Mythbusting: 7 Mythen zu Börsengängen in Deutschland | #Börsengang 📈

Shownotes

EXPERTENGESPRÄCH | Der Börsengang ist einer der ambitioniertesten und komplexesten Vorgänge, die Du als Unternehmer angehen kannst. Entsprechend ranken sich unzählige Mythen um das Thema - viele davon vollkommen falsch. In dieser Folge von „Road To IPO“ räumen wir mit den Mythen auf. Dafür haben wir Christian von Dreising zu Gast, dessen Unternehmen Hauck & Aufhäuser schon zahlreiche Firmen auf ihrem Weg zur Börse begleitet hat. Außerdem zu Gast ist Bernd Wagner von der Cherry Group, welche ihren Börsengang in der Rekordzeit von 4 Monaten erfolgreich über die Bühne gebracht hat. Du erfährst... ...welche Vorteile die Deutsche Börse gegenüber anderen Börsen haben kann ...wie international die Deutsche Börse aufgestellt ist ...warum Umsatz nicht der einzige Faktor beim Börsengang sein sollte ...weshalb KMU’s keine Angst vor Großunternehmen haben müssen ...ob die Deutsche Börse für Tech-Unternehmen geignet ist ...auf welche oft übersehenen Faktoren Du beim Börsengang achten solltest ...mit welchem Prozessaufwand Du beim Börsengang rechnen musst ...wie Cherry seinen Börsengang im Schnelltempo abschließen konnte ➡️ Du konntest dir keine Notizen machen? Unser [digital kompakt+ Newsletter](newsletter.digitalkompakt.de) fasst dir für jede Folge die wichtigsten Punkte zusammen Diese Episode dreht sich schwerpunktmäßig um Börsengänge: Unsicher auf dem Börsenparkett? Nicht mit uns! Gemeinsam mit unterschiedlichen Expert:innen der Deutschen Börse spricht Joel regelmäßig über alles rund um die Themen Börse, Börsengang und späte Finanzierungsphase (pre IPO). __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Joel Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt 👤 Christian von Dreising, 👤 Bernd Wagner, __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 [Übersicht](https://www.digitalkompakt.de/sponsoren/) aller Sponsoren __________________________ ||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema (00:06:24) Gründe in Deutschland an die Börse zu gehen (00:09:50) Kann man an der Deutschen Börse ausländische Investoren anziehen? (00:14:43) Muss man ein Unicorn sein um an der Börse bestehen zu können? (00:19:25) Wie KMU’s mit Großunternehmen mithalten können (00:24:03) Tech-Unternehmen an der Frankfurter Börse (00:25:03) Mit welchem Prozessaufwand muss man beim Börsengang rechnen? (00:30:59) Was wird beim Börsengang leicht übersehen? (00:34:54) Börsengang-Erfolgsstories __________________________ ||||| WIR ||||| 💛 [Mehr](https://lnk.to/dkompakt) tolle Sachen von uns  👥 Wir von digital kompakt streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

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00:00:00:

00:00:08: Hallo Leute, mein Name ist Jacob Schmarek.

00:00:19: Ich bin der Geschäftsführer von Digital

00:00:21: Compact

00:00:22: und heute haben wir wieder ein spannendes Börsen-Thema vor der Brust!

00:00:24: Wir sprechen nämlich über... Missbusting.

00:00:27: Das heißt, wir werden mal einige der typischen grassierenden Mythen, die sich so um einen Börsengang ranken, auseinandernehmen diskutieren thematisieren weil wenn man sich mit dem Thema tiefer beschäftigt merkt man ich kriege das auch einmal gespiegelt von unserem Partner der lieben Börse auf der anderen Seite dass es doch relativ viele Mythen gibt.

00:00:43: sie dort grassieren ganz ganz verschiedene Dinge von wie ist es mit den Bewertungen?

00:00:46: Wie viel Sinn macht das hier an der Börsel mit Tech-Unternehmen?

00:00:49: und

00:00:49: diese

00:00:50: Mythen einmal aufzulösen haben wir uns heute vorgenommen?

00:00:53: Wenn ich sage, wir, dann sind das neben mir noch zwei weitere spannende Gäste.

00:00:58: Und zwar einmal der liebe Christian von Dreising!

00:01:01: Der ist Head of Equity Capital Markets bei Hauk und Aufhäuser sowie

00:01:05: Bernd Wagner.

00:01:06: Der ist gleichermaßen CFO & COO bei der Cherry AG.

00:01:10: Also wer hier heiße Mäuse- und Tastaturnatt kommt an Cherry nicht vorbei... ...und wenn sich mit der Börse beschäftigt, kommt auch an den Kollegen vom Haukenaufhäuserkorn vorbei.

00:01:18: That being said starten wir eine spannende Folge und ihr Lieben schön dass ihr beide da seid.

00:01:22: herzlich willkommen

00:01:23: Natürlich.

00:01:24: Christian, fangen wir mit dir an!

00:01:25: Ich habe dich jetzt nur ganz kurz vorgestellt.

00:01:27: was genau macht man als Head of Equity Capital Partners bei Hauk und Aufhäuser?

00:01:30: Und die betonen immer auf Kurz.

00:01:32: Ja vielen Dank erstmal dass ich hier heute dabei sein kann.

00:01:34: Ich freue mich auf den Podcast und dass wir einige Mythen mal auseinandernehmen.

00:01:38: Ich bin jetzt seit zwanzig Jahren in der Beratung tätig wo wir Eigentümer Gründer- und Startup Unternehmer bei Börsengängen im Vorfeld beraten.

00:01:45: einmal checken ob das Unternehmen bürsenreif ist Man sagt so dazu die Braut hübsch machen und dann gehen wir voll in die Vorbereitung eines Börsengangs und dann natürlich auch in die Vermarktung, in die heiße Phase.

00:01:56: Und platzieren denn die Aktien bei Investoren.

00:01:59: Seit sieben Jahren bin ich bei Hawk & Aufhäuser verantwortlich für das Kapitalmarktgeschäft, kurz Equity Capital Markets.

00:02:06: Das Besondere an Hawk & Offhäuse ist dass wir mit unseren fünfzig Professionals einen besonderen Fokus haben auf KMU also Small and Mid Capunter.

00:02:14: Gut!

00:02:15: Bernd dein Part der Reise.

00:02:16: was genau macht denn eigentlich die Cherry AG?

00:02:18: Dann hangeln wir uns mal weiter zu unserem ersten Mythos

00:02:21: Ja, hallo.

00:02:21: Vielen Dank, dass ich auch dabei sein darf!

00:02:24: Die Cherry AG ist seit der neunundzwanzigsten Juni eben ein Börsennotiertes Unternehmen mit der Hilfe von Hauk und Aufhäuser an die Börse gegangen.

00:02:32: Was machen wir genau?

00:02:33: Wir haben im Wesentlichen vier Geschäftsbereiche.

00:02:36: Das ist zum einen die Herstellung von Mikroschaltern für Gaming-Keyboards und zukünftig auch für Office Laptops.

00:02:43: Wir machen als zweites sogenannte Gaming Peripheriegeräte.

00:02:46: das sind typischerweise Tastaturen, Keyboards, Moise, Kopfhörer.

00:02:50: Im dritten Geschäftsfeld machen wir Peripheriegeräte für Office, Industry und Point-of-Sales Geräte.

00:02:57: Also Kartenlesegeräten für Kreditkarten und Securityprodukte für Banken.

00:03:02: Und das vierte Segment sind Hellsgirt Terminals und Tastaturen.

00:03:06: Da sind wir einer von zwei Anbietern in diesem Segment und damit also eine relativ starke USP.

00:03:12: Wir sind international vertreten.

00:03:14: Wir haben Standorte um Produktionen in München, Auerbach in der Oberpfalz in Wien in Paris, Chicago, Hongkong, Taipei und in Chuhai.

00:03:23: Das ist in der Nähe von Macau also China.

00:03:26: Wir haben ca.

00:03:26: fivehundertseptzig Mitarbeiter werden dieses Jahr ca.

00:03:29: einhundertsiebzig Millionen Euro Umsatz generieren und sind sehr ertragstark, sehr stark wachsend sowohl organisch als auch anorganisch und im Kern unseres Geschäfte steht das Thema Innovation und Qualitätsführerschaft.

00:03:42: Wo kommt Cherry Her?

00:03:43: Es wurde in nineteenhundetdreinfünfzig in den USA gegründet von Walter Cherry.

00:03:48: Der hat es dann an sein ein Sohn übergeben, den Peter Cherry.

00:03:51: Und auf der Suche nach einem deutschen Standort ist in Pegnitz, nördlich von Nürnberg bei einem Hubschrauber-Einsatz der US Army tödlich ums Leben gekommen.

00:04:02: Damit war klar dass der Standort für den Vater hier in Deutschland in der Nähe von Pegniz respektive Auerbach ist.

00:04:08: Das Unternehmen wurde dann an die ZF verkauft.

00:04:12: ZF brauchte das Unternehmen wegen der hohen Automotive Kompetenz von Jerry und wurde dann dieser Teil, der heute jetzt Börsen notiert ist mit den vier Geschäftsbereichen, die ich gerade erwähnt habe an das Private Equity House Genui verkauft und der Automotive-Teil blieb bei ZF.

00:04:29: In dem Jahr zwanzig.

00:04:30: dann wurde nochmal ein großer Teil an Argendt Partners ebenfalls in Private Equity Haus in New York verkauft Und dann im Juni zwanzich-einundzwanzig an die Börse gebracht.

00:04:40: Gut, also war ja extrem viel bei.

00:04:42: Also alleine dass ihr Gaming zu Behör macht auch wenn ich Konsolero bin fühle ich mich da schon bei euch.

00:04:46: Zuhause wusste Ich gar nicht das wir da so eine emotionale Geschichte hinter haben mit dem Firmstandort.

00:04:50: also echt ganz spannend.

00:04:51: Lass uns doch mal straight eintauchen!

00:04:52: Also meine Freunde von der deutschen Börse die den Podcast hier ja auch wirtschaftlich unterstützen Die haben mir ein paar typische Mythen die ihnen immer begegne mitgegeben und Da die Kollegen natürlich auch international denken sind sie teilweise auf Englisch formuliert.

00:05:04: Der erste den ich so mit an die Hand bekommen habe war valuations in the US are always higher and aftermark perform.

00:05:11: Also gibt's in den USA höhere Bewertungen und wie sieht eigentlich der ganze Aftermarkt aus?

00:05:16: Und deswegen wäre so meine erste Frage an euch beide vielleicht ein Stück weit auch mal zu klären.

00:05:20: Warum denn eigentlich einen Börsengang in Deutschland, nicht im Ausland?

00:05:30: Ja und da werden wir auf einige Faktoren mal eingehen.

00:05:33: Bewertungsseitig kann ich dazu sagen, dass es in der Tat so ist das in teilweise in Amerika ist.

00:05:38: höhere Bewertung gibt bei Unternehmen als in Deutschland.

00:05:41: aber das ist nicht der alleinige Faktor warum man überhaupt an die Börse gehen sollte den USA sondern muss auch andere Faktore berücksichtigen wie zum Beispiel Standort.

00:05:49: wo ist das Unternehmen verwurzelt?

00:05:51: Wo hat es ihre Mitarbeiter?

00:05:53: Die Mitarbeiter sollen sich ja auch mit dem Unternehmen identifizieren und dann spricht halt einiges.

00:05:58: für den deutschen großen Platz muss man sich natürlich auch angucken, wo Börsen notierte Wettbewerber notieren.

00:06:04: An welchen Handelsplätzen?

00:06:06: Und bei Cherry war es der Fall in der Tat das mit Logitech und Corsair zwei amerikanische Unternehmen halt in Amerika notiert waren.

00:06:13: Da gab's schon einen Argument dafür drüber nachzudenken warum es vielleicht Sinn machen würde nach Amerika zu gehen.

00:06:19: Bei uns war so dass wir gesagt haben Cherry hat eine gewisse Größe vom Unternehmen.

00:06:23: Mit einer Marktapitalisierung von rund eighthundertfünfzig Millionen Euro Präsenz werden wir es auch hinbekommen, genügend Interesse und Aufmerksamkeit von US-Investoren zu generieren.

00:06:35: Das heißt während des Börsengangs haben wir natürlich mit sehr sehr vielen US Investoren gesprochen die auch bereit waren in ein Unternehmen zu investieren was an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und deswegen war's für uns auf ein Argument zu sagen Frankfurt passt auf jeden Fall auch für Jerry.

00:06:51: Für uns war eigentlich die Frage, hat sich gar nicht gestellt ob wir nach USA oder in Deutschland an die Börse gehen.

00:06:58: Das war von vornherein klar.

00:06:59: Erstens ist natürlich Cherry ein Unternehmen mit langer Tradition und Wurzeln in Deutschland auch wenn es ursprünglich mal in USA gegründet wurde.

00:07:08: Wir sind ein kleiner Hilton Champion und haben eine gewisse globale Marktwührerschaft.

00:07:13: aufgrund unserer Standorte glaube ich ist das klar geworden.

00:07:16: für uns waren die vier Beweggründe die wir hatten für den Standort Deutsch war einmal die Bekenntnis zum Finanzplatz Deutschland, zweitens die Verbundenheit mit den Mitarbeitern und unserem Traditionsstandort in Auerbach.

00:07:29: Wir haben globale Kunden, die genau dieses Thema made-in Germany schätzen.

00:07:35: Und der vierte Punkt ist natürlich auch – das ist jetzt mit Corona deutlich weiter hervorgekommen – die Möglichkeiten der globalen Vernetzung.

00:07:42: heutzutage machen es gar nicht mehr nötig an einem ganz gewissen Börsenplatz zu sein um eine internationale Präsenz zu bekommen.

00:07:50: An einer US-Börse ist natürlich auch ein deutlich höheres Haftungsrisiko für die Vorstände, als wenn man in Europa an einen Börsenplatz geht.

00:07:57: Ja, guter Punkt.

00:07:57: Weil ich war im Begriff noch mal nachzufragen, wenn da die Bewertungen höher sind in den USA?

00:08:02: Wie macht man das jemandem schmackhaft auf Bewertung optimiert?

00:08:05: und dann finde ich ganz plausibel, was ihr gesagt habt, dass es eine Stückweite oder Mischkalkulation ist.

00:08:10: Dass man gucken muss, wie's verhaftet.

00:08:11: Welche Nachfrage kann man wo erzeugen?

00:08:13: Und der Haftungspunkt ist vielleicht auch nicht ganz unwichtiger.

00:08:17: Gut!

00:08:17: Machen wir weiter mit zwei weiteren Mythen.

00:08:20: Das erste ist Companies that are listed at the FSI also in Frankfurt have only German investors.

00:08:31: Was ist denn an diesen beiden Mythen dran, dass man in Frankfurt nur deutscher anzieht und um UK oder US Investoren anziehen zu müssen eigentlich in die USA muss?

00:08:42: Bei so einem Börsengang hat man ja verschiedene Vermarktungsphasen.

00:08:46: Typischerweise natürlich englische Wege für Early Look, Pilotfishing, Bookbuilding und in diesen Phasen haben wir circa zweihundert Investoren aus Europa und Nordamerika durch Corona bedingt virtuell getroffen.

00:08:57: In Europa waren es Investoren aus ca.

00:09:00: vierzehn Ländern und wir konnten am Schluss bei der Allokation von den Angebotsaktien, die überhaupt platziert worden sind, hundertdreißig Investoren berücksichtigen.

00:09:08: aufs den ganzen Gesprächen heraus Wir hatten ja einen Global Book Runner und zwei Joint Book Runners haben wir im Grunde das Gefühl gehabt dass die Vermarktung und Platzierung der Aktien einfach global läuft!

00:09:19: Wir hatten viele internationale Gespräche insbesondere auch Nordamerika.

00:09:24: Das hat uns den Eindruck vermittelt sowieso global platziert wird.

00:09:28: Investoren akzeptieren mittlerweile auch durch Corona bedingt, dass die Investoren Gespräche auch ausschließlich über Videokonferenzen ablaufen.

00:09:36: Wir haben während dieser Phase keinen einzigen Investor persönlich treffen müssen oder konnten es einfach nicht.

00:09:43: jetzt im Nachgang Post-IPO treffen wir einige Investoren persönlich, die auch das Werk natürlich mal sehen wollen und auch die verschiedenen Standorte.

00:09:50: Wir habe es geschafft in dieser Phase diese ganze Präsenz digital aufzubauen und auch das Vertrauen zu gewinnen und die persönliche Beziehung aufzubauen.

00:09:59: Jetzt Post-IPO, wo man schon wieder entsprechende Präsenzmeetings hat.

00:10:03: Zuletzt jetzt in Stockholm bricht man dann Investoren und dann kann man das auf dem Fundament aufsetzen was in der Phase geschaffen worden ist.

00:10:10: Vielleicht aktueller Stand?

00:10:12: Wir haben auch obwohl wir nur in Deutschland platziert sind zusammen mit den Aktien unseres Hauptanteils eigenes sind circa vierzig bis fünfzig Prozent in Händen von US-amerikanischen Investoren.

00:10:24: Als ich die Lüten früher einmal zugestickt bekommen habe, hab' ich mir natürlich auch mal Gedanken gemacht und hat mal ein paar Daten zusammengetragen.

00:10:30: Ich hab' mal jetzt unsere letzten sieben Börsengänge genommen... wo wir natürlich vorwiegend Small Mid Cap Unternehmen, also KMU-Unternehmen an die Börse bringen.

00:10:38: Und selbst dort sprechen wir mit weit über tausend Investoren bei einem Börsengang oder einer Kapitalerhöhung und diese Investoren kommen zumeist aus Europa und Nordamerika.

00:10:48: Allein im Durchschnitt wären bei unseren Börsen den ca.

00:10:52: dreißig Prozent der Angebotsaktien United Kingdom vorwiegend natürlich London platziert, befolgt dann von thirty-fünf Prozent der Allokation geht in die Dachregion.

00:11:02: Also von thirty fünf Prozent sind rund fünfzehn Prozent nur Deutschland.

00:11:06: Das heißt das widerlegt eigentlich ganz gut dass meisten Aktien nun nach Deutschland gehen und es damit wieder legt auch in Amerika.

00:11:13: die Allokations von Angebotsaktien nach Amerika hat deutlich zugenommen in den letzten drei Jahren insgesamt und fünfzehnt Prozent werden bei unseren Börsengang nach Nordamerika USA und Kanada platzieren.

00:11:25: Der Rest an anderen europäischen Länder, die Regionen Skandinavien, Benelux, Spanien, Portugal und auch Italien ist relativ diversifiziert.

00:11:35: Wir sprechen in der heißen Phase dann mit rund hundertfünfzig bis zweihundert Investoren bei den Börsen gar einsteigen wollen und die kommen rund aus vierzehn Ländern allein aus Europa.

00:11:45: Nicht nur die globale oder regionale Reichweite ist auch interessant, viel natürlich auch andere Faktoren rein.

00:11:52: Man guckt sich bei der Allokation was ist der Investment Horizont dieses Investors?

00:11:57: Ist er kurzfristig oder langfristig orientiert?

00:12:00: Was war sein Engagement während der Vermarktungsphase?

00:12:04: hat er sich wirklich aktiv involviert.

00:12:07: hat er frühzeitig ein Commitment schon abgegeben, dass er Aktien zeichnen möchte.

00:12:11: Das sind wesentliche Punkte, die man auch bei einer Allokation neben der regionalen Verteilung berücksichtigen muss.

00:12:19: Bei der Frankfurter Wertpapier Börse ist es so, dass sie sehr international aufgestellt und ausgerichtet ist.

00:12:25: Die Handelsplattform CETRA kennt sicherlich jeder von uns.

00:12:28: Da ist es an dieses Handelssystem insgesamt dreiundachtzig ausländische Handelpartner im Gegensatz zu zweiundsiebzig deutschen Handelspartner angesprochen sind.

00:12:37: Das gesamte Handelsvolumen auf CETRA kommt zu rund siebzig Prozent aus dem Ausland, das zeigt sehr schön dass die Frankfurter Wertpapierbörse sehr international aufgestellt ist und nicht einen typischen deutschen Fokus hat.

00:12:51: Gut, also ich meine, ich staune.

00:12:52: Jeder zweite Anleger quasi bei Cherif oder fast jeder Zweite aus den USA und wenn man sich Zetra anguckt... Fundig!

00:12:58: Denkt man ja gar nicht dass knapp ein Drittel quasi nur deutschangebunden Investoren sind.

00:13:02: Also auch auf die Gefahren ist es hier bisschen wie eine Werbeveranstaltung.

00:13:04: klingt das wir jetzt sagen sehr pro Deutschland reden.

00:13:06: aber Ich glaube so einfach einen harten Fakten merkt man der da tut sich einiges Viertermütus.

00:13:11: Es heißt Das gibt ja oft dieses vermeintliche Missverständnis Dass man nur als namhaftes Unternehmen und Markt führt einen Platz an der Börse einnehmen kann.

00:13:22: Was ist denn eure Einschätzung dazu?

00:13:23: Das heißt, was habt ihr dafür eine eigene Beobachtung gemacht?

00:13:25: gerade ihr Christian habt ja auch über die Jahre einige begleitet?

00:13:28: Was ist da dran?

00:13:29: Ja nicht so

00:13:29: viel ehrlich gesagt.

00:13:31: ich habe mir auch mal wieder paar Daten angeschaut.

00:13:33: allein im Zeitraum von Januar bis Juli Da hatten die Gesellschaften eine Marktkapitalisierung unter einer Milliarde Euro.

00:13:44: Bei vom Unicorn spricht man ja immer von einer Milliarder-Euro-Bewertung, das heißt rund ein Drittel waren deutlich unter der eine Milliarde.

00:13:50: Allein bei den Tech Companies zum Beispiel waren rund sechzig Prozent hatte eine Bewertung unter einer milliarde Euro.

00:13:56: Deswegen denke ich hat jedes Unternehmen wirklich auch einen Platz verdient an der Börse und es hängt nicht unbedingt von der Bewertungen ab.

00:14:04: Ich habe in der Vergangenheit eine Vielzahl von sehr erfolgreichen Börsengängen beobachtet, die bei einer Bewertung so zwischen Hundertfünfzig und Zweihundertfünftig Millionen lagen.

00:14:14: Und das Emissionsvolumen aus Kapitalierung und Ausumplatzierung von Bestandsaktien lag so zwischen Fünfzigund Achtzig Millionen Euro also ein deutliches Stück drunter unter einem Unicorn.

00:14:25: Das waren trotzdem alles sehr erfolgreiche Börsegänge.

00:14:27: da sehe ich so ein Stück weit auch die Banken in der Pflicht den Eigentümern und dem Management ganz klar zu sagen Punkt der IPO-Reife, ob ein Börsengang realistisch ist.

00:14:38: Vielleicht ist er noch nicht in diesem Jahr oder den nächsten sechs bis zwölf Monaten realistischer, aber vielleicht in zwei drei Jahren und dann kann man halt einen Zeitplan erarbeiten wie man das Unternehmen am besten an die Börse bringt.

00:14:49: Da spielen halt noch ganz andere Faktoren neben der Bewertung mit rein.

00:14:53: Wir gucken uns mal an, was ist das Alleinstellungsmerkmal?

00:14:56: Gibt es eine Technologie oder Preisführerschaft?

00:14:59: Wir hatten das Thema Qualitätsführerschaft bei Cherry.

00:15:02: Gibt's irgendwelche aktuellen Marktindustrie-Dynamiken die dem Unternehmen helfen werden in der Zukunft stark zu wachsen?

00:15:09: Die gucken insgesamt sehr fokussiert auf das Thema Wachstum nicht nur bei Umsatz sondern natürlich wie entwickelt sich das Unternehmen zum Beispiel bei Kundenzahlen.

00:15:18: Für uns sind auch Umsatz- und Ebeterzahlen nicht immer das einzige, worauf wir achten bei Finanzinformationen, sondern auch auf die KGBs.

00:15:27: Sind das Unternehmen, die sich mit herausragenden KGB in der Zukunft durchsetzen können?

00:15:32: Das ist für uns halt auch ausschlaggebend um zu sagen, dass Unternehmensbörsen reif.

00:15:37: Das kann wirklich ein Erfolgssein!

00:15:38: Ich kann das genauso unterstützen.

00:15:40: Jerry hat ja aktuell so ca.

00:15:42: hundert bis achtundfünfzig Millionen Markkapitalisierung, gebt man allerdings davon aus was die Analysten als Target-Werte für unseren Aktienkurs geben dann liegen wir auch natürlich über eine Milliarde aber es sind eben Zielwerte.

00:15:55: ich glaube wesentlich wichtiger war dass wir während des Börsengangs zu keiner Zeit das Gefühl hatten dass Investoren deswegen abgesprungen wären oder nicht investiert haben oder kein Interesse hatten weil eventuell die Marktkapitalisierung unter einer Milliarde war.

00:16:09: Also das war in keinem Fall der Punkt!

00:16:11: Jetzt hat Jerry eine relativ große Markenbekanntheitsgrad oder einen sehr hohen Markenbekanntheitgrad.

00:16:18: Das war zunächst mal sehr hilfreich, sehr viel wichtiger ist für die Investoren gewesen dass eine entsprechend starke Wachstum-Story klausibel und nachhaltig rübergebracht werden kann.

00:16:29: Hohe zweistelliges Umsatzwachstum aber auch eine sehr hohe Ertragsstärke.

00:16:33: Sehr wichtig auch für einige Investoren.

00:16:35: Cash Conversion Rate Return on Capital Employed war sehr wichtig.

00:16:40: Das waren eher die Argumente, ob sie reingehen in der Kombinatorik wie der Christian schon gesagt hat.

00:16:45: Pass auf!

00:16:46: Die Kombination von vielen verschiedenen Parametern aber nicht ein Einzelner.

00:16:50: also ich muss nicht über eine Milliarde sein und ich muss das Potenzial haben darüber zu kommen.

00:16:55: Die Zielwerte wenn man annimmt sind wir deutlich über eine milliarde bewertet.

00:16:59: und viel wichtiger ist es momentan dass wir mit dem Free Float den wir jetzt generiert haben auch aufgrund der letzten Platzierung eben eventuell in den S-Dachs aufsteigen können.

00:17:09: Wir sind ja im Prime Standard bisher notiert und haben die Möglichkeit, aufgrund des erhöhten Free Flows jetzt eventuell in Dezember in den Estacks aufzusteigen.

00:17:17: Diese Kombination macht einen ganzen Reiz auch für Investoren aus.

00:17:21: damit steigt die Sichtbarkeit und dann natürlich auch die Marktbewertung.

00:17:25: nochmal Wir selbst hatten ein Emissionsvolumen von ca.

00:17:28: fourhundertzwanzig Millionen, hatten es signifikante Übernachfrage konnten also auch nicht alle Investoren bedienen waren in der glücklichen Situation dass wir nur so genannte Long-Investoren bedienen konnten was vielleicht dann auch zur Diskussion im Nachgang führte weil die Liquidität der Aktie als nächstes erhöht werden muss.

00:17:47: und wenn Uhr long ist dann habe ich eben nur nach Frage wenig Traffic.

00:17:50: zunächst auf dem Börsenpaket.

00:17:52: Gut, also wir haben schon mal drüber geredet wie es sich quasi um die Investorenreichweite verhält.

00:17:57: Jetzt ob ich im Unicorn sein muss um das machen zu können und ein weiterer Mythos ist und er geht in bisschen ähnliche Richtung in einer leicht anderen Nuance.

00:18:04: Scale as well as Tech Ducks.

00:18:05: Companies have inferior performance and comparison to large stable companies like those in the Ducks.

00:18:11: Das heißt wenn wir's mal zuspitzen denkt ihr beide dass KMUs mit den großen namenhaften Unternehmen eigentlich mithalten können?

00:18:18: Bernd, wie ist denn da deine Erfahrung oder Einschätzung?

00:18:21: Ich würde mal sagen, ganz locker.

00:18:23: Die Thematik ist ja dass wir heute schon entsprechende Global Presents haben und auch den Anspruch erheben global verdrehten zu sein versuchen das auch gegenüber unseren Stakeholders und Lieferanten so zu präsentieren.

00:18:35: Die Größe allein ist nicht entscheidend, zumindest nicht am Anfang.

00:18:38: Beim Börsengang ist das Wachstumspotenzial also die Möglichkeiten, die man aufgrund dieser Plattform eröffnet hat durch den Börsengang ermöglichen und ausnutzen kann.

00:18:47: Das wesentliche Merkmal was die Investoren suchen dass sie aufgrund diese Ausgangssituation mit dem Kapital was ja auch dem Unternehmen zur Verfügung stellen, das im Grunde dann auszubauen.

00:18:58: Wichtig ist aus meiner Erfahrung heraus in den Gesprächen, in vielen vielen Gesprächen die wir jetzt geführt haben vor- Man sucht ein ganz klares Alleinstellungsmerkmal, das Differenzierungsmerk mal zu den Wettbewerbern.

00:19:10: Die eigenen Wett Bewerb stärken klar herauszuarbeiten.

00:19:13: Das Wachstumspotential was sie auch natürlich suchen ist eine hohe Profitabilität oder auch zukünftiges noch Wachsumsteigerungspotenzial in der Profitibilität.

00:19:22: alle Punkte die ich jetzt erwähnt habe kann Jerry letztendlich nutzen.

00:19:25: wir haben sehr viele wachstumsmöglichkeiten und es hat die Investoren eben überzeugen die Jerry Aktie zu investieren auch dem Unternehmen sehr viel Kapital zur Verfügung zur Verfügung zu stellen.

00:19:34: Wir haben ca.

00:19:35: hundertvierzig Millionen Wachstumskapital bekommen und das werden wir einsetzen für entsprechendes organisches und unorganisches Wachsom.

00:19:42: Christian, ich könnte mir vorstellen dass du bei dieser Frage welwas haben Scale- und Tech-Dux-Companies quasi so im Köcher im Vergleich zu DAX Unternehmen auch noch mal eine ganz gute Einordnung geben kannst was denn eigentlich die Ambition der unterschiedlichen Typen ist?

00:19:54: Vielleicht können Sie ja diese Mythos nochmal aus der Richtung nähern.

00:19:56: Man muss da schon ein bisschen unterscheiden, große Unternehmen wie die angesprochen werden oder wie da die Vermarktung läuft im Gegensatz zu KMU-Unternehmen oder Wachstumsunternehmen.

00:20:06: Bei größeren Unternehmen, die entweder am DAX oder MDAX sind geht es eher darum, die sogenannten Value Investoren erwarten eine Dividendenrentite bei diesen Unternehmen weil das halt gesättigte Unternehmen sind mit einer guten Financial Performance.

00:20:19: Bei dem KMU-Unternehmen oder vielmehr den Wachstumsunternehmen hat die Dividendenpolitik oder Strategie weniger Relevanz.

00:20:25: Hier fühlen sich eher die Grossinvestoren angesprochen, das heißt wir gehen auch bei unserer Vermarktungsstrategie und bei unseren Investorenansprache sehr, sehr fokussiert auf diese Growth-Investoren zu.

00:20:37: denn die Growth- Investoren erwarten halt keine Dividende wollen von dem durchüberdurchschnittlichen Wachztum des emittenten Profitieren in Aktien investieren wo sie genau wissen dass der Aktienkurs positiv entwickeln wird.

00:20:48: die Zeit.

00:20:49: Es gibt halt verschiedene Indizes in Deutschland, die vorwiegend ausgemacht werden von Wachstumsunternehmen wie zum Beispiel der Tech Ducks und der Scale Index.

00:20:59: Wenn man sich mal die Aktienkursentwicklung der verschiedenen Indices anschaut z.B.

00:21:03: M-Ducks gegen Tech Dux & Scale Ducks dann haben die Börsen Indices der Wachsungsunternehmen deutlich besser performt als die großen Indices.

00:21:11: bei der Corona Krise sind natürlich alle Indices eingebrochen.

00:21:14: Indices für Wachsunternehmen haben sich deutlich schneller erholt als die Großen Indices.

00:21:18: Ja, eine Stoßrichtung die glaube ich auch nochmal vielleicht mehr auf diesen Tech Aspekt eingeht.

00:21:22: Weil viele Menschen, die mir zuhören oder uns hier zuhörten sind ja auch aus dem Tech umfällt ist so dieser der sechste Mythos Frankfurt Stock Exchange does not participate in the listing of tech companies.

00:21:31: das heißt macht es denn eigentlich Sinn für den Tech Unternehmen sich in Frankfurt Listen zu lassen Christian?

00:21:36: Und ein Drittel aller Emittenten an der Frankfurter Wertpartie Bursa sind Tech Companies gibt auch spezielle Indices für Tech Unternehmen also den Tech Ducks den DAX Information Technology Index.

00:21:48: Das heißt, wir haben hier eine breite Basis wo Investoren sich bestimmte Titel anschauen können direkt investieren können oder halt bestimmte Indizes kaufen können.

00:21:57: Was auch interessant ist seit kurzem gibt es ja jetzt vierzig Unternehmen im großen DAX.

00:22:02: da sind nicht nur noch etablierte Industrieunternehmen drin sondern da sind auch Yukama-Unternehmen die noch nicht so lange an der Börse sind.

00:22:10: ich denke da an Delivery Hero Hello Fresh und Salando.

00:22:14: Gut, stimmt natürlich.

00:22:15: Haben wir einige Erfolgsgeschichten quasi auch aus jüngerer Vergangenheit.

00:22:18: Berndt jetzt so mein siebter Mythos.

00:22:20: Den haben wir gar nicht auf Englisch formuliert weil wir den immer mitschwimmen haben.

00:22:24: trotzdem die Prozesslänge der Prozessaufwand, der sich mit einem Börsengang verbindet.

00:22:28: Das heißt normalerweise hört man ja gerne mal im Markt okay, der Börsengang und die Vorbereitung ist ein CA-Prozess.

00:22:34: das dauert mindestens sechs bis neun Monate teilweise sogar noch länger und das Management hat das überhaupt die Kapazitäten frei neben dem operativen Geschäft etwas zu tun?

00:22:42: Was antwortest du jemanden So einem Mythos auf dich zukommt und ich frage nach deiner Erfahrung.

00:22:46: Hängt ganz vom Unternehmen ab, muss man sagen!

00:22:48: Der Börsengang von Cherry war der schnellste in den letzten zehn Jahren an der deutschen Börse.

00:22:52: Das heißt es ist uns gelungen in einer Rekordzeit von gerade mal vier Monaten zur Börsennotierung zu kommen.

00:22:57: das geht nur... in dem gewisse Parameter vorher erfüllt waren.

00:23:01: Das liegt natürlich auch dran, dass wir Private Equity Owner hatten die natürlich sehr stark auf das Reporting Wert legen und viele Daten und viele Business Pläne natürlich schon entwickelt haben ,dass wir das alles griffbereit haben.

00:23:12: Während der Phase ist die Arbeitsbelastung bei so einem Börsengang extrem hoch signifikant hoch hatten zum Teil Sessions bis Nachts um eins, zwei Uhr.

00:23:21: Und da liegen dann schon auch bei den Scherholtern und aber insbesondere auch Geschäftsführern und Mitarbeitern zum Teil die Nerven blank.

00:23:28: Und es wird Wochenende gearbeitet, nachts gearbeitet.

00:23:30: Wenn da nicht ein gewisser definiertes Enddatum wäre würden wahrscheinlich einige auch hinschmeißen.

00:23:35: in so einer Phase konnten aber logischerweise das operative Geschäft in der Zeit nicht liegen lassen, nicht schleifen lassen.

00:23:40: Die erste Notiz war bei uns die Entscheidung beim Februar, die ersten Notiz mal geplant für Ende Juni und wir wollten natürlich auch mit den guten Zahlen auf jeden Fall aufweisen.

00:23:49: Für Q-Eins sind die Letzten, die dann in den Prospekt eingearbeitet werden.

00:23:53: Wir wollten mit dem Q-eins dann eben noch zeigen dass eben das Wachstum nachhaltig ist und dass das nicht nur bedingt war aufgrund zum Beispiel einer Corona Pandemie.

00:24:01: jetzt hatten wir auch des Glück.

00:24:03: Natürlich muss man sagen, dass einige unsere Eigen Tümer schon Erfahrung hatten auch, wie man so ein IPO-Team zusammenstellt.

00:24:10: Das hat uns natürlich extrem geholfen mit einem professionellen Team.

00:24:13: Das fängt bei den Investmentbank an und es geht weiter über die entsprechenden Anwälte, Steuerberater etc.. dass man da auch wirklich Profis gegenüber sitzen hat.

00:24:22: Denn meistens macht das ein CFO einmal, wenn er Glück hat zweimal, maximal dreimal im Leben dann hat er schon die Erfahrung.

00:24:28: Ich selbst war auch Vorstand fünf Jahre lang von zwei tausend bis zweitausendfünf eines börsennotierten Unternehmens bin aber Post-IPO dazugekommen.

00:24:36: in der Phase des IPOs war ich nicht dabei kann also aus der Erfahrung nur schöpfen was sich damals danach bekommen habe.

00:24:42: Der Spruch postipo ist pre IPO.

00:24:44: den kann ich jetzt allerdings auch bestätigen.

00:24:46: ja Das geht also nach dem Börsen weiter.

00:24:49: Das ist nur ein anderes, nicht mehr ganz so hektisch.

00:24:51: aber die Investoren, die natürlich investiert haben, haben einen unheimlichen Drang noch das Geschäftsmodell besser zu verstehen gerade in der jetzigen Phase wo doch vieles auch in Asien passiert noch mehr Informationen zu bekommen vom Unternehmen ob sie auch auf's richtige Pferd sozusagen oder die richtige Aktie gesetzt haben.

00:25:07: ich Kann nur sagen, das war eine sehr spannende Zeit.

00:25:10: Die Nerven lagen manchmal blank.

00:25:11: Es gab schon auch heftige Gespräche unter allen Beteiligten, ca.

00:25:15: vierzig verschiedene Berater.

00:25:17: da gibt es dann schon hitzige Diskussionen.

00:25:19: aber am Schluss muss man sagen wenns Ziel erreicht ist hat Spaß gemacht.

00:25:22: nicht Spaß macht's wahrscheinlich wenn der Börsengang kurz vorher dann abgesagt wird dass Geld dafür aufgebracht worden ist weil man die Börserreife dann doch unterschätzt hat.

00:25:30: Die Erfahrung war gut möchte sie nicht missen aber es war auch harte Zeit.

00:25:34: Christian, du machst das ja regelmäßig.

00:25:35: Wirst du deine Perspektive auf den Faktor Prozesslänge und Umfang und Komplexität?

00:25:41: Ich mache das regelmäßig.

00:25:42: Jeder Börsengang ist aber sehr individuell und es gibt schon diese Daumenregel, dass ein Börsengang Vorbereitung, Vermarktung und Platzierung der Aktien so sechs bis neun Monate dauert in manchen Fällen vielleicht ein Tag länger.

00:25:53: Hier hatten wir wirklich einen Marathon vom Kickoff-Meeting Bis zu Börse Notiz hat's bei Cherry gerade mal vier Monate gedauert.

00:26:01: Aber man muss wirklich sagen, dass Cherry und auch der Haupteigentümer ein sehr gutes Team zusammengestellt hat Immer im Blick hatten.

00:26:07: Im Juni wollen wir an die Börsel gehen.

00:26:09: Natürlich rappelt es dann auch mal, aber letztendlich wenn jeder ein klares Ziel vor Augen hat ist das darstellbar.

00:26:15: Es ist sicherlich eine sehr große Belastung für das Management Weil neben der IPO-Vorbereitung und Vermarktung mit den ganzen Investorengesprächen, da gab es ja rund zweihundert Investorengespräche, musste sich das Management auch noch um das operative Geschäft kümmern.

00:26:32: Das QEins darf dann nicht vernachlässig aussehen weil sich das Management nur um den Börsengang gekümmert hat.

00:26:37: Also hier ist die Belastung enorm, lässt sich abfedern durch ein sehr gutes Projektmanagement Team was dem Prozess deutlich komplexer noch gemacht hat.

00:26:46: Zunächst einmal musste die GmbH in eine Aktiengesellschaft umformiert werden, dann wurde diese operative Gesellschaft in die AG über ein Reverse Mercher eingebracht.

00:26:57: Das ist auch nochmal ein Prozess von vier Wochen, den man berücksichtigen muss.

00:27:01: Dann gab es noch Akquisitionen.

00:27:03: deswegen gab es einen Erfordernis für Proformerzahlen im Wertpapierprospekt.

00:27:08: da musste das Management zusammen mit den Wirtschaftsprüfern wirklich ne Ganztleistung hinlegen Und die Gesellschaft hatte ursprünglich HGB-Zahlen und da gab es noch eine Umstellung auf IFS Finanzinformation.

00:27:20: Also, da gab's einige Hürden, die dann in den vier Monaten genommen werden mussten.

00:27:24: Aber das sind auch die kleinen Dinge an die man bei so einem Projekt denken muss.

00:27:28: Allein die Zeitverschiebung weil der Hauptaktionär ja in New York sitzt.

00:27:32: Das heißt, alle wichtigen wöchentlichen Telefonsitzungen, Gremienbeschlüsse usw.

00:27:37: mussten halt auch so taktiert werden zusammen mit dem gesamten Zeitplan wann was bei Börse eingereicht wird und bei der Bar von eingereichtet wird das halt auch der Hauptaktionär zustimmen kann bei den ganzen Vorbereitungen.

00:27:50: Das musste auch mit eingeplant werden.

00:27:51: Es soll jetzt hier niemanden abschrecken.

00:27:54: Ich halte weiterhin daran fest dass eine Daumregel von sechs bis neun Monaten für eine IDO-Vorbereitung absolut realistisch ist.

00:28:01: Man sollte hier keine Horrorszenarien bilden, dass es länger dauert und deutlich anstrengender ist.

00:28:06: Aber man muss halt ein gutes Projekt-Team haben!

00:28:09: Wenn das beauftragt und man natiert ist dann kriegt man in Börsengang sehr gut hin in sechs bis neun Monaten

00:28:14: Schön.

00:28:15: Jetzt haben wir sieben Mythen durchdekliniert und ich hätte noch so zwei, drei kurze Schlussbemerkungen, die ich mit euch gerne nochmal abschließend besprechen möchte.

00:28:24: Vielleicht das erste Mal um auch immer die nötige kritische Stimme mit drin zu haben?

00:28:28: Wir haben jetzt sieben mythen besprochen.

00:28:29: also was Leute denken wie es sei an der Frankfurter Börse gelistet zu werden Börsengang zu machen und wie man sich dabei ird.

00:28:36: Christian, gibt es umgekehrt Dinge wo du sagst was viele Leute zum Beispiel auch übersehen?

00:28:41: Also das geht ja nicht nur darum dass man müde mal auseinander nämlich habe falsche Erwartungen an etwas sondern vielleicht fehlen mir sogar manchmal auch die richtigen.

00:28:47: Gibt's da so ein paar Classics die dir auch untergekommen sind.

00:28:49: also für

00:28:50: mich gibts sehr gute gründe um an die Börse zu gehen als Gründe dagegen jedes wachstumsunternehmen wenns in eine neue Phase kommt der Unternehmensentwicklung Wachstumskapital braucht um die Strategie umzusetzen.

00:29:02: Und die Börse ist natürlich perfekter für geeignet, Wachstumskapital aufzunehmen um seine Strategie zu realisieren.

00:29:09: Das Management was ja oft sehr groß an dem Unternehmen beteiligt ist dass sie ihre eigene unternehmerische Visionen-Strategie umsetzen können mit so einem Börsenlernen weil Sie halt wachstumskapital einsammeln Wenn man mal auch an der Börsee ist.

00:29:23: es ist natürlich deutlich einfacher auch zukünftig weiteres Kapital aufzunehmen nicht nur ein Kapital sondern es geht auch darum, es deutlich einfacher für börsennotierte Gesellschaften Anleihen zu imitieren um Fremdkapital aufzunehmen.

00:29:36: Ich würde mir persönlich wünschen man sich nicht abschrecken lässt von diesen falschen Mythen Sondern dass man positiv so einen Börsengang denkt.

00:29:44: Im Vergleich zu England USA und Frankreich hinken wir auch hinterher.

00:29:48: Also wenn wir Emissionsvolumen in Relation zum, sagen wir mal, Protosozialprodukt nimmt von den Ländern oder zum gesamten Finanzierungsvolumen an den Ländern.

00:29:57: Da sieht man das Deutschland mit dem IPO-Emissionsvolum im Vergleich zu den anderen Ländern sehr hinterherhängt und da würde ich mir halt wünschen dass Deutschland auch schließt.

00:30:07: Bernd hast du in der Angelegenheit noch so eine Art Ratschlag von einem CFO zum andern?

00:30:12: Lessons Learned.

00:30:13: daraus ist, da sind wir eigentlich ganz gut aufgestellt gewesen.

00:30:16: Dass man einfach einen soliden Business und Wachstumsplan haben muss.

00:30:20: Das ist jetzt bei uns durch Private Equity automatisch der Fall.

00:30:23: Wir haben ein sehr gutes und starkes Controlling.

00:30:25: das dient aber auch dazu eben gerade auch nach der Börse.

00:30:28: Man will ja nicht die Ernüchterung haben dass man an die Börsen ging.

00:30:31: es hat eine wunderbare Story erzählt und bis erste Quartal werden Gewinnwarnungen oder sowas.

00:30:35: Ein solider Business und wachstum Plan der auch nach dem IPO insbesondere erfüllt werden kann.

00:30:40: ich glaube sehr wichtig, will man an die Börse gehen und insbesondere in den Prime Standard sollte man IFRS schon lange vorher eingeführt haben.

00:30:48: Wir haben IFRS nicht während der Phase eingefürzt sondern wir haben das Gott sei Dank im Jahr zwei Tausend Achtzehn schon eingeführt.

00:30:52: Wir hatten nur gewisse Regelungen wie IFRS zwei und IFRS neun.

00:30:55: also hier Sharebase Payment, Sharebase Embedded Derivatives usw.

00:30:59: Das sind plötzlich Themen die werden bei PE nicht hochgehandelt werden aber dann plötzlich sehr aktuell.

00:31:03: gerade Börsen notierte Unternehmen sind natürlich Wirtschaftsprüfer auch deutlich kritischer in der Auslegung.

00:31:08: Regelungswerk ist was ganz wichtig ist es ein internes starkes Team zusammenzustellen, um die Datenräume zu befüllen, Businesspläne fertigzustellen.

00:31:16: Insbesondere das externe Team Capital Marketsanwälte, Investmentbanken, Standardbanken – wir haben mit den Banken zum Teil bis nachts dreiundzwanzig Uhr verhandelt, aber erst um neun Uhr angesetzt also einundzwantig Uhr.

00:31:26: Steuerberater, Vergütungsberater Investor Relations Agentur, Presseagenturen.

00:31:31: Das ist natürlich eine Riesenkoordinationsaufwand.

00:31:33: da braucht man einen sehr, sehr gutes Team muss sich da auch wirklich jemandem am Bord holen der das Team zusammengestellt.

00:31:38: ja Wir hatten das Glück, hatte ich ja vorhin schon erwähnt dass wir da jemanden hatten der da erfahren war.

00:31:43: Vor allem des Interneteam auf die Arbeitsbelastung vorbereiten eventuell auch Incentives geben, dass das interne Team den die Lust daran nicht verliert weil es ist schon sehr aufwendig Das wichtigste eigentlich trotz aller Strapaz und dann einfach den Spaß an der Arbeit da nicht verlieren.

00:31:57: Das Ziel ist da gesetzt und das glaube ich ist das Wichtigste das alle trotzdem nachher noch happy sind und viel Spass an dem Prozess gehabt haben und dann zwei Jahre später oder ein halbes Jahr später sagen Gott sei Dank kann man das mitgemacht mitmachen.

00:32:09: Schön, letzte Frage an euch beide!

00:32:12: Gibt es so eine Erfolgsstory die euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

00:32:16: Also Bernd du kannst ja mal aus deiner erzählen und Christian du hast glaube ich ganz viele auch begleitet von der Seitenlinie aus.

00:32:22: Ja, für mich war es jetzt wirklich sehr schön zu sehen.

00:32:24: Wolf und ich, wir arbeiten seit rund vier Jahren zusammen eine sehr klare Vision für Cherry aufgebaut.

00:32:30: das ist zum Teil manchmal auch schwieriger mir Private Equity da zusammenzuarbeiten.

00:32:33: Wir haben jetzt einfach den Erfolg gesehen durch den Börsengang circa hundertvierzig Millionen Kapital in die Firma bekommen hat was es uns jetzt ja möglich diese Wachstumstrategie organisch wie anorganisch viel schneller umzusetzen als wir das vorher hätten können.

00:32:46: vielleicht Und ich freue mich auch insbesondere dass wir das gesehen haben dass wir die Investoren in dem Prozess erstens mal kennenzulernen, zweitens auch viele überzeugen konnten.

00:32:57: In die Cherry-Aktie aber natürlich auch in das gesamte Management und da rede ich jetzt nicht über den Vorstand sondern wirklich auch über der Second Line Management dass wir auch in dem zugepräsentiert haben zu überzeugen dass das die richtige Firma ist in die man investieren sollte.

00:33:11: Ja, ich denke jeder Börsengang ist ganz individuell und hat seine eigene Erfolgsstory.

00:33:15: Sicherlich der kleinste gemeinsame Nenner ist wenn auf dem Börsenpaket dann die Glocke geleutet wird und der erste Preis ausgerufen wird.

00:33:24: Das ist sicherlich ganz hauptur weil dann jeder Beteiligte aus diesem Projekt Team weiß wie viel Arbeit dahinter steckt und dass das Ziel gemeinsam erreicht wurde.

00:33:33: Was mir natürlich in guter Erinnerung bleibt ist der Börseingang von Exasol.

00:33:37: es war im Mai Das war während des Lobdowns in der Corona-Pandemie bei dem Go-No-Go-Call, das ist so der Abstimmungskoll.

00:33:45: Ob man entscheidet, man geht jetzt raus mit den Börsengang oder nicht?

00:33:48: Da gab es lange Diskussionen mit den Eigentümern und mit dem Management soll man das wagen.

00:33:53: Das Risiko war natürlich groß dass die Leute nicht am Arbeitsplatz sind oder nicht Entscheidungen treffen können während der Corona Pandemie weil das alles noch nicht sich richtig eingelebt hatte.

00:34:03: Wir hatten dann einfach auf die Investoren vertraut.

00:34:06: wir haben auch auf das Management Geschäftsmodell vertraut, dass das eine tolle Equity-Story ist.

00:34:11: Sind dann rausgegangen und konnten das dann halt platzieren.

00:34:14: Meinerseits mutig aber andererseits waren wir natürlich auch sehr dankbar bei unseren Investoren, dass die dann halt gesagt haben Mensch tolles Unternehmen gebe hier meine Aktienorder auf von zu Hause.

00:34:24: ja weil es wurde alles digital geführt.

00:34:26: Die meisten Leute waren nicht im Büro und haben dann halt von zu Hause ihre Orders bei uns reingelegt.

00:34:30: Und das war sicherlich eine besondere Situation, das möchte ich aber nicht unbedingt noch mal haben.

00:34:35: Ich finde es schon schöner die Investoren mit dem Management einmal auch persönlich zusammenbringt.

00:34:40: Hast du mal nachgezählt eigentlich?

00:34:41: Wie viele von diesen Gensortmomenten du hattest?

00:34:43: also wie viel Glocken hast du Leuten hören?

00:34:45: Ich weiß ich glaube nicht als in den letzten drei Jahren habe jetzt über neun Börsengänge gemacht und insgesamt wahrscheinlich so um die fünfzehn Börsen ginge.

00:34:52: Ach, ist ja schon sportlich.

00:34:53: Gut ihr beiden!

00:34:54: Es hat sehr viel Spaß gemacht und vielen lieben Dank an euch dass ihr eure Erfahrungen eingebracht habt auf das ein paar der Mythen die wir heute zum Basten also zum Platzen gebracht haben andere Leute nicht mehr heim suchen und ja mal schauen.

00:35:04: vielleicht schreiben uns auch noch ein paar leute was sie noch unterkommt.

00:35:07: das ist ja auch immer gedacht als Forum.

00:35:08: von daher vielen vielen dank euch und ich drück euch natürlich weiter die Daumen für mehr Gänsehautmomente und eine weiterhin gute Wachstumstory für Cherry.

00:35:14: Also lieben danke euch

00:35:15: Danke

00:35:19: Danke fürs

00:35:20: Zuhören

00:35:21: beim Digital-Kompakt-Podcast.

00:35:23: Du merkst, hier ziehst

00:35:24: du massig Wissen

00:35:25: für dich und dein Unternehmen heraus!

00:35:28: Wenn du mit uns noch erfolgreicher

00:35:29: werden möchtest,

00:35:30: abonniere uns auf den gängigen

00:35:32: Podcast-Plattformen – und hey, je größer wir werden,

00:35:35: desto

00:35:35: mehr Menschen können wir helfen.

00:35:38: Also erzähl doch auch

00:35:39: deinen Kolleginnen von uns.

00:35:42: Bis zum nächsten Mal.

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