Darum sollten wir unsere Gefühle mit in den Arbeitsalltag nehmen | #Achtsamkeit 🧘🏼‍♀️

Shownotes

INSPIRATION | Gefühle zeigen, emotional werden – das scheint ganz und gar nicht professionell zu sein. Doch unterdrückte Emotionen können uns krank machen, zum Burnout führen. Warum es wichtig ist, Wut, Traurigkeit und Angst auch in unserem Berufsleben zu Partnern zu machen, erklären Marina Löwe und Jana Tasche in dieser Folge von Make it Mindful. Du erfährst... ...was der Unterschied zwischen Emotion und Gefühl ist …was die AVS-Methode auszeichnet …welchen Effekt mindful Self-Compassion hat …wie wir besser mit Gefühlen umgehen …welche Persönlichkeiten besonders anfällig für Burnouts sind …ob Gefühle im Arbeitsalltag die Leistung einschränken …welche Rolle Körperlichkeit beim Umgang mit Emotionen spielt …warum es wichtig ist, ein Set an Werten und Sinn zu besitzen ➡️ Du konntest dir keine Notizen machen? Unser [digital kompakt+ Newsletter](newsletter.digitalkompakt.de) fasst dir für jede Folge die wichtigsten Punkte zusammen Diese Episode dreht sich schwerpunktmäßig um Achtsamkeit: Tief durchatmen und in den Bauch horchen! Auf deinem Weg in ein achtsameres Arbeitsleben begleitete dich bei uns regelmäßig Marina Löwe. Von ihr erfährst du in verschiedenen Folgen, welche Potenziale in dir stecken, wenn du Achtsamkeit als Haltung in deinen Berufsalltag integrierst. __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Marina Löwe, 👤 Jana Tasche, __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 [Übersicht](https://www.digitalkompakt.de/sponsoren/) aller Sponsoren __________________________ ||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema (00:03:04) So graben sich Muster im Umgang mit Gefühlen ein (00:09:45) Wie wirken sich Emotionen und Gefühle im Beruf aus (00:13:27) Was sind Ursachen und Anzeichen für ein Burnout? (00:22:16) Wie kann man einem Burnout vorbeugen? (00:33:31) Was steckt hinter Emotionen und wie geht man damit um? (00:42:31) Welche Rolle spielt Körperlichkeit? (00:53:20) Ausblick: Was können wir ändern? (00:56:58) Welche Methoden gibt es für einen besseren Umgang mit Gefühlen? __________________________ ||||| WIR ||||| 💛 [Mehr](https://lnk.to/dkompakt) tolle Sachen von uns  👥 Wir von digital kompakt streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Make It Mindful bei Digitalkompakt.

00:00:13: Heute reden wir über Gefühle, das im Zusammenhang mit Arbeit und Hochleistung auf jeden Fall.

00:00:19: Emotionen lenken unsere Entscheidungen unseren Umgang miteinander mehr als uns klar ist.

00:00:24: Beispiel gefällig.

00:00:25: Du sitzt in einem Meeting, könntest da im Gegenüber gerade fast ins Gesicht springen vor lauter Wut oder du merkst wie dir gerade vor Wut die Tränen kommen und du sie unterschlucken musst falls dir im Gegenteil nicht klar ist wie sich manche Menschen so wenig im Griff haben können weil das für dich überhaupt nicht geht.

00:00:42: Gefühle im Business Jemand vor dir einen Tränenausbricht oder ein Wutanfall kriegt und du dir denkst Das finde ich gerade völlig unangemessen und einfach nur Unverständnis dafür hast.

00:00:53: Was soll das?

00:00:54: Und was soll es jetzt damit?

00:00:55: Dann ist die heutige Folge für dich wahrscheinlich besonders interessant!

00:00:59: Ich bin Marina Löwe, Talentteam- und Unternehmensentwicklerin und freue mich heute sehr darüber, dass Jana Tasche meine liebe Kolleginnen und Freunden sich Zeit genommen hat um mit uns über das Thema zu sprechen.

00:01:10: Denn Jana behauptet ohne Wut gibt es keine Leidenschaft, keine Bedeutung und ohne Freude, keine Motivation.

00:01:20: Sie sagt wir müssen uns das fühlen erlauben und dann können wir unsere Gefühle als Stärke einsetzen auch im

00:01:26: Business.".

00:01:27: Das besonders spannende an Jana ist für mich dass sie selber erlebt hat was passiert wenn man seine Wut zu lange im Kochtopf gären lässt und immer wieder den Deckel drauf hält.

00:01:40: Jana ist Coach-Trainerin und Yoga-Lehrerin, sie hat fast zehn Jahre lang als Strategien- und Konzepterin in verschiedenen Werbe- und Medienagenturen gearbeitet und war zuletzt Gruppenleiterin für Marketing und Kultur.

00:01:51: Der Burnout hat sie dann am Ende zum Umdenken gezwungen.

00:01:54: Die Tiefe Auseinandersetzung mit ihren eigenen Werten und Träumen hat sie dazu gebracht eine Coachingausbildung zu machen Und in ihrer eigenen Praxis verbindet sie dieses Wissen jetzt mit Yoga und Achtsamkeitstechniken, um so ihre Klienten zu mentalem Freiheit zu begleiten.

00:02:09: Selbstbestimmt zu leben und zu arbeiten!

00:02:12: Und Jana, ich bin heute sehr gespannt darauf was das alles für dich bedeutet und ob du auch teilen kannst mit uns.

00:02:18: Was für dich besonders hilfreich war auf diesem Weg raus aus dieser absoluten Erschöpfung die da hattest.

00:02:25: Also erstmal herzlich willkommen und schön dass du da bist!

00:02:28: Ja vielen Dank für die Einladung und dass sich heute hier sein darf.

00:02:31: Sag mal was macht das Thema Emotionen für dich so relevant?

00:02:35: Ja eigentlich machtes Thema Emotion ... zwei allein mit mir.

00:02:39: Natürlich einmal durch meine eigene Geschichte, durch den Burnout, den ich hatte und ja im Prinzip das was dazu geführt hat und dann natürlich auch jetzt in meiner Praxis als Coach aber beobachte ich auch ganz oft dass einfach Gefühle schon ganz lange mit sich rumgetragen werden und dann in der Coaching-Praxis plötzlich Gefühlen zum Ausbruch kommen die Klienten davon total überrascht sind und dann aber auch erleichtert gehen können.

00:03:03: freit

00:03:05: Diese Überraschung von den Gefühlen, das finde ich auch immer was mehr beim Coaching und der Teamentwicklung auffällt.

00:03:11: Dass wir vieles davon gar nicht so auf dem Schirm haben.

00:03:15: Also wenn ich jetzt mal bei dir gucke du warst in der Medienagenturwelt unterwegs und hast da ja auch wachsend immer mehr Verantwortung übernommen wie bist du früher mit Emotionen und Gefühle umgegangen?

00:03:29: Na ja, ich sag mal so.

00:03:29: Als ich in einem Beruf gestartet bin habe ich eigentlich versucht meine Gefühle und Emotionen außen vorzulassen weil ich immer super professionell auftreten wollte.

00:03:38: Jetzt bin hier von Natur aus eher ein Mensch der Ich würde sagen stark fühlt Und ich kann mich einfach gar nicht abschneiden von meinen Emotion.

00:03:47: und das war sage ich mal ein langer schmerzhafter Lernprozess Der eben letztendlich im Burnout geändert hatte und dem ich dann letztendly zum Umdenken gezwungen hat.

00:03:56: Also erst mal war da der Glaube, okay jetzt ist hier Business und im Business setzt das professionelles Verhalten voraus.

00:04:03: Und professionell ist nicht Emotionen und Gefühle zu haben oder die zu zeigen.

00:04:07: Hast du eine Ahnung wo das herkam?

00:04:09: Diese Meinung?

00:04:10: hat man dir das gesagt oder dir das Umfeld gespiegelt?

00:04:12: Oder wo kam diese Meinung her dass es dann nichts zu suchen hat?

00:04:16: Ich glaube, das war so eine Mischung aus dem Beobachterungen, die ich gemacht habe.

00:04:21: Als ich angefangen hatte zu arbeiten und die ganzen Praktika, als ich sie gemacht hab, habe ich mir natürlich Führungskräfte angeguckt, die schon in höheren Position waren.

00:04:29: Und hat sie immer als sehr taf, geradeaus.

00:04:31: Da haben im Prinzip Emotionen gar keine Rolle gespielt.

00:04:35: Natürlich war das damals alles unterbewusst.

00:04:37: Die Bewusstheit mit der Reflektion jetzt in den Jahren da reingekommen.

00:04:41: Aber zu dem Zeitpunkt dachte ich einfach wenn ich hier ... Was erreichen möchte in der Branche, in meiner Karriere.

00:04:48: Ich hatte natürlich riesengroße hohe Ziele, wollte möglichst schnell in eine Führungsposition kommen viel Geld verdienen was man halt so für Träume auch hat wenn man in den Beruf startet.

00:04:58: und ja für mich gab es eigentlich nur einen Weg nämlich die Karriereliter nach oben.

00:05:01: und da habe ich gedacht Den Weg schaffe ich nur wenn ich es schaffe die Emotionen außen vorzulassen.

00:05:06: Und dass das natürlich ein Truckschluss ist Ja, habe ich bitter gelernt.

00:05:11: Aber ich bin auch super dankbar über diesen Prozess, den ich gegangen bin weil er mich ja letztendlich dahin gebracht hat wo ich heute bin und diese tiefe Auseinandersetzung zu haben durch den Burnout mit mir selber Mit meinen Werten was mir überhaupt wichtig ist.

00:05:24: Für die Zeit bin ich heute super dankbauch wenn ich damals traurig wütende.

00:05:27: also ich glaube da kam wirklich alle Emotionen zusammen Die man nur haben kann in dem Moment Und auch in dieser Phase.

00:05:33: aber das hat sich eben kehrt und aufgeräumt.

00:05:36: Ich bin innerlich wesentlich ruhiger geworden Ja, ich würde sagen zu mir gefunden wie man es auch schön immer sagt.

00:05:42: Ich

00:05:42: bin dir übrigens extrem dankbar dass du das so offen teilst deine Geschichte weil du gerade auch schon was sehr wichtiges gesagt hast was glaube ich vielen Führungskräften gar nicht klar ist Wie sehr dieses erleben wie Führungskräfte mit ihren Emotionen und Gefühlen umgehen bei dir unbewusst diese Meinung mitgeformt hat.

00:06:01: ah okay die zeigen es nicht.

00:06:03: ich erlebe die gar nicht als emotional oder sehr offen über ihre Gefühle.

00:06:09: Anscheinend ist das was, was einen dann gar nicht nach oben bringt.

00:06:12: Oder was man zumindest wenn man in Führung gehen möchte im Weg steht oder da nicht mehr hingehört.

00:06:18: Das ist eine Ebene die glaube ich vielen Führungskräften gar nicht klar ist wie sich das auf dich dann irgendwie ausgewirkt hat ohne dass es verabsichtigt war?

00:06:25: Ja absolut und das war auch ne sehr wertvolle Erkenntnis für mich denn letztendlich weil nach meinem Burnout bin ich erstmal zurückgekehrt in die Media Agentur habe dann auch eine Führungen Position angenommen weil ich einfach gucken wollte, wie ich das auch schaffe mit meinen ganzen Erkenntnissen eben aus dem Burnout und wollte das einfach mal ausprobieren.

00:06:44: Und habe natürlich durch den Burn-Out dann auch diese Erkenntnis gehabt.

00:06:48: als Führungskraft ist man nicht nur eine fachliche Person die irgendwie guckt dass alles läuft und die Projekte gut laufen und man die irgendwie zu einem guten Abschluss bringt sondern auch Dass sich die Leute im Team gut fühlen.

00:06:59: Das wenn sie sich mal einen Tag nicht so gut fühlt dass man darauf eingeht und sagt Ey es ist auch in Ordnung wenn du dich heute mal nicht so Gut fühlst.

00:07:05: Was brauchst du jetzt gerade, um trotzdem arbeiten zu können?

00:07:08: Bist du heute überhaupt arbeitsfähig?

00:07:10: Macht es nicht vielleicht mehr Sinn für dich heute einmal nach Hause zu gehen, dir eine Pause zu gönnen und dann morgen wieder mit vollem Elan reinzukommen.

00:07:17: Weil ich glaube wenn wir uns diese Pause nicht gönn ... Ziehen wir das nur auseinander wie Kaugummi, diese Phase in der wir weniger leistungsfähig sind.

00:07:26: Wenn wir uns diese Pausen gönnen dann sind ja mal einen Tag krank aber dafür zieht sich das nicht über Wochen hin sondern wir sind am nächsten Tag wieder leistungsstark und ich glaube es kennt jeder wenn man sich irgendwie meine schlaflose Nacht um die Ohren haut.

00:07:39: Wir bringen alle unsere Probleme aus dem Alltag mit in die Arbeit.

00:07:43: Keine Ahnung, es kann ja immer mal sein dass irgendwas zu Hause vorgefallen ist.

00:07:47: Ein Streit mit dem Partner irgendwie Leute die Kinder haben Familien die Kinder die spielen natürlich auch nicht immer mit und da kannst du natürlich mal zur schlaflosen Nächten kommen.

00:07:56: wenn man dann am nächsten Morgen aufsteht mit Kopfschmerzen muss man sich dann ins Büro setzen oder ist das dann nicht einfach möglich von zuhause aus zu arbeiten Homeoffice zu machen?

00:08:05: Liebeskummer ich weiß es nicht Todesfälle also die Bandbreite ist ja groß.

00:08:09: an Dingen wie wir alle mit auf die Arbeit bringen das Außen vorzulassen, habe ich natürlich jetzt erkannt.

00:08:15: es ist ein total kranker Ansatz in meinen Augen weil es ja überhaupt nicht möglich ist.

00:08:20: Ich schicke ja nicht eine andere Jana morgens zur Arbeit als die die abends dann nach Hause kommt und irgendwie in ihr Privatleben startet sich mit Freunden trifft sondern ich komme mit dem gesamten Paket zur Arbeit.

00:08:31: Und natürlich geht es gleichzeitig auch dann darum die Emotion, ich finde das Wort regulieren irgendwie nicht so schön.

00:08:38: Aber ich sage mal gut mit sein Emotion umgehen zu können und natürlich sollte ich den Ärger, den ich jetzt Zuhause habe vielleicht nicht unbedingt auf der Arbeit auslassen und da irgendwie die Stimmung im Arbeitsumfeld verpesten sondern ich sollte mir dessen bewusst sein dass es mir heute nicht so gut geht und dann gucken wie kann Ich denn damit umgehen?

00:08:58: Und wie kann ich es auch schaffen, das eben nicht an meinen Arbeitskollegen auszulassen?

00:09:01: Sondern dass irgendwie für mich zu verarbeiten und ja trotzdem gut durch den Tag zu kommen.

00:09:06: Die Gefühle die da sind, nicht aus den Gefühlen herauszuhandeln... Also für mich geht es darum, die Gefühne nicht zum Treiber werden zu lassen, die mich quasi durchs Dorf treiben sondern die Gefülle als Antreiber zu nehmen.

00:09:20: Im Prinzip wenn man's vergleicht mit einem Auto.

00:09:22: Die gefühle sind eigentlich nicht der Motor, sondern die das Benzin.

00:09:26: Und da ist natürlich auch eine Mischung drin, ein Benzin ist ja irgendwie auch ne Mischungen und darauf kommt es für mich an.

00:09:33: um dann eben auch bewusst wählen zu können lasse ich jetzt sozusagen den Motor an und dass Benzin läuft ein oder sage ich lass heute den Motor irgendwie aus und dieses Benzin fließt heute da mal nicht rein.

00:09:46: Das

00:09:46: ist auch ein spannendes Bild mit dem Benzin und dem Motor Und ich erinnere mich, dass wir auch Gespräche hatten gerade über was macht das eigentlich mit dir?

00:09:57: Diese Erfahrungen die du gemacht hast grade auch in der Corona-Situation.

00:10:00: Weil ihr hattet ja auch den Lockdown wo du dann in der Gruppenleitung gesessen hast und wir auch darüber gesprochen haben war wie ist das für dich jetzt eigentlich in der Führung zu sitzen und auch zu sehen da es eine ganz große Bandbreite die du auch in deinem Team erlebst?

00:10:14: also was hast du da vom Team zurückgespiegelt bekommen?

00:10:17: oder wie hat sich das ausgewirkt für dich einen anderen Umgang gewählt hast mit Gefühlen und Emotionen im Team, als du das früher selber erlebt hast.

00:10:28: Na ja was ich immer versucht habe zu machen ist ganz informelle Termine einzustellen, ein Feierabend getränkt gemeinsam einzunehmen und einfach mal ins Team zu horchen.

00:10:37: wie geht's euch?

00:10:38: Was ist gerade los?

00:10:40: Wir waren irgendwie alle alleine zu Hause.

00:10:42: Teilweise waren die Leute ganz alleine zuhause eingeschlossen.

00:10:45: Ich hatte einen im Team, der tatsächlich auch zwei Wochen in Quarantäne musste dann mal zuhorchen.

00:10:49: Kann ich dir irgendwas Gutes tun?

00:10:51: Und ich habe ihm dann einmal zum Beispiel Einkäufe vorbeigebracht.

00:10:54: Jetzt hab' ich natürlich irgendwie ein kleines Team um mich und hat den Luxus mir das dann noch leisten zu können und da auf jeden individuell eingehen zu können.

00:11:01: aber ja einfach reinzuerhorchen und mal wirklich auch zu fragen wie fühlt ihr euch denn nicht einfach nur zu fragen Wie geht es euch wieder so dieses amerikanische?

00:11:10: Was ist das für dich, Frau Arjo?

00:11:28: dem, wie es ihnen gerade geht und da keine Angst vorzuhaben.

00:11:32: Das habe ich zumindest immer versucht das zu machen.

00:11:34: Jetzt könnte man natürlich mal ein Team fragen, wie das angekommen ist.

00:11:36: aber so hab' ich das zumindest versucht in der Corona-Zeit zur Hand haben und auch im täglichen Umgang jetzt.

00:11:42: Das eine war ja das Feedback von deinem Team.

00:11:44: Das andere ist ja das Arbeitsergebnis weil ich habe einige Führungskräfte grade im Kopf mit denen ich auch im Coaching merke dass sie da echt mithaordern.

00:11:52: dieses Ja, aber ich bin ja nicht dazu da jetzt einen das Köpfchen zu streicheln.

00:11:56: Und wenn wir ständig über die Gefühle reden, dann meinen die nachher ... Die könnten jetzt ständig, wenn ihnen man nicht danach ist Hause bleiben und am Ende leidet die Leistung total.

00:12:05: Wie hast du das erlebt beim Arbeitsergebnis in deinem Team?

00:12:09: Da könnte man meinen auch es lässt sich fair kommen.

00:12:11: Ich komme heute nicht komm ich morgen, Diana versteht das schon!

00:12:13: Also

00:12:14: ich habe die Erfahrung gemacht dass der Leistung gar keinen Abbruch getan hat eher im Gegenteil.

00:12:19: Ich bin eher immer die Person, die wirklich darauf hinweist und sagt wenn es dir nicht gut geht dann gönnt ihr eben diese Pause.

00:12:26: Und dass das manchmal auch gar nicht so gerne angenommen wird sondern die Leute trotzdem lieber arbeiten möchten.

00:12:33: ich glaube das hat natürlich auch ganz viel mit der aktuellen Situation zu tun mit Corona wo man natürlich beobachtet, dass in anderen Firmen Stellen gekürzt werden, Kündigungen ausgesprochen werden.

00:12:44: Und da geht es dann natürlich irgendwie um Existenzen und auch um Existenzangst.

00:12:49: Das ist bestimmt noch mal eine spezielle Ausnahmesituation.

00:12:52: aber ich habe bisher... noch nie die Erfahrung gemacht, dass das irgendwie der Leistung Abbruch getan hat oder die Leute gedacht haben naja gut dann kann ich ja als Frau sein und mich vielleicht auch mal einen Tag mehr krank melden.

00:13:02: Ich glaube, dass eher das Gegenteil der Fall ist.

00:13:05: Ich denke, dass sich Leute eher mal krankmelden wenn sie gar nicht krank sind.

00:13:09: Wenn Sie das Gefühl haben die ganze Zeit nur unter Druck gesetzt zu werden weil es sich dann so eine Einstellung einstellt, naja wenn ihr mir nicht irgendwie auch was Gutes mal geben könnt, dann nehme ich mir das halt jetzt einfach.

00:13:19: Und ich glaube, dadurch eher die Kranken die Krankentage steigen, als wenn man damit ganz offen und ehrlich eben umgeht.

00:13:27: Ja das sind ja auch Zahlen.

00:13:28: ich meine, wenn dieses Prinzip der Dauerleistung und dieses keine Schwächenzeichen funktionieren würde... dann würden wir andere Zahlen sehen in den Statistiken.

00:13:38: Dann hätten wir nicht die Krankentage, die wir haben, dann hätten wir diese Zunahmen von psychologischen Erkrankungen oder auch psychosomatischen Krankheiten.

00:13:46: Selbst wenn ich diese Herz-Kreislauferkrankungen nehme, da sind ganz viele oder Magen-Darm-Probleme, werden wir gleich auch noch mal drauf gucken was alles so anzeichen sein können von einem möglichen Burnout oder eben dass man diesen Erschöpfungs und Überlastungsmoment reinkommt.

00:14:02: Das ist irre, wenn ich mir da die Zahlen angucke und denke ja dieser Ansatz hat früher sehr viel Beachtung gefunden.

00:14:11: Wir sehen aber... aufgrund ganz vieler Fakten, dass es nicht unbedingt der geschickte Ansatz ist.

00:14:16: Und wenn wir noch mal auf deine persönliche Geschichte zurückgucken... Du hast ja auch ganz viel darüber gesagt das es mit Reflexion aber auch mit deinen Werten zu tun hatte.

00:14:25: Magst du uns nochmal mitnehmen?

00:14:26: Was war die Ausgangssituation?

00:14:28: also wir wissen schon du hast über die Führungskräfte und das System in dem du unterwegs warst den Eindruck gehabt Professionell muss man sein, damit man nach oben kommt und professionell sein heißt.

00:14:39: Keine Schwäche zeigen und Emotionen und Gefühle haben hier keinen Platz.

00:14:42: Wie hat sich das Ganze aufgeschaukelt bei dir?

00:14:47: Das hat sich in dem Sinne aufgeschaut, dass also.

00:14:51: im Prinzip war es rückblickend betrachtet sehr facettenreich.

00:14:53: In dem Moment habe ich natürlich einfach nur gedacht Ich hab damals an einem sehr großen und auch im Nachhinein sehr erfolgreichen Projekt gearbeitet Und war da alleine verantwortlich für die Projektkoordination, war mit bei Dresd dabei.

00:15:08: Im Prinzip hing die ganze Verantwortung an mir und im ersten Jahr war das auch noch in Ordnung weil das Projekt noch überschaubar war.

00:15:15: Im zweiten Jahr wurde das größer.

00:15:16: ich hatte mehr Dienstleistern zu tun mit mehr Parteien die ich einfach involvieren musste und ich habe mich die ganze Zeit gefühlt wie so ein Jean-Glaure der die ganze zeit die Bälle in den Luft halten muss und hab damals häufiger mal um Hilfe gebeten tatsächlich im Team auch und habe diese Hilfe nicht bekommen.

00:15:32: Das hat mich natürlich wütend gemacht, aber die Wut hatte keinen Platz.

00:15:36: Dann sind Sachen passiert, die natürlich nicht vorhersehbar waren.

00:15:39: Ich hab dann jetzt auch im Nachhinein erkannt da kam natürlich so ein Perfektionsstreben von mir dazu.

00:15:45: ich wollte das alles möglichst fehlerfrei funktioniert Alles ganz professionell abläuft Und ich wurde immer wütender.

00:15:53: also in mir drin hat sie eine richtige Wut aufgebaut und ich hatte auch Situationen auf der Arbeit wo ich in Konfi gegangen bin mit einer befreundeten Kollegin, wo ich einfach mal gut ablassen musste.

00:16:03: Ich war so wütend!

00:16:04: Ich habe so rumgeschehen.

00:16:06: Dann sind immer wieder Situationen passiert und einmal saß ich dann tatsächlich mit meinen beiden Teamchefs also mit meinem direkten Chef und dem da drüber im Konfi... Und ich bin da einfach ausgeflippt wirklich sprichwörtlich ausgeflippt.

00:16:20: Ich hab rumgeschrieben, also Rückblicken, wenn ich da drüber nachdenke, dann stelle ich mir mich selber gerade vor wie wirklich mit Schaum vor Mund, vor Wut... Wie rumpelt steht's denn durch diesen Konferenzraumlaufe?

00:16:33: Weil einfach Dinge passiert sind!

00:16:35: Ich keine Unterstützung bekommen habe, Dinge falsch gelaufen sind und letztendlich alles an mir hängen geblieben ist und ich mir damals den Schuh angezogen hat das es mein Fehler war.

00:16:45: Und das war dieses Brudeln in mir.

00:16:48: Und dann natürlich, bin ich aus dem Konferenzraum raus nach dieser Situation und dachte in dem Moment ach du Scheiße Jana bist du eigentlich komplett irre.

00:16:57: Wie kannst du hier auf der Arbeit so ausrasten?

00:16:59: Das kannst du dir nicht erlauben!

00:17:01: Du bist hier projektverantwortlich.

00:17:03: Du musst professionell sein also immer wieder dieses Professionell sein das hat hier ein bisschen nichts zu suchen hab da natürlich versucht das irgendwie zu regulieren wie ich damals dachte.

00:17:13: jetzt im Nachhinein betrachtet habe ich einfach nur die Emotionen versucht wegzudrücken und ich habe gearbeitet wie eine Irre von morgens bis abends.

00:17:21: Und irgendwann bin ich an einem Punkt angekommen, saß ich beim Arzt.

00:17:25: Ich war eigentlich nur da um die Blutergebnisse vom Allergie-Test abzurufen weil ich damals auch ganz stark mit Allergien zu kämpfen hatte.

00:17:33: Der Arzt guckte mich dann an auf den wir das besprochen hatten und guckten mich an und sagte so Frau Tasche kann ich sonst noch irgendwas für sie tun?

00:17:41: Irgendwas hat er mir in dem Moment geöffnet und die Tränen flossen nur aus mir heraus Und ich konnte überhaupt nichts sagen.

00:17:48: Ich hab nur gesagt, ich bin total fertig.

00:17:51: Ich weiß nicht was mit mir los ist.

00:17:53: Können Sie mich irgendwie für ein paar Tage krank schreiben?

00:17:55: Ich glaub, ich muss einfach mal

00:17:57: schlafen.".

00:17:59: Der Arzt hat dann zu mir gesagt ja, ich schreib sie nicht hier für ein Paar Tage kranken sondern ich schreibe sie jetzt mal direkt für zwei Wochen krank und nächste Woche kommen sie dann und dann unterhalten wir uns mal in Ruhe.

00:18:08: Zu meinem Glück der Arzt war eben eine Allergologe und eben Psychotherapeut.

00:18:12: In der Woche da drauf bin ich noch zu dem Arzt gegangen habe mich fast eine Stunde lang mit ihm unterhalten und er fragte mich dann so zum Abschluss, Frau Tasche was denken Sie denn?

00:18:21: Was sie haben?

00:18:22: Habe ich gesagt naja vielleicht so ne kleine Krise und vielleicht müsste ich auch einfach mal wieder ein bisschen schlafen.

00:18:29: Na der zu mir gesagt nee jetzt die haben eine Depression und zwar keine leichte Depressionen sondern eine mittelschwere Depression.

00:18:35: sie sind einfach völlig ausgebrannt.

00:18:40: Mit der Diagnose bin ich dann rausgegangen aus der Arztpraxis und die Tränen flossen einfach.

00:18:44: Ich hab mich so hilflos gefühlt!

00:18:47: Ich wusste überhaupt nicht wohin mit mir, ich hatte dann eine Freundin... Die habe ich dann angerufen, die hat um die Ecke gewohnt, die war zum Glück auch zu Hause.

00:18:54: Da bin ich da hingelaufen, sie hat dann zu mir gesagt, Jana wo ist denn dein Fahrrad?

00:18:58: Und ich sagte Gott das habe ich bei der Arzpraxis stehen lassen.

00:19:01: also ich war völlig gedanklos, kopflos, völlig verwirrt und wusste wie mir geschieht und war dann zum Glück erst mal bei ihr, konnte damit ihr drüber reden.

00:19:11: Und bin dann aber irgendwie nach Hause gegangen und ich war einfach nur fertig.

00:19:16: die ersten Wochen war ich einfach noch fertig habe so viel geschlafen und hab einfach nichts gemacht.

00:19:22: und das war aber auch ein Kampf in mir selber weil ich immer dachte du kannst nicht jetzt einfach nichts machen!

00:19:29: Ich dachte immer ne also Ich muss ja auch wieder arbeiten.

00:19:33: So, ich dachte immer naja so in ein zwei Wochen ist das schon irgendwie geregelt.

00:19:37: aus den ein zwei wochen wurden acht Monate.

00:19:39: also ich war acht monate aus dem job raus und im nachhinein war dass die wertvollste zeit die mir jemals jemand geschenkt hat oder die ich mich auch selber natürlich geschenkte habe dadurch dass ich meinen inneren drang wieder direkt zurück zur arbeit zu gehen widerstanden hab Natürlich irgendwie ein Auf und Ab.

00:19:57: Ich wurde auch zwischendurch wütend und hab gedacht, warum ich?

00:20:00: Was soll das?

00:20:01: Warum passiert mir das?

00:20:02: Das kann mir noch gar nicht passieren!

00:20:04: Und meine Mutter hatte schon vorher immer mal bevor es passiert war zu mir gesagt, Jana passt auch nicht dass du irgendwann in Burnout.

00:20:12: Ich mein man kennt das ja auch aus der Werbebranche und so.

00:20:16: diese Spur konnte das damals nicht hören und war dann natürlich auch wütend so im Prinzip, dass jemand schon vorausgeahnt hat.

00:20:25: Und ich da auch nicht drauf gehört habe und hab mich einfach komplett der Situation ausgeliefert gefühlt und meinen eigenen Emotionen.

00:20:31: Wow!

00:20:33: Also was für Intensität auch einfach in der Zeit?

00:20:37: Dass du um Hilfe gebeten hast, dich da alleine gefühlen hast, dann dieser Eigenanspruch diese große Verantwortung Auch noch dieses ganz feste Glauben daran, dass diese Emotionen da nichts zu suchen haben.

00:20:52: Das stelle ich mir anstrengend vor damals in der Zeit sich dann auch obendrauf nicht gehört zu fühlen und zu merken je mehr ich den Deckel eigentlich drauf halte und darüber hatten wir im Vorfeld gesprochen.

00:21:05: Dieses runterhalten von deiner Wut die du da schon hattest über Leute.

00:21:11: ich habe ganz oft gesagt ich brauche Hilfe es funktioniert hier ganz vieles nicht.

00:21:16: Und dann zu merken, das Bild was mir immer hilft ist dieser Luftballon.

00:21:19: Wenn du den mit Luft gefüllt hast und versuchst ihn unter Wasser zu drücken.

00:21:22: Immer wieder!

00:21:23: Das kostet wahnsinnig viel Kraft und Energie.

00:21:25: Ich darf hier nicht ausflippen ich muss professionell sein.

00:21:30: Ja, dann kommt dieser Punkt wo du diese Kraft nicht mehr hast das unter Wasser zu halten und es plöpt dir da in diesem Besprechungsraum raus wo du mit deinen Chefs da sitzt.

00:21:38: Und dann kommt auch noch dieses Schuld oben drauf des Schamgefühl.

00:21:42: Oh Gott jetzt habe ich erst recht diese Professionalität nicht eingehalten!

00:21:47: Dann bist du im Kreislauf drin wo du im Nachhinein ja auch beschrieben hast wie viel du geschlafen hast.

00:21:53: Das ist im Grunde genommen bei allem, wo wir wissen heute, Burnout ist so schwer zu greifen als eine Definition.

00:22:00: Also es gibt bis heute keine eindeutige Definition von Burnout.

00:22:03: man ist sich nicht einig das ist es und die anderen Sachen sind es nicht.

00:22:08: aber was sie miteinander gemeint haben dieser absolute Verstreuung von Energien oder dass der Akku komplett leer ist?

00:22:16: am Ende Und was ich mich gerade frage wenn du schon sagst, dass deine Mutter wusste Kind geht's dir gut und bist du dir sicher, dass das alles so im richtigen Fahrwasser ist?

00:22:30: Wenn du zurückguckst heute auf die Zeit.

00:22:34: Was hätte dir damals früher helfen können?

00:22:36: also, dass jemand dir nahesteht und dich drauf anspricht war anscheinend noch nicht das was du hören wolltest und was durchgedrungen ist.

00:22:43: Was glaubst du hättest noch gebraucht?

00:22:46: Ja, ich glaube dass das schon ein Zeitpunkt war wo es zu spät war.

00:22:50: Es gibt ja diese verschiedenen Stufen im Burnout und irgendwann hat man ja kompletten Empathieverlust und ist wie so am Tunnel gefangen und ist auch überhaupt nicht mehr empfänglich für das Außen.

00:22:59: Und ich glaube ich hätte jemanden gebraucht der mir eher über Fragen auf den richtigen Weg hilft also nicht sagt mach das mal so und so undso.

00:23:10: weil da bin ich sowieso vom Typ her total rebellisch.

00:23:15: Wenn mir jemand sagt, was ich zu tun und zulasten habe, dann reagiere ich meistens mit dem Gegenteil.

00:23:20: Und denke mir so jetzt erst recht über den Kopf durch die Wand ein bisschen.

00:23:24: Also das ist natürlich Typssache.

00:23:25: aber was mir damals geholfen hätte wäre wenn mir jemand die richtige Fragen gestellt hätte und vor allem auch die richtigen Fragen da hingehen zu sagen Jana hast du dir eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht ob dieser Job zu dir deinen Werten dein Bedürfnissen passt?

00:23:42: Weil das war letztendlich, was ich für mich im Nachhinein auch erkannt hab.

00:23:45: Dass ich ganz lange eigentlich gegen meine Bedürfnisse, gegen meine Werte gearbeitet habe und immer versucht habe, mich ... Also sagen wir mal, ich bin ein rot-grün parierte Typ Und ich hab mich immer versucht in einen Umfeld einzupassen Was Hinklila gebatigt ist.

00:24:03: Ich hab immer versucht wie so'n Chameleon in dieses Umfeld reinzupassen.

00:24:07: Das hat natürlich nicht funktioniert.

00:24:11: Ja, über Jahre lagen immer und immer wieder versucht mich da einzupassen.

00:24:15: Und auch Rückblicken betrachtet habe ich mich nie so richtig wohl in diesem Umfeld Werbung gefühlt weil das natürlich mit super viel Leistungsanspruch zu tun hat.

00:24:27: und ja am Anfang sich auch viel ducken einfach nur viel machen viel wegmachen Passt eigentlich gar nicht zu mir, ich bin ein sehr freiheitsliebender Mensch.

00:24:37: Ja und du hast ja gesagt Leistungsorientiertes Umfeld also da könnte man jetzt irgendwie auf den falschen Trichter kommen und denken okay Jana ist nicht so viel Leistung aber ich erlebe dich ja ganz im Gegenteil als jemand der von sich aus und das hast du am Anfang auch beschrieben sehr hohe Ziele hat und sehr viele Dinge einfach mit Freude und Leidenschaft macht.

00:24:56: sondern was genau war dass an diesem leistungsorientierten Umfeld was dir nicht entsprochen hat.

00:25:02: Du hast auch mal so etwas angedeutet von den Umgang miteinander, also das eine war ja das Zeigen von gefühlenen Emotionen und du sagst, du bist jemand der sich schon als jemand beschreiben würde, der grundsätzlich einen guten Zugang hat?

00:25:14: Aber was war das, was an dem Umfeld für dich als Mensch toxisch war?

00:25:19: Gar nicht per se vielleicht, aber was für dich, der so viel Kraft gezogen hat?

00:25:24: Was mir vor allem ganz viel Kraft gezogen hat ist die Frage, die ich mir immer selber ... immer wieder bestellt habe, wofür mache ich das hier eigentlich?

00:25:34: So.

00:25:34: Ich hab nicht für eine Agentur gearbeitet die irgendwie nur nachhaltige Marken und sowas betreut hat sondern natürlich irgendwie die großen Marken.

00:25:42: Und natürlich auch war es toll diese großen Markens zu arbeiten.

00:25:46: aber ich habe mich immer wieder gefragt wieviel mach ich das eigentlich?

00:25:49: und vor allem auch einer Reise nach Asien von der ich dann wiedergekommen bin und gedacht hatte Menschen sind damit so wenig, so glücklich.

00:25:58: Und da sind aber trotzdem so viele Probleme und wir leben hier irgendwie so

00:26:02: privilegiert.".

00:26:02: Und wofür mache ich das eigentlich?

00:26:04: Also ich hatte dann irgendwann so den Punkt, mache ich dass dafür, dass sich irgendein CEO einer großen Firma am Ende des Jahres die Taschen noch voller machen kann?

00:26:13: ist das meine Lebensaufgabe, ist das, wovor ich meine Zeit irgendwie nutzen möchte ohne irgendwie einen größeren Impact zu haben.

00:26:24: Da war für mich die Antwort eigentlich von Anfang an nein!

00:26:27: Nein, und die Antwort war auch schon vor dem Burnout.

00:26:29: Die Frage habe ich mir nicht zum ersten Mal gestellt.

00:26:31: Ich hab davor immer so ein bisschen weggedrückt.

00:26:33: Ich wusste, dass die Antwort nein ist aber... ...ich wusste auch keine bessere Antwort!

00:26:37: Ich wuste nicht was das

00:26:38: Ja ist.

00:26:39: Und ja, zu dem Thema Werte.

00:26:42: Ich habe eben immer gegen meine Werte, gegen meine Bedürfnisse gearbeitet.. ..und mich da immer eingepasst wollte immer professionell sein.

00:26:50: Die Emotionen weggedrückt und das hat glaube ich letztendlich einfach dazu geführt dass ich dann in diesen Strudel gerissen wurde und mich dann wirklich mal intensiv mit dem Ja auseinandersetzen dürfte.

00:27:01: Wofür möchte ich denn meine Zeit, meine Energie einsetzen?

00:27:05: Und gibt es vielleicht auch ein Arbeitsumfeld, indem ein Mensch der einen guten Zugang zu seinen Emotionen hat, gut zu Hause ist und trotzdem irgendwie was erreichen kann?

00:27:14: Weil natürlich habe ich einen gewissen Leistungsanspruch und ich hab gerade so einen ganz interessanten Persönlichkeitstest selber nochmal gemacht ein starkes Leistungsmotiv.

00:27:25: Deswegen an sich so auf dem Papier pass ich total gut in diese Welt rein, weil ich eben diesen Leistungsanspruch habe.

00:27:32: aber die Frage ist eben wofür und warum?

00:27:35: Und das hat für mich nicht mehr gepasst!

00:27:37: Da hab' ich mich einfach selber eine ganze Zeit lang ja auf gut Deutsch verarscht und hab' diese Frage immer wieder weggedrückt bis sie halt irgendwann so laut und präsent wurde dass ich mich damit allpredativ auseinandersetzen musste.

00:27:50: Ja, und da hast du so viele Überträge auch zu dem Thema Achtsamkeit allgemein.

00:27:55: Weil ja oft die Frage kommt, wieso ist das wichtig?

00:27:58: Man kann auch einen anderen Überbegriff als Achtsammkeit dafür nehmen.

00:28:01: aber Achtsamtkeit fasst es für mich deshalb ganz gut weil's bedeutet achtest Du auch darauf.

00:28:06: also ist es dir zum Einen überhaupt bewusst dass es ein Thema ist, da mal hinzugucken.

00:28:11: Und machst du's dann auch?

00:28:13: Du hast gerade mehrere Sachen gesagt, also das eine ist diese Sinnfrage für sich zu klären.

00:28:17: Was is mein Zweck der Existenz?

00:28:20: Wie der Streleki das so schön nennt oder was is mein Purpose?

00:28:24: Der muss jetzt gar nicht unbedingt immer ... Ich will weltverbesserer sein!

00:28:28: Aber hab ich klar wofür ich die Leistung bringe und wofü renn' ich hier

00:28:33: eigentlich?!

00:28:34: Das zweite, was du gesagt hast sind die Werte.

00:28:36: Was sind Dinge, die mir wirklich wichtig sind?

00:28:39: Und wo fordert mein Arbeitsumfeld von mir ein Verhalten was da nicht konform geht.

00:28:44: Also sei es moralisch ethisch kannst du's eigentlich nicht mit deiner Einstellung übereinander bringen oder... Du handelst ein Stück weit vielleicht auch gegen deine Überzeugungen.

00:28:53: Ich weiß, dass du mir auch mal einen Beispiel genannt hast von einem Werbepartner wo du gesagt hast, ach das ist eben keiner der gesundheitsförderlich ist.

00:29:01: aber ich sorge eigentlich mit meiner Marketingkampagne dafür, dass die Leute einem ja quasi auch Suchtmittel positiv gegenüberstehen.

00:29:10: und wie kriege ich das für mich übereinander diesen Wertekonflikt?

00:29:15: Das glaube ich ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt den viele gar nicht für sich klar haben.

00:29:19: Denn das ist am Anfang eine kognitive Dissonanz.

00:29:23: also ich stehe eigentlich fast oder ich glaube an etwas und ich handle aber die ganze Zeit dagegen.

00:29:28: Und dann habe ich zwei Möglichkeiten entweder pass ich jetzt mein Wertekonstrukt an Ja, und drehen mir das so lange quer bis es übereinander passt.

00:29:35: Und ich sage, na ja ... Das ist nur die Eigenverantwortung des Konsumenten.

00:29:39: Der muss selber wissen, was er sich zuführt oder nicht.

00:29:42: In gesunden Maße ist es auch nicht schädlich.

00:29:45: Oder bleibe ich bei dem, wofür ich überzeugt bin?

00:29:49: Und stelle dann mein Handeln in Frage.

00:29:51: Wenn ich den Fokus auf die Karriere hatte wie du es gesagt hast... Es gibt bestimmte Persönlichkeitsstile, sag ich mal.

00:29:59: Die haben eine höhere ... Prädestinierung dafür, eventuell in diese Erschöpfungsmodi reinzukommen.

00:30:05: Also wenn man sehr perfekt journalistisch ist ein ganz hohen Anspruch ich muss alles richtig machen und es muss perfekt sein.

00:30:11: dann diese geringe Kompetenzerwartung wenn die nur dazu käme.

00:30:14: also Ich schaff das nicht!

00:30:16: Ich habe gar keine Chance.

00:30:17: was bei dir ich eher rausgehört hätte.

00:30:19: durch die Umstände Ja, das Projekt ist größer geworden.

00:30:22: Man hat dich aber alleine gelassen und dir da keine zusätzlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt so dass du irgendwann dich fragen musst es kriege ich das allein überhaupt hin weil es läuft ganz viel schief muss ja irgendwie mit mir zu tun haben.

00:30:34: Dann gibt's Menschen, die ein sehr ausgeprägtes Harmoniebedürfnis haben.

00:30:38: Also gar nicht so wie du sagen das gehört hier nicht hin sondern die sagen man darf auch gar nicht Konflikte haben im Team oder ich darf mich auch gar nichts streiten und es müssen sich ja alle unbedingt gut verstehen Oder eine externale Kontrollüberzeugung.

00:30:50: also das Gefühl haben Ich bin das kleine Rädchen hier Und ich kann hier gar nichts verändern oder mich hört sowieso keiner und ich kann ja auch nix bewegen.

00:30:57: und Das jetzt einfach mal im Allgemeinen auch für diejenigen, die uns heute zuhören um zu sagen Wo kann ich mir auch ein Stück weit selber auf die Schliche kommen?

00:31:05: und was sind so Elemente, auf die ich gucken kann?

00:31:08: Wo ich bei dir gerne nochmal ansetzen würde.

00:31:10: Denn darum geht es ja jetzt aus in die Emotionen und Gefühle.

00:31:14: Und vielleicht kannst du auch noch mal aus deiner Perspektive kurz sagen wo du die beiden trennen würdest weil da gibt es sehr viele spannende Diskussionen.

00:31:22: und auch da genauso wie Was ist ein Burnout keine hundertprozentige Einigkeit?

00:31:27: aber wo ziehst Du die Trennlinie für dich?

00:31:30: Was ist eine Emotion?

00:31:31: Was is'n Gefühl?

00:31:32: Ja, ich habe dazu tatsächlich auch viel gelesen und ich finde es eine total spannende Frage.

00:31:37: Und für mich ist eigentlich so das Gefühl in dem Moment wo das da ist.

00:31:45: also

00:31:46: meistens ist ja ganz egal in was für einer Situation das ist aber es passiert irgendwas und es entsteht ein Gefühl und das Gefühl entsteht nicht im Kopf, sondern meistens spüren wir das als Allererstes im Körper.

00:31:58: Wenn wir dann so achtsam sind dass uns das eben auffällt.

00:32:01: und ja das Gefühl ist für mich das was in dem Moment entsteht durch was es auch immer ausgelöst ist Und eine Emotion würde ich sagen is eher etwas langfristiges.

00:32:11: Also eine Emotion ist für Mich was was mich vielleicht auch schon mein Leben lang begleitet Was ich vielleicht seit meiner Kindheit schon habe was immer wieder getriggert wird in bestimmten Situationen und Das finde Ich auch wiederum im Business-Kontext so interessant, sich das mal anzugucken.

00:32:26: Weil wenn ich merke, ich werde auf der Arbeit immer wieder wütend und es sind immer ähnliche Situationen, dann ist das glaube ich kein Gefühl sondern dann ist es eher eine Emotion.

00:32:36: und da kann man da mal hingucken und sich selber fragen woher kenne ich denn dieses Muster?

00:32:41: Wann habe ich das denn das erste Mal gespürt?

00:32:44: Man hat sich das sozusagen in mir Eingenistet, um dann eben also dahinter zu gucken und sich selber verstehen zu können.

00:32:51: Weil ich glaube ganz viel hat einfach mit Selbsterkenntnis zu tun Und dann eben in dem Moment wo dieses Gefühl dann augescheinlich erst mal wieder eine Erscheinung tritt kann Ich dann erkennen ach guck mal das ist ja kein gefühl was jetzt irgendwie einmal kurz da ist in den moment sondern Das ist eine emotion die begleitet mich schon länger und dann kann man eben auch erkennen dass diese Emotion vielleicht mit der situation gerade gar nichts zu tun hat dass dann auch gehen lassen und sein lassen.

00:33:14: Du musst da gar nicht drauf einsteigen, sondern kann einfach sagen ich weiß diese Emotionen die gerade da ist mit der jetzigen Situation nichts zu tun und ich atme einmal tief durch und gehe dann eben weiter durch den Tag.

00:33:27: das ist für mich so ja die Trennung zwischen Gefühl und Emotion.

00:33:31: Und bei Gefühl kann man man sagt ja auch Ich fühle mich grade hungrig oder ich fühl mich müde oder durst.

00:33:37: also es ist eher so eine Wahrnehmung im Moment.

00:33:40: Und die Emotionen, die du schon gesagt hast, das war ja was.

00:33:42: Je mehr du diese Wut unterdrückt hast, desto mehr hat sich diese Emotion aufgebaut und dann auch an falscher Stelle entladen.

00:33:50: Du hast schon gesagt ein Ding, was dir mit Sicherheit geholfen hätte wäre, die richtigen Fragen zu stellen?

00:33:57: Eine Frage wäre gewesen, sagt Mariana inwiefern passt eigentlich dieser Job gerade zu dir?

00:34:01: Was glaubst du wären noch hilfreiche Fragen damals für dich gewesen um dich bevor man dich nicht mehr ... Erreichen konnte, darauf hinzuweisen.

00:34:11: Ich glaube hier ist irgendwas im Gange.

00:34:15: Was mir damals geholfen hätte, wäre so ein Stück weit ... gewesen, dieses ganze Thema Persönlichkeitsentwicklung.

00:34:27: Wie ticken Menschen eigentlich?

00:34:29: Dass das schon viel früher ein Teil von meinem Leben gewesen wäre und ja da können wir jetzt wahrscheinlich im Podcast von drei Tagen drüber aufnehmen aber auch das Bildungssystem.

00:34:38: in der Schule lernt man irgendwie Kurven-Diskussionen und keine Ahnung was alles Aber so wirklich vorbereitet auf den Berufsalltag.

00:34:45: gerade mit seinen Emotionen ist man eigentlich nicht Und ich finde, das ist eigentlich ein ganz elementarer Teil, das zu schulen und den Leuten den Umgang mit sich selber beizubringen.

00:34:55: Also irgendwie so eine Gebrauchsanleitung im Prinzip für einen selber und für die Gefühle und wie man damit dann auch später in Berufsalltag umgeht.

00:35:04: Das hätte mir auf jeden Fall geholfen da irgendwie aufgeklärter zu sein und ja irgendwie so Methoden an der Hand zu haben, die man im Prinzip auch als SOS-Methoden anwenden kann wenn es wenn man merkt, oh der Luftballon ich kann ihn jetzt nicht mehr lange unter der Wasseroberfläche halten.

00:35:23: Ich möchte aber auch nicht dass er einfach hoch ploppt und ich hier explodiere.

00:35:26: was mache ich denn jetzt in dieser SOS Situation?

00:35:29: Und da einfach Hilfsmittel an der Hand gehabt zu haben wäre glaube ich gut gewesen weil dann hätte ich mich zumindest nachher nicht schämen müssen nach dieser Situation sondern hätte vielleicht diese Wut der in einem Moment Luft machen können, wenn ich für mich bin.

00:35:43: Wenn es irgendwie ... Wenn ich das auch kontrolliert möchte und ich mich aktiv dafür entschieden habe.

00:35:47: Und nicht, wenn die eben Besitz über mich

00:35:50: ergreift.".

00:35:52: Der Enkel von Gandhi hat ein ganz schönes Buch geschrieben.

00:35:55: Wut ist ein Geschenk!

00:35:58: Darüber hatten wir ja auch gesprochen.

00:36:01: jede Emotion, wenn wir jetzt gerade mal über diese Grundemotionen sprechen die ja jetzt im Podcast auch sehr zentral stehen also Freude Angst Wut Trauer und auch Scham dass diese Emotionen alle Funktionen haben.

00:36:15: Also das sie eine ganz wichtige Daseinsberechtigung haben was würdest du sagen war die Funktion der Wut?

00:36:22: denn die war bei dir sehr zentral.

00:36:25: Es waren ja zwei Emotionen, die du jetzt häufiger genannt hast – die Scham auch – aber vor allen Dingen die Wut und die Traurigkeit.

00:36:31: Wenn wir mal mit der Wut anfangen….

00:36:33: Was war die Funktion?

00:36:34: Der Wut ….

00:36:36: Wozu war es gut, dass sie da war?

00:36:38: Die

00:36:38: Wut hatte für mich eigentlich zwei Facetten nämlich einmal wollte sie mich natürlich auf was hinweisen.

00:36:43: wenn das alles nicht passiert wäre, wenn die Wud nicht so rausgebrochen oder überhaupt nicht da gewesen wäre dann hätte ich ja gar nicht gemerkt, dass irgendwas gerade falsch läuft.

00:36:52: Darauf hatte ich mich natürlich hingewiesen und auf der anderen Seite hat es mir auch gezeigt, dass in irgendeiner Form für dieses Projekt gebrannt habe.

00:37:01: Dass ich wollte das gut läuft!

00:37:03: Da war ich natürlich mit Leidenschaft und voller Eifer dahinter weil das natürlich stellenweise auch Spaß gemacht hat.

00:37:10: Das war ja nicht nur blöd und nicht nur anstrengend sondern das hat auch Spaß gemacht und ich wollte natürlich, dass das ein Erfolg wird.

00:37:17: Weil einfach toll war und dafür war die Wut auf jeden Fall gut

00:37:22: Und eine Funktion der Wut ist ja das Grenzen setzen, sich abgrenzen können.

00:37:28: Was wären die Grenzen gewesen?

00:37:30: oder du kannst auch gerne auf die jetzige Zeit ziehen?

00:37:34: Was sind heute Grenzen, die du besser oder auch früher ziehen kannst als im Vergleich zu damals?

00:37:42: ganz wichtiger Punktgrenzen ziehen finde ich, weil was ich auf jeden Fall gelernt habe ist dass ich damals immer und immer wieder über meine Grenze hinausgegangen bin.

00:37:50: Also eigentlich hab' ich einen Lauf über meine Grenze gemacht und versucht immer weiter auszudehnen!

00:37:55: Und da bin ja letztendlich gestolpert.

00:37:57: aber was heute auf jeden fall anders ist das sich ein anderes Gefühl für mich selber erst mal entwickelt habe meine eigenen Grenzen erstmal zu erkennen und die dann eben auch zu kommunizieren uns zu sagen Pass mal auf, das und dass kann ich stemmen.

00:38:11: Aber darüber hinaus habe ich gerade einfach keine Kapazität.

00:38:15: Ich bin ja auch nur ein Mensch und kein Roboter Und ich möchte irgendwie mein Leben genießen und so eine gute Balance finden und das dann eben auch zu sagen ohne Angst zu haben unprofessionell zu wirken oder Dass mein Gegenüber vielleicht denkt Die ist irgendwie leistungsschwach?

00:38:31: Nein.

00:38:32: Ich bin mir meiner sehr bewusst geworden, ich weiß dass ich Leistungen bringen kann, dass sich auch mal ein paar Wochen am Stück mehr arbeiten kann als sonst aber das dann halt wieder diese Grenze braucht um zu sagen und jetzt gönne ich mir eine Pause Und auch mit Freunden da ganz offene und ehrlich drüber zu sprechen Auch wenn Verabredungen vielleicht da sind einmal zu sagen du ich fühl mich überhaupt nicht gut und ich merke ich brauche es gerade eine Pause Das ist auch okay!

00:38:57: Ich habe die Erfahrung gemacht wenn ich da offen drüber spreche, wie es mir geht und was ich brauche über meine Bedürfnisse.

00:39:03: Dann reagiert das gegenüber nicht blöd oder ist irgendwie verletzt?

00:39:08: Oder sagt jetzt hat die schon wieder abgesagt.

00:39:10: Nein, das passiert nicht!

00:39:13: Und es scheint mir ein ganz großes Geschenk auch gerade diese Offenheit über die Themen.

00:39:18: Ich mein wir haben mal das Beispiel von dem Torwart der sich auch das Leben genommen hat oder viele bekannte Beispiele, die über ihre Depressionen sprechen.

00:39:28: Dann ist ja das große Risiko wenn wir das nicht besprechbar machen Dann muss es immer alles unter dem Deckmantel stattfinden.

00:39:36: und dann folgt dieser Charme, die du hattest über die Wutausbrüche.

00:39:39: Am Ende eventuell im schlimmsten Fall noch die Charme darüber dass man ist eben auch eine ganze Weile noch nicht wieder geschafft hat in den Beruf zurückzukehren sondern das dieses... Die Energie wieder auftanken, den Akku wieder voll machen, dass das einfach ne ganz ganz lange Zeit braucht Weil wir das System so lange ignoriert haben, weil wir mehr als die Reserveverfahren haben.

00:40:00: Dann hast du ein Motorschaden.

00:40:01: und nicht nur dass der Sprit alle ist.

00:40:03: Das ist ja das große Dilemma, dass ganz viele vergessen.

00:40:07: Und da weiß ich, dass wir leider auch in der Gesellschaft immer noch einen Blick haben.

00:40:12: auf Männern fällt es noch deutlich schwerer diese Schwächen oder Grenzen zuzugeben und die für sich einzugestehen.

00:40:22: Es gibt einige Studien, die darauf hinweisen, dass das häufiger zum Teil eben Suizid endet.

00:40:29: Da ist in der Statistik es seventy-fünf Prozent der Suizide werden von Männern durchgeführt, wohingegen aber seventy- fünf Prozent der Therapien eher von Frauen besucht werden.

00:40:40: und das andere sind die Herzkreislauferkrankungen, Magendarmerkrankung und chronische Themen für die auch die Männer sehr anfällig sind.

00:40:48: Das sind dann vielfach Dinge ... Wenn ich immer weiter über diese Grenze gehe, dann ist es schon krass, dass man, so wie du gesagt hast, acht Monate braucht um wieder auf die Beine zu kommen.

00:41:02: Aber es ist gut, dass wir überhaupt wieder auf sie kommt und kein bleibender Schaden zurückgelassen wurde.

00:41:07: Und das ist das was mir sehr am Herzen liegt, dass ich mir da wirklich mehr Offenheit drüber wünsche zu sagen, wofür bringen wir Leistung auch als Team?

00:41:18: Wie gehen wir da miteinander um und wie gehen wir mit uns selber um?

00:41:21: Und welche Vorbildrolle haben wir dann auch in der Führung.

00:41:26: Wo geben wir ein Feld dafür, zu sagen du hast es gerade schon formuliert Wir sind keine Maschinen!

00:41:33: Wir sind kein Roboter sondern die Emotionen und Gefühle machen einen ganz großen Teil unserer Menschlichkeit aus und das ist auch gut so weil sie uns zu ganz vielen Dingen befähigen.

00:41:44: Und die Wut, die du gerade aufgezählt hast.

00:41:46: Das Grenzen setzen das Aufzeigen ist ja auch etwas was dir im Projekt am Ende wieder gut getan hätte.

00:41:51: denn du hast gesagt viele Dinge haben nicht funktioniert.

00:41:54: Hättest du in einer angemessenen Art und Weise diese Grenzen früher auf zeigen können?

00:42:01: In einer anderen Klarheit wäre es vielleicht auch anders möglich gewesen vom Umfeld zu reagieren.

00:42:06: also an vielen Stellen liest man das er falsch Adriana Tasche macht das.

00:42:11: Jetzt ist er sehr super gemacht, die trägt die ganze Verantwortung.

00:42:14: und jetzt im zweiten kriegt sie das ja auch hin.

00:42:18: Und dann irgendwann kommt so ein überproportionaler Wutanfall wo man dann sagen könnte naja das war heute hysterisch aber für dich war es eher Das Ende einer ganz langen Odysseische und die du vor dir hergetragen hast.

00:42:31: was War dann für dich der Co-Spieler, denn die beiden hängen ja sehr nahe aneinander.

00:42:37: Die Wut und die Traurigkeit!

00:42:39: Also wie ging es dir auch mit der Traurigkeit?

00:42:43: Gerade in der Zeit danach...

00:42:45: Ja, also ich würde sagen die Traurigkeit ist ein sehr guter Freund von mir.

00:42:49: Also nicht umsonst wurde mehr auch eine Depression diagnostiziert damals.

00:42:53: Ich war sehr traurig und habe mich auch sehr viel selber mit leidet Und bin auch am Anfang richtig rein in die Trauer.

00:42:59: und diese Diagnose-Depression wurde so ein bisschen zu meiner Identität und ich hab auch damals aufgehört irgendwie selber Für mich verantwortlich zu sein.

00:43:09: Ich habe damals die komplette Verantwortung im Prinzip an den Therapeuten abgegeben und gedacht naja Ich geh jetzt da einmal die Woche hin und der wird das schon wieder regeln, was ja totaler Bullshit ist.

00:43:19: Nur ich selber bin für mich verantwortlich und mein Wohlergehen verantwortliche.

00:43:23: Und ich hatte damals das Glück, dass ich schräg gegenüber von einem Yoga-Studio gewohnt habe und hab mich dann irgendwie zu einem Workshop angemeldet.

00:43:30: Da hat ich mich mal rausgequält, möchte ich fast sagen aus meiner Zuhause und in dahin gegangen.

00:43:37: Ja über dieses Körpergefühl, meinen Körper mal wiederzuspüren – das hat mir irgendwie so viel gegeben!

00:43:43: In diesem Moment auf der Matte war ich einfach für mich und alles war gut.

00:43:48: Ich habe mich aufgehört zu vergleichen mit den anderen Yogis, ich war wirklich total bei mir!

00:43:54: Und das hat mir so viel gegeben dass sie direkt danach einen Vertrag abgeschlossen haben und ich war dann ab dem Zeitpunkt wirklich jeden Tag in diesen Yoga-Studio teilweise auch mehrfach.

00:44:04: und dieses Yoga diese Bewegung über den Körper mit der Achtsamkeit in Verbundenheit... Das hat mir im Prinzip das Vertrauen in mich selber wieder zurückgegeben und vor allem mich auch erkennen lassen, dass ich es bin die es in der Hand hat.

00:44:17: Ich konnte plötzlich dafür sorgen über Yoga, dass mir besser geht.

00:44:21: Und habe gedacht naja wenn das im Yoga möglich ist dann wird das ja irgendwie mit meinen Gedanken und mit allem was da in meinem Kopf passiert in irgendeiner Form auch möglich sein.

00:44:30: Und hab dann eben angefangen ganz viele Bücher zu lesen, mich weiterzubilden und hab ehrlicherweise die Therapie auch irgendwann zu einem Zeitpunkt selber abgebrochen selber für beendet erklärt und habe mir dann damals einen Coach gesucht.

00:44:44: Und da weitergearbeitet bei mir irgendwann dieses Rumkram in der Vergangenheit, es hat mir so ein zwei Erkenntnisse gebracht.

00:44:51: jetzt kann ich sagen dass mir keine traumatischen Erlebnisse in der Kindheit irgendwie passiert sind.

00:44:57: deswegen hat mir dann in dem Moment die Zusammenarbeit mit einem Coach mehr geholfen, weil ich da einfach noch mehr Klarheit bekommen habe darüber was denn meine Werte sind.

00:45:05: Was dann meine Bedürfnisse sind?

00:45:07: Was für ein Umfeld fühle ich mich wohl?

00:45:09: Was brauche ich damit ich mein volles Potenzial abrufen kann?

00:45:12: das konnte ich in der Therapie nicht machen.

00:45:14: deswegen hab ich das dann eben in Zusammenarbeit mit einem Coach gemacht und da Glaubenssätze verändert.

00:45:20: und ja bin diesen Weg gegangen.

00:45:23: Und wenn ich mich richtig erinnere auch über die Arbeit mit deinem Coach, das ist ja auch etwas was mich in den letzten Jahren sehr geprägt hat.

00:45:30: Also von am Anfang Führungskräftetrainings machen nach Konzept da sind wir geschult worden als zertifizierte Trainer und dann hast du so ein Leadershipmodell und dann macht man vielleicht noch verbale Rollenspiele wo man spricht aber du bist immer am Reden.

00:45:44: und auch an den Coachings war es am Anfang Gesprächsführungen ähnlich wie in der Therapie.

00:45:49: Ich habe immer gedacht irgendwas fehlt mir hier Persönliche Erfahrung, wo es mir ging wie dir.

00:45:55: Dass dieses Reine sprechen und kramen in der Vergangenheit, das bietet dir Erklärungen?

00:46:00: Okay!

00:46:01: Aber nicht unbedingt Lösungswege.

00:46:03: Und wo wir faktisch nicht hinkommen – und das war für mich eine ganz wichtige Erkenntnisse die eben auch eher über diese persönlichen Erfahrungen oder das Lesen gekommen sind – dass im Trauma die Verbindung zwischen dem Brokerzentrum also unserem Sprachzentrum im Hirn- und dem limbischen System unterbrochen ist.

00:46:19: Das heißt zum Beispiel Soldaten, die aus dem Vietnamkrieg zurück kamen oder Menschen, die einen Überfall erlebt haben.

00:46:26: Oder eine Vergewaltigung.

00:46:28: Die sind nicht ihrer Sprache mächtig häufig über dieses Trauma und das bedeutet auch dass sie sich nicht gut zureden können.

00:46:35: Und es bedeutet, dass wenn ich über diese Dinge spreche sich meine Emotion nicht verändert.

00:46:39: Die sitzt immer noch im Körper.

00:46:41: das heißt Ich habe diese emotionale Erfahrung tief in meinem System gespeichert die sitzt In so vielen Zellen meines Körpers und dann zu sehen wie die Menschen in den Yoga Ausbildungen die ich gemacht habe oder in denen Ich habe wirklich auch alle Felder mal bereist weil ich das verstehen wollte von Reiki über EMDR-Technik also wo man eben auch Das in der Traumatherapie nutzt mit den Augenbewegungen Tiefschlaf haben.

00:47:07: Es braucht den Körper und es braucht die Bewegung, weil da was passiert ... Du hast das mit Yoga gehabt!

00:47:14: Sobald wir in Bewegungen kommen, sobald der Körper mit reinkommt, kann sich dann wirklich etwas auflösen.

00:47:20: Und ganz abgefahren finde ich, dass es bei dir diese Eigenverantwortung überhaupt erst wieder getriggert hat zu sagen, oh, ich sitze hier nicht einfach stumpf beim Arzt rum und warte bis der sagt so Frau Tasche sie sind wieder gesund und ziehe mir mal diesen Mantel dieser Diagnose ab Und nehmen das wieder selber in die Hand.

00:47:37: Aber was war das auch im Coaching?

00:47:40: Vielleicht kannst du das noch mal teilen, weil da erinnere ich mich auch an einen Moment den Du beschrieben hast, wo Du auch gemerkt hast diese Emotionen kann ich nicht nur besprechen.

00:47:50: Ja!

00:47:50: Ich merke es tatsächlich in der Klientenarbeit immer und immer wieder dass wenn wir versuchen Emotion irgendwie zu verändern Das ist nicht hilft den Klientinnen sein Sessel sitzen zu lassen und einfach nur darüber zu sprechen sondern Ich sage dann immer, okay und jetzt stehen wir auf.

00:48:05: Und jetzt gehen man in die Haltung wie du dich fühlen möchtest.

00:48:08: was für eine Körperhaltung ist es an?

00:48:10: Was verändert sich in deinem Körperempfinden?

00:48:13: wo spürst Du plötzlich diese neue Emotion?

00:48:16: um das eben auch zu verändern?

00:48:18: weil ohne jetzt da wissenschaftliche Grundlagen zu haben, die du ja im Prinzip gerade geteilt hast.

00:48:23: Ist das einfach meine eigene Erfahrung?

00:48:25: Die ich selber mit mir, mit meinen Gedanken und mit meinen Gefühlen mit meinem Körper gemacht habe.

00:48:30: Und ich hatte ein ganz augenöffnendes Erlebnis in einem Coaching, wo ich eine Klientin hatte, die schon jahrelang mit einem Glaubenssatz durch die Gegend gelaufen ist.

00:48:39: Wir sind da reingegangen in das Gefühl von dem Glaubenschatz und haben das ganz, ganz groß werden lassen.

00:48:45: Und ich hab sie dann gefragt was passiert denn gerade?

00:48:47: Dann hat sie gesagt, Ich habe eine unfassbare Wut in mir.

00:48:50: Dann hat die gesagt okay, dann lassen wir diese Wut jetzt mal raus!

00:48:53: Das war ehrlicherweise auch so ein Experiment für mich weil es war noch ganz am Anfang als ich angefangen hatte zu coachen Und dann habe ich sie gebeten, natürlich die Augen aufzumachen und hab gefragt wie kannst du dir vorstellen jetzt dieses Gefühlus zu werden diese Wut in dir abzubauen?

00:49:06: hat sie gesagt Ich muss irgendwas zerschlagen.

00:49:09: Dann haben wir mit Kissen und Yoga, Löcken und keine Ahnung was haben wir einen riesengroßen Berg gebaut?

00:49:15: Und ich habe ihr so ein Klemmbrett in die Hand gegeben und sehr mit diesem Klemmberett auf diesen Kissenberg eingeschlagen und dieser Moment der Klärung war einfach so schön zu sehen Und ich hatte das auch schon bei mir selber.

00:49:28: Als ich damals nach Asien gereist bin, ging es mir privat einfach nicht so gut wegen der für mich ganz, ganz schlimmen Trennung damals und ich war die ganze Zeit super traurig.

00:49:38: Ich war richtig gefangen in dieser Trauer.

00:49:40: Die hat mich total etagisch gemacht und ich konnte mich auch zu nichts aufraffen.

00:49:45: Jeder Tag war eigentlich ja auch ganz egal.

00:49:48: Ich hatte irgendwie gar keine Lust auf nichts.

00:49:51: Irgendwann hat sich diese Trauer dann angefahren zu wandeln in Wut und ich wurde richtig, richtig wütend.

00:49:57: Richtig wüten!

00:49:59: Und wir hatten uns an dem Tag, dass auch so richtig intensiv wurde mit der Wut Stand Up Paddle Boards ausgeliehen sind rausgefahren aufs Meer und Ich hatte dann irgendwie diesen impulsives Paddel zu nehmen und das Meer einzuprügeln Und ich habe da Rots und Wasser geholt aus Wut, aus Trauer.

00:50:17: Da lief einfach alles aus mir raus.

00:50:19: Ich wusste gar nicht mehr irgendwann ist das jetzt Salze-Wasser vom Meer oder sind das meine Tränen wirklich?

00:50:24: Und ich hab da alles raus gelassen!

00:50:26: Ich bin dann mit letzter Kraft noch irgendwie wieder zurück an den Strand gepaddelt war auch völlig... Also gegen die Strömung kam ich gar nicht meer an.

00:50:33: Ich bin damit wirklich mit der Strömungen irgendwo ganz anders am Strand an.

00:50:37: Mein Bruder war damals zum Glück dabei, er kam dann in den Strand runter gerannt hat sich mal ein Wort genommen und das zurück zum Verlei gebracht.

00:50:44: Und ich bin dann damals echt nur noch nach Hause in unsere Unterkunft, bin unter die Dusche... ...und hab mich ins Wett gelegt und habe mich seit Wochen das erste Mal wieder befreit gefühlt so richtig!

00:50:57: Und deswegen finde es total wichtig, die Verbindung zwischen Gefühl, Gedanke der da natürlich auch kommt aber das Körpergefühl dabei eben nicht.

00:51:08: zu vernachlässigen und das vor allem auch zu verändern.

00:51:11: Und ich habe damals auf jeden Fall im Prinzip ein angestautes Gefühl oder eine Emotion aus meinem Körper rausgelassen, dieses Gefühl der Befreiung war einfach unbeschreiblich schön.

00:51:24: Ich glaube was wichtig ist zu wissen ist es macht einen Unterschied ob ich jetzt ständig wütend bin nicht zu glauben, dass dieses lasst deine Wut jederzeit sofort raus.

00:51:35: Wenn du dich wütend fühlst das ist es ja genau nicht sondern du sprichst ja jetzt von den Fällen wo diese Emotion eine ganze Weile unterdrückt war und wo man dann merkt hinter dem was sich eigentlich mir immer zeigt also da wo du immer traurig war steckt er eigentlich ne Wut auch dahinter.

00:51:53: da wo jemand viel wütent is kann eben auch die Traurigkeit dahinter stecken Da für sich einfach weiß, diese Emotionen haben Ebenen.

00:52:02: Manchmal habe ich vielleicht auch ein bevorzugter Emotion.

00:52:05: Auch im Familiensystem oder im Unternehmen, da gibt es Unternehmen in denen es ist völlig prima sich gegenseitig anzumotzen und auf den Tisch zu hauen.

00:52:12: aber hier wird bitte keiner rumheulen also wenn ja einer anfängt zu flennen dann ist das überhaupt nicht in Ordnung und genauso in der Familie vielleicht?

00:52:19: Oder es gibt Bereiche wo man sagt okay du kannst die Tränen runter schlucken Aber hier wird niemals gebrüllt Und hier wird auch nicht auf dem Tisch geschlagen.

00:52:25: Wut gibt es bei uns nicht.

00:52:28: In dem Moment wo etwas einfach nichts sein darf hat man keine andere Wahl als immer diesen Luftballon unter Wasser zu halten.

00:52:35: Und das ist ja das, was du beschreibst.

00:52:37: Nachzugucken habe ich da etwas, was sich die ganze Zeit unterdrücke, was mich ganz viel Kraft und Energie kostet?

00:52:43: Und wo ist ein richtiger Rahmen für mich um dem Ganzen auf den Grund zu gehen?

00:52:47: Das in einem für mich geeigneten Rahmen mehr anzugucken und dass es da sein darf!

00:52:52: Und das is' ja das was wir im Coaching schaffen können, den Raum zu halten für jemanden und die Erlaubnis zu geben.

00:52:59: Und so sagen ja diese Emotion darf sein!

00:53:02: Die ist okay und die ist nicht nur okay sondern sie ist jetzt auch gerade erwünscht denn sie hat eine Funktion für dich und solange die nicht sein darf kann sie ihre Funktion nicht ausüben.

00:53:10: nämlich wenn du nichts weinen darfst dann kannst du nicht loslassen und wenn du nicht wütend sein darfst kannst du keine Grenzen setzen.

00:53:19: also dafür sich das Verhältnis zu finden.

00:53:20: und wenn ich das nochmal review passieren lasse jetzt unser Gespräch mit allem was du geteilt hast dann sag mir gerne inwiefern das passt, was ich rausgehört habe bevor ich dich nach deinen konkreten Tipps frage.

00:53:32: Also was ich von dir gehört habe ist Punkt eins Aufklärung.

00:53:37: also zum einen zu wissen wie ist es mit Emotionen gefühlen aber auch zu wissen wer bin ich?

00:53:42: Was ist mein Sinn?

00:53:44: Was sind meine Werte?

00:53:45: und diese Aufklärungen bin ich total.

00:53:47: bei dir würde ich mir wahnsinnig wünschen dass es ein Selbstverständnis wird.

00:53:51: also wo kann man in der Schule Auch Kinder schon besser equippen, weil wir bringen ihnen bei, wie wichtig ist es, Zähne zu putzen.

00:53:59: Wir sprechen vielleicht auch über Ernährung aber über diese Mentalhygiene.

00:54:03: Woher kommen Emotionen und Gefühle?

00:54:05: Und wie gehe ich mit denen um?

00:54:07: Dafür haben wir noch keinen Standard.

00:54:09: Dann läuft man vielleicht wie du mit ganz hohen ambitionierten Zielen los und musst das auf eine sehr harte Tour lernen anstatt – wie Du ja im Nachhinein gesagt hast – über Fortbildung, Persönlichkeitsentwicklung ... dann ein festeres Standbein zu haben.

00:54:25: Das Zweite, was ich von dir gehört habe ist die Eigenverantwortung sich nicht von irgendjemandem über irgendeine Diagnose da einen Label aufpacken zu lassen und zu glauben das bin ich jetzt ja?

00:54:37: Ich bin depressiv sondern mir hat jemand gesagt dass ich die Symptome einer Depression zeige.

00:54:44: Jetzt gerade es sind ganz anderes Verständnis als zu sagen Und das Dritte, was ich von dir gehört habe ist der Körper.

00:54:52: Wir sind eben nicht nur unsere Gedanken und wir sind nicht nur darüber, worüber wir sprechen.

00:54:57: Und wir sind einfach verdammter Axt!

00:54:59: Nicht nur professionell.

00:55:00: Und professionell nicht in dem Sinne zu verstehen dass du da funktionierst.

00:55:05: Professionell sein heißt eben nicht funktionieren.

00:55:09: Was würdest du noch ergänzen oder korrigieren?

00:55:11: Also ich würde das auf jeden Fall so stehen lassen und unterschreiben.

00:55:16: Und ja, ich finde es einfach schön wenn sich Unternehmen in der Zukunft so entwickeln oder Unternehmenskulturen in die Zukunft zu entwickeln.

00:55:25: Dass Emotionen und Gefühle da erlaubt sind natürlich in einem angemessenen Rahmen.

00:55:29: Natürlich soll sich da keiner wie die Axt im Wald verhalten und irgendwie die Wut vom Frühstückstisch dann an den Kollegen auslassen.

00:55:36: das meine ich damit überhaupt nicht.

00:55:37: aber Diese Schockmomente werden doch mal Tränenkullern, dass Örungskräfte darin vielleicht auch geschult werden.

00:55:43: Weil natürlich ist mir das auch schon passiert, dass Ränen gekullert sind und ich habe in völlig entsetzte Gesichter geguckt und dann steigt die Scham ins Unermessliche.

00:55:51: und diese Sprachlosigkeit, die dann folgt, es einfach kein schönes Gefühl sondern dann einfach als Führungskraft dementsprechend geschult zu sein, in dem Moment zu sagen... Das ist okay, es ist jetzt gerade okay.

00:56:04: Wir zweifeln trotzdem nicht an dir als Mitarbeiterin oder als Mitarbeiter und wir machen jetzt hier erstmal eine Pause du atmest erst mal tief durch und dann eben das Gespräch zum anderen Zeitpunkt einfach wieder fortzuführen auch als Betroffene in Anführungsstrichen oder als fühlen da vielleicht ist das das schönere Wort Ja, vielleicht Mut zu haben oder zu wissen.

00:56:27: Ich kann jetzt nochmal auf meine Führungskraft zugehen und sagen du hast mit mir leid was da passiert ist es hatte die und die Gründe oder sich vielleicht auch gar nicht erklären zu müssen.

00:56:38: Danke, dass du so verständnisvoll reagiert hast.

00:56:39: Dann kann man auch wieder weitermachen.

00:56:41: Dass man das Thema dann loslassen kann.

00:56:43: Das finde ich irgendwie ganz wichtig und was mir total geholfen hat im Umgang mit meinen Gefühlen weil nur weil ich nicht jetzt damit auseinander gesetzt habe und die Therapie gemacht haben und irgendwie Coaching ausbildungen keine Ahnung.

00:56:54: aber es heißt ja nicht, dass sich damit nicht mehr konfrontiert wird im Alltag.

00:56:57: Aber es gibt eine ganz einfache Methode mit gefühlen umzugehen wenn sie kommen und ein dreistufiges System Und heißt AVS, das sind einfach die Anfangsbuchstaben für bestimmte Wörter.

00:57:09: Das A steht dabei für annehmen also diese Emotion oder das Gefühl was in dem Moment kommt einfach anzunehmen.

00:57:17: Das V steht für verbinden sich zu verbinden mit anderen Menschen, die vielleicht im gleichen Moment das Gleiche empfinden und dass S steht für selbst mit Gefühlen.

00:57:27: Zu sich selber einfach nett sprechen wie zu einer Freundin und das könnte dann ein Satz sein Ja, Jana.

00:57:34: Ich weiß dass es gerade schwer ist aber das sind Ordnungen.

00:57:37: Es gibt andere Menschen die fühlen sich im Augenblick genauso wie du und das geht vorbei.

00:57:43: Das wird wieder alles gut und dadurch nehmen wir nämlich das Gefühl in dem Moment an gehen weder in die Verdrängung noch haften wir uns an dieses Gefühl an und dadurch kann das Gefühl letztendlich durch uns hin durchfliessen.

00:57:56: weil wenn man sich mal so ein bisschen die Chemie oder die Physik von Gefühlen anguckt ist ja nichts anderes letztendlichen als eine Energie Und die einmal kommen zu lassen, wieder gehen zu lassen und gar nicht auf dieser Welle mitzureiten.

00:58:08: Das ist im Prinzip der Umgang für mich ... Mit meinen Gefühlen im Alltag umzugehen.

00:58:12: wenn ich merke, bevor es hier irgendwas explodiert atme ich eben einmal erst mal tief durch, lass dieses Gefühl kommen und gehen und kann dann meine Reaktion ganz bewusst wählen und muss mich impulsiv aus dem Gefühl heraushandeln.

00:58:27: Wenn jetzt irgendjemand denkt ah das klingt aber irgendwie weich Der kann gerne sehr harte Fakten dazu finden, denn das Prinzip der Self-Compassion oder Mindful Self-Compassions sind auch Therapieansätze, die wissenschaftlich nachgewiesen sind.

00:58:41: Dass sie einen ganz großen Effekt haben und dass was du gerade gesagt hast annehmen, das wäre ja auch etwas, was Führungskräfte machen könnte mich erst mal einfach nur zu sagen ich sehe, dass du traurig bist oder ich sehe ,dass Sie wütend sind.

00:58:53: also alleine Benennen eines Gefühls ist schon eine Intervention, die totale Erleichterung bringen kann.

00:59:01: Weil ja stimmt ich bin traurig so und es ist nichts was ich gerade weiter bekämpfen muss vor meiner Führungskraft sondern die Führungskraft sieht das Und kann das mit einer mit fühlenden Haltung auch Ansprechen und besprechbar machen So dass diese Welle die du grade ja schon beschrieben hast dann auch vorbei gehen kann.

00:59:18: denn Diese gefühle bleiben einfach nicht ewig Sondern kommen einmal in der Welle und sie werden halt schlimmer, je mehr wir dagegen ankämpfen.

00:59:27: Weil dann fühlt es sich irgendwann an wie so ein Tsunami den man nicht mehr aufhalten kann.

00:59:31: wenn ich das aber hinkriege in dem Moment wirklich wie du gesagt hast mich achtsam zur Seite zu nehmen und zu sagen wow da ist gerade Traurigkeit und vielleicht sogar richtig viel Dann kann sich auch irgendwann nach dem Annehmen zeigen, wo das gerade herkommt und es finde ich eine ganz schöne Methode.

00:59:50: AVS-Annehmen verbinden selbst mit Gefühl.

00:59:52: Danke fürs Teilen als Tipp auch für diejenigen, die uns heute gefolgt sind.

00:59:57: also wenn es euch mal so geht dass ihr mit sehr hohen Ambitionen gerade unterwegs seid oder mit sehr viel Verantwortung euch teilweise einfach wirklich überlastet und auch überfordert fühlt und das Gefühl habt, dass man euch nicht zuhört Dann glaube ich, kann man heute von Jana ganz gut mitnehmen.

01:00:14: Dass es sehr hilfreich sein kann sich jemanden zu suchen der euch Fragen stellt nicht nur die Diagnose gibt sondern auch die richtigen Fragen stellt die ihr gerade braucht um zu verstehen wow was arbeitet da eigentlich gerade in mir oder mit mir?

01:00:28: und wo habe ich Handlungsoptionen die ich gerade gar nicht mehr sehe weil ich im Tunnel bin?

01:00:32: also Wie kann ich das meinen Führungskräften noch deutlicher machen, was ich gerade brauche?

01:00:38: Wie kann Ich dass meinem Team noch klarer aufzeigen und wie kann ich auch Hilfsangebote die ich vielleicht teilweise übersehe annehmen.

01:00:46: Weil ich mir da teilweise vielleicht mit meinem Eigenanspruch auch selber im Weg stehe?

01:00:51: Und für die akute Hilfe habt ihr jetzt das AVS Modell und probiert es sehr gerne mal aus.

01:00:58: Ich frage dich gerne zum Abschluss noch mal, Jana.

01:01:00: Vielleicht hast du ein Zitat oder ein Bild, was du zum Abs Schluss noch mitgeben möchtest?

01:01:06: Wenn es darum geht den guten Umgang mit Emotionen und Gefühlen auch im Business-Kontext für sich zu nutzen.

01:01:15: Ich muss gerade kurz lachen weil ich gerade eben ist mir eine Postkarte in die Hand gefallen mit einem Zitat vom Dalai Lama.

01:01:21: Der Dalai Lama sagt, nichts ist entspannter als das anzunehmen was kommt.

01:01:25: Und ich finde genau darum geht es eigentlich im Umgang mit Gefühlen und Emotionen auf der Arbeit weil wir alle wissen nicht was kommt und wenn man das annimmt was gerade da ist kann man damit arbeiten und daraus ergeben sich dann wieder neue Wahlmöglichkeiten.

01:01:40: Ganz herzlichen Dank für deine Offenheit und deinen Teilen.

01:01:43: Ich danke dir

01:01:44: Tschüss Jana.

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