Mit Kritik umgehen: Warum sie uns tagelang beschäftigt | Paartherapeutin Diana Boettcher
Shownotes
499 Menschen sagen dir, wie toll dein Beitrag ist – und dann ist da dieser eine negative Kommentar, der dich tagelang nicht loslässt. Warum piekst ausgerechnet die eine Kritik so, während das viele Lob einfach abperlt? Paartherapeutin Diana Boettcher ist zurück bei Feelgood Friday und zerlegt mit Mareike genau dieses Gefühl: warum Kritik uns emotional trifft, was unser Selbstbild und unser Nervensystem damit zu tun haben – und wie wir lernen, sie anzunehmen, ohne uns darin zu verlieren. Wir sprechen darüber, warum Kritik von wichtigen Menschen am meisten schmerzt, wie du im Moment von Schwitzen und Herzrasen erst mal bei dir bleibst, warum „nimm's nicht persönlich" so schwer umzusetzen ist – und wie du selbst Kritik so äußerst, dass eure Beziehung dabei hält. Du erfährst... … warum dich ausgerechnet der eine schlechte Kommentar mehr beschäftigt als 499 gute … wie du dein Nervensystem beruhigst, bevor du auf Kritik reagierst … woran du erkennst, welche Kritik du annehmen und welche du zurückgeben darfst … wie du selbst Kritik äußerst, ohne dein Gegenüber vor den Kopf zu stoßen __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Joël Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt 👤 Diana Boettcher, Psychologin und Paartherapeutin __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 Übersicht aller Sponsoren __________________________ ||||| PLAYLISTS ||||| Lust auf mehr? Entdecke unsere Playlists mit weiteren spannenden Episoden zum Thema: __________________________ ||||| LEXIKON ||||| Du verstehst nur Bahnhof? Zu viel Fachchinesisch? Unser Lexikon hilft dir dabei, die wichtigsten Fachbegriffe zu verstehen: 🔹 Frontalkortex - Der Frontalkortex ist der vordere Bereich des Großhirns und Sitz unserer bewussten Steuerung – er ermöglicht Denken, Planen, Abwägen und das ruhige, überlegte Reagieren. Gerät eine Person unter starken emotionalen Stress, übernehmen ältere, schnellere Hirnregionen das Ruder, und der Frontalkortex arbeitet nur noch eingeschränkt. Genau deshalb fällt es schwer, in einem aufgewühlten Moment sachlich und souverän zu antworten. 🔹 Emotionsfokussierte Therapie (EFT) - Die emotionsfokussierte Therapie (EFT) ist ein psychotherapeutischer Ansatz, der Emotionen und Bindung ins Zentrum stellt. Sie geht davon aus, dass Menschen tief nach sicherer Verbindung streben und dass viele Konflikte entstehen, wenn diese Verbindung bedroht scheint. In der Paartherapie hilft EFT dabei, hinter Vorwürfen die verletzten Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und darüber neu in Kontakt zu kommen. 🔹 Blinder Fleck - Als blinden Fleck bezeichnet man einen Anteil unseres Verhaltens oder Wesens, den andere an uns wahrnehmen, den wir selbst aber nicht sehen. Der Begriff stammt aus dem Johari-Fenster, einem Modell der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Blinde Flecken machen Kritik oft schwierig: Weist jemand darauf hin, kann die betroffene Person den Punkt zunächst gar nicht erkennen und lehnt ihn ab. 🔹 Kritik - Äußerung, die Verhalten, Aussagen oder Eigenschaften einer Person bewertet oder beanstandet. 🔹 Hochsensibilität - Persönlichkeitsmerkmal mit verstärkter Wahrnehmung und emotionaler Reaktivität gegenüber Reizen. __________________________ ||||| KAPITEL ||||| __________________________ ||||| WIR ||||| 🧢 Ich bin übrigens Joël, der Macher dieses Podcasts. Ich bin ein Creator und Medienunternehmer, der für Wachstum und Vielfalt steht. Mein Vorgehen besteht darin, dass ich inspirierende und erfolgreiche Menschen interviewe, um von ihnen zu lernen und Wissensabkürzungen für dich und mich aufzutun. 👉 In meinem Podcast digital kompakt | Next Level geht es um das Thema Wachstum in den Bereichen Business, Lebensgestaltung und Gesundheit 👉 In meinem Newsletter fasse ich dir Jeden Freitag die besten Learnings aus meinen Podcasts zusammen sowie viele weitere Einsichten aus meinen Aktivitäten. 💛 Abonniere „digital kompakt | Next Level“ auf Apple Podcasts, Spotify & Co. Wenn dir die Folge gefallen hat, hinterlasse uns bitte eine Fünf-Sterne-Bewertung! 👥 Wir streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.Transkript anzeigen
00:00:00: Hi five Leute, ich bin es wieder Marike von Digitakonfakt und heute beschäftigen wir uns mit einem sehr, sehr spannenden Thema.
00:00:08: Dass wir auch alle kennen und dass uns auf der einen Seite lieb ist und auf die anderen Seite tut's uns manchmal richtig weh!
00:00:15: Es geht nämlich um das wunderschöne Thema Kritik.
00:00:18: Warum hängt uns Kritik manchmal tagelang nach?
00:00:21: Und wie schaffen wir es, das Ganze
00:00:23: loszuwerden?!
00:00:24: Kritik äußern ist die eine Seite.
00:00:26: Das fällt uns dann häufig relativ leicht, da kann man mal ganz schnell sagen was uns am anderen stört.
00:00:32: Wenn wir aber die Kritik bekommen das ist dann manchmal wie so ein Schmerz und kann uns dann manchmal schlaflose Nächte besorgen.
00:00:39: Und Kritik begegnet uns ja überall.
00:00:41: Begegnet sind Job oder in der Familie, in der Beziehung beim Nachbarn im Supermarkt und wie auch immer.
00:00:48: Manchmal aber auch ganz Schmerzer fällt mir gerade ein.
00:00:51: LinkedIn und Co.
00:00:53: Ein Kommentar von fünfhundert, der schlecht ist.
00:00:56: Die vierhundert neunneinzig.
00:00:57: Ich vergesse mal ganz schnell die sagen wie toll und der eine schlechte.
00:01:01: Der piekst und er ärgert uns und er lässt uns eigentlich nicht mehr los.
00:01:05: Und für dieses schöne Thema habe ich mir Partherapeutin Diana Betscher wieder eingeladen und freue mich jetzt dich ein wenig zu löchern.
00:01:12: zum Thema Kritik Hi
00:01:15: Hallo Marike schön wieder dabei zu sein
00:01:21: So Diana Kritik.
00:01:23: Wie findest du Kritik selbst?
00:01:26: Ich mag Kritik natürlich auch überhaupt nicht.
00:01:29: Und da ich ja so als Paterapeuten sehr sensibilisiert sind für diese ganzen emotionalen Themen, weiß sich das Kritik immer auch ein emotionales negatives Signal ist und gleichzeitig aber auch eines sein kann was verbinden kann wenn man das miteinander umdeuten kann.
00:01:48: Aber es ist die Natur des Menschen dass man einfach Kritik nicht mag.
00:01:53: Wir wollen alle gesehen, gemocht anerkannt werden und wenn wir erfahren oder wissen oder auch nur die Befürchtung haben, dass jemand der uns wichtig ist was er an uns nicht mag das verunsichert uns eher.
00:02:09: Warum ist es eigentlich so?
00:02:10: Dass manche auf Kritik total entspannt reagieren und andere wiederum explodieren oder ziehen sich komplett zurück oder werden total emotional und brechen in Tränen aus?
00:02:20: Also erstmal glaube ich, dass es die meisten Menschen doch auch berührt.
00:02:24: Also immer berührt und wie wir dann damit umgehen das ist eher etwas ja eine Persönlichkeits-Eigenschaft Es ist aber auch etwas was wir erfahren haben.
00:02:35: Was dürfen wir?
00:02:37: Wie dürfen wir darauf reagieren je nach Prägung, wie wir geprägt worden sind in unserem sozialen Umfeld.
00:02:46: Und das andere ist auch noch mal Temperament!
00:02:48: Wie feinfühlig wir auch sind... Das kann man alles aus unseren Reaktionen ablesen.
00:02:55: Gerade wenn jemand sehr kühl oder cool reagiert muss es aber auch nicht viel heißen.
00:03:01: Warum ist das so?
00:03:01: Dass Kritik uns ganz häufig richtig wehtut.
00:03:05: Also erst mal ist es wichtig, wenn sie uns richtig doll wehtut dann kommt sie von einem Menschen der uns wirklich wichtig ist.
00:03:12: Sei es ein Partnerin, ein Partner, sei es die Eltern, gute Freunde oder ich sag meine Autoritätspersonen ja, die uns einfach sehr, sehr wichtig ist wo wir es brauchen dass dieserjenige wirklich viel von uns hält.
00:03:25: und wenn dann von so jemandem Wichtiges kritischer Punkt kommt dann tut das weh.
00:03:31: Wichtig ist aber auch hier, wie wird diese Kritik geäußert?
00:03:36: Wir können ja das auf verschiedenen Wegen äußern.
00:03:38: Und dann kann es besonders wehtun wenn sie sehr destruktiv geäußert wird.
00:03:42: Wenn sie sehr abwertend geäusert wird, dann kann er's auch weh tun.
00:03:47: und dann gibt es eine individuelle Empfindsamkeit gegenüber Kritik an sich.
00:03:53: Manche Menschen sind zum Beispiel einfach sensibler, ja es kann auch hochsensible gehen das wissen wir.
00:04:02: Das gibt die Hoch-Sensibilität und da gibt es einfach wenig Filter die vorgeschaltet sind und nur die Essenz durchlassen und nicht alles durch lassen.
00:04:13: und mit dem Alles sind wir oft schnell überfordert und dann reagieren wir sehr sensibel drauf und nehmen uns das zu sehr zu Herzen anstatt so einen gesunden Abstand auch zu haben und auch vorher zu selektieren, welchen Teil der Kritik kann ich annehmen?
00:04:30: Ja.
00:04:30: Und welchen Teile lasse ich draußen?
00:04:32: Weil ich sehe da will mir jemand ein Paket überhelfen das nicht zu mir gehört.
00:04:37: Das gibt es ja auch in der Kritiker.
00:04:39: Ich habe jetzt gerade daran gedacht weil du sagtest wenn uns Kritik wehtut dann ist es häufig von Leuten die uns wichtig sind.
00:04:47: wie ist denn aber dann einzuordnen dass Beispielsweise ein LinkedIn-Kommentar von irgendeinem gelangweilten Hansel mich total trifft und beschäftigt.
00:04:57: Das kann wieder was mit der eigenen Sensibilität zu tun haben.
00:05:00: Okay, verstehe.
00:05:01: Dass wir das einfach so doll herausfiltern und dann war es auch noch mal... Es ist ja trotzdem ein sensibler Kontext.
00:05:10: Das könnte man jetzt auch noch mit integrieren.
00:05:12: Er ist nicht nur die Person sondern auch der Kontext.
00:05:14: Ja wenn wir vor aller Welt kritisiert werden ist das natürlich sehr scham behaftet.
00:05:20: So ne?
00:05:21: Und das wäre dann eher so ein Kontext, ja.
00:05:24: Welche Rolle spielt dabei das Selbstbild?
00:05:27: Eine große Rolle natürlich, weil da wird uns was Negatives gespiegelt.
00:05:35: Wenn wir ein sicheres Selbstbild haben und Anteile davon sehen, denen wir zustimmen können.
00:05:42: Ein gutes Selbstbild bedeutet ja nicht ich bin perfekt als Mensch sondern ich kenne meine Stärken und Schwächen.
00:05:48: Und wenn jemand mich auf eine Schwäche hinweist die mir bewusst ist Dementsprechend auch ein gutes Selbstbild habe.
00:05:58: Ich sage, das ist menschlich.
00:06:00: Dann kann ich darauf auf eine bestimmte Art und Weise reagieren in Form von okay danke fürs Teilen ist mir bewusst.
00:06:09: so extrem negativ sagst, oder mich da abwert das für.
00:06:13: Ja es ist eine Schwäche von mir und ich arbeite dran oder ich habe sie für mich akzeptiert.
00:06:18: Aber sagen wir mal was macht das mit dir?
00:06:21: Das ist ja spannend weil der andere wird ja ne Motivation haben warum er das mit uns teilt d.h.
00:06:27: oder ihr auch was an, das können wir auf jeden Fall versuchen zu klären im Angebot.
00:06:32: Das machen wir aber aus so einem sicheren, souveränen Zustand heraus und laden den anderen ein ins Gespräch zu kommen und interessieren uns für seine oder ihre Erlebenswelt.
00:06:45: Aber ohne mich zu verteidigen, rechtfertigen oder dem anderen rüberzuschieben – du hast doch ein Problem nicht ich!
00:06:52: Komm mal lieber klar.
00:06:55: Darin verstrickten wir uns dann nicht, wenn wir so souverän sind.
00:06:58: Wenn wir nicht so in unserem Selbstbild gut verankert sind und unsere eigenen Schwächen nicht gut integrieren können, nicht gut annehmen können, ja?
00:07:07: Dann können wir darauf natürlich schwieriger souveränen reagieren.
00:07:11: Und dann geht es eher in diese andere Richtung.
00:07:13: Wir verteidigen uns oder lehnen das ab oder lassen das beim anderen und kritisieren den anderen und feuern gegen oder verstummen total ja aus Scham und Ängstlichkeit, ziehen uns dann eher zurück.
00:07:29: Und der andere versteht nicht was passiert?
00:07:31: Ich habe doch nur das und das gesagt.
00:07:34: Ja, das ist total spannend!
00:07:36: Wie ist es denn also dir... Was sind so typische Reaktionen wenn mich eine Kritik trifft?
00:07:40: Also Scham ist das einer Rückzug und Aggression.
00:07:44: aber was geht innerlich dann eigentlich los?
00:07:49: Da kann so vieles passieren, erinnerlich.
00:07:51: Ja da ist auch jeder Mensch ein bisschen anders.
00:07:53: aber wenn etwas sensibles passiert ja dann ist es ein Schmerz, dann ist das ein emotionaler Schmerzen, ein negatives Signal.
00:08:02: So wie ich bin werde ich vom anderen nicht komplett genommen also nicht komplett angenommen.
00:08:11: mir wird signalisiert XY, was du machst.
00:08:14: Was du gesagt hast irgendwie ist nicht gefällt mir nicht stört mich und dann beziehe ich das erstmal auf mich integriere das mit rein und merke so okay da wird etwas von mir nicht angenommen.
00:08:27: ja und dann ist natürlich wichtig was mache ich damit?
00:08:31: kann ich damit gut umgehen in dem ich nochmal nachfrage versuche die bindung irgendwie zu reparieren miteinander ja verstehen will wie es dem anderen damit geht.
00:08:45: Oder mache ich daraus etwas, wo ich sage okay ich muss das sofort reparieren ja dann damit mich alle lieb haben und dann erziehe ich mich eher zurück und mach das mit mir selber aus oder ich kann's gar nicht annehmen weil auch einen sehr verletzlichen Punkt in mir berührt, wo ich vielleicht nicht hinschauen kann und noch nicht hinchauen möchte.
00:09:09: Dann weiß ich das eher stark von mir oder mache so ein Schauplatzwechsel.
00:09:14: Du aber!
00:09:17: Und dann sind wir bei dem anderen oder beim anderen Thema.
00:09:22: Also da kann innerlich sehr viel passieren.
00:09:28: Was hast du denn dafür?
00:09:32: Therapeuten Sicht.
00:09:34: Also mich ärgert das ja immer, dass Kritik mich trifft.
00:09:37: Was kann ich denn machen?
00:09:38: Jemand kritisiert mich und ich merke schon wieder dieses Schwitzen, mir steigt so richtig die Wärme hoch, Herzschlag beschleunigt sich... was kann ich in dem Moment als erste Hilfe gleich tun um da nicht in eine Schleife wieder rein zu geraten?
00:09:54: Also was immer hilft ist beschreiben, was es ist und was jetzt gerade ist.
00:10:00: Oh ich höre deine Kritik und das fällt mir schwer!
00:10:07: Es wäre gut wenn's außen geht Ganz ehrlich, weil nur dann wird es sichtbar und dann gibt es sowas wie eine Entlastung in dem Moment.
00:10:15: Weil ich muss das nicht überspielen was ich mache ist ja das dann zu überspilen Und das kriegt der andere entweder mit oder nicht.
00:10:23: Ja aber Ich kann's nicht überspielen wenn ich so und beschreibst ihr eine körperliche reaktion Das heißt das nervensystem reagiert darauf und sagt Gefahr Gefahr gefahr.
00:10:34: und um diese Gefahr im Körper quasi abzumildern Signalisiere ich, indem ich das laut ausspreche.
00:10:42: Mir selbst und erlaube mir selbst dass das was sich gerade fühle, dass es echt ist, dass das validiert wird.
00:10:48: Ich höre deine Kritik und ich merke, das fällt mir schwer.
00:10:53: Und dann muss ich erstmal nicht viel mehr machen als das anzuerkennen.
00:10:58: Weißt du Marike?
00:10:59: Weil gerade wenn unser Körper so doll reagiert und es zeigt ja eher etwas von der Sensibilität Dann verlieren wir oft unsere kognitive Fähigkeit in dem Moment richtig zuzuhören, richtig nachzufragen.
00:11:13: Gut, unser Verrens zu reagieren.
00:11:16: Weil das alles findet vorne in unserem Frontal Cortex statt und der verabschiedet sich je mehr unsere Emotionen das Ruder in die Hand nehmen.
00:11:26: Und unser Körper fängt schon die ersten Signale schickter uns, indem wir schwitzen Herzrasen haben.
00:11:33: Und das gilt es erst mal zu regulieren, bevor wir überhaupt auf diese Kritik inhaltlich oder auf einer Beziehungsebene reagieren können.
00:11:44: Da sich erstmal erden und dann gucken okay, gebt mir mal einen Moment!
00:11:50: Ich respektiere meine körperlichen Reaktionen, gib mir mal ein Moment ja und gucke dass ich mich gut erst einmal gut regulieren kann.
00:11:58: Wir sollten nicht aus dieser Aufgewühltheit heraus agieren und sprechen miteinander.
00:12:05: Wenn du mal ein Stück weit in dich rein fühlst, wie ist das bei dir?
00:12:10: Bei Kritik.
00:12:11: Und zwar würde ich mich mal interessieren vor deinem Studium, vor deiner Tätigkeit versus heute?
00:12:19: also Wie hat sich das verändert?
00:12:21: hat sich stark verändert.
00:12:23: Also bei mir auch sehr stark, weil das hat mir mega Angst gemacht.
00:12:27: aber es verrückt ist ich habe die Angst nicht gespürt.
00:12:30: Bei mir war dann mehr so ein totaler Shutdown.
00:12:34: Hat dann stattgefunden emotional?
00:12:36: Ich hab die dann gehört und aufgenommen und bin damit weggegangen oder habe in dem Moment irgendwie erst mal nur zugehört.
00:12:44: okay nehm' ich mal mit Aber habe selber nichts gespürt habe ich gemerkt, das ist aber eine komische Reaktion.
00:12:54: Und die Wellen, die danach kamen mit denen war ich dann sehr stark und es hat sich insoweit verändert dass einmal ich natürlich jetzt auch die Reaktionen merke.
00:13:06: also macht Mir nicht Angst, aber es berührt mich.
00:13:10: Es ist eher trotzdem ein bedrohliches Gefühl im Körper.
00:13:13: Wenn ich so merke, da kritisiert mich jetzt jemand und ich bin auch nicht vorbereitet.
00:13:17: Ja deswegen kritik immer gerne ankündigen durch was mit dir teilen.
00:13:22: Was jetzt bei dir vielleicht das jetzt eine Kritik ist, was jetzt bei dich vielleicht nicht gut ankommt ja.
00:13:27: Dann ist man schon mal ein bisschen vorbereitet anstatt sagen ey du guck mal gestern das und dass hat überhaupt nicht gepasst her dann musst du dich hier erstmal sortieren.
00:13:36: Der andere ist ja dann schon da und du bist noch gar nicht
00:13:38: da.".
00:13:40: Das heißt, wenn das jetzt passiert merke ich auch eine körperliche Reaktion und merke so, warte mal kurz, krass!
00:13:47: Ist ja ne Kritik.
00:13:48: Und jetzt kann ich es tatsächlich besser, dass ich in dem Moment reagieren kann oder wirklich in dem Moment sagen kann, warte mal ich glaube.
00:13:56: Ich nehme das jetzt erstmal mit und lasse uns später noch einmal drüber sprechen.
00:14:02: Dazu ist es natürlich wichtig alles zu spüren in seinem Körper ja und das habe ich zum Beispiel früher gar nicht weil ich da sehr angstbehaftet war und sehr angepasst war und bloß nicht negativ auffallen.
00:14:14: wenn man negativ auffällt dann okay stillhalten mitnehmen und wieder verschwinden.
00:14:20: Das war so früher so Herr
00:14:22: Ja bei mir ist das tatsächlich auch früher so gewesen, dass ich dann in den Rückzug gegangen bin und habe dann einfach dicht gemacht.
00:14:28: Und hab dann geschwiegen und hab's dabei belassen.
00:14:33: Anders hab' ich es aber auch nicht kennengelernt.
00:14:37: Lass uns doch mal des Pudels Kern gehen!
00:14:40: Also wenn mich jemand kritisiert steckt da was Wahres drin oder was hat's damit auf sich?
00:14:48: Das kann man pauschal so nicht sagen, würde ich sagen.
00:14:52: Es kann was drinstecken und das kann dann aber nur ich sagen erst mal.
00:14:59: Und das darf ich rausfiltern für mich.
00:15:01: Resoniert etwas mit mir auch in negativer Form, wo ich sie mich wiedererkenne?
00:15:07: Dann darf ich diesen Teil auch annehmen und zu dem was sagen.
00:15:11: Aber wir kriegen ja oft Kritik, die gar nichts zu uns gehört, wo jemand wirklich einfach an den Tag schlecht drauf ist und uns so ein bisschen die Schuld in die Schuhe schiebt, ja.
00:15:21: Und uns dann für etwas kritisiert, wo wir merken, nee warte mal, weil das passt irgendwie sogar nicht, ja?
00:15:29: Und dann ist da kein Kern drin, der jetzt für uns wichtig ist.
00:15:36: Was türkig ist, ist natürlich wir haben auch blinde Flecken als Menschen.
00:15:41: Und wir können eine Kritik bekommen die einen blinden Fleck berührt und wenn wir aber noch nicht da sind, haben wir die Reife noch nicht haben?
00:15:48: Wenn wir noch nicht diesen Punkt sehen können, annehmen können kann uns der andere das so oft wie er will sagen, wenn wir da erinnerliche Blockade haben werden wir die Kritik auch immer ablehnen.
00:16:02: Da braucht es dann therapeutische Unterstützung, wenn wir hören und wie viele Menschen in meinem Umkreis ja deuten immer wieder auf diesen Punkt – ich sehe den aber in mir gar nicht – und weiß den immer von mir.
00:16:15: Aber wenn das jetzt so geholft vorkommt, da darf dann ein Therapeut ran, das kriegen wir selber dann nicht gelöst.
00:16:22: Wir gehen nochmal zur Linkin, weil das ja auch viele Hörerinnen und Hörern beschäftigt Bellington beispielsweise.
00:16:29: Es ist ein Kommentar unter dreißig, der negativ ist.
00:16:34: Warum hängt er dann uns so nach?
00:16:35: Warum sind wir ganz häufig nicht in der Lage, da zu sagen hey es ist einer.
00:16:41: Neunundzwanzig haben gesagt das ist mega was ich hier tue.
00:16:44: Warum ist immer dieser Einer der uns aber dann im Kopf bleibt?
00:16:49: Also erstmal glaube ich, dass es nicht allen Menschen so geht.
00:16:52: Es gibt schon Menschen und ich glaube das würde das Ganze nicht funktionieren.
00:16:57: Der überwiegende Teil der kann da wirklich übergeordnet drauf schauen und sagen, das ist einer von dreißig blöd gefällt mir nicht.
00:17:05: ja aber hänge ich mich nicht darauf auf an.
00:17:10: also eine bestimmte Gruppe von Menschen den kann das schon zu schaffen machen und die bleiben dann da dran hängen.
00:17:17: Dann darf man wieder schauen, ist es die eigene Sensibilität?
00:17:21: Ist dieser Raum dieses Social Media Nicht ideal für mich, weil der für mich einfach viel zu unsicher ist.
00:17:29: Also ich kann... Ich komme mit negativen Kommentaren gar nicht klar.
00:17:32: das Triggert bei mir Schamgefühl oder Angstgefühle oder was auch immer.
00:17:37: Dann ist es kein guter Kontext für mich.
00:17:39: und will ich dann da dran wachsen?
00:17:41: Dann muss sich halt gucken wie ich diese inneren Reaktionen dass ich mich in denen nicht verliere sondern dass die auftauchen, wo ich sie dabei belasse.
00:17:50: Anstatt in den Kopf zu gehen und ins Krübeln zu gehen um mich da zu verlieren weil dann verstärke ich die Emotionen und bin so ein Teufelskreis drin?
00:17:59: oder ist es der Inhalt?
00:18:02: Ist in dem Kommentar irgendwas benannt worden was mir jetzt persönlich wirklich wichtig ist oder mich besonders verletzt?
00:18:09: habe ich eine innere Wunde die das Buch hört?
00:18:14: Das würde ich abchecken.
00:18:17: Ich habe die Wahl zu reagieren und wie ich reagiere, das liegt in meiner Hand.
00:18:24: Kann ich das Gespräch eröffnen, ins Gespräch gehen damit?
00:18:28: Oder mache ich irgendwie ein Statement ab?
00:18:31: oder ganz ehrlich ist es so destruktiv dass sich das einfach so stehen lasse und gar nicht anfeuere.
00:18:38: Den Menschen den Wind aus den Segel nehmen und denen keine Aufmerksamkeit geben.
00:18:44: Ich habe diese Möglichkeit darauf zu reagieren Und die kann ich nutzen.
00:18:50: Die kann ich besser nutzen anstatt mich zu verlieren in diesen Selbstzweifeln, Selbstkritik.
00:18:57: und wenn ich merke dass ich dafür anfällig bin dann darf ich mir da wirklich Unterstützung holen weil es bringt nichts zu sagen Ich bin zu sensibel und das muss weggehen.
00:19:07: Das geht so nicht weg.
00:19:09: Da darf ich dann eher gucken wo darf ich gute Schutzfilter aufbauen Wenn ich weiter zum Beispiel jetzt im öffentlichen Raum unterwegs sein möchte, dass ich mich da innerlich gut abgrenzen kann von solchen Kommentaren, die mich nicht weiterbringen.
00:19:26: Wenn ich da sozusagen hingucke mit jemandem, wo lande ich dann häufig?
00:19:33: unterschiedlich.
00:19:35: Also wenn es eine sehr tiefe Wunde ist, dann landen wir immer irgendwie in unserer Kindheit.
00:19:39: Das weiß ja auch jeder.
00:19:41: Da geht's dann wirklich darum ob der Therapeuten oder die Therapeutin da gut graben kann, ob es das gibt muss aber auch nicht sein.
00:19:50: Ein großes Thema ist natürlich auch die eigene Schulerfahrung.
00:19:53: Wir sind ja nochmal durch ein ganz anderes Schulsystem gegangen unsere Generation und die Generation vor uns als die Generation heute.
00:20:02: bestimmt auch an den einen oder anderen verletzten Punkt in uns, so tief kann das gehen.
00:20:10: Siehst du da ein deiner Praxisunterschiede?
00:20:12: Du hast ja sicherlich unterschiedliche Altersstrukturen.
00:20:15: Siehste da irgendwie Unterschiede im Alter wie der Umgang mit Kritik ist?
00:20:21: Also je älter die Menschen sind, also in der ältere Generation hat da mehr mit dem Schamthema zu kämpfen.
00:20:31: Das heißt Kritik war damals so beschämend, so gefährlich was die Leute sagen und das war einfach weil man in der Gemeinschaft sehr stark abhängig voneinander war.
00:20:44: ja das waren noch mehr kollektivistische Systeme die heute älteren groß geworden sind.
00:20:53: Je jünger die Menschen sind, desto mehr geht es um die Selbstbehauptung.
00:20:56: Ja das heißt Kritik wird dann als eher persönlicher Angriff gesehen und dann gilt es mich zu behaupten, mich gut darzustellen nicht aus so einem Schamgefühl heraus sondern eher aus sowas Kämpferichen.
00:21:07: ja so und ne so bin ich nicht Ich bin besser!
00:21:11: Ich bin die perfekte Version von mir Stehen mir nicht mal Licht oder sonst wie, dass man den Menschen dann nicht so nah ranlässt und sich eher in dieser Verteidigung befindet.
00:21:26: Weil es irgendwie kratzt her und das gefällt mir gar
00:21:29: nicht.".
00:21:29: Da hat es vorhin auch ganz zu Anfang war, glaube ich.
00:21:32: Ich habe es auch gesagt uns trifft Kritik vor allem wenn's von Menschen kommt die uns besonders nahe stehen.
00:21:38: aber jetzt endlich kommt sie immer drauf an wessen Meinung wirklich zählt.
00:21:43: Wie finde ich denn heraus, welche Kritik jetzt wirklich hilfreich ist und wo sie verletzend ist?
00:21:48: Ob sie hilfreich ist – da sind wir wieder bei dem Thema.
00:21:51: Resoniert das mit mir?
00:21:53: Das was der andere mit mir teilt macht ja das wohlvollen, liebevoll.
00:21:58: Er hat mir zugewandt, hat wirklich ein Interesse an mir in unserer Beziehung und teilt er da etwas, was wirklich wichtig ist?
00:22:06: Und es resoniert mit mir im Sinne von erzählt jetzt nicht irgendwas, sondern ist das wirklich etwas was ich kenne?
00:22:14: Was sich vielleicht auch nachvollziehen kann.
00:22:16: Das was gesagt wird ist es eine und wer das sagt ist das andere.
00:22:21: so komplex ist es ja dass wir trotzdem beide Ebenen haben.
00:22:25: Das heißt das angenommen ist es jemand Wichtiges dann ist es relativ egal was der sagt.
00:22:32: Das trifft uns weil uns der Andere wichtig ist Und jetzt können wir quasi zusätzlich beurteilen, was hat er oder sie eigentlich wirklich gesagt?
00:22:43: Dann kann ich das annehmen.
00:22:45: Oder muss sich das zurückgeben.
00:22:47: und dann haben wir aber immer noch eine Beziehungsebene miteinander und da müssen wir einschicken.
00:22:51: Was bedeutet das jetzt eigentlich so?
00:22:56: Für was haben wir da eigentlich Angst wenn es um Kritik geht?
00:22:59: Also wir haben ja ganz häufig viele die sagen, ich habe Angst da kritisiert zu werden gesehen zu werden mit dem
00:23:05: So eine biologische Urangst, evolutionär bedingt ist.
00:23:08: natürlich wir sind Herdenwesen und wir wollen Teil einer Gruppe sein.
00:23:13: Wir wollen Teil der Verbindung sein Und Kritik löst immer ein Störgefühl in uns aus, weil wir haben sonst innerlich eine tiefe Angst ausgeschlossen zu werden und die Verbindung zu verlieren.
00:23:28: Das ist etwas was auf einer tieferen evolutionären Ebene passiert und auch auf einer sozialen Ebene richtiger.
00:23:34: Wir haben Angst aus geschlossen zu werde.
00:23:37: so das ist so die tiefer Ebene.
00:23:38: dann gibt es die Schichten so ein Stück weit da drüber.
00:23:43: Wir wollen natürlich als Menschen, wir wissen, wir sind nicht perfekt.
00:23:48: Das ist einfach so und wir wollen am liebsten, dass niemand unsere Schattenseiten sieht.
00:23:54: Wir selber versuchen es auch nichts zu sehen und dann sind sie irgendwie da und dann müssen wir damit umgehen.
00:24:01: Und das fordert uns heraus.
00:24:04: Diese Herausforderung – das ist ein ungewisser Raum in dem wir uns hineinbegeben.
00:24:11: Ist es mit der anderen Person, die mich jetzt kritisiert sicher genug, mich da zu öffnen?
00:24:18: Dahin zu gehen?
00:24:20: oder muss ich mich eher behaupten und verteidigen.
00:24:24: Oder kann ich mich da öffne?
00:24:26: Kann damit der andere Person draufschauen?
00:24:28: können wir gemeinsam eine Lösung finden?
00:24:30: Können wir gemeinsamen Umgang finden?
00:24:33: Oder eskaliert das hier vielleicht sogar her.
00:24:37: Das ist dieser ungewisse Raum auf dem wir uns einlassen.
00:24:39: alles was ungewiss ist macht uns immer erst mal unsicher, macht uns ängstlich.
00:24:44: Wir wissen wir können nicht einschätzen.
00:24:47: wie wird der andere damit umgehen?
00:24:50: Da komme zu dem Punkt der mich auch die ganze Zeit beschäftigt.
00:24:53: das ist ja auch ganz häufig Die Einleitung zur Kritik.
00:24:57: Das ist nicht persönlich gemeint.
00:24:59: Aber Was hat denn da letztendlich Kritik?
00:25:05: Ja also warum löst es trotzdem so viel aus?
00:25:07: Also Es Ist Nicht Persönlich Diana aber
00:25:12: Naja, es ist schon immer persönlich gemeint natürlich.
00:25:14: Weil wir sprechen ja eine Person und ihr Verhalten oder ihr Denken an her.
00:25:21: Es ist schon auf die Person gerichtet.
00:25:24: Ich glaube was man damit sagen möchte das ist auch immer der spannende Ankommunikation.
00:25:28: Wir sagen etwas wollen aber eigentlich was anderes hat sprudeln.
00:25:31: Eigentlich sagen wir damit du hör mal ich will dich nicht verletzen Ja?
00:25:36: Ich weiß dass Kritik verletzt nicht persönlich.
00:25:41: bitte reagieren, ich verletze.
00:25:44: Ich will dich eigentlich nicht verletzen.
00:25:45: und trotzdem gibt es ein Thema das sich habe mit dir und ich muss es irgendwie mit ihr teilen damit ich das irgendwie versuche zu lösen mit dir weil ich kann das nicht ohne dich lösen.
00:25:56: ja und dass ist eher so eine Bitte von bleib bitte bei mir auch wenn ich jetzt was unangenehmes mit ihr Teile.
00:26:03: da komme ich so ein bisschen zu diesem Punkt.
00:26:05: Ich würde da schon hinschauen können, Marike.
00:26:08: Ist natürlich so dieser Punkt.
00:26:11: ich als derjenige, der kritisiert ist auch in einer verantwortungsvollen Rolle.
00:26:16: ja wie mache ich das am besten?
00:26:18: Wie mache ich es feinfühlig wo ich doch selber weiß Kritik ist für alle Menschen schwierig und Und wir wachsen ja auch in einer Zeit auf, die so sehr von Kritikfähigkeit geprägt ist.
00:26:32: Alle wollen und wie kritikfähig sein gerade im Beziehungs- und Parkkontexten.
00:26:38: Versuchen wir zum Beispiel an der emotionsfuchsierten Therapie etwas was ich für mich gelernt habe.
00:26:44: Kritik tut immer weh und wenn wir das Bedürfnis haben jemand anderen zu kri... können wir auch an Stadtkritik zu äußern zwei unterschiedliche Dinge tun.
00:26:57: Einmal geht es immer um Selbstoffenbarung, das heißt wenn mich etwas am Anderen stört macht es ja was mit mir und das was es mit mir macht ist ein Teil der SelbstoffENbarung.
00:27:10: Das heißt ich zeige mich da auch irgendwie verletzlich Und dann kann ich auf einer beobachtbaren Ebene beschreiben, als ich erlebt habe, dass du das und das gesagt hast oder das und was gemacht hast.
00:27:21: Das hat etwas mit mir gemacht.
00:27:23: Ja, es hat mich verletzt.
00:27:26: Da hab' ich das und da's gedacht.
00:27:28: Und da wusste ich da und da nicht weiter.
00:27:33: Da bleibe ich stark bei mir, auch wenn der andere der Auslöser war.
00:27:37: Sag ich was mit mir passiert.
00:27:38: und das ist eher eine Selbstoffenbarung, wo wir den anderen in unsere Welt reinholen.
00:27:45: Und dass es noch mal anders als mit dem Finger auf den Anderen zu zeigen sondern sagen, das ist bei mir so angekommen.
00:27:52: Das hat's mit mir gemacht.
00:27:55: Das andere, was auch eine Art Selbstoffenbarung ist aber eigentlich eher eine Bitte um Mithilfe.
00:28:02: Weil wir kommen auch manchmal in eine unangenehme Situation mit anderen Menschen die sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, die uns dann einfach unangenergien sind.
00:28:11: Klassische Situation, ich sage das mit meinem Partner oder meiner Partnerin im Auto enorm über den Verkehr auf und ärgert sich, steigert sich total rein.
00:28:22: Und mich stört das als Beifahrer, weil das in mir was auslöst.
00:28:26: Ich merke ich komme mit der Situation nicht klar.
00:28:30: Natürlich fange ich dann an, könnte ich anfangen zu kritisieren und sage du regst dich immer so künstlich auf?
00:28:35: Lass das mal sein!
00:28:36: Da stört mich oder Du, ich sehe du bist da verärgert.
00:28:42: Aber mir fällt so eine Situation.
00:28:44: Fällt die schwer?
00:28:46: Wie können wir dafür sorgen dass es auch mir gut geht?
00:28:49: was kannst du mir da helfen?
00:28:50: Ich weiß da nicht weiter.
00:28:52: ja!
00:28:52: Ich kann das nicht nur danebensitzen und das ertragen zum Beispiel.
00:28:58: Das heißt hier gebe ich viel mehr Preis von mir und das ist oft Teil der Kritik natürlich.
00:29:05: Dass es etwas mit mir macht Weil wenn es mit mir nichts machen würde, würde ich dem anderen gar nicht den Spiegel zeigen.
00:29:13: Und das fühlt sich in der Regel, es gibt keine Garantie.
00:29:17: Es kann trotzdem bei dem anderen Doof ankommen.
00:29:20: Wenn er einfach das nicht gut nehmen kann, dann ist das so.
00:29:24: Dann werden wir eine blöde Reaktion bekommen wie ... Na ja da bin ich nicht dafür verantwortlich wenn das das bei dir auslöst aber dann haben wir auch keine gute Beziehungsebene.
00:29:34: Die Wahrscheinlichkeit ist höher dass es beim anderen eher wohlwollender angenommen wird und man sich eher beteiligt fühlt und wir miteinander eher mitführen können Und dann erklären können, oh gut, dass du das mit mir teilst.
00:29:46: In der Situation ging es mir so und so oder ich wusste gar nicht, dass sich das so trifft.
00:29:51: Ja ist gut, was ich weiß.
00:29:54: Lass uns mal schauen wie wir das besser hinbekommen miteinander.
00:29:58: Ich
00:29:58: glaube aber, das ist das glaube ich was viele... Also ich persönlich auch sehr schwer finde diese Kritik dann aber nicht persönlich zu nehmen.
00:30:06: also Wie schaffe ich das denn da?
00:30:07: Dass ich die Kritik höre auch darüber reflektiere wie auch immer Das ist ja okay Aber das ist nicht persönliche Nähme.
00:30:16: Ich weiß es nicht persönlich gemeint, aber ich empfinde es ganz anders.
00:30:20: Wie schaffe ich das?
00:30:22: Das nicht persönlich
00:30:23: zu nehmen.
00:30:26: Wir können es nicht persönlich nehmen.
00:30:29: Das ist einfach so, ja?
00:30:30: Es sei denn der Inhalt resuniert nicht mit mir.
00:30:35: Dann muss ich das auch von mir weisen.
00:30:38: Das gibt es ja durchaus, dass jemand kommt und irgendwas an mir kritisiert, wo ich so denke, nee warte mal stopp, stopp.
00:30:46: Das bin ich gar nicht!
00:30:48: Und dann weiß ich das von mir, das ist ein guter Selbstschutz.
00:30:52: Ist das dann auch eine gute Indikator letztendlich?
00:30:56: endlich.
00:30:56: Also sobald ich etwas persönlich, wenn ich die Kritik persönlich nehme dann ist das sofort eigentlich doch der Sensor dafür, ah da resoniert was mit mir?
00:31:04: Ich kann da mal genau hingucken!
00:31:06: Ja also wie gesagt, wenn es mit dir resoniert und du merkst, dass es was Verletzliches Aber das andere verletzt ja auch Mareike.
00:31:17: Ja, wenn jemand mich irgendwie zusammenhandslos kritisiert und ich merke ... Das bin aber nicht ich!
00:31:25: Da projiziert jemand etwas auf mich, das erleben wir ja auch.
00:31:30: Würde es mich für einen Moment doch persönlich natürlich berühren?
00:31:34: Weil's muss ja... Ich bin kein Teflon, wo sie an mir abhalt.
00:31:40: Der ist ein menschliches Wesen auf der anderen Seite zu sendet.
00:31:45: Und es geht erst mal durch mein System, das können wir gar nicht anders.
00:31:49: Die Sache ist nur wie tief lasse ich das in meinem System und wie lasse sich's wieder raus?
00:31:55: Wenn ich der Meinung bin, warte mal, das gehört hier gar nicht rein dann gebe ich das wieder zurück.
00:32:00: aber es muss mich ja persönlich berühren.
00:32:03: Es geht ja gar nicht Anders.
00:32:05: Weißt
00:32:05: du dass ich das immer für mich in der Vergangenheit falsch gedeutet habe?
00:32:09: Ich hab immer gedacht wenn mir jemand etwas sagt dann ist das auch okay.
00:32:15: Aber sobald es mich berührt, bin ich immer davon ausgegangen, ah ok da ist etwas dass das bei mir anpinkt und wenn's einfach nur ist, dass ich an dem Punkt ein Selbstwertproblem habe oder irgendwie eine Angst die dann hochkommt oder was weiß ich?
00:32:29: Ja.
00:32:32: Das kann nicht sein.
00:32:33: Toll!
00:32:34: Jahre lang falsch gemacht.
00:32:38: Never step learning right?
00:32:43: Partnerschaft.
00:32:46: Ich möchte meinen Partner kritisieren, ich habe etwas anzubringen.
00:32:50: wie gehe ich vor?
00:32:52: Genau müssen das was ich davon gesagt habe so dieses Thema wenn ich Kritik äußere ja wirklich beobachtbar zu beschreiben.
00:33:01: Was beobachte ich beim anderen?
00:33:04: Da noch nicht... Also das ist immer ganz schwierig, wenn wir dann schon so interpretieren und Erklärungen vorwegnehmen.
00:33:11: Ich glaube du hast es gemacht weil... Stopp stopp stop!
00:33:15: Erst mal wirklich nur beschreiben auf der beobachbaren Ebene.
00:33:18: Ja, ich habe in der Erinnerung Du hast das und das gesagt oder du hast das gemacht.
00:33:23: Oder du kommst bis da wieder zu spät gekommen letzter Zeit häufig passiert.
00:33:31: Und was macht das mit mir?
00:33:33: Was macht es mit
00:33:33: mir?".
00:33:34: Das ist für mich schwierig, ich erlebe mich dann irgendwie, dass du mich nicht für wichtig nimmst oder uns nicht für Wichtig finden nimm's, das verletzt mich und ich weiß da auch nicht weiter.
00:33:47: Deswegen suche ich das Gespräch mit dir.
00:33:49: Interessiere mich dafür wie gehts dir in der Situation damit?
00:33:53: Können wir da gemeinsam etwas stricken dass diese Situation, weil die so unangenehm für mich sind.
00:34:00: Dass sie nicht mehr passieren.
00:34:03: Das ist immer wieder dieses... sich zu zeigen und ganz viel noch beim anderen zu lassen, weil wenn wir oft schon vorinterpretieren dann liegen wir meistens eh falsch.
00:34:16: Und dann muss der andere erst mal dabei sich zu verteidigen.
00:34:21: Da verlieren wir oft diesen Gesprächsfaden miteinander und worum es eigentlich geht.
00:34:28: Und eher neugierig nachzufragen wie geht's dir denn damit?
00:34:31: Wie erlebst du das?
00:34:33: Weil das ist das, was ich im Außen sehe.
00:34:36: Und ich sehe aber nicht, was bei dir im Innern passiert und sich da so
00:34:42: abzuholen.".
00:34:44: Jetzt ist ja der Blick in einer Partnerschaft – das ist ja noch mal etwas anderes als wenn es sozusagen in einfachen Strichen externe Leute sind.
00:34:52: Wenn ich eine Kritik zu äußern habe….
00:34:54: Ich bin mir selber beobachtet dann – es kommt immer darauf an, wem ich diese Kritik äußeren möchte -, dass man mich schon vorher so einen Stress einsetzt.
00:35:01: Also da fängt bei mir schon so an Gedankenkarussell.
00:35:04: Wenn ich das jetzt äußere, was kommt dann mir alles entgegen?
00:35:08: Hast du da nochmal ein paar Tipps?
00:35:11: wie kann ich mich sozusagen darauf einstellen?
00:35:13: So ein bisschen einschwingen und dass ich fokussiert bleibe und dass sich auch sagen auch eine gewisse Ruhe und Souveränität ausstrahlen?
00:35:24: Genau, da werden wir so wo wir vorhin waren das eigene Nervensystem gut zu regulieren weil dieses souverän reagieren zu können.
00:35:34: Das können wir nur wenn wir uns innerlich sehr stabil fühlen und in einem Balance fühlen.
00:35:38: Wir können trotzdem was fühlen im Sinne von der Unsicherheit oder so.
00:35:43: Und wenn Situation sind, wo wir es jetzt nicht wirklich nicht besonders cool wäre das zu teilen weil es weiß ich nicht in Arbeitskontext ist oder so.
00:35:53: Dann für sich das versuchen sich da ein bisschen Zeit zu schinden ja zu gucken dass man da gut bei sich sein kann ja kurz mal auf die Toilette gehen und eine kleine Atemübung machen die man aber vorher schon trainiert hat, das ist immer wichtig.
00:36:12: Man kann nicht in dem Moment sofort ... Das wirkt dann oft nicht her, sondern man muss vorher schon wenn man sein Nervensystem gut kennt und weiß dass man da eher so schnell darauf reagiert Dass man da so Methoden für sich zur Hand hat die man in solchen momenten gut nutzen kann ja Und dann wieder rausgehen und versuchen auf dieser Kopfebene das Thema zu betrachten Ja und wirklich sich rückversichern.
00:36:38: Was genau hat der andere gesagt?
00:36:40: Wie hat er das gemeint, habe ich das richtig verstanden.
00:36:44: Worum geht es hier wirklich?
00:36:47: Was braucht der Andere jetzt auch von mir?
00:36:49: Soll ich mich hier erklären oder wird eine Lösung oder wird meine Meinung gefragt?
00:36:57: Meine Einschätzung gefragt haben ist Gespräch miteinander kommen und bleiben.
00:37:01: Wie ist es bei dir persönlich als Therapeutin aus der Sicht?
00:37:06: was kritisierst du am ungernsten Am ungernsten.
00:37:09: Am weniger
00:37:11: gernsten?
00:37:13: Ich glaube, wir wissen was ich meine!
00:37:14: Ja ja, ich höre es aus zwei Mal.
00:37:18: Also ich habe schon so ein Ding, aber mehr im Privat nicht im beruflichen.
00:37:22: Da hab' ich auch zwei Gesichter, rückterweise.
00:37:26: Bei mich laufen manche Sachen zu langsam und dann will ich gerne, dass es schneller geht.
00:37:32: Das ist bei mir im privaten.
00:37:34: In der Therapie ist ja ganz viel langsam, ne?
00:37:36: Aber da ist auch ganz viel fokussiert.
00:37:38: Deswegen geht das für mich in der Rolle dann nochmal.
00:37:40: Es ist anders, aber im Privaten sind mir Sachen oft zu langsam.
00:37:47: auch lieber, dass wir schneller zum Punkt kommen.
00:37:49: Ja das ist so etwas, kritisiere ich da nicht so gerne weil ich dann so merke, dass sich in so einer Geschwindigkeit unterwegs bin die mir eigentlich auch nicht gut tut ja und gleichzeitig fordert mich der andere sehr heraus viel Zeit für etwas braucht wo ich denke das geht schneller.
00:38:09: Okay, ich lebe das jetzt mal nicht als Kritik an.
00:38:11: Nein, nein, nein!
00:38:12: Das wir hier so lange gebraucht haben?
00:38:13: Nein, gerne.
00:38:15: Aber Fazit für mich ist ein Stück weit einfach auch... Kritik ist glaube ich nie angenehm.
00:38:19: sie zu geben und auch zu bekommen ist glaube Ich nie anganehm aber kann einfach so'n Zeichen sein einfach nochmal genauer hinzugucken.
00:38:28: Ich freue mich für mich selbst, dass ich es mittlerweile ganz gut hinkriege.
00:38:31: Wenn ich Kritik bekomme, ich gehe dann zwar in den Rückzug aber ich komme wieder
00:38:35: und
00:38:36: in diesen sind.
00:38:37: ganz lieben Dank für die schöne Aufnahme!
00:38:40: Und ich freue mich auch das nächste Mal liebe Diana!
00:38:43: Vielen Dank liebe Marike hat Spaß gemacht bis zum nächsten mal ciao.
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