Direct Listings – spannende Alternative zum klassischen Börsengang | #Börsengang 📈

Shownotes

EXPERTENGESPRÄCH | In der heutigen Folgen unserer Podcastreihe „Road to IPO“ spricht Joel mit den Kapitalmarktexperten Jasper Lembke von der Deutschen Börse AG und Thomas Thurner von Morgan Stanley über Direct Listings, die Alternative zum klassischen Börsengang. Wir werden nachvollziehen, was das genau ist und was Unternehmen dabei beachten sollten. Du erfährst... ...was genau ein Direct (Public) Listing ...warum für ein Unternehmen ein Direct (Public) Listing in Frage kommt ...welche Rolle Banken in dem Prozess einnehmen ...welche Voraussetzungen ein Unternehmen erfüllen muss ...mit welchem Aufwand (Zeit, Kosten, Vorbereitung usw.) ein Unternehmen rechnen muss ➡️ Du konntest dir keine Notizen machen? Unser [digital kompakt+ Newsletter](newsletter.digitalkompakt.de) fasst dir für jede Folge die wichtigsten Punkte zusammen Diese Episode dreht sich schwerpunktmäßig um Börsengänge: Unsicher auf dem Börsenparkett? Nicht mit uns! Gemeinsam mit unterschiedlichen Expert:innen der Deutschen Börse spricht Joel regelmäßig über alles rund um die Themen Börse, Börsengang und späte Finanzierungsphase (pre IPO). __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Joel Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt 👤 Thomas Thurner, 👤 Jasper Lembke, __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 [Übersicht](https://www.digitalkompakt.de/sponsoren/) aller Sponsoren __________________________ ||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema (00:04:19) At a glance: Public Listing (00:11:29) Flexibilität und Liquidität: Vorteile Public Listing (00:18:30) Public Listing in den U.S.A. (00:28:03) Vorausetzungen, die ein Unternehmen erfüllen muss (00:37:34) Partner beim Public Listing (00:42:56) Blick nach vorn: Trends und die Zukunft __________________________ ||||| WIR ||||| 💛 [Mehr](https://lnk.to/dkompakt) tolle Sachen von uns  👥 Wir von digital kompakt streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Road to IPO Podcast von die Gitarre Kompakt.

00:00:12: Mein Name ist Joel Katzmarek, heute geht es um was brandneues nämlich um Direct Public Listings!

00:00:18: Das haben vielleicht einige von euch noch gar nicht gehört, das ist aber eine super spannende Alternative zur regulären Börsengänge und wir wollen heute nachvollziehen was das genau ist, was für namhafte Beispiele gibt's dafür eigentlich schon?

00:00:27: Wann kommt das für mich als Firma in Frage?

00:00:29: und einiges

00:00:30: mehr?!

00:00:30: So, und da bilden wir heute ein Triumvirat.

00:00:33: Neben mir ist nämlich noch der Thomas Thona da.

00:00:35: Der stellt sich natürlich auch gleich vor.

00:00:36: von Morgan Stanley kennt ihr.

00:00:38: Superbekannte und erfolgreiche US Investment Bank.

00:00:40: Und Jasper Lemke.

00:00:42: Der ist Sündikus Rechtsanwalt bei der Deutschen Börse.

00:00:46: Jasper schreibt man Sündicus dann eigentlich mit Y oder mit Ü?

00:00:48: Mit Y ja!

00:00:49: Okay hast du nicht verstanden den Witz war?

00:00:53: Nein, Spaß beiseite.

00:00:54: Wir fangen mal mit dir an lieber Jasper weil wir ja auch.

00:00:56: die Deutsche Börse ist ja unser Partner bei diesem Format.

00:00:58: schön dass du da bist.

00:00:59: stelle dich doch mal ganz kurz vor sag was du machst was es eigentlich ein Syndikusrechtsanwalt und dann tauchen wir mal straight ein.

00:01:05: Ja, Syndikus-Rechtsanwalt ist natürlich klassischerweise ein Rechtsanwaltung im Unternehmen.

00:01:09: Der das Unternehmen bei allen rechtlichen Fragestellungen berät.

00:01:13: Das macht bei uns in der Börse die Rechtsabteilung und die Syndikusanwälte in den Rechtsabteilungen, die heißen dann nochmal besonders die heiße Legal Council.

00:01:20: Ich bin im Prinzip Syndikussanwhalt in einem Business Bereich, in dem Geschäftsbereich Listing & Issue Services.

00:01:26: Listing ist der Bereich, an dem Wertpapiere zugelassen werden erstmalig zur Börse oder fortwährend.

00:01:32: Also der ganze administrative Bereich bei dem ein IPO dann an die Rampe geschoben wird.

00:01:37: und Issua Services ist ein Bereich bei uns, der sich im Vorfeld von Börsengängen mit Unternehmen kontaktiert zusammenschließt den Börsengang auch mal pitscht und erklärt, was bei einem Börsengang bringt.

00:01:48: Welche Vorteile er fürs Unternehmen hat?

00:01:50: Und ob die Überlegung an die Börse zu gehen für das Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt kommt oder nicht.

00:01:54: Also da sind wir sehr stark im Vorfeld mit Unternehmen in Kontakt.

00:01:57: Gut!

00:01:58: Und liebe Hörer ich kann euch schonmal flüstern Jasper ist in seiner Position als jemand der noch für sein Alter relativ jung ist also für diese Stelle.

00:02:04: Das heißt Ich kann euch verraten Er ist ein richtig guter und gleiches trifft auch auf den Thomas zu.

00:02:08: Thomas erzähle mir ganz kurz wer bist du?

00:02:09: Was machst Du?

00:02:10: Wie kommt man zu einer bösen Investmentbank bis ihr ein guter wirst dir das schon ausgesucht haben?

00:02:14: erzähl mal etwas über dich Um es vielleicht in einem Satz darzustellen, damit Jasper die Börsenkandidaten auch ans Börsenspaket schieben kann.

00:02:22: Braucht natürlich eine gewisse Vorarbeit und das ist meine Rolle beim Morgen Stanley.

00:02:26: Ich leite bei der amerikanischen Bank im Wesentlichen das Thema Kapitalmarkt für den deutschsprachigen Bereich Und einen Hauptaugenmerk ist natürlich Unternehmen an die Börse zu bringen, entweder durch einen klassischen IPO oder alternativ durch Direct Listings dem Thema über das wir heute sprechen werden.

00:02:42: Ich mache das seit mittlerweile circa zwanzig Jahren in der Zeit noch in London passiert und wir sind eine globale Investmentbank, die versucht wirklich globales Kapital für unsere Kunden herbeizufassen.

00:02:52: ob es gut oder böse ist.

00:02:53: Das müssen andere entscheiden.

00:02:54: Wir haben in den letzten Jahren immer wieder auch die Aufgabe gehabt mit einigen der größten deutschen Unternehmens zu arbeiten, die sehr schnell wachsen und das macht den Job natürlich super spannend.

00:03:03: Ja, ich meine Spaß beiseite ernst kommen raus.

00:03:05: Ich mache ja immer gerne mal Späßchen über Investmentbänke und Überberater aber muss natürlich sagen die Leute, die bei euch arbeiten das sind natürlich also wirkliche Raketen ne?

00:03:12: Und wenn du mir jetzt gerade sagst, du bist neununddreißig glaube ich ne?

00:03:14: Genau!

00:03:15: Wenn du sagst du machst seit zwanzig Jahren dann hast mit neunzehn angefangen.

00:03:17: Also da bist du aber echt sportlich dabei.

00:03:19: also Respekt liebe Hörer.

00:03:20: ihr merkt hier nur die besten für euch vor dem Mikrofon.

00:03:23: und kommen wir zum eigentlichen Thema Direct Public Listings.

00:03:25: können wir mal straight beginnen.

00:03:26: was genau ist eigentlich ein direct public listing und was sind vielleicht die unterschied zu einem regulären Börsengang?

00:03:30: Vielleicht fange ich mal an.

00:03:31: Also das Direct Listing ist eine relativ neue, aber sehr spannende Alternative zu einem klassischen Börsengang oder im englischen Initial Public Offering und seit vor allem in letzter Zeit sehr schnell wachsenden Gesellschaften im Technologiebereich geholfen rasch an die Börse zu kommen und anderem auch bessere Terms & Conditions, bessere Bewertung zu bekommen wie es in einem normalen IPO funktioniert hätte.

00:03:53: Aus Sicht der Banken und Investoren Willkommene Innovationen in die Art wie Börsengänge durchgeführt wurden, hat sich gefühlt und in den letzten fünfzig Jahren kaum verändert.

00:04:02: Sehr viel von diesen Prozessen des klassischen IPO sind rechtlich getrieben aber es ist wichtig zu sagen dass sich die Geschäftsmodelle, die Wachstumsgeschwindigkeit der Zugang zur Kapital- und zur Kapitallintensität der möglichen Börsenasperanten sehr wohl über die Jahre geändert hat und dementsprechend hat man hier versucht ein neues Format aufzubauen.

00:04:20: Das Wichtigste aus meiner Sicht, das sollten wir gleich am Anfang erwähnen.

00:04:23: Dass im Kern beide Prozesse also klassischer Börsengang aber auch die alternative Direct Listing das gleiche Ziel haben.

00:04:30: ein privat gehaltenes Unternehmen wird an einer Börse zum öffentlichen Handel eingeführt und gelistet und dabei ändert sich auch die Eigentümer Struktur.

00:04:38: ursprünglich hält man normalerweise in einem privaten Unternehmen die Gesellschaft an einer Hand von kleinen Investoren Und dieser Investorenkreis soll sich durch einen Börsengang vergrößern und somit auch die Möglichkeit weiteres Kapital aufzunehmen.

00:04:55: Und dieses Vergrößer des Aktionärskreises basiert dadurch, dass man institutionellen Investoren die Möglichkeit gibt mitzumachen wie zum Beispiel große Investmentfonds oder Pensionskassen aber auch natürlich wichtig Kleinanleger, die sich mit dem Produkt Aktien auseinandersetzen.

00:05:11: also der große Unterschied zwischen den zwei Modellen IPO gegenüber Direct Listing ist im Wesentlichen die Art und Weise, wie man an die Börse geht.

00:05:20: Viele der Marktteilnehmer sprechen bei einem Börsenlisting auch von einem IPO ohne dem O zum Schluss weil es rein rechtlich gesehen hierbei auch kein Offering gibt.

00:05:29: vielleicht noch ein weiterer Punkt in Direkt Listing werden die bestehenden Aktien gelistet Es wird allerdings keinen neues Kapital aufgenommen.

00:05:37: Und das andere Thema dass wir auch noch besprechen sollten ist die Tatsache dass die betreuenden Banken und auch zusätzliche Berater, die bei einem Direct Listing mitmachen eine leicht andere Funktion begleiten wie das bei einem klassischen IPO der Fall ist.

00:05:52: Weil es vor allem seitens der Banken kein verbindliches Underwriting oder eine Übernahme der Aktien gibt sondern in einem Direct-Listing wieder Name das auch schon sagt, die Aktien direkt von dem emittenten an Neuinvestoren weitergegeben werden.

00:06:06: Vielleicht auch noch ein kleiner Hinweis zum Thema Bewertung und Verkaufspreis, da wird natürlich immer sehr genau hingeschaut.

00:06:13: Man möchte natürlich das Unternehmen und das abgebende Aktionär die bestmögliche Bewertungen bekommen.

00:06:18: Die Preisermittlung in einem Direct Listing sieht anders aus als bei einem normalen IPO.

00:06:23: Beim Direct Listings ist es wirklich möglich dass die freien Marktkräfte nämlich Angebot und Nachfrage miteinander wirken, um den bestmöglichen Preis komplett fair für das Unternehmen zu bekommen.

00:06:34: Bei einem klassischen IPO hat man normalerweise ein mehrwöchiges formelles Bookbuilding.

00:06:40: Das ist ein Prozess der Vor- und Nachteile hat und dementsprechend sieht es etwas anders aus als beim Direct Listing wo wirklich Angebote und Nachfrage den besten Preis stellen.

00:06:49: Darf ich dir das hier so mal ein bisschen vertief nachfragen, damit auch die langsamen Denker wie ich das verstehen?

00:06:53: Also wenn du sagst des O bei IPO wird gestrichen heißt also beim Direct Listing man nimmt diesen ganzen Angebotsprozess dieses was Du auch gerade mit dem Bugbuilding beschrieben hast sozusagen der wird eigentlich stark heruntergefahren sondern man bietet quasi direkt an.

00:07:04: Habe ich das so richtig verstanden?

00:07:05: Es ist richtig dass der Prozess kürzer und komprimierte erfolgt.

00:07:10: im unterwesentliche Unterschied ist tatsächlich dass es zu keinem rechtlichen Angebot der neuen Aktien an neue Investoren kommt, sondern dass man einfach bestehende Aktien die bis dato im privater Hand gehalten werden zum öffentlichen Trading am ersten Handelstag zulässt und dann erst Neuinvestoren reinkommen.

00:07:28: Anstatt im Vorfeld in einem langen Prozess die Aktien

00:07:31: anzubieten.".

00:07:32: Okay ich meine vielleicht könnt ihr beiden ja sonst auch mal so ein paar namhafte Beispiele aus der Vergangenheit nennen also gerne auch weltweit?

00:07:37: Dann kriegt man glaube ich nochmal ein besseres Gefühl dafür wie das genau funktioniert und auch mal ein paar Beispile im Kopf von Unternehmen.

00:07:42: Absolut, das sehr gerne.

00:07:43: Es gibt da natürlich im Moment hohe Medieninteresse generell an dem Thema Börsengänge und viele der Venture Capital Funds verwenden in Börsengang auch als Exitmöglichkeit.

00:07:52: Man muss fairerweise aber dazu sagen dass wir gerade beim Thema Direct Listings noch gerade am Anfang stehen und mögliche Trends und möglichen Pfade die wir in den nächsten Jahren erwarten zwar theoretisch im Detail diskutiert werden.

00:08:04: aber wenn du uns nach konkreten Beispiel für Europa fragst gibts da relativ wenige große Beispiele.

00:08:11: ein Blick Nach Amerika erleichtert uns die Übung allerdings.

00:08:14: In Amerika haben wir zwei sehr prominente und erfolgreiche Direct Listings, das ist morgens dann libetreut.

00:08:19: Das eine war das Direct Listing für den Musikanbieter Spotify der im April two-tausendachzehn Wir Direkt Listing in Amerika an die Börse ging Und das zweite Fall Beispiel dass er bekannt ist ist der Software Anbiete Software Platform Slack Die sind im Juni Zwei tausend neunzehnt mittels Direkt Listen herausgekommen.

00:08:36: In diesem Korridor sozusagen haben wir natürlich eine Reihe von weiteren möglichen Aspiranten, die sich das Produkt genau ansehen und diese zwei Dark Listings haben sowohl für die Gesellschaften als auch für neue Aktionäre gut funktioniert.

00:08:49: Und dienen immer wieder in der Medien so ein bisschen als Flagship Models.

00:08:53: Jasper du bist ansonsten der deutsche Experte, fallen dir vielleicht noch auch paar deutsche Beispiele halten?

00:08:57: Noch wenn sie nicht ganz so groß sind oder sogar europäische...

00:09:00: Ja, also ich vielleicht noch mal.

00:09:02: anschließend an Spotify.

00:09:03: Spotify hat natürlich auch in Europa eine große Beachtung gefunden weil es einer der prominenten Direct Listing Börsengänge war und Spotify auch bei uns in Europa handelbar ist.

00:09:13: Also nicht nur über die amerikanischen Börsen kann man diesen die Aktien dieses Unternehmens kaufen sondern die werden auch auf Xetra gehandelt über Sekundärlisting.

00:09:20: Und jetzt ist bei diesen Sekundäer listings immer so dass wir natürlich sechs Stunden den Amerikanern voraus sind.

00:09:27: Das heißt, wenn die dann ihre Börseneröffnung haben, da sind wir schon am spät Nachmittag und wir wollen natürlich so einen Wert gerne noch am gleichen Tag bei uns handelbar machen.

00:09:36: Bei dem normalen IPSO ist es so, dass man relativ schnell den ersten Preis hat aufgrund der Book-Bildingphase.

00:09:41: Bei Spotify musste man doch eine Zeit lang warten weil eben die Handelsaufnahme stattfindet und bis dann wirklich das Orderbuch voll ist und der erste Preis gemacht wird durch Angebote und Nachfrage bestimmt wie Herr Thuner gesagt hat dauerts ein bisschen.

00:09:52: Und so saßen wir in Frankfurt ziemlich auf glühenden Kohlen und haben am spätnachmittag noch versucht, Spotty bei Fire handelbar zu machen.

00:09:59: also das war auch für uns wirklich ein spannender Zeitraum.

00:10:02: In Deutschland und Europa gibt es tatsächlich noch nicht so prominente Beispiele.

00:10:05: Wir haben trotz dessen Direct Listings, und zwar eine Vielzahl.

00:10:09: in der letzten Vergangenheit oder jüngeren Vergangenheiten hatten wir IQ International und FCR Immobilien kleinere Unternehmen die bei uns an die Börse gegangen sind, die auch nicht so ein Medienhype verursacht haben wie ich jetzt eine Slack- oder Spotify habe.

00:10:21: aber es zeigt sich dass die technischen und rechtlichen Möglichkeiten eigentlich bei uns schon vorhanden sind um auch diese Form des Börsengangs abzubilden.

00:10:29: Ich meine, vielleicht kann man ja trotzdem auch mal spezifizieren.

00:10:32: Warum kommt denn für ein Unternehmen überhaupt einen Direct Public Listing in Frage?

00:10:35: Ja also ich mein grundsätzlich aus den gleichen Gründen wie auch ein normales IPO an der Börse stattfindet.

00:10:41: Also es sind im Prinzip alle Vorteile die so einen Börsengang und die im Nachgang bestehende Öffentlichkeitswahrnehmung und Transparenz und soweit ihr das Unternehmen bietet Auch das kommt alles beim Direct Listing zu tragen.

00:10:51: Der ganz große entscheidende Knackpunkt der das Ganze unterscheidet ist dass es keine Kapitalaufnahme gibt.

00:10:57: Ein Unternehmen geht ja in der Regel an die Börse, um frisches Eigenkapital aufzunehmen und dieser Grund fällt im Prinzip beim Direct Listing weg.

00:11:05: Das heißt man sammelt kein neues Geld ein.

00:11:07: Alle anderen Vorteile, also ich bin dann irgendwann einen Börsen gelistetes Unternehmen kann Kapitalehöhungen durchführen mit diesen Kapitalerhöhung neues Geld einsammeln.

00:11:15: Ich kann bei Übernahmen oder Mitarbeiterbeteiligung, kann ich meine Aktien einsetzen als Währung.

00:11:22: Ich kann sie entweder als Akquisitionswährung nutzen oder ich kann sie eben benutzen um meinen Mitarbeiter im Unternehmen zu incentivieren.

00:11:29: Sie haben Unternehmens Erfolg zu beteiligen habe also quasi ein neues Mittel was sich zum Einsatz bringen kann.

00:11:34: Mein Bekanntheitsgrad als Unternehmen wird erheblich erhöht.

00:11:36: Die Öffentlichkeits-Wahrnehmungen von Börsen gelisteten Unternehmen ist nachweislich viel größer als von privaten Unternehmen.

00:11:42: Dann würde es auch erstmalig so sein dass man eine relativ genaue Unternehmensbewertung bekommt.

00:11:47: Man hat das natürlich vorbörslich auch.

00:11:49: anhand der Finanzierungsrunden, anhand dessen was Venture Capital oder Private Equity bereit sind für das Veranteile des Unternehems zu zahlen kann man natürlich schon austarieren, was das Unternehmen ungefähr wert ist.

00:12:00: aber an der Börse hat man doch wirklich dann ein Abbild dessen, was die breite Masse meint was das unternehmen die einzelnen Aktien des Unternehens wert sind.

00:12:07: sobald man dann mal bei uns im regulierten Markt Im Prime Standard gelistet ist kann man in die Indizes aufgenommen werden.

00:12:14: Man kennt das aus den Medien, den S-DUX, dem MDUX.

00:12:16: Den DAX und den Tech-DAX sollte man es tatsächlich als Blue Chip Company oder Large Corporate in den DAX schaffen wird man zu einem der dreißig prominentesten Unternehmen in Deutschland.

00:12:26: ich glaube alle alle DAX Unternehmens sind hinreichend bekannt.

00:12:29: Das hilft beim Recruiting.

00:12:31: Ich will neue Mitarbeiter gewinnen Als kleines hidden Champion Mittelständlerunternehmen.

00:12:35: Es ist schwieriger Personal zu rekrutieren als DAX Konzern.

00:12:38: Ich glaube, das sind so die Vorteile, die schon immer bestehen, die beim Direct-Public Listing genauso fortbestehen.

00:12:44: Und dann kommt vielleicht jetzt noch – und das ist der Werbeblock Deutsche Börse – kommt noch dazu, dass wir natürlich auch rund um die gelisteten Unternehmen Services bieten und Angebote schaffen.

00:12:53: Wir veranstalten jährlich das Deutsche Eigenkapitalforum eine Konferenz, wo Unternehmen Analysten und Investoren treffen können.

00:13:00: Drei Tage lang findet das ganze Stadt zum Netzwerken eben und zum Attrahieren von Investoren.

00:13:05: Wir werden es diesjahr erstmalig virtuell durchführen?

00:13:08: Es wird also auch eine Premiere für uns in der Zukunft aber wieder als Präsenzveranstaltung.

00:13:11: Das Unternehmen bekommt ein Stock Report, das heißt an einer Analyse der Entwicklung seiner Aktien und welche Unternehmen oder welche Investoren in das Unternehmen investiert haben.

00:13:21: Und den Medienwert ist eben extrem erhöht wenn man am Tag des Direct Listings noch eine IPO-Zeremonie durchführt, Börsenplatz bei uns unten in Frankfurt, in der Innenstadt.

00:13:32: Die Glocke läutet und zum ersten Preis eben den ersten Preis ausrufen lässt.

00:13:36: da ist die mediale Aufmerksamkeit extrem hoch.

00:13:39: es ist natürlich in Zeiten von Covid-IX alles ein bisschen beschränkt weniger Teilnehmer am Börschen Platz.

00:13:43: aber das wird sich auch wieder ändern und dann wird man damit vielen seiner Mitarbeiter diesen ersten Preis feiern können und es wird eine TV und mediale Berichterstattung geben.

00:13:52: also das erhöht eben auch den Wert des Unternehmens maßgeblich den Medienwert.

00:13:56: Gut,

00:13:57: Thomas da ihr schon lives was begleitet habt zweimal auch die großen erfolgreichen gerade die du genannt hattest.

00:14:02: Wie würdest du denn nochmal zusammenfassen wann das für Unternehmen spannend ist um Direct Listing anzugehen?

00:14:06: Ich glaube ehrlich zu sein sind die Motive für das Direkt Listing wirklich unternehmensbeziehungs- unterschiedlich.

00:14:13: Der wesentliche Punkt ist allerdings die Tatsache, dass das Direct Listing ein hohes Maß an Flexibilität bietet.

00:14:19: Und wenn man sich das mal so ein bisschen überlegen kann, ein Beispiel, der sofort einfällt, das immer wieder auch hoch kommt, wenn man traditionelle IPOs bespricht, ist das Thema Verwässerung.

00:14:29: Das heißt mit dem Börsengang und einem traditionellen Börsengang wo neues Kapital aufgenommen wird haben altaktionäre das Problem, wenn sie nicht mitziehen bei der Transaktion dass ihre relative Unternehmensbeteiligung prozentuell schrumpft.

00:14:43: Das ist nicht unbedingt schön, vor allem auch aus rechtlicher Sicht führt das oftmals zu Problemen.

00:14:48: Beim Direct Listing sind wir hier flexibler.

00:14:50: es wird kein neues Kapital aufgenommen und dementsprechend ist das Thema Verwässerung auch kein Problem mit dem sie bestehende Aktionäre herumschlagen müssen.

00:14:58: Das zweite Thema sehr spannend, was wir auch erwähnen soll, Direct Listings für normale Weise zu höhere Liquidität in der Aktie.

00:15:06: Das Thema Liquidität ist spannend denn Viele große Investoren haben gewisse Mindestliquiditätsanforderungen in einer Aktie.

00:15:14: Je mehr, je öfter man eine Aktie im normalen Handel auch handeln kann, desto besser ist es aus Risikogesichtspunkten, destso besser ist das für die Preisfindung.

00:15:24: und beim Direct Listing ist es nun mal so dass bestehende aber auch neue Aktionäre sofort nach dem ersten Handelstag kaufen und verkaufen können und dementsprechend eine höhere Liquidität mittragen.

00:15:36: Das ist wichtig, sich das vor Augen zu halten.

00:15:38: In einem traditionellen IPO haben wir normalerweise Lock-up-Vereinbarungen oder Marktschutzvereinbarung, wo normalerweise in den ersten Hundert und Achtzig Tagen nach dem IPO keine Achze verkauft werden kann.

00:15:49: Und dass es natürlich schon relativ hart zum Beispiel für einen Bestehenaktionär der Jahre lang investiert war, der gerne ein bisschen Liquidität rausnehmen möchte, sein Portfolio ein bisschen verändern möchte, Hundert-Achzig Tage zu warten.

00:16:01: Direktrisiken dementsprechend beim Direct Listing könnte man sofort verkaufen.

00:16:06: Der dritte wichtige Punkt, ich habe es kurz auch schon erwähnt ist die Preisfindung anstatt eine fixe Anzahl von Aktien.

00:16:12: bei einem fixen Preisband anzubieten, wie es in dem klassischen Book-Bilding eines IPOs der Fall sein würde ist es so dass bei einem Direct Listing sowohl die Anzahl der Aktien als auch dieser Preis nicht vorgegeben wird sondern das sich alles erst im Markt danach also wenn die Aktie listet abspielt und dementsprechend hat man sowohl aufgrund der Größe als auf Grund des preises volle Flexibilität.

00:16:36: Manche von uns, wenn Sie erinnern.

00:16:37: Google hatte im Jahr schon mal versucht den IPO-Markt ermittels einer Online-Aktion zu ändern.

00:16:43: Damals war es aber so dass nur der Preis flexibel war nicht allerdings die Anzahl der Aktien oder die Größe die angeboten wurde und bei Slack und Spotify war das tatsächlich so dass beide Parameter komplett flexibel gewählt wurden.

00:16:55: Ein letzter wichtiger Punkt ist noch die Investorenvielfalt.

00:16:58: Jeder Investor kann bei einem Direct Listing so viele Aktien kaufen, wie er oder sie möchte nachdem es ja keine Restriktionen zur Vermarktung gibt und dementsprechend auch die Liquidität und die Anzahl der Investoren, die reinkommen höher ausfallen können als es bei einer normalen IPO-Default ist.

00:17:13: Vielleicht ganz zum Schluss noch ein Hinweis Es ist wirklich schwierig über alle Kandidaten hinweg zwei drei Parameter rauszuholen.

00:17:20: das Direct Listings Produkt ist super flexibel und deentsprechend muss man sich der Gesellschaft mit dem Management aber auch den alltaktionären Überliegen, was im speziellen Fall Sinn macht.

00:17:30: So und ich meine jetzt haben wir da die Vorteile schon mal rausgearbeitet und es ist ja irgendwie... Es erschließt sich ja sehr schnell warum das attraktiv ist.

00:17:35: Warum sind denn aber Direct Listings dann bislang nur in den USA eigentlich?

00:17:38: Von einer großer Relevanz mag man bei zwei großen ja fast gar nicht sagen, aber aufkommender Relevance.

00:17:42: Warum haben die in Deutschland noch keine oder welche haben sie hier zu landen?

00:17:46: Die Frage ist absolut fair.

00:17:47: Wir haben uns auch lange mit möglichen Antworten beschäftigt, ich glaube eine These sagt dass die Amerikaner uns traditionell zum Thema Innovation im Finanzmarkt noch eine Nasenlänge voraus sind.

00:17:58: das hat man über den letzten Jahrzehnte immer wieder gesehen.

00:18:00: der Kapitalmarkt in Amerika ist einfach sehr offen was Innovation betrifft und dementsprechend waren wir auch wenig verwundert dass die ersten Direct Listings in Amerika stattfinden.

00:18:09: Ich glaube, es hat auch etwas mit einer höheren Risikotoleranz der teilnehmenden Investoren zu tun.

00:18:14: Denn rein technisch bedingt wäre ein Direct Listing aus unserer Sicht in Deutschland schon jederzeit machbar!

00:18:20: Und dementsprechend auch nicht besonders innovativ, wenn man sich jetzt wirklich mal die Strukturen, die die deutsche Börse bereits vor langer Zeit aufgesetzt hat.

00:18:27: Aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen anschaut und es gab in der Vergangenheit auch im deutschen Markt immer wieder ähnliche Strukturen, die anderen Direct Listing erinnern.

00:18:36: normalerweise hatten wir das damals aber als die Risking Strategie zu einem klassischen IPO gemacht anstatt zu sagen Wir probieren jetzt mal was Neues!

00:18:44: Wir gehen jetzt mal richtig raus und versuchen hier innovativ zu sein.

00:18:47: Was die Struktur betrifft davon.

00:18:50: Erinnern Sie vielleicht auch einige, haben wir über die letzten Jahre Börsengänge von Yvonnec, Schäffler, Josts das sind drei Beispiele, die mir spontanen Einfallen gesehen, die auch ähnlich wie in einem Direct Listing zuerst mal eine kleinere Investorengruppe angesprochen haben um gelistet zu sein und dann erst im Laufe der Zeit ihren Streuprisitz und ihre Investorenpublikum vergrößert haben.

00:19:10: also um es kurz zusammenzufassen ist gibt immer wieder Hinweise auch im deutschen Markt die einen Direct Listings erinnern.

00:19:16: ich glaube nur von der Vermarktung her auch von der Medieninteresse her haben wir da noch keine großen Beispiele, wie es in Amerika der Fall ist.

00:19:23: Vielleicht noch ein Thema, das immer wieder hochkommt auch in meinem praktischen Gespräch mit möglichen Direct Listing aspiranten.

00:19:30: Da kommt immer ganz schnell das Thema erforderlicher Mindeststreubesitz hoch.

00:19:34: Es ist so dass wenn man bei einem Börsengang in Deutschland erfolgreich sein möchte es einem nahegelegt wird einen Indistreubesitz von etwa fünfundzwanzig Prozent zum Zeitpunkt des IPOs darzustellen.

00:19:46: dazu gibt's Ausnahmen.

00:19:47: Das können wir dann auch gleich nochmal besprechen.

00:19:49: allerdings ist es so dass bisher in Amerika die Streubesitze eher kleiner waren.

00:19:54: Im Schnitt sind Streubesitzen im amerikanischen Markt zwischen zehn und zwölf Prozent, also man geht zwar an einen Markt beginnt allerdings kleiner und das ist auch für den ein oder anderen Direct Listing Kandidaten natürlich sehr attraktiv und dementsprechend glaube ich muss man einfach diskutieren ob man diesen Mindeststreubesitz auch vor dem Hintergrund der Liquidität in irgendeiner Form anpassen kann bzw die Ausnahmen die es gibt praktisch darstellen können auch für kleinere Unternehmen.

00:20:19: Ein abschließender Punkt von meiner Seite noch ist das Thema Mittelzuflüsse beim Direct Listing.

00:20:25: Wir haben ja besprochen, durch das Direct Listings selbst kommt es nicht zu einer Kapitalaufnahme.

00:20:30: Das ist in Amerika, wenn man es mit Europa vergleicht meistens... kein Problem, denn viele der möglichen Direct Listing-Kandidaten aus amerikanischer Hand sind bereits sehr gut kapitalisiert.

00:20:42: Serious DEI und weitere Private Financing bekommen.

00:20:46: Der Venture Capital Markt ist auch weiter ausgeprägt als das was wir im Moment in Europa vorfinden.

00:20:50: Das ändert sich zum Glück auch Schritt für Schritt.

00:20:53: aber amerikanische Startups kommen natürlich mit sehr sehr gut capitalisierten Bilanzen an den Markt und dementsprechend traditionelle Nachteil des Direct Listings, dass kein neues Kapital aufgenommen wird.

00:21:03: Kein besonders schlimmer Punkt!

00:21:05: In Europa ist es natürlich immer wieder so.

00:21:06: auch in Deutschland wenn man an die Börse geht will man das auch gleich nutzen um ein neues Kapitel aufzusammeln und dieser Aspekt ist derzeit im Direct Listing noch nicht möglich.

00:21:15: Gut verstanden Jasper du bist ja live dabei.

00:21:18: wie siehst Du das?

00:21:18: Warum ist das bisher so ein US-Thema und kein deutsches?

00:21:20: Also ich glaube, dass die Beispiele, die wir jetzt in den USA gesehen haben, Slack und Spotify.

00:21:24: Dass das eben Unternehmen mit großer medialer Aufmerksamkeit sind.

00:21:27: Das heißt da kommen auch Retailer am ersten Handelstag und möchten gerne Aktien kaufen.

00:21:32: Eine Brand ist schon da und mit dieser Brand Awareness passt es dann zu diesem Direct Listing.

00:21:37: für weniger bekannte Unternehmen – und das ist in Deutschland bei vielen traditionellen Industrieunternehmen der Fall – ist es ein bisschen schwieriger diese Aufmerksamkeit zu generieren.

00:21:46: Es eignet sich daher schon irgendwie für Unternehmen mit einer gewissen medialen Präsenz.

00:21:50: Was Thomas ja schon gesagt hat, wir sehen so ein bisschen einen Aufstiegen Rise of the Private Markets.

00:21:56: Das heißt es geht mehr Geld in die privaten Märkte.

00:21:59: auch in Europa und Deutschland findet das vermehrt statt.

00:22:01: Das heisst jetzt in den letzten zehn Jahren, zwanzig Jahren vielleicht sehen wir schon dass auch Venture Capital in Deutschland funktioniert.

00:22:08: Private Equity ist stärker und die Unternehmen brauchen länger bis sie an die Börse gehen.

00:22:13: Das ist ein Trend, der zeichnet sich jetzt ab.

00:22:14: Der ist sicherlich noch nicht komplett erreicht aber das Direct Listing oder die vermehrte Auftreten von Direct Listings könnte hier eine Konsequenz aus dieser Entwicklung sein.

00:22:23: D.h.,

00:22:23: die Unternehmen bleiben länger private sind dann besser kapitalisiert und mit dieser besseren Kapitalisierung ist die Notkapital aufzunehmen nicht mehr so groß sondern man geht eben aus anderen Gründen an die Börse Und das könnte dazu führen dass wir auch in Deutschland oder Europa bald die ersten Prominenten Direct ListINGS haben werden.

00:22:40: Von der rechtlichen Seite es ist so beschritten sind, aber eben noch nicht ausgetreten.

00:22:45: Das heißt es ist noch nicht völlig komfortabel so ein Direct Listing in Deutschland durchzuführen.

00:22:49: Es gibt immer zwei Anknüpfungspunkte für das Prospekt-Erfordernis In Deutschland beim Börsengang entweder das öffentliche Angebot oder die Börsenzulassung.

00:22:57: Das heisst nur weil man aufs öffentlichen Angebot verzichtet kommt man nicht darum hin einen Prospekt zu schreiben was immer sehr zeit und kostenintensiv ist.

00:23:06: In unserem KMU-Wachstumssegment, das Segment für kleine und mittlere Unternehmen haben wir eine Möglichkeit schaffen können dass wenn kein öffentliches Angebot erfolgt und keine Kapitalaufnahme stattfindet man keinen Prospekt schreiben muss.

00:23:17: Man muss dann allerdings ein sogenanntes Einbeziehungsdokument schreiben, dessen inhaltliche Anforderungen von den Börsen festgelegt sind.

00:23:25: Dieses Dokument muss man nicht bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beliegen lassen.

00:23:29: Man kommt also um diesen aufwendigen Beliegungsprozess herum, sondern das wird von der Börse genehmigt.

00:23:33: Insofern auch jetzt schon für kleine und mittlere Unternehmen im Segment Scale ist das Direct Listing ein bisschen einfacher als im regulierten Markt Und ansonsten ist es sehr ähnlich zu dem normalen IPO.

00:23:44: Das heißt, ich brauche einen Mitantragsteller.

00:23:46: als Unternehmen muss sich mir also jemanden suchen der mich beim Börsengang begleitet, der mich nicht nur im Vorfeld berät sondern der auch diesen Antrag mit mir gemeinsam stellt.

00:23:54: und ich muss dann gewisse Kriterien erfüllen.

00:23:56: und da kommt eben auch der Sträubesitz oder Freefloat wie ja üblicherweise genannt wird ins Spiel.

00:24:01: und Thomas hatte die Problematik da schon so ein bisschen skizziert.

00:24:05: wenn ich natürlich im Vorfield eine Platzierung Vornehme.

00:24:08: Dann kann ich diesen Streubesitz, also Streubbesitz bedeutet meine Aktien sind auch in der Masse ein bisschen verteilt.

00:24:14: das kann nicht über so eine Bugbildung Platzierungsphase Kann ich das gut erreichen.

00:24:17: wenn ich diese Phase nicht habe dann muss sich in Europa vor dem ersten Handelstag einen Free Float von eigentlich twenty-fünf Prozent erreichen.

00:24:26: Das ist nicht so ganz leicht.

00:24:27: die Amerikaner haben da eine Ausnahmemöglichkeit dass dieser Streubsitz auch über den Handel erreicht werden kann.

00:24:33: Diese Ausnahmemöglichkeiten gibt es prinzipiell in Deutschland.

00:24:36: Die Geschäftsführungen der Börsen und auch unserer Börse können so eine Ausnahme gewähren, wenn sie davon überzeugt sind dass der Sträubesitz über den Börshändel Handel erreicht wird.

00:24:45: Und zu dieser Überzeugung zu gelangen ist vielleicht gar nicht so schwierig bei großen Prominentunternehmen das Risikos aber doch nicht ganz unerheblich.

00:24:52: Wenn es nämlich dazu käme, dass der sträubbesitz nicht erreicht würde dann müsste man theoretisch den Bösengang rückabwickeln und die Geschäfte die getätigt worden sind rück abwickeln.

00:25:01: Auf.

00:25:01: Angesichts dieses Risikos ist man da bisher so ein bisschen zurückhaltend zu sagen, okay es reicht uns wenn der Streubesitz über den Börsenhandel erreicht wird.

00:25:09: Das heißt zurzeit sind wir da das ist auch in ganz Europa valide.

00:25:12: sind wir dann noch so ein bißchen hinter den Amerikanern hinterher aus der regulatorischen Brille?

00:25:17: Ja, aber ich finde eure Ausführung gerade echt plastisch.

00:25:20: Weil da kriegt man mal ein Gefühl dafür was ihr eigentlich meintet welche Opportunity sich gerade bildt also gerade die Beispiele durch hattest mit Flicks oder Get Your Guide dass man quasi vorbörslich finanziert sehr stark gut kapitalisiert losgeht und dann gar nicht mehr diesen Exitdruck hat sozusagen für den Börsengang sondern den auch aus anderen Erwägungen sozusagen durchführen kann.

00:25:36: jetzt wird mich ja beschäftigen wenn ich jetzt irgendwie Tech Gründer mit fünfhundert Millionen Euro Finanzierung auf dem Konto wäre ob es denn noch weitere Voraussetzungen gibt die als Unternehmen erfüllen muss?

00:25:46: Das kommt darauf an.

00:25:47: Also zum einen will ich eine Zulassung im regulierten Markt?

00:25:51: oder will ich in einer Zulassung im Börsenreguliertenmarkt, also einem Freiverkehr ins Scale, das habe ich ja schon erwähnt unser Wachstumsegment.

00:25:57: Im reguliertem Markt?

00:25:58: klar, ich brauche meinen Mitantragssteller und mein Prospekt.

00:26:01: Mein Unternehmen muss über das hinaus drei Jahre existieren.

00:26:04: Also es muss eine gewisse Historie da sein, die durch rechtliche Existenz der Gesellschaft drei Jahre und drei Jahre Berichtshistorie nachgewiesen werden kann.

00:26:12: Ich muss meinen Streubesitz erreicht haben.

00:26:14: Meine Aktien, mein Aktienkapital muss ordnungsgemäß geschaffen und eingetragen sein Und meine Geschäfte müssen abwickelbar sein also die Börsengeschäfte.

00:26:22: Das bedeutet, dass die Wertpapiere, die man über die Börse kauft.

00:26:25: Dass sie auch lieferbar sein müssen.

00:26:27: Lieferbar in der heutigen Zeit bedeutet das eine Buchung in das Aktiendepot des jeweiligen Investors möglich ist.

00:26:34: Alles im Prinzip ausgetretene Pfade.

00:26:36: dafür gibt es die Clearstream.

00:26:38: Dafür gibt's die Banken, die die Depots haben.

00:26:40: all das ist Standardprozedere und wäre natürlich beim Direct Listing notwendig für den Börsenreguliertenmarkt, also für unser Segment Scale.

00:26:48: Da waren wir als Börse frei und waren auch ein bisschen schöpferisch tätig die Anforderungen an so einen Börsengang festzuzurrennen und zu legen.

00:26:55: Und wir haben da ein bisschen aus der Vergangenheit gelernt und haben gesehen, okay Unternehmen sollten eine gewisse Börserreife haben bevor sie an die Börsee gehen können.

00:27:02: das heißt Wir wollen nicht dass ganz kleine Unternehmen mit drei vier Mitarbeitern an die bürse gehen weil es für die einfach extrem schwierig ist in der Folge nachdem Sie dann an der Börsel sind Die ganzen Transparenzanforderung die bestehen einzuhalten.

00:27:14: Das heißt, man braucht ein paar Mitarbeiter im Unternehmen die es auch schaffen sich mit diesen Themen dann wirklich zu beschäftigen und idealerweise hat man auch einen Investor Relations Officer der die Außenkommunikation, die Kommunikation mit den Investoren übernimmt.

00:27:25: das alles erfordert Personal ist erfordert eine gewisse Unternehmensgröße.

00:27:29: da haben wir uns ausgedacht fünf KPIs die das Unternehmen idealerweise erfüllen soll.

00:27:35: drei von fünf KPI's reichen auch aus.

00:27:38: Und diese Flexibilität, die wir bei den KPIs geschaffen haben, ist ein bisschen demgeschuldet.

00:27:42: Dass Unternehmen sehr unterschiedlich sind.

00:27:44: Wenn ich die KPIs mal durchgehe soll jetzt nicht zu untergerattert klingen aber man soll entweder ein positives Eigenkapital haben einen positiven Jahresüberschuss mindestens zehn Millionen Euro Umsatz oder mindestens fünf Millionen Pre-IPO eingesammeltes Kapital oder Mindestens zwanzig Mitarbeiter.

00:28:00: alles zu erfüllen wird schwierig.

00:28:02: wenn ich mal das an einem Beispiel von einem Biotech-Unternehmen aufgreifen kann, ein Biotec Unternehmen die sehr viel in Forschung und Entwicklung gestecken.

00:28:09: Die werden Schwierigkeiten damit haben zehn Millionen Euro Jahresumsatz zu haben oder Gewinne zu machen.

00:28:15: Das wird für die in der Forschungs- und Entwicklungsphase sehr schwierig sein.

00:28:18: Insofern haben wir dieses Kriterium eingeführt fünf Millionen pre IPO eingesammeltes Kapital.

00:28:23: Das weist nach dass es vorbörslich Investoren gegeben hat, die ein gewisses Vertrauen in das Geschäftsmodell dieses Bioteck Unternehmens haben.

00:28:31: Mit dieser Flexibilität an Kriterien sollten eigentlich die meisten Unternehmen dann klar kommen oder, wenn sie sich eben nicht erfüllen.

00:28:37: Dann ist es vielleicht auch ein Signal dass die Unternehmen noch nicht bösenreif sind.

00:28:41: Ansonsten sind die Kriterie in den Skalen bisschen niedriger als im regulierten Markt.

00:28:45: Zwei Jahre muss das Unternehmen bestehen und der letzte Jahresabschluss muss geprüft sein.

00:28:49: Gut

00:28:50: Thomas wir säßen ja nicht hier, wenn das ganze Thema nicht ein gewisses Momentum hätte.

00:28:53: Wie ist denn das?

00:28:54: Woran liegt es, dass gerade letzter Zeit verstärkt zu so Direct Listings kommt?

00:28:58: Ich glaube, der Hauptgrund liegt darin, dass wir seit der Financial Crisis-Krise bis vor Kurzem bis zum Ausbruch der Coronakrise einen wirklichen Bullenmarkt hatten.

00:29:08: Die globalen Börsen sind auf Bewertungslevels getradet die absolut spektakulär waren und wir glauben auch trotz der Covid Krise das fundamental die Börse nach wie vor sehr gut werden in den nächsten zwei bis drei Jahren.

00:29:22: Dementsprechend ist folgendes eingetreten.

00:29:24: Viele Börsenkandidaten haben gesagt, okay ich gehe raus und gehe an die Börse.

00:29:28: aber erstens meine bestehenden Aktionäre wollen nicht besonders viel abverkaufen.

00:29:33: Die wollen lieber die weitere Abzeit mitnehmen.

00:29:36: also die Streubesitze die Jasper gerade erwähnt hatte wurden immer geringer.

00:29:41: Und zum anderen war es dann natürlich auch so, dass die Liquidität im Aftermarket nach dem erstmaligen Börsenhandel gelitten hat.

00:29:49: Wir hatten eine Reihe von superinteressanten, supereliquiden Tech-Unternehmen Und um dem ein bisschen gegenzulenken, hat sich die Industrie entschieden.

00:29:57: Es ist jetzt wirklich Zeit für Innovation und wir testen mal dieses Direct Listing.

00:30:01: Also eigentlich kann man zusammenfassend sagen das Direct Listings ist ein Kind von Innovation, dass darauf passiert, dass die Börsen so gut gelaufen sind.

00:30:09: oder vielleicht noch einen Hinweis?

00:30:11: Die Kapitalausstattung der Unternehmen, die sich an den Börsengang überlegen wird immer attraktiver.

00:30:18: Ich hatte es eingangs schon kurz erwähnt, viele der venture capital arms aber auch family offices vor allem in Deutschland beziehungsweise klassische pensionsfonds haben jetzt wirklich damit begonnen im tax segment große investoren runden mitzuführen und mit zu finanzieren.

00:30:34: also dieses thema staying private for longer ist ein absolut wichtiges Thema.

00:30:39: vor einigen jahren was normalerweise so ein tech wert wurde für fünf Jahre gegründet und dann ging es relativ raschande.

00:30:46: Wir haben jetzt mittlerweile Unternehmen, die schon vor zehn Jahren oder früher gegründet wurden.

00:30:50: Die aber einfach gesagt haben wir müssen nicht eine Börse gehen.

00:30:53: Wir brauchen das Kapital nicht!

00:30:54: und dementsprechend das Direct Listing hier eine Möglichkeit, altaktionären eine Chance zu geben.

00:31:00: Auszusteigen wenn es gewünscht ist beziehungsweise schrittweise sich einen Kapitalmarkt zu gewöhnen Und dann wenn die Zeit recht ist zum Beispiel mittels einer Kapitalerhöhung Wenn man schon mal gelistet ist Kapital einzusammeln.

00:31:12: Das ist eben wie gesagt diese erhöhte Flexibilität Die der klassische Börsengang wo das sehr gut getestet ist leider nicht mehr zusammenführen kann.

00:31:21: Vielleicht auch noch kurz ein Aspekt, das bringt mich wieder in diesen Vergleich Amerika gegenüber Europa.

00:31:27: Wenn man sich amerikanische Börsengänge anschaut wird man im Vergleich zu Europa relativ schnell darauf kommen dass die Performance des Aktienkurses in den Tagen nach dem IPO meistens zweistelligem Plus ist.

00:31:40: Also da gibt es so die Faustregel, wenn der IPO in Amerika nicht zwanzig bis dreißig Prozent in den ersten Handelsdagen nach oben schießt dann war das keine Erfolg.

00:31:48: Das ist aus meiner Sicht eine kulturelle Frage.

00:31:51: In Europa ist es normalerweise so dass die Aftermarket Performance eher im mittleren Einstelligen Bereich liegen sollte.

00:31:57: aber auch da sieht man in einem Direct Listing kann ich sofort nach dem Börsengang verkaufen.

00:32:02: und wenn man natürlich hier einen Börsengang hat wo die Achse zu stark nach oben traded natürlich auch von der Bewertungsbildung hier sehr attraktiv.

00:32:10: und dementsprechend hat man gesagt, okay dieses Direct Listing aus Amerika Comment.

00:32:14: Das ist eine tolle Sache für alle Beteiligten!

00:32:17: Gut Jasper jetzt hast du ja auch schon ein Stück weit erzählt was so die rechtlichen Aufwände sind was zu beachten gibt?

00:32:22: Jetzt ist es natürlich auch interessant was sind denn sonst anderen Aufwändes sprich Zeit des Vorgangs Kosten Vorbereitung.

00:32:27: womit muss ich da als Unternehmen rechnen?

00:32:29: Also hey, das ist eine gute Frage.

00:32:31: Und ich will jetzt bloß keine Zahlen nennen die den Tomas nachher in Bedrängnis bringen wenn er sich in irgendwelchen Behandlungen befindet.

00:32:36: aber ich glaube man kann auch da wieder sagen dass es ganz unterschiedlich ist je nachdem wie groß das Unternehmen ist und in welchem Stadium sich das Unternehmen befindet wie groß der avisierte Börsengang auch ist.

00:32:46: Nehmen wir mal als Beispiel eine GmbH.

00:32:49: Wenn die an die Börse gehen möchte dann muss sie erstmal ihre Gesellschaftsform ändern, sie muss zu einer AG werden oder zu einer SE oder KGAA.

00:32:56: Das heißt man muss hier so ein Rechtsformwechsel vollziehen da muss man Anwälte involvieren.

00:33:01: also das ist einfach ein Prozess der kostet Zeit.

00:33:04: dann gibt es natürlich die eigentliche Phase wenn man alles aufgegleist hat seine Rechtsform entsprechend ausgerichtet.

00:33:09: Man möchte in den Prime Standard gehen.

00:33:11: man muss also seine Rechnungslegung auf internationale Rechnung Legungsstandards umstellen auf sogenannte IFRS.

00:33:17: auch das ist ein zeitaufwendiger interner Prozess für Unternehmen.

00:33:20: Das sind so die großen Weichenstellungen, die man vorher nehmen muss und ab dann geht es los, dass man wirklich in eine Planungsphase des IPO's geht.

00:33:27: Dann muss man erste Gespräche mit Investoren führen,

00:33:30: d.h.,

00:33:30: man sucht sich die Banken aus, die einen bei diesem Prozess begleiten sollen, geht dann mit den Unterumständen schon mal auf ne kleine Roadshow, spricht mit Investoren Ich würde sagen Roundabout, wenn man es auf eine Zahl runterbrechen muss.

00:33:41: Dann dauert so ein Börsengang von achtzehn Monaten über vielleicht für ein kleines Unternehmen das rechtlich und von der Berichterstattung schon so aufgestellt ist dass es passt bis zu sechs Monaten aber unter sechs Monaten halte ich einen Börsengang wirklich nur sehr schwer möglich.

00:33:56: in der letzten Phase Drei Monate vor dem IPO werden auch die Anwaltskanzleien involviert und schreiben den Wertpapierprospekt, der muss geschrieben werden.

00:34:05: Und dann muss er irgendwann bei der BAFIN zur Billigung eingereicht werden.

00:34:09: dieses Billigungsverfahren dauert auch in etwa sechs Wochen würde ich sagen.

00:34:12: das ist auch so ein bisschen ping-pong back and forth.

00:34:14: Ich reiche den Prospekt ein.

00:34:15: Die Bafin hat Kommentare Das fehlt Dieses fehlt das muss genauer beschrieben werden.

00:34:19: bitte noch den Risiko hinweist so und so ergänzen So und da sind das ein Prozess, da sind Rückzugs sechs Wochen rum.

00:34:25: Und dann muss man den Prospekt relativ gut teimen, diese Prospektbilligung teimen mit dem tatsächlichen Börsengang.

00:34:31: Das heißt der sollte möglichst einige Tage vorher gebilligt werden bevor dann das Glocken geläutet und die erste Preisfeststellung stattfindet.

00:34:38: aus Börsen Sicht also unser Bereich wir sind relativ schnell.

00:34:42: Wir sind so die letzten zehn Tage vor dem IPO, sind wir als Börse involviert.

00:34:46: Da wird dann dieser Zulassungsantrag bei uns gestellt, die Dokumente eingereicht der gebilligte Prospekt der Billigungsnachweis und die begleitende Dokumentation rund um das Unternehmen.

00:34:56: Wie gesagt, dass ist aus Börsen sich relativ schnell.

00:34:58: Wir sind quasi die letzte Hürde, die man noch nehmen muss.

00:35:01: im Vergleich zu dem Gesamtprozess sind wir aber eher im Bruchteilsbereich dessen was es an Aufwänden erfordert.

00:35:07: Thomas,

00:35:07: du hattest ja am Anfang unseres Gesprächs auch gesagt dass sich die Rolle von Banken und auch von anderen Partnern teilweise verändert.

00:35:13: Welche Rolle nehmt ihr denn?

00:35:14: Also Banken im Direct Public List den Prozess überhaupt ein?

00:35:17: Das ist eine absolut faire Frage!

00:35:19: Ich glaube es ist auch fair zu sagen das die großen Arbeitspakete wie wir sie bei einem klassischen IPO sehen sich nicht wesentlich ändern.

00:35:26: durch dieses Direct List Modell also im Wesentlichen übernehmen wird.

00:35:29: die Beratung bei der Positionierung der Equity Story.

00:35:33: Warum soll ein Investor die Aktie überhaupt kaufen?

00:35:35: Das ist ein Thema, das wir mit dem Management im Detail aufbauen.

00:35:39: Nicht nur was jetzt operative Themen betrifft oder Strategie sondern vor allem auch was die Financias betriffe.

00:35:45: Wir bereiten das Management auf die Investoren Q&A vor.

00:35:49: Das Management muss einfach absolut gut vorbereitet sein und auch die kritischen Fragen von einer globalen Investorenbasis beantworten zu können.

00:35:57: Und wichtig ist auch, dass wir dem Unternehmen helfen die Financial Guidance gerade zu ziehen.

00:36:02: So wie es auch bei einem normalen IPO üblich ist kann man keine Geschäftspläne teilen oder Detailinformationen über den nächsten fünf Jahre mit möglichen Investoren besprechen aber man muss dem Markt schon eine gewisse Richtgröße wo die Zukunft des Unternehmens hingeht an die Hand geben und das ist auch mit Aufgabe der Bank, dass man hier kredibel auftritt und dass man dem Markt gewisse Trends erzählt, die man dann auch wirklich liefern kann.

00:36:27: der Investmentbank in so einem Prozess.

00:36:29: Und wie gesagt, hat sich nicht geändert im Vergleich traditioneller IPO versus Direct Listing.

00:36:34: Wichtig allerdings ist der große Unterschied zum Thema Aktien-Research.

00:36:38: bei einem traditionellen IPO ist es so dass jede Bank die auf dem IPO arbeitet einen Research-Analysten dabei hat eine Detailstudie anfertigt und wenn ich DetailStudie sage dann meine ich so hundertfünfzig bis zweihundertzeiten Studie über die Financials, über die Strategie Vornachteile des Unternehmens.

00:36:56: Diese Studien werden dann verwendet, von diesem Analysten neue Investoren in ein Orderbuch zu bringen.

00:37:01: und das ist eben der große Unterschied im Direct Listing.

00:37:03: Es gibt kein Orderbuch und es gibt auch keinen Einzel- oder keine zwei Analysten die diese Vermarktung übernehmen sondern das Management des Börsenkandidaten im DirectListing geht selbst zu Investoren und versucht selbst Nachfrage zu generieren.

00:37:20: eine Marketingveranstaltung, die wir Investor Day nennen.

00:37:24: Das heißt ein eintägiges Event wo sehr breit eingeladen wird meistens drei vier Wochen vor dem ersten Handelstag wo sowohl Investoren kommen können als auch Research Analysten aller Banken die sich dafür interessieren also das wird nicht klein gehalten nur für die Synthekarztbanken sondern es ist ein offenes Inweit hat den Vorteil dass viele Analystin die Gesellschaft treffen können.

00:37:46: Der Nachteil ist natürlich, da sind immer wieder auch Analysten dabei die einen konträren View schreiben möchten.

00:37:51: Die sich vielleicht mit dem Management nicht so gut verstehen.

00:37:54: das ist dann relativ schwierig zu managen.

00:37:56: also im klassischen traditionellen IPO lehnt man in wesentlichen die Banken ein wo man auch weiß dass die ganze Bank dahinter steht über den Investmentbanker bis hin zum Trader bis hin Zum Research-Analysten.

00:38:06: aber hier im Direct Listing ist das alles breite aufgesetzt und dementsprechend mit verschiedenen vornachtern besetzt.

00:38:12: Ansonsten ist die Bank ein allgenfassender Partner für das Management-Team nicht nur zum Zeitpunkt des Direct Listings, sondern vor allem auch im Aftermarkt also in den Wochen und Monaten nach dem Börsengang.

00:38:23: Und das ist besonders wichtig wir werden als Bank genauso wie das Management an dem Erfolg des Börsengangs aber auch der Aftermarket Performance gemessen.

00:38:32: Wir hätten nichts davon wenn der Börsegang spektakulär erfolgt die Aktie dann aber in den Monaten danach ab.

00:38:38: dann hätten wir relativ rasch eine Reihe von Investoren, die sagen dass sie das nicht gut gemacht haben.

00:38:42: Dementsprechend sind die Interessen zwischen dem Management Team den altaktionären und auch der beratenden Banken hier in der Regel allein.

00:38:49: Und es arbeitet sich aus der Praxis immer sehr, sehr gut wenn man die Gruppe der Teilnehmer klein hält.

00:38:55: also ich kann sagen so ein Direct Listing aber auch ein traditionelles IPO ist wirklich an twenty for seven Job.

00:39:00: da wird sehr hart gearbeitet weil man eben diesen ersten Tag dieses Eröffnen des Börsenhandels absolut richtet die ich hinbekommen möchte.

00:39:08: Das ist nicht nur eine Frage der Bewertung, das ist auch eine Frage des Investoren-Sentimenten richtig zu lesen und einfach das Management bestmöglich auf die Realität im Markt

00:39:17: vorzubereiten.".

00:39:18: Was mir jetzt noch beschäftigt ist wie wird denn die Bewertungen im Direct Public Listing festgelegt?

00:39:22: Also Aktionäre und Gründer wollen ja gar nicht um jeden Preis verkaufen!

00:39:25: Absolut, das ist ein fairer Punkt.

00:39:26: Müssen Sie auch nicht?

00:39:27: Das ist der Riesenvorteil im Direct Listing.

00:39:29: Man kann mal schauen wo die Aktie zu Traden beginnt und dem Wesentlichen gibt es hier ein ganz gutes Tool seitens der Börse.

00:39:36: Es wird die Eröffnungsaktion dafür verwendet.

00:39:38: Es ist ja auch so dass an jedem Börsen Tag selbst wenn's kein IPO gibt es in einem Anfangskurs gibt, der über Angebot und Nachfrage reinkommt.

00:39:46: also jeder Käufer kann seine Orders abgeben und die Verkäufer werden einen Topf geworfen ums Plastisch darzustellen.

00:39:54: Übung, die man im Direct Listing macht und man versucht dann Angebot und Nachfrage auszupendeln.

00:39:59: Und dementsprechend entsteht der erste Analskurs.

00:40:01: somit kann man als bestehende Alteaktionär sagen okay das reicht mir ich verkaufe jetzt rein oder ich warte ein paar Tage in der Hoffnung dass die Aktie nach oben handelt.

00:40:10: Und das ist der große Unterschied zum traditionellen IPO, wo man ja schon Wochen davor mit in einem Book belegen und einer preisspanne gewisse Bewertungsparameter an den Markt kommuniziert.

00:40:21: Und zwar auch immer auf dem Market.

00:40:23: Angebot Nachfrage hat aber schon viel früher den Markt in eine gewisse Richtung leitet was die Bewertung betrifft.

00:40:29: Gut abschließend!

00:40:31: Was für zukünftige Trends sieht ihr denn mit dem ganzen Thema noch?

00:40:33: Wenn wir mal ein bisschen hier den Blick nach vorne aufmachen jetzt haben wir glaube ich gut verstanden worum es geht.

00:40:36: Was glaubt ihr kann doch so an einen Trend Entwicklung kommen.

00:40:39: Also ich glaube, dass man tatsächlich mehr Direct Listings sehen wird in Zukunft.

00:40:42: Wie viele das ist jetzt noch nicht abzuschätzen und ob sich das wirklich richtig durchsetzt?

00:40:46: Ist auch spannend zu beobachten.

00:40:47: also da mag ich mich jetzt keine Prognose trauen aber ich habe das schon gesagt und Thomas sieht es genauso.

00:40:52: Staying private for longer is ein Thema

00:40:54: d.h.,

00:40:54: die Unternehmen werden im Private Market besser kapitalisiert.

00:40:57: Das könnte dazu führen, dass es mehr DirectListings geben wird für mich definitiv einen Trendsignal.

00:41:04: viele Unternehmen fahren Dualtrack, das heißt sie halten sich beide Optionen.

00:41:09: den Exit über die Börse oder den privaten Verkauf an einen Interessenten des Unternehmens.

00:41:15: Und dieses Dual-Track-Fahren zeigt auch, dass es am Ende entscheidend auf die Bewertung ankommt.

00:41:20: Was ist mein Unternehmen wert?

00:41:21: Was wird's an der Börsee wert sein?

00:41:22: Was ist das im Private Market Wert?

00:41:23: Vielleicht lässt sich dies dann auch noch irgendwie kombinieren mit einem Exit Über Direct Listing.

00:41:28: Man sieht es teilweise auch bei Spin-Offs jetzt Tüssen-Krupp und hat das lange diskutiert.

00:41:32: Da könnte sich was draus ergeben.

00:41:33: Beide Formen werden aber... Das glaube ich mit Sicherheit werden nebeneinander Bestand haben.

00:41:38: D.h.,

00:41:39: der klassische IPO wird durch das Direct Listing nicht abgelöst werden, es wird immer Unternehmen geben die Kapitale über die Börse aufnehmen wollen, die das eben als Finanzierungsquelle heranziehen auch um einfach flexibel zu sein.

00:41:50: Ich mache private Finanzierung und kann ein IPO machen wenn ich einmal gelistet bin immer wieder neues Kapital bei den Börsen einsammeln.

00:41:57: diese klassische Form wird sicherlich bestehen bleiben.

00:41:59: Thomas wie ist das bei dir?

00:42:00: Ich sehe wesentlichen drei Punkte, die als absolut spannend bezeichnen würde im Kontext seines Direct Listings.

00:42:05: Punkt eins ist bisher haben wir Direct Listing aus dem engeren Tech Sektor gesehen Software Internet e-Commerce.

00:42:13: ich glaube dass sich langsam aber doch auch andere schnellwachsende Branchen anschließen werden wenn man jetzt über Medtech Biotech Artificial Intelligence und so weiter Gedanken macht weil es dort auch tolle Wachstumfade gibt.

00:42:26: Dort gibt's auch eine Venture Capital Szene optimieren möchte.

00:42:31: Und das hilft natürlich, weil ich bin nie ein großer Fan davon dass man gewisse Kapitalmarkt-Demen immer nur mit einer Industrie bespricht.

00:42:37: Ich glaube es braucht einen kollektiven Push um das Produkt zu verbessern.

00:42:40: Der zweite Punkt den wir ganz klar beobachten ist die Tatsache dass viele große Investoren also vor allem weltweit agierende Pensionsfonds versuchen vor einem Direct Listing sechs acht Monate vorher schon in die private Finanzierungsrunde zu kommen um dann auch beim Direct Listing abverkaufen zu können.

00:42:59: Also im Wesentlichen geht es darum, wenn man ein attraktives Unternehmen gefunden hat, möglichst rasch in die Kapitalstruktur zu kommen... Da geht's gar nicht um Corporate Governance mitbestimmung!

00:43:08: Es geht darum, möglichst früh Exposure zu bekommen und dann das Direct Listings zu nutzen relativ rasch abzuverkauen.

00:43:15: Ich sage das deshalb weil viele der großen Hedgefans aber auch Long Only Sprech-Pensionsfans uns ansprechen und sagen wo gibt's hier interessante Kandidaten?

00:43:22: Und das war bisher eigentlich der Spielplatz von klassischen Growth Investor und Venture Capital, aber wie gesagt diese Investorenbasis verbreitet sich.

00:43:30: Und dementsprechend kann das dann auch dazu führen dass das Direct Listing selbst dann als Exit-Schritt größer wird und die Liquidität dementsprechend höher wird.

00:43:39: Ich glaube das andere Thema ist natürlich oder der dritte Punkt den ich machen wollte ist natürlich die Frage ob man in Zukunft die Kapitalaufnahme also diesen Primary Race, den es im Moment dem Direct Listings noch nicht gibt, ob man den rechtlich verknüpfen kann mit dem Direct Wenn man hier eine Form finden würde, die rechtlich und operativ machbar ist dann hätte man das Beste aus beiden Welten sozusagen kombiniert.

00:44:02: Dann braucht es im Wesentlichen nur einen Mutingersten der das Format auch testet nachdem dass Hunderte von Anwälten, Börsen-Managern und den Westnen Bankern durchexerziert haben.

00:44:12: aber ich glaube das ist so die nächste Iteration die uns in den nächsten ein bis zwei Jahren beschäftigen wird.

00:44:17: Ihr beiden, es war ein Privileg das mit euch zu besprechen.

00:44:19: Weil ich glaube superaktuelles Thema für viele Unternehmen extrem spannend und es gibt da glaube ich kaum größere Profis als euch von daher.

00:44:26: Es hat viel Spaß gemacht.

00:44:28: Wisst ihr's?

00:44:28: Wenn man sich jetzt dafür interessiert kann man euch darauf ansprechen.

00:44:31: oder was sind so die besten Kanäle um da mal einen Schritt nach vorne zu wagen?

00:44:34: Ja absolut!

00:44:35: Direkt der Outreach ist immer am Besten.

00:44:37: Gut dann seien alle die das hier hören und sich damit beschäftigen wollen dazu aufgerufen.

00:44:41: Euch beiden ganz herzlichen Dank.

00:44:43: und ja ich bin mal gespannt wie sich das Thema noch so weiterentwickelt.

00:44:45: lieben dank euch.

00:44:46: Danke dir für die Einladung.

00:44:47: Danke, Joel.

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