Klartext-Mentorin Judith Andresen: Mein Schlimm ist schlimm genug
Shownotes
Judith Andresen, die agile Coaching-Expertin und Organisationsentwicklerin, teilt im Gespräch mit Joel ihre fünf lebensverändernden Erkenntnisse, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätte. Von der Kraft der Wut über das Glück eines Sonntagskindes bis hin zur Bedeutung, auf den eigenen Bauch zu hören, nimmt Judith uns mit auf eine inspirierende Reise durch ihre bewegte Lebensgeschichte. Dabei offenbart sie, wie sie durch Herausforderungen wie Krebs und Trauma zu einer tiefen Selbstkenntnis gelangte. Ein faszinierendes Gespräch über Mut, Intuition und die Stärke, die in jedem von uns schlummert. Du erfährst... 1) „Meine Wut ist gut.“ Wut zeigt verletzte Grenzen und birgt enorme Kraft. Wer sie annimmt und kanalisiert, schafft Raum für Kreativität, Veränderung und Klarheit – statt sich selbst zu verleugnen oder auszubrennen. 2) „Ich bin wirklich ein Sonntagskind.“ Ein tiefes Urvertrauen ins Leben lässt auch schwere Phasen überstehen. Diese Zuversicht zeigt sich oft erst im Verlust – und wird zur inneren Kraftquelle, die einen wieder zurück in die Verbundenheit bringt. 3) „Mein Schlimm ist schlimm genug.“ Vergleiche relativieren das eigene Leid. Wer sich erlaubt, das persönliche Erleben ernst zu nehmen, statt es gegen fremde Maßstäbe abzuwägen, findet Zugang zu echter Heilung und Selbstmitgefühl. 4) „Höre auf deinen Bauch.“ Intuition ist mehr als ein Gefühl – sie ist gespeicherte Erfahrung, körperliches Wissen und emotionales Echo. Wer ihr vertraut, trifft oft klügere Entscheidungen als mit dem reinen Verstand. 5) „Ich weiß meine Geschichte, aber ich kann das Trauma noch nicht fühlen.“ Traumatische Erfahrungen zeigen sich oft erst Jahrzehnte später. Sie öffnen sich erst, wenn der Körper bereit ist – und erst dann beginnt echte Verarbeitung und tiefe emotionale Integration. __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Joël Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt 👤 Judith Andresen, Agile Organisationsentwicklerin, BERATUNG JUDITH ANDRESEN __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 Übersicht aller Sponsoren __________________________ ||||| PLAYLISTS ||||| Lust auf mehr? Entdecke unsere Playlists mit weiteren spannenden Episoden zum Thema: __________________________ ||||| LEXIKON ||||| Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen: 🔹 Agile Coaching - Ein Prozess, bei dem ein Coach Teams und Individuen unterstützt, agile Methoden und Prinzipien in ihrer Arbeit zu implementieren und kontinuierlich zu verbessern. 🔹 Anpassungsstörung - Eine psychische Störung, die als Reaktion auf einen belastenden oder traumatischen Stressfaktor entsteht und emotionale oder verhaltensbezogene Symptome verursacht. 🔹 Selbstbewusst - Ein Zustand des Bewusstseins über die eigenen Fähigkeiten, Werte und Gefühle, oft verbunden mit einem positiven Selbstbild. 🔹 Narratio - Ein literarischer oder rhetorischer Begriff für die Erzählung oder Darstellung von Ereignissen. 🔹 Metablick - Eine Fähigkeit, Situationen aus einer übergeordneten Perspektive zu betrachten und tiefergehende Zusammenhänge zu erkennen. __________________________ ||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Intro (00:01:26) Vorstellung und Einführung ins Thema (00:04:40) Punkt 1: Meine Wut ist gut (00:17:29) Punkt 2: Ich bin wirklich ein Sonntagskind (00:27:47) Punkt 3: Mein Schlimm ist schlimm genug (00:45:42) Punkt 4: Höre auf deinen Bauch (00:56:49) Punkt 5: Ich weiß um meine Geschichte aber ich kann das Trauma noch nicht fühlen __________________________ ||||| WIR ||||| 🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun. 👉 Mit meinem Podcast digital kompakt zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe 👉 Mit meinem Podcast 5 Dinge mit 20 zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten 👉 In meinem Newsletter fasse ich dir Jeden Freitag die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten. 💛 Abonniere „digital kompakt“ auf Apple Podcasts, Spotify & Co. Wenn dir die Folge gefallen hat, hinterlasse uns bitte eine Fünf-Sterne-Bewertung! 👥 Wir streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo Leute, ein kurzer Triggerhinweis zum Anfang.
00:00:02: Diese Folge ist superstimulierend und voll mit interessanten Infos.
00:00:05: doch es geht auch um sehr intensive Themen darunter etwa Suizid, Krebs, schlimme Krankheiten oder auch dramatische Kindheitserfahrungen.
00:00:12: Und wenn du dort empfindlich bist dann hör gut in dich rein.
00:00:15: entweder möchtest Du die folge vielleicht überspringen oder an den entsprechenden Stellen etwas vorspulen.
00:00:20: also sei wachsam gehe gut um mit dir und ansonsten viel spaß mit dieser folge.
00:00:28: Es ist heute für mich so, als würde mein Unterbewusstsein gewusst haben.
00:00:32: Scheiße!
00:00:32: Wir müssen jetzt Angst haben können.
00:00:34: und hat ernsthaft ein halbes Jahr vorher gesagt So wir holen jetzt mal das Trauma auf weil der wartet was auf uns Was ohne Angst nicht geht.
00:00:44: Aber bei einem Trauma gilt dass Therapeuten sich dem erst nähern wenn jemand selbst das Signal gibt.
00:00:52: Ich will dahin und ich kann das zulassen was da passiert.
00:00:56: Das heißt Worauf du warten musst, ist dass die innere Stärke dafür wächst.
00:01:01: Und es ist nichts was man aktiv fördern könnte.
00:01:26: Hi five Leute hier ist Joelle und ich habe wieder eine spannende Person für euch am Start, die mir heute ihre fünf Dinge verrät, die sie gerne schon mit zwanzig gewusst hätte.
00:01:34: Und zwar ist das Heute Die Liebe Judith Andresen Und Judith, die ist von Beruf Agile Coaching und Organisationsentwicklerin.
00:01:41: Aber ich kann dir sagen sie ist so ein bisschen wie die Frau der Tausend Erfahrungen.
00:01:45: Weil bei dem was Judith alles jetzt schon gemacht hat dann müsste ich gleich einmal ablesen um das noch behalten zu können.
00:01:49: Und zwar Judith war vorher schon Programmiererin Projektleiterin, Internationslehrerin Produktmanagerin, Account Director.
00:01:55: Sie ist auch Therapeutin und jetzt fragst du dich vielleicht okay?
00:01:58: Was ist denn eigentlich so die Klammer um all das?
00:02:00: Ich würde mal sagen es ist so die Verbindung zwischen Kommunikation und Entwicklung Und ich meine, wer könnte prädestinierter sein da dann mal auf fünf Dinge zu blicken?
00:02:07: Als sie liebe Judith.
00:02:09: Ich hab sie kennengelernt in Vietnam mich da schon fleißig mit ihr ausgetauscht habe gemerkt Sie hat einen skalpellscharfen Blick für Dinger und deswegen bin ich total neugierig drauf was die denn so für fünf dinge hat, die sie ganz gut zwanzig gewusst hätte.
00:02:19: also liebe Judith schön dass du da bist hallo ja
00:02:21: hallo und vielen dank das sich da sein darf freu mich sehr
00:02:25: gar nicht so einfach, dich in eine Anmoderation zu kriegen.
00:02:28: Und lass uns doch dich mal fünf Minuten noch kennenlernen!
00:02:31: Also es war ja jetzt nur meine Deutung und Erzählung aus dem was ich über dich gefunden habe.
00:02:36: Hast du dich da wieder entdeckt in dem, was ich beschrieben hab?
00:02:38: Ja, ich hab mich da total wiederentdeckt und ich weiß dass... Ich bin in meinem ganzen Leben immer mein Leidenschaften gefolgt bei dem, das ich beruflich gemacht habe.
00:02:47: Das führt zu einem relativ bunten Lebenslauf.
00:02:49: der führt auch manchmal zur Irritation aber für mich ist das total stimmig und richtig.
00:02:54: Ich glaube, was man sonst noch über mich wissen muss ist ich nörde mich total gerne in Sachen rein.
00:02:59: Also ich kann über die Wasserchemie von Aquarien stundenlange Vorträge halten.
00:03:06: Ich kann Ski-Techniken auseinandernehmen.
00:03:10: nicht dass das Aquarium habe ich besser im Griff als das Skifahren aber ich hab Spaß daran, mich in Sachen zu nörden.
00:03:16: Und was würdest du sagen wenn wir dich jetzt mal noch fünf Minuten kennen lernen?
00:03:19: Was macht dich so aus?
00:03:20: Was ist auch der rote Faden dem Du um Leben folgst?
00:03:23: Ich glaube, an Selbstbestimmung und ich mag es Menschen dabei zu begleiten selbstbewusst zu werden.
00:03:32: Und das ist tatsächlich der rote Faden, der sich durch alles zieht und der sich auch schon ganz früh gezeigt hat.
00:03:37: Ich glaube viele Menschen verwechseln ja selbstbewusst mit selbstsicher.
00:03:40: also meinst du mit selbst bewusst dass man sich selber besser kennt?
00:03:43: Also sich selbst mehr bewusst sein?
00:03:44: oder meinst in der Sicherheitsdimension
00:03:46: nicht meint er bewusst.
00:03:48: Und bewusst auch in dem Wissen, dass Bewusstsein nur entsteht wenn wir Dinge gleichzeitig denken und fühlen.
00:03:54: Achso du meinst das ich quasi Gefühle und Denken miteinander abgleiche?
00:03:57: Ja also Ich bin mir einer Sache nur bewusst Wenn ich sie Denken kann Also eine Ratio habe und wenn nicht aber auch das Gefühl dazu klarhabe.
00:04:07: Ja weil ich erinnere mich als wie ein Vietnam zusammen waren hast so etwas interessantes für mich gesagt hab ich mir gemerkt da hast Du gesagt Gefühles sind im Körper und erst wenn die gefühle in den Kopf kommen dann wären Sie zu Emotionen.
00:04:17: Ja, genau so ist es.
00:04:19: Spannend!
00:04:20: Und sag mal... Es ist immer ein bisschen so eine Sache an der Dame das zu fragen.
00:04:24: aber ich finde immer ganz spannend weil wir auf die zwanzig zurücklegen.
00:04:26: magst du verraten wie alt du bist?
00:04:28: Ich bin aktuell zweiundfünfzig Jahre alt und ich habe vorher darüber nachgedacht weil ich relativ wenig Bezug zu meinem Alter habe.
00:04:35: Das kenne ich.
00:04:36: wenn man manchmal das gar nicht so spürt dann ich denke da auch mal drüber nach kann ich das verstehen.
00:04:40: Gut, also blicken wir jetzt mein dreißig Jahre zurück in die Vergangenheit.
00:04:43: Lass uns doch mal rein starten!
00:04:44: Also was ist so?
00:04:44: das erste Ding wo du sagst wow da ist mit zwanzig gewusst zu haben?
00:04:47: Das wird mich nochmal nach vorn katapultiert.
00:04:49: Alle Wahrheiten ich mitbringe sind persönliche Wahrheiten.
00:04:52: es gibt keine beruflichen Wahrheiten.
00:04:54: Das ist das Erste weil ich habe nicht tatsächlich gefragt wie war ich dann mit zwantzig?
00:04:58: und ich war voll voller Lebenslust und hatte Bock aufs Leben.
00:05:02: und ich hatte Bock Und wie und warum sich das beruflich zeigen würde.
00:05:08: Und welche Auswirkungen das haben würde, war mir total schrunzengreif.
00:05:10: Also deswegen gibt es nur persönliche Wahrheiten.
00:05:13: Und meine erste ist Meine Wut Ist Gut.
00:05:16: Okay,
00:05:17: erzähl mal ein bisschen was dazu, was dich dazu animiert hat den Punkt aufzunehmen und was für dich dahinter steckt?
00:05:21: Ja ich war damals unglaublich wütend.
00:05:24: also so wie man glaube ich so entpuberter wütten sein kann fand ganz viel ungerecht und hatte gleichzeitig das Gefühl Ich dürfte nicht wütend sein, also Wut ist ein Nicht-Gutes-Gefühl.
00:05:38: Es ist sozialen nicht anerkannt und ich habe viel Zeit damit verbracht, nicht wüten zu wirken obwohl ich wütent war.
00:05:46: Und ich hab erst viel später verstanden welche Kraft und Energie in Wut steckt und wie gut die für mich ist.
00:05:54: Also mein erstes Buch das ich geschrieben habe, habe ich aus einer Wutter ausgeschrieben weil ich auf eine Veranstaltung war.
00:06:00: da saßen lauter Leute die sich Enchircoaches nannten und die machten alles mögliche, aber waren wenig dabei wirklich zu coachen.
00:06:09: Sondern haben so ... Da war ich wütend rüber nachher gedacht da muss jetzt mal eine vernünftige Ausbildung her ein richtiges Buch oder so.
00:06:15: dann habe ich innerhalb von einem Wochenende passendes Korikulum gebaut und das Buch stand Das ist halt so.
00:06:22: ne Frühjahr also mit zwanzig hätte ich mich damit vergnügt dafür zu sorgen dass ich die Wut weg dränge Aber nicht die Kraft, die da drin ist zu nutzen.
00:06:33: Meine Wut ist gut!
00:06:36: Ja ich weiß total was du meinst, dich entdeckt es auch gerade dass es so Emotionen gibt.
00:06:42: Es gibt ja auch diesen lustigen Film Kennste den mit dem Mädel wo man immer in den Kopf reinguckt und dann sind die ganzen Figuren da, die...
00:06:47: Ja genau!
00:06:49: Und der ist schön oder?
00:06:50: Der ist wirklich schon der zweite auch total bewegend.
00:06:52: und Ich finde es gibt so Emotionen Die sind bei uns negativ Beleg und die versuchen wir wegzumachen, dass wird es nicht sind.
00:07:00: Und ich finde eine davon ist Wut ein anderes zum Beispiel Angst genau.
00:07:04: aber sie haben ja alle einen Sinn und die gehören alle zu einem dazu.
00:07:07: und das dann zu integrieren finde ich aber gar nicht so einfach.
00:07:10: deswegen ich bin mal neugierig auf deine Reise.
00:07:11: wie hast du's denn geschafft das bei dir so zu integrierend dass es für dich ein Werkzeug und keine Blockade oder Behinderung oder Einschränkung ist?
00:07:19: Ich habe das große Glück mein gesamtes Leben von Mentoren begleitet worden zu sein Und das ist ja so ein kleines Rätsel, also da war für mich lange Zeit ein Rätel wie es eigentlich entstanden ist.
00:07:30: Heute weiß ich Mentis und MentorInnen finden sich weil die gegenseitig was voneinander haben.
00:07:38: Ich habe über meine Mentorinnen dazu einen Zugang gekriegt, weil die in unterschiedlichen Stationen auch unterschiedliche Mentorinnen mir immer wieder gespiegelt haben dass das was ich gerade geleistet habe das ursprünglich aus einer Wut entstand.
00:07:53: Und dann habe ich so einen Spiegel gekriegt und dann hab' ich halt wirklich irgendwann mir so ganz rational gesagt, vielleicht ist meine Wut ganz gut.
00:08:00: So deswegen ist das ein kurzer Satz, der ist halt tatsächlich heute Lebensmantra!
00:08:05: Ich weiß halt heute wenn ich wütend werde dass da irgendeine Grenze verletzt ist und dass da Kraft und Energie und Innovation drin steckt... ...und geholfen hat mir das rauszukriegen indem ihr das Leute die sehr mit so einem guten Blick und eine Meta-Blick auf mich geguckt haben.
00:08:23: Und auf meine Entwicklung um mir das spiegeln konnten, so.
00:08:27: Ich war halt total damit beschäftigt, meinen Fuß wegzudrängen.
00:08:30: also ich habe unter anderem fürs Jugendrundkreuz.
00:08:34: Er hat mich eher einablich stark engagiert und war da auch im Landesausschuss in dem Präsidium des deutschen Runden Kreuz.
00:08:40: Das ist in Schleswig-Holstein und die damalige Vizepräsidentin.
00:08:45: Inzwischen verstorbene Herzungen zu Schleszig-Hollstein Die fand mich irgendwie gut als Typen.
00:08:50: Also wir haben uns gefunden, als Mentir und Mentorin... Und alter habe ich bei der auf dem Sofa gesessen und ich war wütend!
00:08:57: Und die hat so angefangen zu lenken.
00:08:59: also die hat meine Wut kanalisiert und da sind tolle Sachen herausgekommen.
00:09:04: Da bin ich heute sehr dankbar für aber ich hab es gebraucht dass von außen mit einem liebevollen Blick jemand Es schafft, mich aus diesem Modus rauszukriegen von Wecktring zu einem Annehmen und Kanalisieren.
00:09:20: Ich weiß mal ... ich hab mit einer Kinderpsychologin bei mich unterhalten über was ganz anderes so, irgendwas operatives.
00:09:26: Und dann kam das Thema Wut.
00:09:28: oder meine ich so, tut mir leid, dass du dich darüber ärgerst?
00:09:31: Dann sagt ihr sowieso nicht, ich ärgere mich doch gar nicht!
00:09:33: Du hast nicht gerade gesagt, dass wir wütend sind.
00:09:34: Ja, ich bin wütender aber ich ärgere mich nicht.
00:09:36: Das verwechseln viele.
00:09:38: Erzähl mal, was denkst du dazu?
00:09:40: Also, Wut ist für mich ... Eine Grenzverletzung ist immer irgendwas, was Werte irgendwie antatscht.
00:09:47: Wo etwas verletzt ist und er zeigt immer eine Grenz Verletzung an also entweder in mir selbst oder gegenüber Werten die ich habe Und ärger es halt da ist irgendetwas nicht gut gelaufen.
00:10:00: Da gibt's ne Bewertung drauf und die Bewertungen fällt negativ aus.
00:10:04: Das is völlig anderer Vorgang.
00:10:07: Und jetzt denke ich an einen anderen Freund von mir, der sagte immer so schön, Joelle es gibt da dieses wunderbare Zitat.
00:10:12: Das trifft's genau!
00:10:14: Ich wach morgens schon mit einem irrigierten Mittelfinger auf und dann geht's ja durchs Leben und ärgert sich glaube ich mal ganz viel?
00:10:20: Wahrscheinlich ist das... Nee vielleicht ist er bütend oder dass?
00:10:25: Und ich hab' dann so drüber nachgedacht.
00:10:28: also Hilfen wir noch mal, das besser zu verstehen?
00:10:31: Ich glaube keiner möchte ja unbedingt bewütend sein.
00:10:33: Man möchte sich ja eigentlich eher ausgeglichen fühlen oder mit Freude durchs Leben gehen.
00:10:39: Wofür findet man denn diese Balance und worum geht es dabei eigentlich?
00:10:42: also was ist gesunde Wut und was ist vielleicht auch schädlicher?
00:10:45: ich habe so das Gefühl da steckt mehr unten drunter.
00:10:47: Also mein Thema war sie überhaupt zuzulassen.
00:10:50: Und die Unterdrücktewut ist immer nichts Gutes weil die explodiert irgendwann.
00:10:56: Ich sag mal, klassischer Partnerschaftskonflikt geht halt.
00:11:00: Hast du was?
00:11:01: Nee ich hab nix, ich habe nix und das ist aber immer noch ein drauf.
00:11:05: Es ist jedes Mal eine kleine Ganzverletzung und dann gibt's irgendwann und immer machst Du so!
00:11:10: Dann knallt es.
00:11:12: Und diese Art von Debatte die entsteht wenn Wut nicht einen Kanal gefunden hat.
00:11:18: Und ich halte schlechte Gefühle für Scheinriesen.
00:11:21: sie werden kleiner weil man über sie spricht.
00:11:25: Wut zum Beispiel braucht ganz früh ein Zeichen von, ich bin jetzt wütend.
00:11:29: Und wenn ich es noch formulieren kann und nicht das ausagieren muss dann ist ja alles fein.
00:11:34: Ich glaube wir haben alle Angst davor dass wir unsere Wut nicht mehr kontrollieren können weil dann kommen wir zu Themen wie Aggression, Verbaler oder körperlicher Aggression.
00:11:47: Da will niemand hin und deswegen, glaube ich versuchen wir gesellschaftlich so sehr Wut klein zu machen und wegzudämmen damit es nicht passiert.
00:11:55: Und heute bin ich halt so.
00:11:57: wenn ich merke dass ich wütend werde frag ich mich was denn los?
00:12:00: Also wer ist dann jetzt hier über welche Grenze?
00:12:03: und dann gucke ich was sich da mit mache und damit kann ich viel besser arbeiten und damit Kann Ich Viel Besser Sein Als Mit einem Nein.
00:12:11: Ich Bin Nicht wütende Es Ist nichts
00:12:15: Wo die Zähne schon so aufeinander priffen.
00:12:16: Nee,
00:12:17: ich hab nix.
00:12:17: Nee ist alles gut!
00:12:21: Okay also dein Umgang mit Wut... Ich fand das Wort ganz interessant auserkehrt und was du gerade gesagt hast.
00:12:26: Also du äußerst das einfach?
00:12:28: Und dann verraucht ihr auch bei dir oder was ist so dein... Was da bei dir passiert?
00:12:32: Ja manchmal muss sie dann noch irgendwie so einen kreativen... innovativen Impuls kriegen und der Patient total krasse Sachen.
00:12:40: Also ich krieg das in Bilder übersetzt, ich kriege das in Handwerk übersetzt Ich kriege es in in der Arbeit in Metaphern übersetzt.
00:12:48: Ich krieg meine Wut heute übersetzt Und sie ist ein wahnsinniges Vehikel!
00:12:52: Und ich kann manchmal mehr leisten.
00:12:55: wenn also Mut ist auch so das Wahnsinnige Kraftspender macht halt Feuer!
00:13:01: Powerzelt dich auch manchmal aus?
00:13:02: Nee, also ich glaube da Sie hat mich ausgelaugt, als ich versucht habe sie wegzudrücken.
00:13:08: Das war anstrengend!
00:13:09: Das ist Mords anstrent und das hab' ich versucht.
00:13:13: da bin ich irgendwie...das war kein guter Weg.
00:13:16: Also wenn ich jetzt mal versuche so eine Art Zusammenfassung davon zu verstehen was jetzt ein guter gesunder Umgang mit Wut ist dann lerne ich jetzt als erstes mal akzeptieren und anerkennen Als zweites Ausformulieren als drittes Kanalisieren also in Richtung bringen.
00:13:31: Habe ich noch etwas vergessen?
00:13:32: Ich glaub nicht.
00:13:33: Ja, umsetzen!
00:13:34: Also da muss ja irgendwas passieren damit.
00:13:36: Wut ist so ein Kraftspender und eine Innovationsquelle?
00:13:39: Und ich will nicht sagen...ich freu mich darüber wenn ich wütend bin aber ich stoß das nicht mehr ab.
00:13:44: Es ist für mich in dem Sinne kein schlechtes Gefühl sondern es ist ein Gefühl.
00:13:48: Ich meine ich habe auch so festgestellt du hast es ja auch am Anfang so angerissen.
00:13:53: Das sind gar nicht immer nur wir selbst die uns das verbieten sondern eigentlich auch das Umfeld, ne?
00:13:58: Also sei es jetzt mal so abstrakt die Gesellschaft oder vielleicht auch wenn im Kindesalter ähm ... die Eltern.
00:14:04: Ich hab's bei mir selbst gerade festgestellt.
00:14:06: Sowohl wenn ich manchmal erziehend bin als Erzogen wurde, so laut werden ist ja
00:14:11: z.B.,
00:14:11: was vielfach so unterdrückt wird oder so.
00:14:14: Lass das mal!
00:14:15: Ne?!
00:14:15: Ich erlebe das insbesondere als Frau.
00:14:18: also wütende Frauen sind Zecken.
00:14:21: Das is Baby und vor allem die Keifende Form.
00:14:25: Also wir haben ja auch Wörter, die wir eher für Frauen im Adjektiv benutzen als für Männer wenn sie wütend sind.
00:14:31: also Frauen keifen wütent.
00:14:34: Das muss man sich mal so... Männer werden laut.
00:14:38: So ist schon ein Unterschied.
00:14:39: Ich finde es immer witzig, wenn man jetzt einen Vertausch und dann ein keifender Mann sagt, dann hat das so eine schöne... aber hast du recht glaube ich?
00:14:44: Ja!
00:14:44: Und die.. das war da.
00:14:46: Ich komme zum Glück aus einem Elternhaus wo wer.... Als Jugendliche fand ich dass Äzeln, wir mussten ständig alles ausdiskutieren und so Heute finde ich das ziemlich lässig, wie meine Eltern es gemacht haben.
00:14:58: Aber insgesamt glaube ich, dass Wut von vielen als ein sinnloses Gefühl erachtet wird oder als ein Nicht-Gutes und das sowohl wahlweise in einem selbst oder durch andere unterdrückt wird.
00:15:10: Also, ihr werdet doch mal ruhig!
00:15:13: Was ich manchmal auch beobachte ist, dass es ja in vielleicht falsche Bahnen gesteckt wird.
00:15:18: Also jemand der dann irgendwie über was wütend ist, der sagt dann nicht direkt sondern intrigiert so hinten rum oder lebt Gewalt an anderer Stelle aus.
00:15:27: Würdest du denn sagen übrigens das es einen Zusammenhang gibt zwischen Wut und Gewalt?
00:15:31: Naja wenn ich Wut lang genug aufstaule... Dann passiert da etwas was nicht gut ist weil wenn ich's dann nicht mehr regulieren kann, dann passiert im Zweifelzwelle Gewalt also verbal-oder körperlich.
00:15:43: Ja
00:15:44: Hast du dich denn unter Kontrolle, wenn du mit deiner Wut agierst?
00:15:47: Also es ist ja oft so dass viele was wir auch gesagt hast diese Angst haben das nicht mehr zu kontrollieren.
00:15:52: Dass man dann auch über Stilien ausschießt Sachen sagt die man nicht mal zurücknehmen kann sowas.
00:15:55: also
00:15:56: ich werd wenn ich wirklich wütend werde Dann merke ich das im gesamten Körper und ich nehme mich manchmal raus und sag jetzt muss ich erstmal sortieren damit ich einen Weg finde die zu kanalisieren.
00:16:07: Ja also es zeigt sich nicht körperlich Ich habe ja einen relativ scharfen Verstand.
00:16:12: Man muss ein bisschen aufpassen, ich kann dann auch zwei Sätze so sehr deutlich sagen wobei ich dabei nicht anderen Menschen niedermache aber ich kann da zusammenhängen relativ scharf.
00:16:24: also da geht mir ein bisschen die Empathie vielleicht verloren.
00:16:28: Aber das hab' ich ganz selten, dass das passiert und im beruflichen Kontext würde ich sagen gar nicht sondern eher privat wenn es darunter tiefer geht Dann könnte das passieren Auch da ein Umfeld, die wissen das.
00:16:42: Also das sind meine drolligen fünf Minuten und dann ab dann geht's wieder.
00:16:47: Ja ich meine dadurch dass wir es als Gesellschaft irgendwie auch so... Ich weiß nicht, ob wir es aberkennen oder nicht haben wollen.
00:16:54: Finde ich, dass man auch gar nicht so eine Art des Umgangs damit lernt.
00:16:58: Also wenn du derjenige bist, der nicht wütend ist, sondern derjenig dem grad Wut begegnet, da fallen ja ganz viele in so einer ... sowieso die Schildkröte, die auf dem Rücken liegt.
00:17:06: Die wissen eigentlich, was sie machen sollen und entschuldigen sich fünfmal.
00:17:09: Ja!
00:17:11: Auf jeden Fall.
00:17:12: Das fängt ja schon viel früher an, als Organisationsentwicklerin Kote begehten wir das ständig, da muss man über Fehler reden und zurückzunehmen bevor es passiert ist.
00:17:21: Das kenne ich viel.
00:17:22: also wir können ganz schlecht sagen hier ist es nicht gut.
00:17:26: Also auch in Ruhe zu sagen Hier ist es Nicht Gut
00:17:29: Ja Klasse!
00:17:30: Dann schauen wir uns nochmal ein zweites Ding an.
00:17:31: was sind das Zweite was du gerne mit zwanzig gewusst hättest?
00:17:34: Ich bin wirklich Ein Sonntagskind.
00:17:36: Was ist denn ein Sonntagskind?
00:17:39: Das hab ich da noch nicht gewusst.
00:17:40: Ich bin damit großgeworden, dass es gibt ja so Mythen, die in Familien auch erzählt werden.
00:17:47: und mein Mythos war ein strahlender Oktober-Tag der erste Tag im Jahr, in dem es Frost
00:17:55: gab.
00:17:56: Mein erster Oktober, es waren strahlenblaune Himmel und ich erschien!
00:18:00: Es war ein Sonntag und es war schön und hell und unkalt und klar gleichzeitig Alles das war's.
00:18:09: Ich bin damit großgeworden, dass meine Mutter immer wenn mir irgendwas gelang und mein Vater auch ... Dass die so sagen konnten, du bist ja ein Sonntagskind!
00:18:19: Und was sie mir damit geschenkt haben?
00:18:21: Was wir überhaupt nicht klar waren oder vielleicht ist es noch ein Ausdrucksmittel dessen, was dann passiert ist... ich bin sehr zuversichtlicher Mensch.
00:18:31: Ich hab Lust aufs Leben, ich vertraue ins Leben.
00:18:34: Ich bin mir immer sicher, dass es irgendwie vernünftig und gut wird.
00:18:39: Und das habe ich mit zwanzig, da war ich halt schön wütend nicht gewusst.
00:18:45: Das hab' ich auch nicht wirklich gefühlt.
00:18:47: Mir kamen das eher manchmal so wie ein Hohnfuhr, dass ich jetzt ein Sonntagskind sein sollte.
00:18:51: Ich hab irgendwann rausgekriegt, ey, das ist schon krass!
00:18:54: Und ich hab', immer wenn mir am Leben auch schlimme Dinge passiert sind oder schwierige Sachen, sei es privat- oder beruflich ... Es hat immer eine Riesenwendung genommen und am Ende saß ich da und sagte, naja, ich bin ja auch ein Sonntagskind.
00:19:08: Und das ist ein total schönes Gefühl.
00:19:12: Das es so ist habe ich erst durch ne sehr schwierige Situation in meinem Leben erlebt.
00:19:17: Mir ist nämlich mal das Sonntagskind abhandengekommen für ne Zeit.
00:19:21: Und dass es mir dann nicht gut ging und dass sich Hilfe brauchte die weit über Freunde hinausgeht oder auch Familie... weil sich meine Großmutter suicidiert hat, die wahnsinnig wichtig für mich war.
00:19:34: Und sehr selbstbestimmte Frau und die hat immer gesagt ich lebe ja nur zu meinen Bedingungen.
00:19:39: und dann waren die Bedingung irgendwann nicht mehr so.
00:19:41: und dann gingen sie.
00:19:42: Die einzige mit der ich das Problem hätte besprechen können war meine Großmother, die war nicht mehr da.
00:19:48: und dann bin ich in eine... Nicht Depressionen sondern in einer Anpassungsstörung verfallen.
00:19:54: und da wird es ziemlich trübe und grau und ist nicht schön und so.
00:19:58: Ich konnte irgendwann sagen, ich bin kein Sonntagskind mehr.
00:20:01: Also ich hatte meine Übersetze.
00:20:02: Ich hatte meine Verbundenheit zur Welt verloren.
00:20:05: Ich fühlte mich verloren und war nicht verbunden mit der Welt.
00:20:09: Ich war nicht mehr zuversichtlich.
00:20:12: Und das war der Moment wo ich mir Hilfe geholt habe.
00:20:14: Weil das war nicht gut!
00:20:16: Da hab' ich aber auch erst verstanden dass ich ein Sonntagskind bin.
00:20:19: Was ist denn eine Anpassungsstörung was du gerade erwähnt hast?
00:20:22: Anpassungsstörung ist, dir passiert irgendwas.
00:20:25: Also irgendein Ereignis und das erfordert von dir eine Anpassung.
00:20:30: Das müssen wir ständig im Leben.
00:20:32: Ein Kind kommt also hups du bist jetzt Vater dann musst du dich anpassen daran Vater zu sein.
00:20:39: ein Mensch stirbt
00:20:40: Hubs
00:20:41: der ist nicht mehr da.
00:20:42: daran muss ich mich anpassen Und da haben PsychologInnen so einen Gefühl dafür wie lange das so normalerweise dauert.
00:20:52: So, und jetzt kannst du dich aber so eine Anpassung auch verweigern.
00:20:56: Also ich habe schlichterdings nicht getraut.
00:20:58: Das ist ne Anpassungsstörung!
00:20:59: Ich passe mich nicht an das was das Leben mir bietet.
00:21:04: Also ich bin gleich mal, wenn du es magst neugierig noch mehr über deine Großmutter und dich zu erfahren.
00:21:09: So das Verhältnis.
00:21:09: weil da steckt ja auch immer ganz vieles drin und Ich habe jetzt aber auch wirklich mal selbst googeln müssen oder mir war dieser Begriff gar nicht so sehr bekannt des Sonntagskins.
00:21:18: Und wenn ich das hier so richtig lese Es ist ja ganz interessant.
00:21:22: also das heißt heutzutage sowas wie ein Glückskind ist damit gemeint Ja
00:21:25: genau okay.
00:21:27: Und was ich ganz interessant finde ist, wenn ich dann hier so den Wikipedia-Eintrag mir dazu anschaue.
00:21:32: Dann heißt es, dass das so einen gewissen Bedeutungswandel durchgemacht hat.
00:21:36: Eigentlich müsste man das Samstagskind nennen, weil's wo so aus dem Judischen kommt ... Wo der Sabbat quasi... Das
00:21:41: weiß nicht gar nicht!
00:21:42: Der Samstag als der geheiligte Wochentag gilt.
00:21:45: und dann lese ich hier, dass es so ein Bedeutsungswandel genommen hat, dass man früher damit eigentlich meinte Menschen, denen man bestimmte magische Kräfte und Fähigkeiten zusprach.
00:21:53: also es ging vom Geister sehr wurde es quasi so uninterpretiert.
00:21:57: zum Glückskind.
00:21:59: Hast du da in dem Eck auch einen Beschlag oder gar nicht?
00:22:03: Nee, habe ich nicht aber fühlt sich richtig an.
00:22:05: also für mich steckt ein Sonntagskind ganz viel drinne.
00:22:09: es passieren immer mal in meinem Leben so Dinge.
00:22:11: Ich sag dann zu meiner besten Freundin hat das Glückskin wieder zugeschlagen?
00:22:15: Also die oder das Sonntagskind hat zugeschlagen genau.
00:22:17: Das steckt für mich drinnen viel Zuversicht und aber auch viel Verbundenheit ins Leben.
00:22:24: Ich fühle mich nicht alleine.
00:22:25: Hast du mal so Beispiele, was dir da so passiert ist?
00:22:27: Also es ist sowas wie ... Du verlierst deinen Pass und durch Zufall bringt die dir der Kellner am nächsten Tag wieder oder ... Weiß ich nicht.
00:22:36: Fügungen oder was würdest du sagen, wann das bei dir?
00:22:38: Ja genau aber auch im größeren Maßstab auch gerne.
00:22:43: Ich lieg bei einer Agentur schon auf dem Ablage-Stapel weil die mit meinem bunten Lebenslauf nichts zurückkommen.
00:22:49: Und ich frag in meinem Netzwerk rum hier, ich hab mich bei der Agentur beworben.
00:22:53: Wie sind denn die so?
00:22:54: und reich so eine Liste ein von Fragen in mein Netzwerk rein.
00:22:59: Und über mehrere Stationen landet das bei jemandem, der sagt wer stellt diese Fragen?
00:23:04: Die müssen wir unbedingt sehen!
00:23:08: Das ist Sonntagskid.
00:23:09: Okay verstehe was würdest du denn sagen wenn du sowas für dich herstellen möchtest?
00:23:14: so einen Zustand.
00:23:14: also hast du da einen Anteil dran.
00:23:16: gibt es etwas wie du dich verhältst oder was du tun kannst damit dass irgendwie zu pass kommt Oder ist es so ein bisschen... Also, es ist Haltung.
00:23:23: Ist das Verhalten?
00:23:24: Was ist das?
00:23:25: Für den Verbundenheitsanteil zur Welt gibt es tatsächlich Mechaniken wie ich dahin komme.
00:23:31: Ich sag mal Skifahren ist für mich dann wenn nicht so im Floh und so mit der Welt verbunden.
00:23:36: Und ich glaube andere Leute nehmen Drogen für dieses Erlebnis.
00:23:39: Ich muss dafür skifahren.
00:23:41: Wie kann das mit einem guten Buch erzeugen?
00:23:43: Ich kann's mit Buchschreiben erzeugten.
00:23:46: So diesen Verbundenhaltsanteil.
00:23:48: Wenn mir Sachen passieren die schlimm sind oder schwierig sind, dann weiß ich einfach das Sonntagskind.
00:23:56: Das wird gut werden!
00:23:58: Ich weiß da nicht wie ihr aber die Zuversicht ist da.
00:24:01: also das ist jetzt nichts was sich erzeugen muss sondern die ist da und ich habe einmal in meinem Leben den Mangel gespürt dass diese Zuversich nicht da war.
00:24:10: das war doof.
00:24:11: Aber im Prinzip gilt das Sonnentagskind es halt.
00:24:16: Auf eine gewisse Art kann ich das Gefühl hervorrufen, wenn es um die Verbundenheit geht und was die Zuversicht angeht, kann ich halt sagen.
00:24:24: Die ist einfach...die ist da!
00:24:26: Da bin ich sehr dankbar für.
00:24:28: So eine Art Urvertrauen sozusagen?
00:24:29: Ja,
00:24:30: großes Urvertauen.
00:24:32: Und jetzt hast du eben von deiner Großmutter erzählt, die für dich ne wichtige Person war.
00:24:36: Wie ging's dir denn damit als sie dann weg war?
00:24:38: Konntest du das nachempfinden?
00:24:40: wie lange hast du vielleicht auch gebraucht um das so spüren zu können?
00:24:43: Was war so deine Reise danach?
00:24:44: Sie hat sich von mir verabschiedet und ich habe nicht verstanden, dass sie sich in den Suizid verabstedet.
00:24:52: Meine anderen Großeltern haben jeweils gespürt als das Leben von sich ging und haben sich wirklich auf eine ganz rührende Art aus dem Leben von ihren Lieben verabstätigt.
00:25:01: Und ich wähnte mich in einer ähnlichen Situation.
00:25:05: Sie war sehr krank und hatte viele Schmerzen und verlor an Kraft.
00:25:10: Dann hat sie versucht, sich zu suizidieren.
00:25:13: Die erste Runde hat nicht funktioniert und ich war danach hin-und hergerissen in einem, fühle jetzt ein offenes Gespräch mit ihr darüber.
00:25:21: Also lasse ich das zu, dass sie gehen möchte und stütze das womöglich.
00:25:26: oder muss ich jetzt alles tun um es zu verhindern?
00:25:28: Und war da sehr amivalent.
00:25:29: aber wir haben darüber gesprochen und sie hat eine Hilfe von mir verweigert.
00:25:35: also gesagt ist mein Weg, meine Entscheidung Und wir sind da relativ ambivalent auseinandergegangen.
00:25:42: und diese Ambivalenz hat mich dann als die zweite Runde, da hatte sie dann verstanden wie es sich soizidieren muss.
00:25:50: Das ist auch funktioniert und danach hatte ich so ein Zoo von Gefühlen.
00:25:57: also die Trauer konnte ich überhaupt nicht zulassen weil darüber lag Schuldbewusstsein dass ich's nicht verhindert habe oder Schuldbewusstsein, dass ich sie nicht begleitet habe.
00:26:08: Also da war es ein ganz großer Zoo.
00:26:11: Aber die Schuld in beide Richtungen, die war das was überwog und im Ergebnis hab' ich mich nicht getraut.
00:26:16: aber für meine Großmutter war halt eine unglaublich kluge selbstbestimmt so clevere Persönlichkeit.
00:26:25: Die war toll!
00:26:25: Und sie war immer da.
00:26:27: Sie war immer Da.
00:26:28: Das war einmal nicht mehr Ende?
00:26:29: Ja genau und dann war halt das Schwere auszuhalten.
00:26:32: Er hätte sich etwas tun können oder hätte ich was tun müssen.
00:26:34: Warst du wütend auf sie?
00:26:36: Viel später, zwischendurch war ich mal wütnd.
00:26:39: Heute bin ich ihr sehr dankbar weil zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht so richtig dass meine Wut gut ist und ich habe mich ein bisschen wie das so ist in der Familiendynamik so ein bisschen verloren Und hab Muster erfüllt innerhalb der Familie.
00:26:55: Keiner hat es böse gemeint aber am Ende war's nicht gut für mich und Ihr Suizid war wie einen Weckruf für mich Und ich bin ja heute wahnsinnig dankbar.
00:27:05: Das letzte große Geschenk, das sie mir gemacht hat.
00:27:07: Wie geht es dir heute mit ihr so?
00:27:11: Hast du das verarbeiten und abschließen können?
00:27:13: Ja
00:27:14: also ich weiß dass ich sehr geliebt worden bin und ich weiß, dass ich's sehr gelIEBT habe und...das ist schön!
00:27:23: War deine Oma auch ein Sonntagskind?
00:27:25: Nee meine Oma hatte im wesentlichen alter Falter sonst schweres Leben Und so eine Kette von What the fuck?
00:27:35: So.
00:27:36: Also angefangen mit dem Satz, Hitler hat mir meine Jugend geklaut und stimmte... Die war sechzehn als der Weltkrieg gegangen.
00:27:44: Krass!
00:27:45: Du bist wirklich ein Sonntagskind.
00:27:47: Na gut Machen wir uns weiter zu deinem dritten Ding.
00:27:49: Genau
00:27:51: Mein schlimmes Schlimm genug.
00:27:53: Oh erzähl mal mehr davon.
00:27:56: Ja
00:27:57: mein schlimmes schlimmen Genug ist an der Erkenntnis, die habe ich erst sehr spät in meinem Leben gefunden.
00:28:03: Ich hab relativ lange versucht auch gegenüber anderen so abzuwägen also so ein... ich weiß nicht ob du das kennst, jemand sagt so mir ist das passiert aber das ist ja nichts!
00:28:13: Also guck dir XY an, das hat viel schlimmer.
00:28:16: Das nimmt so sehr sich selbst zurück.
00:28:19: Wir versuchen dann nicht egoistisch zu sein indem wir sagen guck mal da, aber dann gucken wir nicht auf die eigenen Gefühle und nehmen uns irgendwie nicht ernst.
00:28:28: Und ich habe ein bisschen gebraucht, um rauszukriegen, dass ich sage, es ist völlig egal wie das so bei den anderen ist.
00:28:34: Es ist mein Schlimm!
00:28:35: Und mein Schlamm ist schlimm genug.
00:28:37: Ich bin hier nicht in mir Ranking also ich muss ja nicht sagen... ...ich muss jetzt dankbar sein wegen weil's bei andern schlimmer ist.
00:28:46: Das ist Quatsch!
00:28:47: Wenn mir das Leben schlimm kommt dann kommt mir das leben schlimm.
00:28:50: Punkt!
00:28:51: Mein Schlimmer ist schlimm genug.
00:28:52: Ich weiß total, was du meinst.
00:28:54: Also das eine ist ja, was da drinsteckt?
00:28:56: Da gibt es ja mittlerweile ein Wort dafür... also ich glaube, das ist das vielleicht in der Partie ist aber auch falsch.
00:29:00: What about Tism?
00:29:01: Und man sagt was und dann ja, but what about!
00:29:04: Dann findet man immer noch etwas.
00:29:06: Ja genau, so dick an das ist jetzt nicht mein Thema.
00:29:10: Genau.
00:29:11: Aber what ab out
00:29:11: ihm?!
00:29:12: Er hat irgendwie einen Fuß verloren oder?
00:29:13: Der hat sich gerade den Arm gebrochen und du hast nur ein verstauchtes Knie.
00:29:16: nach dem Motto dass man ist immer so in der Relation setzt.
00:29:21: Es muss ja gar nicht immer nur schlimm sein, es gibt ganz viele Gefühlswallungen die man haben kann, die man dann ... Ist das gerade angemessen, ich bin im Vergleich zu anderen?
00:29:32: Ist das jetzt gerade angewessen, dass ich traurig bin?
00:29:34: Dass mir was weh tut, dass dies, dass das jenes.
00:29:37: Also, kenne ich zumindest auch und... Was war der Pfad für dich da rauszukommen?
00:29:42: Ja, da war ein bisschen brutal aber hat funktioniert.
00:29:45: Ich hab Brustkrebs gehabt Und was einem, also mir zumindest vorher nicht klar war ist jeder Krebs ist anders und jeder Krebes hat andere Überlebenswahrscheinlichkeiten.
00:29:57: Was dann relativ schnell passiert ist dass Leute sich so ein ranken.
00:30:01: Da habe ich irgendwann gedacht das ist doch Quatsch!
00:30:03: Also wenn ich nichts tue gegen diesen Krebs werde ich daran sterben.
00:30:08: Bei dem einen geht es schneller bei den anderen geht's langsamer weil das ist eine lebensbedrohliche Krankheit.
00:30:14: und da hab' ich gelernt mein Schlimm ist schlimm genug Und das führt ja zu absurden Dingern.
00:30:18: Da sitzen dann Leute, also ich hab das erlebt in der Chemo.
00:30:21: wir hatten zum Glück so ein Setting wo immer nur maximal zwei Leute im Raum war für die Chemo und da sitzt eine Frau völlig verbiesert und es ist wirklich alles blöd.
00:30:32: Die Füße tun weh, sie hat fette Neuropathie, die Haare fallen aus, die Haut quillt auf... Also so Chemo ist ja auch nichts nettes ne?
00:30:40: So!
00:30:40: Dann sitzt die da und es fließt diese Zeug in sich rein.
00:30:43: Sie sagt Wir müssen ja dankbar sein Und ich denke so, Alter was ist denn jetzt hier?
00:30:47: Nee, das ist schlimm.
00:30:51: Ich finde es ganz cool, dass die Schulen medizinoffensichtlich einen Weg gefunden hat mit diesen Krebszellen zu kommen.
00:30:57: aber die Nebenwirkungen davon sind wirklich schlimm.
00:31:00: und dann sagt sie, jetzt kann man ja nicht sagen, doch das kann man sagen!
00:31:05: Also für meinen Schlimm ist schlimm genug habe ich ein Krebs gebraucht und jetzt weiß ich das Und ich hab das in Facetten gelernt, ne?
00:31:12: Also die sitzt in der Reha-Clinic und dann fängt jemand an zu weinen.
00:31:16: Und es ist völlig fertig, sei was los!
00:31:19: Ja, ich habe ja nur einen Hormonabhängigen Krebs gehabt... Der war noch nicht mal richtig da.
00:31:27: Aber das Gefühl war da, dass quasi nicht ein richtiger Krebs war.
00:31:34: Und mein Schlimm ist schlimm genug, da kann ich halt sagen ne.
00:31:36: Ist nicht witzig.
00:31:37: das ist auch eine ganz schöne Backpfeife die man davon leben kriegt und man muss sich mit seiner eigenen Endlichkeit auseinandersetzen.
00:31:43: Das ist nichts Hübsches.
00:31:44: Die haben wir alle im wesentlichen verdrängt.
00:31:47: So Ich war vor dem Krebs unsterblich bin heute Nicht mehr unsterbig.
00:31:53: also ich habe da einen ganz guten Weg gefunden damit zurecht zu kommen dass ich sterblich Bin.
00:31:58: Aber auf dem Weg dahin musste ich mich mit einer lebensbedrohlichen Krankheit auseinandersetzen.
00:32:01: Und es ist ziemlich latten, welche das ist und wie das so geht und wie schlimm oder nicht schlimm das war?
00:32:06: Oder wie doll oder wenig doll die Erfahrungen... weil das ist ja meine Erfahrung!
00:32:11: Das ist mein Leben.
00:32:14: Also mein Schlimm ist schlimm genug.
00:32:16: Da steckt also auch drin sich eigentlich mal das Gefühl zu erlauben ne?
00:32:19: Ja Warum erlaubt man sich da so viele Menschen nicht?
00:32:23: Ich glaube dass es überhaupt nicht populär zu jammern.
00:32:27: So, das darf man halt nicht.
00:32:28: Also es muss halt gut sein!
00:32:30: Ich möchte ja für andere Leute keine Belastung sein ich möchte mich nicht zumuten so ich möchte ihr schön verträglich sein, möchte beliebt sein.
00:32:39: ganz viele Leute glaube ich haben das Gefühl wenn sie das ausdrücken dann verlieren Sie was.
00:32:44: also wir dürfen nicht wütend sein das mögen wir hier nicht, wir dürfen dich jammern das möge ich nicht
00:32:54: und ich habe halt unter...also In der Krebsphase habe ich mich psychoankologisch begleiten lassen und meine Supervisoren, die ich normalerweise beruflich nutze, das habe ich einfach durchlaufen lassen.
00:33:11: Weil ich für mich Reflexionsfläche brauche, weil ich halt wusste, ich stehe da jetzt im ganz schönen Brocken gegenüber Und ich hab sehr früh zugelassen Angst um mein Leben zu haben und es war eine krasse Erfahrung Hat es mir aber auch leichter gemacht, damit umzugehen?
00:33:27: Also ich wusste dann, um welchen wertvollen Schatz ich mich bemühe.
00:33:31: Nicht kämpfe weil... also mit der Vokabel kann ich ganz wenig anfangen, den Arm herzugeben zu sagen, denn hau mal dich Jemo rein ist aus meiner Sicht wenig Kämpfen sondern das ist ein Hoffen dass die Schulmedizin schon richtet.
00:33:45: Aber nichtsdestotrotz habe ich halt dabei nochmal so deutlich gelernt, wie wichtig das ist nicht nur auf die gute Seite zu gucken sondern auch auf die schlechte und alles zuzulassen.
00:33:55: Und dann habe ich in Summe... Ich war anderthalb Jahre in denen ich nahezu nicht gearbeitet habe weil ich dazu auch nicht in der Lage war körperlich wie geistig und es war trotzdem eine gute Zeit.
00:34:13: Ich glaub unter anderem, weil ich halt da so ganz fundamentale Dinge für mich klar gekriegt hab.
00:34:17: Ich bin heute mit meinem Tod befreundet.
00:34:19: Ich weiß, wer ist immer da?
00:34:21: Just in Case!
00:34:22: Ich weiß mein schlimmes Schlimm genug... ...ich habe einen totalen Zugang zu Jammern hilft.
00:34:28: Als ich erinnere mich an so eine Situation, da meldet sich die Supervisorin... Also es war jetzt auch noch Corona.
00:34:34: ne was für ein klopptes Ding.
00:34:36: also Krebs unter Corona zu haben ist auch Noch mal eine spezielle Herausforderung.
00:34:41: und dann trafen wir uns also Remote.
00:34:43: Und wie ist es?
00:34:44: Und ich so, super!
00:34:46: Also geht!
00:34:47: Muss ja!
00:34:48: Und sieh mal...und wie geht's denn Frau
00:34:50: Andresen?!
00:34:50: Dann hab' ich ne Stunde lang darum gekämpft zu erklären dass eigentlich alles gut ist.
00:34:58: Und Sieh mal, und wie gehts
00:34:59: Ihnen?!
00:34:59: Und dann merkte ich mit jedem so..und das is doof, und das ist doof,...also alleine durchs Aussprechen wurde es leichter.
00:35:06: Ich hatte hinterher gute Laune weil Dann habe ich rausgekriegt, nee läuft ja alles super.
00:35:12: Also gibt Verrunken auf dem Weg die sich Neuropathien nennen und irgendwie weiß der Hänger was ich da gerade hatte.
00:35:20: Das ist ja ein Nebenwirkungs-Sode den man da durchleben muss und es... Da sind viele Überraschungen dabei auch viele Unschöne.
00:35:28: aber dann hab' ich gelernt mein schlimmes Schlimme genug und ich muss das nicht relativieren sondern für mich ist es ätzend dass jetzt grade irgendwas ziebt oder zappt Und ich muss nicht mich fragen, ob das bei dem anderen mehr ziebt oder zappt.
00:35:42: Mein Schlimm ist nur genug!
00:35:44: Ja, ich finde auch du hast grad gesagt, weil man sich was in den Arm reinsteckt, ist es jetzt kein Kämpfen.
00:35:48: also ich find diese Nebenwirkungen aushalten... Ich hab da eher so, ich find das die größten Horror an dieser Krankheit wenn ich das immer so erlebe wie die Leute.
00:35:54: da hast du ja gerade beschrieben und... Ja,
00:35:59: also.. Wie gesagt, ich habe mir der Vokabel kämpfen Die Idee is' auch so gesellschaftlich und jetzt kämpf und denk's weiter
00:36:06: Vielleicht eher ertragen, man trägt das.
00:36:08: Ja
00:36:08: genau und ertragen ist es halt auch nicht!
00:36:10: Ich habe das Beste daraus gemacht.
00:36:12: So ich bin jeden Tag einmal hier ums Hafenbecken gelaufen zu meinen Glanzzeilen da mich doppelt so lange gebraucht wie ich heute brauche weil wo keine weißen und runden Blütenkörperchen mehr sind ist auch kein Sauerstoff im Blut und dann wird's halt mau.
00:36:25: Da bin ich dahin geschlichen.
00:36:27: ich bin zu jeder Chemo gelaufen und auch nach Hause gelaufen also Bewegung gesucht und da habe ich das gemacht, was für mich richtig war.
00:36:34: Ich esse sowieso relativ gesund und dann hab' ich noch mal sehr auf Rohkost gesetzt.
00:36:38: Ich fand es hoch spannend, was man in dem Bereich so tun kann aber jetzt war kein Kämpfen.
00:36:44: also meine Vorstellung von Kämpfen ist eine andere weil wenn es anders ausgelaufen wäre hätte ich den Tod angenommen.
00:36:51: Ich hatte mich nicht dagegen gewährt und ich glaube dass Kämpfen immer etwas damit zu tun hat ob ich mich dagegen wäre.
00:36:58: Inwieweit hatte ich das denn an deine Oma erinnert?
00:36:59: Weil, so wie ich dich verstanden habe, hat deiner Oma auch gebrechen.
00:37:02: Es ging ihr körperlich nicht gut und sie ist den Fahrt, den du jetzt beschränken bist, nicht gegangen.
00:37:07: Hat es sich irgendwie daran erinnerte, kam das noch mal hoch?
00:37:10: Warst du vielleicht sogar mit der gleichen Frage konfrontiert?
00:37:12: Nee
00:37:13: überhaupt nicht!
00:37:14: Das ist Ihr Weg.
00:37:15: Ist nicht mein Weg.
00:37:17: Wo ich Kontakt dazu hatte... Die eigentliche Heilungsphase habe ich so auf meine Art ganz gut gemacht.
00:37:25: Und ich hab dann aber ein bisschen gebraucht und wieder tritt in mein ... Ich hab das genannt, mein neues altes Leben.
00:37:30: Also ich wusste halt es hat mich irgendwie verändert Aber ich kriegte nicht klar wie und fingen wieder an zu arbeiten also mit Wiedereinwiederung und Schnickerschnack und so und fühlte mich aber irgendwie falsch.
00:37:44: Bis dahin war klar, ich mach' das für mich, ich mache das auf meiner Art alles ist gut.
00:37:49: Dann fehlte mir irgendwie eine Richtschnur Und da hat mich dann irgendwann jemand gefragt, sag mal was würde deine Großmutter eigentlich dazu sagen?
00:37:59: Dass ich sofort ein Gefühl dafür das die Bolle stolz auf mich gewesen wäre.
00:38:03: Dann war alles gut und dann wusste ich auch wie wieder eingeladen geht wie mein Weg geht
00:38:08: so.
00:38:09: Und lustigerweise du hast gesagt du hattest einmal im Leben eine Situation wo du kein Sonntagskind warst.
00:38:13: Du hast die aber so richtig verstanden hab nicht als Zweite benutzt sondern du hättest trotzdem diese Verbindung zuversicht weil
00:38:17: ich wusste egal was passiert es wird irgendwie gut.
00:38:21: krebs ist ne Ist eine brutale Belastung, die ersten Tage nach der ersten Diagnose.
00:38:26: Wo man noch nicht weiß welches Grading, welches Level... Da weiß man ja nix, außer ich hab Krebs!
00:38:34: Die war nicht schön, die habe ich durchgeheult und hatte ganz viel Angst um mein Leben.
00:38:39: Und merkte es sich nicht bereit wäre zu gehen
00:38:44: so?
00:38:45: Das war schon wirklich exhausting.
00:38:49: In dem Zusammenhang ganz viel noch mal über meinen Mann und mich gelernt, was mich heute mit tiefer Dankbarkeit erfüllt.
00:38:54: Weil wir auch eine ganz besondere Art genau durch diese Phase zusammengegangen sind.
00:39:00: Und da habe ich mich auf das Sonntagskind verlassen und am Ende ist es auch genauso gekommen.
00:39:05: Also Ich hatte eine unglaublich gute Betreuung.
00:39:10: Meine Onkologie-Schwester war ein Knaller.
00:39:13: meine Onkologe War so zugewandt und so empathisch.
00:39:18: Mein Freundeskreis hat gestanden wie eine Eins.
00:39:22: Die sind ja so reihum erschienen, die eine war in der Lagerakupunktur zu machen und da wurde ich fertig gemacht am Tag vorher damit ich in Ruhe nicht chemo gehe.
00:39:31: Die nächste kam um mich abzuholen von der Chemo weil mein Onkolo gefand.
00:39:35: ich darf jetzt nicht nach der Chemow direkt alleine nach Hause gehen.
00:39:40: also es waren Herausforderungen das war ne Grenzerfahrung.
00:39:43: aber das war nichts was das Sonntagskind infrage gestellt hat.
00:39:47: Sag mal, bei der Krankheit Krebs.
00:39:49: Ich frag mich dabei oft und ich finde es gilt es aufzupassen dass das nicht so absolut klingt.
00:39:54: aber ich frage mich oft ob man auch einen Eigenanteil hat wenn man so eine Krankheit kriegt.
00:39:58: also ob's irgendwas gibt Dass ein so ne Krankheit auch was hinweist dass man zb Sachen in sich rein frisst oder dass es ne psychische Belastung im Leben gibt Oder zu viel Stress.
00:40:07: oder weißt du was ich meine?
00:40:09: Gibt es harte Studienlage zu die sagt nein Ernsthaft Es gab Mal Ich weiß gar nicht, wie lange das her ist.
00:40:16: Aber da gab es so was wie ... Fach?
00:40:19: Nicht fach sondern eher populär wissenschaftlich der Krebsgeist oder die Krebspsüche.
00:40:25: und dann wurde so ein Wenn du das und dass tust, dann landest du in deren Krankheit.
00:40:31: Und ich hab meinen Onkel Lungen am Anfang gefragt also bin ja sehr interessiert gesagt, hier kann ich ihn jetzt lesen.
00:40:38: Also dann sagt er, in dem Bereich nichts und nicht so wie nix.
00:40:41: Und dann sagt der, das Einzige was sie lesen können sind große Querschnittstudien die nachweisen dass es keinen Zusammenhang gibt.
00:40:47: Es gibt übrigens auch keinen Zusammengang zwischen Ich bin optimistisch an der Krebsbehandlung und dem Erfolg der Krebesbehandlungen.
00:40:56: Das ist ja wieder ganz praktisch.
00:41:01: Also ich muss mich verbiestert gute Laune haben, weil meine gute Laume und mein Optimismus haben nichts mit dem Erfolg einer Kripsbehandlung zu tun.
00:41:09: Ich habe mal eine Frau auf einem Event getroffen die unter anderem darauf spezialisiert war und ich hab das so oft festgestellt dass es ganz viele Krankheiten gibt wo's komischerweise im psychischen Bezug gibt also jemand der immer seine Wut runterschluckt er kriegt Probleme mit Magen oder keine Ahnung in der Art Dinge.
00:41:28: ja Das gibt's schon, aber die Krankheit ist nicht so.
00:41:32: Genau.
00:41:32: Zum Beispiel gibt es einen harten Zusammenhang zwischen Traumata in der Kinderzeit und Autoimmunerkrankung?
00:41:39: Der ist nachweisbar und das ist auch erklärbar, warum das so ist.
00:41:43: Also das gibt es, aber auf dem Thema Krebs gibt es keine ... Es gibt Risiken, die aber nicht am psychischen gesehen werden, sondern also wenn du viel raus hast, haste halt ein Abo-Auflungen oder Darmkrebs Wenn du viel trinkst, hast du ein richtig... Also im Grunde auf jede Krebsorte.
00:42:03: Also Alkohol und Krebs ist keine... Also selbst bei geringem Konsum ist es ein Thema.
00:42:09: So in meinem Fall gilt ich habe eine Brust der brustdichte Vier das heißt da sind einfach viele Drüsen auf einem Hoffen Und je mehr Drüsen da sind desto größer ist die Wahrscheinlichkeit dass da mal eine Fehl mutiert.
00:42:24: Wenn das Immunsystem nicht gut wach ist, dann kriegt es das nicht mit.
00:42:27: Also Krebs ist immer eine Fehlfunktion vom Immun-System.
00:42:31: Natürlich kannst du dich fragen wenn das Immunsystem gerade kaputt ist oder nicht so wach isst ob da irgendwas ist.
00:42:37: aber Das Spiel spiele ich in der Form nicht mit weil also Ich weiß ja nicht mehr genau seit wann es denen da gab.
00:42:44: also
00:42:45: So
00:42:46: das wäre was wäre hätte.
00:42:47: da beschäftige ich mich nicht.
00:42:50: Wenn wir zu deinem Punkt zurückkommen, mein Schlimm ist schlimm genug.
00:42:53: Du hast über das Thema Jammern gesprochen?
00:42:54: Ich habe erlebt oder ich erlebe so dass ein Großteil der Menschen nicht gut damit umgehen kann wenn es einem nicht gut geht.
00:43:02: also die halten das gar nicht gut aus ob du jetzt am Jammern bist oder einfach nur was erzählt oder wie auch immer du das sozusagen nach Hause kommt.
00:43:08: viele können ja damit gar nicht umgehen.
00:43:10: Hast du für dich Mittel und Wege gefunden trotzdem mit Menschen in Kontakt zu kommen oder Berührung zu finden oder den vielleicht sogar einen Zugang dazu zu liefern?
00:43:18: Weißt du vielleicht, was ich meine?
00:43:19: Das ist ja echt das Frustrierenste.
00:43:21: Wenn's einem scheiße geht und man kann es dann noch nicht mal mit jemandem teilen weil die Leute nicht umgehen können.
00:43:25: Genau also dass was ich heute mache und was sich früher schon gemacht haben.
00:43:28: Ich habe Leuten gesagt Also ich frage die Frage wie geht es hier?
00:43:33: nehmen wir nicht ernst.
00:43:35: Und ich halte es auch aus ich kann auch ich hab manchmal Dass ich ein gute Bekannte oder eine Freundin oder einen Freund treffe und dann mag ich oh heute gehts nicht um mich.
00:43:46: Dann höre ich einfach zu Und das ist mir über die Krebszeit noch mal bewusster geworden, weil ich da für mich einfordern musste.
00:43:56: Also zum Beispiel was ich ganz deutlich gegenüber allen vor allem im Engenkreis gesagt habe, hab' ich gesagt Ich verstehe dass ihr Angst um mich habt!
00:44:06: Ich kann eure Angst um sich nicht tragen!
00:44:09: Ich bin genügend mit mir selbst beschäftigt und... Da kann ich halt sagen Mein Mann, meine Freundinnen.
00:44:17: Meine Freunde, meine Eltern... Also im Grunde meine gesamte Familie hat das total gut gemacht.
00:44:24: Die haben ganz viel untereinander ausgehandelt aber sie haben mich damit nicht belästigt wäre das falsche Wort.
00:44:31: Aber es war halt... Es fühlte sich schon wie eine Last an weil ich zu sehr mit mir selber beschäftigt war und genau das gestehe ich heute auch Leuten zu.
00:44:40: also Ich bin da heute sehr fein wenn jemand sagt welche Krankheit auch immer, dann schalte ich einen Gang zurück.
00:44:49: Und dann höre ich erst mal nur zu weil ich finde... Ich weiß um diese Kraft die da drinnen liegt einfach zu sagen wie es ist und das nicht bewertet zu bekommen, nicht eingeordnet zu bekommen oder relativiert zu bekommen sondern man einfach sagen hier bin ich.
00:45:05: Und jetzt sag mal vielleicht abschließende Frage zu diesem Punkt du hast von erzählt der Tod ist für dich sowas wie dein Begleiter.
00:45:11: was ist denn heute deinen Verhältnis zum Tod?
00:45:13: Der ist halt A. Also, er ist nicht bedrohlich.
00:45:17: Früher war der bedrohlig für mich und in meiner Familie haben das relativ viele Menschen geschafft so ganz ruhig zu gehen.
00:45:24: also wir wussten es Leben geht von ihnen und sie konnten so ganz sanft gehen, können sich gut verabschieden von denen die da sind und die bleiben und ich habe heute Kontakt dazu wie das für mich funktionieren könnte.
00:45:39: wenn das kommt
00:45:42: Na gut, machen wir mal weiter.
00:45:43: Dein vierter Punkt – wie sieht der aus?
00:45:45: Hörer auf deinen Bauch!
00:45:47: Ein Klassiker hätte ich jetzt meiner gesagt.
00:45:53: Ich habe entlang gebraucht und habe immer versucht am Anfang des meines Lebens und insbesondere mit zwanzig und das ist ja das wo ich drauf zurückgegucke weil die fragen mich sehr was was da ist glaube ich hätte mir wahnsinnig viel gespart an Überlegung welche einfach meine Intuitionen früher deutlich gefolgt wäre.
00:46:11: Und es gibt Bereiche, wo ich das ganz gut konnte.
00:46:12: Also zum Beispiel bei meiner Berufswahl... Da bin ich immer mal in Leidenschaften gefolgt und habe überhaupt nicht drüber nachgedacht was andere darüber sagen oder denken könnten und wie das so ist und so.
00:46:22: Also da gleich ganz wenig Wände und Aber im Kopf.
00:46:24: aber es gibt andere Situationen wo ich also in beruflichen Konstellationen
00:46:28: z.B.,
00:46:29: wo ich so ein Gefühl hatte meine Meinung ist nur dann was wird wenn ich sie belegen kann.
00:46:34: Ich hab lange gebraucht um rauszukriegen dass Bauchgefühl, also der Bauch Das Gefühl des Herz und der Kopf, dass das drei Wahrnehmungsebenen sind die völlig gleichberechtigt sind.
00:46:50: Also du unterscheidest Herz- und Bauch sozusagen nochmal?
00:46:52: Ich
00:46:52: unterscheide Herz-und-Bauchgefühl und Herz sind für mich zwei verschiedene Sachen hier.
00:46:57: Weiß ich habe gerade eine total faszinierende Einsicht gehabt als ich über meine nächste Frage nachgedacht hab weil Ich wollte so einleiten, damit es ja manchmal diese Sätze gibt.
00:47:07: So was wie ... Hör auf deinem Bauch!
00:47:10: Mir liegt etwas schwer auf dem Herzen und so weiter.
00:47:12: Und sofort, dass du eine Bedeutung gibst.
00:47:14: Dann hab ich grade so realisiert an die Sätze ist oft dran.
00:47:17: Ich hab das für mich in der Körpertherapie festgestellt.
00:47:20: Ich habe Wut im Bauch, sagt man auch?
00:47:22: Ja.
00:47:22: Ich kann es wirklich verorten.
00:47:24: also ich merke das auch.
00:47:24: Ich merk oft Angst jetzt in der Brust, Wut sitzt im Baach.
00:47:27: Was für faszinierender Faktor bei dir.
00:47:29: Du hast gesagt, mein erster Punkt, meine Wut ist gut und die Wut liegt im Bauch.
00:47:34: Also ist das so ein bisschen auch höher auf deinem Wut eigentlich, ne?
00:47:37: Ja genau, Nutzer drängen das nicht weg.
00:47:40: Genau, nimm das ernst!
00:47:42: Schiebt es nicht nur weg.
00:47:44: Wobei ich glaube dass da ja auch die positive Intuition drin ist und nicht nur der Wut.
00:47:48: aber tatsächlich... Ja
00:47:49: total.
00:47:50: Ich glaub meine Wut ist gut, er ist eher so einen Anerkenn von niedersen gutes Gefühl also auch wenn es gesellschaftlich sanktioniert ist Und die Hörer auf deinen Bauch sind eher so ein inneres nämlich ein Wenn du so'n Gefühl hast Da ist was dran, also du musst nicht alles belegen können.
00:48:07: Und ich arbeite ja heute als Agile Coach und Agile Organisationsentwicklerin und in komplexen Systemen und auch im chaotischen System ist jetzt sozusagen die Hauptdomäne dessen wo wir uns rumtreiben Als Agile Coaches und Organisations EntwicklerInnen.
00:48:22: Dann gibt es system theoretisch keine Ursache Wirkungsbeziehung.
00:48:26: da kann Ich mich kaputt denken und dann ein gutes Gefühl zu haben für so das sagt gerade der Bauch Und denen auch ernst zu nehmen, dann probieren wir das mal.
00:48:35: Dann packen wir das irgendwie in ein Experiment ein damit es irgendwas werden kann und da so ein ganz gesundes Verhältnis zu haben.
00:48:43: Das hat ein bisschen gebraucht.
00:48:45: Ich hatte eine Situation, da drohte einem Projekt schiefzulaufen und mein damaliger Chef guckte mich ansochter was denn los?
00:48:55: Die Zahlen sagen Folgendes aber seit... Und dann sage ich irgendwie ein Datum, das war schon paar Wochen zurück.
00:49:00: Habe ich so'n komisches Gefühl mit und da so höre auf deinen Bauch.
00:49:05: Französischer Akzent schön gemacht.
00:49:07: Judit-Höre auf deinem Bauch, Sherry!
00:49:10: Ja genau, mit auch Judit.
00:49:12: Und die zeichne ich höre ich auch ganz oft wenn ich in so Situation bin, denn im Grunde höre Ich dann Laurent nochmal so in mir klingen der sagt Höre Auf Deinen Bauch.
00:49:21: Ich hab das von gesagt ein Klassiker.
00:49:22: Es ist gar nicht so sehr, dass mir das hier oft gesagt würde... Also ich glaub es ist das erste Mal in vierzig Folgen also vierzig mal fünf kannst du ja auch rechnen Dass das gesagt wird so explizit.
00:49:32: Sondern ich habe das eher im Business Kontext ganz oft gehabt wo ich extrem viel bewegt habe Das die Leute so oft gesagt haben immer wenn ich mich auf meinen Bauch geführt habe war's falsch Ja!
00:49:41: Also ich glaube das is echt ein Manko der westlichen Welt Also dieses den Kopf so über zu betonen.
00:49:48: Wir haben mit dem Abtrennen von Glauben, glaube ich, dann auch stückweit unsere Gefühle abgeschottet.
00:49:56: Und das ist ein Thema der westlichen Welt.
00:49:59: Ich erlebe, dass wir nicht mit Menschen aus Asien zum Beispiel sprechen anders, weil die sind ja irgendwie ganzheitlicher und mehr im Moment.
00:50:08: Die denken und fühlen gleichzeitiger währenddessen... In den gesellschaftskontexten, denen ich überwiegend unterwegs bin als was abgegrenztes erlebe.
00:50:19: Ja, ich glaube ich kann mir vorstellen ist es auch noch was.
00:50:21: also wenn jetzt mal bei mein geschlecht redet dass das auch so ein männliches thema ist.
00:50:25: Also das ist ja was was mit diesem rollenbild sich sogar nicht verträgt das fühlen.
00:50:29: und ich erinnere mich an eine episode die ich immer aufgenommen habe da jemand der eben denkt extrem gut ist super analytisch und meine ich sage aber was ist mit ihm empfühlen?
00:50:37: wie sind das bei dir.
00:50:39: Du meinst Gutt-Feeling?
00:50:40: Ich meine, so ja.
00:50:40: Fühlen halt ... Man sagt auch Guttfeeling, siehst du Bauchgefühl und so.
00:50:45: Ja.
00:50:46: Das ist für mich denken, wo mein Gehirn aber noch zu langsam war.
00:50:50: Mein Bauch nimmt Informationen auf und ich hab's nicht prozessiert.
00:50:53: Wenn ich postrationalisiere, dann ist es da.
00:50:55: Also mein Gehörn ist nicht auf Pace.
00:50:57: Wo ich dachte, oh mein Gott!
00:50:58: Was mit
00:50:58: dir?!
00:51:00: Und ich habe den Verdacht, dass das manchmal daran liegt... Wenn wir im Denken stark sind, ich glaub das Denken kann man ein Stück weit gleichschalten.
00:51:07: Also wenn du denkst kannst du dich mit anderen Leuten drüber unterhalten?
00:51:11: Dann kannst du Beweggründe wie so eine Liste aufmachen kannst dann guck mal das und dass.
00:51:14: und das ist meine Hypothese deswegen.
00:51:15: Da kannst du es nebeneinander legen kannst sagen okay kannst abgleichen Gefühle kannst du nicht nebenein anlegen und abglichen da kannst du nichts sagen.
00:51:21: Ich fühl das grad so.
00:51:22: und dann sagt der andere Der
00:51:23: ist ganz schön durcheinander.
00:51:24: Genau So.
00:51:25: Und mit einmal treten Sachen nach vorne die vorher nicht so da waren Und auf
00:51:29: einmal ist es so der fünfjährige, der sich nicht gesehen fühlt.
00:51:31: Weil Mama ihm das nicht erlaubt hat und in der Situation wieder rausspringt.
00:51:35: Das kommt ja dann auch die Zeitachsen da rein.
00:51:38: Wie gehst du denn jetzt damit um heutzutage?
00:51:41: Du bist ja in einem Umfeld, wo Daten und Wissen sozusagen hochgeschätzt werden.
00:51:46: Und wo man dich dafür holt, dass du was dysfunktionales in was Funktionales verwandelst so?
00:51:51: Dann kannst du ja schlecht sagen, Salü mesdame messieurs je suis judit!
00:51:55: Ich habe hier ein Bauchgefühl wir sollten mal irgendwie diese die in der Business Unit abschneiden.
00:51:59: So weißt du was ich meine.
00:52:00: also was ist denn so?
00:52:01: der Pfad den du gefunden hast um das zu... Nein
00:52:04: ich spreche das erstmal auf der Ration an und sag naja scheint mir ja hoch komplex zu sein.
00:52:08: oder klickst du hier in einer Ursache.
00:52:11: Kannst du noch einen Plan schreiben?
00:52:13: Und dann ist im Normalfall die Antwort nein und sag ich, okay.
00:52:16: Also hast du eine grobe Richtung.
00:52:17: da kann man sich hin mit einer Transition so Schritt für Schritt hin pürschen.
00:52:22: oder weißt du doch nicht mal in die Richtung, dann braucht es jetzt Experimente.
00:52:25: Wenn man auf der Suche nach den Experimenten ist und oder nach dem nächsten Schritt in der Transition, dann kann ich halt sagen was sagt denn jetzt dein Gefühl?
00:52:35: wo vermutest du denn, wo vermutet du den größten Hebel?
00:52:39: So und dann kriegt man das nie Verhandlungsmenge.
00:52:43: Das fühlt sich richtig an, ja super!
00:52:46: Das sieht nicht nur gut aus sondern es fühlt dich richtig an.
00:52:48: also da gucke ich sehr auf Sprache und arbeite auch hier mit Sprache Und dann kommt man doch schon ran.
00:52:55: Es ist
00:52:55: faszinierend wie wir das über Sprache manchmal abbilden.
00:52:57: ne?
00:52:58: Wie sprichst du selbst dann?
00:52:59: Also was sind so Worte die du wählst?
00:53:02: oder wenn du sagst achtest der auf Sprach worauf achtest du da?
00:53:05: vor allem auf die Sprachbilder.
00:53:07: Also es macht einen Unterschied, ob wir sagen das sieht gut aus und es fühlt sich richtig an.
00:53:12: Aber wenn ich das Gefühl habe ich brauche eher Intuition dann würde ich eher nach was suchen was ich nicht durch ein Aussehen bewährte sondern wo jemand aus dem Bauch sagt achja Ich
00:53:23: hatte einen Bekannten, der hat sich im Studium neben Bayern Geld verdient.
00:53:27: In dem er für großen Elektronikhersteller Spiegelreflexkameras immer in den Märkten verkauft hat und den Elektronikauchmärkten.
00:53:32: Er hat gesagt die wundert auch mal drauf geschult darauf zu achten wie die Menschen reden.
00:53:37: Und wenn sie dann sagen ja ich habe davon ein Angebot gehört dann wussten es ist eher ein auditiver Typ und dann reden die eher sozusagen über Features die halt für Leute die viel mehr hören sind relevant sind.
00:53:46: Wenn sie sagen oh ich sehe das sieht aber gut aus dann gehen Sie jetzt selber.
00:53:48: das Visuelle also ist faszinierend über die Sprache, auch so viel über uns verraten.
00:53:53: Genau
00:53:54: also das sagen wir mal sind ja die Basics aus der neurolinguistischen Programmierung, die er dann benutzt hat.
00:54:00: ich glaube dass eine besondere Form des Zuhörens wenn man sich auf die sprachbilder das gegenüber sein lassen kann.
00:54:06: Also was weiß ich noch interessant finde an dem punkt vielleicht nochmal abschließend zu betrachten ist.
00:54:12: Ich glaube es gibt ganz viele Menschen die sagen mein gefühl lag da richtig Mein Verstand nicht.
00:54:16: also ich glaube jeder hat irgendwie die Fähigkeit dazu Und viele nutzten sie aber nicht.
00:54:21: Oder glaubst du, dass es da Abstufungen gibt?
00:54:24: Ich hab die Arbeitshypothese.
00:54:25: jeder kann das!
00:54:26: Jeder kann mit dem Fühlen Informationen empfangen und für sich die richtige Entscheidung finden.
00:54:32: Das hat eine faszinierende Treffsicherheit.
00:54:35: Manche Leute gelingt das aber nicht.
00:54:36: so.
00:54:36: oder glaubst Du, dass das nicht jeder
00:54:38: kann?!
00:54:38: Ich glaube... ...dass das jeder können kann.
00:54:43: Die Frage ist ob man sich darauf einlässt Und ich glaube zum Beispiel, dass wenn ich das zulassen kann insbesondere als Coach in.
00:54:51: Dass ich dafür, dass ich dazu einen Zugang habe, dass sich dann ein besserer Coach oder Coachin bin also wenn ich anfange auseinanderzusortieren.
00:54:58: Oh warte hier ist ein Gefühl im Raum ist es meins oder deins und da brauche ich ja Kontakt zu mir selbst und muss das irgendwie hinkriegen?
00:55:04: So haben wir auch unsere Agile Business Coach Ausbildung ausgerichtet.
00:55:08: Das hatte in Persönlichkeitsentwicklung Wenn Ich mich drauf Einlasse Und ich glaube, das ist ein großes Geschenk für Menschen.
00:55:15: Wenn sie ihr Bauch und Ihr Herz gut in ihr Leben integrieren können?
00:55:22: Das Interessante an dem Gespräch mit dir ist, dass wir immer wieder an diesen Punkt kommen... ...das Leerzeichen man doch nicht!
00:55:29: Das macht man noch nicht, das sagt man noch nie, das kann ich doch nicht.
00:55:32: Also beim Fühlen auf dieses Bauchgefühl hören ist es auch so was vom Umfeld.
00:55:38: Ich frag mich manchmal, was eigentlich die Quelle davon ist Und wie kann man sich davon abschirmen?
00:55:44: Weißt du, dass wir nicht in dieses was denken die anderen von mir.
00:55:47: Was sagt der Nachbar?
00:55:48: Was darf ich denn?
00:55:49: Was ist denn angemessen?
00:55:50: Weißte was ich meine.
00:55:51: das ist ja hier auch wieder so ein Paradebeispiel.
00:55:53: also Ich glaube man braucht dazu guten Kontakt zu sich selbst.
00:55:56: und wie Du den für dich herstellst Das kann ich dir nicht sagen.
00:55:59: mein Weg ist Tagebuch zu schreiben.
00:56:01: ich schreibe Phasenweise in meinem Tag dann täglich und da gibt es wieder Funkstille sage ich mal mit mir selbst weil's so?
00:56:09: weil ich das nicht brauche.
00:56:11: Ich bin manchmal ganz erstaunt darüber, was ich schon früh klar gekriegt habe.
00:56:16: Wenn ich das zugelassen habe so kennen Menschen bei denen ist es das Gespräch also die bestimmte Vertraute in ihrem Leben haben wo die Sachen auspacken können Also eher so dialogisch sich selbst nähern.
00:56:30: So glaube da gibt's keinen Weg aber also kein generellen.
00:56:35: Aber die Frage ist halt wie kann ich das zulassen in meinem leben und ich halte dass was für zutiefst befriedigendes und schönes, weil man einen guten Kontakt zu sich selbst hat.
00:56:47: Ja, fühle ich total!
00:56:49: So also meine Mathematikkenntnisse verlassen mich hier hoffentlich nicht wenn ich richtig mitzähle dass ein Punkt noch offen ist.
00:56:55: Genau der letzte Punkt ist Ich weiß um meine Geschichte Aber ich kann das Trauma noch nicht fühlen.
00:57:02: Da steckt eine Geschichte hinter, wollte ich gerade sagen
00:57:04: Wir waren vorhin bei Warum bist du so wütend gewesen?
00:57:08: Ich hatte ein tiefes Gefühl dafür, dass mir Unrecht widerfahren ist.
00:57:12: Und kriegte das aber null klar ... Das Gefühl war da!
00:57:17: Aber ich hatte Null Kontakt dazu, wo es herkam und ich hab zwischen meinem fünften und sechsten Lebensjahrs meine Mutter schwer erkrankt und war längere Zeit weg kam wieder und hatte irgendwie eine ... Also mehrere Rippen wegoperiert, das Bauchfeld ist umgehängt worden.
00:57:37: Das hat man Reha Arzt eher gesagt er hätte noch nie so einen zerfletterten Menschen gesehen.
00:57:43: und ich wusste um diese Geschichte.
00:57:46: Ich kannte ihren Rücken, ich wuste um ihren Kampf darum normal zu sein nicht behindert sein zu wollen.
00:57:56: Alles das wusste ich?
00:57:57: Ich hatte keine Ahnung wie hoch traumatisierend diese Zeit für mich gewesen ist.
00:58:04: Und wenn ich damit zwanzig schon Zugang zu gehabt hätte, hätte ich mir viel kompliziert halten in meinem Leben erspart.
00:58:12: Mir hat neulich jemand über Trauma beigebracht.
00:58:15: als sie sagte Joelle die ganzen Menschen, die durch die Gegend laufen, die immer erzählen Sie haben einen Trauma?
00:58:21: Wenn die wirklichen Trauma hätten kann ich dir sagen da willst du ums Verreckten nicht drüber reden!
00:58:25: Da will kein Mensch wieder hin.
00:58:27: das heißt dass was du gerade so geschildert hast Da fühl ich das auch raus.
00:58:31: Deswegen kann ich das total verstehen, dass du vielleicht gar nicht so einen Zugang dazu hattest dir gar nicht bewusst war.
00:58:36: weil Trauma zeichnet ja auch anscheinend aus, dass es ein Ort ist wo man nicht gerne hingeht.
00:58:41: Also... Dass das so schlimm ist?
00:58:43: Nee den hast du komplett weggedrückt.
00:58:45: also der Mechanismus im Hirn funktioniert folgendes Du stehst in einer Situation da du die Lebensbedrohlich isst oder existenziell bedrohlig und in der Ende du gleichzeitig unmächtig bist.
00:58:59: Ich war fünf, ich hatte einen einjährigen Bruder.
00:59:03: Meine Mutter aus meiner Sicht verschwand.
00:59:05: also alle haben mit mir geredet.
00:59:07: meine Großmutter waren die ganze Zeit da.
00:59:08: mein Vater War auf eine ganz bezirzende Art für mich dar und trotzdem hatte ich das Gefühl ich bin alleine Und meine mutter ist weg.
00:59:18: Das isst für ne tünvjährige watz im grunde nicht aus.
00:59:22: und was du dann machst was der körper macht ist er kann so'n Sohn mechanismus schalten Und du wiped, also allen Ernstes die Langzeiterinnerung weg.
00:59:34: Und alles was du weggespeicherst ist in der Amygdala.
00:59:37: und sie sagt naja also warte das Gefühl das sperre ich hier mal ein.
00:59:41: Und es kostet den Körper und deinen Unterbewusstsein wahnsinnig viel Kraft dieses Gefühl da drinnen einzusperren.
00:59:49: Und dass wirklich Bezirzen rund um einen Trauma isst Also ist hältig überlebensfähig.
00:59:55: Ich hatte wahnsinnige Angst.
00:59:57: damals kriegte ich aber überhaupt nicht gefasst.
00:59:59: Ich war fünf, ich weiß gar nicht ob ich schon ein richtiges Wort für existenzielle Angst gehabt hätte und ich habe dann in meinem späteren Leben unglaubliche Dinge getan.
01:00:10: also zum Beispiel meine ganzen beruflichen Wechsel haben immer Leute zu mir gesagt du bist so mutig.
01:00:15: So heute weiß ich Wo Mut gebraucht wird.
01:00:19: ist Angst da?
01:00:19: Aber ich hatte keine Angst weil die war ja weggesperrt.
01:00:23: Das hat mich groß werden lassen.
01:00:24: Es hat mich zu einem besonderen Menschen werden lassen und gleichzeitig hatte ich keinen Zugang zu einer bestimmten Sorte von Gefühlen.
01:00:34: Ich war eine Zuwut, also ich wusste irgendwas ist hier nicht fair
01:00:39: so...
01:00:40: Und es ist nicht fair!
01:00:41: Wenn man fünf ist mir Mutter ist weg das ist nicht wer.
01:00:44: und dann so und ich hatte in dem ganzen Drama auf meine Warte Glück, weil der Rest der Familie so unglaublich gut funktioniert hat.
01:00:53: Meine Großmutter war da – genau das machte das tiefe Band aus, dass uns verbunden hat, weil die mich durch diese schwere Zeit begleitet hat und da konnte ich halt auch im Schoß krabbeln und weinen ohne zu wissen warum.
01:01:06: Mein Vater war da, der hat sich nicht nur meine Mutter ganz früher in der Zeit gekümmert sondern er ist... immer ein sehr bewusster Vater gewesen, was ich ihm hoch anrechne weil es in der Zeit völlig unüblich war und auch ein sehr aktiver Vater.
01:01:23: Und es änderte nichts daran.
01:01:24: das war traumatisierend und es brauchte dann bis ich glaube bis ich siebenundvierzig war dass die Trauma sich geöffnet hat.
01:01:35: und das Trauma öffnet sich wenn das Unterbewusstsein weiß du bist heute stark genug um diese Gefühle auszuhalten.
01:01:43: Und dann bin ich, also durch eine Traumaöffnung war, habe ich begleitet gemacht.
01:01:48: Also es öffnete sich... Ich wusste aufgrund meiner Vorerfahrung sofort was das heißt und ich hab einen schlechten Gefühl gebadet!
01:01:57: Ich bin nachts aufgewacht, nachts können wir uns schlechter kontrollieren als tagsüber.
01:02:01: da träumen wir und dann war der ganze Raum voll gefühlt.
01:02:04: und dann habe quasi der kleinen Judi, die da mit fünf lag.
01:02:07: Also das war das Gefühl und dann habe ich rausgekriegt... Oh kurz!
01:02:10: Das ist Onenmacht.
01:02:11: so fühlt sich Onenmarkt an.
01:02:12: Ach, das ist ja ein Kackgefühl.
01:02:14: Und dann paar Nächte Onen machte und bin nicht wieder aufgewacht und hab gedacht was sind das jetzt?
01:02:20: Ich fühl mich verlassen.
01:02:22: oh wow Ich war halt viel viel älter.
01:02:25: ich war stärker.
01:02:26: ich wusste ich habe Zuversicht ins Leben.
01:02:28: es wird gut werden.
01:02:30: Dann konnte ich Diese ganzen Gefühle einmal durchleben und zur Seite leben.
01:02:35: Und seitdem ist das Trauma kein Trauma mehr, seit dem kann ich Angst
01:02:39: haben.".
01:02:40: Das klingt so wie eine Reise die du da durchschritten bist über Wochen.
01:02:45: Ich meine sowas macht man doch eigentlich begleitet oder?
01:02:47: Ja
01:02:48: es dauert aufs Wochenende.
01:02:50: Aber das macht man auch nicht alleine oder?
01:02:51: Hast Du jemanden der an der Seite stand?
01:02:53: Aufgegangen ist das trauma bei einem Workshop.
01:02:57: Da habe ich irgendwann gemerkt sie stehen neben mir und ich weiß überhaupt nicht was los ist.
01:03:02: Ich wusste nicht, ich muss aus dieser Situation raus und es ist falsch.
01:03:04: Es fühlte sich so an, als wäre ich schön disseziiert.
01:03:07: Dann bin ich nach Hause gegangen, habe eine Runde gepennt, bin aufgewacht ... Und dann wusste ich, ah das ist das Trauma!
01:03:16: Da ist es!
01:03:17: Das war in einem Sonntag.
01:03:19: Also ich war am Samstag zu diesem Wurststopp im Sonntab, wo mir klar das Traum geht auch.
01:03:22: Dann hab' ich meine gute Freundin gerufen die Psychiaterin ist und gesagt Das wird jetzt ziemlich unsortiert, aber ich muss mich stabilisieren.
01:03:28: Ich hab morgen sowieso einen Termin mit einer Supervisorin.
01:03:31: Ich würde sagen, ab morgen nutze ich die nicht als SupervisorInnen sondern als Psychotherapeutin.
01:03:35: und jetzt musst du dir diese Scheiße anhören weil ich warte hier gerade in einem Gefühl von dem ich noch nicht mal weiß wie es heißt.
01:03:41: Und dann bin ich da durch und den Sonntagskind ne?
01:03:44: Ich habe eine Freundin, die ist Psychiaterin.
01:03:49: Ja.
01:03:57: Trauma ist verkörperter Schrecken, hat wurde mir beigebracht?
01:04:00: War das bei dir auch so?
01:04:01: Worauf ich mich vorbereitet habe, ist diesen fünften Punkt zu erzählen und mir war vorher klar dass ich die nach so einem Glimms von der Angst nicht damals hatte spüre und ich spüre gerade meine gesamte Hautkribbeln.
01:04:14: es gibt bestimmte Situationen wo sich meine Haut auf eine bestimmte Art anfühlt und dann weiß ich das ist sowieso ein Hauch von diesem Trauma das nochmal kommt.
01:04:23: War deine Krebserkrankung vorher oder nachher
01:04:25: Nachher.
01:04:26: Es ist heute für mich so, als würde mein Unterbewusstsein gewusst haben Scheiß wir müssen jetzt Angst haben können.
01:04:32: und hat ernsthaft ein halbes Jahr vorher gesagt So viel räume ich mal das Trauma auf weil der wartet was auf uns Was ohne angst nicht geht.
01:04:42: Ich möchte jetzt nicht übergriffig sein.
01:04:43: Deswegen, ich hoffe es stößt dich nicht vor den Kopf aber wir haben ja vorher noch darüber geredet ob's psychische Ursachen gibt für Krebs.
01:04:49: Hatt ich das...macht ich das nicht auch nachdenklich?
01:04:50: Dass du eine Angst in dir getragen hast über mehrere Jahrzehnte?
01:04:54: Ich hab die Erfahrung gemacht Angst sitzt in der Brust und das ist auch das Thema Krebs was du hattest.
01:04:59: also kamst du da nie irgendwann mal an den Punkt drüber nachzudenken ob es einen Zusammenhang gibt?
01:05:02: Und selbst wenn davon habe ich ein...
01:05:04: Ist jetzt eher aufgelöst dann ist es eigentlich auch egal.
01:05:06: ne
01:05:07: Ja und ich finde dieses was wäre hätte könnte.
01:05:10: Wolltspiel ist nicht anstrengend, hab ich keinen Bock drauf.
01:05:13: Also mein Leben ist so wie es ist!
01:05:15: Es gibt Dinge die kann ich beeinflussen und es gibt Dinge, die kann mich nicht beeinflusssen.
01:05:18: Gab's denn irgendwas im Nachhinein was du sagst?
01:05:21: Was du hättest anders machen können?
01:05:22: Weil ich habe das Gefühl... Du konntest da auch gar nicht in irgendeine Richtung steuern.
01:05:26: oder siehst du im Nach hinein was?
01:05:28: Nee, kann man nicht weil das Trauma fühlst du ja nicht.
01:05:31: Das ist ja Wesen des Traumers.
01:05:32: Der ist ja ein total geiler Schutzmechanismus.
01:05:35: also nein gemacht habe ist, zum Beispiel ich hab Mechaniken entwickelt.
01:05:42: Natürlich spürt man immer mal Angst und was ich dann gemacht habe... Ich konnte mich sehr gut durch Einkaufen belohnen also jetzt nicht im Sinne von Kaufsucht aber so ein mir geht es nicht gut.
01:05:54: Dann gucke ich nochmal ob ich irgendwie was schönes für mich finde.
01:05:57: Also mich selbst belohnt.
01:05:59: Es war so ein Mechanismus von mir mit Angst umzugehen Von dem ich schon das Gefühl hatte, der ist irgendwie anders als bei anderen.
01:06:05: Aber Himmelhockert dann ist er halt anders.
01:06:07: also das war jetzt nichts wo ich jetzt drunter gelitten hätte.
01:06:10: Hätte ich darunter geliten wäre ich womöglich in eine Therapie gegangen und dann wär man da vielleicht draufgekommen dass das am Ende des Tages das Trauma ist.
01:06:19: aber beim Trauma gilt, dass Therapeuten sich dem erst nähern wenn jemand selbst das Signal gibt.
01:06:27: Ich will dahin und ich kann das zulassen was da passiert.
01:06:31: Das heißt, worauf du warten musst ist dass die innere Stärke dafür wächst und das ist nichts was man aktiv fördern könnte.
01:06:39: Gibt es irgendeinen Zusammenhang eigentlich zwischen dem was du im Leben erlebt hast?
01:06:43: Und deiner Berufswahl?
01:06:44: wo du heute stehst?
01:06:45: Tja das weiß ich nicht!
01:06:47: Ich habe einfach gemacht auf was ich Bock hatte.
01:06:50: Wozu ich Bock hat war immer Sachen bewegen Leute in Kontakt zu bringen.
01:06:55: vielleicht gibt es den Zusammenhang dass ich zu einer bestimmten Gefühlswelt.
01:07:01: Ich glaube, weil ich den Mangel in der anderen Ecke gespürt habe sehr gut hatte und deswegen sehr empathisch bin.
01:07:08: Und das hat mir viel möglich gemacht.
01:07:09: Und gleichzeitig war ich halt lange Zeit sehr angstfrei.
01:07:12: Das hat mich sehr mutig gemacht und es hat mehr erlaubt viele Dinge zu tun über die andere Leute einfach nachgedacht hätten.
01:07:18: also insofern... Bin ja sehr früh in Führungsverantwortung gewesen.
01:07:22: Ich hab große Projekte gestemmt Und da glaube ich, da ist schon das Trauma-Wachstum, dass sie hier erfahren hat.
01:07:29: Ein großer Schlüssel zu... Also wenn es da einen Zusammenhang gibt also ein Klaren dann kenne ich ihn nicht und Tatsächlich ist er mir auch nicht wichtig.
01:07:38: Ich
01:07:38: kam einfach so drauf, weil ich faszinierend finde, dass du in einem Workshop bist, kommst nach Hause und dann rufst schon jemand an und sagst, ich hab da gerade eine Trauma-Öffnung!
01:07:46: Also das ist ja so ein überwältigender Prozess dem einen Namen zu geben den so benennen zu können, zu erkennen und dann auch sozusagen die Schritte, die daraus folgen.
01:07:55: Das ist ja fast so als wenn das was du Folge gemacht hast dich sozusagen darauf auch vorbereitet hat.
01:08:00: So kam ich drauf.
01:08:00: aber man muss ja auch nicht immer alles irgendwelche Bögen daraus bauen, um uns zu übertreiben.
01:08:07: Muss man nicht.
01:08:09: Vielleicht ist das Teil meines Sonntagskinds.
01:08:11: Es ist ja schön, dass die Ratio an der Stelle noch klar genug war zu sagen, kacke hier ist irgendwie anders als sonst und wenn ich darauf gucke wie ich da so neben mir stehe... Achso in der Nacht von dem Samstag für den Sonntag habe ich mich schon einmal wach geworden und bin so einmal richtig schön angstgebadet.
01:08:29: Ich dachte krass wo kommt denn dieses ganze Gefühl her?
01:08:32: Weil der ganze Raum war damit voll.
01:08:35: Und dann hat halt der Intellekt gesagt, ja krass es ist soweit.
01:08:40: Jetzt wird aus der Geschichte von der ich immer... Ich hab vorher von der Krankheit meiner Mutter erzählen können und dann war ich selber ihr und ihrer Geschichte und dem wie wir als Familie darauf reagiert haben und ich finde das nach wie vor faszinierend wie wir da zusammen gerückt sind.
01:08:57: meine Großmutter ist eingezogen bei meinen Eltern.
01:09:00: Meine Eltern sind nach.
01:09:02: Nachdem meine Mutter zurück war, waren wir alle Ende der Siebziger in Familientherapie.
01:09:07: Das finde ich spektakulär!
01:09:08: Also die wussten da ist irgendwas... Meine Mutter hat versucht auf ihre Art mit ihren Einschränkungen so selbstbewusst und klar umzugehen.
01:09:19: Das find' ich schon sehr bewundernswert.
01:09:21: Und das konnte ich alles erzählen.
01:09:24: Den Impact den es auf mich als Individuum hat, den hab ich nicht gefühlt.
01:09:29: Welche Berufe hatten eigentlich deine Eltern und deine Oma?
01:09:32: Mein Vater hat einen gerüttelten Maß an Berufsausbildung, sehr erfolgreicher Mensch der heute noch so ein halbes Auge in den Öko-Energien hat.
01:09:41: Ich würde sagen als Hauptberufe Bautechniker und später Versicherungskaufmann – sehr erfolgreich!
01:09:50: Sehr aufrichtiger, klarer Typ mit einer ganz authentischen Art von Führung hat und unglaublich strategisch denkt Also wahnsinnig weit nach vorne gucken kann.
01:10:03: Und meine Mutter hat gelernt, Ab- und Thekenhelferin und danach Büruckerfrau... ...und hat dann das Beruf von meinem Vater geschmissen.
01:10:13: Mein Vater sagt immer er hätte nicht das erreichen können wenn Ila seine Frau nicht gewesen wäre.
01:10:20: Meine Mutter hat damit sehr viel Akribie dafür gesorgt also hat denen den Rücken freigehalten.
01:10:24: Deine Oma?
01:10:25: Meine Großmutter hat nicht wirklich etwas gelernt.
01:10:30: Das ist halt dieses, als der Krieg vorbei war, fehlte dir einfach Lebenszeit und die ist dann vorwiegend Hausfrau gewesen.
01:10:39: Da hatte so ein kleines Stubenladen also in der Nachbarschaft konnte man da halt so Kurzfahren kaufen und hat später bei meinem Großonkel, also bei ihrem Bruder, als Haushalt sehr viel gearbeitet.
01:10:52: Also... Judith Andresen Was für ein bewegtes Gespräch und was für ein bewegtes Leben.
01:10:56: Erstens Meine Wut ist gut.
01:10:59: Punkt zwei Ich bin wirklich ein Sonntagskind.
01:11:02: Nummer drei Mein schlimm ist schlimm genug.
01:11:05: Nummer vier Hörer auf deinen Bauch.
01:11:07: Und Nummer fünf, ich weiß um meine Geschichte Aber ich kann das Trauma noch nicht fühlen
01:11:11: Genau.
01:11:12: Ja, schön!
01:11:12: Ich danke dir ganz herzlich und wünsche dir für die nächsten zweiundfünfzig Jahre viele weitere solcher tollen Learnings.
01:11:20: Das bewegt es aber vielleicht nicht.
01:11:21: so viele Hürden, paar weniger... Aber bis zum Sonntagskind du kommst ja schon durch.
01:11:25: Okay vielen Dank!
01:11:31: Wow das war ein inspirierendes Gespräch oder?
01:11:33: Denk dran jeden Freitag dem fünften Tag der Woche erscheint eine neue Folge.
01:11:37: also abonnier den Podcast unbedingt damit du keine Episode verpasst und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen.
01:11:44: Und wo wir schon über fünf Dinge sprechen, eine Fünf-Sterne-Bewertung auf der Podcastplattform deiner Wahl hilft uns sehr damit noch mehr Menschen von diesen inspirierenden Geschichten profitieren können.
01:11:53: Nehmt doch kurz Zeit dafür!
01:11:54: Genauso wie für einen Besuch auf unseren Social Media Kanälen um Updates und exzessive Inhalte zu erhalten.
01:11:58: Die Links findest du in den Shownotes.
01:11:59: Wir freuen uns nämlich bei Deine Anregungen und Feedback zu zukünftigen Themen und Gästen.
01:12:04: So bis zum nächsten Mal.
01:12:05: Bleib Inspiriert und neugierig dein Joel.
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