du sagst ich bin immer sehr klar also wie sieht man das im Alltag aus?
00:13:45: Ja ich mach mal Beispiel überhaupt nicht dafür, dass wir Mädchen vom Sportunterricht befreien.
00:13:52: Manchmal kommt das wenn man sagt ja, meine Tochter trägt einen Kopftuch und möchte nicht mit Jungs in der Sporthalle Sport haben dann bin ich ganz klar und sage, ein Sportunterrecht ist an einer Berliner Schule oder deutschlandweit eben einfach was in der Stundentafel vorkommt und Pflicht ist.
00:14:08: sie können ihr ihre Tochter oder ihr Kind davon nicht befreien.
00:14:12: Und das meine ich mit Klarheit.
00:14:13: und da geht es mir gar nicht darum, denen das Leben schwer zu machen oder insbesondere strengen oder sowas zu sein sondern einfach nur fair allen Menschen gegenüber ja?
00:14:23: Mir ist einfach wichtig dass das Kind auch die Möglichkeit hat Sport zu treiben!
00:14:26: Ja ganz egal... Es gibt tolle Sportkobb-Tücher.
00:14:30: Komm dann starten wir jetzt aber mal mit dir.
00:14:31: also fünf Dinge, die du gerne schon mit zwanzig groß bist.
00:14:33: wie alt bist denn du?
00:14:33: by the way
00:14:34: Ich bin neununddreißig geworden vor zwei Wochen.
00:14:38: Oh ja, dann noch nachträg ich alles Gute
00:14:39: und
00:14:41: lassen wir jetzt also fast zwanzig Jahre hier ein bisschen auf eine Art Revue passieren.
00:14:43: Was ist denn so?
00:14:44: das erste Ding was du gerne schon mit Zwanzig gewusst hättest?
00:14:46: Ich würde es bezeichnen, dass andere Menschen kochen auch nur mit Wasser!
00:14:49: Und das hat durchaus mit meinem migrantischen Selbstverständnis zu tun.
00:14:54: und als Zwanzigerjährige erstmal nun mal in der Identitätsfindung und in der Charakterbildung und die Frage, die dahinter steckt, bin ich gut wie ich bin.
00:15:06: Ja, also bin ich ausreichend.
00:15:08: Kann ich genau dasselbe leisten wie Menschen die zum Beispiel kein Migrationshintergrund haben.
00:15:14: aber es kann auch ein ganz anderes Merkmal sein ja?
00:15:17: Es geht nicht um kulturelle Aspekte Aber das ist etwas was ich mit zwanzig gerne gewusst hätte in dem Vergleich mit der Peer Group eben zu wissen Wie gesagt auch die Struggeln und haben die eine oder andere Herausforderung mit der sie zurechtkommen müssen Im Gegenteil sogar, dass meine migrantische Herkunft oder auch meine milieubedingte Herkünfte eine Chance sein kann.
00:15:42: Weil ich die auch zum Positiven um widmen und nutzen kann in der Kommunikation mit Menschen, in der sozialen Interaktion... Also das hätte ich, glaube ich, gerne gewusst.
00:15:52: Ja, ich überleg gerade... Ich denke, dass es sogar noch viel wichtiger wird für die Generationen, die jetzt groß wird weil sie natürlich diesen Vergleich auf einer ganz anderen Skalierung hat.
00:16:01: also die machen Social Media auf und jetzt wird's ja noch schlimmer.
00:16:03: Jetzt kommen dann den nächsten ganzen KI-Freundinnen und KI-Freunde Dann sehen die auf einmal völlig perfekt aus dem Menschen.
00:16:09: also da ist ein ganz anderer Druck jetzt drauf.
00:16:12: Ja, absolut.
00:16:13: Und genau darum geht es eben zu verstehen dass vieles was wir sozusagen ja präsentieren und in die Außenwelt hinaus Posaun natürlich positiv dargestellt ist.
00:16:24: Die wenigsten Menschen sprechen über ihre Herausforderungen oder Dinge die sie beschäftigen.
00:16:29: Du hast vollkommen recht und das merke ich übrigens auch an der Schule.
00:16:32: Also das Jugendliche in dem Vergleich im Prinzip immer verlieren, weil sie sich mit den vergleichen die High End eben in den sozialen Medien sind und die eben vorbereitet sind, präpariert sind wo sich Leute im Hintergrund arbeiten.
00:16:46: Und das zu verstehen ist auch meine Aufgabe als Schulleiter.
00:16:49: ich hätte es gerne vorher verstanden aber sollten wir unsere Jugend mitgeben.
00:16:55: Wir machen ja auch den Fehler, dass wir uns oft nur auf einem Punkt vergleichen.
00:16:59: Also wie viel Follower hat der?
00:17:02: Wie viele Likes hat sie?
00:17:04: und du weißt aber gar nicht was steht dahinter?
00:17:06: oder hat er sich dafür getan?
00:17:08: Welchen Preis zahlen die Leute dafür?
00:17:10: Das merke ich irgendwie immer.
00:17:11: geht das auch so?
00:17:12: Bin ich ganz bei dir zumal die wichtigste Kennzahl ist ja gar nicht sichtbar.
00:17:15: wie zufrieden ist ein Mensch?
00:17:17: Ja das ist ja gar nicht spürbar, also über sozusagen soziale Medien aber auch nicht mal in einem Gespräch wenn ich so zu sagen aus der virtuellen Welt rauskomme.
00:17:26: Ich weiß ja gar nichts wie zufrieden Mensch ist.
00:17:29: er mir in dem Moment erzählt dass er letzten Monat weiß ich nicht, in seinem Job so und zu viel Bonus-Gelder erhalten hat oder diese Zielerreichung erfüllt hat.
00:17:37: Und deswegen ein dreizehntes Monatsgehalt oder ähnliches bekommt.
00:17:41: Das sind irgendwie eben nicht die Kennzahlen, die eine Rolle spielen sollten.
00:17:44: So wie du gesagt hast, Follower sollte auch nicht die Kenntzahl sein, die darüber entscheidet, wie ich mich zu den anderen verorte, sondern zur Friedenheit.
00:17:53: Jetzt kommen wir mal auf deinen Satz zurück also andere kochen auch nur mit Wasser.
00:17:55: Wie bribeligst du das denn deinen SchülerInnen bei?
00:17:58: Also wie vermitteltest du denen denn zu sagen, guck mal Atmen locker durch die Hose, wir machen mal die Horizont ein bisschen weiter.
00:18:05: Und jetzt lass uns da mal genau hinkucken was machst du?
00:18:08: Also ich versuche immer wieder Begegnungen mit der Außenwelt zu organisieren.
00:18:12: wie gesagt in einer neuen Schule noch nicht so viele aber an der alten Schule hatten wir zum Beispiel sogenannte politische Grillfeste.
00:18:18: Da gab es eine Grillwurst vegan oder geflügelt und dann wurden die Politikerinnen und Politiker mit Fragen gegrillt.
00:18:25: Das war ein Wortspiel und es hat den Jugendlichen echt Spaß gemacht.
00:18:29: Und ich habe die Jugendlichen nicht darauf vorbereitet, sondern sie haben in der Begegnung mit dem Erwachsenen festgestellt dass die bei gewissen Fragen auch schwimmen und darüber nachdenken müssen was sie antworten sollen.
00:18:42: Ein Schüler hat mal gefragt, den jetzigen Bezirksprogrammeister lügen Politiker eigentlich oft Ja, das ist so ein Klassiker und dann wurde ich ganz schief angeguckt.
00:18:50: Das war nicht böse gemeint!
00:18:51: Ich habe ein gutes Verhältnis zu dem Kollegen aber es war so.
00:18:55: ne die Frage kommt nicht nur von mir sondern von den Jugendlichen.
00:18:58: Die sind wirklich daran interessiert zu hören was diese Erwachsenen sagen und ich glaube dann schwimmt man auch erst mal.
00:19:03: Es ist mir viel lieber als wenn ich den Jugendliche Fragen vorbereitet, die sie nicht sozusagen interessieren.
00:19:10: Sondern nur das was wir Erwachsenen wieder in Form des Adultismus von ihnen erwarten.
00:19:15: Ein
00:19:15: bisschen endmystifizieren eigentlich, dass du mal den Blick hinter einen Vorhang ermöglicht?
00:19:19: Ja zumal dann diese Personen auch häufig darüber berichten und davon berichten, dass sie keinen gradlinigen Weg hatten sondern durchaus eben zum Beispiel auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur gemacht haben oder erstmal was wir jetzt ich gejobbt haben und gar keine Ausbildung begonnen haben, sondern einfach mal geschaut haben in welche Richtung es geht.
00:19:38: Und das sollen Jugendliche auch hören!
00:19:40: Die denken ja häufig wie Erwachsenen wussten von Anfang an, was wir werden wollen, in welcher Richtung esgeht – und wir haben immer Erfolg gehabt, was ja großer Quatsch ist.
00:19:47: Und das sollen Jugendliche eben hören und nicht immer so in einem Unterrichtssetting, sondern in der Begegnung die informeller Natur ist.
00:19:54: Es
00:19:54: gibt doch auch, glaube ich, ein afrikanisches Volk wo die Männer mal für zwei Wochen in den Kleidern der Frau rumlaufen müssen um zu spüren wie sie ihr Alltag ist.
00:20:03: Ich finde manchmal hätte sowas auch gut weil ich gerade darüber nachdenke.
00:20:06: weißt du wenn man so einen migrantischen Hintergrund hat kennt man das vielleicht dass man keinen Arzttermin kriegt oder bei Wohnungssuche übergangen wird?
00:20:13: Wenn man irgendwie so'n Bonzer aus Berlin-Zehlendorf Wenn
00:20:29: man an die Uni geht zum Beispiel und niemand in der eigenen Familie im sozialen Umfeld fragen kann, wie man sich seine Module zusammenbaut.
00:20:37: Das klassische Beispiel ist eine Form der Überforderung.
00:20:40: In der Alulissenz muss man versuchen, sich selbst zu organisieren ob Vater, Mutter, Onkel, Tante was auch immer.
00:20:49: Ist das schon eine Herausforderung?
00:20:50: Aber das ist kein kultureller Aspekt, es kann auch eine Milieu-Frage sein.
00:20:53: Wenn man der Erste studiert und die Erste in Abitur hat ...
00:20:58: Spannender erster Punkt.
00:20:59: Was ist denn der Zweite?
00:21:00: Der zweite lautet ..."Die Schattenseiten des Lebens finden einen immer
00:21:03: wieder.".
00:21:05: Klingt pessimistisch!
00:21:07: Ist gar nicht so gemeint aber... Als zwanzigjähriger hätte ich gerne gewusst, dass eben die Stattenseiten wiederkommen und es kann ganz viele Bereiche betreffen.
00:21:16: Ob's der private Bereich ist oder ob das berufliche Umfeld ist, ob es Freunde sind, Familie ist... Ich glaube schon, dass man an ganz vielen Stellen mehr Dankbarkeit zeigen sollte und auch als Zwanzigjähriger schon dankbar sein sollte dahingehend, dass Man gesund ist in Deutschland lebt, im Land lebt wo eben kein Krieg ist wo es uns noch recht gut geht.
00:21:40: Es gibt sicherlich Personen, die das anders beantworten würden aber insgesamt uns noch gut geht oder mir, ich spreche mal von mir, mir gut geht und ich glaube eben schon, ich bin neunundreißig und habe hoffentlich noch einige Jahrzehnte vor mir und die Schattenseiten werden schon wieder auftauchen da bin ich mir ziemlich sicher und darauf vorbereitet zu sein Widerstandsfähigkeit der vergangenen Jahre, die man so aufgebaut hat zu nutzen um dann mit diesen Tätern umzugehen.
00:22:10: Da steckt ein Stück weit auch das Thema Resilienz drin?
00:22:12: Wie ist es dir denn so gelungen Resilience aufzubauen?
00:22:15: Ja also definitiv.
00:22:16: ich würde sagen Ich habe weitaus schlimmere Tage gesehen als sie heutigen Auch wenn ich jetzt eine der bekanntesten Schulen und vielleicht auch problembelasteten Schulen Deutschlands Berlins wie auch immer leite.
00:22:27: Ich glaube dass sozusagen Das groß werden in einer Großstadt in einem sozial schwachen Milieu ein auf viele Dinge des Lebens vorbereitet.
00:22:38: Das habe ich erlebt bei einer alleinerziehenden Mutter, ich hab drei Geschwister also wir waren vier Kinder und das macht etwas mit einem und ich glaube dass sorgt dafür dass man viele Situationen die andere Menschen als Problem bezeichnen würden eher als Herausforderung sieht oder eine weitere Hürde die man überspringen muss.
00:23:01: Ja, aber was würdest du denn sagen?
00:23:03: Du hast ja wahrscheinlich auch viele Menschen um dich rum gehabt die in einem ähnlichem Milieu groß geworden sind wie du.
00:23:07: Was ist so dieser Make-it oder Break it Moment weil dir einen stützen ab werden drogensüchtig kriegen keine Karriere hin sind unglücklich und die anderen wie du gehen voran schaffen Lösungen Und gehen eher gestärkt daraus vor.
00:23:18: also was hast du so ein Rezept was du vermutest?
00:23:21: Oder es ist manchmal einfach Glück.
00:23:22: Es ist definitiv glück das kann ich ganz klar sagen.
00:23:25: gewisse gelingensbedingung kann Ich gar nicht beeinflussen die Begleitung auf dem Weg der Schule oder des Bildungswegs.
00:23:35: Das heißt, die Person, die ich kennenlernen durfte als Lehrerin oder Lehrer, die mich eben nicht abgestempelt haben oder mich nicht diskriminiert haben ... im Gegenteil mir eine Chance gegeben haben.
00:23:47: Ganz viele andere Menschen, auch mit migrantischen Wurzeln oder aus einem sozialen Schwachmilieu, haben das anders erlebt und deswegen spreche ich definitiv von Glück.
00:23:55: Ich hatte das Glück um Menschen zu begegnen die mir eine chance gegeben haben.
00:24:00: dann habe ich die kognitiven Fähigkeiten würde ich sagen.
00:24:02: Ich bin rigoros optimistisch.
00:24:04: also ich bin ganz radikal optimistische.
00:24:07: Ich kenne wie gesagt bald aus schlimmeren Tage als sie heutigen die Situation lösbar ist.
00:24:16: Und dann kommt noch hinzu, dass jetzt bei mir ganz persönlich ich Erfolg generiert habe in einem Feld und das war eben Fußball.
00:24:22: Ich glaube, dass man schon als Kind und Jugendlicher ein Feld braucht wo man neben der Frustration, die man vielleicht in Familie oder in Schule oder wo auch immer erlebt, Erfolg generieren kann.
00:24:34: Das stärkt das Selbstbewusstsein um dann Widerstandsfähigkeit auf den Bericht zurückzukommen zu entwickeln.
00:24:41: Hast
00:24:41: du abschließend noch so ein Rezept?
00:24:43: Weil du gesagt hast, du bist sehr optimistisch.
00:24:44: Du hast selbst schon dunkle Seiten erlebt was dein Weg ist um mit schwierigen Situationen gut umzugehen.
00:24:49: also Optimismus aber den will man sich ja manchmal vielleicht auch erarbeiten.
00:24:52: Hast du noch sowas abschließen?
00:24:54: Also auf jeden Fall die Herausforderung anzunehmen geht gar nicht anders.
00:24:59: Dem aus dem Weg zu gehen halte ich nicht für sinnvoll, egal welche dunklen Seiten man dann durchschreiten muss aber die Herausforderungen einfach dazu und das müssen auch unsere Jugendlichen erfahren.
00:25:09: Ich weiß nicht ob das ein persönliches Ding von mir ist, aber ich ertappe mich manchmal auch dabei.
00:25:12: Man tut ja Kindern keinen Gefallen wenn man sie vor schlechten Erfahrungen beschützt, aber irgendwie in meiner Generation versucht man das öfter habe ich den Eindruck oder?
00:25:20: Ja und das ist voll nachvollziehbar es geht mir bestimmt auch so, aber das kann ja auch Kleinigkeiten sein in denen sozusagen dem Kind Zutrauen schenkt, weiß ich nicht.
00:25:31: Der Schulweg den man alleine macht oder das Zimmer dass sie sich teilen sollen obwohl man vielleicht genug Platz hätte und sagen könnt ihr davon euch keinen Zimmer bekommen?
00:25:40: Ich mache das zum Beispiel bei meinen Söhnen nicht.
00:25:42: die werden sich möglichst lange in ein Zimmer teilen und sich immer wieder streiten um in diesen Konfliktsituation zu merken dass man Kompromisse eingehen muss.
00:25:50: ja ich will nur sagen ich glaube wir Eltern egal aus welchen Milieu haben großen Einfluss darauf wie Kids mit ihren Konfligten umgehen.
00:25:57: So, zwei Punkte haben wir.
00:25:58: Was sind denn Dritter?
00:25:59: Ja Dritter ist Verantwortung für Gemeinschaft als Motivation für individuellen Erfolg zu betrachten.
00:26:05: Uns alle treibt ja was an und ich glaube wir wollen alle individuell erfolgreich sein egal im welchen Bereich.
00:26:12: es muss nicht immer beruflich sein aber ich habe mich manchmal schlecht gefühlt sozusagen dass ich ein ehrgeiziger Mensch bin.
00:26:20: Ich habe mich dann manchmal schlecht geführt, weil ich einen Ehrgeiz habe der mich antreibt bis ich verstanden hab dass es wirklich eine hohe intrinsische Motivation ist.
00:26:31: die Verantwortung für Gemeinschaft zu übernehmen und Gesellschaft mitzugestalten.
00:26:35: Und das kann man dann sozusagen in Einklang bringen, also ich würde diese Klammer größer setzen weil individuellen Erfolg den finde ich per se gar nicht negativ und Ehrgeiz auch nicht.
00:26:45: Mir geht es darum zu verstehen aus welcher Motivation heraus man Ehrreiz
00:26:49: generiert.".
00:26:52: in der Gegenwart viele Menschen vor Verantwortung irgendwie zurückschrecken.
00:26:55: Also ich würde sogar sagen, ich nenne es immer emotionale Geisterfahrer.
00:26:59: ganz oft machen Menschen was falsch, benehmen sich schlecht und dann werden die zum emotionalen Geister-Fahrer indem sie dann andere Leute beschimpfen den Vorwürfe machen wenn sie ertappt werden oder darauf angesprochen.
00:27:08: also ich finde das so ein Problem gerade dass gerade Menschen keine Verantwortung heutzutage mehr übernehmen.
00:27:13: geht das auch so?
00:27:14: bin ich ganz bei dir.
00:27:15: Und als Führungskraft in der Schule kann das beeinflussen, bezogen auf mein System hier vor Ort, indem wir – das kennst du auch – eine Fehler- und Feedbackkultur leben.
00:27:24: Ich habe überhaupt keine Schwierigkeiten damit zuzugeben, dass ich was falsch gemacht habe.
00:27:29: Auch vor der versammelten Mannschaft, wenn ich etwas falsch gemacht hab, dann sollen meine Kolleginnen und Kollegen verstehen, dass es in Ordnung ist, das mal anzusprechen.
00:27:38: Weil dann können wir drüber reden... Ich hab mich offenbart, ich übernehme Verantwortung.
00:27:44: Mach's mindestens das nächste Mal besser.
00:27:46: oder sorge dafür, dass der Fehler behoben wird?
00:27:49: Ich glaube schon, dass wir da einen großen Einfluss auf unsere Teams haben – du auf dein Team und ich auf mein Team!
00:27:54: Und dann diese Menschen ... Es geht nicht nur um Jugendliche sondern auch eben um meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verantwortung hineinwachsen zu lassen.
00:28:03: Aber was macht das mit dir, wenn du das manchmal erlebst?
00:28:05: Berlin ist doch da so ein Kessel für.
00:28:08: Neulich hat mir jemand erzählt in Frankfurt, wo unter die allerdings ... Die hat rote Haare und dann beschrieb sie mir die Situation wie ihr einer vor der Nase den Parkplatz wegglaute.
00:28:17: Und dann hat es irgendwie ausgestiegen, hat gesagt so Du isst eine echt effiziente Strategie, halt aber echt rücksichtslos ne?
00:28:24: Ja!
00:28:24: Dann keifte er die an.
00:28:25: Sie soll die Fresse halten, sie hat Glück dass er ihnen keine runter haut.
00:28:29: So wie jemand wie sie hätte sie mal früher verbrannt wegen den roten Haaren Und das meine ich ist so und ganz ehrlich.
00:28:35: in der Art könnte man in Berlin glaube ich auch zig Beispiele finden, ne?
00:28:38: So Leute irgendwie sich daneben.
00:28:40: Ich habe mal jemanden gehabt die hat eine Hunde Kacke aufs Fettsterbrett von ihm gelegt und als ich ihn angesprochen hab hat die Frau dann zu mir gesagt ob ich aus dem Osten sei was ich mich anstelle.
00:28:49: Wie geht es mit dir?
00:28:50: wie verdaust du solche Dinge?
00:28:53: Kommt auf meine Tagesform an, muss ich ganz ehrlich sein.
00:28:55: Also wenn ich einen harten Tag hatte, dann flaumig bestimmt zurück.
00:28:59: Wir Berliner sind auch nicht gerade bekannt für unsere Bescheidenheit oder wir haben eben eine Berliner Schlauze.
00:29:04: Ja die kommt da noch mal raus aber... normalen Tag habe, bin ich eher jemand der da entspannt drauf reagiert.
00:29:10: Vor allem wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin ja auch Vorbild für die bin und nicht will dass sie die ganze Zeit andere Menschen anflommen.
00:29:17: aber passiert hier auch weil es erst letztens auf dem Parkplatz eines Supermarkts gibt's ja auch so Familienparkplätze und dazu ein fettes Motorrad geparkt.
00:29:28: Es waren älteres Ehepaar die haben sich hingestellt So ein Familienvan und war echt schwer.
00:29:35: Ich war mit meinen drei Jungs unterwegs, dann ist es mal ganz praktisch sozusagen mit den dreien gleich am Eingang zu sein Und da habe ich tatsächlich die Person darauf angesprochen So ähnliche Reaktionen wie die, die du beschrieben hast.
00:29:48: Also im Sinne von ja wir haben auch Kinder, die sind nur erwachsen ist doch ein Familienparkplatz.
00:29:52: Wir haben selber eine Familie.
00:29:53: Ja ich habe das schon verstanden was du da sagst und was du von dir gibst Aber jedoch darum dass es eben Familien sind wo die Kinder noch klein sind.
00:30:01: dann also auch mit den Kids oder diesen Menschen zu sprechen einfach zu spiegeln Ja man, ich will dir gar nichts Böses.
00:30:10: Aber scheinbar hast du nicht verstanden wie hier die gesellschaftlichen Geflogenheiten sind unter uns?
00:30:15: Ich bin dann schon jemand der auch ein Spruchauflage hat aber in der Regel deeskalierend ist.
00:30:20: Aber ich mag dein Berliner Akzent dabei das machst du nochmal gut Verlauenschappen!
00:30:24: Sehr gut!
00:30:28: So beim Vorletzen sind wir schon.
00:30:31: Ja Gelassenheit an den Tag legen Das ist etwas was mich als zwanzigjähriger sicherlich besser durch die Welt gebracht hätte und auch jetzt immer noch für mich ein Lernprozess ist.
00:30:46: Gelassenheit an ganz vielen Stellen, wie gesagt einmal das loslassen aber eben auch in der sozialen Interaktion.
00:30:54: häufig wenn wir Konflikte erleben nehme ich das sowohl war dass die Aussagen desgegenübers viel mehr über den aussagen als über mich.
00:31:02: ja wenn dann jemand mich anschreit zum Beispiel wir hatten dieses Parkplatzbeispiel dann da jemand irgendwie so gestresst ist und nicht mal den Hinweis akzeptieren kann, dass das ein Familienparkplatz ist.
00:31:15: Und zwar ich war superfreundlich!
00:31:16: Ich war da überhaupt nicht abwertend... ...und dann aber zurückflaumt.
00:31:20: Dann sagt es wie gesagt sehr viel über diese Person aus, wie gestresste sie gerade in dem Moment ist.. ..und viel weniger über mich.
00:31:27: Da gibt's mehrere Beispiele.
00:31:29: Das sind's dann einmal tiefer reingegraben.
00:31:31: Das finde ich weise uns gefällt mir.
00:31:33: Es fällt halt auch manchmal so schwer ne?
00:31:35: Wie hast du denn dafür einen Zugang
00:31:36: zugefunden?!
00:31:38: Ja, auch sehr individuelle Erfahrungen.
00:31:40: Ich mache da mal ein Beispiel aus meinem Kollegium.
00:31:43: Meine Söhne haben muslimische Namen.
00:31:45: Sie heißen Junus und Yassin Und ich hatte mal einen Kollegen der mich gefragt hat.
00:31:52: Erstmal war es sehr sachlich Du Engin, warum heißen deine Kinder eigentlich nicht Christian oder Dennis?
00:31:56: So bist du doch super integriert.
00:31:58: Wenn ich nach Kanada ausgewandert wäre hätte ich meine Kinder auch.
00:32:02: Ich kann mich jetzt an die Namen nicht mehr erinnern aber ich mach mir ein Beispiel Christopher und Jason genannt Und da war ich nicht gelassen, sondern ich fühlte mich irgendwie angegriffen und diskriminiert.
00:32:13: Ich habe dann nicht geantwortet oder gut geantwortete und war eben nicht gelassend.
00:32:18: aber am liebsten hätte ich ihm gesagt dieser Vergleich der hinkt die Frage ist ob du deine Kinder in Saudi Arabien Mohammed und Murat genannt hättest oder Mohammed und Aisha.
00:32:27: Das wäre ein Vergleich der passend ist, weil es um Kultur geht.
00:32:32: Ich will sozusagen die Kultur meiner Vorfahren auch wertschätzen, weil's ja auch ein Teil meiner Identität ist.
00:32:37: und trotzdem bin ich ein integrierter Mensch – Der Begriff ist schon relativ falsch!
00:32:41: Ich bin Gebültiger Berliner als der vorhin hier hört ne?
00:32:44: Das heißt...ich bin Deutscher!
00:32:46: Also diese Integrationsbegriffe auf mich zu beziehen ist völlig absurd Und da konnte ich als zwanzigjähriger nicht die notwendige Gelassenheit an den Tag legen, sondern fühlte mich eben auch diskriminiert und wurde auch diskriminiert.
00:33:00: Findest du ja?
00:33:01: Ja, definitiv!
00:33:03: Ich mache ein anderes Beispiel, mein Lieblingsbeispiel in der Buchhandlung.
00:33:07: Ich sah früher nicht ganz anders aus als unsere Jugendlichen an der Bergerschule Bomberjacke, Boxerschnitt gerne auch Vollbad getragen.
00:33:18: In der Buch Handlung habe und das Buch Deutschstunde von Siegfried Lenz gekauft.
00:33:23: Das haben wir in der Oberschufe behandelt, aber ich fand es einfach ein tolles Buch.
00:33:27: da geht's um die Freuden der Pflicht.
00:33:28: Ein sehr ambivalentes Thema!
00:33:30: Und die Verkäuferin hat mich tatsächlich gefragt ob das Buch eingepackt werden soll?
00:33:34: Dann meinte ich nö, nehm' ich mit Klassiker.
00:33:37: und dann hat sie noch mal gefragt, nee wie machen das?
00:33:40: Ist kostenlos?
00:33:41: Ich war ein bisschen stutzig und vielleicht auch ein bisschen, weiß ich nicht... angepisst Verzeihung Geschenk-Einpack-Angebot oder wie auch immer.
00:33:51: Es ist eine besondere Aktion, weswegen Sie mich jetzt das dritte mal fragen ob ich dieses Buch eingepackt haben will und dann kam halt der Satz Nö Ich kann mir nur nicht vorstellen dass sie dieses Buch lesen.
00:34:00: Und da war ich eben knapp zwanzig also kurz nach dem Abitur und ich wollte das Buch nochmal haben.
00:34:05: Das macht was mit einem und dann einfach darüber zu blicken vielleicht manchmal auch ein Spruch zu bringen Der aber trotzdem noch der Person die Möglichkeit gibt über dieses Blöde Verhalten nachzudenken würde viel mehr bewirken als dann jemanden immer anzuflaumen und auch zu sagen, ey sind Sie bescheuert?
00:34:22: Natürlich würd ich dieses Buch lesen.
00:34:25: Hätten sie diese Frage auch Joëlle gestellt der jetzt hier vor mir ist und diese Gelassenheit an den Tag zu bringen spielt in eine Rolle oder hätte ich gerne gekonnt.
00:34:34: Was würde denn Engin aus dem Jahr zwanzig fünfundzwanzig ihr heute sagen also in der Situation damals?
00:34:39: Ich würde es ihr spiegeln tatsächlich.
00:34:41: Also ich würde ihr sagen Ja, dieses Buch habe ich schon fünf Mal gelesen und würde es gerne noch mal lesen.
00:34:48: Haben Sie's denn schon gelesen?
00:34:50: Also ich würde ein bisschen... Und dann würde ich aber auch sagen, um Sie darauf aufmerksam machen wissen sie meine Kinder sind Deutsche heißen anders als sie Aber die sollen jederzeit denken dass alles möglich ist und ihre, ihr Name keine Auswirkungen auf Ihre Zukunft hat.
00:35:04: und Sie mit Ihrem Verhalten sorgen genau dafür Dass es diese Gräben zwischen uns gibt.
00:35:10: Ich bin also nicht immer nur weißt du, getriggert wenn es um irgendwelche rechten Gruppierungen geht.
00:35:17: Mir geht's auch um die Personengruppen, die sich selber als Mitte der Gesellschaft oder als Links verorten Auch die so wie ich auch.
00:35:25: wir müssen uns ständig hinterfragen und dazu lernen.
00:35:27: also ich auch ja im Gotteswillen da gibt es ganz viele Dinge die ich auch noch lernen muss und auch Schubladen entfernen muss aus meinem Kopf aber ich glaube dass wir als gesellschaft dann noch Nachholbedarf haben.
00:35:38: Jetzt
00:35:39: möchten wir noch mal ganz kurz über Gelassenheit mit gereden, weil das ist ja eigentlich das Endgame.
00:35:42: Jetzt mal ehrlich!
00:35:43: Das ist ja so schwer... Was war denn dein Vater hin?
00:35:47: Ist ja noch gar nicht abgeschlossen muss ich ganz ehrlich sagen.
00:35:50: also gelassenheit ist immer noch ein lernprozess aber die extremen situationen die man sowohl privat oder eben im beruflichen umfeld erlebt hat die Sorgen dafür, dass man gelassener ist.
00:36:03: Also du hast vorher angesprochen das ich von mal so eine Problemschule übernommen habe und dort durchaus auch erlebt habe wie sich Elterngruppen gegenseitig angeschrien haben oder wo es eben auch Schülerinnen und Schüler gab, die sehr destruktiv waren und sich an die Schulregeln nicht gehalten haben.
00:36:21: All diese Erfahrungen sorgen scheibchenweise dafür, diesen Situation umgehe, weil ich sie entweder schon mal erlebt habe oder sie mich zumindest vorbereiten auf die Dinge, die sonst so passieren können.
00:36:33: Und wie schaffst du das?
00:36:34: Du gelassener wirst und nicht abgestumpfter also dass du nicht resignativ wirst?
00:36:37: Ja, das ist eine super Frage!
00:36:39: Ich bin tatsächlich ein sehr emotionaler Mensch.
00:36:43: Also ich führe ja sehr viele Gespräche hier in meinem Büro Jugendlichen auf der Schülerinnen und Schüler.
00:36:55: Die erzählen mir natürlich, dass sich die Eltern gerade scheiden lassen oder ... Was weiß ich, dass die Mutter an Krebs erkrankt ist und so weiter?
00:37:05: Da ist viel emotionaler Ballast dabei, den die Jugendlichen auch mal rauslassen dürfen.
00:37:10: Und da bin ich ein geeigneter Gesprächspartner.
00:37:14: Ich kann mit dem emotionalen Ballast umgehen, muss dann aber auch Momente und Strategien finden, denen wieder rauszulassen, um den nicht in mir sozusagen mitzutragen oder nach Hause zu bringen.
00:37:24: Du hast von erwähnt, ich laufe!
00:37:27: Ich gehe Marathon laufen oder ich gehe in Wald und laufe durch die Gegend gerne mit einer Laufgruppe, aber auch alleine.
00:37:34: Und das hilft mir dabei den emotionalen Ballast der Menschen für die hier verantwortlich bin, auch wieder
00:37:38: rauszulassen.".
00:37:39: Also du machst im Prinzip Stress-Koregulation?
00:37:42: Und der Weg, dass es wiederum von dir wegzugeben ist Sport?
00:37:45: Korrekt!
00:37:46: Das gelingt eben nicht immer.
00:37:47: – ich habe gesagt, dass ich ein emotionaler Mensch bin wenn ich bis zum Laufen ein, zwei Tage bräuchte.
00:37:53: Also wenn ich es nicht an demselben Abend schaffe dann sind das schon Geschichten die mich auch in der Nacht beschäftigen.
00:37:59: Mich beschäftigt natürlich auch dass wir jedes Jahr Jugendliche ohne Schulabschluss entlassen.
00:38:03: Das macht was mit mir.
00:38:05: ja weil du hast von Kennzahlen gesprochen und meine Kennzahl ist einfach dass sich Jugendliche befähigen möchte an der Gesellschaft zu partizipieren Und wenn sie keinen Abschluss haben, ist es super schwierig.
00:38:16: Weil durch beruflichen Erfolg man auch Zeit hat sich politisch zu engagieren in der Zivilgesellschaft zu engagierend zur Wahl zu gehen und so weiter.
00:38:25: Wenn man eben diesen Erfolg in der Schule nicht erlebt und Existenz sorgen hat dann hat man bestimmt keine Kapazitäten zu Fridays for Future Demos zu gehen.
00:38:35: Siehst du irgendeinen Weg sowas im Nachhinein noch mal aufzufangen gesellschaftlich?
00:38:41: Echt schwierig!
00:38:43: Ich hatte vorhin erwähnt, dass Kinder und Jugendliche kaum Fürsprecher
00:38:46: haben.
00:38:48: Und wenn du dir mal anguckst was bundesweit gerade wieder so ein Sparmaßnahmen im Bildungsbereich stattfindet dann ist das schon ein Aspekt der mir zu schaffen macht weil wir eigentlich an dieser Stelle nicht sparen dürften, denn wenn wir mal in Jahrzehnten denken an der falschen Stelle sparen.
00:39:05: Weil frühkindliche Bildung ist enorm wichtig und es gibt nunmal Familien die es zu Hause nicht schaffen ihren Kindern vorzulesen ganz unabhängig von kultureller Herkunft.
00:39:15: Und die Lesekompetenz ist fundamental, um durchs Leben zu kommen.
00:39:20: und wenn man das eben vom Zuhause aus nicht gewohnt ist dann haben die Kids sofort Nachteil.
00:39:29: Das ergab ich aber auch immer dass die Kinder immer das sind, die als Erste pallieren.
00:39:32: politisch ne?
00:39:33: Wenn Corona kommt, Kinder Astritt!
00:39:35: Spammaßnahmen, Kinder astritt.
00:39:37: Innovationen starten, Kinder astritt.
00:39:40: Ich finde es so schade.
00:39:42: gibt es da keine ausreichend starke Lobby eigentlich?
00:39:45: Du hast recht.
00:39:45: Ich würde sagen, die gibt's nicht und ich würd den Entscheidungsträgern oder Trägerinnen gar nicht mal zusprechen, dass sie nur daran interessiert sind wiedergewählt zu werden.
00:39:56: Das ist viel zu platt.
00:39:57: Da fehlt mir auch Differenzierung.
00:39:59: Ich glaube einfach Menschen, die in einem gewissen Alter sind, fehlt einfach die Erinnerung daran wie es für Kinder und Jugendliche ist oder die Perspektive.
00:40:08: natürlich kann man sagen ja, die sind ja auch Eltern Klar.
00:40:12: Aber Kinder sitzen eben nicht am Tisch, wo Koalitionsverhandlungen stattfinden und deswegen ist es keine bösartige oder böse Absicht dieser Menschen.
00:40:21: aber sie haben nun mal keine Lobby und dann geht's um andere Fakten und nicht um Jugendliche oder Kinder.
00:40:27: So einer fehlt noch wenn ich mich nicht verzehnt habe
00:40:30: Ja und zwar Es kam vorhin schon so ein bisschen durch.
00:40:35: Ich bin jemand der Auch mein zwanzigjähriges, ich war glaub' ich schon so.
00:40:39: Vielleicht nicht so ausgeprägt aber keine Herausforderung auslassen.
00:40:45: Also als Zwanzigjähriger war ich noch nicht so Aber dem würde ich das gerne zuschreien.
00:40:51: Du machst es schon richtig Nimm jede Herausforderung an.
00:40:54: Das habe ich vorhin auch schon gesagt.
00:40:56: Es ist verbunden mit gehe unbedingt unbekannte Wege.
00:41:01: Macht das unbedingt weil der Benefit ist viel größer die Sorgen, die Ängste oder die Schrammen, die man so mit sich bekommt.
00:41:14: Das würde ich gerne auch den Jugendlichen hier immer wieder zurufen.
00:41:18: Diese Herausforderungen nehmen Sie mit!
00:41:21: Sie machen dich resilienter, optimistischer und gelassener.
00:41:26: Sie machen aus dir jemandem, dem man nicht leicht umfällen kann, klein kriegen kann.
00:41:33: Auch
00:41:35: wenn ich jetzt ein bisschen aus der Struktur ausbreche, wir reden gleich noch über deinen Punkt weiter.
00:41:38: Aber was ich so bei dir als Gefühl gerade habe ist, als wir eben darüber geredet haben dass die Geldmaßnahmen gestrichen werden und das die Kinder keine Lobby haben... Das hat etwas mit dir gemacht oder?
00:41:47: Da bist du irgendwie leiser ruhiger!
00:41:49: Ist es was was dich doll bewegt?
00:41:51: Definitiv!
00:41:52: Ich bin Behördenleiter und jedes Jahr für hundert neue Jugendliche zuständig Und wie gesagt wir produzieren Jugendliche oder Generationen von Bildungsversagern.
00:42:08: Sie selbst sind gar keine Versager, verstehe mich gar nicht falsch!
00:42:11: Aber unser System produziert jedes Jahr sogenannte Bildungs- versager und das ist schade für so ein reiches Land wie Deutschland weil wir es uns erstens nicht leisten können wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen Und zum anderen tut es mir sehr individuell für diese jugendlichen Leid, weil man erlebt viel Schmerz wenn man eben immer am Existenzminimum lebt.
00:42:34: Man hat eben nicht die Möglichkeit wie die Leute die auf Social Media aktiv sind ein tolles Auto zu fahren an vielen Orten der Welt zu sein coole Klamotten zu haben auch das ist ja nur eine Welt oder ein Bild was da wiedergegeben wird.
00:42:49: aber trotzdem Natürlich macht das was mit mir, weil ich Teil dieses Systems bin und noch keinen Weg gefunden habe jeden Jugendlichen jedes Kind zu erreichen.
00:43:00: Wenn der letzter Punkt ist, lasse keine Herausforderung aus?
00:43:03: Ist das so deine größte?
00:43:04: Auf jeden Fall definitiv!
00:43:07: Die ist auch noch lange nicht abgeschlossen und die wird auch an dieser Schule nicht abgeschlossene sein.
00:43:12: Ich bin sehr gerne hier und bleib hoffentlich noch viele Jahre aber natürlich habe ich Interesse daran Das meine ich gar nicht nur beruflich, sondern ich bin auch zivilgesellschaftlich aktiv an der Stelle zu wirken und immer wieder auf Diskussionsforen oder auf einem Podium.
00:43:30: Oder einfach nur wie gesagt bei einem Glas Wein mit mir unbekannten Menschen darüber zu sprechen dass wir als Gesellschaft viel Nachholbedarf haben wenn wir unseren Wohlstand so erhalten wollen.
00:43:42: Also Engin Schattig.
00:43:44: Punkt Nummer eins andere Menschen kochen auch nur mit Wasser.
00:43:47: Punkt Nummer zwei, die Schattenseiten des Lebens finden einen immer wieder.
00:43:51: Punkt Nummer drei, Verantwortung für Gemeinschaft als Motivation für individuellen Erfolgbetrachten.
00:43:55: Punkt number vier, Gelassenheit an den Tag legen und Punkt Nummer fünf keine Herausforderung auslassen.
00:44:01: Vielen Dank!
00:44:02: Klingt ganz gut oder?
00:44:03: Ja ich kann mit leben
00:44:07: Ja du, also von daher sehr bewegend auch was du machst und ist ja toll.
00:44:10: Und ich bewundere das auch sehr wie du ... Auch sane, sagen wir mal.
00:44:13: Wie du normal bleibst im Kopf, dass du gesundbleibst mit dem, was du da tust.
00:44:18: Super!
00:44:19: Von daher... Vielen
00:44:20: Dank mein Lieber.
00:44:21: Danke sowohl für das heute als auch für deinen Job insgesamt.
00:44:24: Braucht mich ein bisschen.
00:44:25: Ich danke dir von Herzen.
00:44:26: wirklich vielen Dank Joel.
00:44:32: Wow, das war ein inspirierendes Gespräch oder?
00:44:34: Denk dran jeden Freitag dem fünften Tag der Woche erscheint eine neue Folge.
00:44:39: Also abonnier den Podcast unbedingt, damit du keine Episode verpasst und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen!
00:44:45: Und wo wir schon über fünf Dinge sprechen – eine fünf Sterne-Bewertung auf der Podcastplattform deiner Wahl hilft uns sehr, damit noch mehr Menschen von diesen inspirierenden Geschichten profitieren können.
00:44:54: Nehmt doch kurz Zeit dafür!
00:44:55: Genauso wie für einen Besuch auf unseren Social Media Kanälen um Updates und exzessive Inhalte zu erhalten.
00:44:59: Die Links findest Du in den Shownotes.
00:45:01: Wir freuen uns nämlich bei Deine Anregungen und Feedback zu zukünftigen Themen und Gästen.
00:45:05: So, bis zum nächsten Mal.
00:45:06: Bleibt inspiriert und neugierig!
00:45:08: Dein Joel.
Neuer Kommentar