Christoph Werner über die Digitalisierung von dm | #Unternehmensführung 🧠

Shownotes

C-LEVEL INTERVIEW | In dieser Ausgabe haben wir Christoph Werner zu Gast, Geschäftsführer des Drogeriekonzerns dm. In einem hitzigen Diskurs fühlen wir der Innovations- und Digitalstrategie seines Unternehmens auf den Zahn. Du erfährst... ...ob dm zu einer Plattform werden muss ...ob dem Onlinegeschäft tatsächlich eine so immanente Rolle zugeschrieben werden sollte ...wie dm sein Sortiment gestaltet ...wie digitales Marketing bei dm funktioniert ➡️ Du konntest dir keine Notizen machen? Unser [digital kompakt+ Newsletter](newsletter.digitalkompakt.de) fasst dir für jede Folge die wichtigsten Punkte zusammen Diese Episode dreht sich schwerpunktmäßig um Unternehmertum: Denn getreu dem digital kompakt Motto "Lerne von den Besten" trifft sich Joel in freudiger Regelmäßigkeit mit den erfolgreichsten Unternehmer:innen aus der Startup- und Digitalwirtschaft. Egal ob Scale-up, Soonicorn, Unicorn oder erfolgreicher Mittelständler – in unseren Episoden zu Unternehmertum lassen dich die Besten hinter ihre Kulissen blicken und nehmen dich mit auf eine Reise zur Strategie, Entstehung und Entwicklung ihrer Firmen. __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Joel Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt 👤 Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung dm-drogerie markt __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 [Übersicht](https://www.digitalkompakt.de/sponsoren/) aller Sponsoren __________________________ ||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Vorstellungsrunde und Einführung ins Thema (00:08:09) Secret Sauces – Wie gestaltet dm sein Sortiment? (00:12:06) Eigenmarken von dm – Kopie von Markenprodukten? (00:24:45) Was bedeutet Digitalisierung für dm? (00:40:52) Digitalisierung findet im Hintergrund statt (00:41:42) Digitalisieren bedeutet den Übergang managen (00:52:29) So funktioniert digitales Marketing bei dm (00:57:16) Nutzerfragen an Christoph Werner – Kulturwandel & Vorbilder __________________________ ||||| WIR ||||| 💛 [Mehr](https://lnk.to/dkompakt) tolle Sachen von uns  👥 Wir von digital kompakt streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Deep Dive Podcast von Digitarkompakt.

00:00:03: Mein Name ist Schräger Schmarig, heute habe ich einen ganz besonderen Ansprechpartner hier.

00:00:15: Meine Frau hat sich sehr gefreut, als sie das gehört hat, weil die regelmäßige Kunde ist.

00:00:18: Stellt euch mal kurz vor, sag was du machst und was ein Unternehmen macht, obwohl es die meisten Leute eigentlich wissen sollten!

00:00:23: Mein Name is Christoph Werner.

00:00:24: Ich bin bei DM Togarimarkt verantwortlich für das Ressort Marketing und Beschaffung.

00:00:29: Das mache ich zusammen mit einem Kollegen, und habe auch die Vertriebsverantwortung für die Filialen oben im Norden, d.h.

00:00:34: für Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und große Teile in

00:00:37: Niedersachsens.".

00:00:38: Ah okay ist das richtig sozusagen aufgeteilt als einzelne Akteure, einzelne Regionen sozusagen sich aufteilen?

00:00:43: Ja es ist also so dass jeder Geschäftsführer bei DMTogariemarkt eine Vertriebesverantwortungen hat.

00:00:47: Jeder... Das heißt, das Ressortverantwortliche ist auch für eine Region in Deutschland verantwortlich.

00:00:52: Das heißt arbeitet dort zusammen mit den Gebietsverantwortlichen die dann wiederum zu ungefähr zwanzig bis fünfundzwanzig Fehlialen verantworten.

00:00:59: Also Gedanke ist vermutlich dass man ein Stück weit die Berührung zum Kunden hat, zum Kundengeschäft wie die Uhren dorthicken quasi?

00:01:05: Es ist

00:01:05: ja so, dass wir als Einzelhandelsunternehmen fehlialisiertes Einzel Handelsunternehm auf der einen Seite filial unterstützenden Dienste haben in Karlsruhe und unsere Aufgabe ist es ja, unsere Filialen eben zu unterstützen.

00:01:15: Das heißt alles was wir machen in Karl-Sruhe soll dazu dienen um die Filialkollegen in die Lage zu versetzen für ihre Kunden den Unterschied machen zu können.

00:01:23: Und das ist natürlich die Frage ob das was wir uns da ersinnen und was wir überlegen auch wirklich an den Filialern ankommt.

00:01:30: und also unheimlich wichtig dass man in die Wahrnehmung kommt um das dann noch wirklich vor Ort zu sehen.

00:01:34: Natürlich ist eine gute Voraussetzung zu sagen man ist nicht nur verantwortlich Ressort, wie beispielsweise Sortimentsgestaltung oder Kommunikation.

00:01:42: Sondern eben auch für Filialen umzusehen ob das was man sich ersonnen hat da auch ankommt und die Filialin tatsächlich unterstützt.

00:01:48: Viele Filialunternehmen haben ein bisschen das Problem dass sie halt Vertriebsgeschäftshöre haben und dann wird immer der eine verantwortlich gemacht wenn etwas nicht funktioniert statt sich zu überlegen ob man vielleicht durch eine bessere Zusammenarbeit es besser hin hätte bekommen können.

00:02:02: Und das war eben der Kunstgriff, würde ich mal sagen bei dem Togarimarkt schon in den neunzigern Jahren dass wir uns damals entschieden haben, eben keine Vertriebsgeschäftsführer mehr zu haben.

00:02:11: Sondern direkt zu sagen jeder Ressortverantwortliche hat auch eine Vertriebesverantwortung.

00:02:15: Wie viel Zeit verbringst du an der Front?

00:02:17: Ich versuche im Monat vier Tage.

00:02:22: Okay richtig festgesteckt

00:02:23: ja Ja also in der Regel zwei Tage hintereinander weil von Karlsruhe Norden hoch ist noch ein bisschen Brüstzeit die man braucht deswegen das einigermaßen effizient zu machen.

00:02:31: und dann den ganzen Tag unterwegs, viele Gespräche natürlich in dem Final mit den Verantwortlichen dort.

00:02:36: Manchmal auch wenn Meetings sind.

00:02:38: diese Woche beispielsweise hatte ich Gelegenheit auch mit Lernlingen zu sprechen also Menschen die bei uns die Druckistenausbildung machen.

00:02:43: Die hatten einen Workshop und da bin ich dazu gekommen einfach mal das Ohr auf der Schiene zu haben.

00:02:47: Uns hält man so ein bisschen wenn man in seine Heimatstadt in so einem DM-Markt geht Und die wissen vielleicht gar nicht dass man zum eigenen Unternehmen gehört.

00:02:52: Wie gehst du da eher so versteckt durch wie ganz normaler Kunde oder autostet dich auch Mal und sagst ja Ich bin auch beim Unternehmen erzählen Sie immer so ein Bisschen

00:02:58: naja gut es kommt drauf an Also ich bin ja auch kunde.

00:03:01: Ja, also ich kaufe ja auch einen.

00:03:03: Also wenn ich ein Karlsruher einkaufe... Manchmal kennen mich die viele Kollegen manchmal auch nicht.

00:03:08: Wenn es kein besonderes Anliegen gibt, dann kaufe ich einfach ein.

00:03:11: Wenn mir was auffällt, dann spreche ich schon an weil das ist ja ein Feedback, was auch wichtig ist.

00:03:16: Hoffe ich zumindest!

00:03:17: Einfach mal aus dem Leak-Kästchen, dass wir das ja manchmal ganz unterhaltsam.

00:03:19: Wir können ja mal paar Zahlen zusammenfassen.

00:03:21: Also, wenn ich mir die Webseite anschaue aktuelle Infos lautete Ja, das ist eine

00:03:48: ganze Menge dabei.

00:03:49: Kommen wir sicherlich gleich noch mal zu!

00:03:51: Beschreibt doch mal ein bisschen deine Rolle auch, was du eigentlich genau tust.

00:03:54: Was tut man als Geschäftsführer Marketing und Beschaffung?

00:03:55: Was sind deine Kernaufgaben?

00:03:57: Also Kernaufgarbe ist die Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen, die operativ die Dinge dann noch tun.

00:04:02: Da ist die große Herausforderung zum einen natürlich am Ball zu bleiben weil durch die Art und Weise wir versuchen die Zusammenarbeit zu organisieren es so ist dass wir eigentlich die Führungsaufgabe vor allem darin sehen die Menschen zu unterstützen.

00:04:14: das heißt also nicht der Flaschenhals zu werden sondern die Initiativen die es gibt möglichst schnell gedanklich zu durchdringen, um dann in eine Bewertung zu kommen.

00:04:22: Ist das etwas was wir unterstützen wollen?

00:04:24: Weil es uns stärkt oder ist es etwas was uns vielleicht schwächt?

00:04:27: und dann muss man versuchen den Zusammenhang für die Kollegen herzustellen damit sie sich wiederum selbst orientieren können.

00:04:32: also dass es unheimlich viele Meetings dadurch bei dem Togermarkt ist so dass Marketing- und Beschaffung sich um die Sortimentsgestaltung kümmert d.h.

00:04:39: Also die Frage wie die Sortimente zusammengestellt werden welche Artikel im Regal sind oder online sind Wie die Preisgestaltung davon ist.

00:04:45: Dann haben wir das ganze Thema Kommunikation auch dabei Und natürlich online ist dabei.

00:04:51: Also DMDE und was wir so auf den ganzen Kanälen machen, also auf den Social Media Kanäle Das ist bei uns alles zusammengefasst und dann auch Zukunftshemen wie zukünftiges Ladenbild.

00:05:01: Da arbeiten wir dann Ressortübergreifend, aber das ist auch etwas, wo mich kümmern.

00:05:04: Damit die ganzen Prozesse natürlich – dass es auch klappt!

00:05:06: Dass also ein Artikel mit dem richtigen Preis den Kunden berechnet wird, wirkt alles so selbstverständlich.

00:05:11: Also eine ganze Menge Infrastruktur dahinter, damit das auch skalierbar ist.

00:05:14: So verbringe ich eigentlich den Großteil meines Tages in Termin von vielen Projekten in Lenkungsteams, wo Entscheidungen, die nicht so ganz offensichtlich sind, manchmal getroffen werden müssen.

00:05:24: oft so ist, dass es nicht richtig oder falsch gibt.

00:05:26: Was trauen wir uns zu?

00:05:28: Jetzt verrät ja schon der Nachname, dass du der Sohn des Gründers bist und tendenziellen großes Erbeantritts, also Fußstapfen auszufüllen hast.

00:05:36: War das dadurch ein besonderer Weg für dich in das Unternehmen?

00:05:39: Wird man da kritischer beäugt?

00:05:40: Hast Du bestimmten Werdergang genommen um dort durchzustarten?

00:05:43: Ich würde mal sagen... Da gibts natürlich die Innensicht und die Außensicht von der Innensicht.

00:05:47: Also sozusagen von mir aus gesehen versuche ich die Dinge sozumachen wie ich sie verantworten kann den eigenen Weg zu gehen.

00:05:52: Deswegen mit Fußstapfen ist das Problem, dass man keine Eindrücke hinterlässt.

00:05:56: also deswegen sollte man es gar nicht erst versuchen in Fußstabfen anderer zu treten sondern man muss einen eigenen Weg finden.

00:06:02: Das andere was wir aber auch nicht vergessen ist natürlich die Außensicht.

00:06:04: Das heißt es ist glaube ich schon wichtig gerade wenn man wie in meinem Fall ein Vater hat der viel geleistet hat in dem Bereich Dass meine Tüchter auch daran gemessen wird und es muss man halt einfach im Bewusstsein tragen

00:06:15: Was ist eine Böde?

00:06:16: Es ist eine Realität würde ich sagen.

00:06:17: bürde oder nicht?

00:06:19: Das ist ein Umstand und das ist die Frage, was machen Sie damit?

00:06:22: Die Leute hören dann zunächst vielleicht mal zu.

00:06:23: Jetzt muss man aber aufpassen, dass man kein dummes Zeug redet, nämlich die Leute widersprechen einem auch nicht.

00:06:28: Dann ist natürlich die Gefahr, dass irgendwann man glaubt, dass der Schießpulver erfunden hat.

00:06:32: Deswegen ist es ganz gut ab und zu mal auf Elternabende von den Kindern zu gehen zum Beispiel oder in irgendwelche Versammlungen wo einen keiner kennt.

00:06:38: Dass man wieder merkt wie's auch ist wenn man was sagt und keiner hört ihm zu.

00:06:43: Kann ich mir lieber vorstellen... Okay, also Sortimentskompetenz war ja gerade so ein Stück weit schon mal angeklungen.

00:06:49: Ich habe den Eindruck, dass das so ein Stückweit eine der Secret Sources von DM ist.

00:06:53: Interpretiere ich das richtig?

00:06:54: Und wenn ja was sind denn die Prämissen bei dem ganzen Thema Sortimentsgestaltung?

00:06:58: Im Einzelhandel geht es nicht darum alles anzubieten zumindest wie wir es bisher verstehen sondern es geht darum die richtigen Artikel anzubeten.

00:07:04: und das ist jetzt genau die Aufgabestellung die es in der Sortimentzusammenstellung zu leisten gilt.

00:07:09: und da ist natürlich wichtig sich zunächst einmal zu fragen also wer sind die Kundschaft?

00:07:12: also wen wollen wir den ansprechen ohne dabei zu vergessen, dass sich diese Kundschaft auch verändert im Laufe der Zeit.

00:07:18: Und für was wollen wir stehen?

00:07:19: Dann haben wir es mit Profil zu tun und dann ist es eigentlich so... Also man kann das in so ein Bild bringen wie wenn man eine Steinstatue aus dem Marmor meistelt und da gibt's die nette Geschichte.

00:07:30: Ich weiß nicht ob sie stimmt und wenn sie nicht stimmt, dann ist sie gut erfunden worden, dass der Michelangelo mal gefragt worden sei Wie ist ihm denn gelingt solche tollen Marmorstatuen zu schaffen?

00:07:42: Da soll er gesagt haben, das ganz einfach Alles was nicht dazugehört, einfach wegschlagen.

00:07:47: Und das ist genau die Aufgabe wenn man etwas gestalten möchte um Profil zu haben.

00:07:50: Sie müssen wissen was muss weg Was darf nicht dazu?

00:07:54: Woher weiß ich das?

00:07:55: Sie müssen sich erst mal fragen was möchte ich erreichen?

00:07:58: und dann müssen sie überlegen wie kann ich das Stimmig rüberbringen?

00:08:01: also wenn sie jetzt sagen wir wollen eine Kompetenz in Harbpflege haben und wir fragen welche Warngruppen können da dazu?

00:08:06: Und dann sind wir natürlich auch viel im Gespräch mit denen, die da auch gestalten dabei sind.

00:08:11: Das heißt mit den Markenartikelherstellern müssen allerdings auch gucken was sonst los ist.

00:08:15: es hat sich sehr verändert jetzt auch in letzter Zeit weil der Einzelhandel doch eigentlich ein bisschen ein Oligopol geworden war.

00:08:21: also die Eintrittshirten waren relativ hoch geworden.

00:08:23: Es hatte sich sehr konsolidiert.

00:08:24: auf der Herstellerseite wie auch auf der Händler Seite kann man sehen, wenn man schaut wie vor zwanzig Jahren noch die Liste der Einzelhändler war.

00:08:31: Also wie viel gab es da?

00:08:32: Wie viele haben da achtzig Prozent des Umsatzes ausgemacht?

00:08:35: und wenn man jetzt schaut wie sich das dann vor drei Jahren dargestellt hat, konnte man sehen dass ich das sehr, sehr konsolidiert hatte.

00:08:40: und das war allerdings auch auf der Angebotsseite.

00:08:42: auch also gibt's eine sehr große Hersteller.

00:08:45: als wenn sie einen Bayer-Storff-Denken, Procton Gemple, Enkel L'Oréal... Es war eigentlich so, dass im Einzelhandel ist ein relativ oligopolistisches Situation war mit hohen Eintrittsbarrieren.

00:08:55: Durch die Digitalisierung können wir jetzt erleben, dass das eigentlich aufgebrochen worden ist.

00:08:59: Das war auf der einen Seite auf der Angebotsseite über die vielen Start-ups viele neue Marken haben, die jetzt plötzlichen Zugang zum Kunden gefunden haben über das Internet, die davor überhaupt nicht in der Lage waren Kontakt aufzunehmen zu ihren potenziellen Kunden oder wahrgenommen werden konnten von ihren potentiellen Kunden bei TV Werbung zu schalten oder großen Anzeigen und es war einfach für Start ups nicht drin.

00:09:19: Das heißt sind die Antrittsbarrieren wesentlich kleiner geworden.

00:09:22: Und auf der anderen Seite können wir sehen, dass es online Shops gibt.

00:09:26: Es ist nicht mehr notwendig, dass man einen Laden anmietet und die Einrichtungen zusammenkauft und diese ganze Vorleistung erbringen muss bis man abverkaufsbereit ist.

00:09:34: Deswegen hat sich das unheimlich dynamisiert.

00:09:36: Das heißt für die Sortimentsgestaltung, um auf die Frage zurückzukommen, ist es auch wichtig da wirklich am Puls zu bleiben.

00:09:42: Also Sortimentsmanagement ist heute nicht mehr, wenn man am Schreibtisch sitzt oder das Telefon klingelt.

00:09:47: Früher zum Teil.

00:09:48: Soll man sich wirklich fragen, was ist los?

00:09:50: Dass man auf die entsprechenden Messen auch geht und guckt, was im Ausland ist, weil Trends heute sehr schnell um den Globus wandern.

00:09:56: Es geht nicht mehr über Jahre.

00:09:57: Das erst mal in Asien anfängt oder in Kalifornien und sich dann langsam vorarbeitet bis es in Europa auch mal aufschlägt.

00:10:03: Sondern über die Vernetzung, die wir heute sehen hat das eine unheimliche Dynamik angenommen.

00:10:07: Und das bedeutet natürlich für einen stationären Hensler

00:10:09: v.a.,

00:10:10: sich immer fragen welche Artikel gehören ins Sortiment und welche nicht.

00:10:13: Also Zyklen sind kürzer geworden.

00:10:15: Ich hab mir ja sagen lassen, dass DM auch relativ hart nachbaut.

00:10:18: Stimmt das?

00:10:19: Wenn so große Hersteller kommen haben sich Innovationen für die neue Saison überlegt.

00:10:23: DM hat ja eine große Einkaufsmacht per se.

00:10:26: Das heißt man kann bei den Preisen und bei der Nachfrage... Für

00:10:28: mein Einkaufsabhängigkeit!

00:10:29: ...

00:10:30: und euch mir sagen lassen, dass es durchaus auch mal passieren kann... ...dass dann eine DM Eigenmarke relativ schnell sozusagen auch so entwickelt wird.

00:10:35: Das heißt hat DM wirklich so eine eigene, sagen wir mal Business Development Unit die auf der Markenseite sich Trends anguckt?

00:10:40: Und möglichst schnell versucht das auch in eigene Produkte umzuwandeln?

00:10:43: Was man beobachten kann ist das in den Kategorien wo Hohe Innovationskraft da ist seitens der Markenartikelindustrie, die Eigenmarken keine so große Rolle spielen.

00:10:53: Und dort wohl sehr wenig Innovationes sind die Eigenmarken zum Teil sehr, sehr mächtig.

00:10:57: also gerade in der Papierwaren wenn sie dann mal schauen.

00:10:59: Also Toilettenpapier, Taschentücher und so.

00:11:01: Da sind Eigenmarkendochse sehr stark.

00:11:02: Wenn Sie in der Kosmetik gucken, das sieht schon wieder anders aus noch.

00:11:05: In der Harbpflege sieht es anders aus.

00:11:07: kommen ein bisschen drauf an, aber bei uns ist es grundsätzlich so dass wir ganz bewusst darauf achten das alles was Eigenmarke ist.

00:11:14: Dass das auch von einem separaten Team bearbeitet wird.

00:11:17: also auch bei uns in den Ressorts ist es so dass Eigenmarken ein eigenes Ressort und eben nicht am Einkauf hängt.

00:11:22: Das ist beim manchen einzelnen Händlern anders und es ist wirklich so dass wenn wir als Marketing- und Beschaffung mit der Markenartikelindustrie sprechen verhandeln.

00:11:30: die Informationen fließen im Unternehmen nicht weiter ans Eigenmarktressort weil wir sonst jegliche Glaubwürdigkeit verlieren würden.

00:11:37: Und unser Ziel als DM-Trogeriemarkt ist es ja auch nicht so viel Eigenmarke wie möglich zu verkaufen, sondern Sortimente anzubieten die für den Kunden höchst relevant sind.

00:11:45: und da kommt's eben drauf an, die richtigen Sortimente zu haben.

00:11:47: Wenn das ein Eigenmarkel ist dann ist gut und wenn sich die Eigenmarcke nicht bewährt, muss sie genauso Platz machen für erfolgreichere Konzepte wie jeder andere Artikel auch.

00:11:56: Wir müssen wirklich schauen dass wir immer von Kunden ausdenken und nicht anfangen plötzlich aus einer Innsicht heraus versuchen gewisse Sachen zu dominieren.

00:12:03: Das wird vielleicht ein Weichen gut gehen, aber langfristig ist es mit Sicherheit kein Erfolgskonzept.

00:12:07: Ich muss ja lernen man darf nicht immer von sich selbst als Kunde ausgehen denn ich bin so einen Kandidat CodeCheck App rausholen alle Deos oder Zahnpasten irgendwie einmal durchchecken sind da die Stoffe drin die mir gefallen und so weiter.

00:12:17: Aber ich habe mir sagen lassen dass viele Drogerie Artikel eigentlich eher in die Richtung gehen entweder Markenaffinität Mann geht rein Deo Nivea danke Mainz Oder man guckt halt, lässt sich inspirieren und das ist sozusagen auch so ein sehr hochfrequentes niedrigschwelliges Produkt.

00:12:31: Also stehe ich mir gar nicht so trivial vor.

00:12:33: Startups war eben so'n Thema.

00:12:35: Wonach entscheidet denn die DM welche Startups eigentlich ins Angebot kommen?

00:12:38: Und wann sie das Angebot noch wieder verlassen müssen?

00:12:39: also was ist der Algorithmus sozusagen oder der Prozess dafür?

00:12:43: Zunächst mal ist eine Frage des Zutraums welches man hat wie bei jeder Listungsentscheidung.

00:12:47: Also gerade im stationären Handel ist es ja so dass jedes Mal wenn wir neues Produkt anbieten wollen unseren Kunden dann müssen wir ein anderes dafür rausnehmen.

00:12:56: Das ist mir wieder beim Verzichten, was möchte ich verzichten um etwas anbieten zu können?

00:12:59: Was im Profil hoffentlich schärft und das war nicht mal eine Frage des Zutraums welches man hat und da gibt es kein Algorithmus dafür.

00:13:06: Es ist eine Frage von Gespür, was man einfach entwickeln muss und von Professionalität und das zeichnet eben auch einen guten Einkäufer aus.

00:13:11: also sind nicht nur die Frage der des Verhandlungsgeschicks sondern als wirklich auch Frage der Fantasie wie man Sortiment weiterentwickelt.

00:13:18: Und wenn's dann erst einmal gelistet ist Dann sieht man auch, wie sich abverkauft.

00:13:24: Das heißt dann hat man die ganzen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen.

00:13:27: über unsere Kundenkarte können wir ja sehen inwiefern Wiederkaufsgraten da sind, wie die Loyalität ist, ob Exklusivkaufraten hoch oder niedrig sind also mit anderen Worten, ob es uns in unserer Sortimentskompetenz wirklich stärkt und bleibt im Sortiment?

00:13:42: Oder muss wieder Platz machen für was anderes.

00:13:44: Aber ich sage bei uns immer, wir listen eigentlich nicht aus.

00:13:47: Wir listen immer nur ein und reallokieren dann den Platz und dafür müssen andere Artikel weichen.

00:13:52: Das kann man natürlich sagen ja das ist alles Wortklauberei ist doch egal.

00:13:55: der Artikel fliegt trotzdem raus um das Trivial zu sagen.

00:13:59: aber es ist eine Frage der Haltung und der Perspektive die ich habe.

00:14:02: Wir müssen glaube ich schauen dass wir immer Sachen für was machen und nie gegen.

00:14:06: deswegen taktische Auslistungen also nur um Verhandlungsdruck aufzubauen.

00:14:10: Das geht am Kunden vorbei und das ist sehr gefährlich.

00:14:13: Na, ich find's insofern ja interessant als dass ich mich erinnere.

00:14:15: Ich hatte Frank Thielen um die zum Gespräch da und erzählte mir dann auch... ...ich weiß gar nicht ob On-Tape oder Off Tape das es im LEH halt mittlerweile ein richtiger Krieg ist.

00:14:22: Ja also Regalmeter ist da richtig hart gehandelte Ware.

00:14:26: Sechs, sieben tausend Euro muss man teilweise erst mal zahlen sozusagen Garantiesum um reinzukommen und der Druckpegel ist schon sehr hoch den sich gerade junge Unternehmen gar nicht leisten können und denen so zu sagen auf diesem Wege dieses Phänomen verwehrt bleibt.

00:14:39: Und jetzt ist so ein DM irgendwie aber ganz präsent mit so Sachen wie Einhornkondome oder Amorelie-Kooperationen, die sind vielleicht schon bisschen weiter gerade, so amorelie pro siebens an eins Beteiligung fair.

00:14:49: Aber in der Art gibt es ja ganz viele Sachen.

00:14:50: darum staun ich dass das sozusagen da so eine Bereitschaft gab war das so eine Entscheidung was man immer gesagt hat okay wir wollen uns jetzt mal relativ radikal innovativen Konzepten öffnen?

00:14:57: Du hast jetzt grad die Listungsgebühren angesprochen und das ist ja wirklich total schizofrehen.

00:15:02: nämlich auf der einen Seite möchte man als Händler möglichst aktuell und attraktiv in seinem Sortiment sein, baut allerdings dann Hürden auf die es gerade innovativen Konzepten sehr schwer macht reinzukommen.

00:15:14: Und deswegen haben wir bei dem Trogariemann schon lange entschieden keine Listungsgebühren mehr zu verlangen sondern es gibt eigentlich nur noch Trennungsgelder wie wir sagen.

00:15:22: das heißt wenn wir ein Artikel einlisten und dieser Artikel verkauft sich da nicht ab und es gibt dann bessere Alternativen die den Platz danach belegen sollen dass man dann schon am Anfang darüber spricht, wie man sich wieder trennt voneinander.

00:15:35: Also was passiert mit der Ware?

00:15:36: Die im Verteilszentrum zum Beispiel ist oder die in den Läden sind und dann ja die Regalmeter noch blockieren und wenn sie sich nicht abverkaufen können, kann ja der Neue auch nicht nachkommen.

00:15:45: Dass man sich schon darüber spricht und auch die Frage, wie da dann die Kosten getragen werden aber das mir das nicht als Hürde davor macht damit man überhaupt mal wahrnehmen kann ob man Titel sich ab verkauft Das ist der Grundsatz, den wir schon lange haben.

00:15:57: Und dann kommt jetzt natürlich gerade bei Kleinmarken noch die Herausforderung dazu dass wenn jetzt ein Unternehmen wie die M-Togariemarkt mit so vielen Verkaufsstellen, wie wir haben – in der Erstbestückung schon unheimliche Mengen ziehen.

00:16:10: Dann ist es für ein kleines Unternehmen eine Riesenherausforderung natürlich.

00:16:14: Die Produkte müssen ja produziert werden und wenn sich das dann nicht rechnet, dann haben sie eine Produkt... Kapazität, die am Schluss dann überhaupt nicht ausgelastet wird.

00:16:21: Also da ist es auch wichtig dass wir ein bisschen kreativer dran gehen und fragen wie gehen wir jetzt vor?

00:16:26: Muss das denn gleich in alle Märkte?

00:16:27: oder fangen vielleicht erstmal online an?

00:16:28: oder geben wir mal bestimmte DM-Märkte, die nach gewissen Kriterien ausgewählt werden also je nachdem wo sie sind oder was dafür Kunden einkaufen um einfach Erfahrung zu sammeln.

00:16:37: und ich glaube das ist der Weg den wir gehen und es ist eine organisatorischen Riesenherausforderung dass wir da einfach ein bisschen beweglicher werden, weil das bedeutet experimentieren und experimentieren heißt eben nicht alles nach Standard.

00:16:47: Und gerade der filialisierte Einzelhandel ist ja groß geworden durch das Prinzip der Standardisierung.

00:16:52: also niedrige Prozesskosten günstige Einkaufspreise sind niedriger Prozess kosten.

00:16:56: aber niedrigen Prozesskästen bedeutet gut eingespielte Routinen und gut eingespielte Routine heißt bitte nicht anders machen d.h.

00:17:02: bitte nicht experimentieren.

00:17:03: Insofern ist es schon auch eine Transformation in der Angehensweise die wir im Moment erleben große Unternehmen unheimlich schwer, von Digitalisierung und Disruption usw.

00:17:14: Aber das ist so der

00:17:14: Hintergrund.".

00:17:15: Ja du merkst ja glaube ich will so ein bisschen am Anfang mal verstehen wie ihr so bestückt, wie funktioniert?

00:17:19: Wie operativ arbeitet damit wir dann... Also A können glaube ich viele Start-ups da ganz viel lernen die mit euch was tun wollen Und B digitalisierung ist ja so das Kernthema was wir heute haben.

00:17:27: Zwei Fragen hätte ich noch zu dem ganzen Thema.

00:17:29: Das erste ist du hast auch schon angedeutet oder eigentlich gesagt dass diese Prozesse im Hintergrund die man nicht sieht aber ganz viel ausmachen Man sieht sie erst wenn sie nicht funktionieren in der Regel Dass die dir sozusagen sehr viel Aufmerksamkeit abverlangen.

00:17:38: Was haben Sie denn so Sachen wie Logistik organisiert?

00:17:40: Wie sind denn eure Operations, eure Prozesse aufgesetzt.

00:17:42: Habt ihr da bestimmte Standardmuster?

00:17:44: Wir haben das Ressort logistik natürlich.

00:17:46: Ich weiß nicht darum kümmern, welches auch unsere Verteilzentren betreibt und die sind permanent dabei zu schauen, wie die Logistiksströme am besten organisiert werden müssen.

00:17:56: Und da ist es so dass nicht jeder Artikel gleich behandelt werden sollte.

00:18:00: also beispielsweise macht ein Unterschied ob ich einen Kajal habe, also aus der dekorativen Kosmetik oder ob ich ein Paket mit Toilettenpapier.

00:18:09: Also allein mal schon vom Volumen und auch vom Stück vom Stück Ertrag, den der einzelne Artikel hat.

00:18:13: Das heißt so ein Toilettenpapier was sehr sehr scharf kalkuliert ist und sehr viel Volumen braucht das heißt die Logistik relativ teuer ist muss anders behandelt werden als ein relativ kleiner Artikel der in einer anderen preislichen Positionierung ist und deswegen auch von Warenbestand natürlich eine ganz andere Finanzierung braucht.

00:18:31: Das heisst man braucht unterschiedliche logistische Prozesse.

00:18:35: Also zum Beispiel Toilettenpapier über ein Zentralager in Deutschland abzuwickeln, macht keinen Sinn.

00:18:40: Man sich schon überlegt wie viele Packungen in eine LKW einpassen.

00:18:44: aber einen Kajal über ein zentrales Lager für Gesamtdeutschland abzuwickeln das macht wiederum Sinn und Das heißt da muss eine ganze Menge Expertise rein in der Bewertung welcher Artikel muss wie behandelt werden Und das macht unsere Logistik.

00:18:56: und dann noch die Frage Wie die einzelnen lager eben funktionieren.

00:18:58: was ist der technisierungsgrad?

00:19:00: Da sind wir im moment ja auch am bauen eines neuen lagers in wustermark vor den toren berlins in welchem wir einen ganz hohen Technisierungsgrad einführen wollen, weil wir uns auch fragen wie wir flexibler werden können in der Sortimenzpolitik.

00:19:13: Und da müssen wir halt einfach zusammenarbeiten und wirklich nach vorne denken und fragen gerade in der heutigen Zeit, wie müssen wir uns aufstellen damit wir bei der Wollatilität die wir sehen im Markt schnell reagieren können?

00:19:22: Und wiederum das ist eine riesen Herausforderung für philosophierte Unternehmen, weil es eben niedrige Prozesskosten eigentlich unmöglich machen dass man flexibel ist.

00:19:30: Die zweite Frage, die ich noch habe ist wahrscheinlich relativ banal zu beantworten.

00:19:32: Aber wenn man durch so ein DM-Markt geht und den mal mit einem Rossmann zum Beispiel vergleicht, dann fallen so ein paar Sachen auf.

00:19:37: Das Erste ist es gibt gar keine Aktionsware.

00:19:39: also diese Geschichten mit Ich kaufe mal einen Föhn oder irgendwie.

00:19:42: da ist jetzt ein Fußbad im Angebot.

00:19:44: das erste was fehlt Dann so Schreibwaren, Multimedia-Spielsachen hab ich das Gefühl ist auch eher klein.

00:19:51: Dafür ist relativ viel was auf Familie ausgerichtet ist.

00:19:54: Ich krieg's ja selber mit zwei Kindern und dann hat man immer diese Babyclubs in denen man da drin ist, kriegt dann irgendwelche Geschenke zu gewissen, Milestones... Es gibt ganz viele Babykleidungen!

00:20:02: Dann zweiter Bereich der hochgefahren wurde gefühlt.

00:20:05: für mich war so Kosmetik.

00:20:06: also ich sehe auf einmal so ganz gestyles Schiff sieht fast sowieso Maybelline New York mäßig ganze Abteilung die bei den Ems hochgezogen werden.

00:20:13: Ist das alles Sortimenzpolitik?

00:20:14: Also steckt da ganz viel Kalkül hinter, wenn ja welches.

00:20:17: Wir bei der M-Togariemarkt stehen auf dem Standpunkt dass wir schauen müssen, dass wir nicht so sehr in die Sortimentsbreite gehen sondern vor allem in die Sortimentsdiefe.

00:20:24: Das heißt nicht so viele unterschiedliche Kategorien aber die Kategorie die wir haben, die möglichst kompetent.

00:20:30: Das heisst mit einer Auswahl die dem Kunden ermöglicht hoffentlich das Produkt zu finden welche seinen Bedürfnissen am besten entspricht und dem auch dann eine entsprechende Inszenierung zu geben.

00:20:38: deswegen ist es beispielsweise so, dass wenn man die dekorative Kosmetik sich anguckt.

00:20:42: Also alles was Make-up, Lippenstifte und Nagellacke... Und was das so alles Schönes gibt?

00:20:47: Da haben wir ein wesentlich tieferes Sortiment als manch anderer und entsprechend auch eine Marktbedeutung.

00:20:53: Aber Markt bedeutungen von heute, marktanteile von Heute sind die Früchte unserer Saaten von gestern.

00:20:57: Das heißt wir müssen natürlich auf permanent dranbleiben uns zu überlegen Was sind die richtigen Markten?

00:21:02: gerade auch in einem Umfeld was ich ebenso dynamisiert durch die vielen Startups Die sogenannten Indie Brands jetzt kommen müssen wir nah am Kunden bleiben.

00:21:09: Also zunächst die Frage, was macht ein Togarimarkt aus?

00:21:11: Bei dem Togari-Markt sagen wir sind die Kategorien Schönheit, Haushalt, Baby und Gesundheit.

00:21:17: Und dann haben wir auch noch das ganze Thema Foto wobei Foto durch die Digitalisierung sich auch enorm weiter entwickelt hat.

00:21:24: zu der Zeit an sie sich vielleicht viele der Podcast-Hörer schon gar nicht mehr so erinnern können als man noch seine analogen Filme, Filmrollen gekauft hat, die man dann abgegeben hat und ein paar Tage oder Wochen je nachdem, wo man das gemacht hat, dann die Bilder wieder bekommen hat.

00:21:36: Das sind also die Kategorien, die wir haben.

00:21:38: So und jetzt geht es darum, die richtigen Artikel dann da eben jeweils zu finden?

00:21:42: Gut, da haben wir jetzt ja die Grundlagen gelegt, das hast du ja selber gerade ganz schön gesagt.

00:21:46: Ja, die Samen sind gesät Die Früchte werden eingezogen Jetzt kommt ja sozusagen die nächste Saatperiode Digitalisierung.

00:21:52: Vielleicht fangen mal ganz grundsätzlich an weil ich glaube aus eurer Brille was ich so gemerkt habe im Einzelhandel kann man Digitalisierung aus ganz vielen Ebenen sehen.

00:21:59: Was betrachtest du denn für dich als Digitalkompetenz Und wie würdest du euch dort aufgestellt sehen?

00:22:04: Ich glaube, das Entscheidende ist dass wir spüren was die Bedürfnisse des Kunden sind und wie sie sich verändern.

00:22:11: Und dass wir die Technologien, die es gibt auch dafür einsetzen um uns selbst weiterentwickeln zu können.

00:22:17: also wenn wir schauen das Phänomene Digitalisierung ist ja eigentlich vor allem Phänomen der Dematerialisierung die wir sehen können Welches enorme Auswirkungen hat, auf die Frage wie Skalierbarkeit zum Beispiel funktioniert?

00:22:30: Wie sich Menschen informieren können.

00:22:31: Wie wir mit Informationen umgehen und da müssen wir uns permanent natürlich anstrengen weil das bedeutet Wir müssen unsere Prozesse verändern, unsere Routinen verändern Und es fällt letzten Endes darauf zurück was ein Unternehmen in den Mittelpunkt stellt und welche Perspektive es einnimmt.

00:22:45: Was ich oft beobachte in den Gesprächen ist dass sehr viel über Größe gesprochen wird Das über Wachstum gesprochen wird.

00:22:51: Also Eingangs hast du ja auch die Zahlen von DM so ein bisschen genannt.

00:22:54: Das sind ja eigentlich alles Quantitäten, das ist alles Größe.

00:22:58: Aber es ist alles gewordenes.

00:23:00: Jetzt ist die Frage was ist eigentlich das Geheimnis dahinter?

00:23:04: Ich glaube wir bei DM glauben dass es vor allem eine Frage der Stärke ist.

00:23:10: Stärke führt zu Größe aber was führt zur Stärke?

00:23:14: Das ist die große Frage.

00:23:14: und was zur Stärkung führt ist die Veränderungsfähigkeit.

00:23:17: D.h.,

00:23:18: die Fähigkeit immer wieder sich zu verändern.

00:23:21: ob man sich jetzt immer gleich ganz neu erfinden muss, sei mal dahingestellt.

00:23:24: Aber sich immer wieder zu verändern.

00:23:26: und wenn man sich die Frage stellt wie kann es uns gelingen dass wir veränderungsfähig bleiben?

00:23:30: dann müssen wir eigentlich da hinkommen das man auf die frage kommt der lernfähigkeit und lernwilligkeit.

00:23:36: also wenn ich lernen kann und lernen möchte dann bin ich bereit mich zu ver ändern.

00:23:40: und jetzt die waage was führt dazu dass ein mensch bereit ist Vertrautes aufzugeben, um was Neues zu lernen.

00:23:47: Jeder Lernprozess beginnt mit einer nazistischen Kränkung.

00:23:49: Das ist nicht so einfach auszuhalten und es ist wenn ich einen Sinn in der Sache sehe Du hast

00:23:53: den Begriff Digitalisierung quasi auf so eine metaphysische Ebene rum, dass du gesagt hast.

00:23:57: für dich ist Digitalisierung Anpassungsfähigkeit und der Wille sich zu verändern am Kunden auszurichten.

00:24:02: Wenn ihr jetzt ein bisschen blasphemisch fragt müsst ich ja eigentlich dir irgendwie anraten ob man dann nicht sehr viele Filialen wahrscheinlich zumachen müsste oder den Aufbau neuer sozusagen entschleunigen und dafür darüber nachdenken wie man denn die Waren nicht mehr das Klopapier per Lkw in die Filiale kriegt sondern im Prinzip per Mini-Wagen irgendwie zum Endkunden der online bestellt.

00:24:22: Das ist interessant.

00:24:22: warum wir?

00:24:23: Würdest du diese These aufstellen?

00:24:24: Jetzt richtig ein Spieß um, das gefällt mir.

00:24:25: aber endlich mal einer.

00:24:26: Unterschiedliche Tendenzen glaube ich, die da zusammenkommen.

00:24:28: also A sieht man ja die Innenstädte neben ab was Frequenzen angeht.

00:24:32: Das ist ja erstmal für jemanden wie euch einen potenzieller Todbringer oder zumindest Schmerzpunkt.

00:24:38: So zweiter Faktor Ich bin im Prinzip durch die bestehende Handelslandschaft dazu erzogen worden dass sich Sachen kostenlos nach Hause geschickt bekomme.

00:24:46: dritter Faktore drehen wir das Mal sozusagen um hast Du wirklich die Analyse gelesen zu Rossmann von Kassenzone von Alexander Graf

00:24:52: Ist mir jetzt so nicht bekannt?

00:24:54: Was steht da drin?

00:24:55: Der hat im Prinzip gesagt, dass bisher sind klassische Drogeristen hingegangen und gesagt Moment.

00:25:00: Online-Umsätze sind für uns nicht relevant.

00:25:02: Da A das Thema online bei Beauty und Drogerie Produkten bisher keine große Abdeckung hat Und B margenseitig und Prozessor die es eigentlich nicht abbildbar ist Bei kleinen Warenkörben Sachen zum Endkunden zu schicken.

00:25:14: Ich glaube der Punkt und dann sozusagen die nächste Ebene löst sich auch auf Zumal man einerseits Leute hat wie Amazon wo ich dir relativ gut schätzen kann, was die mittlerweile an Umsatz machen mit Drogeriatik und der ist subzaziell.

00:25:26: Oder man hat Leute, die das sozusagen frequenzseitig einfach mit reinstreuen.

00:25:29: also Beispiel Zalando nimmt seine Customerbase und packt in die Pakete zusätzlich zu den Schuhen und dem Top noch irgendwie ein Deo und eine Creme ran.

00:25:37: Also es sind ja erstmal Player, die man an eurer Stelle gar nicht auf den Schirm hat.

00:25:40: Und wenn ich so diese ganzen Entwicklungen zusammennehme... ... müsste für mich eigentlich die Logik sein, dass ihr relativ brachial.

00:25:46: Da kommen wir jetzt wieder auf den Eichs Graf Artikel zurück der gesagt hat es gibt jetzt zwei Hypothesen.

00:25:51: Hypothese eins du glaubst daran das ein Drogerie-Geschäft im Online-Segment funktionieren kann und... ...dass du es gerne online transferierst.

00:25:57: Hypothese zwei du glaubtest daran dass Drogeri nicht online funktioniert?

00:26:01: Und dann musst du dir überlegen was anderes zu bauen, dass du deine derzeitige Stärke Position so nutzen kannst, dass Du etwas komplett anderes aufbaust.

00:26:07: also im Prinzip Altgeschäft digitalisieren versus Neugeschäft aufbauen.

00:26:11: Wenn ich jetzt diese ganzen Tendenzen mal zusammenwerfe, wäre meine These das DM relativ radikal anfangen müsste nicht mehr marktgetrieben zu denken sondern online getrieben.

00:26:21: Also habe ich dir richtig verstanden dass du sagst wenn du die Entscheidungen treffen könntest dann würdest du Filialen einfach schließen?

00:26:27: Jetzt machst

00:26:28: du mir hier sozusagen die Mitarbeiter Entlassungswelle schneidest du mir ins Ballen?

00:26:31: Nein

00:26:31: überhaupt nicht!

00:26:33: Das Geschäftsmodell interessiert mich.

00:26:34: Tendenziell würde ich drüber nachdenken, ob ich sie noch brauche.

00:26:37: Wenn ich meinen Endkunden über den digitalen Kanal erreichen will?

00:26:40: Die Antwort kann ja ja lauten!

00:26:42: Ich habe es zum Beispiel ausprobiert bei Müller, wenn nicht mehr auf der Müller-Webseite.

00:26:45: Sie haben sehr gute Naturkosmetikprodukte im Angebot.

00:26:48: Wenn mich meine Speichseife bestelle wird die mir in so eine Müllerfiliale geschickt.

00:26:52: das finde ich unglaublich anakronistisch.

00:26:54: aber man könnte drüber Nachdenken ob so ein Filialnetz an der Front ist stärker hat dass man im Prinzip zum Beispiel über Konzepte nachdenkt wo man ne Filial als Apolloort nutzt.

00:27:01: Also du bist offensichtlich kein klassischer Müllerkunde.

00:27:05: Ja,

00:27:05: sonst hättest du jetzt nicht gesagt es wäre anakronistisch.

00:27:09: Also ich kenne die Argumente, also ich kann das auch gut nachvollziehen.

00:27:13: Ich glaube allerdings was unterschätzt wird ist dass wenn sie verantwortlich sind in einem Unternehmen, in einem bestehenden Unternehmen oder im Unternehmen tätig sind dann hat es ja ein Geschäftsmodell.

00:27:25: was funktioniert zunächst mal?

00:27:26: Es ist richtig dass sich Dinge sich verändern und da sind wir wieder bei Veränderungsfähigkeit.

00:27:30: Die Frage ist.

00:27:30: wie muss ich das weiter verändern?

00:27:32: In der Diskussion beobachte ich oft, ein interessanter Gesichtspunkt.

00:27:37: Aber ich finde es bemerkenswert dass oft so im alles oder nichts Modus gedacht wird.

00:27:43: ja also jetzt kommt die Digitalisierung und deswegen sollten jetzt die Filialen möglichst zurückgefahren werden und online sofort hoch gefahren werden.

00:27:50: Also so nach dem Motto Schalter war auf links und jetzt nehmen wir ihn mal auf rechts.

00:27:55: Ich glaube, dass die große Herausforderung im Gestalten von Unternehmensprozessen oder überhaupt wenn man als Unternehmen an dem Markt ist, eben die Übergänge zu managen.

00:28:04: Also sie sind im Prinzip wie ein DJ und müssen jetzt die Üergänge vom ersten Lied auf das zweite Lied hinkriegen und zwar so, dass sich die Tanzfläche nicht lehrt Und deswegen kann man ja zugucken, wie die das machen.

00:28:15: Wie die da stehen mit ihrem Hörer so auf allem und so, oder?

00:28:17: Da versuchen da die Beats per Minute zu synchronisieren usw.

00:28:21: Das ist genau die Aufgabe.

00:28:22: D.h.,

00:28:22: es wäre verrückt wenn der DJ einfach von dem ersten Lied auf das zweite geht und davor das nicht synchronisiert hat.

00:28:28: Das heißt, die Aufgabe heute ist die Übergänge zum Managen.

00:28:31: Wenn sie die Üergänge managen, dann müssen Sie aufpassen dass sie zum richtigen Zeitpunkt das Richtige machen.

00:28:36: Nämlich, wenn sie zu spät kommen haben sie verloren... Wenn sie zu früh kommen, haben sie aber auch verloren.

00:28:40: Das heißt genau den richtigen Moment zu erwischen, das ist die Herausforderung.

00:28:45: Und jetzt ist es natürlich wichtig auf der einen Seite zu gucken was da kommt also die Digitalisierung und dort auch zu experimentieren nämlich wie die Digitalisierungen jetzt.

00:28:52: wenn wir sagen, wenn wir Digitalisierung jetzt mal mit Onlinehandel gleich setzen kann doch keiner heute sagen was genau wie online gekauft werden wird.

00:29:01: Du hast einen skeptischen Blick jetzt, aber die Frage ist welchen Maßstab legen wir denn an?

00:29:06: Wir haben heute schon viele Akteure natürlich im digitalen Bereich.

00:29:11: Nur betriebswirtschaftlich bewährt haben sie sich noch nicht weil die andere Finanzierungsmodelle haben.

00:29:16: Die Finanzierungsmodelle der bestehenden Unternehmen ist vor allem aus dem Cashflow das zu machen.

00:29:19: Die Finanzierung melden den Newcomers meistens über Finanzierungsrunden, dass zu machen und es macht einen großen Unterschied.

00:29:25: Nämlich wenn sie sich mal ein Cashflow machen dann muss das Geld kommen von den Kunden die bereits sind die Leistungen abzunehmen die wir heute generieren.

00:29:33: Wenn ich es aus der Finanzierung mache dann kommt das Geld von Investoren die eine Vorstellung von der Zukunft haben.

00:29:38: aber die Investoren sind nicht diejenigen die meine Leistung mehr abnehmen.

00:29:41: Das macht einen riesigen Unterschied

00:29:43: Ja, aber die Zielsetzung ist ja ähnlich.

00:29:45: Mal vorne weg!

00:29:46: Ich rede hier mit der Hybris des Internet-Furzys und es ist ja so eine gewisse Arroganz zu eignen...

00:29:50: Nicht mit der HYBRIS, ich würde mal sagen mit der Nonschalance.

00:29:55: Schamante Gesichtswahrung mir erlaubt?

00:29:57: Das mal unbenommen.

00:29:58: Aber ich gebe dir ganz recht, das ist ne Timingfrage.

00:30:00: Der Schmerz beim Internet ist ja immer nur.

00:30:02: meine Hypothese ist der Druck, der Schmerzipunkt im Drogerie Beautysegment, der ist noch nicht spürbar genug.

00:30:08: Das ist ja so ein bisschen, wir haben ja einen Amazon-Report entwickelt.

00:30:11: Amazon-Rutsch hab ich dir auch schon mal grob gezeigt, den haben wir jetzt auch gerade veröffentlicht.

00:30:15: Da haben wir ja so'n bisschen den Blick gewonnen, dass so'nen Amazon mal als ein Beispiel für so'ne Onlineakteur, bei Leiber nicht erschöpfen aber als einer eigentlich so'en Stück weit hingeht nach einem bestimmten Schema F vorgeht und das ganze Schlumpfhausen sich nimmt.

00:30:28: erst fängt es Haus mit den Büchern anzubrennen dann fängt irgendwie das Haus mit der Elektronik an zu brennen.

00:30:33: Und wenn ich mir die Zahlen so angucke, also wenn ich mich richtig ins Sinne hat Amazon wir haben so eine eins bis zehn Skala aufgemacht.

00:30:38: was Dominanz angeht hat Amazon bei Beauty ne vier.

00:30:42: Das

00:30:44: ist jetzt noch nicht verrückt.

00:30:47: Da kann man noch etwas drehen.

00:30:49: Es ist ein Segment wo man noch Chancen hat Aber es kippt ja irgendwann sehr, sehr schnell.

00:30:52: Das heißt der Tip-in-Point, der manchmal wie so eine Exponenzialkurve kommt er sehr spät und wenn ich jetzt mal den Umsatz angucke also Ich würde schätzen wenn ich mir das QEins von Amazon anguccke und die Umsatzzahlen dass amazon ungefähr eine gute Milliarde umsatz macht mit Beautyprodukten über seine plattform.

00:31:07: da lese ich in der lebensmittelzeitung heute In den oder gestern in den Schlagzeilen einiges was anderes

00:31:11: Ja dann hat sie vielleicht nicht so gute zahlen wie ich.

00:31:13: Ah das ist halt die Frage wer hat die besseren Zahlen?

00:31:16: Also ich möchte nicht unterstellen dass du die falschen zahlen hast.

00:31:19: für dich ist es interessant.

00:31:20: Für uns ist eine Frage, worauf setzen wir?

00:31:24: Und da müssen wir sehr, sehr vorsichtig sein.

00:31:26: Dass wir nicht plötzlich in der Sache hinterherlaufen die vielleicht noch nicht so weit isst Das es in die Richtung gehen kann.

00:31:31: keine frage.

00:31:32: nur Veränderungen brauchen länger als man denkt aber wenn sie kommen kommen sich schneller als man Denkt

00:31:36: genau.

00:31:36: also was ist denn das schlimme wenn ich jetzt schon darin investiere?

00:31:39: ja Sie können das Geld nur einmal ausgeben

00:31:41: Ja wenn ich's früh ausgebe bin Ich habe zweifels verbessert aufgestellt weil ich ein längere Lernperiode kommt

00:31:45: darauf an.

00:31:46: Also wenn ich zu habe ich gelesen damals war nicht ob Ich gehe mal davon aus, was gestimmt hat.

00:31:50: Neckermann sind ja vom Markt verschwunden und Neckerman hat ganz am Schluss als es dann schon ziemlich schwierig war die ganzen Kataloge eingestellt und hat ganz auf online gesetzt und damit war's schlagartig von Markt weg.

00:32:04: warum?

00:32:05: Weil die Kundschaft die Neckemann damals noch hatte hat eben den Katalog gewollt.

00:32:11: das heißt sie haben den Cashflow generiert.

00:32:14: Und wenn ich diese Menschen vernachlässige Dann ist die Frage wo kommt das Cash her?

00:32:19: Okay, verstanden.

00:32:20: Also es muss nicht sozusagen Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern man muss das schon mit einer gewissen Zweckhaftigkeit tun.

00:32:26: Wird man so sagen?

00:32:26: Es geht immer drum für den Kunden relevant zu bleiben und ob ich das jetzt online mache oder offline mache kommt darauf an was der Kunde gerne möchte.

00:32:34: Und die Kunden sind nun mal sehr vielfältig.

00:32:36: Gut aber dann lass uns doch mal die Gleise wieder zusammenführen.

00:32:38: wenn du sagst Das ist eine DJ Aufgabe und Timing ist alles Was glaubst du beseitigt?

00:32:44: Hört ein Lied gerade auf und das nächste fängt an Oder ist das Lied noch mitten am Spielen?

00:32:47: wie siehst Du das?

00:32:54: Als DJ hätten wir jetzt einen Stück, wo wir nicht wissen wann es zu Ende ist.

00:32:58: Das ist genau die Herausforderung.

00:33:00: Das heißt letzten Endes wenn man mal betriebswirtschaftlich anguckt ist es ja so dass wenn wir die Hypothese haben die durchaus berechtigt ist aber es ist trotzdem eine Hypothèse dürfen wir nicht vergessen bei aller Begeisterung das online wirklich große Bedeutung bekommen wird und der Markt wird nur begrenzt wachsen.

00:33:17: also insofern würde es ein Schiff sein vom stationären zum online.

00:33:21: dann wird es ja so sein, dass man im stationären Geschäft weniger Geld verdient.

00:33:24: Und im online-Geschäft wird man dann Geld verdienen wenn eine gewisse Skalierung möglich ist damit die ganzen Spunkfixenkosten auch verdient werden können.

00:33:32: So und jetzt ist die Frage diese Kurve, die abnimmt aus dem stationären hat als Gegenbewegung die Kurve die aus dem Online kommt.

00:33:40: Aber halten wir mal fest du sagst der stationäre Handel wird ne Kurve nach unten nehmen also bist du sozusagen geschmürwusst?

00:33:45: Ja auf jeden Fall!

00:33:47: So, jetzt ist aber die Frage natürlich wie kann es mir gelingen im Sinne des DJs?

00:33:51: Dass der Übergang so ist dass das stationäre Geschäft noch lange genug die Deckungsbeträge erwirtschaftet.

00:33:57: Die ich brauche um mein Geschäft weiterzuentwickeln und auch die betriebswirtschaftliche Voraussetzungen genommen dass die ganzen Menschen die im Unternehmen arbeiten auch ihre Entgelterbrechnung am Ende des Monats bekommen?

00:34:08: ja Und dann geht es doch letzten Endes darum dass sich eben gerade auch die Kurve den Bereich des Stationellengeschäftes nicht vorschnell abbauen, wenn das andere noch nicht zündet.

00:34:19: Sonst sind sie wie jemand am Trapez der das eine schon losgelassen hat aber das andere ist noch nicht da und dann fliegen so unten mit dem Glück auf ins Netz.

00:34:27: Gut ich meine wir können ja mal die Prämisse dass man offline sozusagen im gleichen Tempo abbauen muss über online aufbauen muss können wir immer aus dem vorlassen.

00:34:34: Ich frage mich mal anderswo wann ist denn ein Zeitpunkt gegeben?

00:34:38: wo du sagen würdest, ihr werdet bereit Geld aus der Ladenstruktur abzuziehen oder was tendenziell für die Ladenschutur vorgesehen ist zum Ausbau und das in online zu investieren.

00:34:45: Was machen wir ja heute schon?

00:34:47: Ich mach mal hier heute schon!

00:34:48: Die ganze Infrastruktur hinten dran... Es ist ja nicht so dass ich einfach nur an einen Online-Shop, Online-Stelle und dann funktioniert es sondern es muss ja so sein, dass es skaliert werden kann.

00:34:57: und gerade auch die Diskussion wie kann es denn gelingen, dass die Produkte die angeboten werden auch wirklich von einer Qualität sind, dass sich der Kunde darauf verlassen kann?

00:35:05: Das Riesenthema für Plattformen auch, die eben keine Sortimenzfunktion mehr übernehmen wollen.

00:35:10: Und dann bestellst du irgendwas und dann ist das überhaupt nicht verkehrsfähig?

00:35:15: Das sind ja alles Dinge, die gemacht werden müssen im Hintergrund und es muss alles funktionieren, dass auch die Deklarationen richtig sind.

00:35:20: Das ist eine Infrastruktur, das kriegt man am Frontend überhaupt nicht mit aber das ist Backend und zwar richtig dicke!

00:35:26: Oder dass auch die ganzen Bezahlprozesse funktionieren oder dass die Rechnungen auch bezahlt werden.

00:35:30: Und das die Ware auch gut ankommt und nicht kaputt, also der Teufel steckt im Detail.

00:35:34: Das kriegt man als Konsument zum Glück so nicht mit.

00:35:37: Ja du hast ja verkommen recht.

00:35:38: es haben mir auch so Eingangs ein bisschen angedeutet.

00:35:39: Also wenn ich mich auch mit dem Rewe unterhalte oder so die denken ja Digitalisierung gar nicht nur um Sinne von Onlinehandeln.

00:35:44: Es ist ja das letzte Schwanzstück sozusagen dessen sondern da geht's ja ganz viel auch um die Fläche.

00:35:47: wie kriege ich die digitalisiert?

00:35:49: Da gehts um die Präzese im Hintergrund.

00:35:51: aber lerne ich dann so ein Stück weit daraus, dass ihr eure Digitalisierung vorantreibt.

00:35:56: Ich weiß jetzt nicht, was du erwarten würdest damit du es merkst.

00:36:00: Vielleicht

00:36:00: kannst du das mal umreißen dann kann ich da besser drauf antworten.

00:36:03: Erwarten würde ich dass ihr diese unfassbare Markenpower die ihr habt also ein DMDE wahrscheinlich alleine durch Type in Traffic habt ihr so viel Verkehr auf der Seite wie andere sich wünschen würden nach zwei Jahren mit irgendwie teuren CM-Maßnahmen?

00:36:16: Erwartend würde ich das hier sowas sozusagen weiter forciert dass ihr über Modelle nachdenkt.

00:36:20: Wenn man z.B.

00:36:21: sagt, die niedrigen Margen, die hohen Logistikkosten erlauben nicht den Kajal zum Kunden zu schicken, dass man über Abo-Ansätze nachdenkt?

00:36:28: Dass man Erweiterungen nachdenken und das man irgendwie überlegt wie online... Weil wenn ich z. B. so eine Demenzkompetenz als euer Kernthema nehme, das ist ja online völlig auf dem Kopf gestellt, wenn der Shelfspace auf einmal unendlich wird.

00:36:39: Das heißt da sozusagen mit Sachen zu experimentieren schon jetzt die Fehler zu machen, das wäre so mein Problem.

00:36:43: Ja klar, das machen wir!

00:36:45: Aber daran sieht man ja, du bist also offensichtlich nicht so ein Kunde im Detail wie manch anderer.

00:36:50: Das ist auch klar ne?

00:36:51: Du bist ein Mann.

00:36:53: wenn deine Dame wärst und online in dem Bereich suchen würdest vielleicht manche Dinge schon sehen.

00:36:58: aber was ich noch gerne sagen würde ist die Meinung naja online kann ich alles anbieten.

00:37:02: also zu sagen Longtail überhaupt kein Problem.

00:37:04: naja also Ich muss es auch verlässlich anbieten können.

00:37:07: Ja das heißt Ich brauche schon eine Lager, eine Logistikinfrastruktur hinten dran.

00:37:12: Gerade wenn ich sage, ich möchte auch Qualitätsstandards haben!

00:37:16: und möchte das nicht nur so als Plattform machen, wo die Waren irgendwie dann durch Deutschland geschickt werden mit vielen unterschiedlichen Paketen auch ankommen.

00:37:22: Wird man ja auch sehen wie sich das langfristig sortieren wird?

00:37:25: So ganz unendlich ist es auch nicht!

00:37:27: Und selbst wenn ich sagen würde, ich würde sehr viel mehr Artikel anbieten als wir heute also wenn mich verabschieden würde von dem Prinzip Es geht nicht darum so viele Artikel wie möglich sondern die richtigen Artikel zu bieten Ist immer noch die Frage Wie kann es mir gelingen dass der Kunde auch seine Artikel findet?

00:37:42: Ich wollte es gerade sagen, das Pendant zur Sortimenzgestaltung online ist sicherlich die Aufwendbarkeit, die Kuration.

00:37:47: Klar, fairer Punkt!

00:37:49: Und wer sich jetzt gerade daraus gehört hat finde ich ja charmante, dass du mich da kritisierst.

00:37:51: Das finde ich mal gut wenn man mal Feuerwerk auch kriegt war, dass ich euer Produkt nicht gut genug kenne was online angeht.

00:37:56: aber macht ihr wirklich schon signifikante Online Umsätze?

00:37:58: Ihr weißt ja nicht mehr aus.

00:37:59: also wenn ich eure Seite angucke sehe den Umsatz und da ist keine online Element sozusagen abgebildet.

00:38:04: Also meiner Wahrnehmung nach seid ihr sehr off-leinig unterwegs

00:38:09: Weil wir nicht kommunizieren wie viel Umsatz wir online machen.

00:38:12: Ja, generell.

00:38:13: Also was ich so aus Gesprächen sozusagen mit dir erlebt habe, wenn man Interviews von euch verfolgt, wenn nicht irgendwie die einstiegige Presse... Ich hab jetzt nicht mitgekriegt dass ihr irgendwie fünfhundert Python-Entwickler in Dortmund aufbaut und ich hab mich mit gekriegt das sie hier auf dem Event...

00:38:28: Also DM Tech unserer digitalen Unit, das sind eben über siebenhundert Menschen bei der M-Tronkarriere.

00:38:34: Ist es viel?

00:38:34: ist es wenig?

00:38:35: Bei zwei bis drei tausend ist es überschaubar.

00:38:38: Ja, es ist deutlich größer als ich gedacht hätte.

00:38:40: Ich lasse mich gern korrigieren!

00:38:41: Don't get me wrong!

00:38:42: Wie gesagt die Fibrist der Internetler...

00:38:44: Die noch schon los?

00:38:45: Ja genau

00:38:48: da ist schon eine ganze Menge.

00:38:48: aber du heißt recht wir reden dann nicht so viel drüber.

00:38:52: allerdings Wir sind ja auch wirklich in einem Experimentiermodus weil nochmal das Modell ist noch nicht geknackt.

00:38:57: in Deutschland.

00:38:59: Auch ein Amazon würde ich behaupten, hat das Modell noch nicht geknackt.

00:39:02: Nein, Amazon kommt durch die Hintertür und Zalando auch.

00:39:04: Das ist es gemeine für euch finde ich.

00:39:06: oder auch wenn der Lebensmittel-Einzelhandel jetzt Modelle entwickelt wo man irgendwie hochfrequente Produkte, die kleinmaßig sind zum Kunden bringt?

00:39:13: Das ist ja der Schmerzpunkt vor euch.

00:39:15: Was ist das Schmerztpunkt für uns?

00:39:17: Konkurrenz belebt das Geschäft also und ich find's auch sehr spannend natürlich genau zu beobachten was die anderen machen weil lernen können wir immer etwas.

00:39:24: aber Ich würde nochmal wiederholen dass model ist noch nicht geknackt.

00:39:28: heute Es geht noch darum, das Modell zu finden.

00:39:32: Und da ist es glaube ich einfach opportun wenn man sich nicht aufs Dach stellt und das laut rausbrüllt sondern da man ein bisschen Piano macht und auch mal ein bissel mit einer gewissen Demo dran geht.

00:39:41: Deswegen sprechen wir da nicht so viel drüber um auch beweglich zu bleiben.

00:39:45: Also wenn ihr das wirklich so macht, würde ja einen starken Respekt abbringen.

00:39:48: Was finde ich mal intelligent?

00:39:49: Wenn ihr es schaffen würdet...

00:39:51: Das ist immer ein Kompliment!

00:39:52: Ja, an der Tat also.

00:39:54: Wenn ihr's wirklich schafft solche Online-Kompetenz aufzubauen zum Hintergrund und keiner kriegt so richtig mit, fände ich eine Leistung.

00:39:59: aber lass uns mal zuspitzen was sind denn deine Hypothesen zur Rolle des Onlinehandels dann?

00:40:03: Ich würde sagen Es geht darum dass wir als Händler relevant für unsere Kunden bleiben Und Kunden werden Produkte anders kaufen als in der Vergangenheit.

00:40:13: Sie werden sich anders informieren, also gerade die junge Generationen, die schon mit den ganzen Möglichkeiten des Internets, mit den mobilen Endgeräten aufgewachsen sind... Der wird Konsum an das stattfinden oder Entscheidung für Konsum wird an das Stadt finden und es ist ja zunächst mehr Information und danach ist es dann Transaktion Und da wird sich stationäres und online wird sich ergänzen.

00:40:33: Also deswegen auch Omni Channel Retailing OCR ist ja das große Schlagwort in unserer Branche.

00:40:38: Das heißt, es wird sich ergänzen und da wird es Dinge geben die werden vor allem online sein.

00:40:45: Welche Designwerden ist noch nicht ganz klar?

00:40:48: Aber interessant ist ja auch zu beobachten dass die Online-Pure Player durchaus auch stationäre Ladengeschäfte aufmachen wollen.

00:40:56: Da könnte man sicher sagen wie kommen sie denn auf die Idee so etwas Steinzeitliches zu machen wie ein stationäres Geschäft wenn die doch wirklich schon die Zukunft gepachtet haben?

00:41:04: also Da scheint offensichtlich ja schon was zu sein, dass ein Mensch letztendlich frei sein möchte in seinen Entscheidungen.

00:41:11: Und es macht natürlich auch einen Unterschied Joel ob ich ein Kind zu Hause habe welches Windeln braucht und mir sind die Windeln ausgegangen?

00:41:17: Und die brauche ich jetzt!

00:41:19: Und dann runtergehen kann und die Windeln kaufen kann.

00:41:21: Oder mir ist das Toilettenpapier ausgegangen, und es kommen Gäste... ...und ich will das jetzt haben!

00:41:25: Dann brauche ich aber vielleicht keine Vierundzwanzigrollen?

00:41:28: Ja?

00:41:28: Da brauch' ich

00:41:29: weniger?!

00:41:30: Aber die will ich jetzt haben.

00:41:30: Und da isst man ein stationärer Händler sehr lieb.

00:41:33: Oder wenn ich sage, dass es etwas was sehr vorhersehbar kommen kann, wo ein Abo-Modell Sinn macht.

00:41:38: Abgesehen von der Frage wie sich das Ganze rechnet und zu welchem Preis ich bereite mit dem... Also den Kunde wird sich hybrid verhalten.

00:41:46: Als Einzelhändler muss ich mir die Frage stellen, wie kann ich mit einem Kunden der sich künftig Hybrid verhält?

00:41:52: In ein paar Jahren wird man wenn nicht mehr von Hybriden verhalten sprechen.

00:41:55: Dann werden wir wieder vom Kunden verhalten und sprechen mal das damit er das Normale ist.

00:41:58: Wie wird es sich das ergänzen?

00:41:59: online und offline?

00:42:00: Und es könnte auch durchaus sein dass es in der Innenstadt anders aussieht als auf dem flachen

00:42:04: Land.

00:42:05: Ich habe halt noch keinen Omni Channel Ansatz gesehen der funktioniert.

00:42:07: kennst du einen

00:42:10: Nicht so richtig?

00:42:11: was bedeutet funktioniert für dich?

00:42:13: Woran machst du?

00:42:14: funktionieren fest

00:42:16: Profitabilität, Wachstum, Marktrelevanz?

00:42:19: Kommt bis drauf an.

00:42:20: Also ich könnte jetzt natürlich mich ganz frech auf den Standpunkt stellen und sagen ein stationärer Einzelhändler der auch noch online präsent ist und sich in Richtung OCR entwickelt, ist durchaus nicht erfolgreich weil er schafft es durch Innenfinanzierungskraft sich dahin zu entwickeln.

00:42:38: Wie weit es dann gehen wird und wie sich das ausbringen wird, wird man sehen.

00:42:41: Aber gerade für die Menschen, die sehr im Online-Bereich unterwegs sind – also so wie du und deine Kollegen mit denen du das ja auch oft analysierst in deinen Podcasts.

00:42:49: Ihr schaut es an unter dem Blickwinkel!

00:42:51: Wie digital ist das schon?

00:42:54: Das ist auch ein legitimer Gesicht, mit dem man einnehmen kann.

00:42:56: Aber jetzt als Menschen die in einem Unternehmen arbeiten, das stationär stark ist, es ist ja nicht die Frage wie digital sind wir schon sondern wie nah sind wir denn am Kunden?

00:43:04: und wie gelingt uns dann weiterhin relevant für unsere Kunden zu bleiben?

00:43:07: Und der Realität ist halt dass heute sehr viele Kunden stationär einkaufen und wenn wir unsere Läden zumachen würden nur noch über dmde verkaufen ist es nicht der Umsatz eins-zu-eins transferieren wird Richtung online selbst wenn wir das logistisch in der Lage wären zu stemmen.

00:43:22: Also nochmal, es geht darum die Übergänge zu managen.

00:43:25: Nö ist ja ein fairer Punkt.

00:43:26: da hast du auch absolut recht dass das jetzt keinen Sinn macht das eine fürs andere sozusagen hundert Prozent zu opfern.

00:43:32: aber welche Radikalität vermutest du denn bei diesem Übergang?

00:43:36: also glaubst du dass das irgendwie eine radikal strategischer Schritt ist wo man relativ intensiv schiftet?

00:43:42: oder ist das was was eher für dich so bisschen evolutionär vorangeht?

00:43:46: Also ein gutes Beispiel hat mich auch sehr beeindruckt, muss ich sagen.

00:43:49: Als Schlecker damals in die Insolvenz gegangen ist wurden die Assets ja angeboten auf dem Markt und unter anderem auch das Online-Verteilzentrum in der Nähe von Ehen damals gebaut wurde.

00:43:58: Uns wurde es auch angeboten und wir haben uns das auch damals angeguckt.

00:44:01: Es hat mich schwer beeindruckte weil damals Schlecker offensichtlich zu einem relativ frühen Zeitpunkt sich gesagt hatte Wir investieren online und haben damals Und so wurde auch ein Betrag genannt, der sehr hoch war investiert in diese Infrastruktur.

00:44:14: Diese Infrastruktur hat halt nicht gepasst für das wie sich der Markt danach entwickelt hat.

00:44:18: aber das Geld war ausgegeben und es ist natürlich eine ganz unangenehme Situation in einem Unternehmen wenn sie ihr Geld ausgegeben haben in die Infrastruktur die am Schluss nicht funktioniert.

00:44:31: deswegen des entscheidende ist sich so aufzustellen dass ich dann skalieren kann wenn ich weiß es funktioniert

00:44:35: Wenn ich mir jetzt mal so angucke Die sind vielleicht nicht mal vergleichbar zu euch, aber zum Beispiel in Otto.

00:44:40: Was jetzt Fashion als Thema hat.

00:44:41: Otto sagt wir wollen jetzt Plattform sein.

00:44:43: Also selbst Otto was ja jetzt latent angestaubt ist darf man ja mal so sagen in der ein oder anderen Ebene nicht in allen aber an manchen Ist das auch sozusagen eine Denkrichtung in die ihr vorstoß dass ihr dm perspektivisch euch vorstellen könnt als jemand deren plattform Anbieter ist mit digitalem Bezug aber auch mit stationärer Komponente?

00:45:00: Also unter Plattformen verstehst du,

00:45:02: jemand der Marktrelevanz aufgebaut hat diese für sich nutzt online und offline.

00:45:07: Und aber auch dritten zur Verfügung stellt um in irgendeiner Form zu kooperieren?

00:45:11: Mein Vater erzählt immer das als er damals mit DM losgelegt hat also in den siebziger Jahren ist ja die Zeit war, wo auch die SB Warenhäuser großen Aufschwung hatten.

00:45:21: Und das wenn er dann bei Veranstaltung war und gefragt wurde Mensch was machen sie denn?

00:45:25: Und da sagt er mich selbstständig gemacht mit dem Drogeriemarkt dass er sehr oft die Reaktion bekommen hätte ach du könntest vergessen!

00:45:30: Da geht kein Mensch mehr hinkünftig, die gehen alle in die SB-Warnhäuse oder in die Masse aus.

00:45:35: und was es da alles gegeben hat damals.

00:45:38: In gewisser Weise ist heute auch wieder die Diskussion diese Plattformen sind eigentlich was damals die SB Wahnhäuser waren also die sozusagen alles anbieten.

00:45:46: Also ist es besser, dass alles anbieten oder die Spezialisierung auf etwas?

00:45:51: Das ist eine grundsätzlich strategische Frage, womit man nicht sagen kann, das ist richtig oder falsch.

00:45:54: Sondern die Frage was traut man sich zu?

00:45:56: Glaub ich auch.

00:45:57: aber du kannst ja spezialisieren und trotzdem Plattform sein.

00:45:59: also wenn du zum Beispiel sagst Zalando is ne Plattform für Fashion dann könnte DM die Plattform der Drogerie und Beauty sein.

00:46:07: Ja gut, also Beauty ist ja Drogerie.

00:46:09: Wenn du jetzt sagst Beauty sind auch Schuhe oder ist auch

00:46:13: Fashion?

00:46:14: Assysois könnte man sicherlich denken aber ich hätte es eher in Richtung Schminke-Kosmetik gedacht und Drogerien mehr in Richtung Haushalt, Gesundheit Baby was ihr hattet.

00:46:22: Gut aber Beauty ist heute schon ein großer Bestandteil unseres Sortimentes.

00:46:26: Also

00:46:26: da ist es gleich

00:46:28: schon klar wenn es darum gehen würde dass wir sagen Wir wollen Textilien anbieten, also Fashion-Anbieten für Menschen die bei uns auch Dekorative Kosmetik kaufen.

00:46:36: Also Fashion für sich kaufen und Dekорative Kosmätik auch für sich kaufen.

00:46:39: so ein bisschen was Salando im Moment macht.

00:46:42: Man wird sehen ob diese vorgehensweise erfolgreich ist und ob Kunden auch so einkaufen wollen.

00:46:47: Wenn es danach ging, könntest du ja auch Depot kaufen und sagen jetzt mache ich auch noch irgendwie Dekor.

00:46:51: Wäre auch irgendwie zumutbar.

00:46:53: zu eurer Zielgruppe glaube ich nicht so den Sinn fairerweise.

00:46:57: Also to be fair die Spitze muss man schon irgendwie aufrechterhalten.

00:47:01: Du könntest dir auffragen ob deine Podcast künftig nicht mehr nur über digitale Themen machst oder vielleicht auch über Gartenarbeit?

00:47:08: Könntest du schon machen?

00:47:09: also du hast das Aufnahmegerät hier, du hast deinen Office Space.

00:47:13: Warum machst du das eigentlich nicht?

00:47:14: So als Plattform in alle Bereiche mal rein Warum machst du das nicht?

00:47:18: Plattformen sind bei mir aber anders.

00:47:19: Oder ich glaube, wir haben vielleicht auch ein unterschiedliches Verständnis von Plattform.

00:47:22: Also Plattform ist mein Gedanke dass Du z.B.

00:47:24: sagst ihr macht jetzt DMDE zur starken Marke zum Go-to-Place wenn ich online Beauty und Drogerie haben möchte.

00:47:30: oder Beauty ist bei Dir bei Drogerien mit drin und auch die Service ist sie sich damit verbinden.

00:47:34: also was Du unter der Haube gerade baust Logistik, Payment gibt wahrscheinlich noch drei vier andere sagen wir es nicht Einfach handelsnah Sachen Marketing by the way, haben wir noch gar nicht drüber geredet.

00:47:44: BI Business Intelligence solche Sachen im Beauty-Bereich könntest du ja auch sozusagen weiterverkaufen und dann deine Plattform mit einbringen.

00:47:50: also so in den Dimensionen... Ja

00:47:52: was machen wir in gewisser Weise?

00:47:53: Wir verkaufen nicht nur Eigenmarken.

00:47:55: Wenn du so willst sind wir heute auch schon Plattform.

00:47:57: Also für Marken L'Oréal Coty Kosovo Was ist da alles gibt?

00:48:01: Also so gesehen sind wir Plattform Ja

00:48:03: offline ja Könntest du dir das auch online vorstellen ist die Frage

00:48:05: oder?

00:48:06: Ja online sehen wir es doch auch.

00:48:08: Wie macht ihr denn Umsatz online schon?

00:48:10: Wir machen so, dass wir kräftig investieren müssen in die Infrastruktur.

00:48:13: Was heißt das?

00:48:15: Das heißt, dass es sich gut entwickelt.

00:48:20: Aber Joel ist ja auch egal wie viel das ist letzten Endes.

00:48:23: Auch für den einzelnen Kunden jetzt hier in Berlin oder in Kalbfrau oder Eschwege... ...das DM-Nenunternehmen mit zehn Milliarden Euro Umsatz ist Schnurz!

00:48:32: Für den Menschen in Eschwege ist DM das was er sieht und das ist die Filiale.

00:48:40: Lass uns mal deine Haus- und Hofdisziplin Marketing noch ein Stück weit durchdeklinieren.

00:48:44: Was macht ihr denn in dem Bereich zum Beispiel schon?

00:48:46: Also so rein Business Intelligence mäßig, Data Warehousing.

00:48:50: Habt ihr da irgendwie schon breite Armaturen gebaut mit euren Siebenhundert Mitarbeitern oder...

00:48:54: Wir haben ja über Payback eine Kundenkarte die wir schon seit Beginn des Jahrtausends haben also seit zweitausend zwei tausend eins haben wir damals begonnen Und damit ist hier alles was Kundendaten anbelangt, was Analyse, Analytics anbelankt etwas das uns schon sehr lange beschäftigt.

00:49:09: Jetzt kommt natürlich über die MDE noch mal eine ganze Ecke dazu, was auch die Frage von wie sprechen wir die Kunden an und zwar immer so dass es relevant ist.

00:49:18: Also das kommt jetzt noch dazu und da müssen wir natürlich auch kräftig unsere Systeme weiterentwickeln, was wir auch machen.

00:49:23: Alle reden ja über Loyaltyer, Spiel des Insight Prime.

00:49:26: Habt ihr darüber nachgedacht sowas mal selbst abzubilden?

00:49:28: Was macht's denn glaube ich mit einem eigenen App?

00:49:30: weg mich nicht täuschen oder so?

00:49:31: Wir glauben also dass multi Partnerkarten für die Kunden einfach attraktiver sind allein schon aufgrund der Einkaufsfrequenz, die in den Drogeriesortimenten vorherrschen.

00:49:41: Und Payback ist ja auch nach unserer Beurteilung ein recht erfolgreiches System was auch von anderen Systemen in Deutschland nie erreicht wurde, auch wenn es Versuche gibt und gab.

00:49:51: also Multi-Partner kommt beim Kunden an und das ist gut.

00:49:54: Was hat das für eine Funktion?

00:49:55: Also ist dann sozusagen rein die Warenkorbzuordnung des Verstehendes Kunden, dass ich in der Lage bin den Einkauf von Montag und Donnerstag im Bezug zu setzen.

00:50:03: Ja

00:50:03: schau Joel also früher ist es ja so gewesen da kann ich mich auch noch erinnern wenn ich einkaufen war mit meiner Mutter noch klein war, sind wir zu Einzelhändlern gegangen.

00:50:13: Zum Milchmann zum Obst- und Gemüsehändler in dem Ort, wo wir damals gewohnt haben.

00:50:17: Und die kannten sich... Also der kannte meine Mutter.

00:50:20: und wenn meine Mutter da einkaufen war oder beim Metzger beispielsweise und ich war dabei dann habe ich noch ein Rädchen Leona am Zweizack überreicht gekriegt und hab mich direkt gefreut.

00:50:29: Alles Mehrwertangebote könnte man jetzt ja auch mal so unter der Perspektive, wie wir heute auf Marketing gucken sagen.

00:50:34: Also der Einzelhändler hat den Kunden gekannt und hat deswegen sich auf ihn einstellen können und war deswegen in dem was er für ihn gemacht hat sehr personalisiert.

00:50:43: Da ging es nie um Discounts da gings immer um Mehrwert Und dann ist die ganze Filialisierung gekommen.

00:50:48: Was bedeutet das?

00:50:50: zum einen wesentlich mehr Menschen an der einzelne Einkaufsstelle eingekauft haben?

00:50:55: deren Kunden einfach persönlich auch gar nicht mehr kennen konnte.

00:50:57: Ganz abgesehen davon, dass es denn oft nicht der selbstständige Einzelhändler war, der im Laden gearbeitet hat sondern Menschen die auch öfters mal gewechselt haben.

00:51:06: und damit ist eigentlich die Beziehung zwischen dem Kunden- und dem Einzelhandel anonymisiert worden.

00:51:11: Und die Folge davon sind die ganzen Sonderangebotspolitiken, die ja letzten Endes alles anonymisierte Gießkannenvorgänge sind gerade unter logistischen Gesichtspunkten alle Antreizeffizienzen.

00:51:21: Also Sonderangebote sind sautreuer unter Prozessgesichtspunkten für den Einzelhändler.

00:51:26: Und jetzt ist ja die Frage, wie kann es mir gelingen dass ich meinen Kunden wieder besser kenne auch wenn ich ihnen jetzt nicht die Hand schütteln kann weil ich ihm nicht persönlich begegne?

00:51:34: und da sind natürlich Kundenkarten die Möglichkeit das sich als Einzel-Händler wieder in die bessere Wahrnehmung kommt was beim Kunden wirklich ankommt nämlich dann weiß ich Was ist der Warenkorb, also der einzelne Kassenbond was der Kunde kauft?

00:51:46: Zum einzigen Zeitpunkt.

00:51:48: Sondern ich kann Zeit reinbilden!

00:51:49: Ich kann sehen wie ein Kunde reagiert auch auf die Hand, die ich mache und noch einen Schritt weiter... Ich kann natürlich, gerade wenn Sie online denken, kann ich dem Kunden online, also in dem was er auf seinem Bildschirm sieht Ob er jetzt mobil ist oder ob es der Diskopter ist, kann ich dann wesentlich besser auf ihn eingehen was er sieht damit's für ihn relevanter wird.

00:52:06: Und es geht ja nicht drum dass wir sagen wir wollen so viel wie möglich verkaufen.

00:52:10: Es geht darum das wir für den Kunden relevant sind, dass er sagt die Informationen ich bekommen habe.

00:52:14: Das ist etwas was mich interessiert und was mir hilft mein Leben ein bisschen einfacher zu machen und ein bisschen schöner zu machen.

00:52:19: Und ist so ein Payback dann für euch nur offline relevant oder bleibt es das eigentlich auch online?

00:52:24: Na ja gut, es hilft natürlich dann Online und Offline zu verbinden.

00:52:27: Da sind's bei OCR!

00:52:27: Also für einen Einzelhändler OCR zu betreiben wenn ich keine Kundenkarte habe wird schwierig werden weil ich die dreihundertsechzig Grad Wahrnehmung des Kunden nie bekommen werde.

00:52:38: Ich werde immer nur den Online-Kunden haben aber was der dann offline macht weiß ich nicht.

00:52:42: Aber wenn wir es mir wirklich ernst nehmen und sagen als Einzelhandler bin ich dafür da für den Kunden relevant zu sein Da und dort, wo er und wie er einkaufen möchte.

00:52:49: Dann ist es online und offline!

00:52:51: Und das muss ich versuchen den Blick zu kriegen... ...und da hilft mir natürlich eine Payback-Karte bei DM-Trucks Ringmark ungemein wenn der Kunde auch online seine Punkte sammelt und ich damit offline und online verbinden kann und einfach viel besser weiß was möchte er denn online?

00:53:04: Was möchte er offline?

00:53:05: Auch das kann sich wieder unterscheiden von Inner City und Flachem Land.

00:53:10: Ich kann mit meinem Sortiment drauf reagieren, was ich sonst gar nicht könnte.

00:53:13: Wo wir noch gar nicht geredet haben, was sich aber angesichts eurer Unternehmensgröße mal interessant fand und ganz viele haben mich zu dem Thema auch gefragt.

00:53:18: Ich habe in unserer Messenger-Gruppe ... Wir haben so einen Dienst, der findet sich bei uns irgendwie unter digitalcompacte.eslashmessenger.

00:53:23: Da schreibe ich dann, da kriegen Leute auf ihrem Handy eine Nachricht, hab' ich eingeladen, mal dir Fragen zu stellen.

00:53:27: Wäre dieses ganze Thema Digitalisierung in der Organisation?

00:53:30: Also das heißt Kulturwandel ist eigentlich so das Stichwort Mal ganz naiv gefragt.

00:53:34: Wie betreibt man Kulturwandel, wenn man sechzigtausend Menschen irgendwie erreichen möchte und irgendwie auf eine Linie bringen?

00:53:42: Auf eine Linien bringen das kannst du schon mal vergessen.

00:53:45: Wir auch nicht menschengemäß.

00:53:47: Aber es sind ja zwei Fragen dazu.

00:53:48: Zum einen nochmal Digitalisierung in der Organisation.

00:53:52: Die Digitalisierung kann uns helfen die Menschen zu ermächtigen In der Organisation damit sie sich besser orientieren können.

00:53:58: Also die ganze Frage von Informationen Von Vernetzung untereinander.

00:54:02: Bei DM beispielsweise haben wir uns entschieden, dass alle unsere Filialmitarbeiter ein Smartphone bekommen haben.

00:54:09: Jetzt nicht zum Telefonieren sondern zur Wahrnehmung der Online-Fähigkeiten und Vernetzungsfähigkeit von den Geräten.

00:54:14: Womit wir die ganze Microsoft Office Mk.M.S.E.

00:54:16: nützen können was ja letztendlich wie so ein Facebook allerdings in einer geschlossenen Gruppe sind.

00:54:20: Das heißt damit versetzen wir uns in die Lage das Menschen in der Organisation sich vernetzen können.

00:54:25: Das Best Practice ist beispielsweise wesentlich schneller werden können, dass wenn irgendjemand eine Erfahrung gemacht hat das irgendwas besonders gut funktioniert.

00:54:32: Das kann er in Jemma-Gruppen einstellen oder er kann es kommunizieren und antrücken das mit die das sonst immer über den Flaschenhalt der Organisation hätten bekommen müssen.

00:54:40: Also das eine, was dadurch möglich ist und es natürlich auch möglich dass die ganze enorme Informationsflute wir haben wesentlich Personalisierter ausgespielt werden kann.

00:54:48: Weil das Problem war sie in der Filiale haben, dass da unheimlich viele Informationen natürlich reingehen.

00:54:52: aber nur ein Teil davon ist relevant.

00:54:54: Und indem wir die Digitalisierung wirklich nutzen können wir die Informationen wieder so zur Verfügung stellen, dass die relevante Information ankommt und dass Mitarbeiter sich Informationen auch ziehen können, die für Sie relevant sind.

00:55:04: also das ist das eine was die Digitalisation bringt.

00:55:06: Das andere die Frage mit zu vielen Menschen wie kann das gelingt, dass da auch so eine kulturelle Weiterentwicklung stattfindet.

00:55:13: Das hängt damit zusammen glaube ich, dass wir immer wieder über das Warum sprechen?

00:55:17: Auch wenn man eine Organisation hat wo es immer nur um den Chef geht und immer alle auf einen Chef gucken dann kann der Kunde sich verändern aber keiner kriegt's mit.

00:55:24: Seitdem der Chef sagt, der Kunder hat sich verändert.

00:55:26: Aber wenn es die gelingten Organisationen zu kultivieren, die immer auf den Kunden guckt Dann kriegt jeder mit, wenn der Kunde sich verändert.

00:55:34: Da muss keiner mehr sagen wir müssen uns verändern weil der Künde sich verändert hat sondern dann sagen die Menschen, guck mal was können wir denn anders machen?

00:55:40: Schon beginnt die Transformation von alleine.

00:55:43: Wir haben ja vorhin Digitalisierung so ein bisschen metaphysisch definiert also als Veränderungsfähigkeit.

00:55:47: das hast du auch gerade nochmal aufgegriffen.

00:55:49: Wie kriegst du das denn aber trotzdem hin diese Bereitschaft den Blick auf den Kunden den Veränderungen zu generieren Wenn sich digitalisierung aka Veränderungsbereitschaft auch immer so ausspielt, dass du hast Gewinner und Verlierer.

00:56:02: Du hast ja auch Widerstände.

00:56:03: Das ist sozusagen auch ein politischer CSF.

00:56:04: Wer

00:56:05: ist der Verliererin?

00:56:06: Na, Veränderung bedeutet immer jemanden da auch irgendwie sich selbst verändern ist immer Schmerz auch.

00:56:11: Ja gut ich meine es.

00:56:11: im Prinzip gilt wer sich nicht verändern möchte wird verändert.

00:56:14: ne wenn ihr so wisst dein ganzes Leben ist Veränderungen

00:56:17: Ja, aber sagt sich leicht jetzt.

00:56:19: Im Elfenbeinturm?

00:56:20: Aber an der Front bei euch im Laden, wenn die Mitarbeiter auf immer Sachen anders machen müssen weil man erkannt hat dass manche Prozesse sozusagen in dieser Richtung mehr Sinn machen da regt sich doch garantiert regelmäßig Widerstand über Dinge.

00:56:31: Es regt es sich dann wieder Stand Joel Wenn ich angewiesen werde das zu machen den Sinn nicht darin sehe.

00:56:37: Okay, also deine Antwort darauf ist Aufklärung quasi und Transparenz?

00:56:40: Unbedingt

00:56:40: ja.

00:56:41: Transparent zusammenhängig herstellen es ist leicht gesagt und nicht so leicht getan.

00:56:45: aber der Anspruch muss es sein dass wir die Dinge immer so machen das Menschen verstehen was die Zusammenhänge sind.

00:56:51: Und wenn wir sagen jetzt müssen wir uns um etwas bemühen Es nicht so ist weil einer im Unternehmen gesagt hat ich will das jetzt Sondern weil der Mensch versteht Ja darum müssen wir es jetzt bemühe weil sonst kommen wir in Schwierigkeiten.

00:57:04: Ich fand zwei Fragen aus unserer Gruppe sehr, sehr schön.

00:57:06: Die kann ich dir sogar fast mal direkt vorlesen weil die muss man fast so wiedergeben und ich glaube es zahlt genau auf dieses Thema ein.

00:57:11: das erste war DM ist das erste Put People First Unternehmen also ein Unternehmen dass den Mensch an erster Stelle stellt in dem Fall den Mitarbeiter.

00:57:18: bei Walmart welches mit ähnlichen Konzepten groß geworden ist ist die Zentrierung des Menschen nach dem Abgang des Gründers verloren gegangen.

00:57:24: Wie kannst du garantieren dass das bei dm nicht passiert?

00:57:27: Garantieren kann man im Leben grundsätzlich nichts.

00:57:29: aber die Frage ist wie denken wir einen Unternehmen?

00:57:33: Die grundsätzliche Frage ist, Ist das Unternehmen für die Kunden da oder sind die Kunden fürs Unternehmen?

00:57:41: Sind die Mitarbeiter fürs Unternehmen da oder ist es Unternehmen für den Mitarbeiter.

00:57:45: Sind die Eigentümer fürs Unternehmen oder ist das Unternehmer für die Eientümer da?

00:57:49: Diese Fragen müssen immer wieder lebendig sein!

00:57:53: Solange das bewegt wird in dem Unternehmen, wenn wir nie eine Vereinseitigung kommen.

00:57:56: Und wenn wir sagen People First, Unternehmen letzten Endes sind immer Menschen da gibt es natürlich noch die Assets aber das macht nicht des Unternehmens aus und schon gar nicht.

00:58:04: die Besonderheit war selbst Patente laufen irgendwann ab.

00:58:08: also ist immer die Menschen im Unternehmen und Es ist immer der Riesen herausforderungen in einer Organisation Die Balance zu finden zwischen den Interessen des Einzelnen und den Notwendigkeiten der Gemeinschaft.

00:58:18: Was ein Herausforderung?

00:58:19: Ja, das ist

00:58:20: sehr spannend.

00:58:22: Da sind wir

00:58:24: wieder auf unserer metaphysischen Ebene.

00:58:25: Ja, da kommen

00:58:26: wir immer wieder hin.

00:58:28: Zweite Frage, die fand ich sehr sympathiert war in welchen Punkten sind dein Vater und du grundsätzlich anderer Meinung?

00:58:34: Das ist eine Frage, dass ich mir noch gar nicht gestellt habe ehrlich gesagt.

00:58:39: Also könnte ich jetzt spontan gar nicht sagen wo wir grundsätzliche andere Meinungen sind.

00:58:44: also so hab ich auch zum Beispiel meine Ehe noch nie geguckt.

00:58:46: Ich

00:58:49: habe mir ehrlich gesagt, als du mich angesprochen hast, ob wir das Podcast führen.

00:58:53: Habe ich mir auch nicht gefragt, wo sind wir grundsätzlich anderer Meinung?

00:58:55: Sondern was verbindet uns?

00:58:57: So schaue ich auf die Dinge drauf und deswegen bewege ich mich.

00:59:00: Sonst würde ich anfangen, mich einzukraben.

00:59:02: Das ist nie gut!

00:59:03: Erste Weltkrieg ehrt sich gerade zum hundertsten Mal das Ende.

00:59:07: Grabenkämpfe sind nie gut.

00:59:09: Schönes Bild.

00:59:10: Was auch oft kam als Frage war natürlich dass dein Vater ja sehr starker Verfechter vom bedingungslosen Grundeinkommen ist

00:59:16: setze ich dafür ein.

00:59:17: Ob das auch was ist, was du ähnlich konnotierst wie deine Einschätzung davon ist?

00:59:21: Bist Du da auch Verfechter?

00:59:22: Was ist da Deine Haltung zu?

00:59:23: Also

00:59:24: Ich halte es für eine ganz wesentliche Weiterentwicklung der Frage welcher Rahmenbedingungen es braucht damit wir auch in den Zeiten die auf uns zukommen weiterhin als Gesellschaft über uns hinaus wachsen können unbedingt!

00:59:36: Ich glaube dass des bedingungslose Grundeinkommens einen Paradigmenwechsel ist in der Art Wie Wir Auf Gesellschaft Schauen Die Uns ermöglichen wird, in den Zeiten die auf uns zukommen wirklich die Chancen zu ergreifen und nicht daran als Gesellschaftsindipolarisierung ins Chaos rutschen.

00:59:51: Unbedingt!

00:59:52: Na was man ja da anschließen kann ist, war auch eine Frage die irgendwie an mich herangetragen wurde.

00:59:57: Gibt es Rollen bei euch im Unternehmen von denen du denkst dass sie in der Zukunft durch Maschinen gemacht werden?

01:00:02: Was sozusagen Menschen durch Maschen ersetzt werden und was tut das mit so einer Organisation?

01:00:07: wie planst du mit sowas umzugehen?

01:00:08: Also Menschen werden nicht durch Maschinensetz tätig sein werden von Menschen ersetzt.

01:00:13: Das hat's aber schon immer gegeben wenn du mal ein Idei denkst Electronic Data Interchange, also die ganze Rechnungsstellung, die ja früher per Post gekommen ist und dann erfasst werden musste.

01:00:24: Das geht heute alles ohne dass da noch jemand in die Speichen greifen muss.

01:00:27: Kann man sagen diese Tätigkeiten sind durch Menschen ersetzt worden?

01:00:30: Und ich muss sagen zum Glück sind sie ersetzt geworden!

01:00:32: Die Menschen wären nicht, sondern die Tätigkeit wäre ersetzt und die Menschen, die diese Tädigkeiten davor ausgeführt haben können ja andere Tätigten danach einbringen.

01:00:39: Deswegen ist doch die Frage gelingt es einer Organisation die Fähigkeiten, die in den Menschen schlummern Ausdruck bringen zu lassen, durch die Art und Weise wie ihnen die Möglichkeit gegeben werden sich einzubringen.

01:00:54: Darum geht es!

01:00:56: Zwei abschließende Frage noch wir erlauben uns zum Schluss hin war so ein bisschen in so ganz vielfältige Themen und ein bisschen oberflächlich abzudriften.

01:01:03: eine frage die kam und ich finde ist ne schöne brücke zudem jetzt auch gerade war über dich persönlich.

01:01:09: Wie ist denn eigentlich so dein Tagesablauf?

01:01:11: Wir sind für dich Mentoren.

01:01:13: Wie lernst du, weil das was du alles erzählst hat ja irgendwie eine sehr breite Weisheit.

01:01:17: also ich kann mir vorstellen ganz viel sind so stets ich denke mir sofort Kamingespräch mit deinem Vater über die alten Zeiten und wie er sozusagen Organisationen... Ich

01:01:24: bin da mit ihm aufgewachsen!

01:01:26: Ganz viel ist aber vielleicht auch umherangelesen, ganz viel ist auch irgendwie in guten Bildungseinrichtungen.

01:01:30: Also wie tigst du als Mensch?

01:01:31: Wie muss man sich deinen Tag vorstellen, dein Lernen und dein Mentoring?

01:01:35: Ich glaube ich bin relativ interessierter Menschen.

01:01:37: Also ich lese unter mich viel, ich höre und stelle viele Fragen.

01:01:42: Mir wird gesagt, dass ich als kleines Kind schon so viele Fragen gestellt habe das ab und zu meinem Vater die Rutschende hochgegangen ist.

01:01:47: da kann ich mich sogar noch daran erinnern.

01:01:48: also immer fragen stellen und wissbegierig sein das versuche ich mir zu erhalten.

01:01:52: Das ist natürlich, wenn man in der Verantwortung steht einfach sich klar zu machen.

01:01:55: es kommt nicht drauf an die richtigen Antworten zu geben.

01:01:57: Es kommt darauf an die richtige Fragen zu stellen weil die Antworten von den Menschen letzten Endes nur gegeben werden können, weil dir die Zusammenhänge im Einzelnen kennen, die ich ja in der ganzen Vielfalt so nicht kenne.

01:02:06: Das ist das eine und das andere ist zu wissen dass die absolute Wahrheit, die uns als Menschen vorenthalten.

01:02:13: Aber wenn wir alle zusammenarbeiten und uns unterschiedlichen Blickwinkel explizit machen, also darüber sprechen sich zusammenbringen.

01:02:19: Dann können wir uns der Wahrheit nähern.

01:02:21: Und das bedeutet es möglich darum geht zu verstehen was die Leute sagen und was sie denken weil auch das hilft uns an bessere Lösungen eher heranzukommen.

01:02:30: Also den anderen wirklich wertschätzen und wirklich gucken dass man da mit dem Motivs Leben geht und somit versucht den richtigen Weg zu finden.

01:02:37: Mein Tag letzten Endes sieht jeden Tag anders aus.

01:02:42: Aber es beginnt mit Aufstehen morgens natürlich.

01:02:44: Es ist relativ durchgetaktet, meine Assistentin macht die Termine und hat da auf freier Hand.

01:02:50: dann versuche ich in jedem Termin den ich habe den Menschen gerecht zu werden mit denen ich zu tun habe.

01:02:54: also jetzt ja die letzten anderthalb Stunden die wir hatten wirklich versuchen auch hier für dich da zu sein und nicht über andere Sachen zu denken die jetzt mit unserem Termin hier gerade nichts zu tun haben.

01:03:01: Da ist sie gelogen.

01:03:03: Hast du Mentoren?

01:03:05: Ich lese viel Zeitung.

01:03:07: Ich habe einen Tag drei Zeitungen, die ich versuche wirklich auch zu lesen und plus die Fachzeitung, die kommt.

01:03:12: Wenn ich im Auto unterwegs bin höre ich viele Podcasts.

01:03:15: Im Moment finde ich es politisch natürlich auch sehr interessant Steinkarts Morning Briefing, was ja durchaus polarisierend manchmal aber es geht ja drum einfach eine perspektive Gänge drum über.

01:03:23: das ist richtig findet oder nicht So eine Perspektive.

01:03:25: Und dann bin ich zurück, denke ich ja klar von einer Art Sprenger mit Mythos Motivation und alles was er geschrieben hat.

01:03:31: das war unheimlich lehrreich auch so ein Glasel mit Konflikten.

01:03:35: Unheimlich interessant habe mich auch lange mit Rudolf Steiner beschäftigt.

01:03:38: die ganzen Dinge die er zu der Frage was ist hinter dem Sinnfälligen Philosophie der Freiheit die er geschrieben hatte Unheimlich gut behandelt, da drin die Frage von Kreativität.

01:03:46: Wie komme ich zu Ideen?

01:03:48: Ich hatte auch das Glück, glaube ich in meiner beruflichen Laufbahn, bevor ich zur DM gekommen bin, dass sich in den Unternehmen... Ich war ja im Ausland tätig was unheimlich geholfen hat weil da hat Werner und DM einfach war unbekannt ist mir aber... Ich hatte immer das Glück dass ich ihn der Organisation einen Menschen für mich interessiert haben, zu denen ich gehen konnte wenn ich wieder etwas überhaupt nicht verstanden habe oder richtig bescheuert fand, die mir geholften haben den Zusammenhang wieder zu verstehen.

01:04:11: Da muss man auch ein bisschen klick haben und da hatte ich das Glück.

01:04:13: Und dann ist es schon so, dass ich mit meinem Vater viele Dinge besprochen habe nicht zuletzt die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens einfach mal auf die Gesellschaft anders zu gucken.

01:04:23: Letzte

01:04:23: Frage mein persönliches Passionsthema wir hatten einen Podcast zum Thema Kreislaufwirtschaft sprich Recycling Plastik usw.

01:04:30: macht ihr euch bei DM über sowas Gedanken?

01:04:32: Weil wenn ich immer durch

01:04:33: eine

01:04:33: Drogerie gehe mich schmerzt ja diese ganzen Einwegartikel Shampoo Dosen usw.. Könnt ihr euch so was vorstellen?

01:04:41: Oder gibt es Konzepte bei euch, wie sowas aussehen könnte von irgendwie nachvollpackungen über Fand auf irgendwie Deos und so weiter.

01:04:50: Gibt's so etwas bei euch?

01:04:52: Also in Österreich wirds gerade wieder getestet, Apfelstationen werden sie in der Vergangenheit auch schon... In der Vergange hat das nicht funktioniert muss man wirklich ehrlich sagen!

01:04:59: In Österreich ist The Jury still out.

01:05:01: also wir werden sehen ob sich durchsetzt.

01:05:04: Was unheimlich wichtig ist und worum uns jetzt auch kümmern ist dass wir uns darum bemühen Allianzen zu schmieden um die Schwierigkeiten, die wir heute haben bei der Verpackungsmüllproblematik und da wirklich weiterzukommen.

01:05:16: Und ein ganz großer Komponente vom Verpackungsmüll ist ja Plastik.

01:05:20: Dass wir in eine Recyclingwirtschaft einschwingen können wo Verpackungen so aufbereitet wird dass es wieder in der Produktion verwendet werden kann und zwar ohne Kompromisse zu machen bei der Produktqualität.

01:05:32: das hat auch was mit Haltbarkeit zu tun.

01:05:35: Da können wir beobachten, dass das Problem bisher gewesen ist die Hersteller nicht auf Reziklade gesetzt haben, weil sie gesagt haben es gibt kein geschaltes Angebot.

01:05:44: Es gibt keinen Angebot in der Menge, die es in der Möglichkeit hätte auch wirklich ihre Produktion darauf zu planen.

01:05:50: und seitens der Recyclingwirtschaft wurde gesagt Die Nachfrage ist nicht da dass wir in die entsprechenden Sortieranlagen auch investieren um die Qualität herstellen zu können.

01:05:58: Und da hat jetzt der M-Tongeriemarkt auch mein Kollege Sebastian Bayer aus Marketingbeschaffung ist da jetzt wirklich dran mit dem Rezikatforum Mit den großen Herstellern zusammenzuarbeiten, um verbindliche Standards festzulegen und dann der Recycling-Wirtschaft wiederum die Abnahmesicherheit zu geben damit sie auch in die entsprechenden Kapazitäten investieren.

01:06:16: Ja,

01:06:16: bin ich immer guter Dinge.

01:06:17: Freut mich ja das so erst mal irgendwie... Da haben

01:06:20: wir auch eine gesellschaftliche Verantwortung, keine Frage.

01:06:22: Und man muss auch sagen wenn wir uns da als Marktteilnehmer nicht drum bemühen wird der Gesetzgeber irgendwann kommen und wird halt irgendeine gesetzgeberische Rahmenbedingungen schaffen die dann vielleicht nicht die Beste sein wird.

01:06:32: deswegen Wir sind ja als Akteure der Wirtschaft wirklich auch aufgerufen uns Gedanken zu machen und wir leben auch wenn man mit den Herstellern spricht.

01:06:38: Die machen sich da auch große Gedanken aber man muss halt zusammenarbeiten damit man diese Netzwerkeffekte bekommt weil nur dann geht es los.

01:06:44: also die Initiale Zündung ist das große Problem.

01:06:46: Aber da sind wir dran.

01:06:48: Liebe Christoph, das war ein sehr spaßiges Gespräch.

01:06:50: Ich habe mir viel Spaß gemacht, da ruhig mal auf solche Schienen hitziger zu diskutieren.

01:06:53: Ähnlich macht das jemand.

01:06:54: Die meisten Leute ergeben sich nur den Fragen und gefällt mir gut.

01:06:57: Hat mir viel Spass gemacht und drückt euch ganz fest die Daumen bei soviel Verantwortung.

01:07:01: Kann man euch ja nur Glück wünschen auch!

01:07:03: Wir setzen das bestimmt mal fort.

01:07:05: Gerne, vielen Dank für die Zeit.

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