Bundeswehr-Veteran: Warum dein erster Job nicht dein letzter sein muss

Shownotes

Wie fühlt sich ein Leben an, das zwischen Militärflieger, Familienforscher, Krisenintervention und Ehrenamt pendelt? Herbert Wintersohl blickt auf Jahrzehnte im Cockpit und in Konfliktzonen zurück – getrieben von Neugier, Mut und tiefer Menschlichkeit. Seine Geschichten zeigen, wie Lernen und Leidenschaft immer wieder Wege öffnen, wo andere Grenzen sehen. Und warum die Kraft, Verluste zu akzeptieren, ein Schlüssel zur Zufriedenheit bleibt. Du erfährst... …wie Herbert Wintersohl seine Karriere von der Bundeswehr bis zur Familienforschung meisterte. …welche Rolle Mut und Leidenschaft in der beruflichen und persönlichen Entwicklung spielen. …warum das Bauchgefühl und die Familie als zentrale Lebensanker dienen. __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Joël Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt 👤 Herbert Wintersohl, pensionierter Berufssoldat __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 Übersicht aller Sponsoren __________________________ ||||| PLAYLISTS ||||| Lust auf mehr? Entdecke unsere Playlists mit weiteren spannenden Episoden zum Thema: __________________________ ||||| LEXIKON ||||| Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen: 🔹 Bundeswehr - Die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland, zuständig für Verteidigung und Auslandseinsätze. 🔹 Berufssoldat - Soldat, der seinen Dienstverhältnis auf unbestimmte Zeit verlängert und hauptberuflich in der Bundeswehr tätig ist. 🔹 Wehrpflichtiger - Person, die aufgrund gesetzlicher Regelungen zum Wehrdienst einberufen werden kann oder wird. 🔹 Luftwaffe - Teilstreitkraft der Bundeswehr, zuständig für Luftoperationen, Luftverteidigung und Lufttransport. 🔹 Transall C-160 - Transportflugzeug (C-160) der Transall-Konsortialbauweise, verwendet für militärische Lufttransporte. __________________________ ||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Vorstellung & Einführung ins Thema (00:13:38) Der erste Job muss nicht der letzte sein (00:29:27) Mut zur Leidenschaft und zum Lernen (00:43:56) Die Familie als wichtigster Anker (00:57:04) Auf das Bauchgefühl hören (1:04:56) Umgang mit Rückschlägen __________________________ ||||| WIR ||||| 🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun. 👉 Mit meinem Podcast digital kompakt zeige ich dir Wachstumsstrategien für dein (Digital-)Business, indem ich erfolgreiche Unternehmen und Expert:innen interviewe 👉 Mit meinem Podcast 5 Dinge mit 20 zeige ich dir, wie du persönlich wachsen kannst, indem ich inspirierende Menschen frage, was sind ihre 5 Dinge, die sie gerne schon mit 20 gewusst hätten 👉 In meinem Newsletter fasse ich dir Jeden Freitag die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten. 💛 Abonniere „digital kompakt“ auf Apple Podcasts, Spotify & Co. Wenn dir die Folge gefallen hat, hinterlasse uns bitte eine Fünf-Sterne-Bewertung! 👥 Wir streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

Transkript anzeigen

00:00:02: Man muss nicht mit dem ersten Job reich und glücklich werden.

00:00:05: In dem Moment, wo ich sagte habe Ich verpflichte mich zur Bundeswehr ging mir noch durch den Kopf was hab ich schon zu verlieren?

00:00:11: Wann hatte ich mal Angst?

00:00:12: die vorne machen ihren job gut Und ich mache meinen Job gut.

00:00:17: das war einmal in der Woche und wo wir in der Woche dazwischen waren Das wusste sie nicht hätte dass Sie wahrscheinlich aus den Medien erfahren wenn etwas passiert wäre ja und bin sicher das war die schlimmste

00:00:27: Zeit.

00:00:49: Hi five Leute, hier ist Shuel und ich habe wieder eine super inspirierende Person zu Gast die mir ihre fünf Dinge verrät.

00:00:53: Die sie gerne schon mit zwanzig gewusst hätte!

00:00:55: Und ich kann dir sagen heute ist das eine komplette Wundertüte weil der liebe Herbert Wintersol, der ist pensionierter Berufssoldat.

00:01:03: Und man muss es eigentlich so verpacken... Eigentlich ist er ganz vieles schon gewesen und auch aktuell noch!

00:01:08: Weil er war sehr aktiv in der Transportfliegerei.

00:01:10: Das heißt ich hab ihn zum Beispiel auch kennengelernt als ich auf einem Bundeswehrfest mit meinem Nachwuchs in eine Trans-ALC-Einhundertsechzig habe ich gerade gelernt gestiegen bin.

00:01:18: Da erzählte er so lebendig von seinem Job.

00:01:20: Er war nämlich unter anderem zwölf Jahre alleine in Afghanistan und hat dort Güta ausgeflogen.

00:01:24: Wenn man Herbert dabei zuhört wie er mit irgendwie zweihundfünfzig Sachen vier Meter über den Boden, vierzig Meter Spannweite mit so einem Flieger da durch die Prärieb raus muss man ja sagen.

00:01:33: Dann ist das schon ganz spannend und damit nicht genug.

00:01:36: Er hat auch noch ganz viele andere interessante Sachen gemacht.

00:01:38: Er war zum Beispiel unter anderem im Kriseninterventionsteam.

00:01:40: Das heißt er hat auch viel mit Soldaten zu tun gehabt, die natürlich kriegstraumatisiert sind und wie sie auch mit ihren Emotionen umgehen.

00:01:46: Er ist sehr aktiv in der Familienforschung.

00:01:47: also er hat mir auch erzählt er kann über alle mir was erzählen.

00:01:49: ich glaube heute werden wir uns nicht langweilen und es wird sehr sehr unterhaltsam.

00:01:52: von daher lieber Herbert schön dass du da bist!

00:01:55: Ich freue mich auch hier zu sein und führen können.

00:01:58: Ja, ich gebe gerne das weiter was ich erlebt habe und diese Geschichte in der Transahl da hat man mich sicherlich in einem ganz besonderen Umfeld auch erlebt.

00:02:08: Das hat nämlich zwanzig Jahre geprägt aber ich bin nicht selber geflogen.

00:02:12: Ich war Ladungsmeister, ich war also genau in dem Bereich zuständig indem er mich auch angetroffen hat im Laderraum und das war sicherlich die spannendste und tollste Zeit.

00:02:29: Ich meine vielleicht an der Stelle auch mal passende Hinweise für alle Zuhörenden.

00:02:32: Falls ihr natürlich irgendwie mit Kriegstraumata, also wenn das ein Thema für euch ist, Versehrtheit-Krieg allgemein dann passt gut auf euch auf!

00:02:40: Also ich glaube Triggerwarnungen sind immer so ein bisschen zwiespältig gesehen und die einen finden super, die anderen irgendwie nicht.

00:02:44: Ich finde es ganz wertvoll dass man vorher weiß worauf man sich einlässt Und ich würde sagen, wir starten mal in deine fünf Dinge rein und lernen deine Geschichte so über die Zeit kennen.

00:02:50: Dafür verrat mir noch als erstes vielleicht nochmal wie alt bist du denn?

00:02:52: Also von wo aus schauen wir zurück?

00:02:54: auf die zwanzig?

00:02:55: Ja!

00:02:55: Ich bin jetzt neunundfünfzig, stehe also kurz vor den sechsten Jahrzehnt... Ja!

00:03:00: Okay, vierzig Jahre fast in der Rückschau.

00:03:03: Cool, dann fangen wir an.

00:03:04: Was ist das erste Ding, wo du sagst mit zwanziger, dass zu wissen wer wertvoll gewesen ist?

00:03:08: Heute rückblickend sage ich, man muss nicht mit dem ersten Job reich und glücklich werden.

00:03:13: Das hat sich bei mir ganz stark nochmal ausgeprägt.

00:03:15: in den letzten Jahren war ich mal eine Zeit lang Vorsitzender von einem Förderverein für ein Gymnasium.

00:03:22: Und da haben wir natürlich die Jugendlichen begleitet auf dem Weg ins Abitur und dann immer auch die spannende Frage für diese jungen Leute was mache ich?

00:03:31: Was soll aus mir werden?

00:03:33: Der zweite Satz war einmal Es müsste was sein, wo ich dann auch relativ schnell viel Geld mit verdiene.

00:03:40: Ja, habe mich immer gesagt aber denkt dran der erste Job muss nicht der letzte sein und das will ich jetzt kurz an meinem Wertegang mal darstellen.

00:03:47: Das war nämlich auch eine Geschichte auf die ich rückblickend jetzt schon sagen kann wenn man mir mit zwanzig Jahren gesagt hätte wo ich einmal Ende und in die Pension gehe Hätte ich es für nicht sehr wahrscheinlich gehalten, mit Sicherheit.

00:04:02: Das war so bei mir.

00:04:03: Ich habe damals die Schule verlassen nach der zehnten Klasse – mit Hauptschule.

00:04:07: Danach kam eine Ausbildung zum Kaufmann.

00:04:11: Die habe ich sehr gut abgeschlossen und dann überlegt was machst du weiter?

00:04:15: Damals wäre jetzt die Alternative angestellter zu werden, kaufmädischer Angestellte eventuell sogar Filialeiter.

00:04:22: Das wäre schon der erste Schritt gewesen Aber ich hatte einen guten Abschluss und alle haben gesagt, mach was draus.

00:04:28: Und dann war meine Überlegung am liebsten wäre jetzt so ein Betriebswirtschaftsstudium Aber mit dem Hauptschulabschluss ging es nicht mal in Nordrhein-Westfalen, in ein Studium zu kommen.

00:04:38: So war die Überlegung wie geht's weiter?

00:04:40: Und dann hätte ich eine Uni gehabt, vierzig Kilometer entfernt für dieses Studium.

00:04:44: das war schon reizvoll und der zweite Bildungsweg den gab es ja damals auch schon!

00:04:48: Das war für mich eine fünfundzwanzig Kilometer entfernte Stadt.

00:04:51: da gab es einen Abendgymnasium so hieß das damals noch Und das war dann mein nächster Schritt.

00:04:57: Ich bin ins Abendsgymnasium gegangen, d.h.

00:04:59: von Montags bis Freitag jeweils von achtzehn bis einundzwanzig Uhr fünfzehn Abendschule gemacht.

00:05:04: nach der Arbeit und geplant war es folgendermaßen – das war mein erster Ansatz!

00:05:08: Ein Jahr war ein Vorbereitungsjahr und ab dem zweiten Jahr jedes Jahr einen regulären Schulabschluss zu machen.

00:05:15: Nach zwei Jahren habe ich immer noch so viel Spaß gemacht.

00:05:19: Ich werde versuchen, das bis zum Abitur durchzuziehen und hole also das Abiturt auf dem zweiten Bildungsweg nach.

00:05:25: Ich habe dann die kaufmännische Arbeit eingestellt, bin in den Containerbau gegangen damit ich ein bisschen früher Schluss hatte mit der Arbeit und mehr Zeit zum Lernen.

00:05:34: Ich hab weitergemacht und nach vier Jahren die allgemeine Hochschulreife erreicht.

00:05:42: Das heißt, ich war mit vierundzwanzig fertig.

00:05:44: Ich hatte meine Hochschulreife und mein Plan war ja immer noch danach ein Studium zu beginnen.

00:05:48: Und dann kam die Bundeswehr nicht unerwartet.

00:05:51: Die hat mich schon Jahre vorher angeschrieben und gesagt sie warten lediglich noch bis ich mit der Schule fertig bin.

00:05:57: Ich bin dann also relativ alt in die Bundeswehre eingetreten.

00:06:02: Damals war es noch für fünfzehn Monate.

00:06:05: Der erste Schritt war bei der Luftwaffe in den Ausbildungsregiment für die Grundausbildung drei Monate zu kommen was dann immer so die harte Zeit der Soldaten sein soll und es war sicherlich auch kein Geschenk, aber wer bei der Luftwaffe die Grundausbildung macht hat's doch schon gut erwischt.

00:06:22: Das ist schon mal der erste gute Schritt!

00:06:25: Und das Besondere aber war nach diesen drei Monaten gab es dann eine sogenannte Konferenz wo man dem Soldaten zwei Möglichkeiten offerierte wenn es möglich war um ihm dann zu sagen, wohin man ihn versetzt und wo er die letzten zwölf Monate verbringen kann.

00:06:39: Und bei mir war es so... Da haben sie gleich gesagt wir haben eigentlich gar nichts für Sie!

00:06:43: Ich habe schon erstaunt geschaut und da meinten sie ja was wir uns wünschen eigentlich ist dass sie bei uns bleiben.

00:06:49: Wir bieten Ihnen an hier bei uns Ausbilder zu werden.

00:06:53: drei Monate Ausbildung und das besondere wird für Sie sein.

00:06:56: als Wehrpflichtiger stehen Sie nach den drei Monaten Vordertruppe und sind nicht mehr Befehlsempfänger der im Glied steht mit allen anderen.

00:07:04: Und das war natürlich eine äußerst reizvolle Aufgabe.

00:07:08: und so habe ich mich entschieden, da bleibst du erst mal und machst jetzt Ausbilder.

00:07:13: Eine dreimonatige Ausbildung nannte sich Ausbildung zum Ausbildern.

00:07:18: Das war natürlich so gut dass ich dann gesagt habe okay das mache ich noch gerne noch ein bisschen länger.

00:07:24: und dann tat sich aber eine neue Möglichkeit auf.

00:07:26: Ein Kamerad hat gesagt den geht zurück nach Bayern an die Luftlande-Lufttransportschule.

00:07:32: Also wieder eine Schule, aber spezialisiert auf die Begleitung für den Lufttransport und Luftlandenunternehmen der Bundeswehr.

00:07:41: Fand ich äußerst reizvoll, bin mit ihm runter.

00:07:44: und nach einer kurzen Grundeinweisung in alles was an dieser Schule so passieren kann wurde ich gefragt ob ich nicht Lust hätte in einen Spezialstab zu gehen und zwar nannte sich der ATV.

00:08:03: Die Bundeswehr lebt ja von Abkürzungen, und ATV steht für Auswertung Truppenversuche und Vorschriften.

00:08:09: Und das muss man sich folgendermaßen vorstellen – in diesem Stabsitzen erfahrene Soldaten die Truppen- versuche durchführen bei der Einführung neuen Materials Die Einführung begleiten, indem sie auswerten.

00:08:23: Was aus der Truppe zurückkommt ist die Sache gut und schlecht.

00:08:26: Wo gibt es Probleme?

00:08:28: Und im letzten Schritt alles in die Vorschriften einarbeiten.

00:08:32: Speziatschab ATV habe ich dann auch ein Jahr gemacht.

00:08:36: Dann wurde ich gefragt ob ich nicht Lust hätte dort an der Schule direkt in die Ausbildung zu wechseln und zwar die Ausbildung für Lufttransport.

00:08:43: Das war damals die Ausbildung, ist es eigentlich heute noch alles zu transportieren mit Hubschraubern und Flugzeugen der Bundeswehr als Innen- und als Außenlast.

00:08:52: Außenlast kann man sich so vorstellen in einem Netz hängt es unten drunter.

00:08:55: Der klassische Fall einer Außenlass ist der Feuerlöschbehälter, der unter dem Hubschauber hängt.

00:09:00: Lastentransport wie gesagt Innen-und Außenlasst.

00:09:02: dann war ich wie gesagt tätig als Ausbilder für LuftTransport.

00:09:08: Hochwertigste Ausbildung in diesem ganzen Bereich war die der Luftfahrzeug-Ladungsmeister Transall.

00:09:16: Das heißt, die letztendlich eigenverantwortlich die Transall beladen damit nicht nur die Schwerpunktberechnung und im Bereich auch die Trimmung mit übernehmen sondern mit der Crew zusammen entscheiden was kann ich wann wie transportieren?

00:09:30: Die haben wir auch ausgebildet.

00:09:31: und dann kam einer meiner Vorgesetzter irgendwann gesagt es wird Zeit dass du dich weiterentwickelst.

00:09:37: Es ist gerade eine Ausschreibung, es gibt Bewerbungsmöglichkeiten als Ladungsmeistertransal.

00:09:44: Das war natürlich für mich schon ne größere Entscheidung weil zum einen kam damit die Versetzung das wäre also die Versetzung von der Schule weg in ein Transportverband gewesen und eine sehr anspruchsvolle zweijährige Ausbildung Sprachleistungskurs über Lebenland über Lebensee alles was dazu gehört.

00:10:02: und dann hat er gesagt wie gesagt vor Gesetzesentwicklung soll sich weiter entwickeln Hier, das kannst du und wenn du dich bewerbst mit der Geschichte oder der Historie die Du hast ist das völlig unstrittig.

00:10:14: Du kannst es sofort

00:10:15: werden.".

00:10:15: Und ich habe dann einen Wochenende überlegt.

00:10:17: Dann gesagt ja machen wir!

00:10:19: So bin ich in die Transporterei gekommen.

00:10:22: ein toller Schritt und bin von dieser Verwendung aus noch zwanzig Jahre in der Welt rumgeflogen bis zur Pensionierung.

00:10:31: Das war die richtige Entscheidung auf jeden Fall rückblickend toll.

00:10:36: Aber.

00:10:37: und jetzt kommt das Fazit.

00:10:38: Und damit komme ich zurück auf meine eigentlichen Punkt, wo ich hin wollte.

00:10:42: Mir war nach meiner kaufmännischen Ausbildung nur bedingt klar, wo es hingehen sollte aber das attraktive Angebot der Bundeswehr habe ich dann angenommen.

00:10:52: daraus hat sich von einem zum anderen was entwickelt.

00:10:55: Was ich immer hatte waren gute Mentoren.

00:10:58: Immer gab es Leute die zu mir gekommen sind und gesagt haben macht dies mach dass Mach jenes, ich hab immer ihnen vertraut weil ich immer gedacht habe wer mich so fragt der traut es mir ja auch zu.

00:11:09: Der will mich ja dort haben weil er mich dort sieht.

00:11:12: Die wichtigste Entscheidung war sicherlich der der gesagt hat wechsel komplett gehen die gehen die fliegerei und macht das.

00:11:19: Ich muss ehrlich sagen ich hatte immer gute mentoren Und bin eigentlich total glücklich dass das so passiert ist wie es passiert ist.

00:11:28: Und jetzt komme ich zurück zu meiner ersten Geschichte.

00:11:30: Man muss nicht mit dem ersten Job reich und glücklich werden, auch für mich war mit zwanzig nicht klar in dem Moment wo gesagt habe Ich verpflichte mich zur Bundeswehr ging mir noch durch den Kopf was hab ich schon zu verlieren?

00:11:41: Ich bin ja noch jung und es ist ja kein Vertrag auf Lebenszeit das ist ja immer erst so zwei Jahre vier Jahre und irgendwann kann man aus der Verwendung heraus zum Beruf Soldaten werden.

00:11:53: Das habe ich dann gemacht und ich bin eigentlich total glücklich.

00:11:59: Und noch etwas, bei meiner Frau war es genau anders!

00:12:03: Die hat sich mit neunundvierzig Jahren komplett neu erfunden.

00:12:07: Das ist eine gelernte Bibliothekarin, hat jahrelang in zwei Verwendungen im Bibliotixwesen gearbeitet unter anderem einer die war total spannend da bin ich auch einmal dabei gewesen im Bukovina Institut.

00:12:21: Die Bukowina ist ein Gebiet, ein ehemaliges altes deutsches Gebiet das bis in die Ukraine reichte.

00:12:27: Und aus diesem Gebiet gab es vor zehn und zwanzig Jahren noch lebende Zeitzeugen, die dort herkamen und diese Heimat, die alte Heimat pflegten und die voller Sehnsüchte waren.

00:12:39: Und sie sind zweimal mit dem Bus im Jahr mit dem bus in die ukraine gefahren mit diesen Leuten.

00:12:46: Danach kamen zwei andere Verwendungen, die Kinder kamen und dann ist sie in den Einkauf gegangen.

00:12:52: Und da wurde ihr dann aber klar dass diese ganze Arbeit just-in-time also verantwortlich für den Einkaufen und am Freitag alles zu bestellen damit es am Montag um neun kommt weil um elf die Produktion mit diesen Teilen beginnt ja live erlebt, dass sie am Wochenende kaum schlafen konnte.

00:13:14: Weil sie gesagt hat es gibt schlechtes Wetter und wenn der um neun nicht kommt dann steht um elf die Produktion.

00:13:20: Dann hat sie noch ein bisschen mit sich gehadert und irgendwann reift sie dieser Entschluss ich mach was anderes.

00:13:25: Ich muss hier raus und ich muss irgendwas machen.

00:13:28: Sie hat nicht gesagt was mir Spaß macht aber einfach etwas anderes.

00:13:31: Und dann hat sie mit neunundvierzig Jahren entschieden sie macht eine dreijährige Ausbildung zur generalisierten Pflegefachkraft Und ist jetzt Wohnbereichsleiterin im Seniorenheim und besucht ab nächste Woche wieder die Schule, um noch weiterzukommen.

00:13:47: Und sagt – Jetzt?

00:13:49: Wenn ich es wissen wollte wahrscheinlich jeden Tag!

00:13:52: Es war genau die richtige Entscheidung.

00:13:54: Also man kann jederzeit die Kurve kriegen... Ja, ich denke man sollte diesen Mut haben zu sagen ja ich mache das und ich muss auch sagen aus meiner Frau da gemacht hat, das war ja noch krasser.

00:14:07: Bei mir war es immer, ich bin in der Bundeswehr geblieben und bin so step by step durch die Bundeswehr gewandert.

00:14:14: Bei ihr war's tatsächlich auf dem Absatz kehrt wie wir sagen würden ums mal wieder in der bundeswehrsprache auszudrücken auf dem absatz kehrt und in eine andere Richtung

00:14:23: marsch.

00:14:24: Er weiß ja auch total ungewöhnlich weil normalerweise war es ja an deiner generation so dass man einen job gemacht hat und den gefühlt sein leben lang.

00:14:31: Also ich hab das immer so wahrgenommen, ist ja dann so meine Elterngeneration oder ein bisschen jünger.

00:14:36: Der Papa arbeitet in der Firma und da verpflichtet man sich aufs Leben.

00:14:39: so gefühlt aber mindestens mal fünfzehn Jahre.

00:14:41: Und dieses Wechseln im Berufen ist eher so in meiner Generation langsam aufgekommen.

00:14:46: von daher warst du da auch so ein bisschen exot?

00:14:48: Oder hast Du so ein paar bestimmte Eigenschaften an Dir dass dir das leicht fiel durch solche unterschiedlichen Berufe durchzugehen.

00:14:54: Ja

00:14:54: ich denke schon.

00:14:55: also mein zweiter Punkt und es ist eine ganz hervorragende Überleitung gewesen ist nämlich Mut zur Leidenschaft.

00:15:04: Und eine Leidenschaft bei mir, vielleicht klingt es ein bisschen überheblich war aber immer die Freude am Lernen.

00:15:10: also ich habe immer unheimlich Spaß daran gehabt etwas Neues zu lernen Aber auch mich in Themen reinzufuchsen Die völlig abseits meiner bisherigen Wege waren.

00:15:21: Bei der Bundeswehr ist es leicht wenn man bereit ist einen angebotenen Wechsel auch zu akzeptieren.

00:15:28: Das ist ja bei uns immer verbunden mit Lehrgängen, die Bundeswehr ist glaube ich der Verein, der einen am meisten dazu zwingt bis zum Ende zu lernen.

00:15:37: Immer wieder gibt es Auffrischungs- und Wiederholungslehrgänge.

00:15:41: Man macht was ganz Neues dann sieht irgendein Chef ein ganz woanders.

00:15:45: also das ist nicht alles ganz so freiwillig bei der Bundeswehr aber viele Dinge da wird man gerade doch ich denke bei der Luftwaffe sehr häufig gefragt, ob man das auch will.

00:15:53: Der Chef setzt den Willen schon voraus aber es ist möglich.

00:15:58: Das war das eine und diese Art von Leidenschaft hat mich immer getrieben leicht gemacht, irgendwo hinzugehen.

00:16:10: Und ich kann mir Themen raussuchen und in die fuchse ich mich dann rein.

00:16:14: Ich habe... ...九zehundneinzig.

00:16:17: Da war ich schon im Bereich Familienforschung unterwegs und hatte eine Familiengeschichte da zusammengestellt.

00:16:23: Und da trat sich auf dass der Urhof, der Hof wo die meisten von diesen Familienmitgliedern her kamen, der sollte saniert werden.

00:16:31: Und zwar war das ein Fachwerkhaus von siebzehnhundert neunundvierzig.

00:16:34: Das hat man komplett abgelegt auf dem Boden hat schlechter Hölzer erneuert, hat das Haus wieder aufgestellt als Fachwerkhaus.

00:16:42: Und das war für mich optimal!

00:16:45: So hatte ich eine Familiengeschichte und konnte diesen Holzfachwerkbau im Saorland einfach mal von Grund auf begleiten.

00:16:52: Die erste Ausstellung war tatsächlich die Ausstellung alles unter Dach und Fach – die Geschichte eines saurländischen Bauernhauses mit der Familie, die drin war.

00:17:00: Die Familie von fifteen hundertundachtzig etwa bis in die Gegenwart Die Geschichte des Hauses von unheimlich bis heute.

00:17:09: Da ging es darum, sich da reinzufuchsen.

00:17:11: Was ist das Besondere am Holzbau?

00:17:13: Was zeichnet die aus?

00:17:14: und warum ist ein Fachwerk Haus-Erdbeben sicher?

00:17:18: Wie hat man Dämmungen gemacht?

00:17:19: wie wurden Löcher gebohrt?

00:17:21: Ich könnte jetzt schon wieder viel darüber erzählen aber ich will einen Schritt weiter gehen.

00:17:26: Und dann war diese Sache zu Ende und sieben hatte ich eine neue Idee.

00:17:32: Ich hatte zu Hause in meiner persönlichen Sammlung, weil wer sich mit dem alten Zeug beschäftigt gerade auf einem Bauernhof, der findet ja immer das ein oder andere.

00:17:40: und ich hatte auch einen Vater, der schon vor mir unglaublich viele Dinge aufgehoben hat.

00:17:46: also er war kein Sammler aber ein Bauer hat immer Platz in seinen Scheunen, in seinen Stadeln im Wald.

00:17:53: Das war immer irgendwo weit.

00:17:55: Und ich hatte da eine große Freude dran und irgendwann zeigte er mir einen Weihnachtsbaum-Ständer, dunkelblau, und sagt der ist von dem ehemaligen Flüchtling die bei uns im alten Wohnhaus waren und der ist hergestellt worden aus den Boden einer Geschosshülse.

00:18:11: also man hat ja große Geschosse, acht acht und dann hat man so ne große Messinghülsen und das Bodenstück wo auch das Zündloch drin ist.

00:18:18: daraus hat man einen Weihnachtsständer gemacht Und ich war kurz danach auf einem Flohmarkt und da bekam ich einen Durchschlag, so ein Sieb.

00:18:28: So Küchensieb wie so Nudelsieb!

00:18:30: Das war hergestellt worden aus einem alten Stahlhelm.

00:18:34: Und das ist natürlich total spannend.

00:18:36: Dann habe ich im Jahr die Idee von dem Jahr für den Jahr im Jahr- und Jahrzehntag im Nachkriegsdeutschland.

00:18:45: Und im Jahr und zwei Tausend Sieben habe ich mich ins Thema reingefuchst.

00:18:51: In dem Jahr und Zwei Tausende Neun gab es die erste Ausstellung zu diesem Thema, das war deshalb toll weil das tolle eine Ausstellung ist.

00:19:00: Es kommen ja Menschen und wenn Menschen kommen, kommen nicht selten Zeitzeugen!

00:19:04: Das war für mich natürlich ... das war ja Wasser auf die Mühle.

00:19:09: Er erzählt dass er selbst erlebt hat, dass er's gehabt hat Die Krönung des Sahnerhäubchen dieser Geschichten war immer, wenn jemand etwas mitbracht.

00:19:19: Weil ich immer gesagt habe, bringt das mit, zeigt es mir!

00:19:21: Ich weiß so viel ja noch nicht.

00:19:22: Mittlerweile sind das ungefähr drei unter der Exponate und immer wieder und regelmäßig gehen Teile davon in die Museen.

00:19:30: Also momentan hab' ich zehn Exponaten im Oberschönenfeld.

00:19:34: Selbst noch diese Ausstellung, die betreibst du sozusagen selbst noch weiter?

00:19:38: Ja ja das geht weiter.

00:19:39: Ich bin damit unterwegs.

00:19:40: wenn die eine haben will baue ich sie auf.

00:19:42: Ich kann den ins Auto packen, packt die dann dort aus.

00:19:45: Ich zeige die in Schulen und in Ausstellungsräumen.

00:19:48: letztens war ein Verein dort der wollte die sehen.

00:19:52: Das geht schon!

00:19:53: Und die Museen kommen mittlerweile auch und fragen an.

00:19:56: also jetzt im Moment läuft im zeitgeschichtliche Museum in Leipzig oder Museum zur Zeitgeschichte Leipzig, weiß ich nicht.

00:20:04: Auf jeden Fall haben die eine Gartenbau-Ausstellung und dort ist ein Rechen zu sehen der aus Gewährmonitionshülsen hergestellt wurde.

00:20:10: Man hat die Hülsen aufgereiht durch einen Rohr getrieben und damit ein Gartenrechen hergestellt.

00:20:16: Und die anderen Museen bisher das war einmal da war das Thema Abcycling.

00:20:21: Damit bin ich natürlich auch immer in einer kleinen Zeitphase vertreten und das andere war Do It Yourself.

00:20:28: Was kann ich aus anderen Dingen machen?

00:20:31: Und da war ich auch mit mehreren Exponatenverträgen.

00:20:34: Also das ist etwas, was mich immer noch umtreibt und ich kaufe auch noch an – immer noch zu diesem Thema!

00:20:41: Was ist ja phänomenal, was du für eine Neugierde auf die Welt hast?

00:20:44: Und wie interessiert du bist am Lernen.

00:20:46: also

00:20:46: großartig?!

00:20:47: Ja, das geht doch weiter... Ich habe noch eine interessante Geschichte weil sie ja wirklich wieder so ganz….

00:20:55: Mir ist es immer wichtig Weil es sind Sachen, mit denen ich mich vorher nie beschäftigt habe.

00:20:59: Die mich aber dann so neugierig machen.

00:21:02: Ich war noch in der Kaserne im Fliegerischen Dienst.

00:21:06: Da kam eine Anfrage mit einem Foto und die Anfrage war von einem Museum in der Nachbarstadt in Landsberg ob das die Kaserne denn sei?

00:21:16: Das Foto zeigt ist die Kasernen in der Johnny Cash war und ich nein ja weil wir kommen sie überhaupt an das Foto?

00:21:25: Ja, sagte die Frau dann.

00:21:27: Wir machen hier in Landsberg, das war direkt vor der Kaserne.

00:21:30: Direkt die Stadt neben der Kaseine.

00:21:32: Machen wir eine Ausstellung zu Johnny Cash und er war in Landsburg in der Kazeine.

00:21:36: Und ich war ja auch dort, wie er soll da dort gewesen.

00:21:38: Dann sage ich, aha!

00:21:39: Das ist ja interessant.

00:21:40: Ja, sagt sie ihm, ist ja ein bisschen schade weil der war in ihrer Kasernee stationiert aber selbst wir als Ausstellungsmacher waren noch nicht in der Kaserne.

00:21:50: Das ist mal überhaupt kein Problem.

00:21:52: Morgen früh um neun stehen Sie ja... an der Wache, wie man so schön sagt und dann hole ich sie ab und da zeige ich Ihnen das.

00:21:59: Und die waren tatsächlich mit der Ausstellung schon soweit dass Sie gesagt haben es steht jetzt kurz vor der Eröffnung.

00:22:05: Sie haben das erste Mal überhaupt die Kaserne von innen gesehen.

00:22:10: Das war für mich natürlich ein Ansatz.

00:22:11: was können wir noch tun?

00:22:14: Und das Einzige, was ich organisieren konnte mit denen zusammen war dann eine Busstour.

00:22:18: Im Rahmen der Ausstellung konnte man eine Bus-Tour mieten und in der Kaserne rumfahren – und ich habe ihn dann gezeigt auf den Spuren von Johnny Cash, aus dem Jahr dekandle.

00:22:29: War ein bisschen schwierig aber ich bin heute noch dankbar allen Beteiligten vor allem der Kaseine.

00:22:35: Wir hatten eine Kaserna, in der noch Flugbetrieb war.

00:22:39: Eine Kasernae mit Flugbetrieb ist immer auch ein Sicherheitstechnisch ein sensibler Bereich, muss man ganz ehrlich sagen.

00:22:46: Aber sie haben es damals genehmigt.

00:22:47: ich durfte im Bus in der Kaserne rumfahren wir durften halt nur nicht rumlaufen und das war eine tolle Aktion!

00:22:53: Und dann kam der BR drauf und wir haben einen siebenminütigen Beitrag in der Kultur-Sendung Capriccio bekommen für die Ausstellung Johnny Cash und die Führung durch die Kaserner mit dem... Auch das freut mich weil es auch wieder ein Thema war.

00:23:09: Mit dem hatte ich mich vorher überhaupt nicht beschäftigt.

00:23:11: Ich wusste das nicht einmal und bei der Überprüfung kam dann raus, dass es bis heute keinen Biografen gibt, der jemals in der Kaserne war.

00:23:22: Alle konnten nur schreiben, dass er dort war aber nicht wo genau und wie und was?

00:23:28: Und den Biografen fehlte auch der militärische Background.

00:23:33: Das habe ich jetzt seit... ...zwo tausend?

00:23:35: Wann haben wir das gehabt?

00:23:37: Fünfzehn?

00:23:38: Also, heute glaube ich bin ich der beste Kenner von Johnny Cash in Deutschland.

00:23:45: Ich kann die Lieder benennen, die in Landsberg entstanden sind.

00:23:49: Ich kan die Orte benennen wo er gewesen ist... ...ich kann das Umfeld benennen.

00:23:53: und eins kann ich heute rückblickend sicher sagen und da schließe ich mich einer Professorin aus Augsburg an, der Frau Edith Rhein, die gesagt hat zum Musiker wurde er in landsberg und diese vier jahre haben ihn absolut geprägt, aber das wäre ein eigenes thema auch wieder nur um zu zeigen.

00:24:14: Und dass ist jetzt das fazit aus diesem langen weg dahin mut zur leidenschaft Mut zu lernen und Freude am menschen also die freude am miteinander.

00:24:27: was mich ja dabei noch beschäftigt ist der folgende frage Warum hast du mit dem Bildungsweg, ich habe ja mal krassen Respekt davor wenn Leute auf den zweiten Bildungswegs sozusagen was nachholen.

00:24:36: Auf dem ersten solche Probleme gehabt.

00:24:38: also wie kam es dass du nicht unmittelbar Abitur gemacht hast?

00:24:40: Was waren dir die Steine im Weg?

00:24:42: Nein nein nein jetzt muss sich einen anderen Punkt etwas vorwegnemen.

00:24:48: Ich bin groß geworden in der Landwirtschaft und Es war überhaupt keine Option auch bei guten Leistungen ins Gymnasium zu gehen.

00:24:58: Das war gar keine Option.

00:24:59: Die Frage stellte sich auch nicht, ich war vielleicht immer schon aufgeweckt aber das wäre auch gar keine option gewesen.

00:25:07: und diese in dieser phase landwirtschaft hatte die bildung und auch dass lernen von mir nicht so die priorität.

00:25:16: man war da den ganzen tag eingebunden.

00:25:18: als ich geboren wurde meine Eltern gerade den Aussiedlerhof bezogen.

00:25:22: Das heißt, der Hof wird komplett neu gebaut außerhalb des Ortskernes und die Flächen rum werden arrondiert.

00:25:29: also haben meine Eltern sich ihr Leben lang krumm- und buckelig gearbeitet um den Hof zu erhalten groß werden zu lassen damit sie den Kindern was übergeben können.

00:25:38: Und da war Abitur.

00:25:39: das hätte auch bedeutet eine Fahrt in die Stadt von in der Nachbarstadt war.

00:25:49: Also drei Kilometer über dem Berg, ich komme hier aus dem Sauerland, Land der Tausend Berge.

00:25:54: bei uns wird das in der Entfernung gemessen.

00:25:56: wie viel berge musste überqueren um dort zu sein?

00:25:58: und da war nur ein Berg dazwischen also es war quasi vor der Tür.

00:26:02: nein das war nie eine böse Absicht und auch nicht weil dies nicht gekonnt hätte.

00:26:07: ich kann Rückblick nicht mal sagen ob es gereicht hätte für das Gymnasium, weil sich die Frage gar nicht gestellt hat.

00:26:13: Also wie wir das heute haben diese ganz frühen Auswahlentscheidungen schon ab der dritten Klasse.

00:26:19: pass auf meinen Sohn.

00:26:20: in der vierten Klasse kommt die Entscheidung fürs Gymnasiums willst du oder willst du nicht?

00:26:25: Nein!

00:26:26: Hat sich nie gestellt.

00:26:27: Aber es ist ja krass, da hast du dich auch wirklich gegen Widerstände durchgesetzt.

00:26:30: Auch wenn sie gar nicht absichtlich waren... Also wenn ich's richtig mitgeschnitten hab, war deine Abendschule ca.

00:26:35: um zwanzig Kilometer entfernt?

00:26:37: Da warst ein paar sauberländische Berge mehr unterwegs!

00:26:39: Ja das stimmt schon, aber und dann muss ich meine Eltern wieder in Schutz nehmen.

00:26:44: Die haben sich nie unseren Interessen in den Weg gestellt.

00:26:47: Das war sogar ganz anders und deshalb ist mir... Ich komme jetzt ein bisschen vorab auf Familie zu sprechen.

00:26:54: Das war auch was Besonderes, muss ich ganz ehrlich sagen.

00:26:57: Meine Eltern haben ja alles wirklich alles daran gesetzt dass die Kinder einen Hof übernehmen können.

00:27:04: der Top da steht.

00:27:05: mein Vater war leidenschaftlicher Bauer.

00:27:08: wir waren das über Jahrhunderte immer schon.

00:27:11: bis fifteen hundert fünf sechzig komme ich mit meinen vorfahren aber ich bin mir sicher auch davor haben sie nichts anderes gemacht.

00:27:18: so und irgendwann war absehbar Dass keines der drei kinder diesen hof übernehmen will.

00:27:25: Es gab aber nie eine Diskussion und was unsere Interessen anging, wer irgendwelche Hobbys hatte.

00:27:31: Da gab es nie irgendeinen Einwand.

00:27:34: also das muss man ganz ehrlich sagen und das rechn ich Ihnen heute noch hoch an.

00:27:39: immer war nur ja okay ok und Ich habe mich dann irgendwann bei der Bundeswehr verpflichtet.

00:27:45: Das war natürlich schon krass weil da konnten sie ja schon absehen das könnte Schiefgehen, die erste Verwendung war zu hundertfünfzig Kilometer entfernt und dann kam der nächste Schritt.

00:27:56: Die Versetzung nach Bayern und das waren dann sechshundert Kilometer.

00:28:00: Und dann kam das Berufssoldatentum.

00:28:02: und selbst da wo klar war dass das wird nichts mehr mit dem Hof, kam nur der Standardsatz von ihnen ja wenn du meinst.

00:28:13: Das ist einfach toll!

00:28:15: muss ich schon sagen.

00:28:16: Und wenn ich jetzt noch mal ganz kurz auf deine ersten Satz zurückkomme, man muss nicht mit dem ersten Jobbereich unglücklich werden?

00:28:22: Es klang für mich aber nicht so als wenn du bei deinen gesamten Stationen unglücklich warst.

00:28:26: also ich habe fast den Eingrück, du hast dich von einem Glück zum anderen weiterentwickelt.

00:28:29: kann das sein?

00:28:31: Ja!

00:28:32: Also wenn... Ich jetzt zurückblicke und wenn man nochmal auf meine Geschichte schaut wie ich gerade erzählt hab ja sitze ich tatsächlich hier und bin rund um zufrieden Mit meinem Leben mit den Menschen um mich herum.

00:28:47: Mit allem, ja?

00:28:48: Ja muss ich ganz ehrlich sagen ist tatsächlich so.

00:28:51: Und sag mal auch wenn es vielleicht ein bisschen auf Topik jetzt von den reinen fünf Dingen ist aber wenn du mir sowas schon erzählst dass du irgendwie in Mali warst das du in Afghanistan warst, dass du in Äthiopien bei ich hab's ja erzählt ich glaub fünf Meter Flughöhe mit einem Flugzeug was vierzig Meter Spannbreite hat bei zweihundertfünfzig Sachen hinten die Container rausgeschmissen hast also ich habe sie ja live bei dir gesehen.

00:29:11: Was war das für ein Leben?

00:29:13: Wie fühlte sich das an?

00:29:14: Die Fliegerei

00:29:14: ist hochspannend.

00:29:17: Das ist sicherlich das, ich denke schon, das Tollste was man erleben kann.

00:29:21: Man lernt viele Dinge.

00:29:23: ja jetzt ist es sicherlich.

00:29:24: der erste Gedanke ist hat man Angst?

00:29:28: nein Angst nicht.

00:29:30: Angst nicht!

00:29:31: Das ist etwas ganz interessantes.

00:29:32: Ich habe lange überlegt auch bei diesen Seminaren da mit Soldaten nach dem Einsatz Mich er immer selbst reflektiert, wann hatte ich mal Angst?

00:29:43: Nein.

00:29:44: Es war das absolute Vertrauen in der Besatzung.

00:29:47: Die vorne machen ihren Job gut und ich mache meinen Job gut Und zusammen machen wir unseren Job gut Dass man so etwas macht.

00:29:58: Man ist dann in dem Moment wo es ums Absetzen geht.

00:30:01: Ich selbst war ja in Äthiopien nicht dabei, wir haben das Verfahren später in der Bundeswehr ja in die Vorschriften übernommen.

00:30:07: ich habe also auch dieses Verfahren geflogen.

00:30:09: dann ist man unglaublich professionell!

00:30:13: Man macht sein Ding, man spult seine erforderlichen Schritte und Maßnahmen sie spult man ab und wirklich wirklich drüber nachdenken wird man erst nach dem Flug wenn man zusammensetzt.

00:30:26: Das muss ich ganz ehrlich sagen.

00:30:28: In dem Moment ist es wirklich so, man zieht das durch und man kriegt ja mal vorne mit, mal hinten mit, dass bestimmte Dinge nicht so klappen aber dann auch den Mut zu haben sie abzubrechen.

00:30:39: Das muss sich ganz ehrlich gesagt habe ich auch erlebt macht einen Anflugverfahren und sagt dann und das war wirklich show of force also er wollte etwas zeigen etwas vorführen und obwohl er wusste dass er beobachtet wird hat er dann das Verfahren abgebrochen.

00:30:53: Und da muss ich sagen, dass sind die Menschen mit denen nicht geflogen bin und mit denen auch wieder fliegen wollen würde.

00:31:01: Weil er wirklich die Größe hatte in dem Moment zu sagen Ich breche ab egal wer da steht und wer jetzt zuguckt.

00:31:07: aber das ziehen wir jetzt nicht mehr durch.

00:31:09: und Das gleiche gilt auch hinten.

00:31:11: wenn hinten einer gesagt hat ich habe ein Problem Störung oder sonst was zack boom alles auf Sicherheit.

00:31:17: Ich glaube, die Menschen können sich das aber auch nicht so vorstellen.

00:31:19: Also ich glaub wir holen die mal noch ein bisschen ab weil ich stand ja in diesem Flieger drin.

00:31:23: Das ist hier jetzt nicht irgendwie so'n Passagierflieg.

00:31:25: also da hast du keine bequemen Sitze drinnen sondern wie du es mir erzählt hast war das so dass du teilweise die Knie ineinander verschränken musstest gegenüber Sitzend sodass du hinterher über die Kniere rüber laufen konntest.

00:31:34: und dann bretterst du da wie gesagt bei zweihundertfünfzig Sachen und schmeißt da irgendwie Sachen hinten raus vor allem...ich hab ja ganz gut zugehört.

00:31:40: Du hast ja erzählt der Ding war am Boden wenn ich es richtig erinnert habe.

00:31:43: sechzig-siebzig Grad heiße wenn du da in der ökischen Sonne stehst fliegst du hoch und schlagartig ist es kalt.

00:31:48: also das sind ja auch extrem belastung von den du da eigentlich gerade so norscher launt erzählst.

00:31:53: Ja, dass waren sie.

00:31:54: Das waren sie!

00:31:55: Also in Afghanistan kann ich sicher sagen deswegen war auch das Beispiel Afghanistan und eben nicht Äthiopien weil wir dort eine Sicherung haben ne Brandschutzsicherung.

00:32:03: die löst bei ich werde sich lügen siebzig oder fünfseitig grad aus und die Warte kam zum Vorflugcheck in die Maschine und die Sicherung war ausgelöst.

00:32:11: Also war der Nachweis dass wir diese Temperaturen innen drin hatten.

00:32:15: Die ist völlig unzweifelhaft und die hatten wir auch.

00:32:17: Wurdest du mal beschossen, eigentlich?

00:32:19: Ich weiß es nicht!

00:32:19: Wir im Flugzeug haben im Gegensatz zum Soldaten am Boden eine abstrakte Bedrohung.

00:32:25: Das heißt, wir sehen sie nicht... Und wenn wir etwas sehen, ist das in der Regel zu spät.

00:32:30: In Zarajevo hat man gedroppt aus einer Höhe von drei Kilometern, weil man wusste dass die Flugabwehr zwei Komma fünf Kilometer hoch reicht.

00:32:38: Man hat also von oben diese verpuffenden, die sich selbstzerlegenden Geschosse dann gesehen und hat aber doch sein Ding gemacht.

00:32:47: das ist jetzt wieder... Das schließt wieder diesen kleinen Kreis von dem wir es gerade hatten.

00:32:51: was macht man denn?

00:32:53: Man macht das was man machen muss man zieht das Ding durch Und wenn man landet und dann miteinander redet, dann redet man auch über den Einsatz und was gelaufen ist.

00:33:07: Und dieses After-Lending-Check – das war immer so, dass die Besatzung danach zusammenkam?

00:33:15: Der Kommandant war der Erste des Sprachs, er hat in der Regel ein Getränk ausgegeben aber es ging eben darum, dass man diesen einen Flug, den einen Einsatz wirklich nachbesprochen hat!

00:33:27: Und Teile dieses Nachbesprechens waren schon von dem Kommandanten.

00:33:32: Hat sich irgendjemand heute irgendwann unwohl gefühlt?

00:33:38: Und anfangs dachte ich, das sind so diese Afterlanding-Checks hat ja ein bisschen diesen Touch.

00:33:44: da wird mal kurz ein paar Liter Bier vorkonsumiert also auf jeden Fall Alkohol getrunken.

00:33:50: Ich kann jetzt rückblickend sagen Ja es gab alkoholische Getränke weil der Flug zu Ende war.

00:33:55: dann konnten wir wieder trinken.

00:33:56: Es gab auch das erste Getränk des Kommandanten und ich trage es heute sogar mit, dass Alkohol in dem Zusammenhang kein Fehler ist.

00:34:06: Und dann besprach man den Einsatz.

00:34:08: Wer hat sich heute umwohlgefühlt?

00:34:11: Dann ging man ins Detail und hat gesagt ja vielleicht eventuell ... In den meisten Fällen war's das nicht!

00:34:17: Ich hatte eben schon gesagt, eigentlich allen immer blind vertraut.

00:34:21: Immer.

00:34:22: Ich wollte gerade sagen, ich bin ja ganz fasziniert von das Bild.

00:34:25: was ich mal von Militär hab ist dass sowieso eine Drohne da irgendwie so wie so eine Bienendrohne funktionieren muss und dass sich eigentlich keiner für dich interessiert.

00:34:32: Dass du einfach nur ein menschliches Werkzeug bist.

00:34:35: also ist es ne falsche Wahrnehmung die so draußen vom Militäre oder zumindest in meinem Fall besteht?

00:34:39: Nein!

00:34:40: Ich muss jetzt insoweit einschränken.

00:34:42: ich kann natürlich nur für die Luftwaffe reden Und bei der Luftwaffen nochmal von einem Haufen der wieder für sich genommen einen ganz spezielle ist Und das sind die Fliegenden.

00:34:51: Bei der Fliegende muss man unterscheiden zwischen denen, die in einer kleinen Gruppe fliegen und denen die ganz alleine auf ihrem Nachbrenner sitzen durch die Luftkacheln.

00:35:02: Das sind zwei ganz verschiedene Welten, muss ich ehrlich sagen.

00:35:06: Die Besatzung an sich diese kleine Kampfgemeinschaft hat immer schon viel geredet geredet, gerede.

00:35:17: Und wir konnten das auch... Wir hatten ja im Flug auch unfassbar viel Zeit!

00:35:21: Ein Lack von ein-zwei Stunden, das ist ja Pillepalle.

00:35:26: aber wir haben ja auch Lacks gehabt, da waren es sechs oder acht Stunden und da kann man natürlich viel miteinander reden.

00:35:31: Wir kannten uns wie Gottes aufeinander verlassen und dieses Befehlung gehorsam?

00:35:36: Nein!

00:35:37: Also ich kann für meinen Teil und die Fliegende sagen genaues Gegenteil.

00:35:41: Wir hatten sogar Kommodore

00:35:42: d.h.,

00:35:42: die Chefs eines ganzen fliegendem Verbandes die ins Flugzeug kam und gesagt haben, wenn ich hier fliege dann sind wir per Du.

00:35:50: Alle!

00:35:50: Obwohl er Commodore war also nicht nur Staffelchef sondern er führte den ganzen Verband.

00:35:55: Und hat dann auch gesagt nein, jetzt sind wir hier und jetzt sind diese kleine Gemeinschaft wo sich jeder auf jeden verlässt und wo es die Hierarchien ganz weit runter gebrochen werden.

00:36:06: das ging fast gegen null.

00:36:10: Also da muss ich sagen wir haben immer viel geredet.

00:36:13: Kommen wir erlauben uns mal noch eine kleine Abschweifung, bevor wir auf den dritten Punkt kommen.

00:36:16: Weil ich mich interessieren auch diese Gespräche.

00:36:18: Ich finde das geil!

00:36:19: Das können wir doch im Business eigentlich machen.

00:36:20: afterlanding check für total geiles Bild wo du sagst also ich kann mir so vorstellen so Bier trinkende Kameraden und Kameradinnen was passierten da wirklich?

00:36:30: Also was passiert denn wirklich in den Menschen?

00:36:31: und wie kommt man daran?

00:36:33: weil hey hey hey nee alles okay.

00:36:36: wovor soll ich echter deutschen Angst haben?

00:36:38: das kann nicht mehr sehr leper vorstellen aber das spannende ist ja etwas hinter dahinter steckt

00:36:42: ist tatsächlich so.

00:36:44: Wir hatten relativ früh durch die Einsätze in Afghanistan auch erkannt, dass man sich um die Soldaten nach dem Einsatz kümmern muss.

00:36:54: Es ging nicht nur um die Fliegende sondern eigentlich ja Bundeswehrweit und es gibt Erlebnisse über die man dann aber nicht redet und die brennen sich auf der Festplatte ein.

00:37:08: Der erste Ansatz war, Gruppe, das muss ja nicht nur die Fliegerei gewesen sein, zusammenholt und mit denen einfach mal den Einsatz Revue passieren lässt.

00:37:20: Und ich bin da in dem Jahr zwei Tausend vier oder zweitausend fünf mit eingestiegen als einer der Durchführenden von diesen Einsatznachbereitungsseminaren.

00:37:32: Damals nannten sie sich noch Reintegrationsseminare.

00:37:37: Das ist ein Begriff, den man dann aber ganz schnell abgeschafft hat, weil es musste niemand reintegriert werden.

00:37:43: Der war nicht aus der Gesellschaft.

00:37:45: Dann waren's Einsatznachbereitungsseminare und da ging es um Folgendes man hat mit denen zusammen wir waren zwei Moderatoren also die das Gespräch geführt haben.

00:37:54: Man saß im Halbkreis im klassischen Zusammen eine Kleingruppe und hat sie aus ihrem Einsatz erzählen lassen am ersten Tag.

00:38:02: Freitag damals ging es noch Montag oder Dienstag los und am ersten Tag ging es um diesen Einsatz.

00:38:07: Und jeder hat erzählt, was er so erlebt hat und mit wem er was erlebt hat.

00:38:11: Und wir Moderatoren haben dann die Pausen immer genutzt.

00:38:14: das war ganz wichtig.

00:38:14: in den pausen wird noch viel intensiver geredet als in der gruppe.

00:38:18: In der Gruppe warte man ja immer bis man dran ist oder nicht dran ist mal guckt wie die anderen reagieren.

00:38:24: Aber man muss als Moderator die Hochsensibel in den Pausen sein.

00:38:28: Da müssen alle Antennen ganz weit aufgerichtet sein, denn in dem Moment kommt einer und erzählt dann eine Geschichte, die er ja bei den anderen doch noch nicht so erzählen wollte... ...und dann geht man wieder zurück!

00:38:40: Und spätestens der zweite Tag diente dann dazu nur noch auf jeden Einzelnen nochmal als Moderatoren zuzugehen Und dann zu fragen, wie hast du dich denn dabei gefühlt?

00:38:56: Das Coole nach Außenspielen.

00:38:57: Ja wir hatten ja alles im Griff.

00:38:59: ist die eine Geschichte aber dieses Wie habe ich mich gefühlte?

00:39:02: Ich hatte Angst!

00:39:04: Ich hatte Todesangst.

00:39:05: Ich fühlte mich hier verletzt und da verletzte.

00:39:09: das kommt erst wenn man explizit Nachfragt und versucht von dieser reinen Sachebene Die der Soldat immer ein Schild vor sich her trägt auf die Gefühls Ebene zu kommen.

00:39:20: Und unsere Aufgabe war es in diesen Seminaren, sehr niedrigschwellig zu erkennen oder versuchen zu erkennen.

00:39:28: hat jemand ein Problem.

00:39:31: Oder könnte ein Problem daraus erwachsen?

00:39:33: Oder sollte sich ein Profi und ich sage nochmal wir waren und das war später dann auch ein Lehrgang Pier Also untergleichen mit gleichen Reden.

00:39:44: Und bei einem Soldat ist es absolut entscheidend, dass er mit einem Soldaten über seine Erfahrungen reden kann.

00:39:51: Dieses Phänomen hatten wir schon nach dem Zweiten Weltkrieg.

00:39:54: Nach dem zweiten Weltkrig wurden sehr früh, sehr schnell alte Traditionsgemeinschaft gebildet wo sich die dritte Infanteriedivision einmal im Jahr traf.

00:40:06: Und man hätte doch gedacht, nach dem Krieg muss doch nun wirklich keiner mehr darüber reden?

00:40:11: Nein!

00:40:12: Ganz anders.

00:40:12: heute wissen wir es.

00:40:13: Diese Dinge waren unglaublich nötig weil nur dort die ehemaligen Soldaten mit ihresgleichen über diese Themen reden konnten und ich bin mir sicher dass diese Dinge damals unglaublich wichtig waren weil ist kein öffentliches Interesse an den Geschichten der Verlierer, wie sie damals ja auch wahrgenommen wurden gab.

00:40:36: Und deshalb ist es wichtig und das war auch unsere Aufgabe bei eben wenn möglich zu erkennen wo sollen die Profis sein?

00:40:45: Denn die Profi waren ja immer dabei Sozialpädagogen Psychologen Die waren auf den Lehrgängen immer dabei Hielten sich aber zurück und haben dann im Bedarfsfall gesagt okay Dann kümmere ich mich mal um den oder ich frage mal denen.

00:40:58: Aber auch da gilt wieder, das kann ich aus meiner Erfahrung sagen.

00:41:02: In gewisser Weise braucht es den Leidensdruck.

00:41:04: also man kann von außen sagen oh der braucht aber Hilfe.

00:41:07: und dann würde ich doch gerne und man redet an ihn ran wie eine kranke Kuh und er macht's aber doch nicht.

00:41:13: Und da hat ein Sozialpädagog immer zu mir gesagt wenn der Leidendstruck nicht groß genug ist Dann kannst du hier machen was du willst, dann kannst du auf dem Tisch tanzen, dann ist es eben noch nicht so weit.

00:41:28: sehr, sehr gerne gemacht und wir haben dann später das ganze Aufgeburt auf Familiensemi nach.

00:41:34: Da komme ich zu meinem zweiten wichtigen Punkt – die Familie ist das wichtigste was es gibt!

00:41:40: Wir haben damals im Pensing gesagt, wir wollen die Familie dabei haben.

00:41:45: Erst mal ein Aufschrei bei der Bundeswehr,

00:41:47: d.h.,

00:41:48: wir müssen die Lehrgänger am Wochenende machen, dann werden ja Überstunden produziert.

00:41:52: Wie machen wir das mit den Frauen und den Kindern?

00:41:54: Und kriegen die was dafür, wenn nicht.

00:41:57: Wir können sie ja nicht verpflichten.

00:41:59: Dann haben wir es auf Freiwilligkeit gemacht.

00:42:02: Über Jahre waren wir dann soweit, dass die Bundeswehr erkannt hat, Jawohl!

00:42:07: Familienseminare sind

00:42:09: wichtig.".

00:42:10: Ich habe immer schon gesagt, nicht der Soldat geht in den Einsatz sondern die Familie geht in Den Einsatz.

00:42:16: Der Soldat ist nur der, der das Haus verlässt.

00:42:18: Wer zurückbleibt mit all dem Problem, ist die Frau mit den Kindern.

00:42:22: Und erfahrungsgemäß, an dem Tag des Abfluges geht das Auto kaputt und drei Tage später werden zwei von drei Kindern krank.

00:42:29: Die Waschmaschine eiert auch schon ganz komisch.

00:42:32: Das sind ja jetzt wirklich nur die ... Ich sag jetzt mal, und das ist aber bitte wertfrei, die banalsten Dinge!

00:42:39: Ich rede nicht davon dass die Frau Angst hat um ihren Mann oder umgekehrt?

00:42:47: Bitte immer beides gleich zu gleichen Teilen verstehen.

00:42:51: Soldat und Soldatin, wenn sie abends die Nachrichten hört.

00:42:56: Ich denke nur an Dinge wie Karfreitagsgefecht ich denke an Dinge Wie Busanschlag, ich denke An Dinge wie Sprengstoffanschlag auf ein Dingo wo Sie abends Angst hat Die Nachrichten zu schauen weil ja wieder Irgendetwas kommen könnte.

00:43:09: Wo sie denkt uiuiuiui?

00:43:11: weil der Mann sagt Ja nicht ich bin jetzt in Masai Sherif oder ich Bin Jetzt an irgendeinem Berg.

00:43:16: Kemal haste Nicht gesehen Sondern sie weiß nur, er ist in Afghanistan.

00:43:22: Vielleicht weiß ihr noch ob ein Kabel und Kundus ist aber ob er gerade outbaut mit irgendeiner Patrouille unterwegs ist das weiss sie nicht.

00:43:29: Das heißt sie ist einem unglaublichen Stress auch ausgesetzt In dieser Unkenntnis der Situation und dem was da draußen passiert.

00:43:38: Dann war es dann wichtig dass die Frauen untereinander reden konnten Und das war entscheidend.

00:43:43: also berückblickend War das, glaube ich, das Beste was wir machen konnten?

00:43:48: Dass die Frauen zusammen saßen.

00:43:50: Denn bei diesem Familienseminar war es ja nicht so, dass die ganze Familie zusammensitzt.

00:43:54: Das wollten wir gar nicht!

00:43:55: Es war von Anfang an klar... Die Frauen werden von einer Sozialpädagogin moderiert und die hat gleich gesagt, die Frauen werden alleine sitzen.

00:44:04: Und sie werden mir ihre Dinge anders erzählen als wenn der Mann dabei wäre, der überall schon erzählt hat, ne meine Frau hat keine Probleme.

00:44:12: Na, das stimmt ja gar nicht.

00:44:13: Wir haben immer nur auf die Oberfläche schauen können und erst in den Seminaren ging es dann in die Tiefe Und wir haben tolle Sachen erlebt wirklich ganz tolle Sache.

00:44:23: Es gab auch Dinge wo man sagen muss Gott sei Dank haben wir diese Seminare gemacht Gott sei dank.

00:44:30: Was denkst du da so für Dinge bei beiden Fällen?

00:44:32: Ja es gibt Probleme In den Familien.

00:44:36: Ein Beispiel war Wir haben einen Flug verschoben, das konnte bei uns schon mal passieren wenn es keine Überfluggenehmigung gab.

00:44:42: Wenn es in anderer Art und Weise Probleme gab den Flug zu beginnen.

00:44:46: Man ist nie losgeflogen weil man nicht sicher sein konnte dass man am Platz XY auch landen kann.

00:44:51: Das macht keinen Sinn!

00:44:52: Dass man dann in der Luft umentscheiden muss und dann über Flug Genehmigungen braucht.

00:44:57: als Beispiel also hat man an dem Morgen einen Flug verschoben und dann ist einer der Beteiligten in die Liegenschaft und hat gesagt er braucht jetzt ein Zimmer.

00:45:05: Ja, ich brauche das Zimmer weil ich kann nicht zurück zur Familie.

00:45:12: Ich habe mich vor meinen Kindern verabschiedet und das werde ich kein zweites Mal machen.

00:45:17: Für die bleibe ich jetzt hier und ich möchte auch nicht dass irgendeiner erzählt wir sind nicht geflogen.

00:45:22: haltet euch da bitte zurück!

00:45:24: Ich möchte mich noch einmal von meinen Kindern verzichten müssen.

00:45:27: Jetzt wissen wir beide was das für eine Seelenpein für ihn.

00:45:33: Und er gesagt, ich mach das nicht nochmal.

00:45:36: Er hat dann in der Kaserne geschlafen und am anderen Morgen sind wir dann normal losgeflogen.

00:45:41: Das ist jetzt mal eins dieser Beispiel.

00:45:44: Ja bei manchen Dingen kriegte ich jetzt noch Gänzehaut weil Wir waren so nah dran und Familie ist so wichtig.

00:45:52: Es gab auch ein paar Dinge über uns wo einer gesagt hat ja muss sich erstmal frei fliegen nach seiner Ausbildung Erfahrungen sammeln und dies und das.

00:46:02: Und ich habe dann immer gesagt, du musst dich gar nicht frei fliegen!

00:46:05: Du musst aufpassen dass du dich nicht von deiner Familie frei fliegst.

00:46:09: Ich hab denen immer gesagt alt werden.

00:46:11: Wollt ihr mit eurer Frau und euren Kindern?

00:46:14: Ihr wollt nicht alt werden mit eure Arbeit?

00:46:16: einem Tag X wird man euch feierlich verabschieden aber dann wird sich niemand mehr nach euch umdrehen.

00:46:22: und wenn es bis dahin nicht geschafft hat mit euer Familie allzu werden Dann werde dir das garantiert nicht mehr.

00:46:28: Also ich sage immer noch, dass das wertvollste was wir haben.

00:46:32: Zeig

00:46:32: mal vielleicht noch als kleiner Abschluss zu deiner Erzählung aus der... was ja Krisenintervention ist, was du erzählt hast also nach dem Einsatz.

00:46:40: Du hast ja erzählt, Tag eins war so Kriegsgeschichten austauschen und Kack zwei.

00:46:44: aber was habt ihr dabei gefühlt?

00:46:47: Was für Dinge erzählen einem Soldaten wenn man sie aufrichtigt danach fragt wie die sich im Krieg gefühlten?

00:46:51: Ja schon auch wie schlimm es war.

00:46:55: ich will jetzt mal ein Beispiel nennen.

00:46:57: das ist es gab einen Hinterhalt Da hat man eine Truppe aufgehalten, indem man einfach ein Fahrzeug angesprengt hat.

00:47:04: Das Fahrzeug blockiert die Straße also hat man den Bergezug geholt und im Bergezug gab es einen Bergekran Also ein Geländefahrzeug mit einem Kranaufsatz um dieses andere Fahrzeug von der Straße zu heben zu schieben oder wie auch immer.

00:47:18: das ist ein Hinterhalt war wusste man ja noch nicht.

00:47:21: Und die beiden jungen Soldaten fahren los und geraten eben in diesen hinterhalt.

00:47:26: und in dem Moment schießt man mit so einem Panzerabwehrgeschoss mit der Panzerfaust auf dieses Fahrzeug.

00:47:33: Und dieses Geschoss, dieser Panzer-Faust schlägt den Fahrerstand des Fahrzeugs von rechts nach links durch beide Scheiben und vom Rechts nach links.

00:47:44: Der Satz beim ersten Gespräch war dann, sagt er eine zum anderen als das Geschoss durch war?

00:47:49: Na Gott sei Dank hatten wir heute Brüllen auf!

00:47:52: Das ist dieses unglaubliche Verlangen.

00:47:56: ich muss jetzt was zur Situation sagen Und vielleicht auch ich will ein bisschen cool sein.

00:48:01: Gott sei Dank hatten wir Brillen auf, das war nicht das Problem!

00:48:04: Das Problem war dass die beiden gerade wirklich ganz ganz ganz knapp den Tod von der Schippe gesprungen sind.

00:48:12: Das hätte um Sekunden anders verlaufen können, um vielleicht ein paar Zentimeter anders dann hätte sich niemand mehr für die Brillen interessiert.

00:48:22: Das ist dieses, im ersten Gespräch kommt dann sowas raus.

00:48:26: Dann haben wir dies gemacht und das gemacht.

00:48:28: Und später dann ... Nein!

00:48:31: Für uns Alarmsignal war immer dieses verfolgt dich das noch?

00:48:36: Träumst du davon?

00:48:37: kannst du irgendetwas nicht mehr machen?

00:48:39: Entscheidend war, kannst du irgendwas nicht mehr tun?

00:48:43: Was ja durch die Presse gegangen ist und was ich bestätigen kann, wenn es irgendwo einen Anschalt mit Sprengstoff gab gibt es immer sehr hohe Temperaturen.

00:48:52: Das heißt, wenn Menschen dabei sind werden die sehr schnell Brandverletzungen bis zum schwere Grad drei haben.

00:49:01: Das heißt es riecht nach verbranntem Fleisch.

00:49:03: Nach dem Busanschlag haben wir Leute, die garantiert nie wieder in einen Bus einsteigen werden.

00:49:07: das sind alles so Sachen die für uns hoch interessant waren, wo er dann gesagt hat.

00:49:12: Den sollten wir mal... Wir sind ja nicht dahin und haben gesagt du musst jetzt dein Leben ändern überhaupt nicht.

00:49:17: man hat nur geschaut können wir nochmal mit ihm reden?

00:49:19: hat der Bedarf Und wie haben sie denn auch weiter gereicht?

00:49:22: Also wir waren ja das muss ich ganz ehrlich sagen Die niedrigschwelligste Ebene auf der man versucht hat durch Gespräche den Leuten etwas näher zu kommen und ihren Geschichten.

00:49:32: Es waren ja auch Dinge, dass war auch ein Teil unserer Aufgabe dass wir dort versucht haben, Leute zu identifizieren die Erfahrungen gemacht haben mit denen sie vielleicht nicht umgehen können.

00:49:44: Ein junger Mann war damit beschäftigt in einem Camp an einem Fahrzeugreifen zu wechseln und dann landet ein Hubschrauber mit Schwerstverletzten und Toten.

00:49:53: Und die laden die ab, die sind auf einer Krankentrage gelegen und über dieser Krankentrag war eine so eine Rettungsdecke, so ne ganz dünne Folie Silber und Gold, die war unter den drunter geschoben worden und man stellte die Toten, das waren die, die abgedeckt waren aus dem Hubschrauber raus, stellte sie ab.

00:50:13: Und hat dann gesagt für die die vor Ort waren er war dabei Sie sollen die dann wegtragen und derweil ist der Hubschauber wieder los um den nächsten zu holen.

00:50:23: Und in dem Moment bläßt er die lose gesteckten Folien von diesen Kranken tragen da aber keiner mehr mit denen drüber geredet dass sie dann diese Toten ohne Abdeckung aus dem Bereich des Hubschrauber-Landeplatzes in ein Gebäude reingetragen hat.

00:50:40: Und er erzählte uns das auch und wir haben ihn dann gefragt, hat irgendjemand mit dir mal darüber gesprochen?

00:50:45: Nein, konnte auch nicht!

00:50:47: Er war damals Kfz-Instandsetzungstopp, den hat niemand gefragt weil er auch im Fokus der Bundeswehr nie in diesen Fokus geriet.

00:50:56: gibt es Leute die an diesem Ereignis beteiligt waren über die wir uns informieren mussten?

00:51:02: Wie geht's ihm?

00:51:03: Hat es irgendwas

00:51:04: gemacht?".

00:51:04: Und er war einer von diesen absoluten Ausnahmefällen, der natürlich betroffen war.

00:51:11: Weil ihn niemand bisher dazu befragt, unterstützt oder sonst was gemacht hat.

00:51:18: Das war so ein typisches Beispiel.

00:51:24: Man sieht, was alles dahintersteckt und die Bundeswehr ist mittlerweile wirklich soweit.

00:51:30: Das möchte ich auch in aller Deutlichkeit sagen.

00:51:32: Wer heute ein Problem hat und sich an die Bundeswehr wendet, der wird Unterstützung bekommen.

00:51:37: Diese ganze Infrastruktur, die es dafür braucht, Psychologen, ganze Teams, medizinische Abteilungen... Die sind

00:51:46: da.

00:51:47: Kann man das denn sozusagen loswerden?

00:51:49: Also ich meine, da steckt ja auch viel so.

00:51:50: PTBS ist ja eine Bezeichnung für eine Akse posttraumatische Belastungsstörung.

00:51:55: Ich schätze mal Geräusche, Gerüche manchmal vielleicht auch visuelle Dinge.

00:51:59: Das ist ja dann sowieso ne Abkürzung zu einer traumatischen Erfahrung.

00:52:01: Kriegst du sowas als den Menschen wieder raus?

00:52:03: Das ist eine gute Frage.

00:52:05: Es heißt eigentlich in der Psychologie dann damit leben lernen!

00:52:10: Das ist es eigentlich Damit Leben lernen.

00:52:13: Vielleicht versucht man's auf dem Wege sie an etwas heranzuführen und zu sagen probier man ob das geht oder ob dass geht.

00:52:22: Ich weiß nicht, ob man vielleicht sogar sagt ja dann gibt es eben kein kein kein Grillfleisch mehr obwohl das jetzt wirklich der krasseste Fall ist den ich mir überhaupt vorstellen kann.

00:52:33: aber wir haben heute Möglichkeiten und ich glaube auch die Psychologie hat wirklich wirkliche Möglichkeiten hat sich bin da ganz zuversichtig.

00:52:40: aber ich sage nochmal Wir waren die unterste Ebene, auf der man versucht hat sich dieser Geschichte zu nähern.

00:52:49: Und das war auch nie unser Anspruch!

00:52:51: Ich bin Mediator, ich bin Pier und Moderator.

00:52:54: Nie der Anspruch wir können etwas korrieren.

00:52:57: Nein überhaupt nicht!

00:52:58: Unsere Aufgabe war es schaut euch die Leute an gebt uns euer Gefühl wieder.

00:53:05: was denkt ihr?

00:53:07: der Sozialdienst der Bundeswehr, mit den Psychologen und heute ist die Schiene ja noch viel größer.

00:53:15: Eigentlich auch noch besser!

00:53:17: Aber ich habe es gerne gemacht, ich fand das total spannend und vor allen Dingen fand es total wichtig, auch die Familien nicht zu nehmen in diese Denke.

00:53:26: Na komm dann fügen wir uns mal wieder an unser Format eigentlich ein weil dein dritter Punkt war Die Familie ist das Wichtigste was es gibt.

00:53:33: Warum betrachtest du das so?

00:53:34: Ja das ist für mich... Wir kommen aus einer Familie die uns geprägt hat.

00:53:40: Und wir haben irgendwann auch eine Familie und sind prägend, und ich glaube ... Die Kraft, die aus der Familie kommt, ja, die ist enorm!

00:53:50: Also das ist ganz wichtig, ganz groß... Deswegen glaub' ich, dass es das ... Aller wertvollste ist.

00:53:58: das ist es und deswegen war mir das auch bei der Bundeswehrzeit immer so wichtig, dass man Familienfeste gemacht hat damit die Frauen sich kennenlernen weil wir hatten ja einen Job.

00:54:07: Unser Job war erst mal mit nichts zu vergleichen.

00:54:09: also werde einfach mal sechs Wochen in Mali oder sechs Wochen im Libanon.

00:54:13: oder ich hatte mal den Fall da kam am Freitag die Anfrage kannst du für vier wochen in den Libanonen gehen um humanitäre Hilfe fliegen?

00:54:21: Und das war... Das war der krasseste Einsatz, den ich hier gemacht habe.

00:54:25: Wir mussten da über das Mittelmeer fliegen Richtung Libanon und wir waren auf Zypern stationiert.

00:54:29: Das war absolut krass!

00:54:30: Die Hilfe war absolut phänomenal wirklich... Wir konnten sehen was wir fliegen jeden Tag aber der Weg dahin war krass und ja.. Ich hatte immer das Glück und dafür bin auch dankbar eine Frau zu haben.

00:54:43: sie sagen Ja, ich mach' das mit und ich trage das mit.

00:54:47: Aber wie hast du es denn gemacht?

00:54:48: Du hast ja zwölf Jahre zum Beispiel leider in Afghanistan gar nicht gesehen.

00:54:51: Nein, nein!

00:54:52: Ich bin ja nicht zwölf Jahre am Stück dort unten gewesen.

00:54:54: Das muss man anders sehen.

00:54:56: Zwölf jahre hieß zwölff jahrelang jedes Jahr darunter für den Einsatz.

00:55:01: Wir als Fliegende haben immer nur Kontingenteinsätze gehabt das heißt maximal sechs Wochen und für sechs wochen ist man dann da runter Und einmal im Jahr oder zweimal im Jahr Und nächstes Jahr wieder.

00:55:12: So ging das zwölf Jahre lang, ich war in dem Jahr die zweite Crew.

00:55:17: Damals waren wir noch in Uzbekistan stationiert und haben da dieses Hotel ein bisschen hergerichtet weil anfangs waren dann auch gar keine Matratzen geschweige denn Betten.

00:55:26: Das waren also nur Rollmatratzen.

00:55:28: All die Uzbeken haben immer so aufrollbare Matratze.

00:55:30: Die waren einfach wenn man sie nicht brauchte die Ecke stellt und von daraus ging es ja danach Masa-Isharif und aus den Jahren Einsatzei-Saf.

00:55:40: zu Ende waren wir die vorletzte Crew, die rausgeflogen ist.

00:55:43: Aber das waren immer nur Einsätze von vier bis sechs Wochen.

00:55:46: Das hat mit der Fliegerei zu tun und mit der Inübung Haltung.

00:55:49: Das ist ganz praktisch weil das her geht bis zu drei

00:55:51: Monaten.

00:55:52: Und es waren dann die vier bis sechsten Wochen des Jahres für deine Frau?

00:55:55: Für

00:55:55: die Frau schon ja muss man ganz ehrlich sagen klar gerade wie in der Fliegerei.

00:55:59: Die wusste nie wo wir hinfliegen, aber nicht weil es der große Geheimhaltungsbedürftige Gegenstand war.

00:56:05: Nein!

00:56:05: Wir konnten ja am Anfang gar nicht jeden Tag telefonieren.

00:56:08: also als wir noch in Usbekistan waren da war das mit der Telefoniererei noch sehr schwierig.

00:56:14: Da hatten uns darauf geeinigt dass Sonntags telefoniert wird.

00:56:17: Das habe ich dann immer versucht so hinzukriegen dass wir dann auch telefonieren konnten und das war einmal in der Woche.

00:56:24: Und wo wir in der Woche dazwischen waren, das wusste die nicht.

00:56:26: Die hätte das erst aus den Medien erfahren, wenn etwas passiert wäre und ich bin sicher, dass war die schlimmste Zeit.

00:56:34: Komm, wir widmen uns mal deinem vierten Punkt also drei Dinge haben wir schon.

00:56:36: was des vierte?

00:56:37: Hör auf dein Bauchgefühl!

00:56:39: Hör' auf deinem Bauch.

00:56:40: gefühl ist deshalb so interessant weil ich mich immer auf mein Bauch Gefühl verlassen konnte und mich immer noch auf meinen Bauch Gefühl verlasse Menschen einzuschätzen einzugehen, das war ja schon im Bereich als ich noch in der Ausbildung tätig war.

00:56:56: Bei den Militären nimmt man es ja aus Bildung sonst ist es Schulungen aber wirklich interessant wurde es erst in der Fliegerei.

00:57:02: da wird das Bauchgefühl auf einmal ganz entscheidend.

00:57:05: Damit wir in der Welt rumgeflogen sind wussten wir nie und ich war ja der im Laderaum wer hinter der Rampe steht wenn ich die jetzt aufmache?

00:57:13: Wer ist das?

00:57:14: was hat er für einen Hintergrund?

00:57:18: für ein kulturellen für einen religiösen Hintergrund, wie muss ich mit ihm umgehen?

00:57:22: Wie muss ihn ansprechen.

00:57:24: Ich rede jetzt nicht von Sprache!

00:57:27: Sprache ist sicherlich ein Ding wo man sich einigen kann.

00:57:30: mehr Recht und schlecht mit Englisch oder nur mit Tenden und Füßen das ist machbar aber das meine ich nicht.

00:57:37: es geht um interkulturelle Kompetenz.

00:57:41: Man war immer sehr gut beraten niemandem zu sagen was er falsch gemacht hat hinter der Rampe, sondern immer nur zu sagen es gibt vielleicht Möglichkeiten dein gutes Arbeiten noch zu verbessern um zu gucken dass wir dahin kommen wo wir's haben wollen.

00:57:57: und das war dieses Bauchgefühl.

00:57:59: eine Situation also Rampe geht auf abschätzen.

00:58:02: wer ist dieser Mensch?

00:58:03: welchen Hintergrund hat er?

00:58:05: wie gehe ich jetzt mit ihm um?

00:58:07: Das schärft das Bauch-Gefühl ungemein.

00:58:10: Bis jetzt.

00:58:10: Toi, toi, toi bin ich sehr gut damit gefahren.

00:58:15: Ich überlege so was du dieses Hör auf.

00:58:16: dein Bauchgefühl ist irgendwie so witzig weil ich glaube es gibt so Gefühl.

00:58:19: kein Menschen der dem widersprechen würde.

00:58:22: und doch doch fällt man manchmal in diese Falle rein.

00:58:25: also doch gibt's manchmal dieser Verführung sich von Fakten irgendwie blenden zu lassen oder von anderen menschen verführen oder sich in der Situation treiben zu lassen.

00:58:34: Ja

00:58:36: Ja, da gehe ich natürlich mit.

00:58:37: Da gehe ich mit!

00:58:38: Ich bin ja jetzt im Stadtrat und als ich dann gesagt habe, ja klar mache ich und freut mich dass sich gewählt wurde... ...mit großem Elan darein und heute noch sechs Jahren nächstes Jahr ist Wahl weiß ich das war mal Mist.

00:58:52: Also was?

00:58:54: Was?

00:58:55: Also ich war vorher, nein, ich bin immer noch sehr engagiert in vielen Vereinen.

00:58:59: Es gab eine Zeit, da war ich in fünf Vereinen und in drei im Vorstand Und da konnte ich viel bewegen.

00:59:05: Wirklich, weil ich hatte die Beziehung... Ich hatte diese Freude daran, irgendetwas auf die Beine zu stellen!

00:59:11: Ein Bücherbasser an einem Wochenende, Samstag und Sonntag, zwanzigtausend Bücher angeboten jedes ein Euro und wir haben es geschafft in den zwei Tagen die Hälfte davor zu verkaufen.

00:59:22: Das heißt waren knapp zehn tausend Euro.

00:59:24: Wir haben zwei Wochen davor gesammelt.

00:59:26: tolle Sachen Tauschen Schenktag.

00:59:27: Alles tolle Sachen!

00:59:28: Und dann habe ich mir gedacht, ja das läuft alles so gut.

00:59:30: wenn ihr jetzt im Stadtrat sitzt kannst du noch viel mehr bewegen.

00:59:33: weit gefehlt also wirklich weit gefällt.

00:59:35: die Prozesse dauern viel zu lange und wer mir irgendeiner heute erzählen würde auf diesem der Ebene eines Stadtrates sind es noch Sache Entscheidung.

00:59:44: Also dass ist nicht Politikum und da gibt's keine Rivalitäten und irgendein Zeugs falsch falsch völlig falsch.

00:59:51: also Ich kann für meinen Stadtrat sagen Das stimmt überhaupt nicht.

00:59:54: Also das wäre so ein Punkt wo ich wirklich sagen muss Das wurde dann der Beginn aller Leidens.

00:59:59: Ja, tatsächlich und es ist nicht immer so positiv.

01:00:02: Nein, nein das stimmt!

01:00:04: Also was für ein Stadtrat so schwierig macht ist sozusagen die Struktur?

01:00:07: Die Langsamkeit des der Prozesse oder was würdest du sagen woran das liegt?

01:00:10: Es sind auch die Animositäten.

01:00:12: man kommt da rein und sitzt ja Leuten gegenüber die seit tatsächlich achtunddreißig Jahren im Stadtrat sitzen Und eine solche lange Zeit führt dazu dass man sich mit manchen Leuten einfach mal überwirft Und dann stellt man fest, wenn der eine was sagt verdreht die anderen schon die Augen.

01:00:29: Das ist schon mal die eine Geschichte und die andere ist ja wenn es von denen kommt geht's gar nicht.

01:00:35: Ich hatte immer so ein Fall das ist ein Beispiel was mich dann auch wirklich entsetzt hat.

01:00:40: ich hatte gesagt wir brauchen einfach mal ein paar Stellplätze Verlasten Fahrräder und würde gerne in der Bahnhofstraße Mal so zwei drei Stellplätzen Einfach für Lastenfahrräder kennzeichnen und damit Für Die Autofahrer sperren von einer Fraktion, die sich der Ökologie total verschrieben hat.

01:00:59: Warum?

01:01:00: Man kann mit einem Lastenfahrrad immer auf einen Parkplatz parken und dann kann da halt kein Auto hin.

01:01:04: Man macht sich aber nicht strafbar!

01:01:06: Das ist also überhaupt keinen Grund.

01:01:08: Ich sage ja, das würde bedeuten, dass ihr auch ablehnt Frauenparkplätze zu machen weil auch die Frau kann auf jedem Parkplatz packen ohne dafür belangt zu werden.

01:01:17: man macht es nur um sie noch leichter zu machen.

01:01:20: Ja, das gehört jetzt nicht hierhin.

01:01:21: außerdem ist das polemisch So, der Antrag wurde abgelehnt.

01:01:24: Es wurden keine Plagglätze gemacht und ich frage hinterher was soll das denn?

01:01:29: Wollt ihr die nicht?

01:01:30: doch haben sie gesagt wollen tun wir schon aber mit dem Vorschlag habt er uns ja überrumpelt.

01:01:34: hätte die uns vorher gefragt hätten wir da ja darüber reden können sagen was soll es jetzt?

01:01:39: Was bedeutet dass jetzt?

01:01:41: dann sagt sie Ja Das ist ganz einfach Ihr könnt den Antrag ja nochmal stellen Dann stimmen wir zu.

01:01:49: Aber genau das ist doch der Punkt wo ich sage Da beginnen die Leiden.

01:01:55: Oder jemand sagt, dem kann ich nicht zustimmen weil es von denen ist.

01:01:59: Das ist für mich keine sachliche Argumentation.

01:02:03: Also da tue ich mich auch jetzt immer noch schwer und das wird's jetzt... Und das ist ein Punkt wo ich ganz ehrlich sage stimmt?

01:02:13: Da wirds keine Fortsetzung geben.

01:02:14: Das Ding ist für me durch.

01:02:15: Ich würde danach wieder das machen.

01:02:18: worauf ich Spaß habe will ich jetzt sich sagen.

01:02:20: aber Ich habe noch so viele andere Dinge zu tun.

01:02:23: Ich hab ein Museum, ich hab ein Heimatverein und ich hab... ...sovieler andere Dinge noch die mir viel Spaß machen!

01:02:28: Bin auch manchmal nicht so sicher ob Demokratie sozusagen eine sehr effiziente Regierungsform ist.

01:02:33: Es scheint die Fährste zu sein momentan aber nicht die Effizienteste Und das kann ja in so einer Phase wie wir als Deutschland jetzt auch mal schmerzhaft sein Aber vielleicht mal eher operativ.

01:02:43: Wie kriegst du denn was eigentlich hin?

01:02:44: Soviel Zeug unter einen Hut zu bekommen ohne dass du da so mit Burnout rausgehst oder die ganze Zeit beschäftigt bist?

01:02:50: Weißt das ich

01:02:50: meine?!

01:02:52: Es soll jetzt nicht überheblich klingen, aber ich bin tatsächlich einer der wie mein Vater auch morgens aufsteht und fragt was liegt an.

01:02:59: Was will ich heute machen?

01:03:03: Ich habe ja neben dieser Arbeit am Computer und am Rechner extra mir einen Job gesucht wo ich Hecken schneiden und Rasen mähen kann.

01:03:10: Bei meiner großen Firma mache ich Grünanlagen Und Bedingung.

01:03:14: damals war, ich hab gesagt, ich mach das schon.

01:03:16: Ich mach das auch gerne aber Bedingungen ist, ich muss das zu meinen Zeiten machen.

01:03:20: also finde ich bei euch morgens einstempeln und dann bis sechzehn Uhr Rasenmähen sondern ich mache das wenn nicht will und die gesagt ja gut Idee wir wollen ja nur dass gemachtes wann es uns ja völlig egal ob du das am samstag machst oder morgens oder abends Du kannst dich hier einlocken das ist alles kein Problem.

01:03:36: Hier ist die des lager mit dem gerät.

01:03:38: was du brauchst kannst ja alles benutzen.

01:03:40: Das war so eine Das war so eine Lösung für mich, das ist genau so mein Ding.

01:03:45: Wenn es Gutswetter ist und ich hab Bock drauf dann gehe ich raus und ich liebe das muss ich ganz ehrlich sagen das ist für mich der Ausgleich und sonst sitze ich da mache irgendwelche Familienforschung schreibe irgendwas irgendwelcher Artikel oder bereite mich darauf irgendeine Ausstellung vor.

01:03:58: aber dass das liebig aber ich brauche das auch

01:03:59: gut.

01:04:00: also wenn ich richtig mit gezählt habe einer fehlt noch einen Punkt.

01:04:03: Ich hatte's ja eben schon Als ich gesagt habe, man könnte den Eindruck gewinnen rückblickend ist bei mir alles immer super gelaufen.

01:04:09: Ich hatte Mentoren die mir gut gesinnt waren und ich hab Dinge gemacht, die funktioniert haben.

01:04:15: Ich hab viele Dinge gemacht mit Leidenschaft gemacht nebenzu auch wenn es den anderen nicht immer gefallen hat.

01:04:22: Und in dem Zusammenhang ist aber so dass ich diese Tendenz habe Wenn eine Sache abgeschlossen ist dann ist sie auch beendet.

01:04:32: Wenn sie negativ war, dann war sie negativ.

01:04:35: Es stimmt und dem stimme ich auch vollkommen zu!

01:04:37: Wir lernen aus den Fehlern... ...und dem Scheitern mehr als aus dem Erfolg.

01:04:43: Darin sonnen wir uns ja nur.

01:04:45: Das ist völlig unstrittig.

01:04:47: Ich habe mir aber versucht zu eigenzumachen.

01:04:51: Nicht das rückwärtsgewandte und dieses Selbstmitleid überhaupt gar nicht.

01:04:56: Also da gilt bei mir verschüttete Milch kann man nicht aufheben?

01:05:00: Das Ding ist so rum einfach.

01:05:02: Wir müssen das Beste daraus machen, indem wir uns jetzt umdrehen.

01:05:06: Es gibt so eine schöne Posca alle Karte.

01:05:08: da stand drauf Krönchen richten aufsetzen Kleidrichten und weiter geht es.

01:05:14: deswegen geht dass nicht soweit zurück.

01:05:17: Und das andere war das hatte ich ja eben auch schon mal gesagt der Unterpunkt zu dieser verschütteten Milch ist ein bisschen Erwartungen sind der Beginn allen Leidens und da hatte ich es ja schon als Beispiel jetzt mal dem Stadtrat.

01:05:32: Also das war wirklich etwas wo ich rückblickend sage, weil jetzt keine so gute Idee.

01:05:36: aber auch da habe ich jetzt wieder den Vorteil für mich dass ich auch sagen kann Ich habe unheimlich viel gelernt über die Menschen, über die Politik vielleicht auch wie wir's gerade schon kurz hatten ein bisschen ein Stück weit über Demokratie.

01:05:54: Aber dennoch ist es etwas für mich, das überhaupt nicht trittig ist.

01:05:59: Dass die Verfahren so sind und dass es dort Menschen gibt, die das seit thirty- acht Jahren machen – das zeigt ja, dass es funktioniert!

01:06:07: Und dass es wirklich auch Leute gibt, der Spaß daran hat.

01:06:10: Vielleicht bin ich und das glaube ich bei mir tatsächlich... Ich bin da etwas ungeduldig.

01:06:16: Also ich möchte das immer relativ schnell haben.

01:06:18: Ich bin dann auch einer, der vorne weggeht und sagt da machen wir das so.

01:06:23: Und eins und zwei und drei und vier und ich sage noch nicht suche ja Lösungen und keine Probleme!

01:06:28: Das ist ja auch ein Phänomen in der Politik dass man etwas sagt Wir könnten das doch machen.

01:06:32: Dann kommen die Leute nicht und sagen okay Da machen wir es noch so und so und dann ist das gelöst.

01:06:37: Nein, nein.

01:06:38: Auch im Rat ist es dann oft so.

01:06:41: Dann kommen die Bedenkenträger und nennen erst mal die ganzen Probleme, die wir mit der Lösung dieses Problemes auftun.

01:06:48: Deswegen sage ich immer, gerne bin ich Problemlöser und nicht Problemsucher.

01:06:55: Und da glaube ich, ist es ein bisschen ein Stück weit meine Ungeduld, die dazu führt.

01:07:02: aber um noch einmal darauf zurückzukommen am Scheitern lernen.

01:07:06: ja Aber das Scheitern sollte nicht wie ein Schatten über mir liegen und mich weiter verfolgen.

01:07:12: Und deshalb ist es mir wichtig, die Milch ist weg!

01:07:15: Die heben wir nicht mehr auf... ...und das war's dann.

01:07:17: Wir können auch – und das ist wichtig – wir können die Zeit nicht zurückdrehen.

01:07:22: Das ist ja das Nächste aus.

01:07:23: Wir müssen mit dem leben was wir jetzt haben….

01:07:25: …und ich sag nochmal, das ist wieder einer meiner Einstellungen.

01:07:28: Wir leben in der besten Zeit, die es je gegeben hat.

01:07:31: Das Wissen der Welt in der Russentasche.

01:07:33: wenn ich sehe wie sich unsere Kinder heute entwickeln Was die schon alles wussten, als sie die Schule verlassen haben, da wären wir nie darauf gekommen.

01:07:41: Weil wir die Bücher gar nicht hatten, die es gebraucht hätte.

01:07:43: und heute sagen die Kinder kein Problem ziehe ich das Handy aus der Tasche und schaue nach.

01:07:49: Ich habe damals meinen ältesten zum Bücher lesen anregen wollen.

01:07:52: dann sagt er muss sich nicht.

01:07:53: man hab gesagt du weißt doch nicht mal wer Vinny tu ist und sagt Moment das haben wir gleich zieht sein Handy aus einer Tasche gibt ein und sagt oh Winnie Poo das ist der kleine Bär.

01:08:04: Man sagt, ach hier hab ich Wenditu.

01:08:05: Ja das ist eine Figur von Karl May bla bla liest mir das vor.

01:08:09: Ja da war die Diskussion zu Ende.

01:08:11: Stimmt?

01:08:13: Was sollte ich dem denn noch sagen?

01:08:15: Er hat mir bewiesen er hat das wissen!

01:08:18: Er weiß wo steht auf die Frage ja was es wenn der Strom mal ausfällt?

01:08:22: dann habe ich immer gesagt ja dann fällt aber nicht nur bei meinem Sohn aus.

01:08:25: Dann hat die ganze Klasse keinen Strom und dann sind auf einmal alle wieder gleich dumm.

01:08:29: Aber das sind sie nicht.

01:08:30: Die sind heute viel weiter Und da muss ich sagen, eine wahnsinnig tolle Zeit.

01:08:36: Selbst ich, der immer gesagt hat, ich brauch keine Assistenzsysteme im Auto, sage heute, eine Rückfahrkamera ist einfach mal ne geile Erfindung!

01:08:45: Rückwärts aus der Parklücke sehe ich sofort nach dreißig Zentimetern was hinter mir los is'.

01:08:50: Aber jetzt sag nochmal ganz kurz zu deinem Punkt also... Ich denke ja so verschüttete Milch kann man aber aufwischen.

01:08:55: könnte man jetzt sagen?

01:08:56: Ja

01:08:58: Aber der

01:08:58: Witz ist ja glaube ich, dass es darum geht.

01:08:59: etwas rinnt einem so ein Stückchen durch die Finger.

01:09:01: Es ist nicht mehr gereiftbar.

01:09:02: also du kannst

01:09:02: jetzt sagen... Nein!

01:09:04: Wir können das nicht rekonstruieren.

01:09:06: Also wir können die Milche aufwischen aber wir würden sie nicht aus dem Tuch wieder ins Glas drücken.

01:09:10: Das ist ja das Entscheidende.

01:09:12: Das entscheidend an diesem Spruch ist ja Dass diese Milch als Milch unwiederbringlich verloren ist.

01:09:20: Meinen der Spruch is ja alt.

01:09:22: Ja hundertealter spruch Wahrscheinlich Aus der Sammlung Das Barock, da gab es ja immer diese Bildersprache.

01:09:30: Also dann würde ich das auch vermuten.

01:09:32: und für die war's das Rind zwischen den Bodendiedeln.

01:09:35: Früher waren in den Häusern immer so Holz-Diedel zum Bodendiebel Da waren Ritzen drin Und wenn die Milche auf dem Boden lief... Die war weg!

01:09:43: Und das ist das nicht das Entscheidende an diesem Satz aber es ist dieses Auch tatsächlich oder durch die Fingerrinnen.

01:09:51: Es ist dann weg und die können wir eben nicht aufheben.

01:09:53: Natürlich könnte man ein Krug aufhebe und wieder kleben.

01:09:57: Das sicherlich nicht, oder?

01:09:59: Ist ja auch ein bisschen technokratisch von mir.

01:10:00: Aber was mich daran vor allem interessiert ist wie dir das gelingt dass du Versäumnisse, Fehler, Missgeschicke Dinge von denen du hinterher sagst ihr dich besser oder anders machen können Dass du die loslässt.

01:10:11: also dieser emotionale Prozess des Loslassens der fällt ja glaube ich sehr vielen Menschen sehr sehr schwer.

01:10:15: warum gelingt dir das so gut oder wie?

01:10:17: Ich

01:10:17: weiß es nichts?

01:10:18: Was ich mache ist was sich immer mitnehme ist aus irgendeiner Erfahrung zu sagen ich brauche den Plan B. Aber das auch wieder ist eine berufliche Deformierung bei uns.

01:10:28: Wenn wir einen Plan gemacht haben für irgendetwas, gab es immer einen Plan B. was ist wenn?

01:10:33: Gerade in der Fliegerei war das entscheidend!

01:10:35: Bei uns galt ja... Wir müssen alles so planen dass nichts passiert und wenn etwas passiert, müssen wir darauf vorbereitet sein.

01:10:43: die prepared Und wichtig war, wir können nichts rechts ranfahren und bei uns kommt nicht der ADAC und der alte Spruch runter kommen sie alle.

01:10:54: Das ist natürlich der völlige falsche Ansatz.

01:10:57: Und vielleicht hat es damit zu tun, aber besser kann ich's auch nicht beantworten.

01:11:03: Ich sitze hier und das entsteht ja wahrscheinlich der Eindruck da ist immer alles super gelaufen.

01:11:08: Nein!

01:11:08: Ich hatte auch Glück und ich hatte Menschen um mich herum die das mitgetragen haben Die Frau die es ertragen hat und gleichzeitig dabei geblieben ist.

01:11:18: Ich hatte Mentoren, ich sitze jetzt hier, ich mache viele Dinge weil ich sie machen will Und sie machen mir unglaublich Spaß.

01:11:26: und was mir immer noch unglaublich Spass macht, ist der Umgang mit Menschen.

01:11:31: Ich freue mich wirklich über jeden den ich kennenlerne und wo ich hinterher sage das ist ja mal interessant auch wenn er irgendetwas erzählt was sich vorher nicht wusste dann ist es toll.

01:11:43: wie saugt das gerne aufnehmen das mit und denkt mehr.

01:11:46: vielleicht kannst du es irgendwann mal brauchen So wie dieses Gespräch jetzt.

01:11:51: Es ist auch wieder für mich total spannend, weil ich habe die letzten Tage damit verbracht das Wochenende tatsächlich mir Gedanken zu machen was es mir denn wichtig im Leben und was ist es was sich weitergeben möchte?

01:12:03: Und Was ist es, was eventuell ein Stück weit nicht ausmacht.

01:12:08: und da muss Ich ehrlich sagen war dieses Wochenende also bis heute Für mich Total Klasse Weil ich mich selten so intensiv mit mir selbst beschäftigt habe.

01:12:21: Ich muss deshalb sagen Lob und Anerkennung zum Format, weil der sich darauf einlässt und ich glaube da bin ich nicht der erste, der setzt sich ja dann mal ganz intensiv auch mit sich selbst auseinander.

01:12:33: Und da muss ich sagen wirklich toll und klasse und ich bin wirklich total glücklich dass ich das jetzt so miterleben durfte und mitmachen konnte.

01:12:45: Dankeschön!

01:12:46: Freut mich zu hören.

01:12:48: Also, Herbert Wintersohl.

01:12:49: Nummer eins – man muss nicht mit dem ersten Job reich und glücklich werden!

01:12:53: Nummer zwei – Mut zur Leidenschaft, Mut zu lernen und Freude am Menschen.

01:12:57: Nummer drei – die Familie ist das Wichtigste was es gibt.

01:13:00: Nummer vier – hör auf dein Bauchgefühl.

01:13:03: Und Nummer fünf – verschüttete Milch kann man nicht aufheben.

01:13:06: Also, dass mal als schönes Destillat deiner, bei einer Katze gefühlt neuen Leben.

01:13:10: Was ist denn stimmig?

01:13:11: Was du dir erarbeitet hast über die letzten Tage?

01:13:13: Gibt's das gut

01:13:14: wieder?!

01:13:15: Ja ja ich hatte ja... Schon gesagt, ich hab mich noch nie so intensiv mit meinem Leben beschäftigt in den letzten Tagen.

01:13:22: Jetzt das Gespräch war ganz klasse auch was die Motivation angeht... Ja!

01:13:26: Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

01:13:29: und wie hat einer mal gesagt wenn du mal nix mehr zu sagen hast?

01:13:32: Das wäre schon allerhand Und muss jetzt sagen wirklich ich habe dem Nichts hinzuzufügen.

01:13:38: Dann ist das für heute unser Schlusswort.

01:13:40: Vielen vielen Dank Herbert.

01:13:41: Gerne

01:13:41: Danke

01:13:45: Wow!

01:13:46: Das waren inspirierendes Gespräch oder?

01:13:48: Denk dran Jeden Freitag, dem fünften Tag der Woche erscheint eine neue Folge.

01:13:52: Also

01:13:52: abonnier den Podcast unbedingt damit du keine Episode verpasst und teile ihn auch total gerne mit deinen Freunden oder Kollegen!

01:13:58: Und wo wir schon über fünf Dinge sprechen – Eine Fünf-Sterne-Bewertung auf der Podcastplattform deiner Wahl hilft uns sehr, damit noch mehr Menschen von diesen inspirierenden Geschichten profitieren können.

01:14:07: Nehmt doch kurz Zeit dafür!

01:14:08: Genauso wie für einen Besuch auf unseren Social Media Kanälen um Updates und exzessive Inhalte zu erhalten.

01:14:13: Die Links findest Du in den Shownotes.

01:14:14: Wir freuen uns nämlich bei Deiner Anregung und Feedback zu zukünftigen Themen und Gästen.

01:14:18: So, bis zum nächsten Mal!

01:14:19: Bleib inspiriert und neugierig!

01:14:21: Dein Joel.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.