Change-Leadership: Wie manage ich in einer Krise? | #Leadership 🚀

Shownotes

EXPERTENGESPRÄCH | Niemand will gerne über die schweren Entscheidungen nachdenken, denen sich ein Unternehmen aufgrund mauer Wirtschaftslage gegenübersieht. Doch gerade aktuell müssen sich viele Firmen zwangsläufig mit diesen auseinandersetzen. Darum packen Joel und Ratepay-CEO Nina Puetz in dieser neuen Podcast-Folge den Stier bei den Hörnern und erklären, wo du in Krisenzeiten sparen kannst, wie du neue Visionen deinen Mitarbeitern schmackhaft machen kannst und ob du nicht vielleicht mit anti-zyklischem Verhalten besser beraten bist. Du erfährst... …wie die aktuelle Wirtschaftslage Ratepay beeinflusst …welche Reaktionen eine solche Lage bei Mitarbeitern auslöst …auf welche Art du in der Krise am besten kommunizierst …wo im Unternehmen du in der Krise am effektivsten Kosten sparst …wieso kurzfristiges Denken in der Krise leicht katastrophale Folgen haben kann …ob anti-zyklisches Handeln den Druck der Krise abfedern kann …wie du in der Krise neue Umsätze erzeugen kannst …ob du auch in der Krise noch auf Fremdkapital setzen solltest ➡️ Du konntest dir keine Notizen machen? Unser [digital kompakt+ Newsletter](newsletter.digitalkompakt.de) fasst dir für jede Folge die wichtigsten Punkte zusammen Diese Episode dreht sich schwerpunktmäßig um Leadership: Dazu spricht Joel regelmäßig mit Nina Pütz von RatePay, deren Spezialisierung im Change liegt. (Werdende) Führungskräfte, die sich eingehend mit den Themen Führung und Veränderungsmanagement befassen, finden hier einzigartige Perspektiven, viel Praxiserfahrung und anregende Ratschläge. Dieser Podcast ist also ein Muss für jede:n, der oder die sinnvolle Veränderungen vornehmen möchte und dafür nach Führungsansätzen sucht. __________________________ ||||| PERSONEN ||||| 👤 Nina Pütz, CEO von Ratepay 👤 Joel Kaczmarek, Geschäftsführer digital kompakt __________________________ ||||| SPONSOREN ||||| 🔥 [Übersicht](https://www.digitalkompakt.de/sponsoren/) aller Sponsoren __________________________ ||||| KAPITEL ||||| (00:00:00) Vorstellung und Einführung ins Thema   (00:05:08) Wie kommuniziert man innerhalb einer Krise?   (00:11:40) Wo kann man in der Krise Kosten sparen?   (00:17:39) Anti-Zyklisches Handeln   (00:26:59) Fremdkapital __________________________ ||||| WIR ||||| 💛 [Mehr](https://lnk.to/dkompakt) tolle Sachen von uns  👥 Wir von digital kompakt streben die Verwendung einer geschlechtsneutralen Sprache an. In Fällen, in denen dies nicht gelingt, gelten sämtliche Personenbezeichnungen für alle Geschlechter.

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00:00:00:

00:00:14: Hallo Leute, mein Name ist Joel Katschmarek.

00:00:16: Ich bin der Geschäftsführer von Digital Compact und habe heute an meiner Seite wieder die Liebe Nina Pütz.

00:00:20: Ihr habt ihr vielleicht schon mal gehört in unserem Interview zu ihr persönlich wo sie auch viel über ihre Unternehmen RaidPay gesagt hat.

00:00:26: aber vor allem hat Nina eine sehr spannende Historie bei vielen Unternehmens unter einem eBay Brand for Friends und noch einiges mehr wo sie sich sehr intensiv mit dem Thema Change auseinandergesetzt haben.

00:00:34: So, und ich habe mit Nina dann mal gesprochen im Nachgang zu unserem Interview.

00:00:36: Und gesagt, hey du guck mal wir haben ja gerade so eine Multikrise hier und da passiert ja ganz viel und die Leute sind unsicher wollen wir nicht mehr öfters über Change reden.

00:00:43: Und zu meiner Freude hat sie ja gesagt und wir haben uns dann entschlossen als erstes Thema darüber zu reden zwischen Rezessionen Energiekrise und Kündigungswellen wie hält man jetzt eigentlich sein Team zusammen?

00:00:52: Sprich Krisenumgang ist heute unser Thema und ich glaube der kann jeder viel mitnehmen.

00:00:55: Nina schön dass du da bist.

00:00:56: nochmal moin moin!

00:00:57: Moin, moin!

00:00:57: Bist du schon durch viele Krisen gegangen beruflich?

00:00:59: Ständig.

00:01:00: Gefühlt wirklich seit fünf Jahren von einer Krise in die nächste.

00:01:03: Das ist eigentlich das einzige was Konstantes Veränderung und Krise.

00:01:06: Ja

00:01:07: wenn man das nicht hat dann ist man nicht richtig unternehmen mal machen wir es falsch.

00:01:10: Und beschreibt mal wie erlebst Du denn gerade so diese Situation?

00:01:12: also jetzt wo wir das aufnehmen, zwanzig dreiundzwanzig als Jahr ist ja wirklich so da kommt ja alles irgendwie zusammen.

00:01:17: Ukraine Corona Rezession Also irgendwie sehr schwierig sehr angespannt grade.

00:01:22: Wie hast Du das in Deiner Firma gemerkt?

00:01:24: Das geht ja nicht erst seit heute so, also im Prinzip sind wir ja seit Anfang letzten Jahres in der Krise.

00:01:29: Und wenn man sich mal anguckt ... Am Anfang Corona haben wir alle gedacht, das ist fürchterlich!

00:01:33: Dann hat der E-Commerce einen sensationellen Boom erlebt.

00:01:36: Wir haben davon als Zahlungsdienstleister auch profitiert.

00:01:38: Also zwanzig, einundzwanzig war für uns ein super Jahr.

00:01:41: und dann haben wir gedacht, zwanzich, zweinzwanziger geht es weiter?

00:01:43: Und dann ging's Anfang Februar los mit der Ukraine-Krise und plötzlich sind wir alle zweistellig abgeschmiert, weil die Leute natürlich nichts mehr kaufen, wenn sowas los ist.

00:01:52: Seitdem kommen wir eigentlich so aus der Krise nicht mehr richtig raus.

00:01:56: Also es ist ja ständig irgendwas, ja?

00:01:58: Wir haben den Krieg, die Inflationen und tausend andere Themen, die Energiekrise ... Die Politik hat endlich mal ein bisschen was gemacht, das wir auch gesehen haben.

00:02:06: Aber für mich ist es seit einem Jahr geht's nur darum, die Dinge vorwegzunehmen langfristig gesehen zum Wohl des gesamten Unternehmens zu agieren und zu planen.

00:02:15: Und für uns hat das ganz klar bedeutet, dass wir uns den Kostenapparat angeguckt haben letztes Jahr getreten als Beispiel.

00:02:24: Ich habe mich im Januar vor die Belegschaft gestellt, habe gesagt wir müssen mindestens hundert Leute einstellen und alle Mann ran ans Rekrutting.

00:02:30: und im Februar hab ich mich hingestellt und habe gesagt das funktioniert dazu nicht!

00:02:34: Wir müssen den Hiring Speed massiv rausnehmen Und wir werden in bestimmten Bereichen noch Leute abbauen müssen.

00:02:39: Das war dann ein kompletter, hundert-achtzig Grad Dreh und davon gibt es halt einige.

00:02:44: Okay, haben ja schon mal ein paar Themenbaustellen also Teamkommunikation, Kosten sparen etc.

00:02:47: Lass uns immer mit Kommunikation im Team anfangen!

00:02:49: Das ist ja so das Interessanteste.

00:02:50: was macht es mit Arbeitskräften mit Mitarbeitenden wenn sowas passiert?

00:02:54: Weil es gibt ja eigentlich immer so dieses typische Flea Freeze oder noch ein Drittes glaube ich.

00:02:58: ne Also einfrieren Flüchten oder manche kommen in Aktionen.

00:03:01: Wie hast du das so wahrgenommen?

00:03:02: wie war das bei euch?

00:03:03: Bei uns war wirklich eine Kultur der Angst, wo ich dann immer frage Leute, woher kommt das?

00:03:07: Also wir haben wahnsinnig viel Zeit und Energie auf Kommunikation gesetzt.

00:03:12: Wir hatten ein ganz großes Problem bei Rate Pay dadurch dass die meisten Leute... im Homeoffice sitzen, im Mobile-Office und wir wirklich im Büro nur maximal zwanzig Prozent der Leute hatten.

00:03:22: War es für mich unglaublich schwer wirklich jeden auch zu erreichen?

00:03:25: Deswegen mussten viel unsere Führungskräfte tun.

00:03:28: ist es trotzdem so dass es nicht ausgereicht hat?

00:03:30: also die Leute sorgen sich berechtigt.

00:03:33: Inflationen ist riesig Jobunsicherheit besteht, wenn du mal guckst welche Unternehmen bis dato wahnsinnig erfolgreiche Unternehmen massive Massenentlassungen hatten.

00:03:42: Das ist was bei uns in der Form nicht gab aber sorgt natürlich dafür dass die Leute verunsichert sind und ganz viel nach Klarheit fragen und nach Refokussierung.

00:03:51: das haben wir ganz stark gemacht.

00:03:55: Also,

00:03:58: was wir regelmäßig haben sind sogenannte All-Hands.

00:04:01: Die machen wir einmal Monat und dann mit unseren Führungskräften ein langes Meeting, wo Kaskadiert wird, wo Fragen beantwortet werden.

00:04:08: Dann haben wir unterschiedliche Foren von Team-Meetings und jeder weiß er kann immer zu mir kommen oder zu seiner Führungskraft oder zu unserer Personalabteilung.

00:04:16: aber auch das reicht nicht weil auch nochmal du musst Dinge neun mal kommunizieren damit sie als Nichtmarsch neu wahrgenommen werden.

00:04:23: Das heißt, du kannst eigentlich gar nicht genug iterieren noch mal wiederholen, nochmal wiederholend damit es landet und in unserem Fall haben wir ganz klar die Führungskräfte in die Pflicht genommen und auch das war ein ganz interessantes Phänomen.

00:04:34: Wir hatten Ende des Jahres im November unsere Mitarbeiterbefragung, die wurde von unserer Mutter organisiert und ist richtig schlecht bei uns ausgefallen.

00:04:42: also es war wirklich nicht gut und vor allen Dingen gekennzeichnet durch eine ganz große Zukunftsunsicherheit.

00:04:48: Da muss man überlegen, trotz der ganzen Kommunikation ist es nicht in allen Bereichen in der Form gelandet und es gab Riesenunterschiede bei einzelnen Teams nämlich immer da wo starke Führungskräfte, Kommunikationsstarke Föhrungskrifte einen Team leiten.

00:05:01: war das okay?

00:05:02: Und im Bereichen wo kommunikationsschwache Führungskräfte da waren hatten wir wirklich massive Unzufriedenheiten.

00:05:08: Wie geht ihr denn vor?

00:05:09: Also wie kann man noch mehr kommunizieren.

00:05:11: Ich hab zum Beispiel die Tage, hatte ich einen Unternehmen im Podcast, die sich so auf Mental Health konzentriert und die meinten ja wichtig ist

00:05:17: z.B.,

00:05:17: einmal pro Woche so ein Mental Check-in zu machen.

00:05:19: Wie geht's mir gerade?

00:05:20: So fand ich ein ganz interessantes Beispiel.

00:05:22: oder ich hat Christoph Werner da der meinte das Wichtigste als Führungskraft ist Fragen beantworten.

00:05:26: viele nehmen sich nicht Zeit für Fragen weil sie es lästig finden und denken habe ich doch schon erklärt muss doch klar sein was waren denn so Denkleines?

00:05:31: einmal eins

00:05:32: also mein kleines einmal eines ist unglaublich viel zeit mit den Leuten verbringen Und damit meine ich jetzt nicht nur im All Hands oder in irgendwelchen Meeting mit Führungskräften, sondern anzubieten.

00:05:41: Ich mache ne Session mit euch eine Ask Me Anything-Session.

00:05:44: Ihr kommt zu mir, ihr könnt mich alles fragen.

00:05:46: Es gibt kein Tabu aber ihr müsst die Fragen stellen und bei uns ist es teilweise sogar daran gescheitert dass sich die Leute gar nicht trauen.

00:05:52: Warum trauen sie sich nicht?

00:05:53: Weil Sie seit zwei Jahren im Homeoffice sitzen und die Pütz oder andere gar nicht so ein Aktioner leben und dann denken da ist so eine Barriere.

00:06:00: wir trauen uns das nicht.

00:06:01: Das heißt bei uns auch eins, die Leute sukzessive wieder mehr dazu bewegen ins Büro zu kommen.

00:06:07: Weil das baut tatsächlich Barrieren ab und unsere Kultur funktioniert ganz stark über persönliche Interaktion.

00:06:13: Aber da hast du natürlich Meetings, ganz wichtig bei uns ist schriftliche interne Kommunikation.

00:06:17: wir haben wahnsinnig viel gemacht für Mental Health.

00:06:19: das ist bei uns sehr gut.

00:06:21: also in der Mitarbeiter Umfrage kam dieses Thema Work-Life Balance und Mental health war top.

00:06:25: sind eher diese Unsicherheiten?

00:06:27: Du kannst in der E-Mail und in so einem All-Hands auch nicht alles erklären da brauchst du halt Zeit mit den Leuten und du brauchst einer Kaffeemaschine ein Gespräch.

00:06:34: Und dann auch so ein bisschen dieses zwischenmenschliche was manchmal nicht unbedingt etwas mit der Arbeit zu tun hat.

00:06:38: Was aber Vertrauenschaft?

00:06:40: Und wenn du jetzt mal zurückdenkst, jetzt reden wir über einen sehr spezifischen Fall gerade.

00:06:43: Ist das was du jetzt erlebst?

00:06:45: Wie so ein Team sich fühlt und kommuniziert vergleichbar mit allen Krisen also immer.

00:06:49: so ist es so typischer Pattern.

00:06:50: Ja es gibt schon typische Pattern als gibt allerdings je nach Kultur unterschiedliche Wege wie man da schneller oder langsamer auch wieder raus kommt.

00:06:59: Konkret, was heißt es?

00:07:00: Bei eBay haben wir ständig Change gehabt.

00:07:03: Also jedes Jahr muss dir vorstellen gab's massive Reorganisationen.

00:07:07: das war ja auch ein schwieriges Geschäft.

00:07:09: die Zeiten von Hyperwachstum waren vorbei.

00:07:11: also es ging immer darum wie... Quetscht du hier noch ein kleines Prozentchen und da noch raus.

00:07:15: Aber die Leute waren vom Mindset her immer offen für Veränderungen, auch für lebenslanges Lernen.

00:07:21: Also offen tatsächlich Dinge anders anzugehen.

00:07:23: Da braucht es nicht viel, sondern Einschwören auf den Weg, auf dem man gerade geht, die Visionen, die Mission, was ist der Plan?

00:07:30: Und dann waren alle an Bord und waren wahnsinnig begeistert!

00:07:32: Das war bei Brands For Friends auch etwas, was so funktioniert hat.

00:07:37: Da kam ich erneu hin und meine erste Amtshandlung nehmen zu müssen, weil wir massiv kostensparen durften.

00:07:44: Und direkt danach kam die jährliche Mitarbeiter um Frage und ich habe gedacht oh Gott es wird also der absolute Horror zurecht!

00:07:51: Interessanterweise war das fast zehn Punkte Verbesserung damals im Vergleich zum Vorgänger.

00:07:57: Warum?

00:07:57: Weil die Leute, die noch da waren, hier hatten eine absolute Klarheit.

00:08:00: Die haben das Verstanden einzuordnen warum es war und waren aber begeistert von der Reise, vom Weg den wir eingeschlagen haben.

00:08:06: Und jetzt bei RAIDPA ist es so dass viele diese Transformation im Kopf noch nicht so weit begriffen haben und der Weg auch noch nicht allen so klar ist oder nicht alle eine Begeisterung haben diesen Weg mitzugehen weil sind wirklich radikale Veränderungen.

00:08:20: Man sieht es in Bereichen wo wir schon zwei Jahre weiter sind in unserer Transformation.

00:08:23: Da ist alles gut.

00:08:26: paar Monaten mittendrin sind, herrscht wahnsinnig viel Unsicherheit.

00:08:30: Und ich merke da was jetzt anders ist im Vergleich zu meinem Vorleben ist.

00:08:34: Jetzt habe ich eine Situation wo fast alle zur Hause sitzen und nicht persönlich an die Leute rankommen.

00:08:39: Das fehlt mir sondern ich muss auf virtuelle Kommunikation zurückgreifen auf E-Mails und es dauert einfach länger der Vertrauen aufzubauen.

00:08:47: Es geht nicht so schnell als wenn du und ich jetzt uns persönlich treffen würden.

00:08:51: Unser Business Coach Stefan Lammers, die hatte immer so eine lustige Übung und die macht man wirklich real im Raum.

00:08:55: Das lautete so sinngemäß das Mount Everest Experiment.

00:08:58: Und zwar der Gedanke war du hast ne Fahrstuhl in dem Berg, der fertig bis auf die Bergspitze und oben auf den Berg drauf montiert ist ne Glasplatte rund.

00:09:04: So genau vier Meter rund!

00:09:06: Dann war so die Übung, du stelltest dich neben den Stefan und dann machte er so okay BING die Tür geht auf Du hast vier Meter Glasplatt vor dir, du hast den Ausblick genießen.

00:09:13: bis wohin gehst du?

00:09:14: Und es war ganz lustig weil die Leute schluften dann wirklich über den Boden ein bisschen als wenn da Glas wäre und man guckt so... oder so was weg.

00:09:21: Und dann meint er, alles klar!

00:09:22: Jetzt fährt der Fahrstuhl noch mal es macht wieder bing und ich baue aber einen Zaun.

00:09:26: da vorne endet die Platte, da kannst du sie sehen.

00:09:28: Die vier Meter sind dort hinten zu Ende.

00:09:29: bis wohin gehst Du?

00:09:30: Und Siehe da, die Leute sind auf immer drei Meter gelaufen.

00:09:32: Und die Moral von der Geschichte war wenn Du deinen Rand kennst Deinen Rahmen verhalten sich die Leute ganz anders.

00:09:38: Ich frage mich aber immer wie macht man das im Business?

00:09:39: dass man den Leuten quasi die Bande besser zeigt?

00:09:42: Das Wichtigste für mich ist, du musst erst mal alle auf eine Vision und auf eine Mission einschwören.

00:09:46: Und die muss cool sein!

00:09:47: Du hast ja manche Unternehmen, die retten die Welt – das ist natürlich noch einfacher.

00:09:51: In meinem Fall jetzt bei RedPair als Zahlungsdienstleister ist es nicht ganz so einfach, da eine Riesenemotion hervorzuholen.

00:09:57: Aber du kannst es auch einengen und kannst zum Beispiel den Weg dorthin mit ganz viel Emotionen aufladen.

00:10:03: Dann bekommst du es hin aber die Crux ist dann noch weil ganz vielen reicht es nicht.

00:10:06: Es ist zu wischiwaschi, dann wirst du immer hören aus dem Team ich bin unklar über die Strategie.

00:10:11: was die Leute damit meinen, ist die brauchen absolute Klarheit.

00:10:14: Was ist jetzt in diesem Quartal und im nächsten Quartale und in diesem Jahr?

00:10:18: Wo gehen wir als Firma hin und welchen Beitrag dazu leistet meine Abteilung?

00:10:21: Und das ist etwas, was wir dann über OKRs – in unserem Fall jetzt wirklich ständig teilen und immer wieder wiederholen.

00:10:27: Trotzdem kriege ich noch aus vielen Bereichen Feedback, die sagen, die Vision ist mir nicht klar und die Strategie ist mir auch nicht klar.

00:10:33: Obwohl wir da massiven Fokus drauflegen!

00:10:36: Und vielleicht jetzt als Brücke zum zweiten Thema.

00:10:38: Kostensparen.

00:10:38: schon mal, mir ist das dritte F eingefallen.

00:10:40: Flea-Freeze oder Fight?

00:10:42: So wenn die in den Fight gehen, ist ganz gut.

00:10:43: Das ist so dein eBay Brands For Friends Beispiel.

00:10:46: Wenn sie flüchten... Also manche gehen vielleicht von sich aus und manche verharren aber auch.

00:10:50: Hast du erlebt dass man manche Menschen nicht mehr rauskriegt aus dieser Schockstarre und dann sie irgendwie freigeben muss?

00:10:55: oft erlebt.

00:10:56: Für mich ist, ich nenne es immer Fence-Sitting.

00:10:58: Dann musst du dir vorstellen, die sitzen auf dem Zaun und lassen die Beine baumeln und sagen das ist schlecht, das ist blöd.

00:11:03: hier läuft was nicht.

00:11:04: aber sie ändern nichts Sie treiben keine Veränderungen voran sondern sie sagen nur etwas Schlechtes und es tut sich nichts.

00:11:09: Und das finde ich für mich das Allerschlimmste weil bringt dich nicht weiter.

00:11:12: Ich versuche dann mit den Leuten zu arbeiten und manchmal kann man eine Veränderung herbeiführen.

00:11:17: Vielleicht sitzen die Leute manchmal zwar im richtigen Bus Aber auf einem falschen Sitzplatz in Bus und dann brauchen sie eine andere Rolle Die dann vielleicht auch besser zu ihm passt und plötzlich blühen die wieder auf.

00:11:27: Es gibt aber auch Kollegen, Kolleginnen, die kannst du nicht mehr mitnehmen.

00:11:30: Dann ist es begrenzt vom Mindset her oder vom Skill her und dann ist das bei mir mal so, da muss man ich sagen, let's face the brutal facts!

00:11:38: Und dann geht mein ihm getrennte Wege.

00:11:40: Du hast ja eben auch erzählt, dass du eigentlich wachsen wolltest und dann ging es auf einmal gar nicht mehr.

00:11:44: Also Personal wäre ja so ein klassischer Kostensparpunkt.

00:11:47: aber wie gehst du denn da generell ran?

00:11:49: Hast du zum Beispiel eine Hierarchie wenn du sagst okay jetzt ist Krise wir müssen irgendwie auf Kosten gucken womit du anfängst was du abhaust?

00:11:55: Ich hab das Problem oder den Luxus kannst du von beiden Seiten sehen dass ich bei Rail Pay seit jeher Abtag eins immer auf Kosten gucken musste.

00:12:03: Warum?

00:12:03: Vielleicht um das mal kurz auszuholen, die meisten Unternehmen in unserer Branche verbrennen wahnsinnig viel Geld und wir waren immer die einzigen, die Geld verdient hatten.

00:12:11: Wir wurden so gemanagt.

00:12:12: Das heißt bei uns war immer schon ganz klar, wir müssen in vielen Dingen sparen und uns ganz genau angucken was wir machen weil wir positives Ergebnis abliefern müssen.

00:12:20: Aus dem Grund gucke ich mir ständig diese Situation an wie viele Leute Plan nicht einzustellen.

00:12:26: Was kosten die im Schnitt?

00:12:27: Wann kommen die an, was ist der Plan?

00:12:30: Passt das mit dem Umsatz, den wir jetzt sehen noch zusammen?

00:12:34: und wenn da eine Lücke ist muss ich das entweder nach hinten schieben und sagen dann können die Leute als Beispiel jetzt nicht in Mai anfangen sondern sie müssen halt im Oktober anfangen.

00:12:41: dann sparst du ja auch ein bisschen Run Rate oder Du musst komplett streichen.

00:12:45: Also so gehen wir flexibel an die Personalkosten und schauen uns das regelmäßig an, und wir haben bei uns auch ein Performance-Management System.

00:12:53: Das heißt Leute, die dauerhaft nicht performen und ihre Ziele nicht erreichen, die managen wir auch raus.

00:12:58: Da bin ich amerikanisch geprägt seit jeher, dass halten wir so.

00:13:02: aber Personalkosten sind ja nicht die einzigen Kostenfaktoren in meiner Branche.

00:13:06: jetzt habe ich zwei Hauptkostentreiber eines Personal und das andere sind die sogenannten bad debt also die Forderungen die bei uns ausfallen und das ist eine andere ganz wichtig die kostenschraubern, an der ich drehen kann.

00:13:16: Und wenn ich da massive Verbesserungen erziele über Produkt-AI-Verbesserung zum Beispiel, andere Scoring und Annahmequoten hoch runterfahren, dann kann ich weiterhin Personal auch in der Form einstellen.

00:13:27: Wenn ich jetzt im produzierenden Gewerbe bin oder jemand, der als Beispiel Klamotten herstellt, muss ich einfach auf meine Wertschöpfungskette gucken und schauen zu sich jetzt die Stoffe und die Rohstoffe eben woanders, wo ich mehr spare.

00:13:38: wie kann ich meine Wertscheppungskette optimieren verkürzen?

00:13:41: Also da ist glaube ich in jeder.

00:13:44: Andere Themen sind eben nicht nur die Personalkosten.

00:13:46: Und ich glaube, eine Sache ist ganz wichtig in vielen Unternehmen wird immer gesagt wenn man kurzfristig Geld spannen muss geht es immer sofort aufs Personal.

00:13:53: dann werden als erstes alle extern raus gestrichen weil die kann man sofort rausnehmen werden alle Verträge geändert Dann werden Leute mit fixen Laufzeiten nicht mehr verlängert und dann geht das so runter.

00:14:02: Es ist aber glaube ich ein totaler Fehler des nur zu betrachten Weil wir machen uns mal nichts vor Wenn du Entlassungen hast, hat es immer einen Dämpfer auf deine Kultur.

00:14:11: Und das führt zu Verunsicherung und Ängsten.

00:14:13: Es führt dazu, dass in vielen Dingen die Produktivität runtergeht.

00:14:16: Unzufriedenheit führt auch wieder zu einer höheren Attrition.

00:14:19: Letzten Endes ist es jetzt mittelfristig gesehen nicht immer das Günstigste.

00:14:23: Am besten ist eigentlich, wenn man das so weit wie möglich vermeidet... ...und dann lieber in guten Zeiten nicht ganz so stark personell wächst,... ...dann muss man schlechten Zeiten noch nicht alles abbauen.

00:14:32: Wenn man das ein bisschen langfristiger sieht und darauf achtet, dass die Leute lieber... hat, retained werden die Guten und dann bleiben.

00:14:39: Ich meine wie kategorierst du denn sonst Kosten?

00:14:41: Also in welcher Logik streichst du Dinge?

00:14:43: weil das schwierige ist.

00:14:44: ja ich finde so ein Reflex ist ja noch oft.

00:14:46: Marketing wird eingestampft boomf!

00:14:48: Und ich hatte so viele Gespräche Ende letzten Jahres wo mir die Marketing Manager gesagt haben so Ja ich kann gerade überhaupt nichts machen und es ist voll frustrierend.

00:14:54: nicht nur dass sich jetzt nichts tun kann ich weiß genau in sechs Monaten fällt's mir dann so richtig auf die Füße weil dann gehen die Zahlen runter und dann sitzen sie alle da und wundern sich wieder.

00:15:01: also manchmal ist es ja fast dann problematisch zu sparen.

00:15:04: Ist es aber trotzdem, gehen würde ich mal wetten.

00:15:06: ninety-fünf Prozent der Unternehmen streichen zuerst Marketing.

00:15:09: Weil's kostet dir keine Leute und dann gehst du runter.

00:15:11: Habe ich bei Brands For Friends immer gemacht wenn wir sparen mussten hier immer Marketing gestrichen?

00:15:16: Es kam mit weniger Neukunden einher weil du kaufst sie dir nicht ein.

00:15:20: also Das Problem kommt dann später.

00:15:23: Und auch bei Rate Pay muss man mal sehen, historisch haben wir nie Geld für Marketing ausgegeben!

00:15:27: Ich trau mich gar nicht mehr Marketing-Budget zu sagen.

00:15:29: da denkt man wie bitte?

00:15:30: Wie machen die

00:15:31: das?!

00:15:32: Wie funktioniert es also?

00:15:33: Wir haben quasi ein betreib jetzt bisschen ein nicht existentes Marketingbudget was wir jetzt dieses Jahr zum ersten Mal deutlich hochnehmen weil wir eben selbstverständlich einen guten ROI sehen in der Conversion von neuen Kunden in unserem Fall neun Händlern und dass wäre natürlich auch fatal das langfristig dann zu nehmen.

00:15:50: aber Du musst halt, wenn du plötzlich kurzfristig sparen musst.

00:15:52: Dann ist dir mittel- und langfristig auch egal weil du sagst Beispiel jetzt sind wir in zwanzig dreiundzwanzig dann steuert man eben auf dreinzwanzige aus und sagt was in vierundzwansich der Effekt oder die nachgelagerten Themen sind?

00:16:03: Die blende ich jetzt erst mal aus.

00:16:05: Und nochmal zurück zu der Frage, was für eine Logik nimmst du beim Streichen vor?

00:16:08: Also sagst du zum Beispiel als erstes streich ich kosten wie gesagt das Externe oder gehe ich hin und nehme Sachen weg die wir erst in sechs Monaten wehtun.

00:16:16: Oder versuche ich irgendwie Effizienz zu steigern.

00:16:18: Was gehst du daran?

00:16:19: In

00:16:19: unserem Fall wir gucken uns die Prioritäten an, an die wichtigen Themen die wir arbeiten müssen.

00:16:24: In unserem fall sind es bestimmte Produkte die wir bauen müssen Dinge die wir arbeiten, die wir live bringen wollen und dann gibt es da eine Prioritätenliste und eine Cutline.

00:16:33: Und wenn wir sparen müssen wird die Cutline eben hochgezogen und dann ist alles was ein Projekt XY was ich jetzt mir nicht mehr leisten kann werdet zugehört wird gestrichen, ob das jetzt ein Externer ist oder jemand den ich neu einstellen wollte.

00:16:45: Also bei uns geht es ganz klar nach inhaltlichem Fokus aber auch immer eine Mischung aus nicht nur kurzfristig gesehen sondern noch immer.

00:16:53: was sind die mittelfristigen Effekte.

00:16:55: Es bringt ja jetzt nichts fast zu streichen, nur weil's viel Geld kostet wo ich dann aber in sechs zwölf Monaten wahnsinniges Umsatzwachstum mir erhoffelt.

00:17:02: Aber auch da kann es je nach Branche oder Problem, was ich gerade eben habe, auf völlig unterschiedliche Steuerungsmechanismen geben?

00:17:08: Das

00:17:09: meine ich!

00:17:09: Was sind denn die KPIs und nach der du eine Cutline steuerst?

00:17:12: Also was steht in oben und was steht unten?

00:17:13: Was sind da die Merkmale, die du anguckst?

00:17:15: Bei uns geht's nur... um Revenue und so genannte EBIT-DR, das gucke ich mir an.

00:17:21: Je nachdem was meine Shareholder sagen Nina ist jetzt Revenue ein Ticken wichtiger oder es EBIT DR ein bisschen wichtiger?

00:17:26: darauf steuere ich knallhart aus und danach werden auch alle Projekte von den KPIs aufgesetzt.

00:17:31: heißt wir gucken immer was kostet es?

00:17:33: Was der Revenue Impact, was es jetzt EBIT DA was damit einhergeht und dann ganz simpel kann man ganz leicht streichen

00:17:40: Und wenn du mal deine Karriere jetzt im Geiste zurückverfolgst, bist du hinterher auch schlauer.

00:17:44: Warst du ja damals im Sturm nicht?

00:17:45: Also wenn man beim Auge des Orkans ist sieht man ja gar nicht klar.

00:17:47: aber wenn du jetzt mal zurückdenkst wäre es manchmal sogar schlau gewesen antizyklisch zu handeln.

00:17:52: oder gibt es Situationen die typisch antizygisch sich anbieten?

00:17:55: Ja und Schlaue Unternehmen nutzen eine Krise um... aufzuräumen.

00:17:59: Und die sind dann nicht durch kurzfristigen Aktionismus getrieben, sondern die nutzen das um unterm Radar ein knaller Produkt neu zu bauen oder um Refocus zu haben oder das Geschäftsmodell so transformieren oder richtig leise mal aufzuräuschen wenn es keiner mitkriegt.

00:18:15: Das Gute bei uns ist wir haben häufiger so gearbeitet weil wir auch nie so ganz im Fokus waren.

00:18:20: immer ganz gut wenn man nicht in der ersten Reihe steht sondern ein bisschen in der zweiten weil es auch nicht immer auffällt.

00:18:25: was man jetzt plötzlich macht praktiziere ich gerne und bin damit bis jetzt auch immer ganz gut gefahren.

00:18:30: Ich meine, man kann es ja sogar noch zuspitzen in so einer Krise.

00:18:33: Es wird zum Beispiel viel talentfrei!

00:18:34: Die Leute gehen pleite unternehmen dann hast du auf immer Top-Leute die du vorher vielleicht gar nicht gekriegt hättest.

00:18:39: Man kann sich vielleicht Umsätze erkaufen.

00:18:40: wenn keiner Marketing macht wird's insgesamt günstiger was zu machen sowas.

00:18:43: Das ist natürlich mal das erste Wenn du große Entlassungswellen hast.

00:18:46: du sagt super Jetzt is der War of Talent Ich kriege jetzt gute leute Vielleicht für bisschen weniger Geld.

00:18:52: Sehen wir noch nicht.

00:18:53: Bei uns ist ja wirklich wie wachsen in einigen Bereichen Hände ringend Leute.

00:18:57: Wir stellen auch dieses Jahr ein und ich habe jetzt gedacht, Mensch das wird ja total toll werden kann ja überall fischen die Leute die teilweise kommen, das passt dann nicht zu uns.

00:19:06: also Beispiel im Data Bereich wir suchen Und mein Chief Risk und Data Officer sagt immer geht nicht passen nicht passt nicht gut genug passt nicht passt nicht.

00:19:14: wo ich denke sag mal da ist eine Fülle von bestimmt super Leuten.

00:19:17: aber es heißt halt auch immer nicht unbedingt dass es was für uns jetzt ist Im Engineering-Bereich hat sich's ein bisschen entspannt.

00:19:24: Das war ja vorher wirklich das Schmerzhafteste überhaupt, wo wir kreative Lösungen im Ausland gefunden haben.

00:19:30: und die größte Herausforderung war, wo kriege ich jetzt Engineers plötzlich her?

00:19:35: Und das ist tatsächlich ein bisschen besser geworden.

00:19:37: Dass sich sogar auch mal jemanden findet, der sogar schon in Berlin ist – das hat es lange nicht gegeben!

00:19:41: Dann drehen wir es mal um, also wenn du darüber geredet wie man die Team-Kommunikation führt.

00:19:44: Wir haben drüber gerede wie man Kosten sparen kann kurzfristig.

00:19:46: was ist denn mit kurzfristigen Umsätzen?

00:19:48: Also gibt's so ein paar Classics wo du sagst hey das sind immer Hebel da kann man irgendwie etwas bauen dass ich nochmal Umsatz erzeuge der voll gar nicht.

00:19:54: aber

00:19:54: ja Und in den meisten Geschäftsmodellen geht das, um's machst du natürlich.

00:19:58: Auf der einen Seite nimm die Kosten runter auf der anderen Seite schaust du wie kann ich kurzfristig mehr Umsatz generieren?

00:20:03: In meinem alten Leben war das ganz wundervoll!

00:20:05: Du hast dann des Monatsende oder des Quartalsende so gesteuert dass du sagst jetzt brauche ich hier noch so und so viel mehr Umsatze.

00:20:11: und den hast du auf den Euro ausrechnen können.

00:20:14: und dann haben wir eine Merchandising-Kampagne gemacht.

00:20:16: Zehn Prozent auf das, fünfzehn Prozent und beim dritten Kriegssaison so viel auf.

00:20:22: Da kann man im Handel sehr, sehr gut mit steuern und kurzfristig die Umsätze annehmen.

00:20:27: aber Achtung kommt natürlich nicht umsonst kostet Geld.

00:20:30: ja weil ich nehme Marge in dem Moment runter.

00:20:32: das heißt es ist auch nichts was man ständig machen kann.

00:20:35: Es hat einen Nachteil.

00:20:36: wenn du dir im Jahresvergleich Umsatzentwicklung anguckst ziehst du's immer mitten Jahr.

00:20:40: Das heißt wenn du eine große Coupon oder Merchandising Kampagne hattest Wenn du dir ein Jahr später dann den Monatsabschluss anguckts bist du automatisch da mal negativ weil du es nicht aufwohnen kannst.

00:20:49: In meinem jetzigen Geschäftsmodell habe ich damit leider ein Problem, weil ich nicht einfach mal so mein Monatsende oder mein Quartalsende steuern kann und eine Merchandising-Kampagne machen kann.

00:20:59: Ich bin ja ein White Label Zahlungsdienstleister.

00:21:01: Das heißt, ich hänge am E-Commerce dran!

00:21:04: Das heißt wenn ein About You oder früher ein Otto oder ein Limango eine Kampagne macht und die Umsätze an Covid und Werbung macht, profitiere ich davon – ich kann es aber nicht selber steueren.

00:21:13: Das heisst, wenn sie nichts machen, dann kann auch ich nichts machen.

00:21:16: Und als White Labeledienstleista kann ich auch nicht wie ein kleiner hin... und sagen, so ich mache jetzt mal eine Marketingkampagne mit mir eBay.

00:21:21: Und gebe jetzt fünf Prozent nochmal auf alles?

00:21:23: Die können das noch ein bisschen steuern – wir nicht!

00:21:25: Das heißt, ich muss immer denken wie gar nicht meinen Geschäftsmodell verändern oder erweitern.

00:21:30: aber es ist nichts was ich jetzt kurzfristig auf dem Monatsende steueren kann sondern das sind bei uns natürlich immer längerfristige Themen.

00:21:36: Ich

00:21:36: überlege gerade wie das bei so Softwarenbietern ist.

00:21:38: wenn man Saas macht aber ich lerne jetzt von dir im Prinzip ich muss ein Stück weit Herr oder Besitzer in der Kundenbeziehung sein dann kann ich das besser stellen

00:21:45: Als Saas kann ich dass auch nicht machen.

00:21:47: Als ein SAP kann ich noch kurzfristig sagen, wenn du diesen Monat noch unterschreibst.

00:21:51: Dann gebe ich dir den Discount von XY und so machen die das ja.

00:21:54: So managen die ihre Themen.

00:21:55: Das ist dann aber in der Akquise auch.

00:21:57: dass es bei mir ja so... Ich kümmere mich ja um die großen Handler im e-commerce.

00:22:02: als Beispiel einen IKEA dem binde ich ja nicht morgen an.

00:22:05: da kann ich auch nicht sagen so jetzt kriegste nochmal so und so viel prozent Rabatt wenn das jetzt klappt.

00:22:10: das funktioniert halt bei meinem Geschäftsmodell nicht.

00:22:12: Und wenn wir jetzt mal beide Punkte nochmal uns angucken, Kosten sparen, Kurzrüstigung setzen erzielen gibt es noch so andere Classics die du siehst um Runway zu verlängern was ja so die Maßgabe der Stunde bei vielen Startups auch war?

00:22:21: Ja, das ist eben massiv.

00:22:22: Wie schaffe ich?

00:22:23: Mit weniger mehr und es geht nur darauf auf Optimierung also mit möglichst wenig den besten Output zu generieren.

00:22:30: Und das sind aber eigentlich immer nur die großen Themen wie, womit mache ich noch mehr Umsatz?

00:22:34: Smart!

00:22:34: Wie kann ich mir ein Partnerschaftsmodell aufbauen?

00:22:37: Also oftmals reicht es Geld dann nicht um Dinge selber zu machen.

00:22:40: So habe ich's immer gelernt von der Pique auf denn suche ich mir den Besten aus dem jeweiligen Bereich und mach da Partnerschaft und profitiere dann bisschen.

00:22:47: Das ist aus meiner Sicht immer ganz schlau weil es kommt einfach mit weniger Kosten.

00:22:51: Und wenn's Bombe läuft, kann ich es immer noch selber bauen eines

00:22:54: Tages.".

00:22:54: Was ist denn so mit Automatisierung oder auch KI?

00:22:56: Ist ja das Thema der Stunde gerade.

00:22:58: Siehst du da Potenzialaufkommen?

00:23:00: Ja klar, aber das ist Standard.

00:23:02: Das ist jetzt nichts wo du über Nacht auch noch mal dein Quartal steuern kannst in der Krise sondern wir stehen da ja immer noch ganz am Anfang.

00:23:08: ich verfolge immer die Diskussion ganz herrlich.

00:23:11: also es wird jetzt nächsten Jahre spannend was alles kommt.

00:23:14: Aber das ist glaube ich ein langfristiger Schritt dass eines Tages regelmäßig wiederkehrende Arbeiten Da brauchen mir keine Kollegen und Kolleginnen mehr die das machen.

00:23:22: Da gibt's irgendwann eine KI.

00:23:23: für das läuft alles automatisch Und dann werden unsere geistige Arbeit benötigt um die KI richtig zu füttern.

00:23:30: Das kommt ja nicht über Nacht.

00:23:31: Weißt du noch, früher in der Industrialisierung haben alle gedacht, oh Gott jetzt brauchen wir keine Arbeiter mehr?

00:23:36: Weil alle sitzen auf der Straße und so wird es auch zukünftig bei der KI sein.

00:23:40: Klar brauchst du keine Supermarktkassiererin mehr irgendwann.

00:23:43: Das machst du selber.

00:23:44: aber dann gibt's andere Jobs wo diese Leute weiterarbeiten können, wo sie die KI füttern.

00:23:48: Wir können zum Abschluss nochmal auf eine Studie schauen, die hat der Caro rausgesucht, die mit dir mal ganz toll zusammenarbeitet von IBE & Haze.

00:23:55: Da wurden Fachkräfte befragt und ganz interessant was daraus kommt.

00:23:59: Ein Thema haben vielleicht noch gar nicht so besprochen.

00:24:00: Fünfundachzig Prozent der Fachkräfte beschäftigt am meisten der hohe Inflationsdruck, dann haben sie starke Auswirkungen auf die eigene Mitarbeiter-Situationen.

00:24:07: Das sind Sechsen-Siebzig Prozent und einundsechzig Prozent nehmen auch Verunsicherung innerhalb der Belegschaft wahr.

00:24:11: Da werden wir eine ganz interessante Frage.

00:24:12: den ersten Punkt zur Inflation.

00:24:13: So kann man doch gar nichts drüber gesprochen?

00:24:15: Wie geht man mit sowas um?

00:24:16: Die

00:24:16: Zahlen hier sind genau das was auch in meiner Mitarbeiter Umfrage rauskam im November.

00:24:20: wie haben wir bei dem Inflitionsdruck reagiert?

00:24:22: und es darfst du nicht unterschätzen.

00:24:23: Der ist extrem.

00:24:24: ja also gerade jetzt wenn Du Niedriglohnbereich guckst Du siehst, was du plötzlich verästern für alles ausgibt.

00:24:30: Da bleibt nichts mehr übrig und die Leute haben richtig Druck wenn dann die Abrechnungen kommen von den Energiekosten.

00:24:35: deswegen finde ich gut dass viele Unternehmen jetzt schon eine Inflationsausgleich gezahlt haben Und es hat auch ein bisschen etwas bewirkt Was du jetzt hier gerade in Berlin Wenn man so ein bisschen in der Stadt unterwegs war kurz vor Weihnachten gesehen.

00:24:48: das weil da waren Die Geschäfte wieder voll und die waren vorher leer.

00:24:51: aber Es ist natürlich einen Riesendruck.

00:24:52: Ich habe ein Kollegen der kam irgendwann zu mir und hat mir gesagt durch soll er zweitausend Euro pro Monat mehr zahlen.

00:24:57: also kann das denn sein, kurzfristig ja?

00:24:59: Wenn es plötzlich passiert muss man komplett umdenken.

00:25:02: Und laut dieser Studie ist es so dass die Investitionsmaßnahmen von Führungskräften auf drei Bereiche sich vor allem verteilen.

00:25:08: Dreiundvierzig Prozent Digitalisierung.

00:25:09: Vierundreißen Prozent Mitarbeiterbindung.

00:25:11: Vierenreißend Prozent Technologie.

00:25:12: Mitarbeiterbindungen finde ich noch einen ganz interessanten Faktor weil das zahlt auch den Kultur ein

00:25:16: und da haben wir indirekt darüber gesprochen Mitarbeiter Bindung essentiell.

00:25:21: Also ein gute Mitarbeiter, der muss ja im Interesse der Firma so lange wie möglich bleiben.

00:25:26: Du bist als Unternehmer dumm wenn du nicht in deine Mitarbeiter investierst und das was für Mitarbeiter wichtig ist variiert ja ganz stark von der Branche, von der Art des Unternehmens indem du arbeitest.

00:25:37: Als Beispiel war es jetzt bei E-Ball Feuer.

00:25:39: Wichtig war um Leute zu halten ist jetzt bei Red Paint teilweise ganz anders.

00:25:43: Es sind unterschiedliche Branche andere Themen und das ist wichtig dass man die Unterschiede erkennt.

00:25:47: Und Digitalisierung ist was ich arbeite jetzt in der Digitalbranche, wir machen nichts anderes.

00:25:54: Insofern ist das für mich nicht das Thema.

00:25:56: wenn du aber einen deutschen Mittelstand guckst und ein bisschen mit digitaler Transformation beschäftigst.

00:26:01: Das ist ja ein Wahnsinns-Thema und da können gerade viele Bereiche die noch sehr analog sind, die müssen da jetzt investieren sonst bleiben sie irgendwann auf der Strecke.

00:26:09: Aber

00:26:09: sag mal eigentlich muss doch auch eine unserer Lehren aus dem Gespräch dann heute sein HR, theoretisch bei euch in der Krise dann ein wichtiger Faktor sein müsste.

00:26:16: Also diese ganze Abteilung oder?

00:26:17: Nicht nur in einer Krise die ist auch schon spätestens seit Corona essentiell und eigentlich genau genommen ist HR auch schon in den letzten zehn Jahren unglaublich wichtig geworden.

00:26:26: kleine Anekdote am Rande ich bin immer belächelt worden vor zehn fünfzehn Jahren weil mir so softe Sachen wie Kultur Mitarbeiter Bindung regelmäßige Feedback Gespräche Total wichtig waren, was macht die da mit den weichen Faktoren?

00:26:40: Es ist aber essentiell und mittlerweile haben Leute verstanden dass man damit auch Geld verdienen kann.

00:26:45: Und deswegen sind gute HRler eine Rarität und werden überall gesucht und die kriegen sensationelle Jobangebote zurecht.

00:26:51: wenn du die Kultur in deinem Unternehmen individuell und richtig angeht, hat das einen wahnsinnig hohen Einfluss auf dein geschäftlichen Erfolg.

00:26:59: Und wenn wir jetzt langsam nach hinten raus den Sack zumachen?

00:27:02: Was wir noch gar nicht besprochen haben wäre theoretisch auch Fremdkapital!

00:27:05: Ist es in Krisen überhaupt möglich, sage ich mal über Kredite oder über Investorengelder sich zu hebeln?

00:27:11: Oder ist das dann der Hauptkrankheit geschuldet dass da auch Ebbe herrscht?

00:27:14: Also in der jetzigen Krise ist ja witzigerweise immer noch genug Geld vorhanden... ...und wer bekommt jetzt momentan Geld?

00:27:21: Das sind Leute die Neustarten, neuer Anfang.

00:27:24: Da ist immer noch viel Geld im Spiel und wenn Unternehmen schon eine gewisse Hürde geschafft haben und die KPIs in die richtige Richtung gehen gibt es auch immer noch wahnsinnig viel Geld.

00:27:34: ich lese ja immer jeden Tag erstaunlich wer alles jetzt wieder Millionen Funding bekommen hat.

00:27:38: ein schlechtes Geschäftsmodell kriegt halt in der Krise auch zurecht kein Funding.

00:27:42: Und man muss fairerweise sagen, wir haben halt ... Wir haben teilweise Bewertungen gesehen, die ein bisschen ausufernd waren und ich finde das eine ganz schöne Bereinigung eigentlich.

00:27:53: ja dass man sagt gute Geschäftsmodelle, gute Gründer kommen nach wie vor werden die finanziert?

00:27:58: In unserem Fall bin ja kein Start-up!

00:28:00: Ich brauche jetzt keinen WC Kapital.

00:28:02: aber in unserem Fall ist er so, ich brauche auch immer Geld um mich zu refinanzieren Weil je mehr ich wachse, ich zahle die Händler aus und kriege danach erstes Geld von den Konsumenten.

00:28:10: Das heißt, ich muss mich immer für eine gewisse Weile refinanzieren.

00:28:13: Da merkt man dass die Refinanzierungskosten teurer werden weil die Zinsen gestiegen sind.

00:28:17: aber auch da gibt es immer noch Möglichkeiten.

00:28:20: ja das wir unser Geschäftsmodell weiter führen können also ist es für gute Dinge ist immer noch Geld da.

00:28:25: Ich

00:28:25: würde grad sagen so Working Capital dann über Kredite.

00:28:27: im Prinzip Leverage geht nicht?

00:28:30: Nee Man verdient Geld, aber man braucht quasi den Vorschuss.

00:28:33: Da gibt es ganz ausgeklügelte Strukturen.

00:28:35: Das habe ich auch erst gelernt seit ich bei Red Peppin.

00:28:38: Es ist sensationell, wie Banken damit Geld verdienen und wie komplexes das ist, total smart gemacht.

00:28:44: Aber geht eben nicht.

00:28:45: da kannst du nicht hingehen.

00:28:46: nimmst den Kredit über hundert Millionen, das funktioniert halt leider so nicht.

00:28:49: Letzte Frage, so ein Classic eigentlich.

00:28:51: was siehst du als die größten Fehler?

00:28:52: Die Führungskräfte in Krisen machen können?

00:28:54: Ein

00:28:54: Riesenfehler ist, dass die Leute oftmals unüberlegt-aktionistisch reagieren.

00:28:59: Und damit machst du als schlechte Führungskraft unglaublich viel kaputt!

00:29:03: Dass die Crux es eigentlich refokussieren ruhig zu bleiben und überlegen wie kann ich jetzt die Krise oder das große Problem des Big Harry... Issue, was ich da habe.

00:29:13: Wie kann ich das in kleine Teile zerlegen und dann sukzessive lösen?

00:29:17: Weil noch mal!

00:29:18: In jeder Krise gibt es eine Chance.

00:29:20: Jedes Problem ist lösbar.

00:29:21: Wenn ich's aber so als Riesenberg wie so ein Mount Everest vor mir sehe, dann finde ich oftmals die Lösung nicht.

00:29:27: Und wenn ich mir die Zeit nehme und mich einmal refokussiere und dann Vertrauen auch habe dass die Leute das können und gut sind und lösen gemeinsam als Team, kann man alles schaffen.

00:29:37: Ich hätte getippt, dass man die meisten Fehler bei der Kultur machen kann wahrscheinlich.

00:29:40: Die Kultur hängt ja damit zusammen.

00:29:42: Guck mal wenn ich actionistisch vorpresche und unüberlegt was mache und hektisch werde drückt sich das auch in der Kultur hoch und die Leute werden panisch und dein Vertrauen bricht zusammen.

00:29:51: es herrscht Unsicherheit und ist ein Kulturkiller.

00:29:53: Das heißt um Kultur vernünftig stark zu haben, brauche ich als Grundstein Vertrauen.

00:29:57: Wie schaffe ich Vertrauen?

00:29:59: Indem ich klar bin, ansprechbar bin und ruhig bin, indem ich aber auch kann über meine Ängste sprechen oder Fehlerinschätzungen sprechen.

00:30:08: Das ist immer dieses Thema.

00:30:09: Ich bin ein großer Fan von diesem Vulnerability-Based Trust.

00:30:12: Das sorgt einfach für Vertrauen.

00:30:14: mit einem starken Vertrauen, finde ich.

00:30:16: es ist der Grundstein für jede Kultur.

00:30:18: Du kannst als Team nicht erfolgreich sein, vielleicht mal kurzfristig hast du ein paar Wochen Glück, aber langfristig, und der Krux ist eben, dass es auf Verletzlichkeiten auch beruht.

00:30:28: Hab ich ja nie gehört den Begriff aber ich kenn das auch.

00:30:30: also wenn man sich selbst öffnet öffnen sich auch die anderen.

00:30:33: ist er so bisschen das Prinzip?

00:30:34: ne?

00:30:34: Ja, ist

00:30:34: das genau!

00:30:35: Na hey dann haben wir ja ein bisschen was mitgenommen heute.

00:30:37: Ich danke dir ganz herzlich und hoffe, dass jetzt viele Menschen mehr durch die Krise navigieren können.

00:30:40: Du bist ja weiß ich noch mit Segeln groß geworden.

00:30:42: von daher musst du eigentlich Sehgang gewohnt sein, ne?

00:30:44: Ich sag' der hart am Wind segeln geht dich ja

00:30:47: Cool.

00:30:48: in diesem Sinne viel vielen Dank und auf bald mal wieder.

00:30:50: Danke Tschüss.

00:30:53: Danke fürs Zuhören beim Digital-Kompakt-Podcast.

00:30:57: Du merkst, hier ziehst du massig Wissen für dich und dein Unternehmen heraus!

00:31:01: Wenn du mit uns noch erfolgreicher werden möchtest, abonniere uns auf den gängigen Podcastplattformen – und hey, je größer wir werden, desto mehr Menschen können wir helfen.

00:31:12: Also erzähl doch auch deinen Kolleginnen und Kollegen von uns.

00:31:16: Bis zum nächsten Mal.

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